[0001] Die Erfindung betrifft eine Brennstoffeinspritzdüse für einen Dieselmotor gemäss
dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs. Insbesondere betrifft die Erfindung
eine Brennstoffeinspritzdüse für einen Zweitakt-Grossdieselmotor wie er beispielsweise
zum Antreiben von Schiffen eingesetzet wird.
[0002] Bei Grossdieselmotoren, z. B. Schiffsmotoren, die nach dem Zweitakt-Verfahren arbeiten,
ist typischerweise der Ventilsitz der Brennstoffeinspritzdüse relativ weit von den
Düsenlöchern entfernt, durch welche der Brennstoff in den Verbrennungsraum des Zylinders
eintritt Dies hat mehrere Gründe. Zum einen muss der Ventilsitz genügend stark abgestützt
sein, um die Druckbelastungen, die aus den hohen Einspritzdrücken resultieren, aufnehmen
zu können. Dies verlangt eine mechanisch robuste Anordnung, die relativ viel Platz
in Anspruch nimmt. Da aber typischerweise pro Zylinder mehrere Einspritzdüsen vorgesehen
sind, wäre es aus Platzgründen zumindest schwierig, die Bereiche der Einspritzdüsen,
die sich in unmittelbarer Nähe des Verbrennungsraums befinden, mechanisch ausreichend
robust auszugestalten. Zum anderen ist bei einem Zweitakt-Dieselmotor der Zylinderkopf
üblicherweise so dick, dass diese Bereiche der Einspritzdüsen kaum noch gekühlt werden
und somit im Betrieb sehr hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Diese hohen Temperaturen
würden leicht zu Fehlfunktionen des Ventilsitzes führen. Auch aus diesem Grunde wird
der Ventilsitz üblicherweise weiter entfernt von den Düsenlöchern angeordnet, damit
er sich weiter entfernt von der Beaufschlagung durch die Verbrennungswärme befindet.
[0003] Die räumliche Entfernung zwischen Ventilsitz und Düsenlöchern bringt aber ein Problem
mit sich, das beispielsweise auch in der EP-B-0 744 007 beschrieben ist. Beim Beenden
der Brennstoffeinspritzung wird die Düsennadel in den Ventilsitz gedrückt, sodass
der Brennstoff der sich stromabwärts zwischen Ventilsitz und Düsenlöchern befindet
nicht mehr vom Speisedruck beaufschlagt wird. Dieser Teil des Brennstoffs kann dann
nach Beendigung der Einspritzung durch die Düsenlöcher schlecht zerstäubt in den Verbrennungsraum
gelangen, wo er jedoch nur wenig oder gar nicht verbrennt. Er führt somit zu zusätzlicher
Schadstoffbelastung des Abgases sowie zu Ablagerungen von unverbranntem Brennstoff
an allen Teilen des Verbrennungsraums und der abgasführenden Komponenten.
[0004] Zur Lösung dieses Problems wird gemäss der EP-B-0 744007 ein Einspritzventil vorgeschlagen,
bei dem der Hauptventilsitz im gekühlten Bereich des Zylinderkopfs angeordnet ist.
Der Ventilschieber hat einen oberen Bereich, der einen Ventilteil aufweist, welcher
mit dem Hauptventilsitz zusammenwirkt, und einen unteren Bereich, der ein sekundäres
Schliessglied aufweist, das sich im ungekühlten Ventilbereich befindet. Das sekundäre
Schliessglied ist so ausgestaltet, dass es im geschlossenen Zustand des Ventilschiebers,
das heisst, wenn sich der Ventilteil des Ventilschiebers dichtend im Hauptventilsitz
befindet, den Brennstoffdurchlass unmittelbar oberhalb der Düsenlöcher verschliesst.
Der untere Bereich des Ventilschiebers mit dem sekundären Schliessglied ist entweder
eine starre Verlängerung des oberen Bereichs oder ein gesondertes Element, das mit
dem oberen Bereich des Ventilschiebers verschraubt ist. Beim Öffnen des Hauptventilsitzes
durch Anheben des Ventilschiebers wird somit durch die mechanische Verbindung zwischen
dem oberen und dem unteren Bereich des Ventilschiebers das sekundäre Schliessglied
ebenfalls nach oben bewegt und gibt den Durchlass zu den Düsenlöchern frei.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine andere Brennstoffeinspritzdüse vorzuschlagen,
die zuverlässig arbeitet und die das Nachtropfen von Brennstoff in den Verbrennungsraum
nach dem Ende des Einspritzvorgangs wirkungsvoll verhindert.
