[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von natürlichen oder
synthetischen Polyamidfasermaterialien zur Verbesserung der Beständigkeit der Farbstoffe
gegen Ozoneinwirkung.
[0002] Färbungen und Drucke mit Farbstoffen zeigen oftmals eine hohe Empfindlichkeit gegen
Ozon. Beispielsweise werden Anthrachinonfarbstoffe leicht durch Ozon oxidativ abgebaut
und verändern auf diese Weise ihr Absorbtionsverhalten und somit die Farbe. Dieses
Verhalten wird insbesondere bei blauen Anthrachinonfarbstoffen beobachtet. Die Nuance
einer Trichromiefärbung auf der Basis blauer Anthrachinonfarbstoffe, beispielsweise
eines Polyamidteppichgewebes, wird leicht durch Ozoneinwirkung verändert. Man begegnet
diesem Mangel im allgemeinen, indem man das gefärbte Polyamidfasermaterial mit Harzen
auf der Basis von Phenol-Formaldehyd-Kondensaten behandelt. Die bekannten Mittel zur
Verbesserung der Ozonbeständigkeit weisen jedoch Nachteile, z.B. eine mangelnde Wirksamkeit
oder eine negative Beeinflussung anderer Echtheiten, z.B. der Uchtechtheit auf. Es
besteht daher ein Bedarf nach verbesserten Mitteln zur Erhöhung der Ozonbeständigkeit
für die Behandlung von insbesondere mit anionischen Farbstoffen gefärbten, natürlichen
oder synthetischen Polyamidfasermaterialien, welche die genannten Nachteile nicht
aufweisen.
[0003] Dokument WO-A-8 907 519 beschreibt ein Verfahren zur Faserbehandlung um die Fasereigenschaften
zu modifieieren, insbesondere die Abriebfestigkeit des Materials zu erhöhen. Das Verfahren
wird bei alkalischen pH-Westen durchgeführt, wobei ein Copolymer mit latenten Carbonsäuregruppen
auf das Substrat aufgebracht wird. Die Carboxylgruppen des Polymeren werden mit zwei-oder
dreiwertigen Metallkationen, Aminen oder Ammonium-Kationen Komplexiert. Das Substrat
wird einen alkalischen Dispersion des Copolymers behandelt.
[0004] Es wurde nun gefunden, dass man die Beständigkeit von beispielsweise Färbungen anionischer
Farbstoffe auf Polyamidfasermaterial ohne negative Beeinflussung anderer Echtheiten
verbessem kann, wenn man sie einer Behandlung mit bestimmten Homo- oder Copolymeren
unterzieht.
[0005] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur Verbesserung der
Beständigkeit von Farbstoffen auf natürlichen oder synthetischen Polyamidfasermaterialien
gegen Ozoneinwirkung, dadurch gekennzeichnet, dass man das Fasermaterial vor, während
oder nach der Färbung mit einer Flotte behandelt, enthaltend ein Homo- oder Copolymer
mit wiederkehrenden Struktureinheiten der Formel (1)

worin
R
1 gegebenenfalls substituiertes C
1-C
4-Alkyl ist.
[0006] Als C
1-C
4-Alkyl kommt für R
1 beispielsweise Methyl, Aethyl, n- oder iso-Propyl, n-, iso-, sec.-oder tert.-Butyl
in Betracht, wobei diese Alkylreste unsubstituiert oder substituiert sind, beispielsweise
durch Halogen, wie z.B. Fluor, Chlor oder Brom, Hydroxy oder Sulfo.
[0007] R
1 ist bevorzugt C
1-C
4-Alkyl und insbesondere Methyl.
[0008] Bevorzugt enthalten die erfindungsgemäss als Mittel zur Verbesserung der Ozonbeständigkeit
verwendeten Homo- oder Copolymere 50 bis 100 Mol-% und insbesondere 80 bis 100 Mol%
wiederkehrende Struktureinheiten der Formel (1).
