[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Weiche für ein Fördersystem zum Fördern eines
Produktstromes von in Schuppenformation angeordneten Produkten mittels eines Preßbandpaares
sowie ein mit einer solchen Weiche ausgestattetes Fördersystem.
[0002] Fördersysteme zum Fördern von in einer Schuppe angeordneten Produkten mittels zweier
Preßbänder sind grundsätzlich bekannt und ermöglichen u. a. ein Überkopffördern der
Produkte. Um die Schuppe von einem Fördersystem auf ein zweites oder ein drittes Fördersystem
umzulenken, wurden bislang zwei komplette Fördersysteme aufgebaut, denen eine Bodenbänderweiche
vorgeschaltet wurde. Hierdurch konnte wahlweise in das eine oder das andere Fördersystem
transportiert werden. Nachteilig dabei ist jedoch, daß die Hälfte der Förderstrecke
zweifach realisiert sein muß und daß hierfür eine Bodenfläche zur Verfügung gestellt
werden muß, die in Druckereien häufig beschränkt ist.
[0003] Aus Patent Abstracts of Japan Vol. 017, no. 002 (M-1348), 5. Januar 1992 & JP 04235855
A ist eine Weiche nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.
[0004] Aus Patent Abstracts of Japan Vol. 009, no. 187 (M-401), 3. August 1985 & JP 60052460
A ist eine Weiche bekannt, bei der ein Preßbandpaar vorgesehen ist, das an seinem
Ende durch zwei kurze Preßbänder verlängert ist, deren freie Enden an einem Schwenkelement
montiert sind.
[0005] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 derart weiterzubilden, dass eine beliebige Anordnung der Weiche im
Raum möglich ist, wobei eine zuverlässige Pressung der Schuppe in jeder Stellung der
Weiche auch dann gewährleistet ist, wenn ein vertikal von oben ankommender Produktstrom
um 90° in die Horizontale umgelenkt wird.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0007] Durch das Vorsehen von weiteren Reitergurten, die zusammen mit dem Schwenkelement
verschwenkt werden, ist eine kontinuierliche Pressung der Schuppe in jeder Stellung
der Weiche gewährleistet. Insbesondere ermöglicht die Anordnung von sich nebeneinander
überlappenden Reitergurten eine durchgehende Pressung der Schuppe.
[0008] Gemäß der Erfindung ist eine Weiche vorgesehen, bei der ein stationärer Grundrahmen
sowie ein bewegliches Schwenkelement zur Einstellung unterschiedlicher Verteilerpositionen
vorgesehen sind. Erfindungsgemäß ist zumindest ein erster Reitergurt vorgesehen, der
im Bereich der Weiche eines der beiden Preßbänder ersetzt. Eine Umlenkrolle dieses
Reitergurtes ist dabei an dem Grundrahmen befestigt und eine weitere Umlenkrolle dieses
Reitergurtes ist an dem Schwenkelement befestigt. Somit kann erfindungsgemäß der Produktstrom
durch Verschwenken des beweglichen Schwenkelementes in unterschiedliche Richtungen
geführt werden, wobei die Pressung der Schuppe erhalten bleibt, da der erste Reitergurt
seine Position zusammen mit dem Schwenkelement verändert. Da gleichzeitig eine Umlenkrolle
des ersten Reitergurtes stationär angeordnet ist, wird der Reitergurt insgesamt stets
gegen das Preßband gedrückt, welches durch die Weiche hindurch geführt wird.
[0009] Mit der erfindungsgemäßen Weiche können schuppenförmige Produktströme in beliebiger
Anordnung und insbesondere auch über Kopf gefördert und umgelenkt werden, d.h. es
ist in diesem Fall nicht eine Bodenfläche bereitzustellen. Darüberhinaus können größere
Förderstrecken eingespart werden, da es möglich ist, die Schuppe im vollständig geklemmten
Zustand auf verschiedene Förderstrecken zu leiten.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Beschreibung, den Figuren
sowie den Unteransprüchen beschrieben.
