[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung von Geräuschen technischer
Geräte, die durch eine Ansteuereinheit betätigbar sind.
[0002] Viele technische Geräte, insbesondere wenn es sich um ältere Ausführungen handelt,
erzeugen Geräusche, die für dieses Gerät charakteristisch sind. Daher ist es möglich,
daß Personen, die die Geräte bedienen oder benutzen, diese anhand des Geräusches identifizieren
bzw. ihren Betriebszustand erkennen. Anhand des Geräusches kann das Gerät also intuitiv
bedient werden.
[0003] Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der technischen Ausführung üblicher Gebrauchsgegenstände,
insbesondere in den Bereichen der Kraftfahrzeugtechnik, der Haushaltsgeräte sowie
der Unterhaltungselektronik werden die typischen Geräuschquellen dieser Gegenstände,
wie z.B. Tasten, Schlösser, Relais, Motoren, die dem Benutzer intuitiv zur Identifizierung
dieser Geräte bzw. der entsprechenden Betriebszustände dienten, immer häufiger durch
geräuscharme oder geräuschfreie Nachfolger ersetzt.
[0004] Wegen der fehlenden Geräusche wird dem Benutzer daher die Möglichkeit einer intuitiven
Bedienung genommen.
[0005] Es ist bekannt, die fehlenden Geräuschquellen insbesondere im Kraftfahrzeugbereich
durch einfache Pieptöne zu ersetzen. Trotzdem wird eine intuitive Bedienung durch
den Benutzer dadurch erschwert, daß zumeist keinerlei Ähnlichkeit zwischen den Geräuschen
der ursprünglichen Geräte oder Elemente und dessen akustischen Ersatzgeräusch vorliegt.
Zum Beispiel bei kontaktlosen Blinkersteuerungen ist es bekannt, die Blinkerfunktion
akustisch dadurch zu unterstützen, daß durch die Impulse des Impulsgebers gleichzeitig
mit der Blinkfunktion auch ein Summer bzw. Buzzer angesteuert wird, der ein gleichmäßiges
Piepen erzeugt. Dieses so erzeugte Geräusch zeigt jedoch, wie erwähnt, keinerlei Ähnlichkeit
mit dem ursprünglichen Knacken eines Relais, welches dem Benutzer bekannt ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, dem Benutzer zu ermöglichen, altbekannte Geräte, die
in technisch weiterentwickelter Ausführung vorliegen und neuartige Systeme intuitiv,
das heißt aufgrund vertrauter Klangbilder richtig zu bedienen und zu identifizieren.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß durch die Ansteuereinheit, neben dem Gerät
auch eine Microprozessoreinheit angesteuert wird, die mittels eines akustischen Ausgabegerätes
ein für das technische Gerät charakteristisches Geräusch erzeugt. Insofern wird durch
diese erfindungsgemäße Vorrichtung die Möglichkeit eröffnet, auch bei technisch weiterentwickelten
Ausführungen bekannter Geräte, das Geräusch zu simulieren, welches das altbekannte
Gerät charakteristischerweise erzeugt und welches dem Benutzer bekannt ist.
[0007] Neben der totalen Simulation von Geräuschen bei neuerdings geräuschfreien Geräten
ist auch denkbar, die erfindungsgemäße Vorrichtung nur zur Unterstützung des neuen
Klangbildes einzusetzen. So ist es z.B. denkbar, daß ein technisch neueres Gerät ein
leicht verändertes oder nur leiseres Geräusch erzeugt, welches dann durch das, mittels
der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzeugte Geräusch unterlegt wird.
[0008] Das akustische Ausgabegerät, welches mittels der Microprozessoreinheit angesteuert
wird, kann z.B. ein Lautsprecher oder ein Summer, d.h. ein Buzzer sein. Darüber hinaus
kann jedes andere Ausgabegerät benutzt werden, welches durch entsprechende Ansteuerung
zur Erzeugung von Geräuschen geeignet ist.
[0009] Eine derartige erfindungsgemäße Vorrichtung, die geeignet ist, ursprüngliche charakteristische
Geräusche von technischen Geräten zu simulieren, bzw. diese Geräusche zu unterstützen,
kann verwendet werden, um eine Identifizierung der Geräte bzw. ihres Betriebszustandes
zu vereinfachen, bzw. überhaupt erst wieder zu ermöglichen.
[0010] Bevorzugt eingesetzt werden die erfindungsgemäßen Vorrichtungen zur Erzeugung von
Geräuschen in der Haushaltselektronik/-technik, der Unterhaltungselektronik/-technik
und im besonderen im Kraftfahrzeugbereich.
