[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Nachweis von Apoptose bei eukaryontischen
Zellen bzw. Apoptose-spezifischer Protease sowie einen für dieses Nachweisverfahren
geeigneten Reagenzkit.
[0002] Der sogenannte programmierte Zelltod ist von großer Bedeutung für die Entwicklung
und Funktionsfähigkeit von Geweben, Organen und Organismen als Ganzes (J. Cohen, Advances
in Immunology
50 (1991), 55-85) und wurde bei einer Reihe von Krankheiten, wie Autoimmun- oder ischämischen
Schädigungen, verschiedenen Krebsarten, Alzheimer und anderen neurodegenerativen Phänomenen
beobachtet (G.M. Cohen, Biochem. J.
326 (1997), 1-16). Die auf diese Weise abgestorbenen Zellen zeichnen sich im Zytoplasma
insbesondere durch mit Histonen assoziierte DNA-Fragmente als Mono- und Oligonukleosome
aus. Ein solches Erscheinungsbild wird darüber hinaus bei induziertem Zelltod beobachtet,
wie er beispielsweise durch ionisierende Strahlen (Yamada et al., Int. J. Radiat.
Biol. 53 ( 1988), 65) oder bestimmte monoklonale Antikörper, wie beispielsweise Anti-Fas
(Yonehara et al., J. Exp. Med.
169 (1989), 1747-1756) oder Anti-APO-1 (Trauth et al., Science
245 (1989), 301-304) ausgelöst wird. Auch zytotoxische T-Zellen und Natural-Killer-Zellen
bewirken einen solchen induzierten Zelltod (s. z.B. S. Curnow et al., Cancer Immol.
Immunother,
36 (1993), 149-155). Sie bewirken jedoch darüber hinaus eine erhöhte Permeabilität der
Plasmamembran, wie sie bei nekrotischen Phänomenen beobachtet wird (Krähenbühl et
al., Immol. Today
12 (1991), 389-402). Die beschriebene Art des programmierten oder induzierten Zelltods
wird als Apoptose bezeichnet. Apoptose ist charakterisiert durch bläschenförmige Ausstülpungen
der Plasmamembran, Kondensation des Chromatins und Aktivierung einer endogenen Endonuklease.
Im Gegensatz zur Nekrose handelt es sich bei der Apoptose also um einen aktiven Prozeß
der eukaryontischen Zelle. Die bei der Apoptose aktivierte Calcium- und Magnesium-abhängige
Endonuklease spaltet den DNA-Doppelstrang in den leicht zugänglichen Linkerregionen
zwischen den Nukleosomen in Mono- und Oligonukleosome. Die DNA in den Nukleosomen
ist hingegen mit bestimmten Core-Histonen eng assoziiert und daher vor der Spaltung
durch die Endonuklease geschützt (Burgoyne et al., Biochem. J.
143 (1974), 67; Stach et al., J. Neurochem.
33 ( 1979), 257). Daher ist nach Extraktion der DNA und Auftrennung in Agarosegel die
für apoptotische Zellen typische "DNA-Leiter" zu erkennen, ein Muster von DNA-Fragmenten
mit einer Länge von ca. 180 Basenpaaren bzw. einem Vielfachen davon (Wyllie, Nature
284 (1980), 555-556; J. Cohen, Advances in Immunology
50 (1991), 55-85). Die Plasmamembran der Zellen bleibt in diesem frühen Stadium der
Apoptose intakt. Es kommt so zur Anreicherung der Mono- und Oligonukleosomen sowie
anderer hoch molekularer Komponenten im Zytoplasma der sterbenden Zelle (Duke et al.,
Lymphokine Research
5 ( 1986), 289-299).
[0003] Obwohl in den letzten Jahren eine Reihe von Molekülen identifiziert werden konnten,
die bei der biochemischen Entstehung apoptotischer Zellen eine Rolle spielen, und
auch die fundamentale Bedeutung der Apoptose für biologische Prozesse, die von der
Embryogenese bis zur Entwicklung des Immunsystems reichen, in Fachkreisen mehr und
mehr anerkannt ist, ist der Mechanismus für die Entstehung der Apoptosis noch weitestgehend
ungeklärt (M. Tewari et al., Cell
81 (1995), 801-809). Es gibt jedoch jüngst Anhaltspunkte dafür, daß bestimmte Proteasen,
die zur Familie der Cystein-Proteasen, den sogenannten "CASPASEN" gehören, eine Schlüsselrolle
bei der Entstehung von Apoptose spielen (D.W. Nicholson und N.A. Thornberry, TIBS
22 ( 1997), 299-306). Insbesondere konnte gezeigt werden, daß das Zymogen Caspase 3
(Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease, CPP-32, Apopain, Yama) bei der Entstehung von
Apoptose in aktivierter Form vorliegt (D.W. Nicholson et al., Nature
376 (1995), 37-43).
