| (19) |
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(11) |
EP 0 958 446 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.04.2003 Patentblatt 2003/16 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.11.1997 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9702/754 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9803/2951 (30.07.1998 Gazette 1998/30) |
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| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM NIEDERBRINGEN VON BOHRLÖCHERN, INSBESONDERE FÜR SCHÜRF-
UND GEWINNUNGSBOHRUNGEN
METHOD AND DEVICE FOR DRIVING BORE-HOLES, SPECIALLY FOR PROSPECTION AND EXTRACTION
DRILLINGS
PROCEDE ET DISPOSITIF POUR FORER DES SONDAGES, NOTAMMENT DES SONDAGES DE RECHERCHE
ET D'EXTRACTION
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE GB IT SE |
| (30) |
Priorität: |
28.01.1997 DE 19702983
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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24.11.1999 Patentblatt 1999/47 |
| (73) |
Patentinhaber: Wirth Maschinen- und Bohrgeräte-Fabrik GmbH |
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41812 Erkelenz (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- TIBUSSEK, Fritz
D-41063 Mönchengladbach (DE)
- VON WIRTH, Hermann-Josef
D-52445 Titz (DE)
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| (74) |
Vertreter: Kluin, Jörg-Eden, Dr. Dipl.-Phys. et al |
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Dres. Fitzner, Münch & Kluin
Lintorfer Strasse 10 40878 Ratingen 40878 Ratingen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-86/04950 DE-C- 97 706 GB-A- 2 163 465 US-A- 3 319 726 US-A- 3 500 678 US-A- 3 732 143 US-A- 4 572 304
|
WO-A-91/02881 GB-A- 1 068 638 US-A- 2 994 389 US-A- 3 389 758 US-A- 3 729 057 US-A- 3 919 958 US-A- 5 035 291
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Niederbringen von Bohrlöchern,
insbesondere für Schürf- und Gewinnungsbohrungen.
[0002] Schürfbohrungen werden zum Zwecke der Untersuchung von Lagerstätten vorgenommen und
sollen eine Probennahme des in der Lagerstätte vorhandenen Materials ermöglichen.
Schürfbohrungen werden inbesondere dann niedergebracht, wenn die Lagerstätte in größerer
Teufe ansteht und/oder über der Lagerstätte befindliche Gewässer wie Seen oder Meere
das Abteufen von Schürfschächten nicht zulassen.
[0003] Gewinnungsbohrungen dienen dem Herauslösen des Lagerstätteninhaltes aus Bodenschichten.
Beispielhaft für Gewinnungsbohrungen sei der Abbau von auf dem Meeresboden lagernden
marinen Sedimenten mit Diamanteinschlüssen erläutert.
[0004] Die Diamanten enthaltenden Ablagerungen haben sich meist vor Flußmündungen in Gestalt
nicht allzu mächtiger, auf felsigem Grund ausgebreiter Schichten gebildet. Zum Abbauen
des diamanthaltigen Sedimentmaterials werden Vorrichtungen eingesetzt, die von Schiffen
aus an einem verlängerbaren Bohrstrang bis zum Meeresboden abgesenkt werden. Derartige
Vorrichtungen können Bohrköpfe aufweisen, die für Bohrungsdurchmesser größeren Durchmessers
ausgelegt sind. Es wird eine Vielzahl von derartigen Bohrungen dicht bei dicht nebeneinander
gelegt, um die Gesamtheit des diamanthaltigen Materials möglichst weitgehend ausbeuten
zu können.
[0005] Beim Auftreffen des an einem Gestänge unter Umständen großer Länge befestigten Bohrkopfes
tritt das Problem auf, daß der Bohrkopf des Bohrwerkzeugs an der Stelle des Meeresgrundes,
an der die Bohrung niedergebracht werden soll, nicht sogleich eindringt, sondern die
Tendenz hat, seitlich auszuweichen und spiralig im Kreise herumzuwandern, besonders
wenn der Boden auch nur leicht schräg ist.
[0006] Um dieses seitliche Ausbrechen des Bohrkopfes zu verhindern, ist es bereits bekannt,
unterhalb des Bohrkopfes eine zentrierende Führungsspitze anzuordnen, die unter der
in Wirkrichtung des Bohrkopfes wirkenden Bohrkraft in die Oberfläche der Sedimentschicht
eindringt und insbesondere in der Anfangsphase der Bohrung eine Führung ergibt, die
ein seitliches Ausbrechen des Bohrkopfes zu Beginn des Bohrvorganges, das heißt wenn
der Bohrkopf an sich noch keine seitliche Führung durch Bohrungswandungen erfährt,
verhindert.
[0007] Wenn der Bohrkopf die Sedimentschicht fast durchdrungen hat, trifft zunächst die
voreilende Führungsspitze auf den darunter befindlichen, meist felsigen Grund, in
den sie nicht oder nur sehr langsam und unter hohem Verschleiß eindringen kann. Der
Bohrkopf kann dann nicht weiter in die Sedimentschicht eindringen.
[0008] Da die Wirtschaftlichkeit des Gewinnungsverfahrens auf der raschen Niederbringung
einer großen Anzahl nebeneinanderliegender Bohrungen basiert, wird der jeweilige Bohrvorgang
bislang beim Auftreffen der Führungsspitze auf den unter dem Sediment liegenden Grund
stark verzögert und damit unwirtschaftlich.
[0009] Aus der US-PS 3,277,972 ist eine Vorrichtung bekannt, bei welcher der Bohrkopf beim
Eindringen in eine weiche Sedimentschicht niedergebracht wird. Der Bohrkopf ist gegenüber
dem Gehäuse in Bohrstrangrichtung verlagerbar angeordnet, so daß er unabhängig von
dem Gehäuse niederbringbar ist, sobald das stirnseitige Ende des Gehäuses auf eine
Hartgesteinsschicht auftrifft.
[0010] Aus der AT-PS 379 863 ist ein Bohrgestänge bekannt, welches zur Führung in dem Bohrloch
eine das Bohrgestänge partiell radial umgebende Führungshülse umfaßt, deren Außendurchmesser
etwa demjenigen des voreilenden Bohrkopfes entspricht.
[0011] Aus der US-PS 3,729,057 ist eine zweiteilige Bohrkopfanordnung bekannt, die entlang
eines Bohrstranges auf und ab bewegbar ist. Die Bohrkopfanordnung umfaßt eine Bohrspitze,
welche an einer am unteren Ende des Bohrkopfes angeordneten Platte befestigt ist.
Letztere ist um eine quer zur Längsrichtung des Bohrstranges verlaufende Achse schwenkbar
gelagert, derart, daß der Bohrkopf relativ zum Bohrstrang unter Fortschwenken der
Platte nach oben verlagerbar ist.
[0012] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Niederbringen
von Bohrlöchern, insbesondere für Schürf- und Gewinnungsbohrungen der beschriebenen
Art derart weiterzuentwickeln, daß eine Lagerstätte durch weniger harte Gesteinsschichten
hindurch bis unmittelbar auf ein darunter befindliches, meist felsiges Grundgestein
hinab abgebaut werden kann, ohne daß in diesem Fall das Verfahren unwirtschaftlich
wird. Des weiteren soll sich die Vorrichtung durch eine Anpaßbarkeit an die unterschiedlichsten
Bohrbedingungen und -tiefen auszeichnen und einen möglichst geringen Herstellungsaufwand
erfordern.
[0013] Diese Aufgabe wird in ihrem verfahrensmäßigen Aspekt durch den Gegenstand des Anspruchs
1 gelöst.
[0014] Erfindungsgemäß wird dazu ein Bohrstrang, der an seinem dem abzutragenden Boden zugewandten
Ende eine in Längsrichtung des Bohrstranges fixierte Führungsspitze aufweist, an die
Stelle, an der die Bohrung niedergebracht werden soll, aufgesetzt. Die Führungsspitze
dringt hierbei regelmäßig zumindest um einen geringen Betrag in die Sedimentschicht
ein. Anschließend wird ein an seiner dem Boden zugewandten Seite zumindest ein Schneidelement
aufweisender Bohrkopf, der in Längsrichtung des Bohrstranges zwischen einer oberen
Position, in der die Führungsspitze das mindestens eine Schneidelement überragt, und
einer unteren Position, in der das mindestens eine Schneidelement sich auf gleicher
Höhe mit dem Ende der Führungsspitze befindet oder dieses in Wirkrichtung überragt,
verlagerbar ist, aus seiner während des Absetzens des Bohrstranges eingenommenen oberen
Position in seine untere Position verlagert. Da die Führungsspitze um einen gewissen
Betrag in die Sedimentschicht eingedrungen ist, erzeugt das mindestens eine Schneidelement
des Bohrkopfes in der Sedimentschicht einen den Bohrkopf seitlich führenden Bohrungsansatz,
bevor der Führungsspitze eine geringer werdende seitlich den Bohrkopf führende Wirkung
zukommt. Beim weiteren Eindringen des Bohrkopfes in die Sedimentschicht befindet sich
somit das mindestens eine Schneidwerkzeug auf einer Ebene mit dem Ende der Führungsspitze
oder eilt dieser sogar vor, so daß Bohrungen bis auf das unter der Sedimentschicht
befindliche Gestein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren problemlos möglich sind.
Da die Führungsspitze in der Regel bei dem Bohrvorgang nicht in die unter der Sedimentschicht
befindlichen Gesteinsschicht eindringen muß, ist deren Verschleiß erheblich verringert.
