[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Form für das rotative
Bedrucken, Beschichten oder Prägen von bahnförmigen Materialien, wobei auf einen Träger
mit einer zylindrischen Mantelfläche auf diese eine Elastomerschicht aus einem heißhärtenden
Silikonpolymer aufgebracht wird.
[0002] Formen der oben genannten Art werden für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt.
Bei einer Ausführung als Druckform, z.B. für den Hochdruck, insbesondere Flexodruck,
bildet die äußere Oberfläche der gravierten Elastomerschicht die farbübertragende
Fläche. Aus diesem Grund werden an die Elastomerschicht und ihre Oberfläche vielfältige
Anforderungen gestellt; beispielsweise muß sie eine ausreichende Beständigkeit gegen
gegebenenfalls in der Druckfarbe enthaltene Lösemittel, ein gutes dynamisches Verhalten
und Farbübertragungsverhalten sowie ein geringes Quellen unter der Einwirkung der
Druckfarben aufweisen und schnell und einfach nach einem Druckvorgang von der Druckfarbe
gereinigt werden können. Ganz ähnlich sind die Anforderungen, wenn die Form für Beschichtungsvorgänge,
beispielsweise als Übertragungswalze für den Flachdruck, insbesondere Offsetdruck,
eingesetzt wird. Unter dem Begriff "Beschichtung" soll hier insbesondere die Übertragung
von Druckfarben innerhalb von Druckvorgängen, insbesondere beim Flexodruck, sowie
das Übertragen von z.B. Lacken oder Klebstoffen auf bahnförmige Materialien verstanden
werden. Dabei ist je nach Bedarf sowohl eine vollflächige Übertragung als auch eine
Übertragung nur auf ausgewählten Flächenbereichen denkbar. Bei einer Verwendung der
Form als Prägeform muß die Elastomerschicht insbesondere eine gute Formbeständigkeit
und Verschleißfestigkeit auch noch bei den bei Prägeprozessen auftretenden üblichen
Temperaturen des zu prägenden Materials sowie ein gutes Trennverhalten aufweisen,
um bahnförmige Materialien mit ausreichender Wirtschaftlichkeit mit Prägungen versehen
zu können. Unabhängig von der vorgesehenen Verwendung der Form muß in jedem Fall die
Elastomerschicht gut gravierbar sein. Die bahnförmigen Materialien, die mit solchen
Formen bedruckt, beschichtet oder mit Prägungen versehen werden, können beispielsweise
Papier- oder Textilbahnen, Metall- oder Kunststofffolien oder aus verschiedenen Stoffen
zusammengesetzte Verbundmaterialien sein.
[0003] Bisher können Elastomerschichten, die sämtliche vorgenannten Anforderungen an die
Form ausreichend gut erfüllen, nur durch eine Vulkanisation von Elastomercompounds
unter Druck und bei hoher Temperatur auf druck- und temperaturstabilen Trägern hergestellt
werden. Die für die Vulkanisation erforderlichen Drücke und Temperaturen, in der Praxis
mindestens 140°C, machen die Vorhaltung entsprechender Einrichtungen, insbesondere
Autoklaven, für die Herstellung der Formen erforderlich, wobei insbesondere große
Druckformen, deren Länge bis zu mehrere Meter und deren Umfang bis zu etwa 2 m betragen
kann, sehr aufwendige Einrichtungen erfordern. Dadurch fallen entsprechend hohe Anlagen-
und Energiekosten für die Herstellung der Formen an. Zusätzlich fällt die relativ
lange Vulkanisationszeit von 12 Stunden oder mehr je Form negativ ins Gewicht. Da
auch der Träger, auf den die Elastomerschicht aufgebracht wird, den bei der Vulkanisation
auftretenden Drücken und Temperaturen über die erforderliche Zeit schadlos standhalten
muß, ist man bei der Materialauswahl für den Träger erheblich eingeschränkt, nämlich
auf zugleich ausreichend druck- und temperaturstabile Stoffe. Damit kommen in der
Praxis fast nur noch metallische Träger infrage, während Träger aus Kunststoff, die
an sich wegen ihres geringeren Gewichtes zu bevorzugen wären, kaum eingesetzt werden
können. Lediglich hochwertige glasfaserverstärkte Kunststoffe sind in der Lage, den
bei der Vulkanisation auftretenden Drücken und Temperaturen über die erforderliche
Zeitdauer standzuhalten. Aus solchen glasfaserverstärkten Kunststoffen lassen sich
zwar hohlzylindrische, leichte Träger herstellen, auf die die Elastomerschicht aufvulkanisierbar
ist, jedoch tritt hier der Nachteil auf, daß die mögliche Dickenvariation der Träger
sehr begrenzt ist. Es können deshalb nur relativ geringe Rapportlängenbereiche bei
hohlzylindrischen Formen mit einem bestimmten Innendurchmesser für einen bestimmten
festen Kernwalzen-Außendurchmesser abgedeckt werden. In der Praxis führt dies dazu,
daß in Betrieben, die die Formen einsetzen, nachteilig eine sehr große Zahl von unterschiedlichen
Kernwalzen bereitgehalten werden muß. Diese Kernwalzen sind teuer und benötigen viel
Lagerraum.
[0004] Aus der DE 196 12 927 A1 sind eine Druckmaschine und ein Bilderzeugungsverfahren
für eine Druckmaschine bekannt, wobei die Druckmaschine in einem Druckwerk einen nahtlosen
Bildzylinder aufweist, der mittels eines direkten Bilderzeugungsverfahrens innerhalb
des Druckwerks mit einem trockenbaren Polymer beschichtet wird. Nach dem Trocknen
wird die Oberflächeneigenschaft des auf den Bildzylinder aufgetragenen Polymers mittels
selektiver Laserstrahlung vollständig oder bereichsweise umgewandelt, um ihre Affinität
bezüglich einer Druckfarbe zu ändern. Der Bildzylinder kann nur im Naß- oder Trocken-Offsetdruck
verwendet werden, weil die Polymerschicht sehr dünn (typisch 2 - 10 µm) ist und deshalb
eine Gravur unmöglich ist. Für den speziellen Anwendungsfall des wasserlosen Offsetdrucks
sind als Polymere Silikone vorgesehen, wobei hier deren Eigenschaft, daß sie Druckfarben
abstoßen, wesentlich ist.
