[0001] Die Erfindung betrifft eine Zapfvorrichtung, insbesondere für ein Bierfaß, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 13.
[0002] Aus
DE 195 40 542 A1 ist ein Bierfaß mit einer integrierten Zapfvorrichtung bekannt, die in der Mantelfläche
des Bierfasses im unteren Bereich des Fasses angeordnet ist. Die Zapfvorrichtung besteht
im wesentlichen aus einem hohlzylindrischen Außenteil und einem in dem Außenteil axial
verschiebbaren, ebenfalls hohlzylindrischen Innenteil, wobei das Außenteil durch eine
Öffnung in der Mantelfläche des Bierfasses in das Bierfaß hineinragt und an den Umfangsrändern
des Loches fest mit der Wandung des Bierfasses verbunden ist, um das Loch abzudichten.
Das hohlzylindrische Außenteil der Zapfvorrichtung weist in seiner Mantelfläche eine
Öffnung auf, durch die Bier in das Innere des Außenteils eintreten kann. Das ebenfalls
hohlzylindrische Innenteil weist dagegen an seinem außenliegenden Ende im Bereich
der Mantelfläche unten eine Austrittsöffnung auf, durch die Bier gezapft werden kann,
wobei die innenliegende Stirnseite des hohlzylindrischen Innenteils frei ist, um ein
Eintreten von Bier aus dem hohlzylindrischen Außenteil in das Innenteil zu ermöglichen.
Bei der Lagerung und beim Transport dieses Bierfasses ist das Innenteil vollständig
in das Außenteil hineingeschoben. Zum einen schließt die Zapfvorrichtung hierbei an
ihrer Außenseite nahezu bündig mit der Mantelfläche des Bierfasses ab, so daß eine
Beschädigung der Zapfvorrichtung beim Transport weitgehend ausgeschlossen ist. Zum
anderen wird die Öffnung in der Mantelfläche des hohlzylindrischen Außenteils in diesem
Zustand durch die Mantelfläche des hohlzylindrischen Innenteils abgedeckt, so daß
kein Bier aus dem Faß austreten kann. Zum Zapfen wird dann das hohlzylindrische Innenteil
mittels eines an der äußeren Stirnseite des Innenteils angeformten Griffs axial herausgezogen,
bis die beiden Öffnungen in den Mantelflächen von Innenteil und Außenteil in Deckung
übereinanderliegen. Das Bier fließt durch die Öffnung in der Mantelfläche des Außenteils,
dann durch die offene innere Stirnseite des Innenteils und wird anschließend über
die Austrittsöffnung in der Mantelfläche des Innenteils abgegeben.
[0003] Die
DE 1 772 877 U zeigt eine weitere Form einer Zapfvorrichtung gemäß der Präambel des anspruchs 1.
[0004] Das vorstehend beschriebene, bekannte Bierfaß mit der integrierten Zapfvorrichtung
ermöglicht zwar einen sofortigen Zapfbeginn ohne eine vorherige manuelle Installation,
nachteilig bei der bekannten Zapfvorrichtung ist jedoch, daß Innenteil und Außenteil
eine Preßpassung bilden, um eine hinreichende Dichtwirkung zu erzielen, wodurch die
axiale Verschiebung des Innenteils nur mit einem relativ großen Kraftaufwand möglich
ist. Insbesondere bei einem weitgehend geleerten und entsprechend leichten Bierfaß
kann dies zu einem Umkippen des Bierfasses führen bzw. ein Festhalten des Bierfasses
erforderlich machen.
[0005] Ein weiterer Nachteil der bekannten Zapfvorrichtung ist darin zu sehen, daß sich
der Flüssigkeitsstrom durch die axiale Verschiebung des Innenteils nur sehr schlecht
dosieren läßt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zapfvorrichtung der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, bei der die Austrittsöffnung für das Bier vor Verschmutzung während
des Transports oder der Lagerung geschützt ist.
[0007] Die Aufgabe wird - ausgehend von der bekannten Zapfvorrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 - durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, die Zapfvorrichtung im wesentlichen
dreiteilig auszubilden, indem in das hohlzylindrische Innenteil ein Ventil eingesetzt
wird, das relativ zu dem Innenteil beweglich ist und die Austrittsöffnung in dem Innenteil
in Abhängigkeit von der Ventilstellung zur Flüssigkeitsabgabe freigibt oder verschließt.
[0009] In einer vorteilhaften Variante der Erfindung ist das Ventil als Drehventil ausgebildet,
wobei die Drehachse des Drehventils vorzugsweise im wesentlichen rechtwinklig zur
Längsachse des Innenteils verläuft und zur Handbetätigung des Drehventils ein schwenkbarer
Hahn vorgesehen ist. Hierbei ist es vorteilhaft, den Hahn bzw. das Innenteil so auszugestalten,
daß er sich in die Außenkontur des Innenteils einfügt, damit das Innenteil in das
Außenteil eingeschoben werden kann, ohne den Hahn zu demontieren.
[0010] Gemäß einer anderen Variante der Erfindung besteht das Drehventil aus einer hohlzylindrischen
Hülse, die in dem Innenteil axial drehbar angeordnet ist. Sowohl das Innenteil als
auch die Hülse weisen hierbei an ihrem außenliegenden Ende in der Mantelfläche jeweils
eine Öffnung auf, wobei die Öffnungen in Hülse und Innenteil durch eine Drehung der
Hülse um ihre Längsachse mehr oder weniger in Dekkung gebracht werden können, um den
Flüssigkeitsstrom zu steuern. So ist der Flüssigkeitsstrom maximal, wenn die beiden
Öffnungen in Hülse und Innenteil vollständig übereinander in Deckung liegen, wohingegen
keine Flüssigkeit abgegeben wird, wenn sich die beiden Öffnungen in Hülse und Innenteil
nicht überlappen. Vorteilhaft ist hierbei gegenüber der eingangs beschriebenen bekannten
Anordnung, daß das Innenteil nicht verdreht wird, so daß die in der Mantelfläche des
Innenteils befindliche Austrittsöffnung stets nach unten zeigt, wodurch die Handhabung
beim Zapfen wesentlich erleichtert wird.
[0011] In einer weiteren Variante der Erfindung weist das Ventil dagegen einen Kolben auf,
der zur Steuerung der Flüssigkeitsabgabe in dem Innenteil axial verschiebbar angeordnet
ist. Vorzugsweise ist der Kolben hierbei als hohlzylindrische Hülse ausgebildet, die
in ihrer Mantelfläche eine Öffnung aufweist, welche durch axiale Verschiebung des
Kolbens in Deckung mit der Austrittsöffnung in das Innenteil gebracht werden kann,
woraufhin Flüssigkeit abgegeben wird. Die Flüssigkeit tritt in dieser Variante also
durch das hohlzylindrische Außenteil in das hohlzylindrische Innenteil und anschließend
in den Kolben ein, um dann durch die Öffnung in der Mantelfläche des Kolbens und die
Austrittsöffnung in der Mantelfläche des Innenteils abgegeben zu werden. Vorzugsweise
wird der Kolben hierbei in dem hohlzylindrischen Innenteil durch eine Feder vorbelastet,
die sicherstellt, daß die Öffnung in der Mantelfläche des Kolbens ohne äußere Einwirkungen
nicht in Deckung mit der Austrittsöffnung in dem hohlzylindrischen Innenteil liegt,
damit in der Ruhestellung des Kolbens keine Flüssigkeit abgegeben wird. Zur Flüssigkeitsabgabe
muß der Kolben also entgegen der Federkraft soweit axial verschoben werden, bis die
beiden Öffnungen in Deckung liegen.