[0011] Vorzugsweise ist für den ersten Reitergurt eine Spannrolle vorgesehen, die an einem
Ausgleichselement befestigt ist, das sich bei einem Verschwenken des Schwenkelementes
vorgespannt bewegt. Ein derartiges Ausgleichselement kann beispielsweise in Form eines
Spannhebels verwirklicht sein, der den Reitergurt stets so vorspannt, daß dieser gegen
den Produktstrom gedrückt wird. Bei einem Verschwenken des Schwenkelementes bewegt
sich die eine Umlenkrolle des Reitergurtes relativ zu der anderen Umlenkrolle, die
stationär befestigt ist, so daß entlang des Produktstromes eine Verlängerung oder
eine Verkürzung des wirksamen Bereiches des Reitergurtes auftritt. Hierbei ist durch
die Spannrolle sichergestellt, daß der erste Reitergurt stets so gespannt ist, daß
auch bei einer Verkürzung oder einer Verlängerung der gewünschte Preßdruck eingestellt
bleibt.
[0012] Dasjenige Preßband, das nicht durch den ersten Reitergurt ersetzt ist, kann nach
einer weiteren Ausbildung der Erfindung um eine stationär angeordnete Umlenkrolle
geführt sein, deren Radius im wesentlichen dem minimalen Bahnradius des Produktstromes
im Bereich der Weiche entspricht. Diese stationär angeordnete Umlenkrolle bestimmt
somit den minimalen Bahnradius. Der maximale Bahnradius kann bei der erfindungsgemäßen
Weiche unendlich sein, d.h. es ist erfindungsgemäß möglich, in einer Förderstellung
der Weiche auch einen geradlinigen Produktverlauf zu erzielen.
[0013] Es ist vorteilhaft, wenn das andere Preßband nach dem teilweisen Umschlingen der
stationär angeordneten Umlenkrolle um eine weitere Umlenkrolle mit kleinerem Radius
geführt ist, die an dem Schwenkelement befestigt ist. Hierdurch kann das Preßband
nach dem teilweisen Umschlingen der stationär angeordneten Umlenkrolle auch als Gegendruckband
für einen weiteren Reitergurt verwendet werden. Das Radiusverhältnis zwischen der
stationär angeordneten Umlenkrolle und der weiteren Umlenkrolle mit kleinerem Radius
kann etwa 3:1 betragen.
[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist ein Reitergurt um die stationär
angeordnete Umlenkrolle und um zumindest eine weitere Umlenkrolle geführt, die an
dem Schwenkelement befestigt ist. Hierdurch läßt sich die Abstützung des Produktstromes
weiter verbessern, wobei durch die Einbeziehung der stationär angeordneten Umlenkrolle
die Synchronisation sichergestellt ist.
[0015] Bevorzugt sind auf einer Seite des Produktstromes der erste Reitergurt und zumindest
ein weiterer Reitergurt und auf der anderen Seite des Produktstromes die stationäre
Umlenkrolle und ein weiterer Reitergurt angeordnet. Hierdurch wird der Produktstrom
in jeder Stellung des Schwenkelementes sicher geführt, wobei gleichzeitig eine Entkopplung
zwischen der Eingangsseite und der Ausgangsseite der Weiche stattfindet. Wenn darüber
hinaus die Reitergurte auf der einen Seite eine Produktdickenanpassung aufweisen,
können problemlos Produktströme unterschiedlicher Dicke durch die Weiche gefördert
werden, ohne daß eine neuerliche Einstellung vorgenommen werden muß.
[0016] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Schwenkelement um etwa 90° verschwenkbar ist.
In diesem Fall ist es möglich, von einem ankommenden Preßbandpaar geradlinig zu einem
abgehenden Preßbandpaar weiterzuführen oder von dem ankommenden Preßbandpaar eine
90° Umlenkung zu bewirken. Gleichzeitig sind natürlich auch sämtliche Zwischenstellungen
möglich, in denen die Schuppe an weitere, abgehende Preßbandpaare übergeben werden
kann. Der Vollständigkeit halber sei bemerkt, daß die Begriffe ankommendes Preßbandpaar
und abgehendes Preßbandpaar nur zur besseren Darstellung gewählt sind. Natürlich ist
es auch möglich, die erfindungsgemäße Weiche in jeder Förderrichtung zu betreiben.
[0017] Konstruktiv ist es besonders vorteilhaft, wenn die Schwenkachse des Schwenkelementes
und die Drehachse der stationären Umlenkrolle koaxial verlaufen.
