[0001] Die Erfindung betrifft eine Gießform für die Herstellung eines Motorblocks, der einen
sich zwischen Zylinderausnehmungen einer Zylinderreihe erstreckenden Kühlkanal aufweist,
wobei zwischen den Zylinderausnehmungen eine minimale Gußmaterialwanddicke von weniger
als 5 mm vorgesehen ist, wobei in der Gießform zur Bildung des Kühlkanals zwischen
den die Zylinderausnehmungen bildenden Kernen der Gießform ein lediglich an seinen
Enden gehalterter Kanalformkern angeordnet ist.Darüber hinaus betrifft die Erfindung
ein Verfahren zur Herstellung eines Motorblocks mit wenigstens einem Kühlkanal in
einer Zwischenwand zwischen benachbarten Zylinderausnehmungen, wobei die durch Gußmaterial
gebildete Wanddicke weniger als 5 mm beträgt, wobei der Motorblock durch Eingießen
von Gußmaterial in eine Gießform abgebildet wird und wobei in die Gießform die Zylinderausnehmungen
bildende Kerne eingelegt werden.
[0002] Um die Baulänge eines z.B. aus Aluminium gegossenen Motorblocks möglichst gering
zu halten, ist man bestrebt, die Zylinderausnehmungen einer Zylinderreihe eng beieinander
anzuordnen, wodurch sich entsprechend dünne Zylinderzwischenwände ergeben. Durch die
enger beieinanderliegenden Brennräume und die verminderte Wärmeableitung unterliegen
diese verdünnten Zwischenwände, insbesondere an den dem Zylinderkopf zugewandten Ende
der Zylinderlauffläche, einer erhöhten thermischen Belastung, die es erforderlich
macht, in der Zwischenwand einen Kühlkanal vorzusehen.
[0003] Es ist bekannt, einen Kühlkanal durch spanabhebende Bearbeitung dadurch zu bilden,
daß von der Zylinderkopfanlagefläche des Motorblocks her in den Motorblock eingeschnitten
und der Einschnitt wieder verschlossen wird, wobei ein Kühlkanal verbleibt, der sich
auf gegenüberliegenden Seiten der Zylinderreihe erstreckende Kühlmantelabschnitte
eines die Zylinderreihe umgebenden Kühlmantels verbindet. Alternativ wird der Motorblock
zur Bildung eines solchen Kühlkanals seitlich angebohrt, wonach es erforderlich ist,
den Bohrungsdurchgang zwischen dem Kühlmantel und der Motorblockaußenseite wieder
zu verschließen.
[0004] Neben dem voranstehend erläuterten Stand der Technik sind aus der EP 0 197 365 A2
eine Vorrichtung und ein Verfahren zur gießtechnischen Herstellung eines eng bauenden
Zylinderblocks bekannt, bei denen Kühlmäntel um die im gegossenen Motorblock angeordneten
Zylinderbohrungen vorgesehen sind, die durch Kühlkanäle zwischen den Zylinderzwischenwänden
verbunden sind. Die Kühlkanäle werden durch separate Kerne in der Gießform abgebildet,
die in einer Ausführungsform an ihren beiden Enden in den Mantelkern eingepasst sind.
Als Material für die Kanalkerne ist in der EP 0 197 365 A2 Zirkonsand vorgeschlagen,
weil dieser Sand eine hohe Schüttdichte und damit eine große Festigkeit besitzt. In
der Praxis zeigt sich jedoch, daß es bei geringen Querschnitten des Kanalkerns in
Folge der bei der Fertigung von Gießkernen unvermeidbar auftretenden Belastungen zu
einem Bruch des Kanalgießkerns kommt.
[0005] Schließlich sind aus der US 5 217 059 A auch noch ein Gießkern sowie ein Verfahren
zur Bildung einer Wassermantelkammer innerhalb eines gegossenen Zylinderblocks bekannt.
