[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von kratzfesten
Beschichtungen, insbesondere von kratzfesten Mehrschichtlackierungen.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem für dieses Verfahren geeignete Beschichtungsmittel.
[0003] In den vergangenen Jahren wurden bei der Entwicklung säure- und etchbeständiger Klarlacke
für die Automobilserienlackierung große Fortschritte erzielt. In neuerer Zeit besteht
nun vermehrt der Wunsch der Automobilindustrie nach kratzfesten Klarlacken, die gleichzeitig
in den übrigen Eigenschaften das bisherige Eigenschaftsniveau beibehalten.
[0004] Derzeit gibt es aber zur quantitativen Beurteilung der Kratzfestigkeit einer Beschichtung
verschiedene Prüfmethoden, wie beispielsweise die Prüfung mittels des BASF-Bürstentests,
mittels der Waschbürstenanlage der Firma AMTEC oder verschiedene Prüfmethoden von
Automobilherstellern u.a. Nachteilig ist jedoch, daß die einzelnen Prüfergebnisse
nicht in jedem Fall korrelierbar sind, d.h. daß die Prüfergebnisse bei ein und derselben
Beschichtung je nach gewählter Prüfmethode sehr unterschiedlich ausfallen können und
das Bestehen eines Kratzfestigkeitstests u.U. keine Rückschlüsse auf das Verhalten
in einem anderen Kratztest erlaubt.
[0005] Es besteht daher der Wunsch nach einer Methode zur quantitativen Beurteilung der
Kratzfestigkeit, bei der mit Hilfe von nur einer Untersuchung der Probe zuverlässige
Aussagen über die Kratzfestigkeit der Beschichtung möglich sind. Insbesondere sollte
das Ergebnis dieser Untersuchung zuverlässige Rückschlüsse auf die Kratzfestigkeit
der Beschichtung in den verschiedenen, obengenannten Tests der Kratzfestigkeit erlauben.
[0006] In der Literatur sind nun bereits einige Untersuchungen über die physikalischen Vorgänge
bei der Erzeugung von Kratzern und daraus abgeleitete Zusammenhänge zwischen der Kratzfestigkeit
und anderen physikalischen Kenngrößen der Beschichtung beschrieben. Eine aktuelle
Übersicht über verschiedene Literatur zu kratzfesten Beschichtungen findet sich beispielsweise
in J.L. Courter, 23rd Annual International Waterborne, High-Solids and Powder Coatings
Symposium, New Orleas 1996.
[0007] Außerdem wird beispielsweise in dem Artikel von S. Sano et al., "Relationship Between
Viscoelastic Property and Scratch Resistance of Top-Coat Clear Film", Toso Kagaku
1994,
29 (12), Seiten 475 - 480, die Kratzfestigkeit von verschiedenen, thermisch härtenden
Melamin/Acrylat- oder Isocyanat/Acrylat-Systemen mit Hilfe eines Waschbürstentests
ermittelt und die gefundene Kratzfestigkeit in Bezug zu viskoelastischen Eigenschaften
der Beschichtung gesetzt.
[0008] Aus den dort beschriebenen Prüfergebnissen folgern die Autoren, daß Beschichtungen
dann eine gute Kratzfestigkeit zeigen, wenn entweder das sogenannte "Inter-crosslinking
molecular weight" unter 500 liegt oder wenn die Glasübergangstemperatur 15 °C oder
niedriger ist. Im Falle der Klarlackfilme im Automobilbereich ist es allerdings erforderlich,
daß zur Erzielung einer ausreichenden Härte der Beschichtungen die Glasübergangstemperatur
oberhalb von 15 °C liegt. Die Verbesserung der Kratzfestigkeit durch Erhöhen der Anzahl
der Vernetzungspunkte führt in der Praxis außerdem oft zu vielfältigen Problemen,
wie beispielsweise einer unzureichenden Lagerstabilität sowie einer oft nur unvollständigen
Reaktion aller Vernetzungsstellen.
[0009] Auch in dem Artikel von M. Rösler, E. Klinke und G. Kunz in Farbe + Lack, Heft 10,
1994, Seiten 837 - 843, wird die Kratzfestigkeit unterschiedlicher Beschichtungen
mittels verschiedener Prüfmethoden untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß harte
Lacke bei gleicher Belastung eine höhere Schädigung und damit eine geringere Kratzfestigkeit
aufweisen als weiche Lacke.
[0010] Ferner wird auch in dem Tagungsbericht von B.V. Gregorovich und P.J. Mc Gonical,
Proceedings of the Advanced Coatings Technology Conference, Illinois, USA, 3. - 5.
November 1992, Seiten 121 - 125, festgestellt, daß durch die Erhöhung des plastischen
Charakters (Zähigkeit) von Beschichtungen die Kratzfestigkeit aufgrund des verbesserten
plastischen Fließens (Ausheilen des Kratzers) verbessert wird, wobei aber der Erhöhung
des plastischen Charakters Grenzen durch die übrigen Eigenschaften der Beschichtung
gesetzt sind.
[0011] Ferner sind aus P. Betz und A. Bartelt, Progress in Organic Coatings, 22 (1993),
Seiten 27 - 37, verschiedene Verfahren zur Bestimmung der Kratzfestigkeit von Beschichtungen
bekannt. In diesem Artikel wird außerdem darauf hingewiesen, daß die Kratzfestigkeit
von Beschichtungen außer durch die Glasübergangstemperatur beispielsweise noch durch
die Homogenität des Netzwerkes beeinflußt wird.
[0012] In diesem Artikel wird vorgeschlagen, die Kratzfestigkeit der Klarlack-Beschichtungen
durch den Einbau von Siloxan-Makromonomeren zu erhöhen, da diese Siloxan-Makromonomeren
zu einer erhöhten Homogenität der Klarlack-Oberfläche und oberhalb von 60 °C zu einem
verbesserten plastischen Fließen führen.
[0013] Schließlich ist beispielsweise aus Loren W. Hill, Journal of Coatings Technology,
Vol. 64, No. 808, May 1992, Seiten 29 bis 41, der Zusammenhang zwischen Speichermodul
und Vernetzungsdichte bekannt. Hinweise oder Angaben, wie kratzfeste Beschichtungen
erhalten werden können, sind jedoch in diesem Artikel nicht enthalten.
[0014] Weiterhin ist aus der EP-A-540 884 ist ein Verfahren zur Herstellung von Mehrschichtlackierungen
insbesondere auf dem Kraftfahrzeugsektor unter Verwendung von radikalisch und/oder
kationisch polymerisierbaren, silikonhaltigen Klarlacken bekannt, bei dem die Applikation
des Klarlacks bei einer Beleuchtung mit Licht einer Wellenlänge von über 550 nm oder
unter Ausschluß von Licht erfolgt und bei dem anschließend die Klarlackschicht mittels
energiereicher Strahlen gehärtet wird. Die so erhaltenen Oberflächen sollen ein gutes
optisches Verhalten und eine gute Kratzbeständigkeit aufweisen. Nähere Angaben zu
der Höhe der Kratzfestigkeit sowie Angaben, wie die Kratzfestigkeit bestimmt wurde,
sind jedoch in der EP-A-540 884 nicht enthalten.
[0015] Schließlich ist auch aus der EP-A-568 967 ein Verfahren zur Herstellung von Mehrschichtlackierungen
insbesondere auf dem Kraftfahrzeugsektor unter Verwendung von strahlenhärtbaren Klarlacken
bekannt. Gemäß EP-A-568 967 ist es jedoch erfindungswesentlich, daß zur Erzielung
von Klarlackschichten mit einer hohen optischen Qualität zunächst ein thermisch härtender
Klarlack und danach ein strahlenhärtbarer Klarlack aufgebracht wird.
[0016] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von kratzfesten Beschichtungen zur Verfügung zu stellen. Dabei sollten die in diesem
Verfahren eingesetzten Beschichtungsmittel gleichzeitig eine gute Lagerstabilität
(mindestens 8 Wochen bei Lagerung bei 50 °C) aufweisen und zu Beschichtungen führen,
die gleichzeitig zu der hohen Kratzfestigkeit eine hohe Chemikalienbeständigkeit,
eine gute Feuchteresistenz und gute Polierbarkeit aufweisen. Diese Beschichtungsmittel
sollten ferner als Klarlack und/oder Decklack zur Herstellung einer Mehrschichtlackierung,
insbesondere auf dem Kraftfahrzeugsektor, geeignet sein. Ferner sollten die ausgehärteten
Beschichtungsmittel eine gute Witterungsbeständigkeit, eine gute Säure/Base-Beständigkeit
und eine gute Beständigkeit gegenüber Vogelkot u.ä., einen hohen Glanz und ein gutes
Appearance aufweisen.
[0017] Außerdem sollte die objektive Beurteilung der Kratzfestigkeit der gehärteten Beschichtung
unabhängig vom jeweils gewählten Prüfverfahren anhand physikalischer Kenngrößen möglich
sein. Dabei sollte dieses Verfahren zur Ermittlung der physikalischen Kenngrößen praxisnah
einsetzbar sein und mit hinreichender Genauigkeit eine der visuellen Bewertung möglichst
adäquate Charakterisierung der Kratzfestigkeit ermöglichen.