[0012] Vorzugsweise kann das Innenteil an seinem äußeren Ende seitlich abstehende Griffstücke
aufweisen. Hierdurch wird auch eine Einhandbedienung des Kolbens ermöglicht. Der Benutzer
greift beispielsweise mit Zeige- und Mittelfinger hinter die Griffstücke und drückt
den Kolben mit dem Daumen axial in das hohlzylindrische Innenteil hinein, bis die
beiden Öffnungen in Kolben und Innenteil in Deckung übereinanderliegen und dementsprechend
Flüssigkeit abgegeben wird. Besonders vorteilhaft ist es, in einem nach unten abstehenden
Griffstück einen Hohlkanal vorzusehen, durch den die Flüssigkeitsabgabe erfolgt.
[0013] In einer anderen Variante der Erfindung ist die Zapfvorrichtung lediglich zweiteilig
mit einem hohlzylindrischen Außenteil und einem hohlzylindrischen Innenteil aufgebaut,
wobei das hohlzylindrische Innenteil um seine Längsachse gedreht werden kann, um entsprechende
Öffnungen in den Mantelflächen von Innenteil und Außenteil mehr oder weniger in Deckung
zu bringen und damit den Flüssigkeitsstrom zu steuern. Die Öffnungen im Außenteil
und Innenteil weisen hierbei jeweils eine besondere Form auf, um beim Verdrehen ein
feinfühliges Dosieren des Flüssigkeitsstroms zu ermöglichen. So weist mindestens eine
der beiden Öffnungen in Au-ßenteil und Innenteil eine in Richtung der jeweils anderen
Öffnung abnehmende Breite auf, um beim Öffnen eine gleichmäßige Zunahme des Flüssigkeitsstroms
zu erreichen, da der Flüssigkeitsstrom von der Größe der in Deckung übereinanderliegenden
Öffnungsflächen abhängt. So können die Öffnungen beispielsweise dreiecksförmig ausgebildet
sein, wobei die Spitzen der Dreiecke jeweils der anderen Öffnung zugewandt sind.
[0014] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann zwischen dem Innenteil und dem Außenteil
mindestens eine Dichtung angeordnet sein. Dabei ist es günstig, wenn die mindestens
eine Dichtung im Bereich der Durchflußöffnung des Außenteils ausgebildet ist.
[0015] Bei einer Variante der Ausführungsformen kann es günstig sein, daß vor und/oder hinter
der jeweiligen Durchflußöffnung um das Innenteil je ein Dichtungsring angeordnet ist.
Dadurch wird verhindert, daß Flüssigkeit in den Spalt zwischen Innenteil und Außenteil
eintritt und durch die Durchflußöffnung zum Ventil gelangen kann, insbesondere dann,
wenn vor und hinter der Durchflußöffnung des Außenteils die Dichtungsringe in einer
Ringnut im Außenteil festliegen.
[0016] Vorteilhaft kann sein, daß die Dichtung als eine die Durchflußöffnung in der Wand
des Außenteils umgebende Manschette ausgebildet ist, die in dem Spalt zwischen dem
Innen- und dem Außenteil einen Dichtwulst entlang des Außenumfangs der Durchflußöffnung
aufweist. Hierdurch kann bei einer Ausführungsform, bei der das Außenteil an seinem
in das Faß ragende Ende verschlossen ist, die Abdichtung gegen Eintreten von Flüssigkeit
in den Innenkanal des Innenteils bei hineingeschobenem Innenteil sicher gewährleistet
werden.
[0017] Dabei kann es günstig sein, daß der Dichtwulst in Richtung des Faßinneren als Dichtfläche
ausgebildet ist, wobei vorteilhafterweise die Öffnung für den Durchfluß in dem Außenrohr
als Langloch ausgebildet ist, in welchem der Dichtwulst eingespritzt ist. In einer
solchen Ausbildung weist das Dichtungsmaterial die eigentliche Durchflußöffnung durch
das Außenteil hindurch auf. Dabei ist es sinnvoll, daß die flächige Ausdehnung etwas
mehr als die lichte Weiter der Durchflußöffnung des Innenteils beträgt. Hierdurch
wird sichergestellt, daß auch bei teilweiser oder beginnender Überlappung der jeweiligen
Durchflußöffnungen eine Abdichtung gegen den Zwischenspalt zwischen dem Innen- und
dem Außenteil gewährleistet ist.
[0018] Vorteilhafterweise besteht die Dichtung aus elastischem, spritzfähigem Material.
Besonders günstig kann es sein, daß die Dichtung für die Durchflußöffnung in dem Außenteil
einstückig mit der Abschlußdichtung zwischen Zapfer und Faß ausgebildet ist, wobei
die Abschlußdichtung an das Außenteil angespritzt ist.
[0019] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform sind Mittel zum lösbaren Festsetzen
des Innenteils in der Betriebsstellung vorgesehen, d.h. in derjenigen Stellung, in
der die Durchflußöffnungen des Innen- und des Außenteils im wesentlichen fluchten.
[0020] Dabei können vorteilhafterweise die Begrenzungsmittel als Mittel zum lösbaren Festsetzen
ausgebildet sein. Hierbei ist es günstig, wenn eine Rastausnehmung am Innenteil ausgebildet
ist, in die eine am Außenteil angeordnete federnde Rastnase lösbar eingreift. Durch
die Verwendung der Begrenzungseinrichtung als Mittel zum Festsetzen können besondere
Arretierungsmittel eingespart werden, die erforderlich sind, das Innenteil in der
Betriebsposition, in der sich die Durchflußöffnungen in Deckung befinden, festzuhalten.
Vorteilhafterweise ist die Rastnase an einem federnden Element angeformt, das einstückig
am Außenteil angeformt ist. Hierbei kann das federnde Element unter Druck der das
Außenteil umschließenden Gummidichtung in die Betriebsposition gedrängt sein, so daß
die Federkraft sowohl aus dem Material herrührt, aus dem das federnde Element erstellt
ist, als auch aus der Flexibilität des Dichtungsmaterials.