[0009] Handelt es sich bei den erfindungsgemäss verwendeten Polymeren um Copolymere, so
kommen als copolymerisierbare Monomere z.B. anionische oder nicht-ionische Gruppen
enthaltende Verbindungen in Frage.
[0010] Beispielhaft für anionische Gruppen enthaltende Monomere seien die folgenden ungesättigten
Verbindungen genannt:
Acrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure, Mesaconsäure, Citraconsäure, Vinylessigsäure,
Vinyloxyessigsäure, Vinylpropionsäure, Crotonsäure, Aconitsäure, Allylessigsäure,
Allyloxyessigsäure, α,β-Dimethylacrylsäure, Allylmalonsäure, Allyloxymalonsäure, Methylenmalonsäure,
Glutaconsäure, β-Carboxyethylacrylat, Allyloxy-3-hydroxybutansäure, Allylbemsteinsäure,
Acrylamidoglycolsäure, Vinylsulfonsäure, (Meth)allylsulfonsäure, (Meth)acrylamidomethylpropansulfonsäure,
(Meth)acrylamidopropansulfonsäure, (Meth)acrylamidoethansulfonsäure, (Meth)acrylamidomethansulfonsäure,
Sulfopropyl(meth)acrylat oder Styrotsulfonsäure.
[0011] Beispielhaft für nicht-ionische Gruppen enthaltende Monomere seien die folgenden
ungesättigten Verbindungen genannt:
Maleinsäureanhydrid, Vinylcaprolactam, Diallylamin, N-Methyldiallylamin, N-Ethyldiallylamin,
N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylformamid, N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methyl-formamid, N-Vinyl-N-methyl-acetamid,
N-Vinyl-N-ethyl-acetamid, N-Vinylimidazol, N-Vinyl-N-methyl-imidazol, N-Vinylimidazolin,
N-Vinyl-2-methylimidazolin, N-Vinylcaprolactam, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat,
C1-C22-Alkylvinylketon, C1-C22-Alkylvinylether, Olefine wie z.B. Ethylen, Propylen, Isobuten, Styrol oder dessen
Derivate, wie z.B. Hydroxystyrol, 1,2-Dimethoxyethylen, Hydroxy-C2-C4-Alkyl-(meth)-acrylat, (Meth)acrylsäure-C1-C22-alkylester, (Meth)acrolein, (Meth)acrylnitril, (Meth)acrylamid, N-Mono/N, N-Di-C1-C10-Alkyl-(meth)acrylamid, (C1-C4)-Alkoxy-(meth)acrylate, N,N-Di-C1-C2-Alkylamino-C1-C4-alkyl-(meth)acrylate, ungesättigte Acetale, Ketale oder Orthocarbonsäureester wie
z.B. 2,5-Dimethoxy-2,5-dihydrofuran oder 2-Methoxy-3,4-dihydro-2H-pyran.
[0012] Bevorzugt als copolymerisierbare Monomere in den erfindungsgemäss verwendeten Polymeren
sind
Acrylsäure, Maleinsäure,Vinylessigsäure, Acrylamidoglycolsäure, (Meth)acrylamidomethansulfonsäure,Vinylsulfonsäure,
(Meth)allylsulfonsäure, (Meth)acrylamidomethylpropansulfonsäure, (Meth)acrylamidopropansulfonsäure,
(Meth)acrylamidoethan-sulfonsäure, (Meth)acrylamidomethansulfonsäure, Sulfopropyl(meth)acrylat,
4-Styrolsulfonsäure, Maleinsäureanhydrid, N-Vinylpyrrolidon, Vinylcaprolactam, N-Vinylformamid,
N-Vinyl-N-methyl-formamid, N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methyl-acetamid, N-Vinylimidazol,
Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat, C
1-C
6Alkylvinylketon, C
1-C
6Alkylvinylether, Ethylen, Propylen, Isobuten, Styrol, Hydroxy-ethyl/propyl/butyl-(meth)acrylat,
(Meth)acrylsäure-C
1-C
6-alkylester, (Meth)acrolein, (Meth)acrylnitril, (Meth)acrylamid, N-MonolN,N-Di-C
1-C
6-Alkyl-(meth)acrylamid, 2,5-Dimethoxy-2,5-dihydrofuran oder 2-Methoxy-3,4-dihydro-2H-pyran.