[0005] In der eigenen älteren, nicht vorveröffentlichten DE-Patentanmeldung 197 25 749.2
ist ein Verfahren zur Herstellung einer nahtlosen Druckform für den rotativen Hochdruck,
insbesondere Flexodruck, beschrieben, wobei auf einem Träger mit einer zylindrischen
Mantelfläche eine Elastomerschicht aufgebracht wird, die nach Aushärtung gravierbar
ist, wobei zur Bildung der Elastomerschicht ein kalthärtendes Silikonpolymer oder
Silikonfluorpolymer verwendet wird. Aufgrund der Verwendung kalthärtender Werkstoffe
für die Bildung der Elastomerschicht benötigt dieses Verfahren für seine Ausführung
den geringstmöglichen technischen Aufwand, so daß die Herstellung von Formen nach
diesem Verfahren relativ kostengünstig ist. Allerdings müssen bei der Durchführung
des Verfahrens relativ lange Aushärtezeiten der Elastomerschicht in Kauf genommen
werden, wobei die Aushärtezeit in der Praxis mehrere Stunden beträgt. Dieser hohe
Zeitaufwand für die Aushärtung der Elastomerschicht führt dazu, daß nur eine begrenzte
Produktivität mit dem Verfahren erreichbar ist oder daß sehr viel Lagerraum vorgehalten
werden muß, der zur Aufnahme der Formen dient, bei denen die Aushärtung der Elastomerschicht
noch nicht erfolgt ist.
[0006] Die EP 0 374 951 A2 offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer Rotationsform,
die aus einem Träger besteht, auf dessen Mantelfläche ein warmhärtendes Silikonpolymer
aufgebracht wird, das nach der Formgebung im formgebenden Werkzeug vernetzt wird.
Dazu wird das Werkzeug für eine vorbestimmte Zeit, beispielsweise etwa 10 Minuten,
auf eine vorgegebene Temperatur, beispielsweise 130°C, erhitzt. Nach erfolgter Vernetzung
kann der nun beschichtete Träger aus der Form entnommen werden. Das so hergestellte
Produkt soll bevorzugt als Fixier- und/oder Andruckwalze für den Papiertransport in
einem Fotokopiergerät eingesetzt werden. Eine Verwendung der Form für das rotative
Bedrucken, Beschichten und Prägen wird hier nicht ausdrücklich offenbart. Unabhängig
von der anderen Verwendung der gemäß diesem bekannten Verfahren hergestellten Form
hat das hier offenbarte Verfahren den Nachteil, daß die Produktivität bei der Herstellung
der Form relativ gering ist, weil das warmhärtende Silikonpolymer für eine relativ
lange Zeit innerhalb des formgebenden Werkzeugs verbleiben muß und weil das formgebende
Werkzeug zunächst vorgewärmt und dann für eine bestimmte Zeit auf der vorgegebenen
Temperatur gehalten werden muß.
[0007] Unter "heißhärtend" soll hier und im folgenden verstanden werden, daß die bei der
Werkstoffhärtung auftretenden und/oder anzuwendenden Temperaturen zwischen etwa 80°C
und 250°C liegen.
[0008] Für die vorliegende Erfindung stellt sich deshalb die Aufgabe, ein Verfahren zu finden,
mit dem eine zylindrische Form für rotatives Bedrucken, Prägen und Beschichten mit
einer heißhärtenden oder -vernetzbaren Elastomerschicht möglichst schnell und kostengünstig
beschichtet werden kann und die Form, insbesondere deren Träger, dabei thermisch nicht
oder nur geringfügig belastet wird.
[0009] Die Lösung der Aufgabe gelingt erfindungsgemäß durch ein Verfahren der eingangs genannten
Art, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß dem Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht
während seines Aufbringens und/oder nach seinem Aufbringen auf die Mantelfläche des
Trägers Wärme zugeführt wird und durch die Wärmezufuhr eine Vernetzung des Werkstoffs
gestartet wird und daß die Elastomerschicht nach Aushärtung an ihrem Außenumfang zu
einer zylindrischen Form bearbeitet und graviert wird.
[0010] Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß eine sehr
gute Qualität der Elastomerschicht bei sehr kurzen Fertigungszeiten erreicht wird.
Dabei hat sich gezeigt, daß ein heißhärtendes Silikonpolymer als Werkstoff für die
Erzeugung einer Elastomerschicht einer Form für das rotative Bedrucken, Beschichten
oder Prägen bahnförmiger Materialien geeignet ist und daß die erfindungsgemäß erzeugte
Elastomerschicht alle gestellten Anforderungen erfüllt. Dadurch, daß dem Werkstoff
zur Bildung der Elastomerschicht während seines Aufbringens und/oder nach seinem Aufbringen
auf die Mantelfläche des Trägers Wärme zugeführt wird und daß durch die Wärmezufuhr
eine Vernetzung des Werkstoffs gestartet wird, wird sichergestellt, daß der Werkstoff
auf dem Träger zunächst eine relativ gleichmäßige Schicht bildet und dann erst die
Aushärtung einsetzt; dadurch werden Grenzflächen innerhalb der Elastomerschicht sicher
vermieden. Gleichzeitig wird aber eine schnelle Aushärtung des Werkstoffs zu der Elastomerschicht
sichergestellt, was eine hohe Produktivität des Verfahrens und damit eine hohe Wirtschaftlichkeit
ermöglicht. Trotz der Verwendung heißhärtender Werkstoffe entfallen weitgehend temperaturbedingte
Einschränkungen bei der Auswahl der Materialien für den Träger, weil die für die Heißhärtung
erforderliche Temperatur nur für jeweils relativ kurze Zeit angewendet werden muß.