[0021] Die erfindungsgemäße Zapfvorrichtung ist nicht auf die Verwendung bei Bierfässern
beschränkt, sondern läßt sich auch mit anderen Flüssigkeitsbehältern einsetzen. Entscheidend
ist lediglich, daß die Zapfvorrichtung in der Wandung des Flüssigkeitsbehälters vormontiert
wird, so daß eine Flüssigkeitsentnahme ohne vorherige Installationsarbeiten möglich
ist.
[0022] Auch ist zu bemerken, daß Außenteil und Innenteil nicht notwendigerweise zylindrisch
ausgeführt sein müssen. So können diese Bauteile beispielsweise auch einen rechteckigen
Querschnitt aufweisen oder dreieckig sein, wodurch auch eine Verdrehung des Innenteils
in dem Außenteil verhindert wird.
[0023] Für Ausführungsformen gemäß der Figuren 2 bis 14 wird insofern kein Schutz beansprucht,
als deren Merkmale nicht mit den Merkmalen des geltenden Hauptanspruchs vereinbar
sind.
[0024] Die Erfindung wird nachstehend näher erläutert und anhand der Figuren dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1a
- eine Zapfvorrichtung für ein Bierfaß mit einem hohlzylindrischen Außenteil, einem
darin axial verschiebbaren Innenteil sowie einem in das Innenteil eingesetzten drehbaren
Zapfhahn in der Betriebsstellung;
- Fig. 1b
- die Zapfvorrichtung aus Fig. 1a in der Transportstellung mit eingeschobenem Innenteil;
- Fig. 1c
- den Zapfhahn der in Fig. 1a und 1b dargestellten Zapfvorrichtung;
- Fig. 1d
- eine Zapfvorrichtung mit einem besonderen Griff zum Herausziehen des Innenteils aus
der Transportstellung in die Betriebsstellung;
- Fig. 2
- eine Zapfvorrichtung mit einem hohlzylindrischen Außenteil, einem darin axial verschiebbaren
hohlzylindrischen Innenteil und einem in dem Innenteil axial verschiebbaren Kolben
zur Steuerung der Flüssigkeitsabgabe, wobei der Kolben durch eine Sprialfeder vorgespannt
wird;
- Fig. 3
- die Wandung des Außenteils bei der in Fig. 2 dargestellten Zapfvorrichtung mit einer
Nut, die zusammen mit einer Feder in dem Innenteil einen Bajonettverschluß bildet;
- Fig. 4a-4c
- verschiedene Ausführungsformen von Bruchsiegeln für die Zapfvorrichtung;
- Fig. 5
- eine Zapfvorrichtung ähnlich der in Fig. 2 gezeigten Zapfvorrichtung, bei welcher
der Kolben durch eine an das Innenteil angeformte Feder vorgespannt wird;
- Fig. 6a, 6b
- andere Ausführungsformen von Federn zur Vorspannung des Kolbens bei der Zapfvorrichtung
gemäß Fig. 2 bzw. 5;
- Fig. 7a
- eine Zapfvorrichtung mit einem hohlzylindrischen Außenteil und einem axial verschiebbaren
hohlzylindrischen Innenteil, wobei das Innenteil zur Steuerung der Flüssigkeitsabgabe
um seine Längsachse drehbar ist;
- Fig. 7b
- eine Zapfvorrichtung ähnlich der in Fig. 7a gezeigten Zapfvorrichtung mit einem Quetschverschluß;
- Fig. 8
- eine Zapfvorrichtung ähnlich der in Fig. 2 gezeigten Zapfvorrichtung, wobei der Kolben
senkrecht verschiebbar ist;
- Fig. 9
- eine Zapfvorrichtung mit einem hohlzylindrischen Außenteil, einem darin axial verschiebbaren
hohlzylindrischen Innenteil und einer hohlzylindrischen Hülse, die in dem Innenteil
um ihre Längsachse drehbar ist, um den Flüssigkeitsstrom zu steuern;
- Fig. 10a
- eine Zapfvorrichtung ähnlich der in Fig. 2 gezeigten Zapfvorrichtung, wobei der Kolben
durch ein am Boden des Innenteils angeformtes Federelement vorgespannt wird;
- Fig. 10b
- die Anordnung des Federelements bei der in Fig. 10a gezeigten Zapfvorrichtung;
- Fig. 11
- eine Darstellung einer Zapfvorrichtung, teilweise im Längsschnitt, mit Dichtung zwischen
Innenteil und Außenteil sowie Mitteln zum lösbaren Festsetzen des Innenteils in Betriebsstellung,
wobei das Innenteil sich in Betriebsstellung befindet;
- Fig. 12
- eine alternative Ausführungsform sowohl der Dichtung als auch der Mittel zum Festsetzen
im Längsschnitt entsprechend der Darstellung in Fig. 11;
- Fig. 13
- eine Draufsicht auf die Dichtung zwischen dem Innenteil und dem Außenteil, und
- Fig. 14
- eine Ansicht auf den Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 13.
[0025] Die in Fig. 1a und 1b dargestellte Zapfvorrichtung ist in die Wandung 1 eines 5-Liter-Bierfasses
integriert und ermöglicht somit ohne umständliche Installationsarbeiten ein sofortiges
Zapfen von Bier, was insbesondere bei dieser nahezu ausschließlich für den Privatgebrauch
vorgesehenen Faßgröße wichtig ist. Zur werksseitigen Vormontage der Zapfvorrichtung
ist in der Wandung 1 des Bierfasses im unteren Bereich 3 cm oberhalb des Faßbodens
eine kreisförmige Öffnung mit einem Durchmesser von 2 cm vorgesehen, wobei die Wandung
1 im Bereich der Umfangsränder des Loches nach innen gewölbt ist, um eine Mulde für
die hervorstehenden Teile der Zapfvorrichtung zu bilden und deren Beschädigung bei
Transport oder Lagerung zu verhindern. In diese Öffnung ist ein hohlzylindrisches
Außenteil 2 aus Kunststoff eingepreßt, das mit einer Länge von ca. 5 cm in das Bierfaß
hineinragt und an seinem innenliegenden Ende eine freie Stirnfläche aufweist, so daß
Bier aus dem Faßinnenraum in das Außenteil 2 eintreten kann. Zwischen dem Außenteil
2 und dem Umfangsrand der Öffnung in der Wandung 1 ist ein Dichtungselement 3 angeordnet,
das ein Austreten von Bier durch den kreisringförmigen Spalt zwischen Außenteil 2
und Wandung 1 verhindert und mit dem Außenteil 2 durch eine Nut-Feder-Kombination
verbunden ist. An seinem innenliegenden Ende verjüngt sich das Dichtungselement 3
konisch, um ein Einschieben in die Öffnung zu ermöglichen. Das Außenteil 2 weist hierbei
einen durchgehenden Hohlkanal 4 mit einem über die gesamte Länge des Außenteils 2
konstanten zylindrischen Querschnitt auf, so daß der Hohlkanal 4 eine Gleitbuchse
bildet. Weiterhin weist die Zapfvorrichtung ein Innenteil 5 mit einem zylindrischen
Außenquerschnitt auf, der mit dem Hohlkanal 4 in dem Außenteil 2 eine Übergangspassung
bildet und mit entsprechendem Kraftaufwand axial in dem Außenteil 2 verschoben werden
kann. Bei Transport und Lagerung des Bierfasses ist das Innenteil 5 - wie in Fig.