[0013] Ganz besonders bevorzugt als copolymerisierbare Monomere in den erfindungsgemäss
verwendeten Polymeren sind:
Vinylsulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methylpropansulfonsäure, 3-(Meth)acrylamidopropansulfonsäure,
Maleinsäureanhydrid, N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylformamid, N-Vinyl-N-methyl-formamid,
N-Vinylacetamid, N-Vinyl-N-methyl-acetamid, N-Vinylimidazol, Vinylacetat, Styrol,
Hydroxy-ethyl/propyl-(meth)acrylat, (Meth)acrylsäure-C1-C6-alkylester, (Meth)acrylnitril, (Meth)acrylamid, N-Mono/N ,N-Di-C1-C6-Alkyl-(meth)acrylamid oder 2-Methoxy-3,4-dihydro-2H-pyran.
[0014] Besonders wichtig als copolymerisierbare Monomere in den erfindungsgemäss verwendeten
Polymeren sind:
Vinylsulfonsäure, 3-(Meth)acrylamidopropansulfonsäure oder 2-Methoxy-3,4-dihydro-2H-pyran.
[0015] Es können auch Gemische von mehreren der zuvor genannten Homo- oder Copolymere in
dem erfindungsgemässen Verfahren verwendet werden.
[0016] Die im erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Homo- oder Copolymere weisen ein
mittleres Molekulargewicht von 1 000 bis 1 000 000, vorzugsweise 1 000 bis 500 000
und insbesondere 5 000 bis 200 000 auf.
[0017] Die Herstellung der efindungsgemäss als Mittel zur Verbesserung der Ozonbeständigkeit
verwendeten Homo- oder Copolymere enthaltend wiederkehrende Struktureinheiten der
zuvor angegebenen Formel (1) erfolgt in an sich bekannter Weise, z.B. durch ionisch
oder vorzugsweise radikalisch eingeleitete Polymerisation der Monomeren der Formel
(2)

wobei
R
1 die oben angegebenen Bedeutungen und Bevorzugungen hat, z.B. in Lösung, Suspension
oder Emulsion, gegebenenfalls in Gegenwart der zuvor beispielhaft als copolymerisierbare
Monomere genannten ungesättigten Verbindungen. Die Polymerisation erfolgt dabei bevorzugt
in Lösung mit einem Peroxid, Persulfat oder einer Azoverbindung, z.B. mit Natriumpersulfat
oder Azo-bis-(2-amidinopropan)-hydrochlorid, als Radikalkettenstarter, wobei dieser
z.B. in einer Menge von 0,005 bis 10 Gew.%, bezogen auf die eingesetzten Monomere,
anwesend ist.
[0018] Die im erfindungsgemässen Verfahren verwendeten Homo- oder Copolymere werden unabhängig
vom Flottenverhältnis z.B. in einer Menge von 0,05 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,1
bis 6 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,5 bis 4 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des
Polyamidfasermaterials, eingesetzt.
[0019] Die Behandlung des Polyamidfasermaterials mit den erfindungsgemäss verwendeten Homo-oder
Copolymeren kann vor, während oder nach dem Färben und vorzugsweise während oder nach
dem Färben erfolgen.
[0020] Erfolgt die Behandlung des Polyamidfasermaterials mit den erfindungsgemäss verwendeten
Homo- oder Copolymeren während des Färbevorgangs, so führt man das erfindungsgemässe
Verfahren vorteilhafterweise so aus, dass man die Polymere der Färbeflotte in der
zuvor angegebenen Menge zusetzt und das Fasermaterial in üblicher Weise färbt.