[0018] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung rein beispielhaft anhand einer vorteilhaften
Ausführungsform und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine Seitenansicht eines Fördersystems mit einer Weiche gemäß der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht gemäß der Linie II - II von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht gemäß der Linie III - III von Fig. 1; und
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Fördersystems mit einer Weiche gemäß einer weiteren Ausführungsform.
[0019] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer Weiche 10, die in einem Fördersystem zum Fördern
eines Produktstromes von in Schuppenformation angeordneten Produkten eingebaut ist.
Bei diesem Fördersystem wird die Schuppe mittels eines Preßbandpaares gefördert, indem
die einzelnen Produkte bzw. die Schuppe zwischen den beiden Preßbändern des Preßbandpaares
geklemmt werden.
[0020] In Fig. 1 ist ein ankommendes Preßbandpaar A zu erkennen, das den Produktstrom anfördert,
wobei die Weiche 10 den Produktstrom in der dargestellten Stellung zu einem abgehenden
Preßbandpaar B leitet. Zur vereinfachten Darstellung ist in Fig. 1 kein weiteres,
abgehendes Preßbandpaar gezeigt. Es versteht sich jedoch, daß für eine Weichenfunktion
zumindest ein weiteres Preßbandpaar vorgesehen sein muß. Beispielsweise kann ein weiteres
abgehendes Preßbandpaar als geradlinige Verlängerung des ankommenden Preßbandpaares
A vorgesehen werden. In diesen Fall würde dieses abgehende Preßbandpaar in Fig. 1
vertikal nach unten verlaufen.
[0021] Die Weiche 10 weist einen stationären Grundrahmen 12 in Form einer Montageplatte
auf, an dem ein bewegliches Schwenkelement 14 in Form einer sektorförmigen Platte
befestigt ist. Das Schwenkelement 14 ist um eine Schwenkachse X schwenkbar, die rechtwinklig
zu dem Grundrahmen 12 verläuft und kann über einen Stellzylinder 16 von der dargestellten
Position im Uhrzeigersinn um etwa 90° verschwenkt werden, wobei der Stellzylinder
16 dann die gestrichelt dargestellte Position einnimmt.
[0022] Das ankommende Preßbandpaar A weist ein erstes Preßband 18 und ein zweites Preßband
20 auf, wobei der (nicht dargestellte) Produktstrom bzw. die Schuppe zwischen den
jeweils inneren Trümern der beiden Preßbänder 18, 20 gepreßt geführt wird. Im Bereich
der Weiche 10 wird das erste Preßband 18 an einer Umlenkrolle 22 umgelenkt und zurückgeführt,
wobei das zurückgeführte Trum über eine weitere, außenliegende Umlenkrolle 23 umgelenkt
wird und anschließend die Weiche 10 wieder verläßt.
[0023] Das innere Trum des zweiten Preßbandes 20 ist im Bereich der Weiche 10 um eine stationär,
d.h. nicht verschwenkbar angeordnete Umlenkrolle 24 mit großem Durchmesser geführt,
die von dem zweiten Preßband 20 über einen Umschlingungswinkel von etwa 90° umschlungen
wird, wenn sich die Weiche 10 in der in Fig. 1 dargestellten Stellung befindet. Anschließend
ist das innere Trum des zweiten Preßbandes 20 um etwa 90° von der Vertikalen in die
Horizontale (in Fig.1) umgelenkt worden, wobei der nachfolgende (in Fig. 1 horizontale)
Verlauf durch eine weitere Umlenkrolle 26 sichergestellt wird, die an dem Schwenkelement
14 befestigt ist. Das zweite Preßband 20 umschlingt nachfolgend nochmals teilweise
die stationäre Umlenkrolle 24 und wird daraufhin von einer weiteren Umlenkrolle 27
abgelenkt, die an dem Grundgestell 12 befestigt ist. Nach der Anlage an dieser Umlenkrolle
27 verläßt das zweite Preßband 20 die Weiche 10.
[0024] Für einen Transport der Schuppe durch die Weiche sind an der Weiche 10 insgesamt
vier Reitergurte 30, 40, 50 und 60 vorgesehen, wobei sich die Reitergurte 30, 40 und
50 auf der einen Seite und der Reitergurt 60 auf der anderen Seite der Schuppe befinden.
Zur besseren Darstellung ist in Fig. 1 der erste Reitergurt 30 etwas beabstandet von
dem Preßband 20 gezeichnet. In Wirklichkeit wird dieser jedoch gegen das Preßband
20 angedrückt, wie dies nachfolgend noch beschrieben wird.
