[0001] Die Erfindung betrifft einen Zugstab zur Verwendung als Gurt für Brücken, dessen
Mittelteil aus Faserverbundwerkstoff und dessen Enden aus metallischem Werkstoff bestehen.
[0002] Faserwerkstoffe haben im Verhältnis zu ihrer spezifischen Dichte hohe Steifigkeit
und Festigkeit. Diese Eigenschaft macht sie besonders für Leichtbauanwendungen interessant.
Vorteile ergeben sich insbesondere, wenn man die Faser in ihrer Längsrichtung auf
Zug beanspruchen kann.
[0003] Bauelemente dieser Art werden in der Regel von örtlich konzentrierten Kräften beaufschlagt,
die oft auch noch verschiedene Richtungen im Raum haben.
[0004] Entwickelt man ein in dieser Weise beanspruchtes Bauteil in Faserbauweise, stellt
die Krafteinleitung in die Fasern ein Problem dar, das in der Regel mit großem Aufwand
gelöst werden muß. Diese aufwendigen Lösungen sind entsprechend teuer, so daß sie
für die Anwendungen außerhalb der Luft- und Raumfahrt nur selten gewählt werden. Außerdem
geht bei mehrachsigen Spannungszuständen ein großer Teil der Vorteile der Faserwerkstoffe
verloren.
[0005] Bekannt sind z. B. Wickeltechniken, bei denen die Fasern am Ende um ein Metallauge
gewickelt werden. Dies ist eine in der Herstellung, Qualitätssicherung und Lebensdauerüberwachung
sehr teure Methode.
[0006] Weiter sind Methoden bekannt, bei denen die Enden der Fasern in einem Konus geklemmt
werden, der durch die Zugkraft kraftschlüssig belastet wird.
[0007] Weiterhin sind für einfache Anforderungen auch geklebte Schäftungen zwischen Faserverbund
und Metallbeschlägen bekannt, die aber bei Primärbauteilen und hohen Belastungen zusätzlich
durch Schrauben oder Niete abgesichert werden, um beim Versagen der Klebeverbindung
die Last übernehmen zu können.
[0008] An mobile Brücken werden sehr hohe Anforderungen bezüglich Gewicht, Abmessungen,
Steifigkeit und Festigkeit gestellt, so daß eigentlich der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen
geboten ist. Vier Probleme stellen sich jedoch der Verwendung von Faserverbundwerkstoffen
entgegen.
- Die relativ große Empfindlichkeit gegen mechanische Beschädigung.
- Mobile Brücken müssen in transportable Einheiten zerlegt werden. Das bedeutet, daß
große, konzentrierte Kräfte wiederholt in die Strukturen aus- und eingeleitet werden
müssen.
- Eine Brückenstruktur kann aus praktischen und wirtschaftlichen Überlegungen nur in
relativ großen Abständen auf Schäden untersucht werden, d.h., die Struktur muß zuverlässig,
fehlertolerant und gut überprüfbar sein.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Zugstab aus Faserverbundwerkstoff zur Verwendung
als Gurt für mobile Brücken zu schaffen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch
den Gegenstand des Hauptanspruchs gelöst; die Unteransprüche betreffen vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist die Kraftein- oder Ausleitung in einen Faserverbund
durch eine erfindungsgemäss gestaltete Schäftung mit folgenden Eigenschaften:
- Die Kosten betragen betragen nur ein Bruchteil einer gewickelten Lösung:
- Der Faserverbund kann preiswert hergestellt werden; die Herstellung kann automatisiert
werden.
- Die Metallendbeschläge sind ebenfalls einfach herzustellende Bauteile.
- Die Verklebung der Teile ist durch die Geometrie ebenfalls kostengünstig und kann
automatisiert werden.
- Ein Gurt besteht nur aus zwei verschiedenen Einzelteilen, die damit in entsprechenden
großen Stückzahlen hergestellt werden können.
- Durch die metallenen Endbeschläge an den mechanisch hochbelasteten Kuppelstellen ist
sichergestellt, daß der Faserverbund beim Kuppeln nicht mechanisch beschädigt wird.