1b gezeigt - vollständig in das Außenteil 2 hineingeschoben, so daß die Zapfvorrichtung
nahezu bündig mit der Wandung 1 des Bierfasses abschließt, wodurch eine Beschädigung
der Zapfvorrichtung bei Transport oder Lagerung weitgehend verhindert wird.
[0026] Zur Führung des Innenteils 5 in dem Außenteil 2 ist auf der Mantelfläche des Innenteils
5 eine axial verlaufende Feder 6 angeformt, die in eine ebenfalls axial verlaufende
Nut 7 in der Innenfläche des Außenteils 2 eingreift und dadurch ein Verdrehen des
Innenteils 5 in dem Außenteil 2 verhindern. Darüber hinaus verhindert die Nut-Feder-Kombination
ein vollständiges Herausziehen des Innenteils 5 aus dem Au-ßenteil 2, da sich die
Nut 7 in dem Außenteil 2 nicht bis zum vorderen Ende des Außenteils 2 erstreckt, so
daß die Feder 6 in einer bestimmten axialen Stellung des Innenteils 5 an dem Ende
der Nut 7 anschlägt und ein weiteres Herausziehen des Innenteils 5 verhindert. Dies
ist wichtig, da bei einem vollständigen Herausziehen des Innenteils 5 aus dem Außenteil
2 im gefüllten Zustand des Bierfasses das Bier ungehindert durch den Hohlkanal 4 aus
dem Bierfaß austreten würde.
[0027] Darüber hinaus weist das Innenteil 5 auf seiner Mantelfläche kreisringförmig umlaufende
Rastvorsprünge 6' auf, die in der in Fig. 1a dargestellten Zapfstellung des Innenteils
5 in entsprechende Vertiefungen in der Innenfläche des Au-ßenteils 2 einrasten. Zum
einen verhindern diese Rastvorsprünge ein unbeabsichtigtes Hineinschieben des Innenteils
5 während des Zapfvorgangs. Zum anderen spürt der Benutzer beim Herausziehen des Innenteils
5 das Einrasten der Rastvorsprünge, wodurch das Erreichen der Zapfstellung signalisiert
wird.
[0028] Weiterhin weist das Innenteil 5 einen durchgehenden Hohlkanal 8 auf, der am innenliegenden
Ende des Innenteils 5 in der Stirnseite des Innenteils 5 und an dem außenliegenden
Ende des Innenteils 5 in einer senkrecht verlaufenden zylindrischen Bohrung mündet,
in die ein Drehventil 9 eingesetzt ist, das über einen Hahn 10 gedreht werden kann.
Zum Zapfen von Bier wird der Hahn 10 parallel zum Innenteil 5 nach außen gedreht,
woraufhin Bier aus dem Faßinnenraum in den Hohlkanal 4 des Außenteils 2 und anschließend
in den Hohlkanal 8 in dem Innenteil 5 eintritt, um schließlich durch einen in dem
Drehventil 9 befindlichen Hohlkanal abgegeben zu werden.
[0029] Besonders vorteilhaft an der dargestellten Anordnung ist, daß der Hahn 10 vollständig
an das Innenteil 5 angeklappt werden kann, so daß das Innenteil 5 zusammen mit dem
angeklappten Hahn 10 in das Außenteil 2 hineingeschoben werden kann. Es ist also nicht
erforderlich, vor dem Zapfen zunächst den Zapfhahn zu installieren, da dieser einen
integralen Bestandteil der Zapfvorrichtung bildet.
[0030] Auch erfolgt der Zapfvorgang hierbei in herkömmlicher Weise durch Drehen des Zapfhahns
10 und nicht - wie bei dem eingangs beschriebenen bekannten Bierfaß mit einer integrierten
Zapfvorrichtung - durch eine relativ unnatürliche Schiebebewegung.
[0031] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß das aus dem Innenteil
5 (in Ausflussrichtung) nach unten herausragende Drehventil 9 in der in Fig. 1b dargestellten
Transportstellung in einer Aussparung 11 in dem Außenteil 2 verschwindet, wobei die
Austrittsöffnung des Drehventils 9 von der Wandung des Außenteils 2 abgedichtet wird,
wodurch eine Verschmutzung der Austrittsöffnung während Transport oder Lagerung verhindert
wird.
[0032] Zum Herausziehen des Innenteils 5 aus dem Außenteil 2 ist an der außenliegenden Stirnseite
des Innenteils 5 ein ringförmiger Griff 12 angeformt, in den der Benutzer mit dem
Zeigefinger eingreifen kann.
[0033] Fig. 1c zeigt eine vergrößerte Darstellung des Zapfhahns 10, aus der ersichtlich
ist, daß an der Mantelfläche des Zapfhahns 10 ein umlaufender Rastvorsprung 13 angeordnet
ist, der in entsprechenden Aussparungen in dem Innenteil 5 einrastet und den Zapfhahn
10 dadurch axial fixiert.
[0034] Fig. 1d zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Zapfvorrichtung,
die weitgehend mit der vorstehend beschriebenen und in den Fig. 1a bis 1c gezeigten
Zapfvorrichtung übereinstimmt. Zur Vereinfachung sind deshalb übereinstimmende Bauteile
mit denselben Bezugszeichen versehen, so daß diesbezüglich auf die vorstehende Beschreibung
verwiesen wird. Der Unterschied besteht zum einen darin, daß zum Herausziehen des
Innenteils 5 aus dem Außenteil 2 ein klappbarer Griff 14 vorgesehen ist, der an der
außenliegenden Stirnseite des Innenteils 5 angeformt ist. Zum Herausziehen des Innenteils
5 greift der Benutzer zunächst hinter den Griff 14 und klappt diesen nach unten, um
dann den Zeigefinger in die Grifföffnung einzuführen. Besonders vorteilhaft ist hierbei,
daß die unteren Arme 15 des Griffs 14 beim Herunterklappen nach innen gegen das Au-ßenteil
2 gedrückt werden und dadurch das Innenteil 5 bereits ein Stück herausziehen. Zum
anderen ist das Außenteil 2 an seinem faßseitigen Ende geschlossen. Das Bier fließt
durch die Öffnung 8' in den Hohlkanal 4 des Außenteils 2 und von dort in den Kanal
8 des Innenteils 5.
[0035] Fig. 2 zeigt eine Variante einer Zapfvorrichtung, die - wie die bereits vorstehend
beschriebenen Varianten - in der Wandung 1 eines Bierfasses vormontiert wird. Hierzu
weist die Zapfvorrichtung ein Außenteil 2 auf, das bereits vorstehend eingehend beschrieben
wurde, so daß diesbezüglich auf die Beschreibung der vorangegangenen Figuren verwiesen
wird.