[0015] Bei einer ersten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird während des Bohrvorganges
der Bohrstrang um seine Längsachse in Rotation versetzt und hierdurch sowohl der drehfest
an dem Bohrstrang gelagerte Bohrkopf als auch die ebenfalls drehfest an dem Bohrstrang
angeordnete Führungsspitze in Rotation versetzt. Bei dieser Variante des Verfahrens
findet demnach ein "Einbohren" der Führungsspitze in die Sedimentschicht statt.
[0016] Es kann jedoch ebenfalls vorteilhaft sein, gemäß Anspruch 3 den Bohrstrang anzutreiben
und das Drehmoment auf den drehfest gelagerten Bohrkopf, nicht dagegen auf die um
die Längsachse des Bohrstranges drehbar gelagerte Führungsspitze zu übertragen. Hierdurch
wird bewirkt, daß sich die Führungsspitze in dem Sediment nicht dreht. Zwar findet
hierdurch kein "Einbohren" der Führungsspitze in die Sedimentschicht statt, es hat
sich jedoch gezeigt, daß in einer Vielzahl von Fällen eine ausreichende Führungsfunktion
der Führungsspitze gewährleistet ist, wenn diese ausschließlich durch die auf ihr
lastende Gewichtskraft über eine geringe Länge in die Sedimentschicht eingedrückt
wird. Da keine Relativbewegung zwischen der Sedimentschicht und der Führungsspitze
stattfindet, unterliegt die Führungsspitze einem im Vergleich zur zuvor genannten
Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens geringeren Verschleiß.
[0017] Besonders vorteilhaft ist die Weiterbildung des Verfahrens gemäß Anspruch 4, bei
dem der Bohrstrang drehfest gelagert ist und der Bohrkopf gegenüber der Längsachse
des Bohrstranges in Rotation versetzt wird, da durch diese Maßnahme die üblicherweise
an dem dem Bohrkopf gegenüberliegenden Ende des Bohrstranges angeordnete Antriebseinrichtung
sowie gegebenenfalls aufwendige Drehdurchführungen eingespart werden. Hierbei ist
es möglich, die Führungsspitze drehfest an dem Bohrstrang anzuordnen.
[0018] Es kann jedoch bei relativ hartem Sedimentboden von Vorteil sein, die Führungsspitze
um die Längsachse des Bohrstranges drehbar zu lagern und zusammen mit dem Bohrkopf
in Rotation um ihre Längsachse zu versetzen, da hierdurch die Möglichkeit eines "Einbohrens"
der Führungsspitze in den Sedimentboden zur Erhöhung der anfänglichen Führungswirkung
ermöglicht wird.
[0019] Eine weitere, besonders bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
Gegenstand des Anspruchs 6. Bei dieser ist die Führungsspitze wiederum um die Längsachse
des Bohrstranges drehbar gelagert, wird von dem Bohrkopf jedoch erst mitgenommen,
wenn dieser aus seiner oberen Position kommend eine Position einnimmt, in der das
mindestens eine Schneidelement des Bohrkopfes die Höhe des Endes der Führungsspitze
zumindest annähernd erreicht hat. Durch diese Maßnahme wird bewirkt, daß die Führungsspitze,
solange sie die Führung des Bohrkopfes bewirkt und nicht weiter in den Sedimentboden
eindringen kann, keinem durch ein Leerrotieren in dem Sedimentboden hervorgerufenen
Verschleiß unterlegen ist, jedoch beim tieferen Eindringen des Bohrkopfes in den Sedimentboden
die Bildung eines "Kerns" in dem von dem mindestens einen Schneidelement nicht überstrichenen
Bereich zuverlässig verhindert.
[0020] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens kann die Kraft, mit
der die Stirnseite des Bohrkopfes an dem abzutragenden Boden oder der Bohrungsstirnseite
anliegt, durch mindestens einen an dem Bohrkopf vorgesehenen Auftriebskörper eingestellt
werden.
[0021] In ihrem apparativen Aspekt wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch
8 gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, daß an dem dem abzutragenden Boden bzw.
der Stirnseite der Bohrung zugewandten Ende des Bohrstranges eine in Längsrichtung
desselben fixierte Führungsspitze vorgesehen ist und daß der Bohrkopf in Längsrichtung
des Bohrstranges zwischen einer oberen Position, in der die Führungsspitze das mindestens
eine Schneidelement überragt und einer unteren Position, in der das mindestens ein
Schneidelement sich auf gleicher Höhe mit dem Ende der Führungsspitze befindet oder
diese in Wirkrichtung des Bohrkopfes überragt, verlagerbar ist. Bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung dient demnach die Führungsspitze in erster Linie der Verhinderung des
Auswanderns des Bohrkopfes zu Beginn der Bohrung, wogegen sie nach Absenken des Bohrkopfes
relativ zum Bohrstrang hinter der durch das mindestens eine Schneidelement definierten
Ebene zurückbleibt und den Bohrvorgang nicht durch ein durch das Voreilen bedingtes
Aufsetzen auf felsigem Untergrund oder felsigen Einschlüssen behindern kann.
[0022] Es ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich, den Bohrkopf in bekannter Weise
dadurch in Rotation zu versetzen, daß das eine Ende des Bohrstranges um seine Längsachse
drehbar gelagert ist und die Verwendung eines im Bereich dieses Endes mit dem Bohrstrang
zusammenwirkenden Kraftdrehkopfes vorgesehen ist. Der Bohrkopf muß in diesem Falle
drehfest an dem Bohrstrang angeordnet sein (Anspruch 10).
[0023] Da es in vielen Fällen zur Führung des Bohrkopfes ausreicht, wenn die Führungsspitze
zu Beginn der Bohrung in den Sedimentboden lediglich eingedrückt wird, kann es zur
Verringerung des Verschleisses der Führungsspitze vorteilhaft sein, diese um die Längsachse
des Bohrstranges drehbar an diesem zu lagern (Anspruch 11).
[0024] Es ist jedoch besonders vorteilhaft, wenn gemäß Anspruch 12 das von dem Bohrkopf
fortweisende Ende des Bohrstranges drehfest an der Einrichtung zur Lagerung des Bohrstranges
angebracht ist.
[0025] Für eine solche Lagerung besonders geeignet ist gemäß Anspruch 14 eine kardanische
Abfangvorrichtung ("Gimbal").
[0026] Der Bohrkopf wird in diesem Falle vorzugsweise mittels einer ihm zugeordneten Antriebseinrichtung
gegenüber dem Bohrstrang um eine um dessen Längsachse gerichtete Rotation versetzt
(Anspruch 14).
[0027] Die Antriebseinrichtung umfaßt gemäß Anspruch 15 vorteilhafterweise einen Rotationsmotor,
der mit einer an dem Bohrstrang angeordneten Einrichtung zur Aufnahme eines Drehmoments,
die gemäß Anspruch 16 vorzugsweise als Längsverzahnung ausgebildet ist, zusammenwirkt.
[0028] Der Rotationsmotor kann gemäß Anspruch 17 ein Hydromotor sein.
[0029] Es ist jedoch ebenfalls möglich, den Rotationsmotor als Elektromotor auszubilden
(Anspruch 18).
[0030] Versuche haben gezeigt, daß in bestimmten Sedimentböden die Führungswirkung der Führungsspitze
ausreichend ist, wenn diese ohne sich in einer Rotation um ihre Längsachse zu befinden
nur in den Sedimentboden eingedrückt wird, andere Sedimentböden jedoch eine Rotation
der Führungsspitze um ihre Längsachse erfordern. Es ist daher von Vorteil, gemäß Anspruch
19 die Führungsspitze um die Längsachse des Bohrstranges drehbar an diesem zu lagern
und an der Führungsspitze Mitnehmer vorzusehen, die mit an dem Bohrkopf vorgesehenen
Gegenmitnehmern in Eingriff bringbar sind.
[0031] Vorzugsweise bestehen die Mitnehmer und Gegenmitnehmer gemäß Anspruch 20 aus im Falle
des Antriebs der Führungsspitze ineinandergreifenden Längsverzahnungen.
[0032] Es hat sich jedoch gezeigt, daß für eine Vielzahl von Sedimentböden eine Ausführungsform
der Vorrichtung gut geeignet ist, bei der sich die Mitnehmer und Gegenmitnehmer unabhängig
von der Position des Bohrkopfes, bezogen auf die Längsrichtung des Bohrstranges, in
Eingriff befinden.
[0033] Für weitere Sedimentböden besonders geeignet ist allerdings eine Vorrichtung, die
die Merkmale des Anspruchs 22 aufweist. Bei dieser Vorrichtung sind die Mitnehmer
und/oder die Gegenmitnehmer derart ausgestaltet, daß sich die Führungsspitze lediglich
dann im Eingriff mit dem rotierenden Bohrkopf befindet, wenn sich das mindestens eine
Schneidelement auf einer Höhe mit dem Ende der Führungsspitze befindet oder diese
in Wirkrichtung des Bohrkopfes überragt. Durch diese Maßnahme ist sichergestellt,
daß ein weiteres Niederbringen des Bohrkopfes in den Sedimentboden nicht durch einen
sich in dem von dem mindestens einen Schneidwerkzeug nicht überstrichenen Bereich
gebildeten "Kern" verhindert wird.
[0034] Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der die Mitnehmer und Gegenmitnehmer bildenden
Längsverzahnungen ist Gegenstand des Anspruchs 23.