[0011] Gerade moderne Kraftfahrzeuge weisen aufgrund der üblicherweise starken Geräuschdämmung
im Innenraum nur noch ein schwach oder unangenehm verändert wahrnnehmbares Motorengeräusch
auf. Mittels einer Geräuschsimulation kann daher, daß bekannte Motorengeräusch komplett
simuliert, bzw. korrigiert werden, um eine vertraute Wahrnehmung des Motorengeräusches
zu erreichen. Die Microprozessoreinheit könnte in diesem Fall z.B. durch die Stellung
des Gaspedals und/oder des Drehzahlmessers angesteuert sein.
[0012] Besonders vorteilhaft ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung, daß sie bei einer
kontaktlosen Blinkersteuerung zur Nachbildung des Geräusches eines Schalter-Relais
einsetzbar ist. Bereits eingangs wurde erwähnt, daß moderne Blinkersteuerungen, z.B.
durch die Verwendung von Transistoren kontaktlos ausgeführt werden und daher im wesentlichen
geräuschfrei arbeiten.
[0013] Um einen Fahrzeugführer dennoch zuverlässig über den Betriebszustand des Blinkers
zu informieren, wird mittels der Vorrichtung das typische Knacken eines schaltenden
Relais simuliert. Dem Fahrzeugführer ist daher bei Wahrnehmung dieses ihm bekannten
charakteristischen Geräusches unmittelbar klar, daß der Blinker in Funktion ist. Eine
Irritierung des Fahrzeugführers durch undefinierte Pieptöne, die die Blinkerfunktion
anzeigen sollen, ist damit ausgeschlossen.
[0014] Zur Nachbildung eines Geräusches, also in diesem Fall zur Nachbildung des typischen
Relaisgeräusches einer Blinkersteuerung wird das akustische Ausgabegerät, das beispielsweise
durch einen Lautsprecher gegeben ist, über die Microprozessoreinheit mit unterschiedlichen
Klangstücken angesteuert, die insbesondere in ihrer Summe das gewünschte Geräusch
ergeben.
[0015] Gerade durch die Verwendung einer Microprozessoreinheit zur Ansteuerung des akustischen
Ausgabegerätes, ist gewährleistet, daß verschiedene Geräuschversionen, Z.B. in einem
Programmspeicher abgelegt sind und durch den Benutzer oder in einer Werkstatt wahlweise
selektiert werden können.
[0016] Soll ein Geräusch, also z.B. das typische Relaisknacken simuliert werden, so wird,
wie oben erwähnt das akustische Ausgabegerät nacheinander mit unterschiedlichen Klangstücken
angesteuert, die das Geräusch ergeben und mittels der Microprozessoreinheit anhand
eines Signals der Ansteuereinheit auswählbar sind.
[0017] Die Klangstücke, die zur Simulation des Geräusches verwendet werden, können zum Beispiel
in Abhängigkeit des Flankenverlaufes des eingehenden Blinksignales ausgewählt werden.
[0018] Das Blinksignal selbst, wird durch die Ansteuereinheit erzeugt. In diesem Fall handelt
es sich bei der Ansteuereinheit demnach um den Intervallgeber der Blinkersteuerung.
[0019] Bei anderen Geräten, insbesondere bei Geräten die keine periodische Funktion ausüben,
kann die Ansteuereinheit in einfachster Form auch lediglich nur aus einem Ein/Ausschalter
bestehen. Durch diesen Ein-/Ausschalter wird dann entsprechend die Micorprozessoreinheit
angesteuert, die bis zum erneuten Ausschalten das gewünschte Geräusch kontinuierlich
erzeugt.
[0020] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dadurch gegeben, daß bei
einem Defekt des angesteuerten Gerätes ein abgewandeltes Geräusch erzeugbar ist. Durch
diese Abwandlung des vertrauten Geräusches wird der Benutzer somit unmittelbar auf
die Funktionsstörung des Gerätes aufmerksam gemacht.
[0021] Im Falle einer kontaktlosen Blinkersteuerung ist es somit denkbar, das simulierte
Geräusch eines knackenden Blinkrelais in der Frequenz zu verdoppeln und so das vertraute
Geräusch einer Blinkersteuerung zu simulieren, in der z.B. eine Glühbirne durchgebrannt
ist.