[0036] In dem Außenteil 2 ist ein im wesentlichen hohlzylindrisches Innenteil 16 angeordnet,
das zwischen einer Transportstellung und einer Zapfstellung axial verschiebbar ist,
wobei die Zapfvorrichtung in der Transportstellung mit der Wandung 1 des Bierfasses
nahezu bündig abschließt, wodurch eine Beschädigung der Zapfvorichtung während Transport
oder Lagerung des Bierfasses weitgehend verhindert wird.
[0037] Die Steuerung des Bierflusses erfolgt hierbei durch einen Kolben 17, der in einem
Hohlkanal in dem Innenteil 16 axial verschiebbar angeordnet ist. An der Mantelfläche
des Kolbens 17 ist wiederum ein Feder angeformt, die in eine entsprechende Nut in
der Innenfläche des Innenteils 16 eingreift. Zum einen wird hierdurch eine Drehung
des Kolben 17 in dem Innenteil 16 verhindert. Zum anderen wird auf diese Weise der
axiale Bewegungsspielraum des Kolbens 17 in dem Innenteil 16 festgelegt. Der Kolben
17 wird hierbei durch eine Spiralfeder 18 vorgespannt, die den Kolben 17 axial nach
außen in die in Fig. 3 dargestellte Ruhestellung drückt, in der kein Bier gezapft
wird, da die in der Wandung des Kolbens 17 befindliche Öffnung nicht in Deckung mit
der Austrittsöffnung in der Mantelfläche des Innenteils 16 liegt, sondern von der
Mantelfläche des Innenteils 16 abgedichtet wird. Zum Zapfen von Bier muß der Kolben
17 vielmehr entgegen der Federspannung axial in das Innenteil 16 hineingedrückt werden,
bis die beiden Öffnungen in der Wandung des Kolbens 17 und in der Mantelfläche des
Innenteils 16 übereinander in Deckung liegen, so daß das Bier aus dem Faßinnenraum
durch den Hohlkanal 4 des Außenteils 2 und das Innenteil 16 durch die Austrittsöffnung
in der Mantelfläche des Innenteils 16 austreten kann. Das Hineindrükken des Kolbens
17 in das Innenteil 16 wird hierbei durch Griffstücke 19a, 19b erleichtert, wobei
der Benutzer mit dem Zeigefinger hinter das Griffstück 19a und mit dem Mittelfinger
hinter das Griffstück 19b greift und den Kolben 17 mit dem Daumen in das Innenteil
16 hineindrückt. Die dargestellte Anordnung ermöglicht also vorteilhaft eine Einhandbedienung,
ohne die Standfestigkeit des Bierfasses zu gefährden, was insbesondere bei einem weitgehend
geleerten Bierfaß wichtig ist. Das an der Unterseite des Innenteils angeformte Griffstück
19b dient hierbei neben der Abstützung des Mittelfingers auch zur Abgabe des Biers
und weist hierzu einen Hohlkanal 20 auf.
[0038] Das an der Oberseite des Innenteils 16 angeformte Griffstück 19a dient dagegen auch
zur Versiegelung der Zapfvorrichtung. Hierzu weist das Griffstück 19a eine axial durchgehende
Öffnung auf, durch die in der Transportstellung des Zapfhahns ein an dem Außenteil
2 stirnseitig angeformter Steg 21 hindurchragt. Zur Versiegelung des Bierfasses wird
der Steg 21 mit einem aus Kunststoff bestehenden Siegelplättchen 22 thermoverschweißt,
so daß ein Herausziehen des Innenteils 16 aus der Transportstelltung stets zu einem
Abreißen des Siegelplättchen 22 führt, was an der Vorderseite des Zapfhahns gut sichtbar
ist.
[0039] Fig. 3 zeigt den Verlauf der Nut 7 in der Wandung des Außenteils 2. Aus dieser Darstellung
ist ersichtlich, daß die Feder-Nut-Kombination einen Bajonettverschluß bildet, der
eine axiale Fixierung des Innenteils 16 in dem Außenteil 2 sowohl in der Transportstellung
als auch in der Zapfstellung ermöglicht. In der Transportstellung wird die Feder 6
des Innenteils 16 in dem quer verlaufenden Nutstück 23 geführt und dadurch axial fixiert.
Zum Herausziehen muß das Innenteil 16 zunächst um seine Längsachse gedreht werden,
bis sich die Feder 6 in dem axial verlaufenden Nutstück 7 befindet. Nach dem Herausziehen
wird das Innenteil 16 in der Zapfstellung fixiert, indem das Innenteil gedreht wird,
bis sich die Feder 6 in dem quer verlaufenden Nutstück 24 befindet. Der vorstehend
beschriebene Bajonettverschluß ist in seiner Verwendung nicht auf die Zapfvorrichtung
mit einem Kolben eingeschränkt, sondern kann auch mit den anderen Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Zapfvorrichtung eingesetzt werden.
[0040] Fig. 4a zeigt eine Variante eines Bruchsiegels, das eine herstellerseitige Versiegelung
der Zapfvorrichtung ermöglicht und beim erstmaligen Öffnen des Bierfasses zerbricht.
Hierzu ist an der außenliegenden Stirnseite des Außenteils 2 ein Steg mit einem abgerundeten
dickeren Kopf 25 angeformt. Beim erstmaligen Hineinschieben des Innenteils 16 in das
Außenteil 2 wird der Steg mit dem Kopf 25 in eine Öffnung 26 in dem Griffstück 19a
hineingepreßt, bis der Kopf 25 schließlich in der Transportstellung der Zapfvorrichtung
auf der außenliegenden Seite des Griffstücks 19a zum Vorschein kommt, woran der Benutzer
ein unbenutztes Bierfaß erkennen kann. Beim Herausziehen des Innenteils 16 wird der
Kopf 25 dann aufgrund der relativ geringen mechanischen Belastbarkeit des Stegs abgerissen.
Fig. 4b zeigt eine Abwandlung eines derartigen Bruchsiegels, bei dem der Kopf 27 mit
Wiederhaken versehen ist, um sicherzustellen, daß der Kopf beim Herausziehen des Innenteils
wirklich abgerissen wird. Bei dem in Fig. 4c dargestellten Bruchsiegel ist die Öffnung
28 in dem Griffstück 19a nicht als durchgehender Kanal, sondern als Vertiefung ausgebildet,
die den Kopf 29 in der Transportstellung aufnimmt.
[0041] Fig. 5 zeigt ein weiteres Beispiel einer Zapfvorichtung mit einem Kolben 17 zur Steuerung
der Bierabgabe. Im Gegensatz zu der vorstehend beschriebenen und in Fig. 4 dargestellten
Zapfvorrichtung wird der Kolben 17 hierbei jedoch nicht durch eine Spiralfeder vorgespannt,
sondern durch Federarme 30 aus Kunststoff, die an dem innenliegenden Ende des Innenteils
16 angeformt sind und den Kolben 17 axial nach außen drücken. Die Anordnung der Federarme
30 ist detailliert aus Fig. 6a ersichtlich, die eine axiale Vorderansicht des Innenteils
16 zeigt. Figur 6b zeigt eine alternative Ausführungsform des Innenteils 16, bei dem
Federarme 26 in Umfangsrichtung angeordnet sind und den Kolben 17 axial nach außen
drücken.