[0021] Erfolgt die Behandlung des Polyamidfasermaterials mit den erfindungsgemäss verwendeten
Homo- oder Copolymeren nach dem Färben, so führt man das erfindungsgemässe Verfahren
vorteilhafterweise so aus, dass man zunächst das Polyamidfasermaterial in üblicher
Weise färbt und anschliessend eine Nachbehandlung mit einer die Polymere in der zuvor
angegebenen Menge enthaltenden frischen wässrigen Flotte anschliesst. Danach kann
das gefärbte Polyamidfasermaterial ohne weiteren Spülvorgang entwässert und auf übliche
Weise getrocknet werden. Die Nachbehandlung erfolgt in der Regel in frischer Flotte.
Sie ist aber auch direkt im Färbebad durchführbar, sofern das Färbebad am Ende weitgehend
ausgezogen und noch genügend sauer ist. Im Anschluss an die Behandlung wird in der
Regel mit Wasser kurz kalt gespült.
[0022] Als Polyamidfasermaterial kommt natürliches Polyamidfasermaterial, wie z.B. Wolle
oder Seide, oder synthetisches Polyamidfasermaterial, wie z.B. Polyamid 6 oder Polyamid
6.6, oder Fasermischungen wie z.B. Wolle/Cellulose- oder Polyamid/Cellulose-Mischfasem
oder Polyamid/Wolle-Mischfasern in Betracht. Bevorzugt handelt es sich bei dem Fasermaterial
um synthetisches Polyamidfasermaterial.
[0023] Das Textilgut ist in jeglicher Form anwendbar, z.B. als Faser, Garn, Gewebe oder
Gewirke.
[0024] Die Färbungen erfolgen beispielsweise mit anionischen Farbstoffen, wobei alle üblichen
anionischen Farbstoffe, z.B. wie sie in Colour Index, 3. Auflage (1971) sowie den
Nachträgen dazu unter den Rubriken "Acid Dyes" beschrieben sind, in Frage kommen.
[0025] Beispiele sind sulfogruppenhaltige Monoazo-, Polyazo-, Metallkomplexazo-, Anthrachinon-,
Phthalocyanin- oder Formazanfarbstoffe.
[0026] Bevorzugt erfolgen die Färbungen mit Anthrachinonfarbstoffen und insbesondere mit
blauen Anthrachinonfarbstoffen.
[0027] Die zum Färben des Polyamidfasermaterials verwendeten anionischen Farbstoffe liegen
entweder in der Form ihrer freien Sulfonsäure oder vorzugsweise als deren Salze vor.
[0028] Als Salze kommen beispielsweise die Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalze oder die
Salze eines organischen Amins in Betracht. Als Beispiele seien die Natrium-, Lithium-,
Kalium-oder Ammoniumsalze oder das Salz des Mono-, Di- oder Triäthanolamins genannt.
[0029] Die zum Färben des Polyamidfasermaterials verwendeten anionischen Farbstoffe können
weitere Zusätze, wie z.B. Kochsalz oder Dextrin, enthalten.
[0030] Das Färben des Polyamidfasermaterials mit anionischen Farbstoffen kann gemäss den
für diese Farbstoffe üblichen Färbe- bzw. Druckverfahren, beispielsweise nach dem
Ausziehverfahren, durchgeführt werden. Die Färbeflotten oder Druckpasten können ausser
Wasser und den Farbstoffen weitere Zusätze, beispielsweise Netzmittel, Antischaummittel,
Egalisiermittel oder die Eigenschaft des Textilmaterials beeinflussende Mittel wie
z.B. Weichmachungsmittel, Zusätze zum Flammfestausrüsten oder schmutz-, wasser- und
ölabweisende Mittel sowie wasserenthärtende Mittel und natürliche oder synthetische
Verdicker, wie z.B. Alginate und Celluloseäther, enthalten.