[0018] Diese Aufgabe wird überraschenderweise durch ein Verfahren zur Herstellung von kratzfesten
Beschichtungen gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, daß ein Beschichtungsmittel
eingesetzt wird, das nach Aushärtung ein Speichermodul E' im gummielastischen Bereich
von mindestens 10
7,6 Pa und einen Verlustfaktor tanδ bei 20 °C von maximal 0,10 aufweist, wobei das Speichermodul
E' und der Verlustfaktor tanδ mit der Dynamisch-Mechanischen Thermo-Analyse an homogenen
freien Filmen mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm gemessen worden sind.
[0019] Gegenstand der vorliegenden Anmeldung sind ferner auch die Verwendung des Verfahrens
zur Herstellung einer Mehrschichtlackierung sowie für dieses Verfahren geeignete Beschichtungsmittel.
[0020] Es ist überraschend und war nicht vorhersehbar, daß nur durch die Messung der viskoelastischen
Eigenschaften mittels der Dynamisch-Mechanischen Thermo-Analyse (im folgenden auch
kurz DMTA genannt) an freien Filmen ein universelles, repräsentatives Auswahlkriterium
für die Bereitstellung von Beschichtungsmitteln, die zu kratzfesten Beschichtungen
führen, zur Verfügung steht. Dabei sind die Ergebnisse der DMTA-Messungen mit den
Ergebnissen der unterschiedlichen Prüfmethoden der Kratzfestigkeit korrelierbar, so
daß nur anhand der Ergebnisse der DMTA-Messungen Aussagen über die Ergebnisse in anderen
Kratzfestigkeits-Tests, wie z.B. dem BASF-Bürstentest oder dem AMTEC-Test oder verschiedenen
Prüfmethoden der Automobilhersteller, möglich sind.
[0021] Ferner ist es überraschend, daß auch Lacke, die bei Prüftemperatur nur einen mittleren
oder sogar einen geringen plastischen Anteil, dafür aber einen sehr hohen Speichermodul
im gummielasitischen Bereich aufweisen, trotzdem Beschichtungen mit einer hohen Kratzfestigkeit
ergeben. Von besonderem Vorteil ist dabei, daß diese erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel
zu Beschichtungen führen, die gleichzeitig zu der hohen Kratzfestigkeit eine gute
Polierbarkeit, eine gute Feuchteresistenz, eine gute Witterungsbeständigkeit, eine
gute Chemikalien- sowie Säure/Base-Beständigkeit und einen hohen Glanz aufweisen.
Ferner weisen die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel eine gute Lagerstabilität
von 8 Wochen bei Lagerung bei 50 °C auf.
[0022] Im folgenden werden nun zunächst die in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung
von kratzfesten Beschichtungen eingesetzten Beschichtungsmittel näher erläutert.
[0023] Es ist erfindungswesentlich, daß das Beschichtungsmittel so ausgewählt wird, daß
das ausgehärtete Beschichtungsmittel im gummielastischen Bereich ein Speichermodul
E' von mindestens 10
7,6 Pa, bevorzugt von mindestens 10
8,0 Pa, besonders bevorzugt von mindestens 10
8,3 Pa, und einen Verlustfaktor bei 20 °C von maximal 0,10, bevorzugt von maximal 0,06,
aufweist, wobei das Speichermodul E' und der Verlustfaktor tanδ mit der Dynamisch-Mechanischen
Thermo-Analyse an homogenen freien Filmen mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm gemessen
worden sind. Der Verlustfaktor tanδ ist dabei definiert ist als der Quotient aus dem
Verlustmodul E" und dem Speichermodul E'.
[0024] Die Dynamisch-Mechanische Thermo-Analyse ist eine allgemein bekannte Meßmethode zur
Bestimmung der viskoelastischen Eigenschaften von Beschichtungen und beispielsweise
beschrieben in Murayama, T., Dynamic Mechanical Analysis of Polymeric Material, Esevier,
New York, 1978 und Loren W. Hill, Journal of Coatings Technology, Vol. 64, No. 808,
May 1992, Seiten 31 bis 33.
[0025] Die Durchführung der Messungen kann beispielsweise mit den Geräten MK II, MK III
oder MK IV der Firma Rheometrics Scientific erfolgen.
[0026] Der Speichermodul E' und der Verlustfaktor tanδ werden an homogenen freien Filmen
gemessen. Die freien Filme werden in bekannter Weise dadurch hergestellt, daß das
Beschichtungsmittel auf Substraten appliziert und gehärtet wird, auf denen das Beschichtungsmittel
nicht haftet. Als Beispiele für geeignete Substrate seien Glas, Teflon und insbesondere
Polypropylen genannt. Polypropylen weist dabei den Vorteil einer guten Verfügbarkeit
auf und wird daher normalerweise als Trägermaterial eingesetzt.
[0027] Die Schichtdicke der zur Messung eingesetzten freien Filme beträgt dabei im allgemeinen
40 ± 10 µm.
[0028] Die spezielle Auswahl der Beschichtungsmittel über den Wert des Speichermoduls im
gummielastischen Bereich und des Verlustfaktors bei 20 °C der ausgehärteten Beschichtungsmittel
ermöglicht dabei in einfacher Weise die Bereitstellung von Beschichtungsmitteln mit
dem gewünschten Eigenschaftsprofil einer guten Kratzfestigkeit bei gleichzeitig guter
Polierbarkeit, Chemikalien- und Feuchteresistenz sowie Witterungsbeständigkeit, da
beide Kenngrößen durch einfache DMTA-Messungen bestimmbar sind. Ferner weisen die
resultierenden Beschichtungen einen hohen Glanz und eine Säure- und Basebeständigkeit
auf, die vergleichbar ist zu den entsprechenden Werten herkömmlicher, thermisch gehärteter
Lacke.
[0029] Es ist dabei überraschend, daß auch Lacke, die bei Prüftemperatur nur einen mittleren
oder sogar einen geringen plastischen Anteil, dafür aber einen hohen bis sehr hohen
Speichermodul im gummielastischen Bereich aufweisen, Beschichtungen mit einer hohen
Kratzfestigkeit ergeben.
[0030] Die Kratzfestigkeit der ausgehärteten Beschichtungen wird dabei bevorzugt mit Hilfe
des in Fig. 2 auf Seite 28 des Artikels von P. Betz und A. Bartelt, Progress in Organic
Coatings, 22 (1993), Seiten 27 - 37, beschriebenen BASF-Bürstentests, der allerdings
bezüglich des verwendeten Gewichts (2000 g statt der dort genannten 280 g) abgewandelt
wurde, folgendermaßen beurteilt.
[0031] Bei diesem Verfahren wird die Lackoberfläche mit einem Siebgewebe, welches mit einer
Masse belastet wird, geschädigt. Das Siebgewebe und die Lackoberfläche werden mit
einer Waschmittel-Lösung reichlich benetzt. Die Prüftafel wird mittels eines Motorantriebs
in Hubbewegungen unter dem Siebgewebe vor- und zurückgeschoben.
[0032] Zur Herstellung der Prüftafeln wird zunächst eine ETL mit einer Schichtdicke von
18 - 22 µm, dann ein Füller mit einer Schichtdicke von 35 - 40 µm, dann ein schwarzer
Basislack mit einer Schichtdicke von 20 - 25 µm und abschließend das zu prüfende Beschichtungsmittel
mit einer Schichtdicke von 40 - 45 µm appliziert und jeweils gehärtet. Die Tafeln
werden nach Applikation der Lacke mindestens 2 Wochen bei Raumtemperatur gelagert,
bevor die Prüfung durchgeführt wird.
[0033] Der Prüfkörper ist mit Nylon-Siebgewebe (Nr. 11, 31 µm Maschenweite, Tg 50 °C) bespanntes
Radiergummi (4,5 x 2,0 cm, breite Seite senkrecht zur Kratzrichtung). Das Auflagegewicht
beträgt 2000 g.
[0034] Vor jeder Prüfung wird das Siebgewebe erneuert, dabei ist die Laufrichtung der Gewebemaschen
parallel zur Kratzrichtung. Mit einer Pipette wird ca. 1 ml einer frisch aufgerührten
0,25%igen Persil-Lösung vor dem Radiergummi aufgebracht. Die Umdrehungszahl des Motors
wird so eingestellt, daß in einer Zeit von 80 s 80 Doppelhübe ausgeführt werden. Nach
der Prüfung wird die verbleibende Waschflüssigkeit mit kaltem Leitungswasser abgespült
und die Prüftafel mit Druckluft trockengeblasen. Gemessen wird der Glanz nach DIN
67530 vor und nach Beschädigung (Meßrichtung senkrecht zur Kratzrichtung).
[0035] Die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel weisen dabei eine deutlich verbesserten
Kratzfestigkeit im BASF-Bürstentest auf. Bevorzugt weist das erfindungsgemäße Beschichtungsmittel
dabei im ausgehärteten Zustand eine solche Kratzfestigkeit auf, daß der Delta-Glanz-Wert
nach dem BASF-Bürstentest des ausgehärteten, über einem Basislack applizierten Beschichtungsmittels
maximal 8, bevorzugt maximal 4 und besonders bevorzugt 0 beträgt.