Deshalb können für den Träger hier auch Materialien zur Verwendung kommen, die bisher
für diesen Einsatzzweck als ausgeschlossen galten. Hier sind insbesondere Kunststoffe
zu nennen, die wegen ihrer im Vergleich zu Metallen geringen Wärmebeständigkeit auf
diesem Gebiet der Formenherstellung früher nicht eingesetzt wurden. Die Verwendung
von Kunststoffen anstelle von Metallen für den Träger liefert erhebliche Gewichtsreduzierungen,
was den Transport und die Handhabung der Formen wesentlich erleichtert. Weiterhin
ist als Vorteil zu nennen, daß bei der Herstellung von hülsenförmigen Trägern und
Formen die Träger mit sehr unterschiedlichen Wanddicken hergestellt werden können,
so daß bei Vorgabe eines bestimmten Innendurchmessers des Trägers sehr viele unterschiedliche
Rapportlängen abgedeckt werden können. Dadurch wird beim Benutzer der hülsenförmigen
Formen die Zahl der vorzuhaltenden Kernwalzen reduziert. Gleichzeitig bleibt aber
auch die Möglichkeit bestehen, metallische Träger zu verwenden, da die Elastomerschicht
aus den genannten heißhärtenden Werkstoffen sowohl auf einem Träger aus Kunststoff
als auch auf einem Träger aus Metall nach ihrer Aushärtung mit für den betrieblichen
Einsatz völlig ausreichender Haltbarkeit haftet.
[0011] Bevorzugt sind die Formen nahtlose Formen; alternativ kann die Elastomerschicht auch
zunächst flach hergestellt und dann rundgebogen auf den Träger aufgebracht, z.B. aufgeklebt,
werden.
[0012] Wenn das Silikonpolymer als Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht in Form eines
Einkomponentenwerkstoffs eingesetzt wird, ist es relativ einfach handhabbar und seine
Vorhaltung, Aufbereitung und Auftragung auf den Träger erfordert nur einen relativ
geringen technischen Aufwand. Andererseits müssen bei Einkomponentenwerkstoffen in
der Regel kürzere Lagerfähigkeitszeiten in Kauf genommen werden. Alternativ kann das
Silikonpolymer auch in Form eines Zweikomponentenwerkstoffs eingesetzt werden. Hierdurch
werden vorteilhaft längere Lagerfähigkeitszeiten ermöglicht, was eine höhere Produktivität
erlaubt und geringere Herstellungskosten für die Form ermöglicht. Andererseits erfordert
der Einsatz von Zweikomponentenwerkstoffen einen etwas höheren technischen Aufwand
für ihre Aufbereitung und Aufbringung, was sich aber bei der Fertigung von großen
Stückzahlen von Formen schnell amortisiert.
[0013] Bevorzugt ist weiter vorgesehen, daß der Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht
in einem flüssigen oder pastösen Zustand auf den Träger aufgebracht wird. Durch diesen
Zustand des Werkstoffs während seines Aufbringens auf den Träger wird eine einfache
Handhabung erreicht, was einer hohen Produktivität des Verfahrens und damit dessen
Wirtschaftlichkeit zugute kommt.
[0014] Eine Weiterbildung sieht vor, daß bei einkomponentigem Werkstoff dieser in einer
Einkomponenten-Dosieranlage verarbeitet wird und daß bei zweikomponentigem Werkstoff
dessen Komponenten in einer Mehrkomponenten-Dosier- und -Mischanlage verarbeitet und
aufbereitet werden. Die Verwendung einer derartigen Anlage macht die Ausführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens technisch vergleichsweise einfach und zuverlässig und
bietet einen kostengünstigen und gefahrenarmen Betrieb und damit eine entsprechend
kostengünstige Ausführung des Verfahrens. Für den Mischvorgang kann wahlweise ein
dynamisches, angetriebenes Mischelement oder ein statischer Mischer Verwendung finden.
[0015] Weiter sieht das Verfahren bevorzugt vor, daß der Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht
im Rotationsgießverfahren auf die Mantelfläche des Trägers aufgebracht wird. Das Rotationsgießverfahren
für das Aufbringen der Elastomerschicht auf den Träger ist deshalb besonders vorteilhaft,
weil es keinerlei Gießformen erfordert und so mit einfachen Mitteln die Herstellung
einer nahtlosen Form ermöglicht. Außerdem ist dabei die Zufuhr der Wärme für den Start
der Vernetzung des Werkstoffs besonders einfach, weil der Werkstoff offen auf dem
Träger liegt. Rotationsgießanlagen sind an sich dem Fachmann bekannt, z.B. aus der
Beschichtungstechnik.
[0016] Um beim Aufgießen des die Elastomerschicht bildenden Werkstoffs auf die Mantelfläche
des Trägers eine möglichst gleichmäßige und reproduzierbare Schichtdicke zu erzielen,
ist bevorzugt vorgesehen, daß das Aufgießen in Form eines eine Schraubenlinie beschreibenden
raupenförmigen Werkstoffstranges erfolgt. Die Schraubenlinienform läßt sich in einfacher
Weise dadurch erreichen, daß der Träger um seine Längsmittelachse gedreht wird und
daß der Träger und die den Materialstrang ausgebende Vorrichtung oder Anlage in Längsrichtung
des Trägers relativ zueinander verschoben werden. Für die Verfahrensausführung genügen
hier einfache Vorrichtungen und Antriebsmittel, die kostengünstig herstellbar und
betreibbar sind. Aufgrund des weiter oben angegebenen bevorzugten flüssigen oder pastösen
Zustandes des Werkstoffstranges und der Drehung des Trägers verlaufen die benachbarten
Gänge des Stranges ineinander und bilden so vor der Vernetzung des Werkstoffs eine
homogene Schicht mit relativ gleichmäßiger Schichtdicke.
