[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer Reinigungsflotte, enthaltend
ein amphoteres Tensid und ein Aktivsauerstoff aufweisendes Oxidationsmittel, bei der
Reinigung von Geschirr, ein Verfahren zur Reinigung von Geschirr, insbesondere von
Gläsern, das in erster Linie im gewerblichen Bereich und hier wiederum in den entsprechenden
Geschirreinigungsmaschinen angewendet werden soll, sowie ein entsprechendes Reinigungsmittel.
[0002] Zur maschinellen Reinigung von Geschirr sind im gewerblichen Bereich verschiedene
Maschinentypen im Einsatz. Allen diesen Maschinen ist gemeinsam, daß wenigstens einige
der zur Reinigung oder Spülung des Geschirrs verwendeten Flüssigkeiten in Tanks gesammelt
und wiederverwendet werden. So unterscheidet man dabei zwischen Eintank- und Mehrtankmaschinen
je nach Zahl der bevorrateten Lösungen. Auch Bandreinigungsanlagen für Geschirr arbeiten
unter teilweiser Wiederverwendung der Flotten. In der Regel wird in den Maschinen
teil- oder vollentsalztes Wasser aus Wasseraufbereitungsanlagen verwendet. Daneben
ist es vielfach üblich, das anfallende Abwasser aufzuarbeiten und das dabei entstehende
gereinigte Wasser im Prozeß wiederzuverwenden. Demgegenüber arbeiten Geschirreinigungsmaschinen
für den Privathaushalt in der Regel mit frischem Wasser und ohne Wiederverwendung
der einzelnen Flotten. Vor allem im gewerblichen Bereich haftet dem gereinigten Geschirr,
insbesondere den Gläsern, auch nach der Trocknung ein eigentümlicher Geruch an, der
häufig als störend empfunden wird. Die Ursachen dieses Geruchs sind weitgehend unbekannt,
doch gibt es Vermutungen, daß die Wiederverwendung der Flotten und die Verwendung
von aufbereitetem oder wiedergewonnenem Wasser zu einer Ansammlung von störenden Komponenten
in den Reinigungslaugen führt, die an den keramischen Oberflächen, insbesondere an
Gläsern, haften bleiben. Der anhaftende Geruch verliert sich zum Teil auch bei offen
gelagertem Geschirr nur sehr langsam und wird insbesondere bei Gläsern als störend
empfunden, wenn diese unmittelbar wieder zur Aufnahme von Getränken verwendet werden,
die nur einen schwachen Eigengeruch aufweisen, wie beispielsweise Mineralwasser und
Wein.
[0003] In der WO-A-97/31092 werden Desinfektionsmittel beschrieben, die ein Persauerstoff-Bleichmittel,
ein Betain- oder Sulfobetain-Tensid und eine antimikrobiell wirksame Verbindung enthalten.
Derartige Formulierungen dienen zur Desinfektion und Reinigung von beispielsweise
harten Oberflächen wie Glas und Geschirr.
[0004] Die WO-A-97/31093 betrifft Desinfektionsmittel enthaltend ein Persauerstoff-Bleichmittel,
ein amphoteres Tensid, Glutaraldehyd sowie ein antimikrobiell wirksames Öl. Auch solche
Formulierungen finden Verwendung zur Desinfektion und Reinigung von beispielsweise
harten Oberflächen wie Glas und Geschirr.
[0005] Die EP-A-0 670 364 beschreibt flüssige Bleichmittel-Formulierungen, die neben Wasserstoffperoxid
ein Tensid und einen Bleichaktivator enthalten. Als Tenside kommen insbesondere nichtionische,
anionische oder amphotere Tenside in Frage.
[0006] Die EP-A-0 805 198 betrifft Reinigungsmittel, enthaltend ein Aminoxid sowie ein Betain-
oder ein Sulfobetain-Tensid. Weitere bevorzugte Bestandteile sind Lösungsmittel, antimikrobiell
wirksame Verbindingungen sowie Persauerstoff-Bleichmittel. Derartige Formulierungen
dienen zur Reinigung harter Oberflächen.
[0007] Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die bisher bekannten Verfahren
zur Reinigung von Geschirr, insbesondere von Gläsern, im Hinblick auf das Auftreten
von unangenehmen Nachgerüchen wesentlich zu verbessern und das Auftreten derartiger
Gerüche nach Möglichkeit ganz zu vermeiden.
