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EP 0 969 125 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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05.06.2002 Patentblatt 2002/23 |
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Anmeldetag: 01.07.1999 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: C25D 21/14 |
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Verfahren zum Lösen von Zink in einem ZnNi-Elektrolyten
Process for bringing zinc into solution in a ZnNi-electrolyte
Procédé pour la dissolution du Zinc dans un électrolyte de ZnNi
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE ES GB |
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Priorität: |
03.07.1998 DE 19829768
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.01.2000 Patentblatt 2000/01 |
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Patentinhaber: ThyssenKrupp Stahl AG |
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47166 Duisburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Etzold, Ulrich, Dr.-Ing.
47647 Kerken (DE)
- Imlau, Klaus-Peter, Dr. rer. nat.
46487 Wesel (DE)
- Mohr, Klaus-Peter, Dr.-Ing.
46562 Voerde (DE)
- Schüler, Werner, Dipl.-Ing.
46571 Isenburg (DE)
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Vertreter: Simons, Johannes, Dipl.-Ing. |
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Cohausz & Florack
Patentanwälte
Kanzlerstrasse 8 A 40472 Düsseldorf 40472 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
US-A- 5 162 555
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US-A- 5 609 747
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- KAMMERECK H. E.A.: "Neues Elektrolytisches Verfahren zur Zinc-Nickel-Beschichtung
von Feinblech" STAHL UND EISEN, Bd. 109, Nr. 6, 28. März 1989 (1989-03-28), Seiten
67-72, XP002116008
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Lösen von Zink aus Zinkgranalien in einem
schwachsauren ZnNi-Elektrolyten mit einem pH-Wert von > 1,6.
[0002] Kaltgewalzte Feinbleche werden für viele Zwecke, z.B. für Karosserieteile im Automobilbau,
in verzinkter Ausführung zur Steigerung der Korrosionsbeständigkeit eingesetzt. Überzüge
aus einer Zinklegierung, die 10 bis 12 % Nickel enthält, erwiesen sich als deutlich
korrosionsbeständiger als ein Überzug aus reinem Zink. Die Beschichtung der Feinbleche
mit einem Überzug aus einer Nickel-Zink-Legierung erfolgt in der Praxis, indem die
kaltgewalzten Stahlbänder kontinuierlich durch ein ZnNi-Elektrolytflüssigkeits-bad
über Stromrollen und Umlenkrollen geführt werden. Einen zusammenhängenden Überblick
über diese Technik haben K.-P. Imlau u.a. in Stahl und Eisen 113 (1993), Nr. 5, S.
69-76, gegeben.
[0003] Bei der Erzeugung einer Nickel-Zink-Legierungsschicht auf kaltgewalzten Stahlbändern
mittels unlöslicher Anoden aus schwachsauren ZnNi-Elektrolyten mit einem pH-Wert >
1,6 haben sich Probleme bei der Elektrolytkonditionierung ergeben. Diese entstehen
bei Verwendung von feinkörnigen Zinkgranalien zur Nachlieferung von Zink-Ionen in
das Elektrolytbad zum Ausgleich von auf die Stahlbandoberfläche abgeschiedenem Zink
aus dem Elektrolysebad. Zur Anreicherung mit Zink-Ionen wird der ZnNi-Elektrolyt in
einem Nebenkreislauf durch eine Zink-Granalienschüttung geleitet. Bei diesem Lösungsvorgang
zur Aufnahme von Zink-Ionen in den Elektrolyten kommt es zu einer unerwünschten stromlosen
Beschichtung der Zinkgranalien mit dem edleren Nickel. Solche oberflächlichen Nickel-Zementationen
auf Zinkgranalien sind in den Schliffbildern Fig. 1 in 50-facher Vergrößerung und
Fig. 2 in 500-facher Vergrößerung gezeigt. Durch diese oberflächliche Nickel-Zementation
wird die reaktive Fläche der Zinkgranalien nach und nach reduziert, wodurch die benötigte
Anreicherung an Zink-Ionen im Elektrolyten beeinträchtigt wird. Um dies zu vermeiden,
müssen die Zinkgranalien vorzeitig ausgetauscht werden. Das ist kostenaufwendig und
stört den kontinuierlichen Beschichtungsbetrieb. Weiter wird das zementierte Nickel
nicht wieder aufgelöst und somit dem Prozeß entzogen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei der Anreicherung eines ZnNi-Elektrolyten
mit Zink-Ionen durch Lösen von Zink aus einer Zink-Granalienschüttung die erwähnte
oberflächliche Nickel-Zementation auf den Zinkgranalien zu vermeiden und die Oberfläche
der Zinkgranalien frei von abgeschiedenem Nickel aus dem ZnNi-Elektrolyten zu halten.
Im Falle bereits mit Nickel-Zementation versehener Zinkgranalien können hierdurch
weitere Nickelablagerungen verhindert werden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen Verfahren erfindungsgemäß
vorgeschlagen, daß während des Lösungsvorgangs eine Zinkgranalienschüttung feinperlig
von Luft gleichmäßig durchströmt wird.
[0006] Überraschenderweise wurde festgestellt, daß Nickel-Zementationen auf Zinkgranalien
weitgehend unterbleiben bzw. auf bereits mit Nickel überzogenen Zinkgranalien weitere
Nickel-Zementationen unterdrückt werden, wenn in erfindungsgemäßer Weise Luft feinperlig
und gleichmäßig durch die Zink-Granalienschüttung hindurchgeleitet wird. Der Wirkungsmechanismus
besteht darin, daß der im Vergleich zu den Nickel-Ionen elektrochemisch edlere Luftsauerstoff
an der Zinkgranalienoberfläche angeboten wird und damit die Nickelzementation verhindert.