Dabei ist vorgesehen, durch eine aus einem geeigneten Feuerfestmaterial hergestellte
Platte zwischen zwei Zylinderkammern einen Kühlkanal auszubilden.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gießform zu schaffen,
die einerseits die Herstellung von eng bauenden Motoren ohne die bei Verwendung von
Sandkernen sich einstellenden Beschränkungen ermöglicht und andererseits eine hohe
Produktivität bei der Herstellung sicherstellt. Darüber hinaus soll ein Verfahren
geschaffen werden, das bei verringertem Herstellaufwand die Erzeugung von in ihrer
Qualität verbesserten Motorblöcken ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird in Bezug auf die Gießform der eingangs angegebenen Art dadurch
gelöst, daß der Kanalformkern aus Glas hergestellt ist. In Bezug auf das Verfahren
der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß in der Gießform
zur Bildung des Kühlkanals zwischen den die Zylinderausnehmungen bildenden Kernen
ein aus Glas bestehender Kanalformkern so angeordnet wird, daß er nur an seinen Enden
gehaltert ist.
[0008] Die erfindungsgemäße Gießform ermöglicht es, einen Motorblock herzustellen, bei dem
die Festigkeit und Standzeit gegenüber einem bekannten derartigen Motorblock dadurch
erhöht ist, daß zur Bildung des Kühlkanals nicht durch spanabhebende Bearbeitung in
das Erstarrungsgefüge des Gußmaterials eingegriffen worden ist.
[0009] Dabei kann sich die Querschnittsfläche des Kühlkanals von seinen Enden zu einer die
Zylinderachsen senkrecht kreuzende Querachse des Kühlkanals verringern. Mit dieser
Verringerung wird der Abnahme der Zylinderzwischenwand zu dieser Achse hin Rechnung
getragen. Mit nach beiden Seiten hin zunehmender Zwischenwanddicke vergrößert sich
auch die Querschnittsfläche des Kühlkanals, wodurch sich vorteilhaft der Strömungswiderstand
des Kanals verringert und die Kühlmitteldurchgangsmenge erhöht.
[0010] Die minimale Breite des Kühlkanals in Richtung der die Zylinderachsen senkrecht kreuzenden
Kanalquerachse kann zwischen 0,5 und 1,5 mm betragen.
[0011] Während beliebige Querschnittsflächenformen denkbar sind, ist die Kanalquerschnittsfläche
vorzugsweise länglich ausgebildet und erstreckt sich mit einer Längsachse parallel
zu den Zylinderachsen. Während die Breitenausdehnung des Kühlkanals durch die Stärke
der Zylinderzwischenwand begrenzt ist, kann sich der Kühlkanal in Richtung der Zylinderachsen
unter Erhöhung des Durchlaßquerschnitts verhältnismäßig weit ausdehnen.
[0012] Dabei kann sich der Kühlkanal geradlinig zwischen einander gegenüberliegenden Abschnitten
eines die Zylinderreihe umgebenden Kühlmantels erstrecken.
[0013] Grundsätzlich ist es denkbar, daß ein Gießformkern aus einem in einer Flüssigkeit
lösbaren brennbaren oder /und spröden Material besteht, insbesondere einem Salz oder
Kohlenstoff.
[0014] Ein Salzkern läßt sich nach dem Gießen und Erstarren des Gußmaterials aus dem Gußstück
durch Herauslösen entfernen. Es versteht sich, daß ein lösliches Salz mit einem Schmelzpunkt
gewählt werden muß, der oberhalb der Temperatur des verwendeten Gußmaterials liegt.
Ein Kohlenstoffkem läßt sich ausbrennen, wozu gegebenenfalls zur Förderung der Verbrennung
Sauerstoff zugeführt wird. Es ist ferner denkbar, ein pyrotechnisches Kernmaterial
zu verwenden, daß neben Kohlenstoff ein dem Kohlenstoff zugesetztes Oxydationsmittel
umfaßt, wobei durch die Materialzusammensetzung ein vollständiges Ausbrennen des Kerns
gesichert, eine explosionsartige Verbrennung jedoch vermieden werden kann.
[0015] Ein erfindungsgemäß eingesetzter spröder Glaskern läßt sich aus einem engen Kühlkanal,
auch wenn die Kühlkanaleingänge nicht durch Werkzeuge zugänglich sind, entfernen,
indem er z.B. durch Ultraschalleinwirkung in kleine Stücke zertrümmert wird, wobei
der Glaskern hierfür durch Bildung von Spannungen entsprechend vorbehandelt sein kann.
Alternativ kann der Glaskern durch einen unter Druck stehenden Wasserstrahl entfernt
werden.