[0042] Fig. 7a zeigt eine andere Zapfvorrichtung, bei der die Bierabgabe ebenfalls durch
eine Drehbewegung gesteuert wird, wobei allerdings die Drehachse nicht - wie bei dem
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1a - rechtwinklig zur Längsachse, sondern parallel
zur Längsachse des Außenteils 2 verläuft.
[0043] In dem Außenteil 2 ist ein hohlzylindrisches Innenteil 32 axial verschiebbar angeordnet,
wobei an der Mantelfläche des Innenteils 32 eine axial verlaufende Feder 6 angeformt
ist, die in eine ebenfalls axial verlaufende Nut 7 in der Innenfläche des Außenteils
2 eingreift. Zum einen verhindert die Feder-Nut-Kombination ein vollständiges Herausziehen
des Innenteils 32 aus dem Außenteil 2. Zum anderen wird so eine Drehung des Innenteils
32 in dem Außenteil 2 unterbunden. Dies ist wichtig, da an dem außenliegenden Ende
des Innenteils 32 eine Austrittsöffnung 33 für das Bier angeordnet ist, die sich bei
einer Drehung des Innenteils 32 mitdrehen und damit Probleme beim Zapfen verursachen
würde.
[0044] Die Steuerung der Bierabgabe erfolgt durch eine zylindrische Hülse 34, die in dem
Innenteil 32 drehbar angeordnet ist, wobei die Bedienung der Hülse durch ein Rändelrad
35 erfolgt, das an dem freien Ende der Hülse 34 angeformt ist. An der Mantelfläche
der Hülse 34 ist eine kreisringförmig umlaufende Feder angeformt, die in eine kreisringförmige
Nut in der Innenfläche des Innenteils 32 eingreift, wodurch die Hülse 34 in dem Innenteil
32 axial fixiert wird.
[0045] Zum Zapfen von Bier wird die Hülse 34 mittels des Rändelrades 35 so gedreht, daß
eine in der Wandung der Hülse 34 angeordnete dreiecksförmige Öffnung 36 in Deckung
über der Öffnung 33 in der Wandung des Innenteils 32 liegt. Das in dem Bierfaß befindliche
Bier kann dann durch den Hohlkanal 4 und die Öffnung 33 austreten. Nach dem Zapfen
wird die Hülse 34 dann so gedreht, daß die Öffnung 33 von der Mantelfläche der Hülse
34 verschlossen wird.
[0046] Fig. 7b zeigt eine Zapfvorrichtung, bei der die Bierabgabe gesteuert wird, indem
eine in dem Innenteil 37 befindliche Hülse 38 durch ein Rändelrad 39 um ihre Längsachse
gedreht wird. Die Hülse 38 besteht hierbei aus relativ weichem Material und weist
an ihrer Mantelfläche axial verlaufende Rippen 40a, 40b auf, die in entsprechende
Nuten 41a, 41b in der Innenseite des Innenteils 37 eingreifen und diese dadurch abdichten.
Die Größe der Rippen 40a, 40b auf der Mantelfläche der Hülse 38 und der Nuten 41a,
41b in der Innenseite des Innenteils 37 variiert hierbei über den Umfang, so daß stets
eine große Rippe 40a in eine große Nut 41a und eine kleine Rippe 40b in eine kleine
Nut 41b eingreift. Bei einer Drehung der Hülse 38 um einen Nutwinkel wird dagegen
eine große Rippe 40a in eine kleine Nut 41b hineingepreßt, während die kleinen Rippen
40b in die großen Nuten 41a eingreifen, so daß diese nicht vollständig abgedichtet
werden. In den verbleibenden Zwischenräumen zwischen den kleinen Rippen 40b und den
großen Nuten 41a kann dann Bier axial vordringen und schließlich über die Austrittsöffnung
42 abgegeben werden.
[0047] Figur 8 zeigt eine Zapfvorrichtung, bei der die Dosierung der Bierabgabe durch eine
Schiebebewegung erfolgt. Hierzu ist in dem Außenteil 2 ein zylindrisches Innenteil
43 mit einem axial durchgehenden Hohlkanal 44 angeordnet, das an seinem außenliegenden
Ende eine senkrechte, durchgehenden Bohrung aufweist, in der ein Kolben 45 senkrecht
verschiebbar angeordnet ist. Der Kolben 45 wird von einer Spiralfeder 46 nach oben
vorgespannt, so daß der Kolben 45 in der Ruhestellung den Hohlkanal 44 in dem Innenteil
43 abdichtet, so daß kein Bier fließt. Zum Zapfen wird der Kolben 45 dann senkrecht
nach unten gedrückt, bis die seitliche Öffnung in dem Kolben 45 den Hohlkanal 44 freigibt,
so daß das Bier aus dem Faß durch die Hohlkanäle 4, 44 fließt und durch eine Austrittsöffnung
47 abgegeben wird.
[0048] Fig. 9 zeigt schließlich ein Beispiel einer Zapfvorrichtung, die im wesentlichen
zweiteilig ausgebildet ist. Der dargestellte Zapfhahn weist wiederum ein hohlzylindrisches
Außenteil 2 auf, das in eine im unteren Bereich des Fasses nahe dem Faßboden angebrachte
Öffnung eingepreßt wird und die Öffnung anschließend mit dem Dichtungselement 3 verschließt.
Im Gegensatz zu den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen ist das zylindrische
Außenteil 2 hierbei jedoch an seiner innenliegenden Stirnseite geschlossen und weist
lediglich an seiner Mantelfläche nahe der Wandung eine Öffnung 48 auf. Die Dosierung
der Bierabgabe erfolgt hierbei durch Drehen eines an dem außenliegenden Ende des Innenteils
28 angeformten Rändelrades 50, wodurch eine Öffnung 51 in der Mantelfläche des Innenteils
49 mit der Öffnung 48 in der Mantelfläche des Außenteils 2 mehr oder weniger in Deckung
gebracht werden kann. Für eine maximale Bierabgabe wird das Innenteil 49 so gedreht,
daß die beiden Öffnungen 48, 51 in Deckung übereinanderliegen. Das in dem Bierfaß
befindliche Bier tritt dann durch die Öffnungen 48, 51 in einen Hohlkanal 52 in das
Innenteil 49 ein, um anschließend über eine in der Mantelfläche des Innenteils 49
angebrachte Öffnung 53 abgegeben zu werden. Der Hohlkanal 52 in dem Innenteil 49 weist
hierbei einen sich in Fließrichtung erweiternden Innenquerschnitt auf, um ein Aufschäumen
des Biers beim Zapfen zu verhindern. Hierzu sind auch axial verlaufende Rinnen in
der Mantelfläche der Öffnung 53 vorgesehen. Die beiden Öffnungen 48, 51 sind hierbei
schlitzförmig ausgebildet und axial ausgerichtet, um die Bierabgabe erst dann freizugeben,
wenn das Innenteil 49 so gedreht ist, daß die Austrittsöffnung 53 nach unten gerichtet
ist.