[0007] Neben der Freihaltung der Zinkgranalien von oberflächlichen Zink-Zementationen und
dadurch bedingte Konstanthaltung der Konzentration an Nickel- und Zink-Ionen im Elektrolyten
ergibt sich der weitere Vorteil bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens, daß
das im Elektrolyten enthaltene Nickel in ionisierter Form erhalten bleibt. Nickel
geht nicht - wie bisher - durch den Austausch von nickelzementierten Zinkgranalien
(= Nickelsand) verloren.
[0008] Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, daß nun die Zinkgranalien vollständig aufgelöst
werden können und nicht - wie bisher - nach erfolgter Nickel-Zementation an der Oberfläche
vorzeitig ausgetauscht werden müssen.
[0009] Fig. 3 zeigt schematisch die Anreicherung des ZnNi-Elektrolyten mit Zink-Ionen. In
dem Lösungsbehälter 1 ist in einem Abstand vom Boden ein Siebboden 2 angeordnet. Durch
eine als Drehachse wirkendes Rohr 3 wird dem ZnNi-Elektrolyten von oben Luft zugeführt,
strömt durch das Rohr 3 nach unten und durch Öffnungen in den unterhalb des Siebbodens
2 gelegenen Rührarm 4 gegen den Siebboden 2. Die Drehung des Rühr-arms 4 fördert die
gleichmäßige Belüftung der oberhalb des Siebbodens 2 befindlichen Zink-Granalienschüttung
5. Bis zur Höhe des Badspiegels 6 ist der Behälter 1 mit ZnNi-Elektrolytflüssigkeit
7 gefüllt. Beim Durchströmen der Zink-Granalienschüttung 5 nimmt der Elektrolyt Zink-Ionen
auf.
[0010] Die Anreicherung des Elektrolyten an Zink-Ionen kann entweder diskontinuierlich oder
kontinuierlich erfolgen.
[0011] Der sich für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ergebende Erfolg kann
auch durch die Angaben in Tabelle 1 dokumentiert werden.

[0012] Im Ausgangszustand enthält der ZnNi-Elektrolyt 30 - 50 g/l Zink und 50 - 70 g/l Nickel
in einer schwachsauren Lösung, die 1,0 - 5,0 g/l H
2SO
4 enthält. Die im Versuch eingesetzten Zinkgranalien weisen nur einen außerordentlich
geringen Belag an Nickel von 1,4 % auf.
[0013] Durch die bei herkömmlicher Verfahrensweise entstehende Nickel-Zementation bei der
Anreicherung des ZnNi-Elektrolyten an Zink-Ionen aus Zinkgranalien lagert sich durch
Zementation bis zu 5,5 % Nickel an der Oberfläche der Zinkgranalien ab (Zeile 1 von
Tabelle 1).
[0014] Wenn erfindungsgemäß bei der Zink-Anreicherung des Elektrolyten feinperlige Luft
durch die Granalienschüttung geleitet wird, so kann diese Nickel-Zementation weitgehend
vermieden und der Nickelgehalt der Zinkgranalien auf dem Ausgangswert von 1,4 % gehalten
werden. Die Zink-Nickel-Konzentration verschiebt sich dabei nicht zuungunsten des
Nickelgehalts.
[0015] Im Laborversuch ist durch Säurezugabe der pH-Wert des Elektrolyten im bevorzugten
Bereich von 1,7 bis 2,3 bzw. kann auf einem Wert innerhalb dieses Bereiches gehalten
werden. Bevorzugt werden schwefelsaure Elektrolyte eingesetzt.
1. Verfahren zum Lösen von Zink aus Zinkgranalien in einem schwachsauren ZnNi-Elektrolyten
mit einem pH-Wert von > 1,6
dadurch gekennzeichnet, daß während des Lösungsvorgangs eine Zinkgranalienschüttung feinperlig von Luft gleichmäßig
durchströmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß schwefel- oder salzsaure Elektrolyte verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert des ZnNi-Elektrolyten während des Lösungsvorgangs auf einen Wert im Bereich
von 1,7 bis 2,3 gehalten wird.
1. A procedure to dissolve zinc comprised of granulated zinc in a slightly acidic ZnNi
electrolyte with a pH value of > 1.6, characterized by the fact that a fine-pearled stream of air uniformly flows through a granulated zinc
charge.
2. A procedure according to claim 1, characterized by the fact that sulfuric or hydrochloric acid electrolyte is used.
3. A procedure according to claim 1 or 3, characterized by the fact that the pH value of the ZnNi electrolyte is kept within a range of 1.7
to 2.3 during the dissolution process.
1. Procédé pour la dissolution de zinc à partir de grenailles de zinc dans un électrolyte
ZnNi faiblement acide avec une valeur de pH de > 1,6, caractérisé en ce que, pendant le processus de dissolution, un remblai de grenailles de zinc est traversé
régulièrement par de fines bulles d'air.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que des électrolytes de soufre ou d'acide chlorhydrique sont utilisés.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 3, caractérisé en ce que la valeur de pH de l'électrolyte ZnNi est maintenue, pendant le processus de dissolution,
à une valeur se situant dans une fourchette de 1,7 à 2,3.