- Die vorgeschlagene Lösung ist gut geeignet zur wiederholten Ein- und Ausleitung von
Kräften ohne die Konstruktion dadurch extrem zu verteuern oder die Vorteile des Faserverbundes
infrage zu stellen.
- Die Gurte sind zuverlässig, fehlertolerant und gut überprüfbar:
- Die Zuverlässigkeit des Gurtes hängt im hohen Maß von der Qualität der Klebung bei
der Herstellung ab. Durch den Aufbau der Gurte aus einzeln gefertigten Elementen einfachster
Geometrie, sind die Gurte nach jedem Arbeitsschritt mit üblichen Verfahren wie Ultraschall
oder Röntgen 100% prüfbar.
- Die Zuverlässigkeit des Gurtes hängt auch von einer eventuellen Alterung der Klebung
im Betrieb durch Eindringen von Wasserdampf ab. Durch die Gestaltung der Schäftung
sind die hochbelasteten, großflächigen Klebeverbindungen der Schäftung zur Umgebung
durch die Metallbeschläge gegen das Eindringen von Wasserdampf hervorragend geschützt.
Die seitlichen sehr kleinen Flächen lassen sich mit bekannten Verfahren schützen,
z. B. mittels einer aufgeklebten Metallfolie mit 0,1 bis 0,3 mm Stärke.
- Beim Versagen einzelner Elemente ist durch den schichtweisen Aufbau sichergestellt,
daß sich Risse nicht weiter ausbreiten können.
- Die Gurte sind auch als Doppel- oder Mehrfachgurt mit den gleichen Prüfverfahren wie
während der Fertigung überprüfbar.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Fig. näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 und 2
- je einen Einzelgurt mit einander zugewandtem geschäftetem CFK-Verbund.
- Fig. 3
- einen Doppelgurt, der aus den Einzelgurten von Fig. 1 und Fig. 2 zusammengeklebt ist.
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf den Doppelgurt von Fig. 3
- Fig. 5
- einen Schnitt entlang A - A von Fig. 4
- Fig. 6
- einen Schnitt entlang B - B von Fig. 4
- Fig. 7
- einen Schnitt entlang C - C von Fig. 4
- Fig. 8
- einen Mehrfachgurt, der aus drei miteinander verklebten Doppelgurten von Fig. 3 und
4 besteht und
- Fig. 9
- einen Schnitt entlang D - D von Fig. 8
[0012] Die Fig. 1, 2, 3, 4 und
8 sind zeichnerisch so auf dem Blatt angeordnet, daß das Verständnis erleichtert wird,
weil
Fig. 4 eine Draufsicht auf jeden einzelnen der darüber dargestellten Gurte ist.
[0013] Fig. 1 zeigt einen Zugstab
2 als Einzelgurt
4, dessen Mittelteil aus Faserverbundwerkstoff
6 besteht und dessen Endteile
8 Metallaschen
10 sind, die jeweils eine Bohrung oder ein Auge
12 (Fig. 4) aufweisen.
[0014] Metallasche
10 und Faserverbundwerkstoff
6 sind mittels einer geklebten Schäftung
14 (Klebeverbindung) miteinander verbunden.
Fig. 1 und 2 zeigen je einen Einzelgurt
4 mit einander zugewandtem geschäftetem CFK-Verbund. Durch Verklebung der Einzelgurte
von
Fig. 1 und
2 entsteht der Doppelgurt
16 von
Fig.3. Grundsätzlich sind die beiden Einzelgurte
4 von
Fig. 1 und Fig. 2 gleich. Die unterschiedlich verlaufende Schäftung
14 wird erreicht durch Drehen des Gurtes
4 von
Fig. 2 um die Längsachse gegenüber dem Gurt
4 von
Fig. 1.