[0004] Testverfahren zum Nachweis von Apoptose bzw. Apoptose-spezifischer Proteasen sind
beschrieben und beruhen im wesentlichen darauf, daß ein entsprechendes Peptidsubstrat
gespalten und eine dabei freigesetzte fluoreszierende oder colorimetrische Komponente
detektiert wird (z.B. D.W. Nicholson et al., Nature
376 ( 1995), 37-43). Von Nachteil bei den bestehenden Testverfahren zum Nachweis Apoptose
spezifischer Proteasen ist jedoch, daß durch diese Verfahren auch andere an der Entstehung
von Apoptose beteiligte Proteasen analysiert werden, die ebenfalls das eingesetzte
Peptidsubstrat spalten, und somit die geforderte Spezifität nicht gegeben ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung war daher, ein einfaches und spezifisches Testverfahren zum
Nachweis von Apoptose, insbesondere in der frühen Entstehungsphase von Apoptosis,
zur Verfügung zu stellen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Nachweis von Apoptose-aktivierten
Cysteinyl-Asparaginsäure-Proteasen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man
- ein die zu untersuchende Zellpopulation beinhaltendes Lysat ohne Vormarkierung der
zu untersuchenden Zellpopulation mit einem Bindungspartner inkubiert, der eine bei
Apoptose aktivierte Protease spezifisch bindet, jedoch das aktive Zentrum der Protease
nicht blockiert, und es sich bei dem Bindungsparnter um einen Antikörper handelt,
der gegen das Fragment der Aminosäuren 1 bis 219 der humanen Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease
(CPP-32) gerichtet ist,
- mit einem für die Protease spezifischen und einer detektierbaren Gruppe gekoppeltem
Peptidsubstrat und
- einem Reaktionspuffer in Kontakt bringt und
- die aus dem Substrat freigesetzte detektierbare Gruppe bestimmt.
[0007] Der Bindungspartner kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entweder vor Inkontaktbringen
mit der Probe bzw. dem Lysat an eine Festphase, wie beispielsweise eine Mikrotiterplatte
oder Latexpartikel, gebunden sein oder wird nach Inkubation mit dem Proteasesubstrat
an eine entsprechende Festphase gekoppelt. Als bei Apoptose aktivierte Proteasen kommen
erfindungsgemäß insbesondere Cysteinyl-Asparaginsäure-Proteasen wie beispielsweise
Caspase 3 oder Caspase 8 in Betracht.
[0008] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, daß mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
apoptotische Zellen, d.h. durch programmierten oder induzierten Zelltod abgestorbene
Zellen bereits ein Meßsignal nach etwa 1,5 bis 2 Stunden Inkubation und bei Existenz
von weniger als etwa 1000 apoptotischen Zellen ergeben, ohne daß eine Vormarkierung
der zu untersuchenden Zellpopulation erforderlich ist. Dadurch können auch in vitro
nicht proliferierende Zellen untersucht werden. Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt
ferner in einfacher und schnell durchführbarer Weise die quantitative Bestimmung des
Ausmaßes der Apoptose in der zu untersuchenden Probe (Zellpopulation) und ist darüber
hinaus äußerst sensitiv.
[0009] Zur Freisetzung der bei Apoptose aktivierten Protease(n) aus dem Zytoplasma apoptotischer
Zellen wird die zu untersuchende Zellpopulation mit einem geeigneten Lyse-Puffer inkubiert,
der im wesentlichen ein anionisches oder nicht-ionisches Detergenz, wie beispielsweise
Triton, Tween oder Nonidet P40, in einer Konzentration von etwa 0,1 bis 2,0% (w/v)
und eine im pH-Bereich von etwa 5,5 bis 9,0, bevorzugt von etwa 7 bis 9 puffernde
Substanz enthält. Beispielsweise sind hier Phosphat, Tris·HCl und Hepes geeignet.
Die Konzentration des Puffers beträgt etwa 1 bis 200 mM, vorzugsweise ca. 10 bis 80
mM, besonders bevorzugt sind etwa 50 mM. Wahlweise kann dem Lyse-Puffer darüber hinaus
eine Sulfitgruppen reduzierende Substanz, wie beispielsweise Dithiotreitol (DTT) oder
Dithioerythrit in einer Konzentration von etwa 0,1 bis 100 µM, und/oder Kochsalz zur
Gewährleistung physiologischer Salzkonzentrationen zugesetzt werden.
[0010] Die Inkubation mit dem Lyse-Puffer erfolgt über einen Zeitraum von etwa einer bis
fünf Minuten bei Temperaturen um 0 bis 4°C. Unlösliche Zellbestandteile werden durch
Zentrifugation abgetrennt. Das auf diese Weise erhaltene Lysat wird zu einem entsprechenden
Bindungspartner gegeben, wobei es sich bevorzugt um einen monoklonalen oder polyklonalen
Antikörper handelt. Besonders bevorzugt sind erfindunsgemäß gegen eine bei Apoptose
aktivierte Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease bzw. ein diesbezügliches immunologisch
aktives Fragment gerichtete monoklonale Antikörper. Als besonders geeignet hat sich
erwiesen, wenn Antikörper verwendet werden, die mittels eines etwa 25 kDa großen Proteinfragments
der humanen CPP-32-(Aminosäuren 1 bis 219) als Immunogen und durch dreimalige Injektion
bevorzugt im Abstand von ca. zehn Tagen, erhältlich sind (z.B. Klon 19). Die auf diese
Weise gewonnenen Klone sind, gegebenenfalls nach chromatographischer Reinigung gemäß
dem Fachmann bekannter Methoden, für das erfindungsgemäße Verfahren besonders geeignet.