[0036] Die Säure/Base-Beständigkeit wird mit Hilfe des sogenannten BART-Tests (
BASF
ACID
RESISTANCE
TEST) geprüft:
Die obenbeschriebenen, mit ETL, Füller, Basislack und Decklack beschichteten Stahlbleche
werden auf einem Gradientenofen weiteren Temperaturbelastungen ausgesetzt (30 min
40 °C, 50 °C, 60 °C und 70 °C). Zuvor werden die Testsubstanzen (Schwefelsäure 1%ig,
10%ig, 36%ig; schweflige Säure 6 %ig; Salzsäure 10 %ig; Natronlauge 5 %ig) definiert
mit einer Dosierpipette aufgebracht. Im Anschluß an die Einwirkung der Substanzen
werden diese unter fließendem Wasser entfernt und die Beschädigungen nach 24 h entsprechend
einer vorgegebenen Skala visuell beurteilt:
| Benotung |
Aussehen |
| 0 |
kein Defekt |
| 1 |
leichte Markierung |
| 2 |
Markierung/Vermattung/keine Erweichung |
| 3 |
Markierung/Vermattung/Farbtonveränderung/Erweichung |
| 4 |
Risse/beginnende Durchätzung |
| 5 |
Klarlack entfernt |
Beschichtungsmittel mit den entsprechenden o.g. viskoelastischen Eigenschaften sind
bevorzugt mittels UV- oder Elektonen-Strahlung, insbesondere mittels UV-Strahlung,
härtbare Beschichtungsmittel. Daneben sind aber auch beispielsweise Beschichtungsmittel
auf Basis von Ormoceren u.a. geeignet.
[0037] Diese strahlenhärtbaren Beschichtungsmittel enthalten üblicherweise mindestens ein,
bevorzugt mehrere strahlenhärtbare Bindemittel, insbesondere auf Basis ethylenisch
ungesättigter Prepolymerer und/oder ethylenisch ungesättigter Oligomerer, ggf. einen
oder mehrere Reaktiwerdünner, ggf. einen oder mehrere Photoinitiatoren sowie ggf.
übliche Hilfs- und Zusatzstoffe,
[0038] Bevorzugt werden strahlenhärtbare Beschichtungsmittel eingesetzt, deren Viskosität
bei 23 °C kleiner als 100 s Auslaufzeit im DIN 4 Becher, besonders bevorzugt kleiner
80 s Auslaufzeit im DIN 4 Becher beträgt.
[0039] Als Bindemittel kommen in diesen strahlenhärtbaren Beschichtungsmitteln beispielsweise
(meth)acrylfunktionelle (Meth)Acrylcopolymere, Polyetheracrylate, Polyesteracrylate,
ungesättigte Polyester, Epoxyacrylate, Urethanacrylate, Aminoacrylate, Melaminacrylate,
Silikonacrylate und die entsprechenden Methacrylate zum Einsatz. Bevorzugt werden
Bindemittel eingesetzt, die frei von aromatischen Struktureinheiten sind. Die Verwendung
von Epoxyacrylaten führt zwar zu harten, kratzbeständigen Beschichtungen, die aber
im allgemeinen eine verbesserungsbedürftige Witterungsbeständigkeit zeigen. Bevorzugt
werden daher Urethan(meth)acrylate und/oder Polyester(meth)acrylate, besonders bevorzugt
aliphatische Urethanacrylate, eingesetzt.
Als Bindemittel sind in den erfindungsgemäßen Beschichtungsmitteln auch wäßrige Dispersionen
der genannten strahlenhärtbaren Bindemittel geeignet.
Bevorzugt werden außerdem im wesentlichen silikonfreie, besonders bevorzugt silikonfreie
Bindemittel eingesetzt, da die resultierenden Beschichtungsmittel eine gegenüber silikonhaltigen
Beschichtungsmitteln verbesserte Überlackierbarkeit aufweisen.
[0040] Die als Bindemittel eingesetzten Polymere bzw. Oligomere weisen üblicherweise ein
zahlenmittleres Molekulargewicht von 500 bis 50.000, bevorzugt von 1.000 bis 5.000,
auf.
[0041] Bevorzugt werden in den erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel Polymere und/oder Oligomere
eingesetzt, die pro Molekül mindestens 2, besonders bevorzugt 3 bis 6 Doppelbindungen
aufweisen. Bevorzugt weisen die verwendeten Bindemittel außerdem ein Doppelbindungsäquivalentgewicht
von 400 bis 2.000, besonders bevorzugt von 500 bis 900, auf. Außerdem weisen die Bindemittel
bei 23 °C bevorzugt eine Viskosität von 250 bis 11.000 mPa.s auf.
[0042] Polyester(meth)acrylate sind dem Fachmann prinzipiell bekannt. Sie sind durch verschiedene
Methoden herstellbar. Beispielsweise kann Acrylsäure und/oder Methacrylsäure direkt
als Säurekomponente beim Aufbau der Polyester eingesetzt werden. Daneben besteht die
Möglichkeit, Hydroxyalkylester der (Meth)Acrylsäure als Alkoholkomponente direkt beim
Aufbau der Polyester einzusetzen. Bevorzugt werden die Polyester(meth)acrylate aber
durch Acrylierung von Polyestern hergestellt. Beispielsweise können zunächst hydroxylgruppenhaltige
Polyester aufgebaut werden, die dann mit Acryl- oder Methacrylsäure umgesetzt werden.
Es können auch zunächst carboxylgruppenhaltige Polyester aufgebaut werden, die dann
mit einem Hydroxyalkylester der Acryl- oder Methacrylsäure umgesetzt werden. Nicht
umgesetzte (Meth)Acrylsäure kann durch Auswaschen, Destillieren oder bevorzugt durch
Umsetzen mit einer äquivalenten Menge einer Mono- oder Diepoxidverbindung unter Verwendung
geeigneter Katalysatoren, wie z.B. Triphenylphosphin, aus dem Reaktionsgemisch entfernt
werden. Bezüglich weiterer Einzelheiten zur Herstellung der Polyesteracrylate sei
insbesondere auf die DE-OS 33 16 593 und die DE-OS 38 36 370 sowie auch auf die EP-A-54
105, die DE-AS 20 03 579 und die EP-B-2866 verwiesen.
[0043] Polyether(meth)acrylate sind dem Fachmann ebenfalls prinzipiell bekannt. Sie sind
durch verschiedene Methoden herstellbar. Beispielsweise können hydroxylgruppenhaltige
Polyether, die mit Acrylsäure und/oder Methacrylsäure verestert werden, durch Umsetzung
von zwei- und/oder mehrwertigen Alkoholen mit verschiedenen Mengen an Ethylenoxid
und/oder Propylenoxid nach gut bekannten Methoden (vgl. z.B. Houben-Weyl, Band XIV,
2, Makromolekulare Stoffe II, (1963)) erhalten werden. Einsetzbar sind auch Polymerisationsprodukte
des Tetrahydrofurans oder Butylenoxids.
[0044] Eine Flexibilisierung der Polyether(meth)acrylate und der Polyester(meth)acrylate
ist beispielsweise dadurch möglich, daß entsprechende OH-funktionelle Praepolymere
bzw. Oligomere (Polyether- oder Polyester-Basis) mit längerkettigen, aliphatischen
Dicarbonsäuren, insbesondere aliphatischen Dicarbonsäuren mit mindestens 6 C-Atomen,
wie beispielsweise Adipinsäure, Sebacinsäure, Dodecandisäure und/oder Dimerfettsäuren,
umgesetzt werden. Diese Flexibilisierungsreaktion kann dabei vor oder nach der Addition
von Acryl- bzw. Methacrylsäure an die Oligomere bzw. Praepolymere durchgeführt werden.
[0045] Ferner sind auch Epoxy(meth)acrylate dem Fachmann wohl bekannt und brauchen daher
nicht näher erläutert zu werden. Sie werden üblicherweise hergestellt durch durch
Anlagerung von Acrylsäure an Epoxidharze, beispielsweise an Epoxidharze auf Basis
Bisphenol A oder andere handelsübliche Epoxidharze.
[0046] Eine Flexibilisierung der Epoxy(meth)acrylate ist beispielsweise analog dadurch möglich,
daß entsprechende epoxy-funktionelle Praepolymere bzw. Oligomere mit längerkettigen,
aliphatischen Dicarbonsäuren, insbesondere aliphatischen Dicarbonsäuren mit mindestens
6 C-Atomen, wie beispielsweise Adipinsäure, Sebacinsäure, Dodecandisäure und/oder
Dimerfettsäuren umgesetzt werden. Diese Flexibilisierungsreaktion kann dabei vor oder
nach der Addition von Acryl- bzw. Methacrylsäure an die Oligomere bzw. Praepolymere
durchgeführt werden.