[0017] Bevorzugt wird die Wärme dem Werkstoff mittels Wärmestrahlung berührungslos zugeführt.
Beschädigungen der aufgebrachten Werkstoffschicht werden so vermieden. Außerdem können
auf diese Weise einfache Vorrichtungen zur Zuführung der Wärme verwendet werden, beispielsweise
elektrisch betriebene Wärmestrahler. Die Wärmequelle für die Zufuhr der Wärme zum
Werkstoff kann Teil der Einrichtung zum Auftragen des Werkstoffs auf den Träger sein,
wobei dann der Start der Vernetzung des Werkstoffs schon während seines Aufbringens
auf den Träger erfolgt. Alternativ kann die Wärmequelle für die Zufuhr der Wärme zum
Werkstoff auch eine separate Einrichtung sein, in die der vollständig mit dem Werkstoff
beschichtete Träger nach Abschluß der Beschichtung überführt wird, wobei dann der
Werkstoff zunächt ohne Vernetzungsstart auf den Träger aufgebracht wird und die Vernetzung
erst anschließend gestartet wird. Schließlich ist es auch möglich, beide Wärmequellen
nacheinander einzusetzen, um eine besonders zuverlässige Erwärmung und damit einen
besonders sicheren und vollständigen Vernetzungsstart zu gewährleisten.
[0018] Wenn Träger verwendet werden, die besonders wärmeempfindlich sind, wird vorgeschlagen,
daß während der Wärmezufuhr zum Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht der Träger
gekühlt wird. Bei Trägern, die innen hohl sind, ist die Kühlung ohne weiteres durch
Hindurchführung eines Kühlmediums, z.B. Kühlluft oder Kühlwasser, möglich; bei an
sich massiven Trägern können zum Zweck der Kühlung beispielsweise speziell dafür angelegte
Kühlmittelkanäle vorgesehen werden, um die gewünschte Kühlung zu ermöglichen.
[0019] Zur Erzielung optimaler Druck-, Übertragungs- oder Prägequalitäten und Standzeiten
der Formen hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, die Elastomerschicht mit einer
Dicke zwischen etwa 1 und 5 mm zu erzeugen. Damit ist die Elastomerschicht vorteilhaft
dünn, was einen sparsamen Werkstoffverbrauch gewährleistet und mit zu niedrigen Herstellungskosten
für die Formen beiträgt. Außerdem sorgt die relativ geringe Dicke der Elastomerschicht
für eine Minimierung des Walkens der Elastomerschicht während des Betriebeinsatzes,
was wesentlich dazu beiträgt, daß lange Standzeiten der Formen erreicht werden.
[0020] Ebenso ist für eine gute Druck-, Übertragungs- oder Prägequalität eine exakte Geometrie,
insbesondere ein exakter Durchmesser und ein genauer Rundlauf der Formen wesentlich.
Um diese Genauigkeit zu gewährleisten, ist vorgesehen, daß die Elastomerschicht nach
ihrer Aushärtung zur Bearbeitung auf eine zylindrische Umfangsform geschliffen wird.
[0021] Um die pro Form eingesetzte Menge der relativ teuren Elastomerschicht-Werkstoffe
reduzieren zu können und um die Eigenschaften, insbesondere die Härte und Elastizität,
der Elastomerschicht beeinflussen zu können, ist vorgesehen, daß dem Werkstoff zur
Bildung der Elastomerschicht vor dem Aufbringen auf den Träger mindestens ein Füllstoff
beigegeben wird. Durch Variation des Mengenverhältnisses zwischen dem Werkstoff an
sich einerseits und dem Füllstoff oder den Füllstoffen andererseits können die mechanischen
und auch chemischen Eigenschaften der Elastomerschicht in weiten Bereichen in gewünschter
Weise beeinflußt werden.
[0022] Als Füllstoff wird bevorzugt mindestens ein Mineralstoff verwendet, da Mineralstoffe
einerseits relativ kostengünstig sind und andererseits entweder durch Reaktion mit
dem Werkstoff Silikonpolymer oder dessen Komponenten die Eigenschaften der fertigen
Elastomerschicht positiv beeinflussen oder sich gegenüber dem Werkstoff Silikonpolymer
chemisch inert verhalten. Aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften
geeignete Mineralstoffe für die Verwendung im erfindungsgemäßen Verfahren sind z.B.
Quarzmehl, Kieselsäure, Kalziumcarbonat, Talkum, Glimmer oder Aluminiumhydroxid.
[0023] Wenn eine Form mit besonders geringem Gewicht hergestellt werden soll, die einfach
handhabbar und insbesondere kostengünstig transportierbar ist, wird bevorzugt als
Träger eine Hülse aus Kunststoff verwendet. Die Verwendung von Hülsen als Träger für
Druckformen ist an sich bereits bekannt, aber bisher in der Praxis nur auf dem Gebiet
von Tiefdruck- und Offsetdruckformen oder von Klischeehülsen mit gebogenen und aufgeklebten
Klischeeplatten. An ihrem Innenumfang können die Hülsen wahlweise zylindrisch oder
leicht konisch sein, wie ebenfalls an sich bekannt; der Außenumfang der fertigen Form
muß in jedem Fall zylindrisch sein.