Alternativ können entsprechende Antikörper von einschlägigen Anbietern, wie beispielsweise
der Firma Transduction Laboratories, Lexington, KY (USA) kommerziell erworben werden.
[0011] Bei dem Peptidsubstrat für die Protease gekoppelt mit einer detektierbaren Gruppe
handelt es sich beispielsweise um ein mit einer chromogenen oder fluoreszierenden
Gruppe gekoppeltes Peptid bestehend aus zwei bis etwa 20 Aminosäuren. Bevorzugt enthält
das Peptidsubstrat weniger als zehn Aminosäuren, besonders bevorzugt handelt es sich
dabei um Tri- bis Octapeptide. Für das erfindungsgemäße Verfahren können darüber hinaus
cyclische Peptidsubstrate mit integrierter Spaltsequenz, wobei das gespaltene Peptid
ein Enzym zu dessen aktiver Form komplettiert, verwendet werden. Bevorzugte Peptidsubstrate
weisen insbesondere Peptidfragmente folgender Aminosäuresequenzen auf: Trp (Leu)-Glu-His-Asp,
Asp-Glu-Val (His)-Asp oder eine der folgenden drei Sequenzen Val (Leu)-Glu-His (Thr)-Asp
auf. Die Peptid-Substrate können ferner acetyliert sein und beinhalten, bevorzugt
an einer endständigen, nicht-acetylierten Aminosäure, die detektierbare Gruppe. Als
detektierbare, d.h. chromogene oder fluoreszierende Gruppen kommen bevorzugt Coumarin-,
Nitroanilid- oder Naphtylamidderivate in Betracht. Insbesondere haben sich erfindungsgemäß
folgende Substrate als geeignet erwiesen: Acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-7-Amido-4-trifluormethyl-cumarin
(Acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-fluoromethyl-cumarin;
Ac-DEVD-AFC), Acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-7-Amido-4-methylcumarin (Acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-methyl-cumarin;
Ac-DEVD-AMC), (7-Methoxycumarin-4-yl)acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-Ala-Pro-Lys(2,4-dinitrophenyl)OH
(7-Methoxy-cumarin-4-yl)acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginylalaninyl-prolinyl-lysinyl(2,4-dinitro)phenol;
Mca), (4-(4-Dimethylaminophenylazo)benzoyl-Asp-Glu-Val-Asp-5-[(2-aminoethyl)amino]-naphtalen-1-sulfonsäure
((4-(4-Dimethylaminophenylazo)benzoyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-5[(2-aminoethyl)amino]-naphthalen-1-sulfonsäure),
oder Rhodamin-110-DEVD-Derivate.
[0012] Die Reaktion zwischen der die Protease enthaltenen Probe, dem Bindungspartner bzw.
Antikörper und dem Proteasesubstrat kann entweder vor oder nach Bindung des Bindungspartners
bzw.
[0013] Antikörpers an die Festphase erfolgen. Für die Inkubation verwendete Pufferlösungen
beinhalten im wesentlichen eine im pH-Bereich von ca. 5,5 bis 9,0 puffernde Substanz
in einer Konzentration von 1 bis 200 mM sowie eine Sulfitgruppen reduzierende Substanz,
wie DTT oder Dithioerythrit in einer Konzentration von etwa 0,1 bis 100 µM, bevorzugt
von etwa 5 bis 60 µM, und gegebenenfalls EDTA und/oder EGTA in einer Konzentration
von ca. 0,1 bis 1,0 mM. Ferner kann der Puffer durch physiologische Kochsalzlösung
und/oder ein Magnesiumsalz, bevorzugt etwa 1 mM, enthalten. Eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung ist ferner, wenn der für die Lyse der Zellen verwendete Puffer und der
Reaktionspuffer identisch sind und ca. 0,1 bis 1% (w/v) eines entsprechenden Detergenzes
sowie etwa 5 bis 60 µM einer Sulfitgruppen reduzierenden Substanz enthält.
[0014] Abhängig von der Anzahl der apoptotischen Zellen in der jeweiligen Probe kann die
Inkubation bei einer Temperatur von ca. 37°C sowie pH 7,8 in einem Zeitraum von etwa
30 Minuten bis zwölf Stunden erfolgen. In den meisten Fällen hat sich eine Reaktionsdauer
von 1,5 bis 5 Stunden als ausreichend erwiesen.
[0015] Als Negativkontrolle wird wie im Beispiel 1 beschrieben verfahren oder jeweils eine
Parallelkultur der zu untersuchenden Zellpopulation, in der keine Apoptose induziert
wurde, verwendet. Das ohne Zell-Lysate gemessene Signal liefert den Leerwert für die
Bestimmung und wird von den Meßwerten abgezogen. Als positiv für das Vorliegen einer
Apoptose sind solche Meßwerte für die in der Reaktionsmischung detektierbaren Gruppen
zu werten, die reproduzierbar mindestens um den Faktor 2 über dem Meßwert ohne Induktion
liegen. Als Parallelkultur der zu untersuchenden Zellpopulation, in der keine Apoptose
induziert wurde, wird dabei eine Kultur von Zellen des gleichen Zelltyps und der gleichen
Herkunft verwendet, bei welcher aufgrund der Vorgeschichte der verwendeten Zellen
sowie der Kultivierungsbedingungen davon ausgegangen werden kann, daß keine Apoptose
induziert wurde. Für den Fall, daß eine in vitro induzierte Apoptose bestimmt werden
soll, wird die zu untersuchende Zellpopulation in zwei Parallelansätze aufgeteilt
und dann in Gegenwart bzw. Abwesenheit des Apoptose induzierenden Agens (z.B. Camptothecin)
vorinkubiert.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt der verwendete
Bindungspartner biotinyliert vor, um diesen vor, oder nach der Inkubation, an eine
mit Streptavidin beschichtete feste Phase zu binden.