[0035] Eine besonders gute Anpaßbarkeit der Vorrichtung an verschiedene Sedimentböden ist
gegeben, wenn an dem Bohrkopf mindestens ein Auftriebskörper zur Einstellung der in
Wirkrichtung des Bohrkopfes wirkenden Bohrkraft vorgesehen ist. Durch diese Maßnahme
kann die in Wirkrichtung des Bohrkopfes wirkende Bohrkraft an die jeweils vorliegenden
Sedimentbodeneigenschaften angepaßt werden, ohne daß damit eine Veränderung der Kraft,
mit der die Führungsspitze an den Sedimentboden angedrückt wird, einhergeht. So ist
es insbesondere möglich, bei besonders harten Sedimentböden die Führungsspitze mit
einer hohen Kraft auf den Boden zu pressen, um eine ausreichende Führungswirkung zu
erzielen, gleichsam jedoch die Bohrkraft soweit zu regulieren, daß der Eingriff des
mindestens einen Schneidelements einerseits nicht zu einem Herauswandern der Bohrung
führt, andererseits ein optimaler Bohrfortschritt erzielt wird.
[0036] Wenn der mindestens eine Auftriebskörper gemäß Anspruch 25 einen wahlweise flutbaren
oder mit einem Gas, vorzugsweise Preßluft, füllbaren Tank umfaßt, so ist die Bohrkraft
auch während des Bohrvorganges veränderbar. Hierdurch ist es beispielsweise möglich,
zu Beginn des Bohrvorganges - so lange noch die Gefahr des "Herauswanderns" der Bohrung
besteht, z.B. bei stark geneigtem Meeresboden - eine geringe Bohrkraft zu wählen,
diese jedoch zugunsten einer Erhöhung de Bohrfortschritts zu vergrößern, sobald das
Bohrwerkzeug sich in der Bohrung selbst zu führen beginnt.
[0037] Die erfindungsgemäße Vorrichtung findet vorzugsweise in Verbindung mit einer das
dem Bohrkopf abgewandte Ende des Bohrstranges lagernden, schwimmenden Plattform zum
Niederbringen von Bohrlöchern in den Meeresgrund Anwendung (Anspruch 26).
[0038] Es ist dann zum Ausgleich von beispielsweise durch Meeresdünung oder Tiedenhub hervorgerufene
Vertikalbewegungen der Plattform besonders vorteilhaft, gemäß Anspruch 27 den Bohrstrang
in einen oberen, an der Plattform gelagerten Bohrstrangteil und einen den Bohrkopf
und die Führungsspitze lagernden unteren Bohrstrangteil zu unterteilen, wobei der
obere und der untere Bohrstrangteil derart teleskopartig in Längsrichtung des Bohrstranges
ineinandergreifen und relativ zueinander verlagerbar sind, so daß die Vertikalbewegungen
der Plattform ausgeglichen werden, ohne daß die Bohrkraft eine wesentliche Änderung
erfährt.
[0039] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist gemäß
Anspruch 28 ein längenvariabler Krafterzeuger, vorzugsweise eine Kolben/Zylindereinheit,
vorgesehen, welcher sich einerseits an dem unteren Bohrstrangteil, andererseits an
dem Bohrkopf abstützt und bei dem die Längenvariation in Richtung der Längsachse des
Bohrstranges erfolgt. Durch diese Maßnahme kann der Bohrkopf relativ zum unteren Teil
des Bohrstranges verlagert werden, ohne daß es hierzu einer Aktivierung der auf der
Plattform befindlichen Winde 16 und einer Belastung der Seile 16' bedarf. Dies ist
insbesondere von Vorteil, wenn der Bohrkopf 10 beispielsweise durch Kollabieren der
Bohrungswandung in der Bohrung "festsitzt", da durch entsprechende Betätigung des
längenvariablen Krafterzeugers der Bohrkopf relativ zu der Führungsspitze, die sich
insbesondere dann, wenn sich die Bohrung durch die gesamte Sedimentschicht erstreckt,
auf dem darunter befindlichen Hartgestein abstützt, nach oben bewegt werden kann.
In den allermeisten Fällen kann der Bohrkopf 10 daher auch nach Kollabieren der Bohrungswandungen
gelöst werden.
[0040] Des weiteren ist es durch diese Ausgestaltung möglich, die voreilende Länge der Führungsspitze
an die durch die Bodeneigenschaften vorgegebenen Bedingungen anzupassen.
[0041] Ist am unteren Bohrstrangteil, vorzugsweise im Bereich seines oberen Endes, mindestens
ein Auftriebskörper vorgesehen, dessen Auftriebskraft steuerbar ist, so kann die Kraft,
mit der die Führungsspitze auf dem Boden aufsteht, an die jeweils herrschenden Bedingungen
angepaßt werden. Ist der Bohrkopf in diesem Falle mit einem längenvariablen Krafterzeuger
nach Anspruch 28 ausgerüstet, so kann die Bohrkraft um die anteilige Gewichtskraft
des unteren Bohrstrangteils und der damit in axialer Richtung fest verbundenen Komponenten
erhöht werden.
[0042] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
[0043] Es zeigen:
Fig. 1 eine Übersicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, bei welcher sich die Führungsspitze
oberhalb des Sedimentbodens befindet und der Bohrkopf in seine obere Position verlagert
ist;
Fig. 2 eine entsprechende Übersicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung am Ende eines
Bohrvorganges mit bis auf die Sohle der Bohrung niedergebrachtem Bohrkopf;
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung des unteren Teils des Bohrstranges mit in seiner
oberen Position befindlichem Bohrkopf;
Fig. 4 denselben Bohrkopf wie in Fig. 3 in seiner unteren Position;
Fig. 5 eine vergrößerte Darstellung des Ausschnitts V in Fig. 4;
Fig. 6 einen Ausschnitt des Bohrkopfes (Ausschnitt VI in Fig. 3) in einer vergrößerten
Darstellung;
Fig. 7 eine Antriebseinrichtung zum Antrieb des Bohrkopfes in einer teilgeschnittenen
Darstellung (Ausschnitt VII in Fig. 5) sowie
Fig. 8 eine vergrößerte Ausschnittsdarstellung des an der Führungshülse vorgesehenen
Mitnehmers und des an dem Bohrkopf vorgesehenen Gegenmitnehmers (Ausschnitt VIII in
Fig. 5).
[0044] Die in den Fig. 1 und 2 als Ganzes mit 100 bezeichnete Vorrichtung umfaßt einen auf
einer schwimmenden Plattform 1 angeordneten Mast 2, der mit einem Flaschenzug 3 ausgerüstet
ist, der dem Anheben oder Absenken eines oder mehrerer Segmente 4, 4' eines als Ganzes
mit 5 bezeichneten Bohrstranges dient.
[0045] Der Bereitstellung der Bohrstrangsegmente 4, 4' an den Flaschenzug 3 dienen zu diesem
Zwecke bekannte, in der Zeichnung lediglich angedeutete Vorrichtungen, die üblicherweise
mit "pipe erector" oder "pipe handling system" bezeichnet werden. Zur Übernahme der
Bohrstrangsegmente 4, 4' ist der Mast 2 an der Plattform 1 um die Achse S schwenkbar
gelagert. Dem Einleiten der Schwenkbewegung und der Fixierung des Mastes 2 in seiner
aufrechten Position dient eine nicht näher dargestellte längenveränderbare Stütze
2', die beispielsweise eine in der Zeichnung nicht dargestellte Kolben/Zylinder-Einheit
umfassen kann.
[0046] Der - wie bereits eingangs erläutert - aus demontierbaren Segmenten 4, 4' bestehende
Bohrstrang 5 umfaßt einen oberen Bohrstrangteil 6 und einen unteren Bohrstrangteil
7. Der obere Bohrstrangteil 6 mündet an der Stelle 8 teleskopartig in den unteren
Bohrstrangteil 7 und ragt gemäß der Darstellung in Fig. 1 etwa bis zur Stelle 9 in
diesen hinein. Der obere und der untere Bohrstrangteil 6, 7 sind in dem für das Einschieben
des oberen Bohrstrangteils vorgesehenen Längenbereich derart ausgestaltet, daß sich
die Bohrstrangteile 6, 7 in diesem Längenbereich reibungsarm in Längsrichtung L des
Bohrstranges 5 relativ zueinander bewegen können, ein Verdrehen der beiden Bohrstrangteile
6, 7 gegeneinander um die Längsmittelachse des Bohrstranges jedoch nicht möglich ist.
[0047] Am unteren Ende des unteren Bohrstrangteils 7 ist ein Bohrkopf 10 angeordnet, welcher
mit Hilfe eines in diesen integrierten Drehantrieb 11 relativ zu dem in dem Ausführungsbeispiel
drehfest in der Plattform gelagerten, das Reaktionsdrehmoment aufnehmenden Bohrstrang
5 rotierbar ist. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel dient als Kraftquelle ein
Hydromotor, der über eine Hydraulikleitung 12 mit unter Druck stehender Hydraulikflüssigkeit
versorgt wird. Es ist aber ebenfalls möglich, anstatt des Hydraulikantriebes einen
Elektroantrieb zu verwenden und anstelle der Hydraulikleitung 12 eine elektrische
Leitung vorzusehen.
[0048] Am oberen Ende des unteren Bohrstrangteils 7 sind bezüglich der Achse L einander
gegenüberliegend zwei Auftriebskörper 69 angeordnet, deren Auftriebskraft bzw. Verdrängungsvolumen
steuerbar ist.