[0024] Sofern als Träger eine Kunststoffhülse verwendet wird, wird diese bevorzugt ein-
oder mehrlagig aus elastomeren und/oder duroplastischen Materialien in Form von Schäumen
und/oder Vergußmassen hergestellt. Dabei können diese Materialien, sofern die Form
nicht als Prägeform bei der Prägung von heißen Materialien, wie Thermoplastfolien,
eingesetzt werden soll, durchaus temperaturempfindlich sein, da eine Vulkanisation
für die Aufbringung der äußeren Elastomerschicht als druckende oder übertragende oder
prägende Oberfläche nicht erforderlich ist; der Träger muß lediglich der allerdings
relativ kurzzeitigen Wärmeanwendung für die Heißhärtung der Elastomerschicht standhalten.
[0025] Insbesondere Materialien in Form von Schäumen besitzen ein geringes Raumgewicht und
erlauben deshalb die Herstellung von Hülsen mit relativ großen Wandungsdicken, ohne
daß deren Gewicht unzuträglich hoch wird. Auf diese Weise kann bei gleichbleibendem
Innendurchmesser der Hülse der Außenumfang der Formen in einem großen Bereich variieren,
wodurch entsprechend große Rapportlängenbereiche abgedeckt werden können. Der Verwender
der Formen muß dann nur noch relativ geringe Zahlen von Kernwalzen, auf die die hülsenförmigen
Formen für den Druck- oder Übertragungs- oder Prägebetrieb aufgezogen werden, vorhalten.
[0026] Wenn Benutzer, die schon Metallhülsen besitzen und weiterhin benutzen wollen, bedient
werden sollen, dann wird als Träger eine hohlzylindrische Hülse aus Metall verwendet,
wobei das Metall bevorzugt Nickel ist. Metallhülsen sind vorteilhaft mehrfach verwendbar,
indem sie wiederholt aufgearbeitet, d.h. neu beschichtet werden.
[0027] Weiterhin ist auch eine Mischbauweise des Trägers aus Kunststoff und Metall möglich.
[0028] Falls ein geringes Gewicht der Formen keine Rolle spielt oder falls der Anwender
der Formen für die Verwendung von Hülsenformen technisch nicht ausgerüstet ist, kann
als Träger auch ein Metallzylinder verwendet werden, z.B. aus Aluminium oder Stahl.
[0029] Das Gravieren der ausgehärteten Elastomerschicht erfolgt vorzugsweise mittels Lasergravur,
weil dieses Gravurverfahren besonders schnell und kostengünstig ausführbar ist und
weil es unter Kontrolle von zuvor digital gespeicherten Daten ausführbar ist. Versuche
haben gezeigt, daB die Oberfläche der Elastomerschicht einer erfindungsgemäßen Form
mittels Laserstrahlen gravierbar ist. Damit erfüllen die nach dem beschriebenen Verfahren
hergestellten Formen auch besonders gut die Forderung nach einfacher und schneller
Gravierbarkeit. Durch geeignete Auswahl von Vernetzungsgrad der Elastomerschicht und
Art und Menge der gegebenenfalls eingesetzten Füllstoffe läßt sich die Lasergravierbarkeit
der Elastomerschicht in der gewünschten Weise einstellen und optimieren. Im Idealfall
erfolgt beim Auftreffen eines fokussierten Laserstrahls auf die Elastomerschicht eine
unmittelbare punktuelle Verdampfung und/oder Veraschung ohne nennenswertes Schmelzen
der benachbarten Bereiche.
[0030] Zusammenfassend ist festzustellen, daß das erfindungsgemäße Verfahren mit seinen
Ausgestaltungen die Herstellung von Formen für das rotative Bedrucken, Beschichten
oder Prägen von bahnförmigen Materialien ermöglicht, die alle in der Praxis gestellten
Anforderungen erfüllen, wobei das Verfahren mit geringem technischen Aufwand sowie
schnell und kostengünstig ausführbar ist und hinsichtlich der Materialauswahl für
den Träger und dessen geometrischer Gestaltung eine große Freiheit bietet.
[0031] Im folgenden wird ein Beispiel für eine Werkstoff-Zusammensetzung angegeben, die
zur Bildung einer Elastomerschicht geeignet ist. Die folgenden Prozentangaben sind
immer Gewichtsprozente.
Beispiel:
Zweikomponenten-Silikonpolymer-Werkstoff
[0032]
| Komponente A: |
| Vinylgruppenhaltige Polysiloxane |
40 - 90 % |
| Amorphe Kieselsäure |
0,2 - 10 % |
| Füllstoff |
0 - 70 % |
| Platinkatalysator |
0,01 - 3 % |
| Mehrfunktionelle Vinylverbindung |
0,2 - 4 % |
| Ethin-Verzögerer |
0 - 5 % |
| Zeolith |
0,5 - 10 % |
| Komponente B: |
| Mehrfunktionelle Silanverbindungen |
2 - 20 % |
[0033] Sowohl die Komponente A als auch die Komponente B dieses Werkstoffs gemäß dem vorstehenden
Beispiel sind getrennt voneinander über viele Monate lagerfähig. Werden die Komponente
A und die Komponente B zur Bildung des Werkstoffs, aus dem die Elastomerschicht erzeugt
werden soll, gemischt, so tritt zunächst noch keine oder praktisch keine Reaktion
der Komponenten miteinander auf, d.h. es tritt noch keine Aushärtung oder Vernetzung
auf. Erst durch eine Erwärmung auf über etwa 80°C wird, sofern kein oder nur sehr
wenig Ethin-Verzögerer eingesetzt wird, die Vernetzung gestartet, so daß auch erst
dann die Aushärtung des Werkstoffs beginnt. Durch eine Erhöhung des Anteils des Ethin-Verzögerers
wird die Vernetzungs-Starttemperatur angehoben.