[0017] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es somit in einfacher Weise möglich,
sowohl die Zytotoxizität von Zellen oder Verbindungen, welche Apoptose induzieren,
als auch durch Apoptose spezifisch induzierte Proteasen zu bestimmen.
[0018] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Bestimmung der zytotoxischen Wirkung oder Aktivität von zytotoxischen
Zellen, Natural-Killer-Zellen, ionisierenden Strahlen oder chemischen Substanzen wie
z.B. monoklonalen Antikörpern, Hormonen (z.B. Gluccorticoide) oder Toxinen (z.B. Dioxine).
Die zytotoxische Wirkung oder Aktivität ergibt sich dabei aus dem über das erfindungsgemäße
Verfahren bestimmten Ausmaß der Apopotose in der als Zielzellen verwendeten Zellpopulation.
[0019] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Reagenzkit zum Nachweis apoptotischer
Zellen oder einer bei Apoptose aktivierten Protease in einer biologischen Probe ohne
Vormarkierung der zu untersuchenden Zellpopulation, enthaltend einen Bindungspartner,
der eine bei Apoptose aktivierte Protease spezifisch bindet, ohne das aktive Zentrum
der Protease zu blockieren, ein für die Protease spezifisches Substrat und einen geeigneten
Reaktionspuffer. Bei dem Bindungspartner handelt es sich um einen Antikörper, der
gegen das Fragment der Aminosäuren 1 bis 219 der humanen Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease
(CPP-32) gerichtet ist. Der Bindungspartner (im Beispiel Caspase 3) kann dabei an
eine feste Phase gekoppelt vorliegen, oder erst nach Inkubation an eine solche gekoppelt
werden. Bevorzugte Ausführungsformen sind, wenn es sich bei dem Bindungspartner um
einen monoklonalen oder polyklonalen Antikörper, der gegen ein etwa 25 kDa großes
Proteinfragment der humanen CPP-32 gerichtet ist, handelt und/oder ein Fluoreszenz-markiertes
Peptidsubstrat, wie beispielsweise Acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-7-Amido-4-trifluormethyl-coumarin,
verwendet wird.
[0020] Darüber hinaus hat sich die Verwendung des erfindungsgemäßen Reagenzkits zum Auffinden
von solchen Substanzen als geeignet erwiesen, die befähigt sind, im Zustand der Apoptose
aktivierte Proteasen zu inhibieren. Gleichfalls lassen sich Substanzen auffinden,
die eine verstärkende, d.h. induzierende Wirkung auf bei Apoptose aktivierten Proteasen
haben. Entsprechend inhibierende bzw. induzierende Substanzen können als Wirkstoffe,
wie beispielsweise Arzneimittel eingesetzt werden. Durch Substanzen, die im Zustand
der Apoptose aktivierte Proteasen zu 90% und mehr inhibieren, läßt sich beispielsweise
das Absterben apoptotischer Zellen aufhalten oder der weitere Untergang zumindest
verzögern. Als entsprechende inhibierende Substanzen haben sich beispielsweise Peptidderivate
wie Acetylasparaginyl-glutaminyl-valinylasparaginsäurealdehyd (Ac-DEVD-CHO) oder Benzyloxycarbonyl-Valinyl-Alaninyl-DL-Asparaginsäurefluoromethylketone
(Z-VAD-fmk) als geeignet herausgestellt. Darüber hinaus können Substanzen, die befähigt
sind, im Zustand der Apoptose aktivierte Proteasen zu induzieren, als wertvolle Werkzeuge
für die Gewinnung spezifischer Proteasen dienen. Insbesondere haben sich hier solche
Substanzen als geeignet erwiesen, die die Aktivität entsprechender Proteasen mindestens
um das 1,5fache verstärken können.
[0021] Bei den im Zustand der Apoptose aktivierten Proteasen handelt es sich insbesondere
um Cystein- bzw. Cysteinyl-Asparaginsäure-Proteasen.
[0022] Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung näher.
Beispiel 1: Protease-Aktivierung/Camptothecin
[0023] Zur Induktion von Apoptose in einem zellulären System wurden humane Zellen (U937;
humanes histiolytisches Lymphom eines Kaukasiers) mit Camptothecin (Toposiomerase
I Inhibitor, Chemotherapeutikum) behandelt. Bei Inkubation von 5x10
5 Zellen/ml mit 4 µg/ml Camptothecin (CAM) für unterschiedliche Zeitintervalle, ist
ein Anstieg der Proteaseaktivität bereits nach 2 h zu erkennen. Für den Nachweis von
durch Apoptose aktivierte Protease (Caspase 3) werden aus der behandelten Zellkultur
ca. 10
6 Zellen entnommen und in Lysepuffer (50 mM NaPO
4, 10 mM NaCl, 1 mM MgCl
2, 0.25% (w/v) Nonidet P40, 0,3 mM EDTA; pH 7.8) auf Eis lysiert. Das Lysat wird dann
zur spezifischen Caspase 3-Analyse mit einem gegen Caspase 3 gerichteten Antikörper
in Kontakt gebracht, der an eine Festphase gekoppelt ist und Caspase 3 aus dem Lysat
bindet. Nach Entfernen des Überstandes (enthält alle unspezifischen Bestandteile bzw.