[0047] Urethan(meth)acrylate sind dem Fachmann ebenfalls wohl bekannt und brauchen daher
nicht näher erläutert zu werden. Sie können erhalten werden durch Umsetzung eines
Di- oder Polyisocyanates mit einem Kettenverlängerungsmittel aus der Gruppe der Diole/Polyole
und/oder Diamine/Polyamine und/oder Dithiole/Polythiole und/oder Alkanolamine und
anschließende Umsetzung der restlichen freien Isocyanatgruppen mit mindestens einem
Hydroxyalkyl(meth)acrylat oder Hydroxyalkylester anderer ethylenisch ungesättigter
Carbonsäuren.
[0048] Die Mengen an Kettenverlängerungsmittel, Di- bzw. Polyisocyanat und Hydroxyalkylester
werden dabei bevorzugt so gewählt, daß
1.) das Äquivalentverhältnis der NCO-Gruppen zu den reaktiven Gruppen des Kettenverlängerungsmittels
(Hydroxyl-, Amino- bzw. Mercaptylgruppen) zwischen 3 : 1 und 1 : 2, bevorzugt bei
2 : 1, liegt und
2.) die OH-Gruppen der Hydroxialkylester der ethylenisch ungesättigten Carbonsäuren
in stöchiometrischer Menge in bezug auf die noch freien Isocyanatgruppen des Präpolymeren
aus Isocyanat und Kettenverlängerungsmittel vorliegen.
[0049] Außerdem ist es möglich, die Polyurethanacrylate herzustellen, indem zunächst ein
Teil der Isocyanatgruppen eines Di- oder Polyisocyanates mit mindestens einem Hydroxyalkylester
umgesetzt wird und die restlichen Isocyanatgruppen anschließend mit einem Kettenverlängerungsmittel
umgesetzt werden. Auch in diesem Fall werden die Mengen an Kettenverlängerungsmittel,
Isocyanat und Hydroxyalkylester so gewählt, daß das Äquivalentverhältnis der NCO-Gruppen
zu den reaktiven Gruppen des Kettenverlängerungsmittels zwischen 3 : 1 und 1 : 2,
bevorzugt bei 2 : 1 liegt und das Äquivalentverhältnis der restlichen NCO-Gruppen
zu den OH-Gruppen des Hydroxyalkylesters 1 : 1 beträgt. Selbstverständlich sind auch
sämtliche Zwischenformen dieser beiden Verfahren möglich. Beispielsweise kann ein
Teil der Isocyanatgruppen eines Diisocyanates zunächst mit einem Diol umgesetzt werden,
anschließend kann ein weiterer Teil der Isocyanatgruppen mit dem Hydroxyalkylester
und im Anschluß hieran können die restlichen Isocyanatgruppen mit einem Diamin umgesetzt
werden.
[0050] Diese verschiedenen Herstellverfahren der Polyurethanacrylate sind bekannt (vgl.
z.B. EP-A-204 161) und bedürfen daher keiner genaueren Beschreibung.
[0051] Eine Flexibilisierung der Urethan(meth)acrylate ist beispielsweise dadurch möglich,
daß entsprechende isocyanat-funktionelle Praepolymere bzw. Oligomere mit längerkettigen,
aliphatischen Diolen und/oder Diaminen, insbesondere aliphatischen Diolen und/oder
Diaminen mit mindestens 6 C-Atomen umgesetzt werden. Diese Flexibilisierungsreaktion
kann dabei vor oder nach der Addition von Acryl- bzw. Methacrylsäure an die Oligomere
bzw. Praepolymere durchgeführt werden.
[0052] Als Beispiele für geeignete Bindemittel seien auch die folgenden, im Handel erhältlichen
Produkte genannt:
Urethanacrylat Crodamer UVU 300 der Firma Croda Resins Ltd., Kent, GB; aliphatisches
Urethantriacrylat Genomer 4302 der Firma Rahn Chemie, CH; aliphatisches Urethandiacrylat
Ebecryl 284 der Firma UCB, Drogenbos, Belgien; aliphatisches Urethantriacrylat Ebecryl
294 der Firma UCB, Drogenbos, Belgien; aliphatisches Urethantriacrylat Roskydal LS
2989 der Firma Bayer AG, Deutschland aliphatisches Urethandiacrylat V94-504 der Firma
Bayer AG, Deutschland aliphatisches hexafunktionelles Urethanacrylat Viaktin VTE 6160
der Firma Vianova, Österreich aliphatisches Urethandiacrylat Laromer 8861 der Firma
BASF AG sowie davon abgewandelte Versuchsprodukte
[0053] Das Bindemittel wird in den erfindungsgemäßen Beschichtungsmitteln bevorzugt in einer
Menge von 5 bis 90 Gew.-%, besonders bevorzugt von 20 bis 70 Gew.-%, jeweils bezogen
auf das Gesamtgewicht des Beschichtungsmittels im Falle von Klarlacken bzw. auf das
Gewicht des Beschichtungsmittels ohne Pigmente und Füllstoffe im Falle pigmentierter
Systeme, eingesetzt.
[0054] Die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel können ggf. noch einen oder mehrere Reaktivverdünner
enthalten. Die Reaktiwerdünner können dabei ethylenisch ungesättigte Verbindungen
sein. Die Reaktivverdünner können mono-, di- oder polyungesättigt sein. Sie dienen
üblicherweise zur Beeinflußung der Viskosität und der lacktechnischen Eigenschaften,
wie beispielsweise der Vernetzungsdichte.
[0055] Der bzw. die Reaktivverdünner werden in den erfindungsgemäßen Beschichtungsmitteln
bevorzugt in einer Menge von 0 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt von 15 bis 65 Gew.-%,
jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht des Beschichtungsmittels im Falle von Klarlacken
bzw. auf das Gewicht des Beschichtungsmittels ohne Pigmente und Füllstoffe im Falle
pigmentierter Systeme, eingesetzt.
[0056] Als Reaktiwerdünner werden beispielsweise (Meth)Acrylsäure und deren Ester, Maleinsäure
und deren Ester bzw. Halbester, Vinylacetat, Vinylether, Vinylharnstoffe u.ä. eingesetzt.
Als Beispiele seien Alkylenglykoldi(meth)acrylat, Polyethylenglykoldi(meth)acrylat,
1,3-Butandioldi(meth)acrylat, Vinyl(meth)acrylat, Allyl(meth)acrylat, Glycerin-tri(meth)acrylat,
Trimethylolpropantri(meth)acrylat, Trimethylolpropandi(meth)acrylat, Styrol, Vinyltoluol,
Divinylbenzol, Pentaerythrittri(meth)acrylat, Pentaerythrittetra(meth)acrylat, Dipropylenglykoldi(meth)acrylat,
Hexandioldi(meth)acrylat, Ethoxyethoxyethylacrylat, N-Vinylpyrrolidon, Phenoxyethylacrylat,
Dimethylaminoethylacrylat, Hydroxyethyl(meth)acrylat, Butoxyethylacrylat, Isobornyl(meth)acrylat,
Dimethylacrylamid und Dicyclopentylacrylat, die in der EP-A-250 631 beschriebenen,
langkettigen linearen Diacrylate mit einem Molekulargewicht von 400 bis 4000, bevorzugt
von 600 bis 2500. Beispielsweise können die beiden Acrylatgruppen durch eine Polyoxibutylenstruktur
getrennt sein. Einsetzbar sind außerdem 1,12-Dodecyl-diacrylat und das Umsetzungsprodukt
von 2 Molen Acrylsäure mit einem Mol eines Dimerfettalkohols, der im allgemeinen 36
C-Atome aufweist. Geeignet sind auch Gemische der genannten Monomeren.
[0057] Bevorzugt werden als Reaktivverdünner Mono- und/oder Diacrylate, wie z.B. Isobornylacrylat,
Hexandioldiacrylat, Tripropylenglykoldiacrylat, Laromer® 8887 der Firma BASF AG und
Actilane® 423 der Firma Akcros Chemicals Ltd., GB, eingesetzt. Besonders bevorzugt
werden Isobornylacrylat, Hexandioldiacrylat und Tripropylenglykoldiacrylat eingesetzt.
[0058] Die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel enthalten gegebenenfalls, bevorzugt in
Anteilen von 0 bis 10 Gew.-%, bevorzugt in mittels UV Strahlen gehärteten Zubereitungen
2 bis 6 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Beschichtungsmittels ohne Pigmente und
Füllstoffe, übliche, in strahlenhärtbaren Beschichtungsmitteln eingesetzte Photoinitiatoren,
beispielsweise Benzophenone, Benzoine oder Benzoinether, bevorzugt Benzophenon in
UV-Zubereitungen. Es können auch beispielsweise die im Handel unter den Namen Irgacure®
184, Irgacure® 1800 und Irgacure® 500 der Firma Ciba Geigy, Grenocure® MBF der Firma
Rahn und Lucirin® TPO der Firma BASF AG erhältlichen Produkte eingesetzt werden.
[0059] Weiterhin enthalten die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel gegebenenfalls noch
übliche Hilfsmittel und/oder Additive, beispielsweise Lichtschutzmittel (z.B. HALS-Verbindungen,
Benztriazole, Oxalanilid u.ä.), Slipadditive, Polymerisationsinhibitoren, Mattierungsmittel,
Entschäumer, Verlaufsmittel und filmbildende Hilfsmittel, z.B. Cellulose-Derivate,
oder andere, in Decklacken üblicherweise eingesetzten Additive. Diese üblichen Hilfsmittel
und/oder Additive werden üblicherweise in einer Menge von bis zu 15 Gew.-%, bevorzugt
2 bis 9 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Beschichtungsmittels ohne Pigmente und
ohne Füllstoffe, eingesetzt.