[0025] Der erste Reitergurt 30 schließt sich verlaufsmäßig an das erste Preßband 18 an und
ersetzt dieses im Bereich der Weiche 10. Hierbei ist eine erste Umlenkrolle 32 des
ersten Reitergurtes 30 an dem Grundgestell 12 befestigt, wohingegen eine weitere Umlenkrolle
34 an dem Schwenkelement 14 befestigt ist. Die Anordnung ist hierbei so gewählt, daß
die Schuppe in jeder Stellung des Schwenkelementes 14 zwischen dem ersten Reitergurt
30 und dem zweiten Preßband 20 gepreßt ist. Eine Andruckrolle 36 ist an dem Schwenkelement
14 vorgesehen, um den ersten Reitergurt 30 in Richtung des zweiten Preßbandes 20 zusätzlich
anzudrücken.
[0026] Zum Spannen des ersten Reitergurtes 30 ist eine Spannrolle 38 vorgesehen, die zwischen
der ersten Umlenkrolle 32 und der weiteren Umlenkrolle 34 angeordnet ist, und die
am Ende eines Ausgleichselementes in Form eines Schwenkarmes 39 vorgesehen ist, der
von einer (nicht dargestellten Feder) so vorgespannt ist, daß der erste Reitergurt
30 stets gespannt ist.
[0027] An den ersten Reitergurt 30 schließt sich der zweite Reitergurt 40 an, der jedoch
mit dem ersten Reitergurt 30 teilweise überlappt. Der zweite Reitergurt 40 ist von
einem dritten Reitergurt 50 gefolgt, wobei sich auch die Reitergurte 40 und 50 überlappen.
Der zweite Reitergurt ist hierzu um zwei Umlenkrollen 42 (vgl. Fig. 1) und 44 (vgl.
Fig. 2) geführt, wobei zwischen diesen beiden Umlenkrollen eine Spannrolle 46 vorgesehen
ist. Beide Umlenkrollen 42, 44 wie auch die Spannrolle 46 sind an dem Schwenkelement
14 befestigt.
[0028] Der sich an den zweiten Reitergurt geradlinig anschließende und diesen in Förderrichtung
verlängernde dritte Reitergurt 50 ist um eine Umlenkrolle 52 sowie eine Umlenkrolle
54 geführt, die beide an dem Schwenkelement 14 befestigt sind. Eine Spannrolle 56
ist zwischen den beiden Umlenkrollen 52 und 54 angeordnet und ebenfalls an dem Schwenkelement
14 befestigt. Die Achsen der Umlenkrollen 44 und 52 verlaufen etwa koaxial.
[0029] Wie Fig. 2 zeigt, sind die weitere Umlenkrolle 34, die Spannrolle 56 und die Umlenkrollen
52 und 54 an einer Hilfsplatte 70 befestigt, die über einen Montageblock 71 mit dem
Schwenkelement 14 verbunden ist. Die Hilfsplatte 70 bildet somit eine Einheit mit
dem Schwenkelement 14.
[0030] Gleichzeitig ist in den Fig. 2 und 3 zu erkennen, daß der erste Reitergurt 30, der
zweite Reitergurt 40 und der dritte Reitergurt 50 jeweils sich überlappend angeordnet
sind, wobei sich die Reitergurte 30, 50 und 60 in einer ersten Ebene und der Reitergurt
40 sowie das zweite Preßband 20 in einer daneben liegenden, zweiten Ebene befinden.
[0031] Der in Fig. 1 oberhalb des Produktstromes angeordnete vierte Reitergurt 60 umschlingt
die stationäre Umlenkrolle 24 und ist anschließend um eine Umlenkrolle 62 geführt,
die an dem Schwenkelement 14 befestigt ist. Hierbei erfolgt die Befestigung über eine
weitere Hilfsplatte 72, die über einen Montageblock 73 mit dem Schwenkelement 14 verbunden
ist.
[0032] Zwischen der stationären Umlenkrolle 24 und der Umlenkrolle 62 ist innerhalb des
vierten Reitergurtes 60 eine Andruckrolle 64 vorgesehen, die in Förderrichtung gesehen
auf der gleichen Höhe wie die Umlenkrollen 44 und 52 angeordnet ist. Hierbei ist die
Andruckrolle 64 ebenfalls über die Hilfsplatte 72 mit dem Schwenkelement 14 verbunden.