[0006] Die diese Aufgabe lösende Brennstoffeinspritzdüse ist durch die Merkmale des unabhängigen
Anspruchs 1 gekennzeichnet.
[0007] Erfindungsgemäss wird also eine Brennstoffeinspritzdüse für einen Dieselmotor, insbesondere
einen Zweitakt-Grossdieselmotor, vorgeschlagen, die einem Düsenkörper und einen mit
dem Düsenkörper verbundenen Düsenkopf umfasst, welcher mindestens ein Düsenloch aufweist,
durch das der Brennstoff in einen Verbrennungsraum austreten kann. Die erfindungsgemässe
Brennstoffeinspritzdüse hat ferner einen ersten Druckraum im Innern des Düsenkörpers,
eine Zuführleitung für den Brennstoff, die in den ersten Druckraum einmündet, mindestens
eine Verbindungsleitung zwischen dem ersten Druckraum und dem Düsenloch, sodass Brennstoff
aus dem ersten Druckraum zu dem Düsenloch gelangen kann, sowie eine im Innern des
Düsenkörpers angeordnete erste Düsennadel, welche mit einem ersten Ventilsitz derart
zusammenwirkt, dass sie den Durchlass von dem ersten Druckraum zu der Verbindungsleitung
öffnet oder verschliesst. Zwischen dem ersten Druckraum und dem Düsenloch ist ein
zweiter Druckraum angeordnet, und es ist eine zweite Düsennadel vorgesehen, die derart
mit einem zweiten Ventilsitz zusammenwirkt, dass sie den Durchlass vom zweiten Druckraum
zu dem Düsenloch öffnet oder verschliesst.
[0008] Die erfindungsgemässe Einspritzdüse weist also zwei Düsennadeln auf, die jeweils
mit einem Ventilsitz zusammenwirken, wobei der zweite Ventilsitz stromabwärts des
ersten Ventilsitzes angeordnet ist, das heisst zwischen dem ersten Ventilsitz und
dem Düsenloch. Durch diese Massnahme kann am Ende des Einspritzvorgangs zusätzlich
zum Schliessen des Durchlasses für den Brennstoff am ersten Ventilsitz auch stromabwärts
des ersten Ventilsitzes der Durchlass für den Brennstoff mittels des zweiten Ventilsitzes
und der zweiten Düsennadel verschlossen werden, sodass der Brennstoff, der sich zwischen
dem ersten und zweiten Ventilsitz befindet, wirkungsvoll daran gehindert wird, in
den Verbrennungsraum zu tropfen.
[0009] Vorzugsweise ist der zweite Ventilsitz im Düsenkopf angeordnet, insbesondere näher
zum Düsenloch als zu dem Ende des Düsenkopfs, das dem Düsenkörper zugewandt ist, das
heisst, der zweite Ventilsitz ist in unmittelbarer Nähe des Düsenlochs angeordnet.
Durch diese Massnahme ist das Volumen, das sich zwischen dem zweiten Ventilsitz und
dem Düsenloch befindet, besonders klein, sodass sich der Einspritzvorgang durch Schliessen
des Durchlasses am zweiten Ventilsitz praktisch unmittelbar beenden lässt, ohne dass
dann noch weiterer Brennstoff in den Verbrennungsraum tropfen kann.
[0010] Bevorzugt sind die erste und die zweite Düsennadel mechanisch voneinander entkoppelt.
Dadurch ist es möglich, den Offnungs- bzw. den Schliessdruck für die zweite Düsennadeln
im wesentlichen unabhängig von der ersten Düsennadel oder der Bewegung der ersten
Düsennadel auf den gewünschten Wert einzustellen.
[0011] Auch ist es vorteilhaft, die zweite Düsennadel derart auszugestalten und anzuordnen,
dass sie hydraulisch betätigbar ist, weil dies eine besonders einfache Ausgestaltung
ist, die zudem eine zuverlässige Arbeitsweise gewährleistet.
[0012] Die erfindungsgemässe Brennstoffeinspritzdüse eignet sich für Dieselmotoren, insbesondere
für Zweitakt-Grossdieselmotoren, wie sie beispielsweise im Schiffsbau verwendet werden.