[0008] Dementsprechend betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung einer Reinigungsflotte,
enthaltend ein amphoteres Tensid und ein Aktivsauerstoff aufweisendes Oxidationsmittel,
zur Minderung oder zur Vermeidung von unangenehmen Nachgerüchen bei der Reinigung
von Geschirr.
[0009] Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Reinigung von Geschirr,
bei dem das Geschirr mit einer Reinigungsflotte behandelt wird, die ein amphoteres
Tensid und ein Aktivsauerstoff aufweisendes Oxidationsmittel enthält, dann gespült
und anschließend getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, daß Ampotensid und Oxidationsmittel
getrennt zur Zubereitung der Reinigungsflotte eingesetzt wird. Im übrigen entspricht
das neue Verfahren weitgehend den herkömmlichen maschinellen Geschirreinigungsverfahren,
wie sie insbesondere auf dem gewerblichen Sektor üblich sind.
[0010] Die gleichzeitige Einwirkung von amphoterem Tensid und einem Oxidationsmittel auf
Sauerstoffbasis auf die Geschirroberfläche führt überraschenderweise zu einer ganz
wesentlichen Minderung des nach dem Trocknen verbleibenden Aufgeruchs. In den meisten
Fällen ist bereits nach einmaliger Behandlung des Geschirrs ein Aufgeruch nicht mehr
wahrnehmbar.
[0011] Bei den in der Reinigungsflotte des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendeten amphoteren
Tensiden handelt es sich um Verbindungen, die im Molekül neben einem langkettigen
Alkylrest eine tertiäre Aminfunktion oder eine quartäre Ammoniumfunktion und eine
oder mehrere anionische Gruppen aufweisen, wobei die anionischen Gruppen vorzugsweise
Carboxylatgruppe oder Sulfonatgruppen sein können. Die amphoteren Tenside zeichnen
sich dadurch aus, daß sie im sauren Bereich kationischen Charakter haben, während
sie im alkalischen Bereich als Betain oder als anionische Verbindung vorliegen. Besonders
bevorzugt werden im erfindungsgemäßen Verfahren amphotere Tenside, die eine oder mehrere
Carboxyl- bzw. Carboxylatgruppen aufweisen und von diesen wiederum solche Tenside,
die der nachstehend beschriebenen Formel I entsprechen.

[0012] In dieser Formel I bedeuten:
R eine langkettige, gegebenenfalls verzweigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit 8
bis 18 C-Atomen oder eine Gruppe R3-CO-NH-(CH2)Z-,
R1 eine Methylgruppe, Wasserstoff oder eine Gruppe (CH2)x - CO2Y
R2 eine Methylgruppe, eine Gruppe (CH2)2 - OH oder Wasserstoff (wobei dann das Stickstoffatom eine positive Ladung trägt)
oder R2 ist nicht vorhanden,
R3 eine langkettige, gegebenenfalls ungesättigte und gebenenfalls substituierte Alkylgruppe
mit 7 bis 17 C-Atomen,
x einen der Werte 1 oder 2,
z einen der Werte 2 oder 3 und
Y Wasserstoff, ein Alkalimetall oder eine negative Ladung.
Selbstverständlich umfaßt die Formel I auch entsprechende Salze, bei denen die positive
Ladung am Stickstoff nicht durch die negative Ladung der Carboxylatgruppe, sondern
durch ein zusätzliches Anion wie beispielsweise ein Halogenidanion oder ein Methylsulfatanion
ausgeglichen wird. Ein weiterer, ebenfalls geeigneter Typ von amphoteren Tensiden
sind die 2-Alkyl-N-carboxyalkylimidazoliniumverbindungen. Ein besonders bevorzugtes
amphoteres Tensid ist das unter der Bezeichnung Miranol JEM von der Firma Miranol
erhältliche Ampho-C
8-Carboxylat. Die Konzentration der amphoteren Tenside soll in der Reinigungsflotte
zwischen 0,01 g/l und 8 g/l, vorzugsweise zwischen 0,03 g/l und 3 g/l und insbesondere
zwischen 0,1 g/l und 1,5 g/l liegen.