[0034] Nach der im Beispiel dargelegten Rezeptur kann durch Vermischung der Komponente A
und der Komponente B auch ein Einkomponenten-Silikonpolymer-Werkstoff hergestellt
werden, der allerdings nur relativ kurze Zeit, d.h. einige Wochen, lagerfähig ist.
Auch bei Ausführung als Einkomponenten-Werkstoff tritt, sofern kein oder nur sehr
wenig Ethin-Verzögerer eingesetzt wird, erst nach einer Erwärmung auf über etwa 80°C
eine Vernetzung und damit Aushärtung des Werkstoffs auf. Ein höherer Ethin-Verzögerer-Anteil
erhöht auch hier die Vernetzungs-Starttemperatur.
[0035] Die übliche Temperatur zur Vernetzung und Aushärtung der Silikonpolymer-Werkstoffe
gemäß Beispiel liegt bei etwa 180°C; eine Aushärtung ist aber möglich in einem Temperaturbereich,
der sich von etwa 80°C bis maximal etwa 250°C erstreckt. Die Zeitdauer, über die diese
Temperatur innerhalb der Werkstoffe vorliegen muß, ist relativ kurz; in der Praxis
beträgt diese Zeitdauer selbst bei großen Formen nicht mehr als etwa 30 Minuten. Wenn
eine schnellere Aushärtung gewünscht wird, ist dies durch Erhöhung der Temperatur
erreichbar; umgekehrt muß bei geringeren Temperaturen eine längere Aushärtezeit kalkuliert
werden.
[0036] Abschließend wird im folgenden anhand einer Zeichnung eine Anlage beschrieben, mit
der Formen gemäß der vorliegenden Erfindung herstellbar sind. Die Figuren der Zeichnung
zeigen:
- Figur 1
- eine Anlage zur Herstellung von Formen in einer vereinfachten Frontalansicht und
- Figur 2
- die Anlage aus Figur 1 im Querschnitt entlang der Linie II - II in Figur 1.
[0037] Gemäß Figur 1 besteht die Anlage 1 aus einem Maschinenbett 10, auf dem, ähnlich wie
an einer Drehmaschine, am linken Ende ein Spindelstock 11 und am rechten Ende ein
Reitstock 13 angeordnet sind. Der Spindelstock 11 ist auf dem Maschinenbett 10 fest
angeordnet; nach rechts ragt aus dem Spindelstock 11 eine drehantreibbare Spindel
12 vor. Der Reitstock 13 am entgegengesetzten Stirnende des Maschinenbetts 10 ist
in einer Gleitführung 13' in Längsrichtung des Maschinenbetts 10 verschiebbar und
in gewünschten Stellungen festlegbar. Am Reitstock 13 ist in Flucht mit der Spindel
12 eine Mitläuferspitze 14 drehbar gelagert.
[0038] Zwischen der Spindel 12 und der Mitläuferspitze 14 ist eine Kernwalze 30 mittels
ihrer Achsstummel 31, 32 eingespannt, so daß sich bei Drehung der Spindel 12 die Kernwalze
30 ebenfalls im Sinne des Drehpfeiles 39 um ihre Längsmittelachse dreht.
[0039] Auf der Kernwalze 30 ist eine Hülse 33 angeordnet, die beispielsweise mittels eines
Druckmediums auf die Kernwalze 30 aufgezogen ist und auf gleiche Weise von dieser
abgezogen werden kann.
[0040] Weiterhin umfaßt die Anlage 1 eine Auftrageinrichtung 2, die an einem Tragrahmen
25 gehaltert ist. Der Tragrahmen 25 ist an seinem unteren Ende auf einem Längssupport
26 befestigt, der entlang einer hier verdeckten Gleitführung 26' parallel zur Gleitführung
13' in Längsrichtung des Maschinenbetts 10 verfahrbar ist. Am oberen Ende des Tragrahmens
25 ist als Teil der Auftrageinrichtung ein Mischkopf 22 gehaltert, der ein dynamisches
Mischelement mit einem elektromotorischen Antrieb 23 aufweist. Zu dem Mischkopf 22
führen mehrere Leitungen 21, im vorliegenden Beispiel zwei Zuführleitungen und zwei
Rezirkulationsleitungen, durch die die Komponenten eines Zweikomponenten-Elastomerwerkstoffs
aus Vorratsbehältern über zumindest teilweise elastisch-flexible Leitungsbereiche
zum Mischkopf 22 transportiert und bei Bedarf, insbesondere bei Unterbrechungen des
Austrags, zurückgeleitet werden. Im Mischkopf 22 erfolgt eine Aufbereitung und Mischung
des Elastomerwerkstoffs, der dann anschließend in Form eines Materialstranges 34'
durch eine unter dem Mischkopf 22 angeordnete Düse 24 auf den Außenumfang der Hülse
33 aufgetragen wird. Das Auftragen erfolgt in Form einer Schraubenlinie, wobei die
Kernwalze 30 mit der Hülse 33 in Richtung des Drehpfeiles 39 rotiert und die Auftrageinrichtung
2 mittels des Längssupports 26 in Richtung des Bewegungspfeiles 29 verfahren wird.
Die Drehgeschwindigkeit der Kernwalze 30 mit der Hülse 33, die Vorschubgeschwindigkeit
des Längssupports 26 und der Materialdurchsatz durch die Düse 24 sind dabei so aufeinander
abgestimmt, daß sich die einzelnen Windungen des Materialstranges 34' unmittelbar
aneinander anlegen, bevor eine Aushärtung oder Vernetzung auftritt, so daß eine gleichmäßige,
vollflächige Beschichtung 34 der Hülse 33 erzielt wird. In der Figur 1 ist der rechte
Teil der Hülse 33 bereits mit der Beschichtung 34 versehen; dieser Beschichtungsvorgang,
wie zuvor beschrieben, setzt sich fort, bis der linke Endbereich der Hülse 33 erreicht
ist.