[0049] Der drehfesten Lagerung des oberen Bohrstrangteils 6 in der Plattform 1 dient eine
entlang ihrer vertikalen Mittelebene zweigeteilte, kardanisch aufgehängte Abfangvorrichtung
19 ("Gimbal"), bei welcher zum Zwecke des Lösens des jeweils gelagerten Bohrstrangsegments
4 deren beiden Hälften voneinander trennbar sind.
[0050] Am oberen Bohrstrangteil 6 ist - bedarfsweise - mindestens ein weiterer (in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel zwei) Auftriebskörper 70 vorgesehen, um die durch die Gewichtskraft
des oberen Bohrstrangteils 6 hervorgerufene Belastung der Abfangvorrichtung 19 und
einer zum Anheben des Bohrstranges vorgesehenen Hebevorrichtung 3' bzw. der Plattform
1 zu reduzieren. Durch diese Maßnahme kann der obere Bohrstrangteil 6 im Vergleich
zu Vorrichtungen, die keine derartige Auftriebskörper aufweisen, länger ausgebildet
werden, so daß Schürfbohrungen auch in größeren Tiefen möglich werden. Wiederum kann
der Auftriebskörper derart konzipiert sein, daß sein Auftriebsvolumen variierbar ist.
[0051] An dem Bohrkopf 10 sind zwei bezüglich der Mittelachse L des Bohrstranges einander
gegenüberliegende Ösen 13 vorgesehen, an welchen zwei Seile 16' befestigt sind, die
durch eine in der Plattform vorgesehene Öffnung 14, durch welche sich auch der Bohrstrang
5 erstreckt, verlaufen und über Umlenkrollen 15 einer Winde 16 zugeführt sind. Durch
Betätigung der Winde 16 ist der untere Bohrstrangteil 7 somit heb- und senkbar.
[0052] Im folgenden soll zunächst die prinzipielle Funktionsweise des dargestellten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Vorrichtung anhand der Fig. 1 und 2 beschrieben werden.
[0053] In der in Fig. 1 dargestellten Phase ist der Bohrstrang 5 bereits durch Verschraubung
einzelner Segmente 4 bzw. 4' zu seiner vollständigen Länge montiert. Am oberen Ende
des Bohrstrangs 5 ist der dem Austritt von gehobenem Abraum dienende Rohrkrümmer 17
angeordnet. Der obere Teil 6 des Bohrstranges 5 ist bereits durch Schließen der beiden
Teile der kardanischen Abfangvorrichtung 19 drehfest in seiner Betriebsstellung an
der Plattform 1 gelagert. Der Rohrkrümmer 17 mündet in einen an seinem Ende trichterförmig
erweiterten Einlaß 20, der den Abraum einer bekannten, in der Zeichnung nicht dargestellten
Einrichtung zum Abtrennen von in dem Abraum enthaltenden Diamanten zuführt.
[0054] In dem in Fig. 1 dargestellten Zustand ist die Vorrichtung 100 derart positioniert,
daß sich der Bohrkopf oberhalb der abzutragenden Stelle des Meeresbodens 40 befindet.
[0055] Bevor der eigentliche Bohrvorgang beginnt, wird die Winde 16 nachgelassen, wodurch
sich der untere Bohrstrangteil 7 durch Hinabgleiten an dem in ihn hineinragenden Teil
des oberen Bohrstrangteils 6 weiter absenkt, bis das untere Ende 21 einer am unteren
Ende des unteren Bohrstrangteils 7 vorgesehenen Führungsspitze 22 auf dem Meeresboden
40 aufliegt. Die resultierende Gewichtskraft des unteren Bohrstrangteils 7 bestimmt
im wesentlichen die Kraft, mit dem sich das Ende 21 der Führungsspitze 22 auf dem
Meeresboden 40 abstützt.
[0056] Führt die Plattform 1 - beispielsweise von der Meeresdünung oder dem Tiedenhub induziert
- eine vertikale Bewegung durch, die je nach Wetterlage etliche Meter betragen kann,
so wird hierdurch die Kraft, mit der die Führungsspitze sich an dem Meeresboden 40
abstützt oder in diesen eindringt, nicht beeinflußt, da der innere Bohrstrangteil
6 entsprechend der Vertikalbewegung der Plattform 1 sich reibungsarm in den unteren
Bohrstrangteil 7 hinein- und herausverlagern kann.
[0057] Um den Bohrkopf in den Meeresboden niederzubringen wird zunächst der Drehantrieb
11 aktiviert, wodurch - wie später noch erläutert werden wird - entweder nur der Bohrkopf
10 oder der Bohrkopf 10 und die Führungsspitze 22 in eine Rotation um die Längsachse
L des Bohrstrangs 5 versetzt wird. Der zwischen der in Fig. 1 dargestellten oberen
Position und einer unteren Position, in der die Stirnseite 23 des Bohrkopfes 10 sich
zumindest in einer Höhe mit dem Ende 21 der Führungsspitze 22 befindet oder dieses
überragt, verlagerbar ist, wird durch weiteres Nachlassen der Seile 16' soweit abgesenkt,
bis seine Stirnseite 23 auf dem Meeresboden 40 aufliegt. Das - je nach Eigenschaften
des Meeresbodens - in die obere Schicht mehr oder weniger eindringende Ende 21 der
Führungsspitze 22 verhindert beim Beginn des Bohrvorganges ein spiraliges Herauswandern
des Bohrkopfes 10 aus der für die Bohrung vorgesehenen Stelle.
[0058] Die Seile 16' werden nun weiter nachgelassen, so daß sie - wie in Fig. 2 am Ende
des Bohrvorganges erkennbar - schlaff durchhängen, so daß die resultierende Gewichtskraft
des Bohrkopfes 10 die Bohrkraft bestimmt, mit der sich der Bohrkopf 10 in Längsrichtung
L des Bohrstranges 5 an der Sohle 41 der Bohrung abstützt.
[0059] Der Aufbau und die Funktionsweise des Bohrkopfes 10 soll anhand der Fig. 3 bis 8
im einzelnen dargestellt werden.
[0060] Fig. 3 zeigt den unteren Bohrstrangteil 7 mit an diesem vorgesehenem Bohrkopf 10
und angebrachter Führungsspitze 22 in einer vergrößerten Darstellung. In seinem oberen
Bereich umfaßt der untere Bohrstrangteil in Längsrichtung L des Bohrstranges 5 voneinander
beabstandete Rollenanordnungen 24, welche mit auf dem in den unteren Bohrstrangteil
7 hineinragenden Abschnitt 25 des oberen Bohrstrangteils 6 angeordneten Schienen 26
derart zusammenwirken, daß die oberen und unteren Bohrstrangteile 6, 7 reibungsarm
relativ zueinander in Richtung der Längsachse L des Bohrstranges 5 bewegbar sind,
eine Verdrehung der beiden Bohrstrangteile 6, 7 gegeneinander um die Längsachse L
jedoch nicht möglich ist.
[0061] Wie in dem in Fig. 3 in dem von unten gesehen zweiten Segment 4' dargestellten Ausschnitt
V, der in Fig. 5 vergrößert dargestellt ist, erkennbar ist, ist in dem oberen Bohrstrangteils
6 eine seitliche Öffnung 27 vorgesehen, welche dem Anschluß einer Druckluftzufuhr
dient, die - wie in Fig. 3 angedeutet ist - als an der Mantelfläche des oberen Bohrstrangteils
angeordnete starre Druckleitung 18 ausgebildet sein kann. Es ist jedoch ebenfalls
möglich, die Druckluftzufuhr über einen durchhängenden Druckschlauch zu bewerkstelligen.
Da dieser die relative Beweglichkeit der beiden Bohrstrangteile 6, 7 zueinander in
Längsrichtung L des Bohrstranges 5 nicht einschränkt, ist es dann möglich, eine seitliche
Öffnung 27' in dem unteren Bohrstrangteil 7 vorzusehen, die nach außen in einen dem
Anschluß des in Fig. 7 angedeuteten Druckschlauches 18' dienenden Stutzen 45 mündet.
Die Öffnungen 27, 27' dienen dem Einblasen von Druckluft zur Anwendung des bekannten
"Lufthebeverfahrens", mit dessen Hilfe das bei einem Bohrvorgang vom Meeresboden 40
gelöste Sediment nach dessen Eintritt durch entsprechende, in der Führungsspitze 22
vorgesehene Eintrittsöffnungen 44 in das Innere des Bohrstranges durch diesen zur
Plattform 1 heraufgefördert wird.
[0062] Um zu verhindern, daß das in den Bohrstrang eingetretene Sediment in die Lagerung
zwischen oberem und unterem Bohrstrangteil 6, 7 eindringt und die reibungsarme Bewegbarkeit
der Teile relativ zueinander behindert, ist am unteren Ende des in den unteren Bohrstrangteil
7 hineinragenden oberen Bohrstrangteil ein Innenrohr 46 ("Degenrohr") angeflanscht,
welches in den darunter befindlichen Teil des unteren Bohrstrangteils 7 hineinragt
und kurz oberhalb des Drehantriebes 11 offen endet (vgl. Fig. 5). Der untere Bohrstrangteil
7 ist in diesem Bereich doppelwandig ausgebildet, wobei die Innenwandung 47 von einem
Innenrohr 48 gebildet wird, dessen Innendurchmesser so bemessen ist, daß dieser mit
dem Außendurchmesser des Innenrohres 46 einen schmalen Ringspalt 49 bildet.