[0013] Bei dem zweiten wesentlichen Bestandteil der verwendeten Reinigungsflotte handelt
es sich um ein Oxidationsmittel auf Sauerstoffbasis, das heißt um eine peroxidische
Verbindung. Bevorzugt werden anorganische Peroxyverbindungen, doch sind prinzipiell
auch organische Peroxyverbindungen, insbesondere Peroxycarbonsäuren, wie beispielsweise
Peressigsäure, geeignet. Als anorganische Peroxyverbindungen kommen beispielsweise
Salze der Peroxyschwefelsäuren, insbesondere aber Wasserstoffperoxid und solche Verbindungen
in Betracht, die in wäßriger Lösung Wasserstoffperoxid freisetzen. Beispiele solcher
Wasserstoffperoxid freisetzender Verbindungen sind insbesondere die Perborate, vor
allem Natriumperboratmonohydrat und Natriumperborattetrahydrat sowie Additionsverbindungen
von Wasserstoffperoxid an anorganische Verbindungen, insbesondere die Additionsverbindung
aus Natriumcarbonat und Wasserstoffperoxid, die auch als Percarbonat bezeichnet wird,
sowie gegebenenfalls auch Additionsverbindungen von Wasserstoffperoxid an organische
Verbindungen, beispielsweise Harnstoff oder Natriumcitrat. Besonders bevorzugt werden
Wasserstoffperoxid sowie die Perborate und Natriumpercarbonat. Die Einsatzmenge der
Oxidationsmittel richtet sich nach deren Aktivsauerstoffgehalt, der wiederum vom Molekulargewicht
des Oxidationsmittels abhängt. So beträgt der Aktivsauerstoffgehalt in Wasserstoffperoxid
beispielsweise 47 %, während er in Natriumperborattetrahydrat 10,4 % beträgt. Die
Konzentration an Oxidationsmittel in der Reinigungsflotte soll vorzugsweise so gewählt
werden, daß der Aktivsauerstoffgehalt in der Flotte zwischen 1 und 500 ppm und insbesondere
zwischen 5 und 250 ppm liegt.
[0014] In der Regel enthält die Reinigungsflotte, die im erfindungsgemäßen Verfahren verwendet
wird, neben amphoterem Tensid und Oxidationsmittel weitere Wirkstoffe und/oder Hilfsstoffe,
wie sie in Reinigungsflotten für die Geschirreinigung an sich üblich sind. Hierzu
zählen insbesondere Komplexbildner, aber auch alkalisierend wirkende Verbindungen,
Tenside anderer Klassen, Korrosionsinhibitoren, Lösungsvermittler, Schauminhibitoren
und Enzyme.
[0015] Bei den Komplexbildnern handelt es sich um Verbindungen, die insbesondere in der
Lage sind, die Bestandteile der Wasserhärte zu komplexieren und dadurch bedingte Störungen
auf den Reinigungsprozeß auszuschließen. Sie verstärken weiterhin den Reinigungseffekt
der Tenside. Geeignete Komplexierungsmittel sind die Polyphosphate, insbesondere Pentanatriumtriphosphat,
die Salze von Polycarbonsäuren, insbesondere Natriumcitrat, Natriumglukonat und die
Salze von Phosphonobutantricarbonsäure, die Salze von Polyphosphonsäuren, beispielsweise
von 2-Hydroxyethandiphosphonsäure, die Salze von Ethylendiamintetraessigsäure und
die Salze von polymeren Polycarbonsäuren, insbesondere von Polymerisationsprodukten
der Acrylsäure, gegebenenfalls in Kombination mit Maleinsäure. Üblicherweise werden
Alkalisalze verwendet, von denen wiederum die Kaliumsalze und ganz besonders die Natriumsalze
bevorzugt sind. Gegebenenfalls können die Salze in der Waschflotte auch aus den Komplexbildnersäuren
und zugesetzem Alkalisierungsmittel gebildet werden. Die verwendete Menge an Komplexierungsmittel
hängt von der Wirkung der Einzelsubstanzen ab und kann sehr unterschiedlich sein.
So werden von Komplexierungsmitteln wie den Polyphosphaten, den Carboxylaten und den
Salzen der Nitrilotriessigsäure in der Regel höhere Mengen eingesetzt als von von
den übrigen genannten Komplexbildnern. Selbstverständlich ist auch die gleichzeitige
Anwesenheit von mehreren Komplexbildnern in der Waschflotte möglich und wünschenswert.