[0041] Schließlich umfaßt die Anlage 1 noch einen mit dem Tragrahmen 25 verbundenen Wärmestrahler
27, der unterhalb des bereits beschichteten Teils der Hülse 33 angeordnet ist und
der sich zusammen mit dem Längssupport 26 in Richtung des Bewegungspfeils 29 bewegt.
Der Wärmestrahler 27 gibt seine Wärmestrahlung auf die Oberfläche der Beschichtung
34 ab, wodurch diese erwärmt wird. Sobald die Beschichtung 34 eine vorgegebene Temperatur,
beispielsweise 100°C, erreicht oder überschreitet, wird in dieser Beschichtung 34
die Aushärtung oder Vernetzung gestartet. Wie Figur 1 deutlich zeigt, läuft der Wärmestrahler
27 der Düse 24 in Axialrichtung der Hülse 33 gesehen nach, so daß für die Beschichtung
34 zunächst noch ausreichend Zeit bleibt, nach dem Austritt aus der Düse 24 auf der
Hülse 33 eine gleichmäßige Schicht zu bilden, bevor die Erwärmung einsetzt.
[0042] Die Figur 2 zeigt in ihrem unteren Teil im Querschnitt das Maschinenbett 10. Auf
dem vorderen, d.h. in der Zeichnung rechten Teil seiner Oberseite trägt das Maschinenbett
10 die Gleitführung 13' für den Reitstock 13, der im Hintergrund erkennbar ist. Hinten
am Maschinenbett 10, d.h. in der Zeichnung links, ist die Gleitführung 26' für den
Längssupport 26 angebracht, wobei die Gleitführung 26' hier aus insgesamt drei Führungsschienen
gebildet ist. Auf der Oberseite des Längssupports 26 ist der Tragrahmen 25 befestigt,
der sich galgenartig nach oben und dann nach vorne, d.h. in der Zeichnung nach rechts,
erstreckt. Am freien oberen Ende des Tragrahmens 25 ist die Auftrageinrichtung 2 befestigt.
Die Verbindung zwischen der Auftrageinrichtung 2 und dem Tragrahmen 25 erfolgt dabei
am Mischkopf 22. In den Mischkopf 22 münden die Zuführleitungen 21, von denen hier
nur zwei sichtbar sind. Oberhalb des Mischkopfes 22 ist der dessen Antrieb 23 bildende
Elektromotor sichtbar.
[0043] Nach unten ragt aus dem Mischkopf 22 die Düse 24 vor, aus der nach unten der Materialstrang
34' zur Erzeugung der Elastomerschicht 34 austritt. Die Düse 24 befindet sich dabei
in einem geringen Abstand von der äußeren Umfangsfläche der Hülse 33, die auf der
Kernwalze 30 angeordnet ist. Wie die Figur 2 verdeutlicht, besteht die Kernwalze 30
aus Metall, vorzugsweise Stahl, während die Hülse 33 aus Kunststoff besteht und damit
nur ein geringes Gewicht aufweist. Durch den Drehpfeil 39 ist die Drehrichtung der
Kernwalze 30 mit der Hülse 33 während der Aufbringung der Elastomerschicht 34 angegeben.
[0044] Unterhalb der Kernwalze 30 mit der Hülse 33 und der Elastomerschicht 34 ist der Wärmestrahler
27 erkennbar, der über einen nicht eigens bezifferten Ausleger mit dem Tragrahmen
25 verbunden ist.
[0045] Nach Fertigstellung der Beschichtung 34 kann die Hülse 33 zusammen mit der zugehörigen
Kernwalze 30 oder auch getrennt von dieser unmittelbar einer weiteren Bearbeitung,
insbesondere Schleifen und Gravieren der Elastomerschicht 34, zugeführt werden.
1. Verfahren zur Herstellung einer Form für das rotative Bedrucken, Beschichten oder
Prägen von bahnförmigen Materialien, wobei auf einen Träger (33) mit einer zylindrischen
Mantelfläche auf diese eine Elastomerschicht (34) aus einem heißhärtenden Silikonpolymer
aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht (34) während seines Aufbringens und/oder
nach seinem Aufbringen auf die Mantelfläche des Trägers (33) Wärme zugeführt wird
und durch die Wärmezufuhr eine Vernetzung des Werkstoffs gestartet wird und daß die
Elastomerschicht (34) nach Aushärtung an ihrem Außenumfang zu einer zylindrischen
Form bearbeitet und graviert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht (34) in einem flüssigen oder pastösen
Zustand auf den Träger (33) aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei einkomponentigem Werkstoff dieser in einer Einkomponenten-Dosieranlage verarbeitet
wird und daß bei zweikomponentigem Werkstoff dessen Komponenten in einer Mehrkomponenten-Dosier-
und -Mischanlage (2) verarbeitet und aufbereitet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht (34) im Rotationsgießverfahren auf
die Mantelfläche des Trägers (33) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufgießen in Form eines eine Schraubenlinie beschreibenden raupenförmigen Werkstoffstranges
(34) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärme dem Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht (34) mittels Wärmestrahlung
berührungslos zugeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß während der Wärmezufuhr zum Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht (34) der Träger
(33) gekühlt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Elastomerschicht (34) mit einer Dicke zwischen etwa 1 und 5 mm erzeugt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Elastomerschicht (34) nach ihrer Aushärtung zur Bearbeitung auf eine zylindrische
Außenumfangsform geschliffen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß dem Werkstoff zur Bildung der Elastomerschicht (34) vor dem Aufbringen auf den Träger
(33) mindestens ein Füllstoff beigegeben wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß als Füllstoff mindestens ein Mineralstoff verwendet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Träger (33) eine Hülse aus Kunststoff verwendet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse ein- oder mehrlagig aus elastomeren und/oder duroplastischen Materialien
in Form von Schäumen und/oder Vergußmassen hergestellt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß als Träger (33) eine Hülse aus Metall, vorzugsweise Nickel, verwendet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Träger (33) ein Metallzylinder verwendet wird, der vorzugsweise aus Aluminium
oder Stahl besteht.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Gravieren der ausgehärteten Elastomerschicht (34) mittels Lasergravur erfolgt.