Enzyme) wird ein Substrat (50 µM Ac-DEVD-AFC) zugegeben und dessen Caspase 3 vermittelter
Substratumsatz durch die Entstehung des fluoreszierenden Coumarin-Spaltproduktes gemessen.
Nach Abzug des Leerwertes (Eigenfluoreszenz des Substrates ohne Lysatzugabe) kann
der kinetische Verlauf der Caspase 3-Aktivität graphisch dargestellt werden (Abbildung
1 ).
Beispiel 2: Farb-/Fluoreszenz-Substrat ohne spezifischen Bindungspartner
[0024] Als Funktionstest für das verwendete zelluläre Modell (U937/CAM), wurde ein unspezifischer
Caspase Assay (Clonetech) eingesetzt, der zwar befähigt ist, Lysate zu analysieren,
jedoch kein spezifisches Capturing der Caspase 3 erlaubt. Das verwendete Substrat
ist wie in Beispiel 1 Ac-DEVD-AFC, parallel dazu wurde ein colorimetrisches Substrat
(Ac-DEVD-pNA) eingesetzt. Unspezifisch sind diese Ansätze deshalb, weil jedes DEVD-Substrat
sowohl von Caspase 3 als auch von Caspase 1, Casp 2 und Casp 7 gespalten wird.
Die Auswertung zeigt, daß das Apoptose-Modell prinzipiell funktioniert und sowohl
das colorimetrische als auch das Fluoreszenz-Substrat zeigen eine Spaltung bei Apoptose-Induktion.
Beispiel 3: Antikörperauswahl
[0025] Es wurden verschiedene, Caspase 3 erkennende Antikörper an eine Festphase (MTP) fixiert
und damit die Caspase 3 (aktiviertes und nicht-aktiviertes Enzym) aus dem Lysat gebunden.
Nach Zugabe des Fluoreszenz-Substrates (50 µM AMC) zeigte sich jedoch lediglich bei
Verwendung eines erfindungsgemäßen Antikörpers (z.B. Klon 19) ein positives Signal.
Die drei anderen verwendeten Antikörper binden zwar Caspase 3, geben jedoch kein signifikantes
Signal, d.h. Protease-Aktivität kann nicht ermittelt werden.
Tabelle 1:
| MAK<CPP-32> |
Clone 19 |
PAK |
Ab-1 |
Ab-2 |
| - CAM |
2,38 |
2,59 |
2,34 |
2,214 |
| +CAM |
6,65 |
2,88 |
2,31 |
2,344 |
| Faktor |
2,79 |
1,11 |
0,99 |
1,06 |
Beispiel 4: Auswahl des optimalen Fluoreszenz-Substrates
[0026] Es wurden drei Fluoreszenz-Substrate getestet. Es handelt sich hierbei um Acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-7-Amido-4-trifluoromethyl-coumarin
(AFC), Acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-7-amido-4-methylcoumarin (AMC) und (7-Methoxycoumarin-4-yl)acetyl-Asp-Glu-Val-Asp-Ala-Pro-Lys(2,4-dinotrophenyl)OH
(Mca). Die drei Substrate wurden miteinander verglichen, wobei die Auswertekriterien
i) Background ii) Signalhöhe und iii) Signal-Ratio aus +/- Induktion waren. Es zeigt
sich, daß das AMC-Derivat zwar die höchsten Signale generiert, jedoch die Eigenfluoreszenz
des Substrates ohne Lysatzugabe relativ hoch ist. Das Mca-Substrat hingegen liefert
ein etwas besseres Ratio, dagegen jedoch niedrige Signalhöhen. Beim AFC-Substrat hingegen
erhält man ein optimales Ratio bei sehr guter Signalausbeute.
Beispiel 5: Optimierung des Inkubationspuffers
[0027] Um einen optimalen Substratpuffer zur Verfügung zu stellen, mit welchem man gleichzeitig
das Zell-Lysat herstellen kann, wurden verschiedene Pufferzusammensetzungen ausgetestet.
Die diesbezügliche Auswertung zeigt, daß die Signalhöhen extrem von der Präsenz von
DTT abhängig sind. Des weiteren zeigte sich das optimale Verhältnis und Signalausbeute
in der Pufferzusammensetzung 2 der getesteten Lösungen. In Einzelfällen kann auf EDTA
und/oder EGTA verzichtet werden, bei Anwendung ohne DTT zeigt allerdings die Anwesenheit
von EDTA bzw.
EGTA eindeutige Vorteile (EDTA und EGTA sind nur in Puffer 2 u. 3 vorhanden, wobei
dies die einzigen Pufferkombinationen sind, die ein positives Signal ohne DTT generieren).