[0022] Alternativ zum Einsatz einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es auch möglich, neben
den technisch fortgeschrittenen geräuschfreien oder geräuscharmen Gerät, statt einer
Microprozessoreinheit, die ursprünglich Version des Gerätes anzusteuern, die keine
weitere Funktion hat, als das ursprüngliche Geräusch zu machen. Beispielsweise kann
so in einer kontaktlosen Blinkersteuerung neben dem Steuertransistor, der die eigentliche
Blinkfunktion der Blinkanlage gewährleistet, zusätzlich ein Relais ohne weitere Funktion
angesteuert werden, das lediglich dazu dient, das charakteristische Schaltgeräusch
zu erzeugen.
[0023] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den nachfolgenden Zeichnungen dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- Eine Blinkersteuerung entsprechend dem Stand der Technik;
- Figur 2
- Eine Blinkersteuerung unter Einsatz einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Simulation
des Relaisgeräusches.
[0024] Die Figur 1 zeigt eine typische bekannte Blinkersteuerung. In dieser Blinkersteuerung
wird mittels eine Ansteuereinheit 1, die durch einen Intervallgeber gegeben ist, ein
Relais 2, periodisch angesteuert. Entsprechend des Schalttaktes dieses Relais 2 werden
die Glühbirnen B zum periodischen Aufleuchten gebracht. Während des periodischen Schaltens
des Relais 2 wird ein durch die Schallwellen W angedeutetes Geräusch erzeugt, welches
zum Beispiel dem Führer eines Fahrzeuges bekannt ist und ihn somit, zur intuitiven
Bedienung des Blinkers befähigt.
[0025] Die Figur 2 hingegen, zeigt eine moderne kontaktlose Blinkersteuerung, bei der wiederum
durch eine Ansteuereinheit 1, also dem Intervallgeber, die Steuerung erfolgt. In diesem
Fall wird jedoch statt des Relais 2 der Figur 1 ein Transistor 2' angesteuert, der
durch kontaktloses Schalten wiederum die Glühbirnen B zum periodischen aufleuchten
bringt.
[0026] Neben der Ansteuerung des Transistors 2' wird gleichzeitig auch die Microprozessoreinheit
3 angesteuert, die z.B. anhand des Flankenverlaufes des steuernden Signales S aus
seinem Speicher die entsprechenden zugeordneten Klangbilder auswählt und mittels dieser
Klangbilder den Lautsprecher 4 ansteuert.
[0027] In der Microprozessoreinheit werden anhand des Flankenverlaufes die Klangbilder derart
aus dem Speicher abgerufen, daß ein durch die Schallwellen W angedeutetes Geräusch
erzeugt wird, welches das ursprüngliche Geräusch eines schaltenden Relais simuliert.
So ist auch im Fall einer kontaktlosen Blinkersteuerung die Möglichkeit gegeben, daß
der Führer eines Fahrzeuges die Funktion des Blinkers anhand des charakteristischen
Geräusches intuitiv erkennt.
[0028] Eine Verwirrung durch einfache Pieptöne, die vom Führer es Fahrzeuges nicht ohne
weiteres des Blinkerfunktion zugeordnet werden können, ist damit ausgeschlossen.
[0029] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Erzeugung von Geräuschen technischer Geräte,
die geeignet ist, sowohl kontinuierliche als auch periodisch, sich wiederholende Geräusche
zu erzeugen, kann somit auch zur Sicherheit der benutzten Geräte beitragen.
1. Vorrichtung zur Erzeugung von Geräuschen technischer Geräte, die durch eine Ansteuereinheit
(1) betätigbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Ansteuereinheit (1) neben dem Gerät (2) auch eine Mikroprozessoreinheit
(3) angesteuert ist, die mittels eines akustischen Ausgabegerätes (4) ein für das
technische Gerät (2) charakteristisches Geräusch erzeugt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgabegerät (4) ein Lautsprecher oder ein Buzzer ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung zur Identifizierung der Geräte bzw. ihres Betriebszustandes.
4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung in der Hushaltselektronik/-technik.
5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung im Bereich der Unterhaltungselektronik/-technik.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung im Kraftfahrzeugbereich.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie bei einer kontaktlosen Blinkersteuerung zur Nachbildung des Geräusches eines
schaltenden Relais (2) einsetzbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Nachbildung eines Geräusches das akustische Ausgabegerät (4) über die Mikroprozessoreinheit
(3) mit unterschiedlichen Klangstücken angesteuert wird, die insbesondere in ihrer
Summe das gewünschte Geräusch ergeben.
9. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Klangstücke von der Mikroprozessoreinheit (3) anhand eines Signals (S) der Ansteuereinheit
(1) auswählbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Defekt des angesteuerten Gerätes (2) ein abgewandeltes Geräusch erzeugbar
ist.