Der Gesamtgehalt an Komplexbildnem beträgt in der Reinigungsflotte vorzugsweise zwischen
etwa 0,01 g/l und etwa 10 g/l, insbesondere zwischen etwa 0,03 g/l und etwa 5 g/l.
Ein ganz besonders bevorzugter Bereich liegt zwischen etwa 0,1 g/l und etwa 2 g/l.
[0016] Der pH-Wert der erfindungsgemäß eingesetzten Reinigungsflotte liegt im alkalischen
Bereich, das heißt, oberhalb von pH 7. Ein bevorzugter pH-Bereich ist der Bereich
zwischen etwa 8 und etwa 10, doch können stärker alkalische Reinigungsmittel in der
Reinigungsflotte auch einen pH-Wert weit darüber, etwa im Bereich 10 bis 13 erzeugen.
Sofern die sonstigen Bestandteile der Reinigungsflotte keine ausreichende Alkalität
liefern, werden alkalisierend wirkende Substanzen zugesetzt, wie beispielsweise Alkalihydroxide,
insbesondere Natriumhydroxid, Alkalisilikate und/oder andere alkalisch wirkende Salze,
wie beispielsweise Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat. Der Gehalt in der Waschflotte
richtet sich nach der gewünschten Alkalität.
[0017] Als zusätzliche Tenside kommen insbesondere Tenside aus den Klassen der anionischen
und der nichtionischen Tenside in Betracht, von denen wiederum die nichtionischen
Tenside bevorzugt werden. In jedem Fall werden schaumarme Tenside besonders bevorzugt.
Als nichtionische Tenside eignen sich insbesondere die Additionsprodukte aus langkettigen
Alkoholen mit 10 bis 18 C-Atomen und Ethylenoxid (EO) und gegebenenfalls auch Propylenoxid
(PO). Als langkettige Alkohole kommen vor allem die gegebenenfalls auch ungesättigten
Fettalkohole, beispielsweise Kokosalkohol, oder aber die sogenannten Oxoalkohole,
die bis zu einem gewissen Grad verzweigt sein können, in Betracht. Als nichtionische
Tenside eignen sich aber auch die Additionsprodukte aus Ethylenoxid und gegebenenfalls
Propylenoxid und anderen langkettigen Verbindungen, beispielsweise Alkylphenolen,
Fettsäuren, Fettsäureamiden und langkettigen Glykolen. Besonders schaumarme Tenside
sind die Additionsprodukte aus langkettigen Alkoholen mit Ethylenoxid und gegebenenfalls
Propylenoxid, deren freie Hydroxylgruppe mit einem kurzkettigen Alkohol, der vorzugsweise
1 bis 4 C-Atome aufweist, verethert ist. Der Gehalt der Reinigungsflotte an diesen
zusätzlichen Tensiden beträgt vorzugsweise zwischen etwa 0,01 g/l und etwa 8 g/l,
insbesondere zwischen 0,02 g/l und 1 g/l.
[0018] Die Herstellung der erfindungsgemäß verwendeten Reinigungsflotte kann prinzipiell
dadurch erfolgen, daß jeder enthaltene Wirkstoff getrennt zum Wasser der Reinigungsflotte
zudosiert wird. Gebräuchlicher ist es aber, vorgefertigte Reinigungsmittel einzusetzen,
die jeweils einen Teil der benötigten Wirkstoffe im richtigen Verhältnis in einer
entsprechend höheren Konzentration enthalten, und diese Mittel mit Wasser zu verdünnen,
gegebenenfalls unter Zusatz der übrigen Wirkstoffe. Die Reinigungsmittel können in
fester Form vorliegen, aber auch beispielsweise als Paste oder als Flüssigkeiten formuliert
sein. Insbesondere dann, wenn Unverträglichkeiten zwischen dem Oxidationsmittel und
einzelnen Rezepturbestandteilen auftreten, kann es zweckmäßig sein, die Reinigungsflotte
durch Verwendung zweier getrennter Mittel herzustellen, von denen die eine das Oxidationsmittel
und die andere die oxidationsempfindliche Komponente enthält. Eine Auftrennung in
wenigstens zwei Mitteln, die im erfindungsgemäßen Verfahren angewendet werden, ist
auch dann sinnvoll, wenn die Dosierung des amphoteren Tensids und die Dosierung des
Oxidationsmittels an verschiedenen Punkten des Reinigungsganges erfolgen sollen und
die Vereinigung zur fertigen Reinigungsflotte erst durch den Prozeßablauf erreicht
wird.