[0049] Die in Fig. 10a gezeigte Zapfvorichtung stimmt weitgehend mit der in Fig. 2 dargestellten
Zapfvorrichtung überein, so daß weitgehend auf die zugehörige Beschreibung verwiesen
werden kann. Der Unterschied zwischen den beiden Zapfvorrichtungen besteht darin,
daß der Kolben 17 bei der Zapfvorrichtung gemäß Fig. 10a nicht durch eine Spiralfeder,
sondern durch einen elastischen Balg 55 vorgespannt wird, der am Boden des Innenteils
54 angeordnet ist. Aus Fig. 10b ist ersichtlich, daß der Boden des Innenteils 54 nicht
die gesamte innere Stirnfläche des Innenteils 54 abdeckt, sondern aus vier radial
verlaufenden Streben 56 besteht, die den zentrisch angeordneten Balg 56 tragen, so
daß in dem Bierfaß befindliches Bier beim Zapfen zwischen den Streben 56 hindurch
in den Kolben 17 eintreten kann. Der Boden des Kolbens 17 besteht deshalb ebenfalls
aus mehreren Streben, die eine zentrisch angeordnete kreisförmige Platte tragen, die
als Gegenlager für den elastischen Balg 55 dient.
[0050] In Fig. 11 ist ein Bereich einer Zapfvorrichtung im Schnitt dargestellt.
[0051] Bei dieser Form ist das Außenteil 2 mit einer Dichtung 60 im Bereich der Durchflußöffnungen
61 bzw. 61' zwischen dem Außenteil 2 und dem Innenteil 5 ausgestattet. Diese Dichtung
ist hier einstückig mit dem Dichtungselement 3 ausgebildet, das zwischen dem Außenteil
2 und dem Umfangsrand der Öffnung in der Wandung 1 des Faßes angeordnet ist. Das Dichtungsmaterial
besteht in diesem Fall aus elastischem, spritzfähigem Material.
[0052] Bei dem in Fig. 13 und 14 dargestellten alternativen Beispiel ist die Dichtung 60
als ein separates Teil ausgebildet, das in ein Langloch 70 im Außenteil 2 eingesetzt
ist. Die Dichtung weist zum Innenteil 5 hin einen Dichtwulst 63 auf, der geringfügig
größer ist als der Spalt 64 zwischen dem Innenteil 5 und dem Außenteil 2. Das Langloch
erstreckt sich in Richtung Faßinnere, wobei die Dichtung 60 einen Bereich 72 aufweist,
der ausreichend groß ist, um die Durchflußöffnung 61' im Innenteil 2 vollständig abzudecken,
wenn diese sich während des Herausziehens des Innenteils kurz vor dem Überlappen mit
der Durchflußöffnung 61 im Außenteil 2 auf dieser Dichtung befindet. Die Dichtung
60 ist als Manschette 62 ausgebildet, d.h. auch an der Außenseite des Außenteils 2
ist ein wulstartiger Rand an der Dichtung 60 ausgebildet, so daß die Dichtung 60 in
das Langloch 70 einknöpfbar ist. Durch diese Ausbildung wird sichergestellt, daß ein
Eindringen von Bier in den Spalt 64 während der beginnenden Überlappung der beiden
Öffnungen 61 und 61' nicht stattfindet, so daß ein Austreten von Bier zwischen den
verschiebbaren Teilen 2 und 5 vermieden wird.
[0053] Bei der in Fig. 12 dargestellten Form besteht die Dichtung 60 aus einem Satz Dichtringen
60' und 60'', wobei der Dichtring 60' in einer entsprechenden Nut 73 im Außenteil
2 und der Dichtring 60" in einer entsprechenden Nut in dem Innenteil 5 eingesetzt
ist. Auch dieses Material kann sowohl als separates Teil oder aber bei der Herstellung
der jeweiligen Teile mitangespritzt sein. Bei einer derartigen Dichtringanordnung,
d.h. wenn zwischen der Durchflußöffnung 61 im Innenteil 5 und dem faßseitigen Ende
dieses Innenteils ein Dichtring 73' angeordnet ist, kann das Außenteil 2 am faßseitigen
Ende offen bleiben.
[0054] In Fig. 11 ist auch ein weiteres Beispiel einer Begrenzungseinrichtung dargestellt,
die den Weg des Innenteils beim Herausziehen begrenzt. Wie bereits in Verbindung mit
Fig. 1a beschrieben, kann in dem Innenteil eine Nut 7 und an dem Außenteil eine Feder
6 angeformt sein. Es sei darauf hingewiesen, daß die Nut 7 dann nicht zwingend erforderlich
ist, wenn das Innenteil 5 einen von einem Kreisquerschnitt verschiedenen Querschnitt
besitzt, so daß die Verdrehsicherheit bereits durch die äußere Form sichergestellt
ist. Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel kann statt der Nut 7 lediglich eine Rastausnehmung
66 vorgesehen sein, in die eine am Außenteil angeordnete federnde Rastnase 67 lösbar
eingreift. Bei dem in Fig. 11 dargestellten Beispiel ist die federnde Rastnase im
vorderen Bereich des Außenteils 2 in unmittelbarer Nachbarschaft der Faßwand 1 einstückig
an einem federnden Element 28 angeformt, das seinerseits integral am Außenteil ausgeformt
ist. Dadurch, daß das federnde Element 28 im vorderen Bereich des Außenteils 2 ausgebildet
ist, kann die das Außenteil umschließende Gummidichtung 3 soweit vorgezogen werden,
daß sie das federnde Element und somit die Rastnase nach innen drückt und mit zusätzlicher
Federkraft die Rastnase in der Ausnehmung 67 hält. An der Rastnase 67 wie auch an
der Rastausnehmung 66 können die Kanten und Flächen so gestaltet sein, daß zwar eine
deutliche und merkbare Arretierung herbeigeführt wird, daß jedoch auch unter Aufwendung
eines bestimmten Drucks das Innenteil wieder aus der Betriebsposition in die Schließ-
oder Ruheposition, in der keine Flüssigkeit gezapft wird, verbracht werden kann.
[0055] An dem faßseitigen Ende des Innenteils 5 ist eine Auflauframpe 69 für die in den
lichten Querschnitt des Außenteils, d.h. in den Hohlrand 4, hineinragende Rastnase
67 angeformt.
[0056] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf die vorstehend angegebenen
bevorzugten Ausführungsbeispiele, sondern auf den von den Ansprüchen definierten Schutzumfang.