[0060] Die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel kommen insbesondere als Klarlacke zum Einsatz,
so daß sie üblicherweise keine oder nur transparente Füllstoffe und keine deckenden
Pigmente enthalten. Es ist aber auch der Einsatz in Form von pigmentierten Beschichtungsmitteln
möglich. In diesem Fall enthalten die Beschichtungsmittel 2 bis 40 Gew.-%, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Beschichtungsmittels, eines oder mehrerer Pigmente. Ferner
können die Beschichtungsmittel in diesem Fall noch 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht des Beschichtungsmittels, eines oder mehrerer Füllstoffe enthalten.
[0061] Die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel können auf Glas und die unterschiedlichsten
Metallsubstrate, wie z.B. Aluminium, Stahl, verschiedene Eisenlegierungen u.ä., aufgebracht
werden. Bevorzugt werden sie als Klar- oder Decklack im Bereich der Automobillackierung
(Automobilserien- und Automobilreparaturlackierung) eingesetzt. Selbstverständlich
können die Beschichtungsmittel neben der Applikation auf den unterschiedlichsten Metallen
auch auf andere Substrate, wie beispielsweise Holz, Papier, Kunststoffe, mineralische
Untergründe o.ä. appliziert werden. Sie sind ferner auch im Bereich der Beschichtung
von Verpackungsbehältern sowie im Bereich der Beschichtung von Folien für die Möbelindustrie
u.ä. einsetzbar.
[0062] Zur Herstellung von Beschichtungen auf Metallsubstraten werden die erfindungsgemäßen
Beschichtungsmittel bevorzugt auf grundierte oder mit einem Basislack beschichtete
Metallbleche bzw. Metallbänder appliziert. Als Grundierungen können die üblicherweise
eingesetzten Grundierungen verwendet werden. Als Basislack kommen sowohl konventionelle
als auch wäßrige Basislacke zum Einsatz. Ferner ist es auch möglich, die erfindungsgemäßen
Beschichtungsmittel auf Metallsubstrate zu applizieren, die zunächst mit einer Elektrotauchlackierung
und anschließend mit einer Funktionsschicht und naß-innaß mit einem Basislack beschichtet
wurden. Bei den genannten Verfahren ist es allerdings im allgemeinen erforderlich,
daß der Basislack und der Füller bzw. die Funktionsschicht vor Applikation des erfindungsgemäßen
Beschichtungsmittels eingebrannt werden.
[0063] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher auch ein Verfahren zur Herstellung
von Mehrschichtlackierungen, bei dem
(1) ein pigmentierter Basislack auf die Substratoberfläche angebracht wird,
(2) die Basislackschicht getrocknet oder vernetzt wird,
(3) auf der so erhaltenen Basislackschicht ein transparenter Decklack aufgebracht
wird und anschließend
(4) die Decklackschicht gehärtet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß als Decklack ein erfindungsgemäßes Beschichtungsmittel
eingesetzt wird.
[0064] Insbesondere eignen sich die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel dabei als Decklack
zur Herstellung einer Mehrschichtlackierung im Bereich der Kraftfahrzeug-Serien- und/oder
Kraftfahrzeug-Reparaturlackierung von Automobilkarossen und deren Teilen sowie Lkw-Aufbauten
u.ä.
[0065] Die Härtung der Lackfilme erfolgt mittels Strahlung, bevorzugt mittels UV-Strahlung.
Die Anlagen und Be- dingungen für diese Härtungsmethoden sind aus der Literatur bekannt
(vgl. z.B. R. Holmes, U.V. and E.B. Curing Formulations for Printing Inks, Coatings
and Paints, SITA Technology, Academic Press, London, United Kindom 1984) und bedürfen
keiner weiteren Beschreibung.
[0066] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Dabei bedeuten alle Teile Gewichtsteile, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben
wird.
Beispiele 1 bis 4
[0067] Aus den in Tabelle 1 angegebenen Komponenten werden unter intensivem Rühren mittels
eines Dissolvers oder eines Rührers die Beschichtungsmittel 1 bis 4 hergestellt. Von
diesen Klarlacken 1 bis 4 wurde jeweils ein freier, über Polypropylen applizierter
Film mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm hergestellt und mittels DMTA untersucht.
Die Aushärtung des Film erfolgt dabei mit 2 Hg-UV-Lampen. Die eingestrahlte Dosis
beträgt ca. 1800 mJ/cm
2. Von den homogenen, ausgehärteten freien Filmen wurden mittels DMTA-Messungen die
viskoelastischen Kenngrößen ermittelt. Das so ermittelte Speichermodul E' im gummielastischen
Bereich und der Verlustfaktor tanδ bei 20 °C sind jeweils in Tabelle 2 angegeben.
[0068] Ferner wurde von diesen Beschichtungsmitteln der Beispiele 1 bis 4 die Kratzfestigkeit
der ausgehärteten Beschichtung mit Hilfe des BASF Bürstentests über Messung des Glanzabfalls
bestimmt. Hierzu wurde das jeweilige Beschichtungsmittel auf ein Metallblech, das
zuvor mit einer handelsüblichen Elektrotauchlackierung der Firma BASF Lacke + Farben
AG, Münster (Schichtdicke 18 - 22 µm), mit dem handelsüblichen Füller Ecoprime 130
der Firma BASF Lacke + Farben AG, Münster (eingebrannt 30 min 130 °C; Trockenfilmschichtdicke
35 - 40 µm) und mit einem handelsüblichen wäßrigen Basislack der Firma BASF Lacke
+ Farben AG, Münster (eingebrannt 30 min 130 °C; Trockenfilmschichtdicke 20 - 25 µm)
beschichtet wurde, mit einer Trockenfilmschichtdicke von 40 - 45 µm appliziert und
mittels UV-Strahlung gehärtet (eingestrahlte Energie 1800 mJ/cm
2).
[0069] Von diesem Gesamtaufbau wurde mittels des BASF Bürstentests die Kratzfestigkeit bestimmt.
Die Ergebnisse sind ebenfalls in Tabelle 2 angegeben. Ferner sind in Tabelle 2 auch
die Polierbarkeit, die Säure/Base-Beständigkeit, die Lagerstabilität und die Überlackierbarkeit
mit sich selbst angegeben.
Vergleichsbeispiel 1
1. Herstellung eines Acrylatharzes
[0070] In einem Labor-Reaktor mit einem Nutzvolumen von 41 ausgestattet mit einem Rührer,
zwei Tropftrichtern für die Monomermischung resp. Initiatorlösung, Stickstoff-Einleitungsrohr,
Thermometer und Rückflußkühler werden 758 g einer Fraktion aromatischer Kohlenwasserstoffe
mit einem Siedebereich von 158°C - 172°C eingewogen. Das Lösemittel wird auf 140°C
aufgeheizt. Nach Erreichen von 140°C werden eine Monomermischung aus 1108 g Ethylhexylacrylat,
55 g Styrol, 404 g 4-Hydroxibutylacrylat und 16 g Acrylsäure innerhalb von 4 Stunden,
und eine Initiatorlösung von 63 g t-Butylperethylhexanoat in 95 g des beschriebenen
aromatischen Lösemittels innerhalb von 4,5 Stunden gleichmäßig in den Reaktor dosiert.
Mit der Dosierung der Monomermischung und der Initiatoranlösung wird gleichzeitig
begonnen. Nach Beendigung der Initiatordosierung wird die Reaktionsmischung zwei weitere
Stunden auf 140°C gehalten und danach abgekühlt. Die resultierende Polymerlösung hat
einen Feststoffgehalt von 62% (bestimmt in einem Umluftofen 1 h bei 130°C), eine Säurezahl
von 9 und eine Viskosität von 21 dPas (gemessen an einer 60%igen Anlösung der Polymerlösung
in dem beschrieben aromatischen Lösemittel, unter Verwendung eines ICI-Platte-Kegel
Viskosimeters bei 23°C).
2. Herstellung eines blockierten Isocyanates 1
[0071] In die obenbeschriebene Apparatur, ausgestattet mit einem Dosiergefäß und einem Rückflußkühler
werden 504,0 g eines handelsüblichen Isocyanurattrimeren des Hexamethylendiisocyanats
und 257,2 g des obenbeschriebenen aromatischen Lösemittels eingewogen. Die Lösung
wird auf 50°C erwärmt. Dann wird aus dem Dosiergefäß eine Mischung aus 348,0 g Diethylmalonat,
104,0 g Acetessigsäureethylester und 2,5 g einer 50 %-igen Lösung von Natrium-p-dodecylphenolat
in Xylol in einem Zeitraum von 2 Stunden so in die Lösung dosiert, daß die Temperatur
70°C nicht überschreitet. Es wird dann langsam auf 90°C erhitzt und diese Temperatur
für 6 Stunden gehalten. Dann werden weitere 2,5 g Natrium-pdodecylphenolatlösung zugegeben
und es wird so lange bei 90°C gehalten, bis der Gehalt an NCO-Gruppen im Reaktionsgemisch
0,48 % erreicht hat. Dann werden 35,1 g n-Butanol zugegeben. Die erhaltene Lösung
hat einen nichtflüchtigen Anteil von 59,6 % (gemessen in einem Umluftofen 60 min.
bei 130°C) und eine Viskosität von 590 mPaùs, gemessen in einem ICI-Platte-Kegel-Viskosimeter
bei 23°C.