Der pH ist bevorzugt neutral bis schwach alkalisch, wobei eine breite pH-Spanne im
Alkalischen noch zu akzeptablen Ergebnissen führt.

Vorgehen:
[0028]
MTP wurde mit 2µg/ml Anti-CPP32 (Clone 19) beschichtet (z.B. mit Carbonatpuffer)
Lysate von unbehandelten und Apoptose-induzierten Zellen aufpipettiert
Bindung von CPP32 (Caspase 3)
Waschen
Zugabe des Fluoreszenz-Substraten (AFC) im jeweiligen Inkubationspuffer
Messung der FU nach 2h
Tabelle 3:
| Pufferlösungen 1 bis 12 mit und ohne Zusatz von DTT |
| mit 10 µM DTT |
| Puffer |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
| - CAM |
0,201 |
0,17 |
0,173 |
0,14 |
0,166 |
0,129 |
0,145 |
0,145 |
0,169 |
0,203 |
0,166 |
0,209 |
| + CAM |
2,349 |
2,907 |
2,499 |
1,715 |
2,059 |
2,174 |
2,234 |
0,969 |
1,656 |
1,492 |
0,494 |
0,994 |
| Faktor |
11,69 |
17,10 |
14,45 |
12,25 |
12,40 |
16,85 |
15,41 |
6,68 |
9,80 |
7,35 |
2,98 |
4,76 |
| ohne 10 µM DTT |
| Puffer |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
| - CAM |
0,152 |
0,134 |
0,131 |
0,16 |
0,135 |
0,135 |
0,136 |
0,127 |
0,137 |
0,159 |
0,145 |
0,15 |
| + CAM |
0,185 |
0,337 |
0,334 |
0,145 |
0,12 |
0,015 |
0,125 |
0,121 |
0,113 |
0,184 |
0,14 |
0,181 |
| Faktor |
1,22 |
2,51 |
2,55 |
0,91 |
0,89 |
0,11 |
0,92 |
0,95 |
0,82 |
1,16 |
0,97 |
1,21 |
Ergebnis: 1) ohne DTT wird kaum ein Signal in Caspase 3 haltigem Lysat generiert
2) die Konzentration von DTT kann zwischen 1 und 100 µM liegen
3) Die Auswertung zeigt, daß die Pufferzusammensetzung 2 das höchste Signal (FU) und
den größten Faktor (apopt. zu nicht-apopt. Lysat) produziert
Beispiel 6: Antikörperherstellung
[0029] Zur Herstellung monoklonaler Antikörper gegen Caspase 3 wurde ein 24,7 kDa Protein
Fragment (Aminosäuren 1-219 der humanen CPP-32) als Immunogen benutzt. Zur Immunisierung
erhalten Mäuse (z.B. Balb/c) dreimal eine Injektion des Immunogens (ca. 50 µg Peptid)
im Abstand von 10 Tagen. Nach etwa 50 Wochen (je nach Immunantwort des Serums) werden
die Milzzellen der Serum-positiven Mäuse mit Myeloma Zellen (z.B. P3-X63-Ag8.653)
fusioniert.
Die Hybridoma-Überstände werden auf positive Immunreaktion (Immunhistochemie, Westernblot)
gescreent. Positive Hybridomas werden in "Limiting Dilution Verfahren" kloniert. Monoklonale
Antikörper werden mittels chromatographischer Techniken aufgereinigt und in 20 mM
Natriumphosphat pH 7,5, 50% Glycerin, 150 mM NaCl, 1 mg/ml RSA und 1,5 mM NaN
3 gelagert.
1. Verfahren zum Nachweis einer bei Apoptose aktivierten Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease
oder apoptotischer Zellen in einer biologischen Probe ohne Vormarkierung der zu untersuchenden
Zellpopulation, umfassend folgende Schritte:
- Inkontaktbringen der Probe mit (a) einem Bindungspartner, der eine bei Apoptose
aktivierte Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease spezifisch bindet, jedoch das aktive
Zentrum nicht blockiert, es sich bei dem Bindungspartner um einen monoklonalen oder
polyklonalen Antikörper handelt, der gegen das Fragment der Aminosäuren 1 bis 219
der humanen Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease (CPP-32) gerichtet ist, und an eine
Festphase gebunden ist bzw. bindbar ist, (b) einem für die Protease spezifischen Substrat
und (c) einem Reaktionspuffer, und
- Bestimmung des in der Reaktionslösung entstandenen Chromogens oder Fluorochroms
als Maß für die in der Probe enthaltenen apoptotischen Zellen und/oder aktivierte
Protease.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die bei Apoptose aktivierte Protease eine humane Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Antikörper mit einem 25 kDa-Fragment der humanen CPP-32 als Immunogen erhältlich
ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Cumarin- oder Rhodaminpeptidderivat, para-Nitroanilid- oder ein Naphthylamidpeptidderivat
als Proteasesubstrat verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um Acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-fluormethyl-cumarin
bzw. -7-amido-4-methylcumarin, ein (7-Methoxy-cumarin-4-yl)acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-alaninyl-prolinyl-lysinyl(2,4-dinitro)phenolderivat
oder 4-(4-Dimethylaminophenylazo)benzoyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-5-[(2-aminoethyl)amino]-naphthalen-1-sulfonsäure
handelt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktionspuffer einen pH-Wert von 5,5 bis 9,0 aufweist, ein Detergenz und eine
Sulfitgruppen-reduzierende Substanz enthält.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß in der Probe weniger als 1000 apoptotische Zellen vorliegen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion bei 37°C in einem Zeitraum von 30 Minuten bis zwölf Stunden durchgeführt
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionsdauer 1,5 bis 5 Stunden beträgt.