1. Zapfvorrichtung für ein Bierfaß, mit einem Außenteil (2) zum Einsetzen in ein Loch
in der Wandung (1) des Bierfasses, mit einem eine Führungsbuchse bildenden Hohlkanal
(4) zur gleitenden Aufnahme eines Innenteils (5, 16, 32, 37, 43, 49), das in der Führungsbuchse
des Außenteils zwischen einer innenliegenden Transportstellung und einer außenliegenden
Betriebsstellung bewegbar ist und zur Flüssigkeitsdurchführung einen Hohlkanal (8,
44, 52) aufweist, der außen in einer Austrittsöffnung (33) mündet, wobei in das Innenteil
ein Ventil (9, 17, 34, 38, 45) eingesetzt ist, das relativ zu dem Innenteil bewegbar
ist und die Austrittsöffnung in dem Innenteil in einer Öffnungsstellung zur Flüssigkeitsabgabe
freigibt und in einer Schließstellung verschließt,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein nach unten herausragender Teil des Ventils (9) in Transportstellung in einer
hierfür in dem Außenteil (2) ausgebildeten Aussparung (11) aufgenommen ist wobei die
Austrittsöffnung des Ventils von der Wandung des Außenteils gegen eine Verschnutzung
der Austrittsöffnung während des Transports oder der hagerung abgedichtet ist.
2. Zapfvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil als Drehventil (9) ausgebildet und in das Innenteil (5) im Bereich des
äußeren Endes eingesetzt ist.
3. Zapfvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehventil (9) eine im wesentlichen rechtwinklig zur Längsachse des Innenteils
(5) verlaufende Drehachse aufweist und zur Handbetätigung mit einem schwenkbaren Hahn
(10) verbunden ist, wobei sich der Hahn im angeklappten Zustand in die Außenkontur
des Innenteils einfügt, so daß das Innenteil mit dem angeklappten Hahn in die Transportstellung
in das Außenteil eingeschoben werden kann.
4. Zapfvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Querschnitt des Hohlkanals (52) in dem Innenteil (49) in Fließrichtung erweitert,
um ein Aufschäumen der Flüssigkeit bei der Flüssigkeitsabgabe zu vermeiden.
5. Zapfvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsöffnung (53) an ihrer Innenwandung Längsrillen in Fließrichtung aufweist,
um ein Aufschäumen der Flüssigkeit bei der Flüssigkeitsabgabe zu verhindern.
6. Zapfvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, zwischen dem Innenteil (5) und dem Außenteil (2) mindestens eine Dichtung (60; 60')
angeordnet ist.
1. A dispensing device for a beer barrel comprising an outer part (2) for inserting into
a hole in the wall (1) of the beer barrel comprising a hollow channel (4) forming
a guide bushing for slidingly accommodating an inner part (5, 16, 32, 37, 43, 49),
which is movable in the guide bushing of the outer part between an internal transport
position and an external operating position and which encompasses a hollow channel
(8, 44, 52) for passing liquids, which externally empties into an outlet opening (33),
wherein a valve (9, 17, 34, 38, 45) is inserted into the inner part which can be moved
relative to the inner part and which releases the outlet opening in the inner part
in an open position for the purpose of dispensing liquid and which closes it in a
closed position,
characterized in that
a part of the valve (9) protruding downward is accommodated in transport position
in a recess (11) which is embodied in the outer part (2) for this purpose, wherein
the outlet opening of the valve is sealed off by the wall of the outer part against
a soiling of the outlet opening during transport or storing.
2. The dispensing device according to claim 1, characterized in that the valve is embodied as a rotary valve (9) and is inserted into the inner part (5)
in the area of the outer end.
3. The dispensing device according to claim 2, characterized in that the rotary valve (9) encompasses an axis of rotation extending substantially at right
angles to the longitudinal axis of the inner part (5) and which is connected with
a rotatable tap (10) for being manually actuated, wherein the tap, when folded up,
fits into the outer contour of the inner part so that the inner part comprising the
folded up tap can be inserted into the outer part in the transport position.
4. The dispensing device according to claim 1, characterized in that the cross section of the hollow channel (52) expands in flow direction in the inner
part (49), so as to keep the liquid from foaming in response to the dispensing of
the liquid.
5. The dispensing device according to one of the preceding claims, characterized in that the outlet opening (53) encompasses longitudinal grooves on its inner wall in flow
direction, so as to keep the liquid from foaming in response to the dispensing of
the liquid.
6. The dispensing device according to one of the preceding claims, characterized in that at least one seal (60; 60') is arranged between the inner part (5) and the outer
part (2).
1. Dispositif de robinet pour un tonneau de bière, avec une partie externe (2) pour l'insertion
dans un trou de la paroi (1) du tonneau de bière, avec un canal creux (4) formant
une douille de guidage pour le logement coulissant d'une pièce interne (5, 16, 32,
37, 43, 4) qui est mobile dans la douille de guidage de la partie externe entre une
position de transport interne et une position de fonctionnement externe et présente
pour le passage du liquide un canal creux (8, 44, 52) qui débouche à l'extérieur dans
une ouverture de sortie (33), une vanne (9, 17, 34, 38, 45) étant insérée dans la
partie interne, qui est mobile par rapport à la partie interne et qui libère l'ouverture
de sortie dans la partie interne dans une position d'ouverture pour la délivrance
de liquide et la ferme dans une position de fermeture,
caractérisé en ce qu'
une partie faisant saillie vers le bas, de la vanne (9) est logée en position de transport
dans un évidement (11) ménagé pour ce faire dans la partie externe (2), l'ouverture
de sortie de la vanne étant rendue étanche par la paroi de la partie externe contre
un encrassement de l'ouverture de sortie pendant le transport ou le stockage.
2. Dispositif de robinet selon la revendication 1, caractérisé en ce que la vanne est réalisée comme une vanne rotative (9) et est insérée dans la partie
inerne (5) dans la zone de l'extrémité externe.
3. Dispositif de robinet selon la revendication 2, caractérisé en ce que la vanne rotative (9) présente un axe rotatif s'étendant sensiblement en angle droit
par rapport à l'axe longitudinal de la partie interne (5) et est reliée pour l'actionnement
manuel à un robinet pivotant (10), le robinet étant inséré dans l'état rabattu dans
le contour externe de la partie interne de sorte que la partie interne avec le robinet
rabattu peut être insérée dans la partie externe en position de transport.
4. Dispositif de robinet selon la revendication 1, caractérisé en ce que la section transversale du canal creux (52) s'élargit dans la partie interne (49)
dans le sens d'écoulement pour éviter un moussage du liquide lors de la délivrance
du liquide.
5. Dispositif de robinet selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'ouverture de sortie (53) présente des nervures longitudinales sur sa paroi externe
dans le sens d'écoulement pour éviter un moussage du liquide lors de la délivrance
de liquide.
6. Dispositif de robinet selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'entre la partie interne (5) et la partie externe (2), il est disposé au moins un joint
d'étanchéité (60; 60').