[0013] Weitere vorteilhafte Massnahmen und bevorzugte Ausgestaltungen der erfindungsgemässen
Einspritzdüse ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0014] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung und anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In der schematischen, nicht massstäblichen Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- eine Schnittdarstellung eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Brennstoffeinspritzdüse
mit den wesentlichen Teilen,
- Fig. 2:
- eine Schnittdarstellung des unteren Bereichs eines zweiten Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemässen Brennstoffeinspritzdüse, und
- Fig. 3:
- eine Variante für die Ausgestaltung des Düsenkopfs.
[0015] Fig. 1 zeigt in einem Längsschnitt für das Verständnis der Erfindung wesentliche
Teile eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Brennstoffeinspritzdüse,
die gesamthaft mit dem Bezugszeichen 1 versehen ist. Auf die Darstellung an sich bekannter
Elemente von Brennstoffeinspritzdüsen der gattungsgemässen Art wurde aus Gründen der
besseren Übersicht verzichtet. Die Brennstoffeinspritzdüse 1 ist für den Einbau in
den Zylinderkopf eines Zweitakt-Grossdieselmotors, beispielsweise eines Schiffmotors,
ausgestaltet. Im montierten Zustand ragt das darstellungsgemäss untere Ende der Brennstoffeinspritzdüse
1 in den Verbrennungsraum eines Zylinders des Dieselmotors.
[0016] Die im folgenden verwendeten relativen Lagebezeichnungen wie "oben, unten, oberhalb,
unterhalb..." beziehen sich stets auf die Darstellung in Fig. 1, Fig. 2 bzw. Fig.
3 und sind so zu verstehen, dass sie lediglich beispielhaften, aber keinen einschränkenden
Charakter haben.
[0017] Die Brennstoffeinspritzdüse 1 umfasst einen Düsenkörper 2 und einen Düsenkopf 3,
der mit dem Düsenkörper 2 verbunden ist. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel
erfolgt die Verbindung mittels einer Haltehülse 4, die sich an ihrem unteren Ende
zur Längsachse A der Brennstoffeinspritzdüse 1 hin verjüngt. Die Haltehülse 4 ist
mittels einer Überwurfmutter 5 sowie einem elastischen Element 45, zum Beispiel einem
Sprengring, am Düsenkörper 2 befestigt. Der Düsenkopf 3 stützt sich in dem sich verjüngenden
Teil der Haltehülse 4 ab. Im Bereich seines unteren Endes weist der Düsenkopf 3 mindestens
ein Düsenloch 31, typischerweise z. B. fünf Düsenlöcher 31, auf, durch welche der
Brennstoff in den Verbrennungsraum austreten kann.
[0018] Im Innern des Düsenkörpers 2 ist ein erster Druckraum 6 vorgesehen, in welchen eine
Zuführleitung 12 für den Brennstoff einmündet. Der erste Druckraum 6 wird in axialer
Richtung durch einen ersten Ventilsitz 8, der als Hauptventilsitz dient, begrenzt.
Ferner ist im Innern des Düsenkörpers 2 eine erste Düsennadel 7 angeordnet, die sich
im wesentlichen parallel zur Längsachse A erstreckt, und die mit dem ersten Ventilsitz
8 zusammenwirkt. Im geschlossenen Zustand, der in Fig. 1 dargestellt ist, wird die
Spitze der ersten Düsennadel 7 in den ersten Ventilsitz 8 gedrückt, sodass der Durchlass
am ersten Ventilsitz 8 verschlossen ist. Die erste Düsennadel 7 ist in an sich bekannter
Weise, z. B. über einen Stössel 14 und einen Stösselteller 15, der von einer Druckfeder
16 federbelastet ist, gegen den ersten Ventilsitz 8 vorgespannt.
[0019] Im Düsenkopf 3 ist ein zweiter Druckraum 9 vorgesehen, der in axialer Richtung von
einem zweiten Ventilsitz 11, welcher als Nebenventilsitz dient, begrenzt wird. Der
zweite Ventilsitz 11 ist vorzugsweise unmittelbar oberhalb des obersten Düsenlochs
31 angeordnet, um das Sacklochvolumen 20 unterhalb des zweiten Ventilsitzes 11 klein
zu gestalten. Im Düsenkopf 3 ist ferner eine zweite Düsennadel 10 zum Zusammenwirken
mit dem zweiten Ventilsitz 11 vorgesehen, die sich ebenfalls parallel zur Längsachse
A erstreckt. Vorzugsweise ist die zweite Düsennadel 10 derart ausgestaltet, dass sie
hydraulisch betätigbar ist. Dazu weist die zweite Düsennadel 10 beispielsweise einen
Kopf 10a auf, der den zweiten Druckraum 9 in axialer Richtung nach oben begrenzt.