3. Herstellung eines blockierten Isocyanates 2
[0072] Die Herstellung des blockierten Isocyanates 2 erfolgt analog zur Herstellung des
blockierten Isocyanates 1 mit dem einzigen Unterschied, daß anstelle von 504,0 g des
Hexamethylendiisocyanat-Trimeren nun 666,1 g eines handelsüblichen Isocyanurattrimeren
des Isophorondiisocyanats eingesetzt werden.
4. Herstellung eines transparenten Decklackes
[0073] Der transparente Decklack wird hergestellt, indem man Acrylatharz, Isocyanat 1, Isocyanat
2 und Aminoplastharz in der nachfolgend genannten Reihenfolge einwiegt und durch Rühren
mit einem Laborturbinenrührer gut mischt, dann die erste Menge Xylol zugibt und ebenfalls
gut einrührt. Der UV-Absorber und der Radikalfänger werden mit (der zweiten Menge)
Xylol separat vorgemischt bis sie vollständig gelöst sind und dann dem ersten Teil
der Formulierung zugefügt und ebenfalls gut eingerührt. Dann werden n-Butanol und
das Verlaufsmittel zugegeben und gut eingemischt. Der erhaltene Lack wird gegebenenfalls
für die Applikation mit Xylol auf eine Viskosität von 23 sec, gemessen im DIN-4 Becher
bei 20°C, eingestellt.
38,5 Teile Acrylatharz
28,6 Teile Setamine US-138, handelsübliches Melaminharz
3,6 Teile Isocyanat 1
4,0 Teile Isocyanat 2
9,8 Teile Xylol
1,7 Teile UV-Absorber auf Basis Benztriazol
1,5 Teile eines handelsüblichen Lichtschutzmittels auf Basis eines sterisch gehinderten
Amins
5,3 Teile Xylol
5,0 Teile Butanol
2,0 Teile Verlaufsmittel (5-%ige Lösung eines mit Polyether substituierten Polydimethylsiloxans
in Xylol)
[0074] Analog zu Beispiel 1 wurde von diesem Beschichtungsmittel V1 ein homogener freier,
über Polypropylen applizierter Film mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm hergestellt
und mittels DMTA untersucht (Aushärtebedingungen 20 min/140°C).
[0075] Die so ermittelten Werte des Speichermoduls E' im gummielastischen Bereich und des
Verlustfaktors tanδ bei 20 °C sind in Tabelle 2 dargestellt.
[0076] In Tabelle 2 sind außerdem auch die Lagerstabilität des Beschichtungsmittels sowie
die Ergebnisse der Prüfung der ausgehärteten Beschichtung bezüglich der Polierbarkeit,
Feuchteresistenz, Säure/Base-Beständigkeit und Überlackierbarkeit angegeben.
[0077] Ferner wurde von diesem Beschichtungsmittel V1 die Kratzfestigkeit der ausgehärteten
Beschichtung analog zu Beispiel 1 mit Hilfe des BASF Bürstentests über Messung des
Glanzabfall bestimmt. Hierzu wurde das Beschichtungsmittel V1 auf das in Beispiel
1 beschriebene, mit einer Elektrotauchlackierung, Füller und einem Basislack versehene
Metallblech mit einer Trokkenfilmschichtdicke von 40 - 45 µm appliziert und zusammen
mit dem Basislack thermisch gehärtet (20 min 140°C). Von diesem Gesamtaufbau wurde
dann mittels des BASF Bürstentests die Kratzfestigkeit bestimmt. Die ermittelten ΔGlanz-Werte
sind ebenfalls in Tabelle 2 dargestellt.
Vergleichsbeispiel 2
[0078] Es wird analog Beispiel 1 der EP-A-540 884 ein Beschichtungsmittel V2 aus folgenden
Komponenten unter intensivem Rühren mittels eines Dissolvers oder eines Rührers hergestellt:
| 44,5 Teile |
Novacure 3200 (aliphatisches Epoxyacrylat von Interorgana) |
| 32,2 Teile |
Ebecryl 264 (aliphatisches Urethanacrylat von UCB) |
| 3,0 Teile |
Irgacure 184 (Photoinitiator von CIBA GEIGY) |
| 10,0 Teile |
Dirpopylenglykoldiacrylat |
| 10,0 Teile |
Trimethylolpropantriacrylat |
| 0,3 Teile |
Ebecryl 350 (Siliconacrylat von UCB) |
[0079] Analog zu Beispiel 1 wurde von diesem Beschichtungsmittel V2 ein freier, über Polypropylen
applizierter Film mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm hergestellt, mittels UV-Strahlung
gehärtet (eingestrahlte Energie 1800 mJ/cm
2) und mittels DMTA untersucht. Die so ermittelten Werte des Speichermoduls E' im gummielastischen
Bereich und des Verlustfaktors tanδ bei 20 °C sind in Tabelle 2 dargestellt.
[0080] In Tabelle 2 ist außerdem das Ergebnis der Prüfung der ausgehärteten Beschichtung
bezüglich der Überlackierbarkeit angegeben.
[0081] Ferner wurde von diesem Beschichtungsmittel V2 die Kratzfestigkeit der ausgehärteten
Beschichtung analog zu Beispiel 1 mit Hilfe des BASF Bürstentests über Messung des
Glanzabfall bestimmt. Hierzu wurde das Beschichtungsmittel V2 auf das in Beispiel
1 beschriebene, mit einer Elektrotauchlackierung, Füller und einem Basislack versehene
Metallblech mit einer Trokkenfilmschichtdicke von 40 - 45 µm appliziert und mittels
UV-Strahlung gehärtet (eingestrahlte Energie 1800 mJ/cm
2). Von diesem Gesamtaufbau wurde dann mittels des BASF Bürstentests die Kratzfestigkeit
bestimmt. Die ermittelten ΔGlanz-Werte sind ebenfalls in Tabelle 2 dargestellt.
Vergleichsbeispiel 3
1. Herstellung eines Acrylatharzes
[0082] In einem Labor-Reaktor mit einem Nutzvolumen von 4l ausgestattet mit einem Rührer,
zwei Tropftrichtern für die Monomermischung resp. Initiatorlösung, Stickstoff-Einleitungsrohr,
Thermometer und Rückflußkühler werden 879 g einer Fraktion aromatischer Kohlenwasserstoffe
mit einem Siedebereich von 158°C - 172°C eingewogen. Das Lösemittel wird auf 140°C
aufgeheizt. Nach Erreichen von 140°C werden eine Initiatormischung 1 aus 87 g des
obenbeschriebenen aromatischen Lösemittelgemisches und 87 g t-Butylperoctoat innerhalb
von 4,75 Stunden gleichmäßig in den Reaktor dosiert. 15 Minuten nach Beginn der Zugabe
der Initiatormischung wird eine Monomermischung aus 819 g -Butylmethacrylat, 145 g
Methylmethacrylat und 484 g Hydroxipropylmethacrylat innerhalb von 4 Stunden zudosiert.
Nach Beendigung der Initiatordosierung wird die Reaktionsmischung zwei weitere Stunden
auf 140°C gehalten und danach abgekühlt. Die resultierende Polymerlösung hat einen
Feststoffgehalt von 60% (bestimmt in einem Umluftofen 1 h bei 130°C) und eine OH-Zahl
von 130 (Bezogen auf Feststoffgehalt).
2. Herstellung eines Isocyanat
[0083] 23 g eines handelsüblichen 90%igen Isocyanurattrimeren des Hexamethylendiisocyanats
und 64 g eines handelsüblichen 70%igen Isocyanurattrimeren des Isophorondiisocyanats
werden mit 6,5 g Butylacetat und 6,5 g des obenbeschriebenen aromatischen Lösemittelgemisches
gut vermischt.
3. Herstellung eines transparenten Decklackes
[0084] Der transparente Decklack wird hergestellt, indem man das Acrylatharz einwiegt und
durch Rühren mit einem Laborturbinenrührer gut mischt, dann die Lösemittel außer Xylol
und das Verlaufsmittel zugibt und ebenfalls gut einrührt. Der UV-Absorber und der
Radikalfänger werden mit Xylol separat vorgemischt bis sie vollständig gelöst sind
und dann dem ersten Teil der Formulierung zugefügt und ebenfalls gut eingerührt. Das
Isocyanat wird erst kurz vor der Applikation zugegeben. Der erhaltene Lack wird gegebenenfalls
für die Applikation mit Xylol auf eine Viskosität von 23 sec, gemessen im DIN-4 Becher
bei 20°C, eingestellt.