[0019] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher auch ein Reinigungsmittelsatz von
zwei flüssigen Mitteln, von denen das eine das amphotere Tensid und das andere das
Oxidationsmittel enthält. Bei dem vorgenannten Reinigungsmittelsatz enthält das eine
flüssige Mittel das amphotere Tensid in Mengen zwischen 0,5 Gew.-% und 80 Gew.-%,
insbesondere in Mengen zwischen 4 Gew.-% und 20 Gew.-%, gegebenenfalls zusammen mit
anderen Reinigungswirkstoffen, insbesondere Komplexbildnem und anderen Tensiden. Das
andere der beiden flüssigen Mittel aus diesem Reinigungsmittelsatz enthält Wasserstoffperoxid,
in Konzentrationen von 0,1 Gew.-% bis 50 Gew.-%, insbesondere 0,5 Gew.-% bis 35 Gew.-%,
sowie gegebenenfalls weitere Wirk- und Hilfsstoffe, insbesondere Komplexbildner, Stabilisatoren
und andere Tenside. Weiterhin können die flüssigen Mittel Lösungsvermittler enthalten,
beispielsweise Cumolsulfonat, Xylolsulfonat oder niedere Alkohole mit 1 bis 3 C-Atomen,
wenn dies für eine stabile Formulierung zweckmäßig ist.
[0020] Zur Herstellung der Waschlaugen kann Wasser verschiedenster Qualitäten verwendet
werden, insbesondere Leitungswasser, teilenthärtetes oder vollentsalztes Leitungswasser
aus Wasseraufbereitungsanlagen oder gegebenenfalls Wasser aus der Abwasseraufbereitung.
Je nach Maschinentyp wird aber auch Wasser aus den nachgeschalteten Spülgängen zur
Herstellung der Reinigungsflotte verwendet, wobei dieses Wassers dann auch Wirkstoffe,
die zum Klarspülen verwendet wurden, oder Absäuerungsmittel enthalten kann. In einer
besonderen Variante des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens wird das Oxidationsmittel,
beziehungsweise eine dieses Oxidationsmittel enthaltende Zusammensetzung, einem der
Spülbäder hinzugefügt und dann in Form dieser Spülflotte zur Herstellung der eigentlichen
Reinigungsflotte verwendet.
[0021] Die Anwendung der Reinigungsflotte auf das Geschirr erfolgt üblicherweise bei erhöhten
Temperaturen, insbesondere bei Temperaturen zwischen etwa 30 und etwa 70 °C. Die Einwirkzeit
der Flotte auf das Geschirr liegt vorzugsweise im Bereich von etwa 5 bis etwa 360
Sekunden. Temperatur und Reinigungszeit werden im wesentlichen durch das erwünschte
Reinigungsergebnis bestimmt und hängen damit zusätzlich von der Zusammensetzung der
Reinigungsflotte und der angewandten Mechanik ab. An die Behandlung mit der Reinigungsflotte
schließt sich im erfindungsgemäßen Verfahren mindestens ein Spülgang an, in dem die
Reinigungsflotte wieder vom Geschirr entfernt wird. Zum Spülen kann prinzipiell allein
Wasser verwendet werden, doch wird üblicherweise zumindest in einem der Spülgänge
ein sogenanntes Klarspülmittel hinzugefügt, das die gleichmäßige Benetzung des Spülgutes
und gegebenenfalls auch eine Absäuerung bewirkt. Vorzugsweise enthalten derartige
Nachspülmittel schwachschäumende nichtionische Tenside, gegebenenfalls zusammen mit
komplexierend wirkende Säuren, insbesondere Zitronensäure. Die Spülflüssigkeit wird
zumindest im letzten Spülgang, vorzugsweise auf höhere Temperaturen, insbesondere
zwischen etwa 50 und etwa 95 °C erwärmt, um das Geschirr auf eine Temperatur zu bringen,
die den nachfolgenden Trockenschritt verkürzt, in dem sie die Verdunstung der anhaftenden
Flüssigkeit beschleunigt.