Unterhalb des Kopfs 10a schliesst sich ein Schaft 10b an, der so mit dem zweiten Ventilsitz
11 zusammenwirkt, dass der Durchlass vom zweiten Druckraum 9 zu den Düsenlöchern 31
entweder geöffnet oder - wie in Fig. 1 dargestellt - verschlossen ist.
[0020] Die zweite Düsennadel 10 ist zum zweiten Ventilsitz 11 hin vorgespannt. Die Mittel
zum Vorspannen umfassen bei diesem Ausführungsbeispiel eine Feder 21, die sich einerseits
im Düsenkörper 2 abstützt und andererseits auf die zweite Düsennadel 10 einwirkt,
nämlich auf die dem zweiten Druckraum 9 abgewandte axiale Endfläche des Kopfs 10a
der zweiten Düsennadel 10. Die Feder 21 ist in einem Federraum 22 angeordnet, der
als Ausnehmung im Düsenkörper 2 ausgestaltet ist. Zwischen der Feder 21 und dem oberen
Ende des Federraums 22 kann eine Unterlegscheibe 23 angeordnet sein, um die auf die
zweite Düsennadel 10 einwirkende Federkraft einzustellen. Durch diese Massnahme lässt
sich der Öffnungs- bzw. Schliessdruck für den Durchlass am zweiten Ventilsitz 11 in
kontrollierte Weise auf den gewünschten Wert justieren. Natürlich können auch andere
Mittel zum genauen Einstellen der durch die Feder 21 bewirkten Vorspannung vorgesehen
sein.
[0021] Ferner ist es vorteilhaft, eine Entlastungsleitung 24 vorzusehen, die in den Federraum
22 einmündet. Durch diese Entlastungsleitung kann nämlich Brennstoff, der eventuell
während des Betriebs in den Federraum 22 eindringt, aus diesem abfliessen.
[0022] Zwischen dem ersten Druckraum 6 und den Düsenlöchern 31 ist mindestens eine Verbindungsleitung
13 vorgesehen, sodass Brennstoff aus dem ersten Druckraum 6 zu den Düsenlöchern 31
gelangen kann. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel ist ein Durchlass in
Form einer Bohrung 13a vorgesehen, die sich in Richtung der Längsachse A von dem ersten
Druckraum 6 durch den ersten Ventilsitz 8 hindurch erstreckt. Unterhalb des ersten
Ventilsitzes 8 zweigen zwei Verbindungsleitungen 13 von der Bohrung 13a ab. Die beiden
Verbindungsleitungen 13 erstrecken sich jeweils zunächst schräg nach aussen, dass
heisst von der Längsachse A weg, verlaufen dann parallel zur Längsachse A nach unten
und schliesslich schräg nach innen, das heisst auf die Längsachse A hin, bis sie in
den zweiten Druckraum 9 einmunden.
[0023] Im Betriebszustand funktioniert die Brennstoffeinspritzdüse 1 wie folgt. Der Brennstoff
wird z. B. mittels einer nicht dargestellten Einspritzpumpe durch die Zuführleitung
12 in den ersten Druckraum 6 gefördert und beaufschlagt dort die erste Düsennadel
7. Wenn der Brennstoffdruck im ersten Druckraum 6 grösser ist als die durch die Druckfeder
16 bewirkte Vorspannung, wird die erste Düsennadel 7 angehoben und öffnet somit den
Durchlass am ersten Ventilsitz 8. Der Brennstoff strömt durch die Verbindungsleitungen
13 in den zweiten Druckraum 9 und beaufschlagt dort die zweite Düsennadel 10. Sobald
der Brennstoffdruck im zweiten Druckraum 9 grösser ist als die von der Feder 21 erzeugte
Vorspannung, wird die zweite Düsennadel 10 aus dem zweiten Ventilsitz 11 angehoben
und öffnet somit den Durchlass zu den Düsenlöchern 31, sodass der Einspritzvorgang
beginnt, das heisst, der Brennstoff durch die Düsenlöcher 31 in den Verbrennungsraum
des Zylinders eintritt. Am Ende der Einspritzung nimmt der Brennstoffdruck im ersten
Druckraum 6 ab. Sobald er kleiner wird als die von der Druckfeder 16 erzeugte Vorspannung,
wird die erste Düsennadel 7 in den ersten Ventilsitz 8 gedrückt und verschliesst den
Durchlass vom ersten Druckraum 6 in die Verbindungsleitungen 13. Die Einspritzung
geht nun noch solange weiter bis der Brennstoffdruck im zweiten Druckraum 9 so weit
abgesunken ist, dass die Feder 21 die zweite Düsennadel 10 in den zweiten Ventilsitz
11 drückt. Dadurch wird der Durchlass am zweiten Ventilsitz 11 geschlossen, und der
Einspritzvorgang ist beendet. Da das Sacklochvolumen 20 stromabwärts des zweiten Ventilsitzes
11 vernachlässigbar klein ist, kann nach dem Ende des Einspritzvorgangs praktisch
kein Brennstoff mehr in den Verbrennungsraum tropfen.