10. Verwendung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Bestimmung der zytotoxischen
Wirkung oder Aktivität von zytotoxischen Zellen, Natural-Killer-Zellen, ionisierender
Strahlung oder chemischen Verbindungen wie insbesondere von Camptothecin, Dioxinen
oder Antikörpern.
11. Reagenzkit zum Nachweis apoptotischer Zellen oder einer bei Apoptose aktivierten Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease
in einer biologischen Probe ohne Vormarkierung der zu untersuchenden Zellpopulation,
enthaltend
(a) einen Bindungspartner, der eine bei Apoptose aktivierte Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease
spezifisch bindet, ohne das aktive Zentrum der Protease zu blockieren, und wobei es
sich um einen Antikörper handelt, der gegen das Fragment der Aminosäuren 1 bis 219
der humanen CPP-32 gerichtet ist,
(b) ein für die Protease spezifisches Substrat, und
(c) Reaktionspuffer.
12. Reagenzkit nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Bindungspartner (a) an eine feste Phase gekoppelt vorliegt oder derart gestaltet
ist, daß er an eine feste Phase koppelbar ist.
13. Reagenzkit nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Bindungspartner um einen eine Cysteinyl-Asparaginsäure-Protease bindenden
Antikörper handelt, der mit einem 25 kDa-Fragment der humanen CPP-32 als Immunogen
erhältlich ist.
14. Reagenzkit nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Protease spezifischen Substrat um Acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-Amido-4-trifluormethylcumarin
handelt.
15. Verwendung des Reagenzkits gemäß einem der Ansprüche 11 bis 14 zum Auffinden einer
Substanz, die befähigt ist, eine bei Apoptose aktivierte Protease zu inhibieren oder
zu induzieren.
16. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Substanz die Protease zu mindestens 90% inhibiert.
17. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Substanz die Protease mindestens um das 1,5-fache induziert.
1. Method for the detection of a cysteinyl-aspartic acid protease activated in apoptosis
or of apoptotic cells in a biological sample without prelabelling the cell population
to be examined comprising the following steps:
- contacting the sample with (a) a binding partner which specifically binds a cysteinyl-aspartic
acid protease activated in apoptosis but does not block the active centre, the binding
partner being a monoclonal or polyclonal antibody which is directed against the fragment
of amino acids 1 to 219 of human cysteinyl-aspartic acid protease (CPP-32) and is
bound or can be bound to a solid phase, (b) a substrate that is specific for the protease
and (c) a reaction buffer and
- determining the chromogen or fluorochrome formed in the reaction solution as a measure
for the apoptotic cells and/or activated protease contained in the sample.
2. Method as claimed in claim 1, wherein the protease activated in apoptosis is a human
cysteinyl-aspartic acid protease.
3. Method as claimed in claim 1, wherein the antibody can be obtained using a 25 kDa
fragment of human CPP-32 as the immunogen.
4. Method as claimed in claim 1, 2 or 3, wherein a coumarin-peptide derivative or rhodamine-peptide
derivative, para-nitroanilide-peptide derivative or a naphthylamide-peptide derivative
is used as the protease substrate.
5. Method as claimed in claim 4, wherein it is acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-fluoromethyl-coumarin
or -7-amido-4-methyl-coumarin, a (7-methoxy-coumarin-4-yl)acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-alaninyl-prolinyl-lysinyl(2,4-dinitro)phenol
derivative or 4-(4-dimethylaminophenyl-azo)benzoyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-5-[(2-aminoethyl)amino]-naphthalene-1-sulphonic
acid.
6. Method as claimed in one of the claims 1-5, wherein the reaction buffer has a pH value
of 5.5 to 9.0 and contains a detergent and a substance which reduces sulphite groups.
7. Method as claimed in one of the claims 1-6, wherein less than 1000 apoptotic cells
are present in the sample.
8. Method as claimed in one of the claims 1-7, wherein the reaction is carried out at
37°C for a period of 30 minutes to twelve hours.
9. Method as claimed in claim 8, wherein the reaction period is 1.5 to 5 hours.
10. Use of a method as claimed in one of the claims 1 to 9 to determine the cytotoxic
effect or activity of cytotoxic cells, natural killer cells, ionizing radiation or
chemical compounds such as in particular campthothecin, dioxins or antibodies.
11. Reagent kit for the detection of apoptotic cells or of a cysteinly-aspartic acid protease
activated in apoptosis in a biological sample without prelabelling the cell population
to be examined containing
(a) a binding partner which specifically binds a cysteinyl-aspartic acid protease
activated in apoptosis without blocking the active centre of the protease, and where
the binding partner is an antibody directed against the fragment comprising amino
acids 1 to 219 of human CPP-32,
(b) a specific substrate for the protease and
(c) a reaction buffer.
12. Reagent kit as claimed in claim 11, wherein the binding partner (a) is present coupled
to a solid phase or is designed such that it can be coupled to a solid phase.