Beispiel
[0022] Die nachfolgend beschriebenen Versuche wurden in einer gewerblichen Geschirrspülmaschine
vom Typ FX 40 E der Firma Hobart durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Frontlademaschine
mit elektronischer Steuerung und automatischer Dosiertechnik.
[0023] Im erfindungsgemäßen Verfahren wurde mit einer Reinigungsflotte gearbeitet, die pro
Liter 5 g eines Reinigungsmittels A und 8 g eines Zusatzmittels B enthielt. Diese
beiden Produkte hatten folgende Zusammensetzung:
A:
18,0 Gew.-% Trinatriumnitrilotriacetat
2,0 Gew.-% Phosphonobutantricarbonsäure
1,4 Gew.-% Natriumhydroxid
25,0 Gew.-% Miranol JEM conc (Amphotensid der Firma Miranol, 27,5 %ig)
1,2 Gew.% Natriumcumolsulfonat
5,0 Gew.% Kokosalkohol + 4,5 EO + 4,5 PO
zu 100 Gew.-% Wasser
B: Waserstoffperoxid 1 %ig in Wasser
Zum Ansetzen der Flotte wurde vollentsalztes Wasser aus einer Aufbereitungsanlage
verwendet. Die Temperatur der Reinigungsflotte lag bei 55 °C. Die Flotte wurde im
Umwälzverfahren über Düsen auf das Geschirr aufgesprüht und wirkte 90 Sekunden lang
auf das Geschirr ein. Im abschließenden Klarspülgang, der bei 75 °C durchgeführt wurde,
enthielt die Spülflüssigkeit 0,8 g/l eines Klarspülmittels C der folgenden Zusammensetzung:
C:
28,0 Gew.-% eines Gemischs zweier Additionsprodukte aus Fettalkoholen und Ethylenoxid
und Propylenoxid
2,8 Gew.-% Natriumcumolsulfonat
4,0 Gew.-% Ethanol
zu 100 Gew.-% Wasser
Die Trocknung erfolgte durch die Eigenwärme des Geschirrs ohne weitere Maßnahmen.
[0024] Weingläser, die mit Hilfe des vorbeschriebenen Verfahrens gereinigt wurden, wiesen
unmittelbar und auch nach mehrstündiger Lagerung keinen Aufgeruch auf. Wurde ohne
Zusatz von Wasserstoffperoxid oder aber mit einem Reinigungsmittel gearbeitet, das
kein amphoteres Tensid enthielt, wurde an den Gläsern regelmäßig ein unangenehmer
Aufgeruch festgestellt, der auch nach mehrstündiger Lagerung noch wahrzunehmen war.
1. Verwendung einer Reinigungsflotte, enthaltend ein amphoteres Tensid und ein Aktivsauerstoff
aufweisendes Oxidationsmittel, zur Minderung oder zur Vermeidung von unangenehmen
Nachgerüchen bei der Reinigung von Geschirr.