[0033] Am Ausgang der Weiche 10 ist das abgehende Preßbandpaar B vorgesehen, das aus einem
ersten Preßband 88 und einem zweiten Preßband 90 besteht. Hierbei umschlingt das erste
Preßband 88 eine Umlenkrolle 92 und das zweite Preßband 90 eine Umlenkrolle 94, die
jeweils an einem Grundgestell 96 des abgehenden Preßbandpaares B befestigt sind und
die den Anfang des abgehenden Preßbandpaares B bilden. Weitere Umlenkrollen 97 und
98 dienen zur Führung des jeweiligen zurücklaufenden Trums.
[0034] Bei Durchlaufen der Weiche 10 in der in Fig. 1 dargestellten Position wird die Schuppe
bzw. der Produktstrom zunächst zwischen dem jeweils inneren Trum der beiden Preßbänder
18 und 20 geführt. Nachdem das erste Preßband 18 von der Umlenkrolle 22 umgelenkt
worden ist, übernimmt der erste Reitergurt 30 die Pressung und zwar bis in den Bereich
der Umlenkrolle 42 des zweiten Reitergurtes 40, welcher an dieser Stelle die Pressung
übernimmt. Im Bereich des zweiten Reitergurtes 40 wird der Produktstrom zwischen diesem
und dem inneren Trum des zweiten Preßbandes 20 geführt. Anschließend wird der Produkttransport
durch eine Pressung zwischen dem dritten Reitergurt 50 und dem vierten Reitergurt
60 übernommen, so daß der Produktstrom an das abgehende Preßbandpaar B übergeben werden
kann.
[0035] Wie bereits erwähnt wurde, ist bei der in Fig. 1 bis 3 dargestellten Weiche nicht
nur ein abgehendes Preßbandpaar B vorgesehen, sondern es ist zumindest ein weiteres
abgehendes Preßbandpaar angeordnet, das konstruktiv in gleicher Weise geführt und
ausgebildet ist, wie das dargestellte abgehende Preßbandpaar B. Dieses weitere, nicht
dargestellte Preßbandpaar könnte beispielsweise so angeordnet sein, daß es das ankommende
Preßbandpaar A geradlinig verlängert. Hierzu müßten die eingangsseitigen Umlenkrollen
des weiteren abgehenden Preßbandpaares den gleichen Abstand zur Drehachse X aufweisen.
Um zwischen den beiden abgehenden Preßbandpaaren umschalten zu können, muß lediglich
der Stellzylinder 16 betätigt werden, der das Schwenkelement 14 und sämtliche daran
befestigten Teile verschwenkt. Bei einem solchen Verschwenken des Schwenkelementes
14 werden somit die Andruckrolle 36 und die Umlenkrolle 34 des ersten Reitergurtes
30, die Umlenkrollen 42 und 44 sowie die Spannrolle 46 des zweiten Reitergurtes 40,
die Umlenkrollen 52 und 54 sowie die Spannrolle 56 des dritten Reitergurtes 50, die
Umlenkrolle 62 und die Andruckrolle 64 des vierten Reitergurtes 60 sowie die Umlenkrolle
26 des zweiten Preßbandes 20 verschwenkt. Hierdurch bleibt der Produktstrom auch im
verschwenkten Zustand jeweils zwischen mindestens zwei Bändern gepreßt.
[0036] Ferner weist die Weiche 10 eine Produktdickenanpassung auf, die dadurch gebildet
ist, daß die Reitergurte 30, 40 und 50 in einer Richtung im wesentlichen quer zur
Produktförderichtung federbelastet in gewissem Maße verstellbar sind. Konkret sind
die Umlenkrollen 22, 32, 36, 42, 52 und 54 der Reitergurte quer zur Förderrichtung
verstellbar, wohingegen die Umlenkrollen 26, 62 und 64 dies nicht sind. Auch sind
die Umlenkrollen 22 und 92 der Preßbänder quer zur Förderrichtung verstellbar, wohingegen
die Umlenkrolle 94 dies nicht ist. Die Weiche 10 weist somit eine "feste" Seite und
eine Seite auf, die an die Dicke der Schuppe anpaßbar ist.