[0031] Die Mengen, in denen anionische Farbstoffe in den Färbebädem oder Druckpasten verwendet
werden, können je nach der gewünschten Farbtiefe in weiten Grenzen schwanken, im allgemeinen
haben sich Mengen von 0,01 bis 15 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 10 Gew.-%, bezogen
auf das Färbegut bzw. die Druckpaste, als vorteilhaft erwiesen.
[0032] Das Färben mit anionischen Farbstoffen erfolgt bei einem pH-Wert von 2 bis 7, insbesondere
4 bis 7, wobei man in Gegenwart der erfindungsgemäss verwendeten Homo- oder Copolymeren
bei einem pH-Wert von 2 bis 7 und insbesondere 4 bis 7 färbt. Das Flottenverhältnis
kann innerhalb eines weiten Bereichs gewählt werden, z.B. von 1:5 bis 1:50, vorzugsweise
1:5 bis 1:30. Vorzugsweise färbt man bei einer Temperatur von 70 bis 110°C, insbesondere
80 bis 105°C, wobei in Gegenwart der erfindungsgemäss verwendeten Homo- oder Copolymeren
vorzugsweise bei 50 bis 100°C und insbesondere bei 80 bis 100°C gefärbt wird.
[0033] Die Nachbehandlung mit den erfindungsgemäss verwendeten Homo- oder Copolymeren erfolgt
bevorzugt nach dem Ausziehverfahren. Das Flottenverhältnis kann dabei innerhalb eines
weiten Bereichs gewählt werden und beträgt z.B. 1:4 bis 1:100, vorzugsweise 1:10 bis
1:40 und insbesondere 1:5 bis 1:40.
[0034] Besondere Vorrichtungen sind nicht erforderlich. Es können z.B. die üblichen Färbeapparate,
z.B. offene Bäder, Haspelkufen, Jigger oder Paddel-, Düsen- oder Zirkulationsapparate,
verwendet werden.
[0035] Man arbeitet zweckmässig bei einer Temperatur von z.B. 20 bis 100°C, vorzugsweise
50 bis 100°C und insbesondere 60 bis 100°C. Die Behandlungszeit kann z.B. 10 bis 60
Minuten und vorzugsweise 15 bis 40 Minuten betragen. Der pH-Wert der Flotte liegt
bei 2 bis 7, vorzugsweise bei 4 bis 7 und insbesondere bei 4 bis 6.
[0036] Die Flotte kann ausser dem Fixiermittel weitere übliche Zusätze, z.B. Elektrolyte
wie z.B. Natriumchlorid oder Natriumsulfat, Dispergier- und Netzmittel sowie Entschäumer,
enthalten.
[0037] Man erhält nach dem erfindungsgemässen Verfahren Färbungen oder Drucke von Farbstoffen,
z.B. anionischen Farbstoffen, auf Polyamidfasermaterial, welche eine erhebliche Verbesserung
der Ozonechtheit aufweisen, ohne dass die Farbausbeute, Nuance oder die Lichtechtheiten
negativ beeinflusst werden.
[0038] Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Die Temperaturen
sind in Celsiusgraden angegeben, Teile sind Gewichtsteile, die Prozentangaben beziehen
sich auf Gewichtsprozente, sofern nicht anders vermerkt. Gewichtsteile stehen zu Volumenteilen
im Verhältnis von Kilogramm zu Liter.
Herstellungsbeispiele
[0039] Beispiel 1: In einem Reaktor werden 68,8 Teile Methacrylsäure, 4,4 Teile Mercaptoethanol und
146 Teile Wasser vorgelegt. Unter Stickstoff wird die Temperatur auf 75°C gebracht.
Man tropft innerhalb von 30 Minuten eine Lösung aus 1 Teil Natriumpersulfat und 10
Teile Wasser zu. Die Reaktion ist exotherm und die Temperatur steigt bis auf 85°C.