2. Verfahren zur Reinigung von Geschirr, bei dem das Geschirr mit einer Reinigungsflotte
behandelt wird, die ein amphoteres Tensid und ein Aktivsauerstoff aufweisendes Oxidationsmittel
enthält, dann gespült und anschließend getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, daß
Amphotensid und Oxidationsmittel getrennt zur Zubereitung der Reinigungsflotte eingesetzt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das Amphotensid ausgewählt ist aus der Gruppe der
Verbindungen der allgemeinen Formel I

In dieser Formel I bedeuten:
R eine langkettige, gegebenenfalls verzweigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit 8
bis 18 C-Atomen oder eine Gruppe R3-CO-NH-(CH2)Z-,
R1 eine Methylgruppe, Wasserstoff oder eine Gruppe (CH2)x - CO2Y
R2 eine Methylgruppe, eine Gruppe (CH2)2 - OH oder Wasserstoff (wobei dann das Stickstoffatom eine positive Ladung trägt)
oder R2 ist nicht vorhanden,
R3 eine langkettige, gegebenenfalls ungesättigte und gebenenfalls substituierte Alkylgruppe
mit 7 bis 17 C-Atomen,
x einen der Werte 1 oder 2,
z einen der Werte 2 oder 3 und
Y Wasserstoff, ein Alkalimetall oder eine negative Ladung.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, bei dem das Oxidationsmittel ausgewählt
ist aus der Gruppe Wasserstoffperoxid, Wasserstoffperoxid freisetzende Verbindungen
und deren Gemische.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem die Reinigungsflotte zusätzlich
wenigstens einen Komplexbildner aus der Gruppe Polyphosphate, Polycarboxylate, Salze
der Nitrilotriessigsäure, Polyphosphonate und Salze von polymeren Polycarbonsäuren
enthält.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, bei dem der Gehalt an Amphotensid in der
Reinigungsflotte 0,01 g/l bis 8 g/l, vorzugsweise 0,03 g/l bis 3 g/l und insbesondere
0,1 g/l bis 1,5 g/l beträgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, bei dem der Gehalt an Oxidationsmittel,
gerechnet als Aktivsauerstoff, in der Flotte 1 bis 500 ppm, vorzugsweise 5 bis 250
ppm beträgt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, bei dem das Oxidationsmittel einem der
Nachspülgänge des Verfahrens zugesetzt wird und mit dem Überlauf der Nachspülflüssigkeit
in die Reinigungsflotte gelangt.
9. Reinigungsmittelsatz zur Herstellung einer Reinigungsflotte für ein Verfahren gemäß
einem der Ansprüche 2 bis 8, bestehend aus einem flüssigen Mittel, enthaltend amphoteres
Tensid, vorzugsweise entsprechend Formel I, in Mengen zwischen 0,5 und 80 Gew.-%,
insbesondere in Mengen zwischen 4 und 20 Gew.-%, sowie gegebenenfalls weitere Wirkstoffe
und Hilfsstoffe, und einem weiteren flüssigen Mittel, enthaltend Wasserstoffperoxid
in Konzentrationen von 0,1 bis 50 Gew.-%, insbesondere von 0,5 bis 35 Gew.-%, sowie
gegebenenfalls weitere Wirkstoffe und Hilfsstoffe.
1. The use of a cleaning liquor containing an amphoteric surfactant and an oxidizing
agent containing available oxygen for reducing or avoiding unpleasant after-smells
in dishwashing.
2. A dishwashing process in which the tableware is treated with a cleaning liquor containing
an amphoteric surfactant and an oxidizing agent containing available oxygen, rinsed
and then dried, characterized in that the amphoteric surfactant and the oxidizing
agent are used separately for preparing the cleaning liquor.
3. A process as claimed in claim 2, characterized in that the amphoteric surfactant is
selected from the group of compounds corresponding to general formula I:

in which
R is a long-chain, optionally branched or unsaturated alkyl group containing 8 to
18 carbon atoms or a group R3-CO-NH-(CH2)z-,
R1 is a methyl group, hydrogen or a group (CH2)x-CO2Y,
R2 is a methyl group, a group (CH2)2-OH or hydrogen (in which case the nitrogen atom bears a positive charge) or R2 is not present,
R3 is a long-chain, optionally unsaturated and optionally substituted alkyl group containing
7 to 17 carbon atoms,
x has a value of 1 or 2,
z has a value of 2 or 3 and
Y is hydrogen, an alkali metal or a negative charge.
4. A process as claimed in claim 2 or 3, characterized in that the oxidizing agent is
selected from the group consisting of hydrogen peroxide, compounds releasing hydrogen
peroxide and mixtures thereof.
5. A process as claimed in any of claims 2 to 4, characterized in that the cleaning liquor
additionally contains at least one complexing agent from the group consisting of polyphosphates,
polycarboxylates, salts of nitrilotriacetic acid, polyphosphonates and salts of polymeric
polycarboxylic acids.
6. A process as claimed in any of claims 2 to 5, characterized in that the content of
amphoteric surfactant in the cleaning liquor is from 0.01 to 8 g/l, preferably from
0.03 g/l to 3 g/l and more preferably from 0.1 g/l to 1.5 g/l.
7. A process as claimed in any of claims 2 to 6, characterized in that the content of
oxidizing agent, expressed as available oxygen, in the liquor is from 1 to 500 ppm
and preferably from 5 to 250 ppm.
