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EP 0 972 588 A2 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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19.01.2000 Patentblatt 2000/03 |
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Anmeldetag: 01.02.1999 |
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(84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV MK RO SI |
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Priorität: |
11.07.1998 DE 19831189
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Anmelder: Firma Carl Freudenberg |
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69469 Weinheim (DE) |
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Erfinder: |
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- Wallat, Gerhard
69493 Hirschberg (DE)
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Verfahren zur Herstellung von Blechringen |
(57) Verfahren zur Herstellung von Blechringen (1), die zumindest zwei einander gegenüberliegende
Seitenflächen haben,wobei ein endloses Ausgangsmaterial (3) zu Ringen (5) geformt
und abgelängt wird und daß die Ringe (5) im Bereich ihrer Enden (6, 7) stumpf verschweißt
und nachfolgend durch plastische Verformung in die Gestalt von Blechringen (1) überführt
werden.
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Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Blechringen, die zumindest
zwei einander gegenüberliegende Seitenflächen haben.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt Blechringe aus Blechvorlagen durch Ausstanzen herzustellen. Bei diesem
Verfahren fallen erhebliche Mengen an Abfall an. Darüber hinaus sind die Seitenflächen
der Blechringe häufig nicht völlig parallel und mit vom Stanzen herrührenden Graten
versehen. Für viele Anwendungszwecke reichen derartige Blechringe durchaus aus. Häufig
werden aber auch Blechringe gewünscht, deren Seitenflächen sich parallel zueinander
erstrecken sollen und die an ihren Innen- beziehungsweise Außenkanten keine Grate
haben.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Blechringen
zu schaffen, bei dem möglichst ein geringer beziehungsweise gar kein Abfall anfällt
bei dem darüber hinaus die Seitenflächen des Blechrings parallel zueinander verlaufen
sowie die Gratbildung an den Ringrändern vermieden wird. Die Blechringe sollen eine
hohe Formgenauigkeit und Festigkeit aufweisen.
[0004] Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß dadurch, daß ein endloses Ausgangsmaterial zu Ringen geformt und
abgelängt wird, und daß die Ringe im Bereich ihrer Enden stumpf verschweißt und nachfolgend
durch plastische Verformung in die Gestalt von Blechringen überführt werden. Nach
dem neuen Verfahren wird somit ein rundes Material zu Ringen geformt, deren Enden
stumpf miteinander verschweißt werden. Diese Ringe werden dann einer Prägevorrichtung
zugeführt und zu Blechringen geprägt. Die Seiten eines solchen Blechrings sind einwandfrei
parallel zueinander und eine Gratbildung tritt nicht auf. Abfälle werden vollständig
vermieden.
[0005] Der so hergestellte Blechring hat noch den Vorteil, daß er eine hohe Festigkeit hat,
da die Kraftlinien aus dem Ausgangsmaterial erhalten bleiben und sich im Blechring
wiederfinden.
[0006] Es ist günstig wenn für das Ausgangsmaterial ein Drahtcoil verwendet wird, von dem
das Material abgezogen, aufgewickelt und abgelängt wird. Für die Bildung der Ringe
und ihre Ablängung wird eine Roll- und Schneideinrichtung verwendet. Dabei ist es
günstig, wenn die Ringe einzeln abgelängt werden.
[0007] Das Ausgangsmaterial kann gegebenenfalls vorgeformt sein und einen etwa ovalen Querschnitt
haben. Dieses kann bereits bei der Herstellung des Ausgangsmaterials geschehen oder
auch dann, wenn das Ausgangsmaterial vom Coil abgezogen wird.
[0008] Aus Festigkeitsgründen ist es günstig wenn die nachfolgende plastische Verformung
bei Raumtemperatur vorgenommen wird. Bei einer Reihe von Einsatzzwecken ist es gündstig,
wenn die Seitenflächen der Blechringe sich parallel zueinander erstrecken. Die Blechringe
können jedoch auch mit unterschiedlichen Querschnittsprofilen ausgestattet werden
um in axialer und radialer Richtung mit geringstem Materialaufwand höchsten Belastungen
stadhalten zu können. Dieses hat besondere Bedeutung dann, wenn die Ringe als Blechstützkörper
mit einer Ummantelung aus polymerem Werkstoff versehen als Radialdichtungen zum Einsatz
kommen.
Ausführung der Erfindung
[0009] In der Figur sind die einzelnen Verfahrensschritte für die Herstellung des Blechrings
1 dargestellt. Von dem Drahtcoil 2 wird der Profildraht 3 abgezogen und auf einen
Wickel 4 mit vorgegebenem Durchmesser aufgewickelt und dabei gleichzeitig abgelängt.
Der Wickel 4 ist eine Roll- und Schneideinrichtung, in der die Ringe 5 einzeln abgelängt
werden. Das Ausgangsmaterial 3 wird auf diese Weise zu einem noch offenen Ring 5 geformt.
Der so gebildete Ring 5 wird im Bereich seiner Enden 6, 7 stumpf verschweißt. Hierfür
wird der Ring 5 in eine Schweißeinrichtung eingelegt und seine Enden 6, 7 aneinandergefügt.
Nach dem Stumpfverschweißen wird der Ring 5 in eine Prägeeinrichtung 8 eingeführt
und dort plastisch verformt. Der fertige Blechring 1 hat die in der Figur gezeigte
Form mit den sich parallel zueinander erstreckenden Oberflächen 9, 10. Das gesamte
Verfahren wird bei Raumtemperatur vorgenommen und ist abfallfrei.
1. Verfahren zur Herstellung von Blechringen die zumindest zwei einander gegenüberliegenden
Seitenflächen haben, dadurch gekennzeichnet, daß ein endloses Ausgangsmaterial (3) zu Ringen (5) geformt und abgelängt wird und
daß die Ringe (5) im Bereich ihrer Enden (6, 7) stumpf verschweißt und nachfolgend
durch plastische Verformung in die Gestalt von Blechringen (1) überführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Bildung der Ringe (5)
und ihre Ablängung eine Roll- und Schneideinrichtung verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ringe (5) einzeln
abgelängt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangsmaterial
(3) vorgeformt und ein etwa ovalen Querschnitt hat.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die nachfolgende
plastische Verformung bei Raumtemperatur vorgenommen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenflächen
(9, 10) des Blechrings (1) sich parallel zueinander erstrecken.