[0015] Für den Doppelgurt 16 von
Fig. 3 und Fig. 4 als Draufsicht sind Schnitte entlang A - A, B - B und C - C in
Fig. 5, 6 und 7 gezeigt. Außerdem ist den Fig. zu entnehmen, daß der Schäftungsbereich
18 wesentlich länger ist als die Dicke des Zugstabs. Der Schäftungsbereich ist beispielsweise
50 mal länger als die Dicke des Zugstabs. Nach den dünnen Seiten hin laufen die Schäftungen
schneidenförmig aus.
[0016] In Fig. 8 ist ein Mehrfachgurt
20 gezeigt, der aus drei Doppelgurten von
Fig.3 geklebt ist.
Fig. 9 zeigt einen Schnitt im Bereich der Schäftung
18.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel eines typischen Einzelgurts
4 von
Fig. 1 oder 2 hat eine
| Dicke von |
10 - 20 mm, |
| eine Breite von |
130 - 200 mm und |
| eine Länge von |
5 - 10 m. |
[0018] Der Faserverbund besteht überwiegend aus längsorientierter Kohlefaser mit warmaushärtender
Epoxydharzmatrix. Die Metallbeschläge sind aus Stahl, Titan oder Aluminium. Als Klebeverbindung
wird warmeaushärtender Kleber auf Trägergewebe min. 120° C - System verwendet.
1. Zugstab (2) zur Verwendung als Gurt für Brücken, dessen Mittelteil aus Faserverbundwerkstoff
(6) und dessen Enden aus metallischem Werkstoff bestehen und beide Teile mittels einer
geklebten Schäftung (18) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Schäftung (18) die Querschnitte des Faserverbundteils und des Metallteils
(10) rechteckig sind und in ihrem Querschnittsverlauf gleich sind, dass die Schäftung
(18) wesentlich länger ist als die Dicke des Zugstabs im Bereich der Schäftung und
dass die Schäftungen des Faserverbundteils und des Metallteils an den dünnen Seiten
schneidenförmig auslaufen.
2. Zugstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Schäftung (18) zur Dicke des Zugstabs im Bereich der Schäftung 50 1
beträgt.
3. Zugstab nach Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Einzelgurte (4) zu Doppel- oder Mehrfachgurten verklebt sind.
1. Tension bar (2) for use as a chord for bridges, the central part of which bar consists
of fibre composite material (6) and the ends of which consist of metallic material
and both parts of which are joined by means of an adhesively bonded splice (18), characterized in that, in the region of the splice (18), the cross sections of the fibre composite part
and of the metal part (10) are rectangular and are identical in their cross-sectional
profile, in that the splice (18) is substantially longer than the thickness of the tension bar in
the region of the splice, and in that the splices of the fibre composite part and of the metal part taper off in the shape
of a knife at the thin sides.
2. Tension bar according to Claim 1, characterized in that the length of the splice (18) in relation to the thickness of the tension bar in
the region of the splice is 50 : 1.
3. Tension bar according to Claim 1 or 2, characterized in that two or more individual chords (4) are adhesively bonded to form double or multiple
chords.
1. Barre de traction (2) destinée à l'utilisation en tant que membrure de pont, dont
la partie centrale se compose d'un matériau composite renforcé par des fibres (6)
et dont les extrémités se composent de matériau métallique et dont les deux parties
sont connectées au moyen d'une monture collée (18), caractérisée en ce que dans la région de la monture (18), les sections transversales de la partie composite
renforcée par des fibres et de la partie métallique (10) sont rectangulaires et ont
une allure en section transversale identique, en ce que la monture (18) est considérablement plus longue que l'épaisseur de la barre de traction
dans la région de la monture et en ce que les montures de la partie composite renforcée par des fibres et de la partie métallique
se terminent en forme de taillant au niveau des côtés étroits.
2. Barre de traction selon la revendication 1, caractérisée en ce que la longueur de la monture (18) par rapport à l'épaisseur de la barre de traction
dans la région de la monture vaut 50 : 1.
3. Barre de traction selon les revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que deux ou plusieurs membrures individuelles (4) sont collées ensemble pour former des
membrures doubles ou multiples.