78,0 Teile Acrylatharz
35,0 Teile Isocyanat
8,0 Teile Butylglykolacetat
5,5 Teile Butylacetat
1,5 Teile UV-Absorber auf Basis Benztriazol
1,0 Teile eines handelsüblichen Lichtschutzmittels auf Basis eines sterisch gehinderten
Amins
3,0 Teile Xylol
3,0 Teile Verlaufsmittel (5-%ige Lösung eines mit Polyether substituierten Polydimethylsiloxans
in Xylol)
[0085] Analog zu Beispiel 1 wurde von diesem Beschichtungsmittel V3 ein freier, über Polypropylen
applizierter Film mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm hergestellt und mittels DMTA
untersucht (Aushärtebedingungen 20 min/140 °C).
[0086] Die so ermittelten Werte des Speichermoduls E' im gummielastischen Bereich und des
Verlustfaktors tanδ bei 20 °C sind in Tabelle 2 dargestellt.
[0087] In Tabelle 2 sind außerdem auch die Lagerstabilität des Beschichtungsmittels V3 sowie
die Ergebnisse der Prüfung der ausgehärteten Beschichtung bezüglich der Polierbarkeit,
Feuchteresistenz und Chemikalienbeständigkeit angegeben.
[0088] Ferner wurde von diesem Beschichtungsmittel V3 die Kratzfestigkeit der ausgehärteten
Beschichtung analog zu Beispiel 1 mit Hilfe des BASF Bürstentests über Messung des
Glanzabfall bestimmt. Hierzu wurde das Beschichtungsmittel V3 auf das in Beispiel
1 beschriebene, mit einer Elektrotauchlackierung, Füller und einem Basislack versehene
Metallblech mit einer Trokkenfilmschichtdicke von 40 - 45 µm appliziert und zusammen
mit dem Basislack thermisch gehärtet (20 min 140°C). Von diesem Gesamtaufbau wurde
dann mittels des BASF Bürstentests die Kratzfestigkeit bestimmt. Die ermittelten ΔGlanz-Werte
sind ebenfalls in Tabelle 2 dargestellt.
Zusammenfassung der Prüfergebnisse:
[0089] Die hohe Kratzfestigkeit des auf Kratzfestigkeit optimierten konventionellen Klarlackes
(Vergleichsbeispiel 1) wird mit einem frühen Anstieg des tanδ-Wertes erreicht. Dieses
ist jedoch mit anderen Nachteilen, wie z.B. einer geringeren Lagerstabilität, schlechten
Polierbarkeit und schlechten Chemikalienbeständigkeit, verbunden.
[0090] Das Beschichtungsmittel des Vergleichsbeispiels V2 zeichnet sich durch einen hohen
tanδ-Wert bei 20 °C und durch eine gute Kratzfestigkeit, aber gleichzeitig durch eine
schlechte Überlackierbarkeit aus.
[0091] Der sehr kratzempfindliche Zweikomponenten-Klarlack (Vergleichsbeispiel 3), der sich
aber gleichzeitig durch eine gute Säurebeständigkeit auszeichnet, weist demgegenüber
einen späten Anstieg des tanδ-Wertes und einen niedrigen Wert des Speichermoduls E'
im gummielastischen Bereich auf.
[0092] Das erfindungsgemäße Beschichtungsmittel zeichnet sich im Vergleich zu dem auf Kratzfestigkeit
optimierten konventionellen Klarlack des Vergleichsbeispiels 1 durch einen höheren
Speichermodul E' im gummielastischen Bereich von mindestens 10
7,6 Pa sowie einen späteren Anstieg des Verlustfaktors tanδ und einem entsprechend niedrigen
tanδ-Wert bei 20 °C aus. So ist die Bereitstellung eines Beschichtungsmittels möglich,
das zu Beschichtungen mit einer hervorragenden Kratzfestigkeit (z.B. geringe oder
keinerlei Verkratzung im BASF-Bürstentest, Δ Glanz kleiner gleich 8, verbesserte Kratzfestigkeit
im AMTEC Bürstentest) bei einer gleichzeitig guten Polierbarkeit sowie guten Chemikalien-
und Feuchteresistenz führt. Darüber hinaus zeichnen sich die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel
durch eine im Vergleich zu dem auf Kratzfestigkeit optimierten konventionellen Klarlackes
des Vergleichsbeispiels 1 verbesserte Lagerstabilität aus.
Tabelle 1:
| Zusammensetzung der Beschichtungsmittel der Beispiele 1 bis 4 |
| Beispiel |
1 |
2 |
3 |
4 |
| Viaktin 1) |
76,0 |
- |
- |
- |
| Larom 87772) |
- |
41,6 |
- |
- |
| Larom.PO84F 3) |
- |
10,0 |
- |
- |
| Ebec. 5129 4) |
- |
10,0 |
- |
- |
| Urethan 5) |
- |
- |
- |
76,0 |
| V94/504-2 6) |
- |
- |
50,0 |
- |
| HDDA 7) |
20,0 |
31,9 |
45,0 |
20,0 |
| Irg. 184 8) |
4,0 |
- |
- |
4,0 |
| Irg. 500 9) |
- |
4,0 |
- |
- |
| Gen.MBF 10) |
- |
- |
4,0 |
- |
| Add. 11) |
- |
2,0 |
- |
- |
| Byk 333 12) |
- |
0,5 |
- |
- |
| Byk 306 13) |
- |
- |
1,0 |
- |
| Summe |
100,0 |
100,0 |
100,0 |
100,0 |
Erläuterungen zu Tabelle 1:
1): Viaktin VTE 6160, handelsübliches aliphatisches, hexafunktionelles Urethanacrylat
der Firma Vianova |
| 2): Laromer® 8777, handelsübliches difunktionelles Epoxyacrylat der Firma BASF AG |
| 3): Laomer® PO84F, handelsübliches aminmodifiziertes, Polyetheracrylat der Firma BASF
AG |
| 4): Ebecryl® 5129, handelsübliches aliphatisches, hexafunktionelles Urethanacrylat
der Firma UCB |
| 5): aliphatisches Urethandiacrylat der Firma BASF AG auf Basis Laromer® 8861, aber
gelöst in Hexandioldiacrylat anstelle von Dipropylenglykoldiacrylat |
| 6): V94/504-2, aliphatisches, difunktionelles Urethanacrylat der Firma Bayer AG |
| 7): Hexandioldiacrylat |
| 8): Irgacure® 184 der Firma Ciba Geigy, handelsüblicher Photoinitiator |
| 9): Irgacure® 500 der Firma Ciba Geigy, handelsüblicher Photoinitiator |
| 10): Genocure® MBF der Firma Rahn, handelsüblicher Photoinitiator |
| 11): 3-Methacryloxypropyltrimethoxysilan |
| 12): Byk 333, handelsübliches Slip-Additiv auf Siloxan-Basis |
| 13): Byk 306, handelsübliches Slip-Additiv auf Siloxan-Basis |

1. Beschichtungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß es im ausgehärteten Zustand ein Speichermodul E' im gummielastischen Bereich von
mindestens 107,6 Pa und einen Verlustfaktor tanδ bei 20 °C von maximal 0,10 aufweist, wobei das Speichermodul
E' und der Verlustfaktor mit der Dynamisch-Mechanischen-Thermo-Analyse an freien Filmen
mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm gemessen worden sind.
2. Beschichtungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel im ausgehärteten Zustand ein Speichermodul E' im gummielastischen
Bereich von mindestens 10 8,0 Pa, bevorzugt von mindestens 108,3 Pa, und/oder einen Verlustfaktor tanδ bei 20 °C von maximal 0,06 aufweist.
3. Beschichtungsmittel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel im ausgehärteten Zustand eine solche Kratzfestigkeit aufweist,
daß der Delta-Glanz-Wert nach dem BASF-Bürstentest des ausgehärteten, über einem Basislack
applizierten Beschichtungsmittels maximal 8, bevorzugt maximal 4 und besonders bevorzugt
0 beträgt.
4. Beschichtungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel mittels UV- oder Elektronen-Strahlung härtbar ist.
5. Beschichtungsmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel bei 23 °C eine Viskosität von weniger als 100 s, bevorzugt
weniger als 80 s, Auslaufzeit im DIN 4 aufweist.
6. Beschichtungsmittel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel als Bindemittel ein oder mehrere Polyester(meth)acrylate
und/oder Polyurethan(meth)acrylate enthält und/oder daß das eingesetzte Bindemittel
im wesentlichen silikonfrei ist.
7. Beschichtungsmittel nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß es als Reaktiwerdünner ein oder mehrere Mono- und/oder Diacrylate enthält.