[0016] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Gießformkem an
seinen Enden an einem die Kerne für die Bildung der Zylinder aufweisenden Gießformteil
gehaltert. Durch diese Maßnahme läßt sich mit geringen Toleranzabweichungen sichern,
daß der Kühlkanal bezogen auf die die Zylinderausnehmungen bildende Kerne und damit
bezogen auf die Zylinderausnehmungen innerhalb der Zwischenwand in der vorgesehenen
Position angeordnet ist. Bei Halterung des Kanalformkerns an einem anderen Gießformteil
müßten infolge Schwankungen der Paßgenauigkeit der Gießformteile untereinander bezüglich
der Positionierung des Kühlkanals größere Fertigungstoleranzen in Kauf genommen werden.
[0017] Die Erfindung soll nun anhand von Ausführungsbeispielen und der beiliegenden, sich
auf diese Ausführungsbeispiele beziehenden Zeichnungen näher erläutert und beschrieben
werden. Es zeigen:
Fig.1 einen Teil einer erfindungsgemäßen Gießform in einer Draufsicht,
Fig. 2 eine den Gießformteil von Fig 1 enthaltende Querschnittsansicht der genannten
Gießform,
Fig. 3 einen Motorblock nach der Erfindung in einer geschnittenen Seitenansicht,
Fig. 4 den Motorblock von Fig. 3 in einer Querschnittsansicht,
Fig. 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Motorblock mit
einem gebogenen Kühlkanal in einer Querschnittsansicht, und
Fig. 6 den Motorblock von Fig. 5 in einer Draufsicht.
[0018] Mit dem Bezugszeichen 1 ist in den Fig. 1 und 2 ein Gießformteil mit Kernen 2 und
3 für die Bildung einer Zylinderausnehmung bezeichnet.
[0019] Der Gießformteil 1 weist ferner Böcke 4 und 5 mit einer Nut 6 bzw. 7 auf. In die
Nut 6 bzw. 7 ist mit seinen Enden ein Salzkern 8 eingesetzt. Jede der Nuten 6, 7 ist
so lang, daß für den Salzkern 8 in jeder Nut ein Ausdehnungsfreiraum gegeben ist.
[0020] Wie Fig. 2 zu entnehmen ist, bilden die Böcke einen Durchbruch in der dem Zylinderkopf
zugewandten Decke 11 des Motorblocks. Unter Festlegung des Salzkerns 8 in den Nuten
6, 7 grenzen die Böcke 4, 5 gegen einen weiteren Gießformteil 12 an, durch welchen
ein die Zylinder umgebender Kühlmantel gebildet wird.
[0021] Bei 13 wird zwischen den Zylinderausnehmungen eine Zylinderzwischenwand aus Gußmaterial
gebildet, deren minimale Breite durch die eingezeichneten Pfeile gekennzeichnet ist.
[0022] Wie aus Fig. 1 hervorgeht, nimmt die anfänglich konstante Breite des Salzkerns 8
von seinen Enden an zu einer die Zylinderachsen senkrecht kreuzenden Querachse 14
hin ab und erreicht bei dieser Achse eine Breite von 1 mm, während die Außenabschnitte
des Salzkerns in dem Ausführungsbeispiel eine Breite von 2,5 mm aufweisen. Die mininmale,
durch Gußmaterial gebildete Wanddicke der Zylinderzwischenwand bei 13 beträgt einschließlich
der minimalen Kanalbreite 2,5 mm. Nicht gezeigt sind in den Motorblock einzugießende
Graugußbuchsen, so daß die Gesamtstegbreite 5,5 mm beträgt. Der Salzkern 8 weist einen
rechteckigen Querschnitt auf, wobei sich die lange Rechteckseite des Querschnitts
senkrecht zu den Zylinderachsen erstreckt und in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
4 mm beträgt.
[0023] Der Salzkern 8 ist aus NaCl hergestellt, das einen Schmelzpunkt aufweist, der oberhalb
der Temperatur des zur Herstellung des Motorblocks verwendeten flüssigen Aluminiumgußmaterials
liegt. Je nach Gußmaterial sind andere Salze und Salzmischungen verwendbar.
[0024] Der Salzkern 8 ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel durch Pressen und anschließendes
Sintern hergestellt.