[0024] Bei dem beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel stützt sich die zweite Düsennadel
10 über die Feder 21 im Düsenkörper 2 ab, ist also mechanisch von der ersten Düsennadel
7 getrennt. Diese mechanische Entkopplung der beiden Düsennadeln 7,10 hat insbesondere
den Vorteil, dass der Öffnungsbzw. Schliessdruck, das heisst derjenige Brennstoffdruck
im zweiten Druckraum 9, bei dem der Durchlass am zweiten Ventilsitz 11 durch Anheben
bzw. Absenken der zweiten Düsennadel 10 geöffnet bzw. geschlossen wird, im wesentlichen
unabhängig von der ersten Düsennadel 7 eingestellt werden kann. Diese Einstellung
erfolgt über die von der Feder 21 erzeugte Vorspannung, z.B. mittels entsprechender
Dimensionierung der Unterlegscheibe 23. Durch die Möglichkeit der Einstellung des
Offnungsbzw. Schliessdrucks für den zweiten Ventilsitz 11 ist gewährleistet, dass
der Brennstoff stets mit dem optimalen Einspritzdruck in den Verbrennungsraum gefördert
wird, wodurch ein wirtschaftlicher, sparsamer und effizienter Betrieb des Dieselmotors
erreichbar ist. Unmittelbar zu Beginn der Einspritzung, wenn der Durchlass am ersten
Ventilsitz 8 bereits geöffnet, der Durchlass am zweiten Ventilsitz 11 aber noch verschlossen
ist, erhöht sich zunächst der Brennstoffdruck im zweiten Druckraum 9 bis er auf einen
Wert angestiegen ist, der für eine effiziente Einspritzung ausreichend ist. Erst dann
öffnet die zweite Düsennadel 10 den Durchlass am zweiten Ventilsitz 11 und die Einspritzung
beginnt. Sobald am Ende des Einspritzvorgangs der Brennstoffdruck im zweiten Druckraum
9 unter den Schliessdruck abfällt, wird der Durchlass am zweiten Ventilsitz 11 praktisch
unmittelbar verschlossen, sodass im wesentlichen kein Brennstoff mehr in den Verbrennungsraum
gelangen kann.
[0025] Die hydraulische Betätigung der zweiten Düsennadel 10 ist vorteilhaft, weil sie insbesondere
konstruktiv einfach zu realisieren ist und zudem einen zuverlässigen Betrieb des Brennstoffeinspritzventils
ermöglicht.
[0026] Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die zweite Düsennadel 10 im Düsenkopf
3 enthalten. Zudem ist der Düsenkopf 3 als austauschbare Einheit ausgestaltet und
angeordnet. Durch die einfache Verbindung des Düsenkopfs 3 mit dem Düsenkörper 2 über
die Haltehülse 4 und die Überwurfmutter 5 kann der Düsenkopf 3 ohne grossen Aufwand
von dem Düsenkörper 2 getrennt und durch einen neuen ersetzt werde. Dies ist insbesondere
ein Vorteil im Hinblick auf die Tatsache, dass der Düsenkopf 3 im Betriebszustand
enormen, insbesondere thermischen und korrosiven Belastungen ausgesetzt ist und daher
einem gewissen Verschleiss unterliegt, der seine Lebensdauer begrenzt.