8. Verfahren zur Herstellung kratzfester Beschichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Beschichtungsmittel eingesetzt wird, das nach Aushärtung ein Speichermodul E'
im gummielastischen Bereich von mindestens 107,6 Pa und einen Verlustfaktor tanδ bei 20 °C von maximal 0,10 aufweist, wobei das Speichermodul
E' und der Verlustfaktor mit der Dynamisch-MechanischenThermo-Analyse an freien Filmen
mit einer Schichtdicke von 40 ± 10 µm gemessen worden sind.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel im ausgehärteten Zustand ein Speichermodul E' im gummielastischen
Bereich von mindestens 10 8,0 Pa, bevorzugt von mindestens 108,3 Pa, und/oder einen Verlustfaktor tanδ bei 20 °C von maximal 0,06 aufweist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel im ausgehärteten Zustand eine solche Kratzfestigkeit aufweist,
daß der Delta-Glanz-Wert nach dem BASF-Bürstentest des ausgehärteten, über einem Basislack
applizierten Beschichtungsmittels maximal 8, bevorzugt maximal 4 und besonders bevorzugt
0 beträgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel mittels UV- oder Elektronen-Strahlung härtbar ist.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel bei 23 °C eine Viskosität von weniger als 100 s, bevorzugt
weniger als 80 s, Auslaufzeit im DIN 4 aufweist.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Beschichtungsmittel als Bindemittel ein oder mehrere Polyester(meth)acrylate
und/oder Polyurethan(meth)acrylate enthält und/oder daß das eingesetzte Bindemittel
im wesentlichen silikonfrei ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß es als Reaktivverdünner ein oder mehrere Mono- und/oder Diacrylate enthält.
15. Verfahren zur Herstellung von Mehrschichtlackierungen, bei dem
(1) ein pigmentierter Basislack auf die Substratoberfläche angebracht wird,
(2) die Basislackschicht getrocknet oder vernetzt wird,
(3) auf der so erhaltenen Basislackschicht ein transparenter Decklack aufgebracht
wird und anschließend
(4) die Decklackschicht gehärtet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß als Decklack ein Beschichtungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7 eingesetzt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß es zur Herstellung von Mehrschichtlackierungen auf dem Kraftfahrzeugsektor eingesetzt
wird.
1. A coating composition which in the cured state has a storage modulus E' in the rubber-elastic
range of at least 107,6 Pa and a loss factor tanδ at 20°C of not more than 0.10, the storage modulus E' and
the loss factor having been measured by dynamic mechanical thermoanalysis on free
films having a film thickness of 40 ± 10 µm.
2. A coating composition as claimed in claim 1 wherein the coating composition in the
cured state has a storage modulus E' in the rubber-elastic range of at least 108.0 Pa, preferably of at least 108.3 Pa, and/or a loss factor tanδ at 20°C of not more than 0.06.
3. A coating composition as claimed in claim 1 or 2 wherein the coating composition in
the cured state has a scratch resistance such that the delta gloss value following
the BASF brush test of the cured coating composition applied over a basecoat is not
more than 8, preferably not more than 4 and, with particular preference, is 0.
4. A coating composition as claimed in any of claims 1 to 3 wherein the coating composition
is curable by means of UV radiation or electron beams.
5. A coating composition as claimed in claim 4 wherein the coating composition has a
viscosity at 23°C of less than 100 s, preferably less than 80 s, efflux time in the
DIN 4 cup.
6. A coating composition as claimed in claim 4 or 5 wherein the coating composition comprises
one or more polyester (meth)acrylates and/or polyurethane (meth)acrylates as binders
and/or wherein the binder employed is substantially silicone-free.
7. A coating composition as claimed in any of claims 4 to 6 which comprises one or more
mono- and/or diacrylates as reactive diluents.
8. A process for producing scratch-resistant coatings, which comprises employing a coating
composition which after curing has a storage modulus E' in the rubber-elastic range
of at least 107.6 Pa and a loss factor tans at 20°C of not more than 0.10, the storage modulus E' and
the loss factor having been measured by dynamic mechanical thermoanalysis on free
films having a film thickness of 40 ± 10 µm.
9. A process as claimed in claim 8, wherein the coating composition in the cured state
has a storage modulus E' in the rubber-elastic range of at least 108.0 Pa, preferably of at least 108.3 Pa, and/or a loss factor tanδ at 20°C of not more than 0.06.
10. A process as claimed in claim 8 or 9, wherein the coating composition in the cured
state has a scratch resistance such that the delta gloss value following the BASF
brush test of the cured coating composition applied over a basecoat is not more than
8, preferably not more than 4 and, with particular preference, is 0.
11. A process as claimed in any of claims 8 to 10, wherein the coating composition is
curable by means of UV radiation or electron beams.
12. A process as claimed in claim 11, wherein the coating composition has a viscosity
at 23°C of less than 100 s, preferably less than 80 s, efflux time in the DIN 4 cup.
13. A process as claimed in claim 11 or 12, wherein the coating composition comprises
one or more polyester (meth)acrylates and/or polyurethane (meth)acrylates as binders
and/or wherein the binder employed is substantially silicone-free.
14. A process as claimed in any of claims 11 to 13, which comprises one or more mono-
and/or diacrylates as reactive diluents.
15. A process for producing multicoat finishes, in which
(1) a pigmented basecoat is applied to the substrate surface,
(2) the basecoat film is dried or crosslinked,
(3) a transparent topcoat is applied atop the resultant basecoat film, and then
(4) the topcoat film is cured,
which comprises using a coating composition as claimed in any of claims 1 to 7 as
the topcoat.
16. A process as claimed in claim 15, which is used to produce multicoat finishes in the
automotive sector.
1. Composition de revêtement, caractérisée en ce qu'elle présente à l'état durci un module de mémoire E', dans le domaine élastique, d'au
moins 107,6 Pa et un facteur de perte tanδ à 20°C d'au maximum 0,10, le module de mémoire E'
et le facteur de perte ayant été mesurés par la thermo-analyse dynamique-mécanique
sur des feuils libres ayant une épaisseur de couche de 40 ± 10 µm.
2. Composition de revêtement selon la revendication 1, caractérisée en ce que la composition de revêtement présente à l'état durci un module de mémoire E' dans
le domaine élastique d'au moins 108,0 Pa, de préférence d'au moins 108,3 Pa, et/ou un facteur de perte tanδ à 20°C d'au maximum 0,06.
3. Composition de revêtement selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que la composition de revêtement présente à l'état durci une résistance à la rayure telle
que la valeur de la différence (Δ) de brillant après l'essai aux brosses BASF de la
composition de revêtement durcie, appliquée sur une peinture de base, est égale au
maximum à 8, de préférence au maximum à 4, et, de façon particulièrement préférée,
égale à 0.
4. Composition de revêtement selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la composition de revêtement est durcissable par rayonnement UV ou par faisceau d'électrons.
5. Composition de revêtement selon la revendication 4, caractérisée en ce que la composition de revêtement présente à 23°C une viscosité de moins de 100 s, de
préférence de moins de 80 s, de temps d'écoulement dans le godet DIN 4.
6. Composition de revêtement selon la revendication 4 ou 5, caractérisée en ce que la composition de revêtement contient en tant que liant un ou plusieurs polyester(méth)acrylates
et/ou polyuréthanne(méth)acrylates et/ou en ce que le liant utilisé est pratiquement exempt de silicone.
7. Composition de revêtement selon l'une quelconque des revendications 4 à 6, caractérisée en ce qu'elle contient en tant que diluant réactif un ou plusieurs mono- et/ou diacrylates.
8. Procédé pour la production de revêtements résistants à la rayure, caractérisé en ce qu'on utilise une composition de revêtement qui, après durcissement, présente un module
de mémoire E' dans le domaine élastique d'au moins 107,6 Pa et un facteur de perte tanδ à 20°C d'au maximum 0,10, le module de mémoire E'
et le facteur de perte ayant été mesurés par la thermo-analyse dynamique-mécanique
sur des feuils libres ayant une épaisseur de couche de 40 ± 10 µm.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que la composition de revêtement à l'état durci présente un module de mémoire E' dans
le domaine élastique d'au moins 108,0 Pa, de préférence d'au moins 108,3 Pa, et/ou un facteur de perte tanδ à 20°C d'au maximum 0,06.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que la composition de revêtement présente à l'état durci une résistance à la rayure telle
que la valeur de la différence (Δ) de brillant selon l'essai aux brosses BASF de la
composition de revêtement durcie, appliquée sur une peinture de base est d'au maximum
8, de préférence d'au maximum 4, et, de façon particulièrement préférée, égale à 0.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que la composition de revêtement est durcissable par rayonnement UV ou par faisceau d'électrons.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que la composition de revêtement présente à 23°C une viscosité de moins de 100 s, de
préférence de moins de 80 s, de temps d'écoulement dans le godet DIN 4.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que la composition de revêtement contient en tant que liant un ou plusieurs polyester(méth)acrylates
et/ou polyuréthanne(méth)acrylates et/ou en ce que le liant utilisé est pratiquement exempt de silicone.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, caractérisé en ce que la composition de revêtement contient en tant que diluant réactif un ou plusieurs
mono- et/ou diacrylates.
15. Procédé pour la production de revêtements de peinture multicouches, dans lequel
(1) une peinture de base pigmentée est appliquée à la surface d'un subjectile,
(2) la couche de peinture de base est séchée ou réticulée,
(3) un vernis transparent de finition est appliqué sur la couche de peinture de base
ainsi obtenue, et ensuite
(4) la couche de vernis de finition est durcie,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que vernis de finition, une composition de revêtement selon l'une
quelconque des revendications 1 à 7.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce qu'on l'utilise pour la production de revêtements de peinture multicouches dans le secteur
de l'automobile.