8. A process as claimed in any of claims 2 to 7, characterized in that the oxidizing
agent is added to one of the rinse cycles of the process and enters the cleaning liquor
with the overflow of the rinsing water.
9. A cleaning set for preparing a cleaning liquor for the process claimed in any of claims
2 to 8 consisting of a liquid composition containing amphoteric surfactant, preferably
corresponding to formula I, in quantities of 0.5 to 80% by weight, more particularly
in quantities of 4 to 20% by weight, and optionally other active ingredients and auxiliaries
and another liquid composition containing hydrogen peroxide in concentrations of 0.1
to 50% by weight and more particularly 0.5 to 35% by weight and optionally other active
ingredients and auxiliaries.
1. Utilisation de jus de nettoyage contenant un agent tensioactif amphotère et un agent
d'oxydation contenant de l'oxygène actif, en vue de réduire ou éviter les arrière-odeurs
désagréables au cours du nettoyage de la vaisselle.
2. Procédé de nettoyage de la vaisselle dans lequel la vaisselle est traitée avec un
jus de nettoyage qui renferme un agent tensioactif amphotère et un agent d'oxydation
possédant de l'oxygène actif, on rince ensuite et ensuite on sèche,
caractérisé en ce que
l'agent tensioactif amphotère et l'agent d'oxydation sont mis en oeuvre séparément
en vue de la préparation des jus de nettoyage.
3. Procédé selon la revendication 2 dans lequel l'agent tensioactif amphotère est choisi
dans le groupe des composés de formule générale I

dans laquelle :
R est un radical alkyle à longue chaîne, le cas échéant ramifié ou non saturé, ayant
de 8 à 18 atomes de carbone ou un groupe R3-CO-NH-(CH2)z-,
R1 est un radical méthyle, un hydrogène, ou un groupe (CH2)x-CO2Y,
R2 est un radical méthyle, un groupe (CH2)2-OH ou un hydrogène (dans lequel donc l'atome d'azote porte une charge positive) ou
bien R2 n'est pas présent,
R3 est un radical alkyle à longue chaîne, le cas échéant non saturé et le cas échéant
substitué, ayant de 7 à 17 atomes de carbone,
x est une des valeurs 1 ou 2,
z est une des valeurs 2 ou 3 et,
Y est un hydrogène, un métal alcalin ou une charge négative;
4. Procédé selon l'une des revendications 2 ou 3,
dans lequel
l'agent d'oxydation est choisi dans le groupe du peroxyde d'hydrogène, des composés
qui libèrent du peroxyde d'hydrogène et leurs mélanges.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendication 2 à 4,
dans lequel
le jus de nettoyage renferme en supplément au moins un agent complexant choisi dans
le groupe des polyphosphates, des polycarboxylates des sels de l'acide nitrilotriacétique,
des polyphosphates et des sels d'acides polycarboxyliques polymères.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendication 2 à 5,
dans lequel
la teneur en agent tensioactif amphotère dans le jus de nettoyage s'élève de 0,01
g/l à 8 g/l, de préférence de 0,03 g/l à 3 g/l et en particulier de 0,1 g/l à 1,5
g/l.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendication 2 à 6,
dans lequel
la teneur en agent d'oxydation calculé comme oxygène actif, s'élève dans le jus de
1 à 500 ppm, de préférence de 5 à 250 ppm.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendication 2 à 7,
dans lequel
l'agent d'oxydation est ajouté à une des étapes de rinçage ultérieur du procédé et
parvient avec l'écoulement du liquide de rinçage ultérieur dans le jus de nettoyage.
9. Produit de nettoyage en vue de la production d'un jus de nettoyage pour un procédé
conforme à l'une quelconque des revendications 2 à 8,
caractérisé par
un agent liquide contenant un agent tensioactif amphotère, de préférence correspondant
à la formule I, en quantités comprises entre 0,5 et 80 % en poids, en particulier
en quantités comprises entre 4 et 20 % en poids ainsi qu'éventuellement d'autres principes
actifs et d'autres additifs, et un autre produit liquide contenant du peroxyde d'hydrogène
à des concentrations allant de 0,1 à 50 % en poids, en particulier de 0,5 à 35 % en
poids, ainsi qu'éventuellement d'autres principes actifs et d'autres adjuvants.