[0025] Nach einem Guß- und Erstarrungsvorgang wird der Salzkern durch heißes Wasser aus
dem Gußteil herausgelöst. und es entsteht ein die Kühlmantelabschnitte zu beiden Seiten
der Zylinderreihe verbindender Kühlkanal, der ausschließlich durch eine durchgehende
Gußmaterialhaut begrenzt ist, was der dünnen Zylinderzwischenwand eine hohe Festigkeit
verleiht. Durch den Kühlkanal ist für eine ausreichende Wärmeabfuhr und damit hohe
Wärmestandfestigkeit des aus dem Motorblock hergestellten Motors gewährleistet.
[0026] Während des Gießvorgangs dehnt sich der Salzkem aus, wobei die Nuten 6, 7 mit ihrer
Länge ausreichend Freiraum für diese Ausdehnung bieten.
[0027] Abweichend von dem gezeigten Ausführungsbeispiel könnte der Salzkern zu seinen Enden
hin unter Verstärkung des Kühleffekts breiter als gezeigt auslaufen.
[0028] Durch die Anbringung des Salzkerns auf den Böcken 4,5, welche Bestandteil des die
Kerne 2,3 enthaltenen Gießformteils 1 sind, ist gewährleistet, daß sich der Kühlkanal
in der Zwischenwand bei 13 mit geringen Toleranzabweichungen in der gewünschten Position
bezogen auf die Zylinderachsen anordnen lassen. Würde der Kern 8 stattdessen auf dem
den Kühlmantel bildenden Gießformteil 12 gehaltert, würde die Position des Kühlkanals
größeren Schwankungen unterliegen.
[0029] Beim Herauslösen des Kerns 8 aus dem gebildeten Gußteil kann zur Beschleunigung des
Lösungsvorgangs heißes und ggf. unter Druck stehendes Wasser angewendet werden.
[0030] Es wird nun bezug auf Fig. 3 und 4 bezug genommen.
[0031] In Fig. 3 erscheinen eine erste Zylinderausnehmung 15 eines Motorblocks mit einer
Auskleidung 16, eine erste Zylinderzwischenwand 17 und eine Auskleidung 18 einer nächsten
Zylinderausnehmung 19.
[0032] In Fig. 4 erscheinen die Zylinderausnehmungen 15, 19 je zur Hälfte mit der Zylinderzwischenwand
17 in der Mitte. In eingekreisten Abschnitten A und B ist zusätzlich der Zustand der
Gießform dargestellt.
[0033] Zu erkennen sind ferner eine Außenwand 20 des Motorblocks, eine Zylinderkopffläche
21, ein Wassermantel 22 und zwei Stehbolzen 23 zur Befestigung eines Zylinderkopfes.
[0034] In den eingerahmten Abschnitten A und B ist der den Wassermantel 22 ausbildende Formkern
24 dargestellt. In diesen eingeformt ist mit zwei dickeren Endabschnitten 25 eine
Graphitplatte 26. Die Graphitplatte hat zwischen den dickeren Endabschnitten 25 eine
Dicke von etwa 1,2 mm und eine Höhe von etwa 12 mm. Mit diesen Abmessungen erstreckt
sie sich mittig durch die Dicke der Zylinderzwischenwand 17, und zwar in einer Höhe
unmittelbar unter den Stehbolzen 23.
[0035] In Fig. 3 und 4 außerhalb der eingekreisten Abschnitte A und B zeigen die Graphitplatte
26 in dem nach dem Gießen entformten Motorblock vor ihrem entfernen.
[0036] Die Grapfitplatte 26 wird abschließend entfernt durch Ausbrennen. Sie wird unter
Anblasen von Sauerstoff gezündet und brennt durchgehend aus, wenn fortdauernd Sauerstoff
in den durch ihr Ausbrennen freigelegten Kanal eingeblasen wird. Dies kann zur Beschleunigung
von beiden Seiten her geschehen. Abweichend zu dieser Ausführungsform könnte dem Graphitmaterial
ein Oxydationsmittel beigemischt sein, daß ein keiner solchen Unterstützung bedürftiges
Ausbrennen ermöglicht.
[0037] Die Wasserführung in dem Motorblock ist mit einem gewissen Druckgefälle zwischen
der einen Seite der Zylinderreihe und der anderen Seite vorgesehen. Dadurch wird der
durch die Graphitplatte 26 erzeugte Kanal durchströmt und damit ein Abtransport von
Wärme ermöglicht.