Man lässt eine Stunde bei 85°C nachpolymerisieren. Bei 80°C gibt man dann 13,8 Teile
Wasserstoffperoxyd 30%ig zu und rührt 2 Stunden bei dieser Temperatur. Die Polymerlösung
wird abgekühlt, auf einen pH-Wert von 6,5 gebracht und bis zu einem Trockengehalt
von 40% aufkonzentriert. Man erhält ca. 210 g einer klaren, hell gelben viskosen Lösung
eines Polymeren, das im wesentlichen Struktureinheiten der Formel (101)

aufweist und ein Molekulargewicht von ca. 8 000 hat.
[0040] Beispiel 2: In einem Reaktor werden 65 Teile Isopropanol und 17,5 Teile Wasser vorgelegt und
unter Sticktstoff auf 80°C geheizt. Dann wird innerhalb von 120 Minuten eine Lösung
aus 64,5 Teilen Methacrylsäure, 10,3 Teilen 2-Acrylamido-2-methyl-propansulfonsäure
und 22,5 Teilen Wasser zugetropft. Gleichzeitig wird innerhalb von 150 Minuten eine
Lösung von 8,3 Teilen Natriumpersulfat und 25 Teilen Wasser zugetropft. Es wird 3
Stunden bei ca. 80°C nachpolymerisiert. Die Polymerlösung wird mit Wasser verdünnt,
das Isopropanol abdestilliert und bis zu einem Trockengehalt von 20% aufkonzentriert.
Man erhält ca. 400 g einer trüben, viskosen Lösung eines Polymeren, das im wesentlichen
Struktureinheiten der Formel (101) und (102)

aufweist, mit einer Brookfieldviskosität von 1600 cP.
[0041] Beispiel 3: In einem Reaktor werden 69,5 Teile Isopropanol und 19 Teile Wasser vorgelegt und
unter Sticktstoff auf 80°C geheizt. Dann wird innerhalb von 120 Minuten eine Lösung
aus 64,5 Teilen Methacrylsäure, 21,7 Teilen einer 30%igen, wässrigen Vinylsulfonsäure-Natriumsalz-Lösung,
69,3 Teilen Isopropanol und 140,7 Teilen Wasser zugetropft. Gleichzeitig wird innerhalb
von 150 Minuten eine Lösung aus 7,5 Teilen Natriumpersulfat und 25 Teilen Wasser zugetropft.
Es wird 3 Stunden bei ca. 80°C nachpolymerisiert. Die Polymerlösung wird mit Wasser
verdünnt, das Isopropanol abdestilliert und bis einem Trockengehalt von 30% aufkonzentriert.
Man erhält ca. 260 g einer trüben, viskosen Lösung eines Polymeren, das im wesentlichen
Struktureinheiten der Formel (101) und (103)

aufweist,mit einer Brookfieldviskosität von 970 cP.
[0042] Beispiel 4: In einem Reaktor werden 5,25 Teile 2-Methoxy-3,4-dihydro-2H-pyran und 12 Teile o-Xylol
vorgelegt und unter Sticktstoff auf 90°C geheizt. Dann wird innerhalb von 100 Minuten
eine Lösung aus 35 Teilen Methacrylsäure und 20 Teile o-Xylol zugetropft. Gleichzeitig
werden innerhalb von 120 Minuten 0,8 Teile tert.-Butyl-2-ethyl-perhexanoat und 20
Teile o-Xylol zugetropft. Es wird 2 Stunden bei ca. 90°C nachpolymerisiert. Die Polymerlösung
wird mit Wasser verdünnt und das o-Xylol azeotropisch abdestilliert. Die Polymerlösung
wird auf einen pH-Wert von 7 eingestellt und bis einem Trockengehalt von 20% aufkonzentriert.