[0027] Da die zweite Düsennadel 10 im Düsenkopf 3 enthalten ist und zusammen mit diesem
austauschbar ist, sind die bei der Anfertigung eines neuen Düsenkopfs 3 einzuhaltenden
Toleranzen weniger streng, ohne dass dadurch Zugeständnisse an die Funktionstüchtigkeit
vonnöten sind. Dies bedeutet einen erheblich geringeren Arbeitsaufwand bei der Herstellung
eines neuen Düsenkopfs 3 mit einer neuen zweiten Düsennadel 10.
[0028] Fig. 2 zeigt eine Schnittdarstellung des unteren Bereichs eines zweiten Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemässen Brennstoffeinspritzdüse 1 mit dem Düsenkopf 3. Im folgenden
werden nur die Unterschiede zum ersten Ausführungsbeispiel näher beschrieben, ansonsten
gelten die Erläuterungen bezüglich des ersten Ausführungsbeispiels in sinngemäss gleicher
Weise auch für das zweite Ausführungsbeispiel. Identische oder von der Funktion her
gleichwertige Teile haben dieselben Bezugszeichen wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel.
[0029] Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Brennstoffeinspritzdüse
sind zusätzlich Mittel zur Kühlung des Düsenkopfs 3 vorgesehen. Diese Mittel umfassen
eine Zusatzhülse 41, die zwischen der Haltehülse 4 und dem Düsenkopf 3 angeordnet
ist. Die Zusatzhülse 41 stützt sich in dem sich verjüngenden Teil der Haltehülse 4
ab und der Düsenkopf 3 stützt sich auf oder in der Zusatzhülse 41 ab.
[0030] Die Zusatzhülse 41 weist an ihrer Innenseite eine in Umfangsrichtung verlaufende
Ausnehmung auf welche im montierten Zustand einen Kühlraum 42 bildet. Die Zusatzhülse
41 umschliesst den Düsenkopf 3 derart, dass die Ausnehmung in der Zusatzhülse 41 zusammen
mit der Aussenwand des Düsenkopfs 3 den ringförmigen Kühlraum 42 bildet, der den Düsenkopf
3 in Umfangsrichtung umgibt.
[0031] Ferner sind zwei Kühlleitungen 43 und 44 vorgesehen, welche vorzugsweise als Bohrungen
ausgestaltet sind. Jede Kühlleitung 43, 44 erstreckt sich durch den Düsenkörper 2,
den oberen Teil des Düsenkopfs 3 sowie die Zusatzhülse 41 und mündet in den Kühlraum
42. Durch die Kühlleitungen 43 bzw. 44 kann ein Kühlmittel, beispielsweise Wasser
oder ein Kühlöl, in den Kühlraum 42 eingebracht bzw. aus diesem abgeführt werden.
Durch diese Massnahme lässt sich der Düsenkopf 3 im Betriebszustand effizient kühlen,
was sich positiv auf seine Lebensdauer auswirkt.
[0032] Weiterhin ist bei dem zweiten Ausführungsbeispiel dasjenige Ende des Schafts 10b
der zweiten Düsennadel 10, welches mit dem zweiten Ventilsitz 11 zusammenwirkt, sphärisch
gekrümmt, insbesondere als Halbkugel, ausgestaltet, sodass die zweite Düsennadel 10
und der zweite Ventilsitz 11 eine Kugel-Kegel-Abdichtung bilden. Diese Variante, die
natürlich auch für das erste Ausführungsbeispiel (Fig. 1) verwendet werden kann, bringt
den Vorteil mit sich, dass auch dann eine zuverlässige Dichtung am zweiten Ventilsitz
11 gewährleistet ist, wenn die Längsachse der zweiten Düsennadel 10 nicht exakt mit
der Längsachse des Düsenkopfs 3 fluchtet.
[0033] In Fig. 3 ist noch eine Variante für die Ausgestaltung des Düsenkopfs 3 dargestellt,
die sowohl für das erste als auch für das zweite Ausführungsbeispiel verwendet werden
kann. Bei dieser Variante weist der Düsenkopf 3 zumindest an einem Teil seiner Aussenfläche
eine Wärmeschutzschicht 32, insbesondere aus einer Keramik wie beispielsweise Zikronoxid,
auf. Bei der in Fig. 3 gezeigten Variante erstreckt sich die Wärmeschutzschicht 32
in axialer Richtung gesehen ungefähr über die gesamte Länge des Teils der Aussenfläche
des Düsenkopfs 3, der sich ausserhalb der Haltehülse 4 befindet. In Umfangsrichtung
des Düsenkopfs 3 gesehen, erstreckt sich die Wärmeschutzschicht 32 nur über einen
Teil, beispielsweise die Hälfte, des Umfangs des Düsenkopfs 3, wobei dieser Teil auf
der den Düsenlöchern 31 abgewandten Seite des Düsenkopfs 3 liegt. Es ist natürlich
auch eine solche Ausgestaltung möglich, bei der die Wärmeschutzschicht 32 den Düsenkopf
3 entlang seines gesamten Umfangs umgibt und in axialer Richtung oberhalb der Düsenlöcher
31 endet.