[0037] Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Weiche 10, die weitgehend der Ausführungsform
der Fig. 1 und 3 entspricht, wobei jedoch ein weiteres abgehendes Preßbandpaar C dargestellt
ist. Zur vereinfachten Darstellung sind in Fig. 4 einige Bauelemente, beispielsweise
das Schwenkelement 14 sowie der vierte Reitergurt 60, nicht gezeigt.
[0038] Bei dem weiteren abgehenden Preßbandpaar C sind ein erstes Preßband 88' und ein zweites
Preßband 90' vorgesehen, die in gleicher Weise wie die Preßbänder des ersten abgehenden
Preßbandpaares B wirken. Die Anordnung der Umlenkrollen 92', 94' sowie der Umlenkrollen
97', 98' und die des Grundgestells 96' ist auch die gleiche wie bei dem ersten abgehenden
Preßbandpaar B.
[0039] Wie Fig. 4 zeigt, ist das (nicht dargestellte) Schwenkelement 14 der Weiche 10 um
etwa 45° verschwenkt worden, wodurch sich die aktive Länge des ersten Reitergurtes
30 verkürzt hat. Gleichzeitig hat sich der Spannhebel 39 verschwenkt, um die Verkürzung
des ersten Reitergurtes 30 entlang der Förderstrecke zu kompensieren.
[0040] Wie Fig. 4 ferner zeigt, ist bei dieser Ausführungsform das zweite Preßband 20 des
ankommenden Preßbandpaares A nicht um eine Umlenkrolle 26 mit kleinerem Durchmesser
geführt, sondern dieses Preßband 20 umschlingt die stationäre Umlenkrolle 24 mit einem
Winkel von etwa 270°.
[0041] Zum Umschalten der erfindungsgemäßen Weiche beim Fördern eines Produktstromes in
Schuppenformation wird in der Schuppe, beispielsweise durch eine (nicht dargestellte)
Klinke, die vor der Weiche angeordnet und automatisch betätigbar ist, eine Lücke erzeugt,
so daß das Schwenkelement 14 dann verschwenkt werden kann, wenn sich die Lücke im
Bereich der Weiche befindet. Hierdurch ist ein online-Umschalten während des Betriebs
möglich, ohne daß der Produktstrom angehalten werden muß.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 10
- Weiche
- 12
- Grundrahmen
- 14
- Schwenkelement
- 16
- Stellzylinder
- 18
- erstes Preßband
- 20
- zweites Preßband
- 22,23
- Umlenkrolle
- 24
- stationäre Umlenkrolle
- 26,27
- Umlenkrolle
- 30
- Reitergurt
- 32
- erste Umlenkrolle
- 34
- weitere Umlenkrolle
- 36
- Andruckrolle
- 38
- Spannrolle
- 39
- Schwenkarm
- 40
- zweiter Reitergurt
- 42,44
- Umlenkrolle
- 47
- Spannrolle
- 50
- dritter Reitergurt
- 52, 54
- Umlenkrolle
- 56
- Spannrolle
- 60
- vierter Reitergurt
- 62
- Umlenkrolle
- 64
- Andruckrolle
- 70
- Hilfsplatte
- 71
- Montageblock
- 72
- Hilfsplatte
- 73
- Montageblock
- 88, 88'
- erstes Preßband
- 90, 90'
- zweites Preßband
- 92, 92'
- Umlenkrolle
- 94, 94'
- Umlenkrolle
- 96, 96'
- Grundgestell
- 97, 97'
- Umlenkrolle
- 98, 98'
- Umlenkrolle
- A
- ankommendes Preßbandpaar
- B
- abgehendes Preßbandpaar
- C
- abgehendes Preßbandpaar
- X
- Drehachse
1. Weiche für ein Fördersystem zum Fördern eines Produktstromes von in Schuppenformation
angeordneten Produkten mittels eines Preßbandpaares (18, 20; 88, 90; 88', 90'), mit
- einem stationären Grundrahmen (12), an dem ein bewegliche Schwenkelement (14) befestigt
ist; und
- zumindest einem ersten Reitergurt (30), der im Bereich der Weiche (10) ein Preßband
(18) ersetzt, und der den Produktstrom zwischen sich und dem anderen Preßband (20)
preßt;
- wobei eine Umlenkrolle (32) des ersten Reitergurtes an dem Grundrahmen (12) und
eine weitere Umlenkrolle (34) des ersten Reitergurtes (30) an dem Schwenkelement (14)
befestigt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
an dem Schwenkelement (14) Umlenkrollen für weitere Reitergurte (40, 50, 60) befestigt
sind, die sich überlappend in verschiedenen Ebenen angeordnet sind.