[0038] Für andere wasserführende, ölführende oder gasführende dünne Kanäle in einem Zylinderblock
oder Zylinderkopf läßt sich das Verfahren gleichfalls vorteilhaft anwenden, insbesondere
auch für eine schmale Wasserführung zwischen den Ventilbohrungen eines Zylinderkopfes.
[0039] Es wird nun auf die Fig. 5 und 6 bezug genommen. Mit dem Bezugszeichen 27 ist in
den Fig. 5 und 6 ein durch Gießen gebildeter Motorblock bezeichnet. Der durch weiche
Schraffur im Querschnitt dargestellte Motorblock 27 besteht aus einer Aluminiumlegierung.
Mit dem Bezugszeichen 28 ist ein Gießformteil zur Bildung eines die Zylinder des Motorblocks
27 umgebenden Kühlmantels bezeichnet. In den Motorblock 27 sind Zylinderlaufbuchsen
29 durch Umgießen mit Gußmaterial eingebunden. Die Zylinderlaufbuchsen 29 sitzen in
der Gießform mit ihrer gesamten Innenfläche jeweils auf einem hohlzylindrischen Kokillendorn
30 der Gießform auf. Bei der im übrigen nicht gezeigten Gießform handelt es sich um
eine Sandgießform.
[0040] In den Fig. 5 und 6 ist dem Bezugszeichen 31 ein Glaskern bezeichnet, der sich zwischen
benachbarten Zylinderausnehmungen 32 des Motorblocks 27 von einem Sandgießformteil
33 zu einem Sandgießformteil 34 ersteckt. Die Sandgießformteile 33, 34 sind mit dem
den Kühlmantel bildenden Sandgießformteil 28 verbunden und dienen zur Bildung von
Öffnungen des Kühlmantels zur Zylinderkopfanlagefläche des Motorblocks 1.
[0041] Der in einem Bogen verlegte Glaskern ist jeweils an seinen Enden in den Gießformteil
33 bzw. 34 eingebettet.
[0042] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel hat das Glasmaterial einen thermischen Ausdehnungskoeffizienten,
der etwas unterhalb von 10
-6K
-1 liegt. Die Glasübergangstemperatur beträgt 700°C. Der Glaskern 31 hat einen Durchmesser
von 1 mm.
[0043] Zwischen jeder der Zylinderausnehmungen 32 des Motorblocks 27 ist ein Kern angeordnet,
wie er aus den Fig. 5 und 6 hervorgeht.
[0044] Während des Gießvorgangs wird der Glaskem 31 umgossen, wobei das Glasmaterial der
mit dem Eingießen verbundenen Temperaturbelastung widersteht. Kurze Zeit nach dem
Eingießen errreicht der Glaskern die Temperatur des Gußmaterials und damit seine maximale
thermische Ausdehnung während des Gießvorgangs. Der Glaskern kühlt nun im Temperaturgewicht
zusammen mit dem Gußmaterial ab, wobei das Gußmaterial aufgrund seines höheren Wärmeausdehnungskoeffizienten
stärker schrumpft als der Glaskem 31. Diese Schrumpfung führt regelmäßig dazu, daß
der Glaskern 31 zerspringt. Dazu kann der Glaskem 31 durch Abschrecken, Strahlen,
Ätzen oder/und Ritzen geeignet vorbehandelt sein, insbesondere derart, daß eine Vielzahl
von leicht entfernbaren Bruchstücken entsteht.
[0045] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Glaskern 31 im Bogen so verlegt, daß
durch die zur Zylinderkopfanlagefläche hin gebildeten Öffnungen hindurch ein flexibles
Stoßwerkzeug eingeführt werden kann, mit dessen Hilfe für den Fall, daß der Glaskem
bei der Schrumpfung nicht oder nur teilweise gebrochen ist, eine Entformung erfolgt.
[0046] Der in dem gezeigten Ausführungsbeispiel gebogene Glaskem könnte auch gerade sein.
Zum Entfernen des Glaskerns aus dem Gußstück kommt dann eine Ultraschallbehandlung
oder Hochdruckstrahlbehandlung des Gußstücks in Betracht.
[0047] Auf die vorangehend beschriebene Weise lassen sich ohne Eingriff in das Gußgefüge
Kanäle mit sehr glatten Innenwänden ähnlich der Qualität von Bohrungen herstellen.