13. Reagent kit as claimed in claim 11 or 12, wherein the binding partner is an antibody
which binds a cysteinyl-aspartic acid protease and can be obtained using a 25 kDa
fragment of human CPP-32 as an immunogen.
14. Reagent kit as claimed in one of the claims 11 to 13, wherein the protease-specific
substrate is acetyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-trifluoromethyl
coumarin.
15. Use of the reagent kit as claimed in one of the claims 11 to 14 to find a substance
which is able to inhibit or induce a protease activated in apoptosis.
16. Use as claimed in claim 15, wherein the substance inhibits the protease by at least
90 %.
17. Use as claimed in claim 15, wherein the substance induces the protease by at least
1.5-fold.
1. Procédé pour la détection d'une cystéinyle-acide aspartique protéase activée par apoptose
ou de cellules apoptotiques au sein d'un échantillon biologique, sans marquage préalable
de la population de cellules à analyser, comportant les étapes consistant à :
- mettre en contact l'échantillon avec (a) un partenaire de liaison, liant de manière
spécifique une cystéinyle-acide aspartique protéase activée par apoptose, en ne bloquant
toutefois pas le centre actif, le partenaire de liaison étant un anticorps monoclonal
ou polyclonal, lequel est dirigé contre le fragment d'acides aminés 1 à 219 de la
cystéinyle-acide aspartique protéase humaine (CPP-32) et qui est lié ou peut être
lié à une phase solide, avec (b) un substrat spécifique à la protéase et (c) un tampon
de réaction, et
- déterminer le chromogène ou le fluorochrome qui s'est produit dans la solution réactive,
en tant que mesure pour les cellules apoptotiques et/ou la protéase activée contenu(s)
dans l'échantillon.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la protéase activée par apoptose est une cystéinyle-acide aspartique protéase humaine.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'anticorps peut être obtenu à l'aide d'un fragment de 25 kDa de la CPP-32 humaine,
en tant qu'immunogène.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce que
un dérivé de peptide de coumarine ou un dérivé de peptide de rhodamine, un dérivé
de peptide de paranitroanilide ou un dérivé de peptide de naphtylamide est utilisé
en tant que substrat de protéase.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce qu'il s'agit d'acétyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-fluorométhyle-coumarine
resp. de -7-amido-4-méthyle-coumarine, d'un dérivé (7-méthoxy-coumarine-4yl-) acétyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-alaninyl-prolinyl-lysinyl(2,4-dinitro)phénol
ou de l'acide 4-(4-diméthylaminophényle-azo)benzoyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-5-[2-aminoéthyle)amino]-
naphtalène-1-sulfonique.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
le tampon de réaction présente une valeur pH située entre 5,5 et 9,0 et contient
un détergent et une substance réduisant les groupes de sulfites.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
le nombre de cellules apoptotiques présentes dans l'échantillon est inférieur à
1000.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que
la réaction est réalisée à 37° C, au cours d'une période située entre 30 minutes
et douze heures.
9. Procédé selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
la durée de réaction est située entre 1,5 et 5 heures.
10. Utilisation d'un procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9,
pour déterminer l'action cytotoxique ou l'activité de cellules cytotoxiques, de
cellules tueuses naturelles, d'un rayonnement ionisant ou de composés chimiques, tels
que en particulier la camptothécine, des dioxines ou des anticorps.
11. Ensemble de réactifs, pour la détection de cellules apoptotiques ou d'une cystéinyle-acide
aspartique protéase activée par apoptose au sein d'un échantillon biologique, sans
marquage préalable de la population de cellules à analyser, contenant
(a) un partenaire de liaison, liant de manière spécifique une cystéinyle-acide aspartique
protéase activée par apoptose, en ne bloquant toutefois pas le centre actif de la
protéase, le partenaire de liaison étant un anticorps, lequel est dirigé contre le
fragment d'acides aminés 1 à 219 de la CPP-32 humaine,
(b) un substrat spécifique pour la protéase, et
(c) un tampon de réaction.
12. Ensemble de réactifs selon la revendication 11,
caractérisé en ce que,
le partenaire de liaison (a) est présent sous forme couplée à une phase solide
ou est conçu de manière à pouvoir être couplé à une phase solide.
13. Ensemble de réactifs selon l'une quelconque des revendications 11 ou 12,
caractérisé en ce que,
le partenaire de liaison est un anticorps liant la cystéinyle-acide aspartique
protéase, qui peut être obtenu à l'aide d'un fragment de 25 kDA de la CPP-32 humaine
en tant qu'immunogène.
14. Ensemble de réactifs selon l'une quelconque des revendications 11 à 13,
caractérisé en ce que
le substrat spécifique à la protéase est de l'acétyl-asparaginyl-glutaminyl-valinyl-asparaginyl-7-amido-4-trifluorméthyl
coumarine.
15. Utilisation de l'ensemble de réactifs selon l'une quelconque des revendications 11
à 14,
pour trouver une substance apte à inhiber ou à induire une protéase activée par
apoptose.
16. Utilisation selon la revendication 15,
caractérisée en ce que
la substance inhibe la protéase à au moins 90 %.
17. Utilisation selon la revendication 15,
caractérisée en ce que
la substance induit la protéase d'au moins 1,5 fois.