[0063] Durch diese Maßnahmen dringt das gelöste Sediment infolge des in dem Innenvolumen
des oberen Bohrstrangteils durch Anwendung des Lufthebeverfahrens herrschenden Unterdruck
durch die untere Öffnung des Innenrohres 36 in das Innere des oberen Bohrstrangteils
ein, so daß es bereits insoweit nicht mit den Rollenanordnungen 24 oder den Schienen
26 in Berührung kommen kann. Weiterhin führt der im Innern des oberen Bohrstrangteils
6 herrschende Unterdruck dazu, daß durch den Ringspalt 49 vom oberen Ende des unteren
Bohrstrangteils 7 stets eine gewisse Menge an Umgebungswasser aufgesaugt wird und
die Rollenanordnung 24 und die Schienen 26 umspült, so daß eventuell eingedrungene
Sedimentanteile stets herausgewaschen werden.
[0064] Der in den Fig. 3 und 4 in einer Übersicht dargestellte, ein im wesentlichen zylinderförmiges
Gehäuse 28 aufweisende Bohrkopf 10 trägt an seiner der Sohle der Bohrung zugewandten
Stirnseite 23 bezüglich der Längsachse L des Bohrstranges 5 angeordnete Schneidelemente
29, welche sich radial von dem Außenumfang des Bohrkörpergehäuses 28 bis zum Außenumfang
der Führungsspitze 22 erstrecken. Die Schneidelemente 29 können Schneidzähne, Schneidzähne
und Schneidrollen oder - wie im in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
- nur Schneidrollen 30 umfassen. Die Schneidelemente 29 dienen dem Lösen des Meeresbodens
40 an der Sohle der jeweiligen Bohrung.
[0065] Der im oberen Bereich des Bohrkopfes 10 vorgesehene Drehantrieb 11 umfaßt zwei Hydromotoren
11', die über eine anhand der Fig. 6 und 7 noch zu erläuternde Getriebeanordnung 31
den Bohrkopf 10 gegenüber dem Bohrstrang 5 in eine um die Längsachse L gerichtete
Rotation versetzen.
[0066] Der Bohrkopf 10 weist des weiteren eine über seinen Umfang verteilte Anzahl von als
Auftriebskörper 32 wirkenden Tanks 33 auf, die wahlweise flutbar oder mit Hilfe einer
in der Zeichnung nicht dargestellten Druckluftzufuhr mit Druckluft befüllbar sind.
Vorzugsweise sind die Tanks an einem nicht rotierenden Gehäuseteil 64 des Bohrkopfes
10 befestigt, da in diesem Fall die Luftzufuhr über einfache Druckschläuche erfolgen
kann, ohne daß eine technisch aufwendige Drehdichtung erforderlich wäre. Durch die
somit mögliche Veränderung des Auftriebs kann die in Wirkrichtung des Bohrkopfes 10
wirkende Bohrkraft, das heißt die Kraft, mit der die Schneidelemente 29 bzw. die Schneidrollen
30 auf der Sohle 41 der Bohrung aufliegen, an die jeweils herrschenden Bedingungen
angepaßt werden. Da - wie bereits eingangs erläutert - der Bohrkopf 10 zwischen der
in Fig. 3 dargestellten, oberen Position und der in Fig. 4 dargestellten, unteren
Position reibungsarm auf dem Bohrstrang verlagerbar ist, wird durch eine Veränderung
des Auftriebsvolumens der Auftriebskörper lediglich die Bohrkraft, nicht aber die
Kraft, mit der das Ende 21 der Führungsspitze 22 sich auf dem Meeresboden abstützt,
beeinflußt, so daß auch bei einer hohen Auftriebskraft und damit geringen Bohrkraft
die Führungswirkung der Führungsspitze 22 nicht beeinträchtigt wird. Insbesondere
ist es durch diese Ausgestaltung möglich, die Bohrkraft in der "Anbohrphase", das
heißt so lange sich der Bohrer in der Bohrung nicht selbst führt, gering zu halten,
um anschließend nach Eintreten des Selbstführungseffektes die Tanks 33 zu fluten,
um somit die Bohrkraft zugunsten eines schnelleren Niederbringens zu erhöhen.
[0067] Wie aus der rechten Hälfte in Fig. 6 erkennbar ist, umfaßt die Vorrichtung eine Kolben/Zylindereinrichtung
66. Kolbenseitig ist die Kolben/Zylindereinrichtung 66 mit Hilfe einer Lagereinheit
67 mit einem oberen Gehäuseteil 56 verbunden, welcher seinerseits an einer Verschiebehülse
57 befestigt ist, deren Ausgestaltung und weitere Funktion im folgenden anhand von
Fig. 7 und 8 beschrieben werden wird. Zylinderseitig ist die Kolben/Zylindereinheit
66 mit Hilfe einer entsprechenden Lagereinheit 68 an dem unteren Teil 7 des Bohrstranges
5 angebracht. Die Kolben/Zylindereinheit 66 ist derart dimensioniert, daß der Kolben
vollständig in den Zylinder eingefahren ist, wenn sich der Bohrkopf 10 in der in Fig.
6 dargestellten, oberen Position befindet.
[0068] Die Kolben/Zylindereinheit 66 weist zwei am oberen und am unteren Zylinderende vorgesehene
Druckanschlüsse 66', 66'' auf. Wird der in der Zeichnung oben dargestellte Druckanschluß
66'' mit unter Druck stehender Hydraulikflüssigkeit beaufschlagt, so wird der Bohrkopf
10 relativ zum unteren Teil 7 des Bohrstranges 5 und damit auch zur Führungsspitze
22 nach unten bewegt, durch anschließendes Beaufschlagen des Druckanschluß 66' wird
der Bohrkopf 10 dementsprechend relativ zur Führungsspitze 22 nach oben verlagert.
[0069] Es ist durch diese Ausgestaltung zwar prinzipiell möglich, die Bohrkraft, mit welcher
der Bohrkopf 10 in seiner Wirkrichtung an der Bohrungssohle 41 anliegt, zu erhöhen,
üblicherweise ist der Bohrstrang 5 - insbesondere wenn er wie bei der vorliegenden
Ausführungsform zweiteilig teleskopartig ineinandergreifend ausgestaltet ist - zur
Aufnahme von Schubkräften nicht geeignet. Die Kolben/Zylindereinheit 66 kommt daher
regelmäßig dann zur Anwendung, wenn der Bohrkopf 10 mit seinen Mantelflächen - beispielsweise
durch ein Kollabieren der Bohrungswandungen - in der Bohrung eingeklemmt ist. Wird
in einem solchen Falle der Anschluß 66' der Kolben/Zylindereinheit 66 mit einem Druckmedium
beaufschlagt, so wird der Bohrkopf 10 aus seiner momentanen Position relativ zur Führungsspitze
22 nach oben verlagert. Da üblicherweise unter der relativ weichen Sedimentschicht
sich eine harte Gesteinsschicht befindet, kann die Bohrspitze 22 sich darauf abstützen,
was zur Folge hat, daß der Bohrkopf 10 mit der mit Hilfe der Kolben/Zylindereinrichtung
66 ausgeübten Kraft in der Bohrung nach oben verlagert wird. Da hierfür demnach nicht
mehr - ausschließlich - die an der Plattform 1 vorgesehene Winde 16 zusammen mit den
Seilen 16' Verwendung finden muß, wird verhindert, daß im Falle des Einklemmens des
Bohrkopfes 10 in der Bohrung die Winde 16 bzw. die Aufbauten auf der Plattform 1 überlastet
werden bzw. die Hubeinrichtung 3' zusätzlich unterstützt wird.
[0070] Einzelheiten der Lagerung und des Antriebs des Bohrkopfes 10 bzw. der Führungsspitze
22 an dem unteren Teil 7 des Bohrstranges 5 sind in den Fig. 6 bis 8 dargestellt.
[0071] Die Führungsspitze 22 umfaßt eine nach oben offene, rohrförmige Führungshülse 34,
welche von unten auf das untere Ende des unteren Bohrstrangteils 7 aufgeschoben ist
und an diesem mittels zweier in Längsrichtung L des Bohrstranges 5 voneinander beabstandeten
Radiallagereinheiten 35 um den unteren Bohrstrangteil 7 drehbar gelagert ist. Der
axialen Lagerung der Führungsspitze 22 in Richtung der Längsachse L dient eine in
den unteren Bohrstrangteil eingearbeitete Rundumnut 36, in die ein radial vorspringender,
zweiteiliger Lagerring eingesetzt ist, auf dessen vorspringendem Bereich sich die
Führungshülse mit Hilfe einer in dieser vorgesehenen Schulter 38 in Richtung der Bohrungssohle
41 gesehen abstützt. Der axialen Fixierung in entgegengesetzter Richtung dient eine
entsprechende Gegenschulter 42, die in einem unteren, die eigentliche Spitze bildenden
Teil 39 der Führungsspitze 22 vorgesehen ist, welches in einem radial überstehenden
Rundumflansch 43 mit der Führungshülse 34 verschraubt ist.