Man erhält ca. 180 g einer klaren, leicht viskosen Lösung eines Polymeren, das im
wesentlichen Struktureinheiten der Formel (101) und (104)

aufweist, mit einer Brookfieldviskosität von 30 cP.
Anwendungsbeispiele
[0043] Beispiel 5: Ein Färbebad enthaltend 600 Teile Wasser,
0,0108 Teile eines Farbstoffs der Formel

0,0135 Teile eines Farbstoffs der Formel

und 0,033 Teile eines Farbstoffs der Formel

wird mit 0,72 Teilen Natriumdihydrogenphosphat-monohydrat und 0,6 Teilen Dinatriumhydrogenphosphat-dodecahydrat
auf einen pH von 6,5 eingestellt. In dieses Färbebad geht man bei 30°C mit 30 Teilen
Polyamidteppichgewebe (Polyamid 6) ein. Die Temperatur wird gleichmässig innerhalb
von 45 Minuten bis zum Siedepunkt erhöht und man färbt anschliessend noch 30 Minuten
bei dieser Temperatur. Der grau gefärbte Teppich wird danach gespült. Das gefärbte
Teppichgewebe wird in einem frischen Bad aus 600 Teilen Wasser, 1,5 Teilen der Polymerlösung
gemäss Beispiel 1 (Einsatzmenge 2 Gew.-% Polymer bezogen auf das Teppichgewebe), 0,6
Teilen Natriumacetat und 0,7 Teilen Essigsäure bei einem pH von 4,5 und einer Temperatur
von 75°C 15 Minuten nachbehandelt. Das Teppichgewebe wird anschliessend gespült und
getrocknet. Die Ozonechtheit der erhaltenen Färbung wird nach der Prüfvorschrift ISO
105-G03 durchgeführt. Der Vergleich des nachbehandelten Teppichgewebes mit einem Teppichgewebe,
das nicht nachbehandelt wurde, zeigt eine deutliche Erhöhung der Ozonbeständigkeit
des nachbehandelten Teppichgewebes.
[0044] Verfährt man wie in Beispiel 5 beschrieben, verwendet jedoch anstelle von 2 Gew.-%,
bezogen auf das Teppichgewebe, des Polymeren gemäss Beispiel 1 die äquivalente Menge
eines der Polymeren gemäss einem der Beispiele 2 bis 4, so wird ebenfalls ein Polyamidteppichgewebe
mit einer grauen, ozonechten Färbung erhalten.
Beispiel 6: Ein Färbebad enthaltend 600 Teile Wasser,
[0045] 0,0108 Teile eines Farbstoffs der Formel

0,0135 Teile eines Farbstoffs der Formel

und 0,033 Teile eines Farbstoffs der Formel

und 1,5 Teile der Polymerlösung aus Beispiel 1 (Einsatzmenge 2 Gew.-%) wird mit 0,72
Teilen Natriumdihydrogenphosphat-monohydrat und 0,6 Teilen Dinatriumhydrogenphosphat-dodecahydrat
auf einen pH von 6,5 eingestellt. In dieses Färbebad geht man bei 30°C mit 30 Teilen
Polyamidteppichgewebe (Polyamid 6) ein. Die Temperatur wird gleichmässig innerhalb
von 45 Minuten bis zum Siedepunkt erhöht und man färbt anschliessend noch 30 Minuten
bei dieser Temperatur. Der grau gefärbte Teppich wird danach kurz kalt gespült und
getrocknet. Die Ozonechtheit der erhaltenen Färbung wird nach der Prüfvorschrift ISO
105-G03 durchgeführt. Der Vergleich des gefärbten Teppichgewebes mit einem Teppichgewebe,
das nicht in Gegenwart der Polymerlösung aus Beispiel 1 gefärbt wurde, zeigt eine
deutliche Erhöhung der Ozonbeständigkeit.