Vorteilhaft können sich in diesen Kanälen keine Ablagerungen aus dem Kühlmittel festsetzen.
Ohne Beschädigung des Motorblocks ließen sich solche Kühlkanäle zwischen den Zylinderausnehmungen
im Motorblock durch Bohrung nicht herstellen.
[0048] Die obengenannte Vorbehandlung, bei welcher der Glaskern einen den Glasbruch beim
Schrumpfen oder durch nachträgliches Ausbrechen erleichternde Struktur, insbesondere
Spannungsstruktur, erhält, ist zweckmäßig.
[0049] Salzkerne, Graphitkerne oder Glaskerne können abweichend von den gezeigten, einen
Motorblock mit einem Kühlkanal zwischen den Zylindern betreffenden Beispielen auch
an anderen Stellen des Motorblocks eingesetzt werden, um z.B. Kanäle zu bilden, durch
die Kühlmittel oder Öl bestimmten Funktionsteilen im Motor zugeleitet werden kann.
1. Gießform für die Herstellung eines Motorblocks, der einen sich zwischen Zylinderausnehmungen
(15,19,32) einer Zylinderreihe erstreckenden Kühlkanal aufweist, wobei zwischen den
Zylinderausnehmungen eine minimale Gußmaterialwanddicke von weniger als 5 mm vorgesehen
ist, wobei in der Gießform zur Bildung des Kühlkanals zwischen den die Zylinderausnehmungen
bildenden Kernen (2,3) der Gießform ein lediglich an seinen Enden gehalterter Kanalformkern
(8,26) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalformkern (8,26) aus Glas hergestellt ist.
2. Gießform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanalformkern (8) an seinen Enden an einem die Kerne (2,3) für die Bildung der
Zylinderausnehmung aufweisen Gießformteil (1) gehaltert ist.
3. Gießform nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Halterungen (4-7) für den Kanalformkern (8) Freiräume vorgesehen sind, die
dessen Längsausdehnung beim Gießen erlauben.
4. Verfahren zur Herstellung eines Motorblocks mit wenigstens einem Kühlkanal (31) in
einer Zwischenwand zwischen benachbarten Zylinderausnehmungen (32), wobei die durch
Gußmaterial gebildete Wanddicke weniger als 5 mm beträgt, wobei der Motorblock durch
Eingießen von Gußmaterial in eine Gießform abgebildet wird und wobei in die Gießform
die Zylinderausnehmungen bildende Kerne eingelegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß in der Gießform zur Bildung des Kühlkanals zwischen den die Zylinderausnehmungen
bildenden Kernen ein aus Glas bestehender Kanalformkern so angeordnet wird, dass er
nur an seinen Enden gehaltert ist.
1. Moule pour la fabrication d'un bloc-moteur qui présente un canal de refroidissement
s'étendant entre des évidements de cylindres (15, 19, 32) d'une rangée de cylindres,
une épaisseur minimale de la paroi en matière de coulée inférieure à 5 mm étant prévue
entre les évidements de cylindres, un noyau en forme de canal (8, 26), maintenu seulement
à ses extrémités, étant disposé dans le moule pour former le canal de refroidissement
entre les noyaux du moule qui forment les évidements de cylindres, caractérisé en ce que le noyau en forme de canal (8, 26) est fabriqué en verre.
2. Moule selon le revendication 1, caractérisé en ce que le noyau en forme de canal (8) est maintenu à ses extrémités à une partie du moule
(1) présentant les noyaux (2, 3) pour la formation de l'évidement de cylindre.
3. Moule selon caractérisé en ce que, pour le noyau en forme de canal (8) sont prévus sur les supports (4 - 7) des espaces
libres qui permettent sa dilatation longitudinale lors de la coulée.
4. Procédé pour la réalisation d'un bloc de cylindres avec au moins un canal de refroidissement
(31) dans une paroi intermédiaire, entre des évidements de cylindres voisins (32),
l'épaisseur de la paroi formée par la matière de coulée étant inférieure à 5 mm, le
bloc de cylindres étant formé, dans le moule, par coulée de matière en fonte, et les
noyaux formant les évidements de cylindres étant insérés dans le moule, caractérisé en ce que, pour former le canal de refroidissement entre les noyaux formant les évidements
de cylindres, un noyau en forme de canal en verre est disposé dans le moule de manière
à n'être maintenu qu'à ses extrémités.