[0072] Die Führungshülse 34 umfaßt an ihrem Außenumfang vorgesehene Mitnehmer 50, die in
dem dargestellten Ausführungsbeispiel als sich über die gesamte Länge der Führungshülse
34 erstreckende Längsverzahnung ausgebildet sind. Im Eingriff mit dem Mitnehmer 50
befindet sich ein Gegenmitnehmer 51, welcher seinerseits fest mit einer inneren Gehäusewandung
52 des Bohrkopfes 10 verbunden ist. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
befinden sich der Mitnehmer 50 und der Gegenmitnehmer 51 stets - das heißt unabhängig
davon, ob sich der Bohrkopf 10 in seiner oberen, in Fig. 3 dargestellten oder in seiner
unteren, in Fig. 4 dargestellten Position befindet - in Eingriff. Um zu verhindern,
daß die Führungsspitze 22 bei harten Sedimentböden einem erhöhten Verschleiß unterliegt,
kann es jedoch vorteilhaft sein, einen Eingriff von Mitnehmer 50 und Gegenmitnehmer
51 nur für Positionen des Bohrkopfes 10 nahe seiner unteren Position vorzusehen. Da
sich der Gegenmitnehmer 51 nur über eine - bezogen auf die Längsachse L - kurze Länge
erstreckt, wie in Fig. 8 ersichtlich ist, kann dies dadurch bewirkt werden, daß -
im Gegensatz zum dargestellten Ausführungsbeispiel - der Mitnehmer 50 vom Rundumflansch
43 nur bis zu einer gewissen Höhe, beispielsweise bis zur Stelle 53 in Fig. 8 ausgebildet
ist.
[0073] Zum Antrieb des Bohrkopfes 10 sind an den Abtriebswellen 54 der Rotationsmotoren
11' des Antriebs 11, von denen in Fig. 7 - beispielhaft - nur einer dargestellt ist,
jeweils ein Zahnrad 55 vorgesehen. Der Antriebsmotor 11' ist drehfest an dem oberen
Gehäuseteil 56 angeflanscht. Das Gehäuseteil 56 ist seinerseits wiederum mit einer
Schiebehülse 57 verbunden, die in Richtung der Längsachse L verschiebbar, jedoch mit
Hilfe einer Mitnehmerleiste 58, mit der sie sich im Eingriff befindet, drehfest an
einem den unteren Abschluß des unteren Bohrstrangteils 7 bildenden Rohres 59 gelagert.
[0074] Das Zahnrad 55 befindet sich im Eingriff mit einem Antriebszahnrad 60, welches mit
Hilfe einer zur Montage des Antriebszahnrads 60 senkrecht zur Längsachse L teilbaren,
zwei Axiallager 61 und ein Radiallager 62 aufweisenden Lageranordnung 63 gegenüber
dem Gehäuseteil 56 bzw. der Schiebehülse 57 drehbar gelagert ist. An seiner der Bohrungssohle
41 zugewandten Stirnseite ist das Antriebszahnrad 60 mit einem Deckel 64 drehfest
verbunden, welcher mit Hilfe zweier Dichtungsanordnungen 65 das Antriebszahnrad 60
sowie die Lageranordnung 63 gegen die Umgebung abdichtend abschließt.
[0075] Mit der der Bohrungssohle 41 zugewandten Stirnseite des Deckels 64 ist die Gehäusewandung
52 des Bohrkopfes 10 drehfest verbunden, so daß das von dem Rotationsmotor 11' erzeugte
Drehmoment auf den Bohrkopf 10 übertragen und dieser gegenüber dem Bohrstrang 5 in
Rotation versetzt wird. Der Antrieb der Führungsspitze 22 erfolgt über die bereits
oben beschriebene Mitnehmer/Gegenmitnehmeranordnung 50, 51.
1. Verfahren zum Niederbringen von Bohrlöchern, insbesondere von Schürf- und Gewinnungsbohrungen,
bei dem ein Bohrstrang (5), der an seinem dem abzutragenden Boden zugewandten Ende
eine in Längsrichtung des Bohrstranges fixierte Führungsspitze (22) und einen Bohrkopf
(10) mit mindestens einem Schneidelement (29) umfaßt, wobei der Bohrkopf (10) in Längsrichtung
des Bohrstranges (5) zwischen einer oberen Position, in der die Führungsspitze (22)
das mindestens eine Schneidelement (29) überragt, und einer unteren Position, in der
das mindestens eine Schneidelement (29) sich auf gleicher Höhe mit dem Ende (21) der
Führungsspitze (22) befindet oder dieses in Wirkrichtung überragt, verlagerbar ist,
bei in der oberen Position befindlichem Bohrkopf (10) in Richtung der zu erzeugenden
Bohrung verlagert wird bis die Führungsspitze (22) durch Zusammenwirken mit dem Boden
das Bohrstrangende fixiert und anschließend der Bohrkopf (10) zur Erzeugung der Bohrung
in seine untere Position verlagert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrstrang (5) in Rotation um seine Längsachse versetzt wird und der Bohrkopf
(10) und die Führungsspitze (22) drehfest an dem Bohrstrang gelagert sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrstrang (5) angetrieben wird und der Bohrkopf (10) drehfest, die Führungsspitze
(22) um die Längsachse des Bohrstranges hingegen drehbar an dem Bohrstrang (5) gelagert
ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrstrang (5) drehfest gelagert ist und der Bohrkopf (10) gegenüber der Längsachse
(L) des Bohrstranges (5) in Rotation versetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsspitze (22) um die Längsachse (L) des Bohrstranges (5) drehbar gelagert
ist und zusammen mit dem Bohrkopf (10) in Rotation versetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsspitze (22) um die Längsachse (L) des Bohrstranges (5) drehbar gelagert
ist und von dem Bohrkopf (10) mitgenommen wird, wenn dieser aus seiner oberen Position
kommend eine Position einnimmt, in der das mindestens eine Schneidelement (29) die
Höhe des Endes (21) der Führungsspitze (22) zumindestens annähernd erreicht hat.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraft, mit der die Stirnseite des Bohrkopfes (10) an dem abzutragenden Boden
anliegt, durch mindestens einen an dem Bohrkopf (10) vorgesehene Auftriebskörper (32)
eingestellt wird.
8. Vorrichtung zum Niederbringen von Bohrlöchern, insbesondere von Schürf- und Gewinnungsbohrungen
mit einem Bohrstrang (5),
mit einer das eine Ende des Bohrstranges (5) lagernden Einrichtung,
mit einem am anderen Ende des Bohrstranges (5) angeordneten Bohrkopf (10), an dem
in Wirkrichtung des Bohrwerkzeugs zumindest ein Schneidelement (29) vorgesehen ist
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem dem abzutragenden Boden (40) zugewandten Ende des Bohrstranges (5) eine in
Längsrichtung desselben fixierte Führungsspitze (22) vorgesehen ist und
daß der Bohrkopf (10) in Längsrichtung des Bohrstranges (5) zwischen einer oberen Position,
in der die Führungsspitze (22) das mindestens eine Schneidelement (29) überragt und
einer unteren Position, in der das mindestens eine Schneidelement (29) sich auf gleicher
Höhe mit dem Ende (21) der Führungsspitze (22) befindet oder dieses in Wirkrichtung
überragt, verlagerbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Ende des Bohrstranges um die Längsachse des Bohrstranges drehbar gelagert
ist und die Einrichtung eine Vorrichtung zum Antrieb des Bohrstranges in eine Rotationsbewegung
um seine Längsachse (Kraftdrehkopf) umfaßt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf drehfest an dem Bohrstrang angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsspitze um die Längsachse des Bohrstranges drehbar an diesem gelagert
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Ende des Bohrstranges (5) drehfest an der Einrichtung gelagert ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerung eine kardanische Abfangvorrichtung (19) ("Gimbal") dient.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß dem Bohrkopf (10) eine Antriebseinrichtung (11) zugeordnet ist, mittels welcher der
Bohrkopf (10) gegenüber dem Bohrstrang (5) um eine um dessen Längsachse (L) gerichtete
Rotation versetzbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung (11) einen an dem Bohrkopf (10) angeordneten Rotationsmotor
(11') umfaßt, der mit einer an dem Bohrstrang (5) angeordneten Einrichtung zur Aufnahme
eines Drehmoments zusammenwirkt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur Aufnahme des Drehmoments eine an dem Bohrstrang vorgesehene Längsverzahnung
(Mitnehmerleiste 58) ist, an der sich der Rotationsmotor zur Aufnahme des Antriebsdrehmoments
abstützt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Rotationsmotor ein Hydromotor ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Rotationsmotor ein Elektromotor ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsspitze (22) um die Längsachse (L) des Bohrstranges (5) drehbar an diesem
gelagert ist und Mitnehmer (50) umfaßt, die mit an dem Bohrkopf (10) vorgesehenen
Gegenmitnehmern (51) in Eingriff bringbar sind.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmer (50) und Gegenmitnehmer (51) aus im Falle der Mitnahme der Führungsspitze
(22) ineinandergreifenden Längsverzahnungen bestehen.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Mitnehmer (50) und Gegenmitnehmer (51) unabhängig von der Position des Bohrkopfes
(10), bezogen auf die Längsrichtung (L) des Bohrstranges (5), in Eingriff befinden.
22. Vorrichtung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmer (50) und/oder Gegenmitnehmer (51) derart ausgestaltet sind, daß sie
sich in Eingriff befinden, wenn der Bohrkopf (10) eine Position, in der sich das mindestens
eine Schneidelement (29) vor Höhe des Endes (21) der Führungsspitze (22) befindet,
oder eine Position, in der das mindestens eine Scheidelement (29) das Ende (21) der
Führungsspitze (22) überragt, einnimmt, sie sich außer Eingriff befinden, wenn der
Bohrkopf (10) sich in seiner oberen Position befindet.