[0046] Verfährt man wie in Beispiel 6 beschrieben, verwendet jedoch anstelle von 2 Gew.-%,
bezogen auf das Teppichgewebe, des Polymeren gemäss Beispiel 1 die äquivalente Menge
eines der Polymeren gemäss einem der Beispiele 2 bis 4, so wird ebenfalls ein Polyamidteppichgewebe
mit einer grauen, ozonechten Färbung erhalten.
1. Verfahren zur Verbesserung der Beständigkeit von Farbstoffen auf natürlichen oder
synthetischen Polyamidfasermaterialien gegen Ozoneinwirkung,
dadurch gekennzeichnet, dass man das Fasermaterial vor, während oder nach der Färbung mit einer Flotte bei einem
pH-Wert von 2 bis 7 behandelt, enthaltend ein Homo- oder Copolymer mit wiederkehrenden
Struktureinheiten der Formel (1)

worin
R
1 gegebenenfalls substituiertes C
1-C
4-Alkyl ist.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
R1 C1-C4-Alkyl und insbesondere Methyl ist.
3. Verfahren gemäss Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Homo- oder Copolymer 50 bis 100 Mol-% und vorzugsweise 80 bis 100 Mol-% wiederkehrende
Struktureinheiten der Formel (1) enthält.
4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Homo- oder Copolymer ein mittleres Molekulargewicht von 1 000 bis 1 000 000 und
vorzugsweise 5 000 bis 200 000 aufweist.
5. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Homo- oder Copolymer in einer Menge von 0,05 bis 10 Gew.-% und vorzugsweise 0,1
bis 6 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Polyamidfasermaterials, in der Flotte vorhanden
ist.
6. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man das Fasermaterial während oder nach der Färbung behandelt.
7. Verfahren gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die Behandlung mit der das Homo- oder Copolymer enthaltenden Flotte bei einem
pH-Wert von 4 bis 7 durchführt.
8. Verfahren gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die Behandlung mit der das Homo- oder Copolymer enthaltenden Flotte bei einer
Temperatur von 50 bis 100°C durchführt.
9. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlung mit der das Homo- oder Copolymer enthaltenden Flotte nach dem Ausziehverfahren
erfolgt.
10. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Fasermaterial um synthetisches Polyamidfasermaterial handelt.
11. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Farbstoffen um Anthrachinonfarbstoffe handelt.
1. Procédé d'amélioration de la résistance aux effets de l'ozone de colorants sur des
matières à base de fibres de polyamide naturelles ou synthétiques,
caractérisé en ce que l'on traite la matière à base de fibres, avant, pendant ou après la teinture, avec
un bain à un pH de 2 à 7, contenant un homo- ou co-polymère ayant des motifs récurrents
de formule (1)

dans laquelle
R
1 représente un groupe alkyle en C
1 à C
4 éventuellement substitué.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que R1 représente un groupe alkyle en C1 à C4 et en particulier un groupe méthyle.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'homopolymère ou le copolymère contient 50% à 100% en moles et de préférence 80%
à 100% en moles de motifs récurrents de formule (1).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'homopolymère ou le copolymère présente une masse moléculaire moyenne de 1 000 à
1 000 000 et de préférence de 5 000 à 200 000.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'homopolymère ou le copolymère est présent dans le bain à raison de 0,05% à 10%
en poids et de préférence de 0,1% à 6% en poids par rapport au poids de la matière
à base de fibres de polyamide.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on traite la matière à base de fibres pendant ou après la teinture.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'on réalise le traitement avec le bain contenant l'homopolymère ou le copolymère
à un pH de 4 à 7.
8. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'on réalise le traitement avec le bain contenant l'homopolymère ou le copolymère
à une température de 50°C à 100°C.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'on réalise le traitement avec le bain contenant l'homopolymère ou le copolymère
selon le procédé de teinture par épuisement.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la matière à base de fibres est une matière à base de fibres de polyamide synthétique.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que les colorants sont des colorants anthraquinone.