2. Weiche nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
für den ersten Reitergurt (30) eine Spannrolle (38) vorgesehen ist, die an einem Ausgleichselement
(39) befestigt ist, das sich bei einem Verschwenken des Schwenkelementes (14) vorgespannt
bewegt.
3. Weiche nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das andere Preßband (20) um eine stationär angeordnete Umlenkrolle (24) geführt ist,
deren Radius im wesentlichen dem minimalen Bahnradius des Produktstromes im Bereich
der Weiche (10) entspricht.
4. Weiche nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
das andere Preßband (20) nach dem teilweisen Umschlingen der stationär angeordneten
Umlenkrolle (24) um eine weitere Umlenkrolle (26) mit kleinerem Radius geführt ist,
die an dem Schwenkelement (14) befestigt ist.
5. Weiche nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Reitergurt (60) um die stationär angeordnete Umlenkrolle (24) und um zumindest
eine weitere Umlenkrolle (62) geführt ist, die an dem Schwenkelement (14) befestigt
ist.
6. Weiche nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
auf einer Seite des Produktstromes der erste Reitergurt (30) und zumindest ein weiterer
Reitergurt (40, 50) und daß auf der anderen Seite des Produktstromes eine stationäre
Umlenkrolle (24) und ein weiterer Reitergurt (60) angeordnet sind, wobei bevorzugt
die Reitergurte auf der einen Seite eine Produktdickenanpassung aufweisen.
7. Weiche nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Schwenkelement (14) um 90° verschwenkbar ist.
8. Weiche nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Schwenkachse (X) des Schwenkelementes (14) und die Drehachse der stationären Umlenkrolle
(24) koaxial verlaufen.
9. Fördersystem zum Fördern eines Produktstromes von in Schuppenformation angeordneten
Produkten, mit
- einem ankommenden Preßbandpaar (18, 20); und
- zumindest zwei abgehenden Preßbandpaaren (88, 90; 88', 90');
wobei zwischen dem ankommenden (A) und den abgehenden Preßbandpaaren (B, C) eine
Weiche (10) nach einem der vorstehenden Ansprüche vorgesehen ist, mit welcher der
Produktstrom wahlweise zu einem der abgehenden Preßbandpaare (B, C) geleitet werden
kann.
1. Switching mechanism for a conveying system for the conveying of a product stream of
products arranged in an overlapping formation, by means of a pair of pressing belts
(18, 20; 88, 90; 88', 90') comprising
- a stationary base frame (12) to which a movable pivotal element (14) is secured;
and
- at least one first rider belt (30) which replaces one pressing belt (18) in the
region of the switching mechanism (10) and which presses the product stream between
itself and the other pressing belt (20);
- wherein a deflection roller (32) of the first rider belt is secured to the base
frame (12) and a further deflection roller (34) of the first rider belt (30) is secured
to the pivotal element (14),
characterised in that deflection rollers for further rider belts (40, 50, 60) are secured to the pivotal
element (14) and are preferably arranged overlapping in different planes.
2. Switching mechanism in accordance with claim 1, characterised in that a tensioning roller (38) is provided for the first rider belt (30) and is secured
to a compensation element (39) which moves under prestress on a pivotal movement of
the pivotal element (14).
3. Switching mechanism in accordance with at least one of the preceding claims, characterised in that the other press belt (20) is guided around a deflection roller (24) of stationary
position, the radius of which corresponds substantially to the minimum track radius
of the product stream in the region of the switching mechanism (10).
4. Switching mechanism in accordance with claim 3, characterised in that the other press belt (20) is guided, after passing partially around the deflection
roller (24) of stationary position, around a further deflection roller (26) with a
smaller radius which is secured to the pivotal element (14).
5. Switching mechanism in accordance with claim 3 or claim 4, characterised in that a rider belt (60) is guided around the deflection roller (24) of stationary position
and around at least one further deflection roller (62) which is secured to the pivotal
element (14).