23. Vorrichtung nach Anspruch 20 und 22, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Führungsspitze (22) vorgesehene Längsverzahnung nur im unteren Bereich
der Führungsspitze, die Gegenverzahnung nur im oberen Bereich des Bohrkopfes vorgesehen
ist, derart, daß beim Verlagern des Bohrkopfes entlang des Bohrstranges zur Führungsspitze
hin das obere Ende der Verzahnung mit dem unteren Ende der Gegenverzahnung in Eingriff
kommt, wenn daß mindestens eine Schneidelement die Höhe des Endes der Führungsspitze
nahezu erreicht.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Bohrkopf (10) mindestens ein Auftriebskörper (32) zur Einstellung der in Wirkrichtung
des Bohrkopfes (10) wirkenden Bohrkraft vorgesehen ist.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine Auftriebskörper (32) einen wahlweise flutbaren oder mit einem
Gas, vorzugsweise Preßluft, füllbaren Tank (33) umfaßt.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die das eine Ende des Bohrstranges lagernde Einrichtung auf einer schwimmenden Plattform
(1) vorgesehen ist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrstrang (5) einen oberen, an der den Bohrstrang lagernden Einrichtung gelagerten
Bohrstrangteil und einen den Bohrkopf und die Führungsspitze lagernden unteren Bohrstrangteil
(6,7) umfaßt, wobei der obere (6) und der untere (7) Bohrstrangteil derart teleskopartig,
in Längsrichtung des Bohrstranges (5) relativ zueinander verlagerbar ineinandergreifen,
daß beispielsweise durch Meeresdünung hervorgerufene Vertikalbewegungen der Plattform
(1) ausgeglichen werden, ohne daß die Bohrkraft eine wesentliche Änderung erfährt.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß ein längenvariabler Krafterzeuger (Kolben/Zylindereinheit 66) vorgesehen ist, der
einerseits an dem unteren Bohrstrangteil (7), andererseits an dem Bohrkopf (10) gelagert
ist und bei dem die Längenvariation in Richtung der Längsachse (L) erfolgt.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 28, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Bohrstrang (5) mindestens ein Auftriebskörper (70) vorgesehen ist, mittels
welchem die an der das eine Ende des Bohrstranges lagernden Einrichtung angreifende
Gewichtskraft reduzierbar ist.
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 27 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß am unteren Bohrstrangteil (7) mindestens ein Auftriebskörper (69) vorgesehen ist.
1. Method of sinking boreholes, in particular exploratory and production boreholes, in
which a drill string (5), which, at its end facing the soil to be removed, comprises
a guide tip (22) fixed in the longitudinal direction of the drill string and a drill
head (10) having at least one cutting element (29), the drill head (10) being displaceable
in the longitudinal direction of the drill string (5) between a top position, in which
the guide tip (22) projects beyond the at least one cutting element (29), and a bottom
position, in which the at least one cutting element (29) is level with the end (21)
of the guide tip (22) or projects beyond this end (21) in the operative direction,
is displaced, when the drill head (10) is located in the top position, in the direction
of the borehole to be produced until the guide tip (22) fixes the drill string end
by interaction with the soil, and then the drill head (10) is displaced into its bottom
position in order to produce the borehole.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the drill string (5) is set in rotation about its longitudinal axis, and the drill
head (10) and the guide tip (22) are mounted on the drill string in a rotationally
locked manner.
3. Method according to Claim 1, characterized in that the drill string (5) is driven and the drill head (10) is mounted on the drill string
(5) in a rotationally locked manner, but the guide tip (22) is mounted on the drill
string (5) so as to be rotatable about the longitudinal axis of the drill string.
4. Method according to Claim 1, characterized in that the drill string (5) is mounted in a rotationally locked manner and the drill head
(10) is set in rotation relative to the longitudinal axis (L) of the drill string
(5).
5. Method according to Claim 4, characterized in that the guide tip (22) is mounted so as to be rotatable about the longitudinal axis (L)
of the drill string (5) and is set in rotation together with the drill head (10).
6. Method according to Claim 4, characterized in that the guide tip (22) is mounted so as to be rotatable about the longitudinal axis (L)
of the drill string (5) and is carried along by the drill head (10) when the latter,
coming from its top position, assumes a position in which the at least one cutting
element (29) has at least approximately reached the level of the end (21) of the guide
tip (22).
7. Method according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the force with which the end face of the drill head (10) bears against the soil to
be removed is set by at least one buoyancy body (32) provided on the drill head (10).
8. Apparatus for sinking boreholes, in particular exploratory and production boreholes,
having a drill string (5),
having an arrangement mounting the one end of the drill string (5),
having a drill head (10) which is arranged on the other end of the drill string (5)
and on which at least one cutting element (29) is provided in the operative direction
of the drilling tool,
characterized in that a guide tip (22) fixed in the longitudinal direction of the drill string (5) is provided
on that end of the latter which faces the soil (40) to be removed, and in that the drill head (10) can be displaced in the longitudinal direction of the drill string
(5) between a top position, in which the guide tip (22) projects beyond the at least
one cutting element (29), and a bottom position, in which the at least one cutting
element (29) is level with the end (21) of the guide tip (22) or projects beyond this
end (21) in the operative direction.
9. Apparatus according to Claim 8, characterized in that the one end of the drill string is mounted so as to be rotatable about the longitudinal
axis of the drill string, and the arrangement comprises a device for driving the drill
string in a rotary movement about its longitudinal axis (power-operated rotary head).
10. Apparatus according to Claim 9, characterized in that the drill head is arranged on the drill string in a rotationally locked manner.
11. Apparatus according to Claim 10, characterized in that the guide tip is mounted on the drill string so as to be rotatable about the longitudinal
axis of the latter.
12. Apparatus according to Claim 8, characterized in that the one end of the drill string (5) is mounted on the arrangement in a rotationally
locked manner.
13. Apparatus according to Claim 12, characterized in that a cardanic catch device (19) (gimbal) serves for the mounting.
14. Apparatus according to Claim 13, characterized in that a drive device (11) is assigned to the drill head (10), by means of which drive device
(11) the drill head (10) can be set in rotation relative to the drill string (5) about
the longitudinal axis (L) of the latter.
15. Apparatus according to Claim 14, characterized in that the drive device (11) comprises a rotary motor (11') which is arranged on the drill
head (10) and interacts with a device arranged on the drill string (5) for receiving
a torque.
16. Apparatus according to Claim 15, characterized in that the device for receiving the torque is a longitudinal tooth system (driver strip
58) which is provided on the drill string and on which the rotary motor is supported
for receiving the drive torque.
17. Apparatus according to Claim 15 or 16, characterized in that the rotary motor is a hydraulic motor.
18. Apparatus according to Claim 15 or 16, characterized in that the rotary motor is an electric motor.
19. Apparatus according to one of Claims 12 to 18, characterized in that the guide tip (22) is mounted on the drill string (5) so as to be rotatable about
the longitudinal axis (L) of the latter and comprises drivers (50) which can be brought
into engagement with mating drivers (51) provided on the drill head (10).
20. Apparatus according to Claim 19, characterized in that the drivers (50) and mating drivers (51) consist of longitudinal tooth systems which
intermesh in the event of the guide tip (22) being driven.
21. Apparatus according to Claim 19 or 20, characterized in that the drivers (50) and mating drivers (51) are in engagement irrespective of the position
of the drill head (10) with respect to the longitudinal direction (L) of the drill
string (5).
22. Apparatus according to Claim 19 or 20, characterized in that the drivers (50) and/or mating drivers (51) are designed in such a way that they
are in engagement when the drill head (10) assumes a position in which the at least
one cutting element (29) is located before [sic] level of the end (21) of the guide
tip (22) or a position in which the at least one cutting element (29) projects beyond
the end (21) of the guide tip (22) and they are disengaged when the drill head (10)
is in its top position.
23. Apparatus according to Claims 20 and 22, characterized in that the longitudinal tooth system provided on the guide tip (22) is provided only in
the bottom region of the guide tip and the mating tooth system is provided only in
the top region of the drill head in such a way that, when the drill head is displaced
along the drill string towards the guide tip, the top end of the tooth system comes
into engagement with the bottom end of the mating tooth system when that [sic] at
least one cutting element virtually reaches the level of the end of the guide tip.
24. Apparatus according to one of Claims 8 to 23, characterized in that at least one buoyancy body (32) for setting the drilling force acting in the operative
direction of the drill head (10) is provided on the drill head (10).
25. Apparatus according to Claim 24, characterized in that the at least one buoyancy body (32) comprises a tank (33) which can alternatively
be flooded or filled with a gas, preferably compressed air.
26. Apparatus according to one of Claims 8 to 25, characterized in that the arrangement mounting the one end of the drill string is provided on a floating
platform (1).
27. Apparatus according to Claim 26, characterized in that the drill string (5) comprises a top drill string part (6) mounted on the arrangement
mounting the drill string and a bottom drill string part (7) mounting the drill head
and the guide tip, the top drill string part (6) and the bottom drill string part
(7) engaging one inside the other telescopically such as to be displaceable relative
to one another in the longitudinal direction of the drill string (5) in such a way
that vertical movements of the platform (1) which are caused, for example, by the
sea swell are compensated for without the drilling force undergoing a substantial
change.
28. Apparatus according to one of Claims 8 to 27, characterized in that a force generator (piston/cylinder unit 66) variable in length is provided, which
is mounted on the bottom drill string part (7) on the one hand and on the drill head
(10) on the other hand and in which the variation in length is effected in the direction
of the longitudinal axis (L).
29. Apparatus according to one of Claims 8 to 28, characterized in that at least one buoyancy body (70) is provided on the drill string (5), by means of
which buoyancy body (70) the force due to the weight which acts on the arrangement
mounting the one end of the drill string can be reduced.