[0034] Die Wärmeschutzschicht 32 hat den Vorteil, dass sie die thermische Belastung des
Düsenkopfs 3 reduziert.
1. Brennstoffeinspritzdüse für einen Dieselmotor, insbesondere einen Zweitakt-Grossdieselmotor,
mit einem Düsenkörper (2) und einem mit dem Düsenkörper (2) verbundenen Düsenkopf
(3), welcher mindestens ein Düsenloch (31) aufweist, durch das der Brennstoff in einen
Verbrennungsraum austreten kann, mit einem ersten Druckraum (6) im Innern des Düsenkörpers
(2), mit einer Zuführleitung für den Brennstoff, die in den ersten Druckraum (6) einmundet,
mit mindestens einer Verbindungsleitung (13) zwischen dem ersten Druckraum (6) und
dem Düsenloch (31), sodass Brennstoff aus dem ersten Druckraum (6) zu dem Düsenloch
(31) gelangen kann, sowie mit einer im Innern des Düsenkörpers (2) angeordneten ersten
Düsennadel (7), welche mit einem ersten Ventilsitz (8) derart zusammenwirkt, dass
sie den Durchlass von dem ersten Druckraum (6) zu der Verbindungsleitung (13) öffnet
oder verschliesst, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Druckraum (6)
und dem Düsenloch (13) ein zweiter Druckraum (9) angeordnet ist, und dass eine zweite
Düsennadel (10) vorgesehen ist, die derart mit einem zweiten Ventilsitz (11) zusammenwirkt,
dass sie den Durchlass vom zweiten Druckraum (9) zu dem Düsenloch (31) öffnet oder
verschliesst.
2. Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 1, wobei der zweite Ventilsitz (11) im Düsenkopf
(3) angeordnet ist, insbesondere näher zum Düsenloch (31) als zu dem Ende des Düsenkopfs
(3), das dem Düsenkörper (2) zugewandt ist.
3. Brennstoffeinspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste und
die zweite Düsennadel (7,10) mechanisch voneinander entkoppelt sind.
4. Brennstoffeinsprizsdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zweite Düsennadel
(10) derart ausgestaltet und angeordnet ist, dass sie hydraulisch betätigbar ist.
5. Brennstoffeinspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welcher Mittel
zum Vorspannen der zweiten Düsennadel (10) zum zweiten Ventilsitz (11) hin vorgesehen
sind.
6. Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 5, bei welcher die Mittel zum Vorspannen eine
Feder (21) umfassen, die sich einerseits im Düsenkörper (2) abstützt und andererseits
auf die zweite Düsennadel (10) einwirkt.
7. Brennstoffeinspritzdüse nach Anspruch 6, wobei die Feder (21) in einem Federraum (22)
angeordnet ist, der als Ausnehmung im Düsenkörper (2) ausgestaltet ist, und wobei
eine Entlastungsleitung (24) vorgesehen ist, die in den Federraum (22) einmündet.
8. Brennstoffeinspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zweite Düsennadel
(10) im Düsenkopf (3) enthalten ist.
9. Brennstoffeinspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Düsenkopf
(3) als austauschbare Einheit ausgestaltet und angeordnet ist.
10. Brennstoffeinspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei welcher Mittel
(41,42) zur Kühlung des Düsenkopfs (3) vorgesehen sind.
11. Brennstoffeinspritzdüse nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Düsenkopf
(3) zumindest an einem Teil seiner Aussenfläche eine Wärmeschutzschicht (32), insbesondere
aus Keramik, aufweist.
12. Dieselmotor, insbesondere Zweitakt-Grossdieselmotor, mit einer Brennstoffeinspritzdüse
gemäss einem der vorangehenden Ansprüche.