1. Process for the manufacture of a pattern for the rotary printing, coating or embossing
of materials in web form, whereby an elastomer coating (34) of hot-curing silicon
polymer is applied to a carrier (33) with a cylindrical circumference,
characterised in that
heat is fed to the material that forms the elastomer coating (34) as it is being applied
and/or after it has been applied to the circumference of the carrier (33) and a cross-linking
of the material is started due to the heat being applied and that the outside circumference
of the elastomer coating (34) is machined to a cylindrical shape and engraved after
it has cured.
2. Process according to claim 1, characterised in that the material for forming the elastomer coating (34) is applied to the carrier (33)
in the form of a liquid or paste.
3. Process according to claim 1 or 2, characterised in that when using a single-component material this is processed in a single-component dosing
machine and, when using a two-component material, the components are processed and
prepared in a multi-component dosing and mixing machine (2).
4. Process according to claim 2 or 3, characterised in that the material for forming the elastomer coating (34) is applied to the circumference
of the carrier (33) in a rotary casting process.
5. Process according to claim 4, characterised in that the casting takes place in the form of a worm-shaped strand of material (34), which
describes a helical line.
6. Process according to one of the claims 1 to 5, characterised in that heat is applied to the material for forming the elastomer coating (34) by means of
heat radiation without making contact.
7. Process according to claim 6, characterised in that the carrier (33) is cooled while heat is being applied to the material for forming
the elastomer coating (34).
8. Process according to one of the claims 1 to 7, characterised in that the elastomer coating is produced with a thickness between about 1 and 5mm.
9. Process according to one of the claims 1 to 8, characterised in that the outside circumference of the elastomer coating (34) is machined to a cylindrical
shape after it has cured.
10. Process according to one of the claims 1 to 9, characterised in that at least one filler is added to the material for forming the elastomer coating (34)
before it is applied to the carrier (33).
11. Process according to claim 10, characterised in that at least one mineral material is used as a filler.
12. Process according to one of the claims 1 to 11, characterised in that a sleeve made of plastic is used as the carrier (33)
13. Process according to claim 12, characterised in that the sleeve is made from single or multi-layered elastomer and/or duroplastic materials
in the form of foams and/or pourable sealing compounds.
14. Process according to one of the claims 1 to 13, characterised in that a sleeve made of metal, preferably nickel, is used as the carrier (33).
15. Process according to one of the claims 1 to 11, characterised in that a metal cylinder is used for the carrier (33), which is preferably made from aluminium
or steel.
16. Process according to one of the claims 1 to 15, characterised in that the engraving of the cured elastomer coating (34) is carried out using a laser engraving
process.
1. Procédé pour la fabrication d'une matrice pour l'impression, le revêtement ou l'estampage
par rotation de matières en forme de bande, une couche en élastomère (34) en un polymère
de silicone thermodurcissable étant déposée sur un support (33), qui comporte une
surface d'enveloppe cylindrique, sur cette dernière, caractérisé en ce qu'on envoie de la chaleur à la matière destinée à la formation de la couche en élastomère
(34) pendant son dépôt et/ou après son dépôt sur la surface d'enveloppe du support
(33) et on initialise, au moyen de l'apport de chaleur, une réticulation de la matière
et en ce que, après son durcissement, la couche en élastomère (34) est usinée et gravée sur sa
périphérie pour obtenir une forme cylindrique.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la matière destinée à la formation de la couche en élastomère (34) est appliquée
à l'état liquide ou à l'état pâteux sur le support (33).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, dans le cas d'une matière à un seul composant, cette dernière est traitée dans une
installation de dosage d'un seul composant et en ce que, dans le cas d'une matière à deux composants, ses composants sont traités et mélangés
dans une installation de dosage et de mélange à plusieurs composants (2).
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que la matière destinée à la formation de la couche en élastomère (34) est appliquée
sur la surface d'enveloppe du support (33) selon un procédé de moulage par rotation.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le moulage est réalisé sous la forme d'une barre de matière (34) en forme de chenille
décrivant une ligne hélicoïdale.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la chaleur est envoyée sans contact à la matière destinée à la formation de la couche
en élastomère (34) au moyen d'un rayonnement de chaleur.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'on refroidit le support (33) pendant l'amenée de la chaleur à la matière destinée
à la formation de la couche en élastomère (34).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la couche en élastomère (34) est réalisée avec une épaisseur comprise entre 1 et
5 mm.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la couche en élastomère (34) est rectifiée après son durcissement pour son traitement
pour obtenir une forme périphérique extérieure cylindrique.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que l'on ajoute au moins une matière de remplissage à la matière destinée à la formation
de la couche en élastomère (34), avant son application sur le support (33).
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on utilise au moins une matière minérale en tant que matière de remplissage.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'on utilise, en tant que support (33), une gaine en matière plastique.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que la gaine est réalisée avec une ou plusieurs couches à partir de matières élastomères
et/ou thermodurcissables se présentant sous la forme de mousses et/ou d'une masse
de scellement.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que l'on utilise, en tant que support (33), une gaine en métal, de préférence en nickel.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé en ce que l'on utilise, en tant que support (33), un cylindre métallique qui est réalisé, de
préférence, en aluminium ou en acier.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que le gravage de la couche en élastomère (34) durcie est réalisé au moyen d'une gravure
par laser.