30. Apparatus according to one of Claims 27 to 29, characterized in that at least one buoyancy body (69) is provided on the bottom drill string part (7).
1. Procédé pour le creusement de trous de forage, en particulier de sondages de recherche
et de forages d'extraction,
avec lequel un train de tiges (5), qui comprend sur son extrémité tournée vers le
sol à déblayer une pointe de guidage (22) fixée dans le sens longitudinal du train
de tiges et une tête de forage (10) avec au moins un élément de coupe (29), moyennant
quoi la tête de forage (10) peut être déplacée dans le sens longitudinal du train
de tiges (5) entre une position supérieure, dans laquelle la pointe de guidage (22)
dépasse du au moins un élément de coupe (29), et une position inférieure, dans laquelle
l'au moins un élément de coupe (29) se trouve à la même hauteur que l'extrémité (21)
de la pointe de guidage (22) ou dépasse de celle-ci dans le sens actif, est déplacée
avec la tête de forage (10) se trouvant dans la position supérieure en direction du
forage à effectuer jusqu'à ce que la pointe de guidage (22) fixe l'extrémité du train
de tiges par l'action conjuguée avec le sol et ensuite la tête de forage (10) est
déplacée dans sa position inférieure pour générer le forage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le train de tiges (5) est mis en rotation autour de son axe longitudinal et la tête
de forage (10) et la pointe de guidage (22) sont logées sur le train de tiges de façon
fixe en rotation.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le train de tiges (5) est entraîné et la tête de forage (10) est logée sur le train
de tiges (5) de façon fixe en rotation, mais la pointe de guidage (22) est logée sur
le train de tiges (5) de façon à pouvoir tourner autour de l'axe longitudinal du train
de tiges.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le train de tiges (5) est logé de façon fixe en rotation et la tête de forage (10)
est mise en rotation par rapport à l'axe longitudinal (L) du train de tiges (5).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la pointe de guidage (22) est logée de façon à pouvoir tourner autour de l'axe longitudinal
(L) du train de tiges (5) et est mise en rotation conjointement avec la tête de forage
(10).
6. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la pointe de guidage (22) est logée de façon à pouvoir tourner autour de l'axe longitudinal
(L) du train de tiges (5) et est entraînée par la tête de forage (10), lorsque celle-ci
sort de sa position supérieure et occupe une position dans laquelle l'au moins un
élément de coupe (29) a atteint au moins approximativement la hauteur de l'extrémité
(21) de la pointe de guidage (22).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la force, avec laquelle le côté avant de la tête de forage (10) s'appuie sur le sol
à déblayer, est réglée par au moins un corps de poussée verticale (32) prévu sur la
tête de forage (10).
8. Dispositif pour le creusement de trous de forage, en particulier de sondages de recherche
et de forages d'extraction
avec un train de tiges (5),
avec un dispositif logeant une extrémité du train de tiges (5),
avec une tête de forage (10) disposée sur l'autre extrémité du train de tiges (5),
sur laquelle il est prévu au moins un élément de coupe (29) dans le sens actif de
l'outil de forage
caractérisé
en ce qu'une pointe de guidage (22) fixée dans le sens longitudinal du train de tiges est prévue
sur l'extrémité, tournée vers le sol (40) à déblayer, du train de tiges (5) et
en ce que la tête de forage (10) peut être déplacée dans le sens longitudinal du train de tiges
(5) entre une position supérieure, dans laquelle la pointe de guidage (22) dépasse
du au moins un élément de coupe (29) et une position inférieure, dans laquelle l'au
moins un élément de coupe (29) se trouve à la même hauteur que l'extrémité (21) de
la pointe de guidage (22) ou dépasse de celle-ci dans le sens actif.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'une extrémité du train de tiges est logée de façon à pouvoir tourner autour de l'axe
longitudinal du train de tiges et le système comprend un dispositif pour l'entraînement
du train de tiges dans un mouvement de rotation autour de son axe longitudinal (bouton
tournant de force).
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que la tête de forage est disposée de façon fixe en rotation sur le train de tiges.
11. Dispositif selon la revendication 10, caractérisé en ce que la pointe de guidage est logée sur le train de tiges de façon à pouvoir pivoter autour
de l'axe longitudinal de celui-ci.
12. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'une extrémité du train de tiges (5) est logée de façon fixe en rotation sur le système.
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé en ce qu'un dispositif d'interception à cardan (19) ("Gimbal") sert au logement.
14. Dispositif selon la revendication 13, caractérisé en ce qu'à la tête de forage (10) est attribué un système d'entraînement (11), au moyen duquel
la tête de forage (10) peut être mise par rapport au train, de tiges (5) dans une
rotation dirigée autour de son axe longitudinal (L).
15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que le système d'entraînement (11) comprend un moteur de rotation (11') disposé sur la
tête de forage (10), qui agit conjointement avec un système disposé sur le train de
tiges (5) pour la réception d'un couple.
16. Dispositif selon la revendication 15, caractérisé en ce que le système pour la réception du couple est une denture longitudinale prévue sur le
train de tiges (baguette d'entraîneur 58), denture sur laquelle s'appuie le moteur
de rotation pour la réception du couple d'entraînement.
17. Dispositif selon la revendication 15 ou 16, caractérisé en ce que le moteur de rotation est un moteur hydraulique.
18. Dispositif selon la revendication 15 ou 16, caractérisé en ce que le moteur de rotation est un moteur électrique.
19. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 12 à 18, caractérisé en ce que la pointe de guidage (22) est logée sur le train de tiges (5) de façon à pouvoir
tourner autour de l'axe longitudinal (L) de celui-ci et comprend des entraîneurs (50),
qui peuvent être mis en prise avec des contre-entraîneurs (51) prévus sur la tête
de forage (10).
20. Dispositif selon la revendication 19, caractérisé en ce que les entraîneurs (50) et contre-entraîneurs (51) se composent de dentures longitudinales
qui s'emboîtent les unes dans les autres dans le cas de l'entraînement de la pointe
de guidage (22).
21. Dispositif selon la revendication 19 ou 20, caractérisé en ce que les entraîneurs (50) et contre-entraîneurs (51) se trouvent en prise indépendamment
de la position de la tête de forage (10), par rapport au sens longitudinal (L) du
train de tiges (5).
22. Dispositif selon la revendication 19 ou 20, caractérisé en ce que les entraîneurs (50) et/ou contre-entraîneurs (51) sont conçus de telle sorte qu'ils
se trouvent en prise lorsque la tête de forage (10) occupe une position, dans laquelle
l'au moins un élément de coupe (29) se trouve avant la hauteur de l'extrémité (21)
de la pointe de guidage (22), ou une position dans laquelle l'au moins un élément
de coupe (29) dépasse de l'extrémité (21) de la pointe de guidage (22), et qu'ils
ne se trouvent pas en prise lorsque la tête de forage (10) se trouve dans sa position
supérieure.
23. Dispositif selon les revendications 20 et 22, caractérisé en ce que la denture longitudinale prévue sur la pointe de guidage (22) est prévue seulement
dans la zone inférieure de la pointe de guidage et la contre-denture seulement dans
la zone supérieure de la tête de forage, de telle sorte que, lors du déplacement de
la tête de forage le long du train de tiges en direction de la pointe de guidage,
l'extrémité supérieure de la denture est en prise avec l'extrémité inférieure de la
contre-denture lorsque l'au moins un élément de couple atteint pratiquement la hauteur
de l'extrémité de la pointe de guidage.
24. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 8 à 23, caractérisé en ce qu'il est prévu sur la tête de forage (10) au moins un corps de poussée verticale (32)
pour le réglage de la force de forage agissant dans le sens actif de la tête de forage
(10).
25. Dispositif selon la revendication 24, caractérisé en ce que l'au moins un corps de poussée verticale (32) comprend un réservoir (33) pouvant
au choix être inondé ou rempli avec un gaz, de préférence de l'air comprimé.
26. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 8 à 25, caractérisé en ce que le système recevant une extrémité du train de tiges est prévu sur une plate-forme
(1) flottante.
27. Dispositif selon la revendication 26, caractérisé en ce que le train de tiges (5) comprend une partie de train de tiges supérieure et logée sur
le système logeant le train de tiges et une partie de train de tiges (6, 7) inférieure
logeant la tête de forage et la pointe de guidage, les parties du train de tiges supérieure
(6) et inférieure (7) s'emboîtant de façon télescopique et pouvant se déplacer l'une
par rapport à l'autre dans le sens longitudinal du train de tiges (5) de telle sorte
que les mouvements verticaux de la plate-forme (1) provoqués par exemple par la houle
de la mer sont compensés sans que la force de forage subisse une variation importante.
28. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 8 à 27, caractérisé en ce qu'il,est prévu un générateur de force variable en longueur (unité piston/cylindre 66),
qui est logé d'une part sur la partie inférieure du train de tiges (7) et d'autre
part sur la tête de forage (10) et avec lequel la variation en longueur s'effectue
dans le sens de l'axe longitudinal (L).
29. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 8 à 28, caractérisé en ce qu'il est prévu sur le train de tiges (5) au moins un corps de poussée verticale (70),
au moyen duquel on peut réduire la force de pesanteur s'appliquant sur le système
recevant une extrémité du train de tiges.
30. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 27 à 29, caractérisé en ce qu'au moins un corps de poussée verticale (69) est prévu sur la partie inférieure du
train de tiges (7).