6. Switching mechanism in accordance with at least one of the preceding claims, characterised in that the first rider belt (30) and at least one further rider belt (40, 50) are arranged
on one side of the product stream and a stationary deflection roller (24) and a further
rider belt (60) are arranged on the other side of the product stream, with the rider
belts preferably having a product thickness adaptation on one side.
7. Switching mechanism in accordance with at least one of the preceding claims, characterised in that the pivotal element (14) is pivotable through about 90°.
8. Switching mechanism in accordance with claim 3, characterised in that the pivot axis (X) of the pivotal element (14) and the axis of rotation of the stationary
deflection roller (24) extend coaxially.
9. Conveyor system for conveying a product stream of products arranged in an overlapping
formation comprising
- an arriving pressing belt pair (18, 20;) and
- at least two departing pressing belt pairs (88, 90; 88', 90');
wherein a switching mechanism (10) in accordance with any one of the preceding claims
is provided between the arriving pressing belt pairs (A) and the departing pressing
belt pairs (B, C) by which the product stream can be selectively directed to one of
the departing pressing belt pairs (B, C).
1. Aiguillage pour un système de transport pour transporter un flux de produits agencés
à la manière d'écailles au moyen d'une paire de courroies de pressage (18, 20 ; 88,
90 ; 88', 90'), comportant
- un cadre de base stationnaire (12) sur lequel est fixé un élément mobile en pivotement
(14), et
- au moins une première sangle porteuse qui remplace une courroie de pressage (18)
dans la zone de l'aiguillage (10) et qui presse le flux de produits entre elle-même
et l'autre courroie de pressage (20),
- un rouleau de renvoi (32) de la première sangle porteuse étant fixé sur le cadre
de base (12) et un autre rouleau de renvoi (34) de la première sangle porteuse (30)
étant fixé sur l'élément pivotant (14),
caractérisé en ce que
des rouleaux de renvoi pour d'autres sangles porteuses (40, 50, 60) sont fixés sur
l'élément pivotant (14) et sont agencés dans des plans différents en se chevauchant.
2. Aiguillage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il prévu un rouleau tendeur (38) pour la première sangle porteuse (30), qui est fixé
sur un élément compensateur (39) qui se déplace sous précontrainte lors d'un pivotement
de l'élément pivotant (14).
3. Aiguillage selon l'une au moins des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'autre courroie de pressage (20) est menée autour d'un rouleau de renvoi (24) agencé
stationnaire, dont le rayon correspond sensiblement au rayon minimal de la trajectoire
du flux de produits dans la zone de l'aiguillage (10).
4. Aiguillage selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'après avoir encerclé au moins partiellement le rouleau de renvoi (24) agencé stationnaire,
l'autre courroie de pressage (20) est menée autour d'un autre rouleau de renvoi (26)
de plus petit rayon, qui est fixé sur l'élément pivotant (14).
5. Aiguillage selon l'une ou l'autre des revendications 3 et 4, caractérisé en ce qu'une sangle porteuse (60) est menée autour du rouleau de renvoi (24) agencé stationnaire
et autour d'au moins un autre de rouleau de renvoi (62) qui est fixé sur l'élément
pivotant (14).
6. Aiguillage selon l'une au moins des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu sur un côté du flux de produits la première sangle porteuse (30) et au
moins une autre sangle porteuse (40, 50), et en ce qu'il est prévu sur l'autre côté du flux de produits un rouleau de renvoi stationnaire
(24) et une autre sangle porteuse (60), les sangles porteuses présentant de préférence
sur un côté des moyens d'ajustement à l'épaisseur des produits.
7. Aiguillage selon l'une au moins des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément pivotant (14) est mobile en pivotement de 90°.
8. Aiguillage selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'axe de pivotement (X) de l'élément pivotant (14) et l'axe de rotation du rouleau
de renvoi stationnaire (24) s'étendent coaxialement.
9. Système de transport pour transporter un flux de produits agencés à la manière d'écailles,
comportant
- une paire de courroies de pressage (18, 20) rentrantes, et
- au moins deux paires de courroies de pressage (88, 90 ; 88', 90') sortantes,
un aiguillage (10) selon l'une des revendications précédentes étant prévu entre la
paire de courroies de pressage rentrantes (A) et les paires sortantes (B, C), au moyen
duquel le flux de produits peut être amené au choix à l'une des paires de courroies
de pressage sortant (B, C).