Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einer Vorrichtung zum Regeln eines
Gasbrenners. Bei atmosphärisch oder gebläseunterstützt betriebenen Gasbrennern wird
einem zum Beispiel zylinderförmig ausgebildeten Brennerkörper (z.B. EP 238 572 B1)
ein Brenngas-Luftgemisch zugeführt, das über am Brennerkörper angeordnete Austrittsöffnungen
ausströmt und an der Brenneroberfläche entzündet wird.
Vorteile der Erfindung
[0002] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglichen
den modulierenden Betrieb eines Gasbrenners, bei dem trotz Leistungsänderung die Flächenbelastung
des Brennerkörpers konstant bleibt oder in bestimmten Grenzen geregelt werden kann.
Gleichzeitig wird erreicht, daß das Brenngas-Luftgemisch über die Austrittsöffnungen
des Brennerkörpers mit gleicher Geschwindigkeit in die Verbrennungszone strömt, so
daß auch eine gleichmäßige Wärme-Lastverteilung über die gesamte Brenneroberfläche
gewährleistet ist.
[0003] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
für das Regelverfahren sowie für die Vorrichtung zum Regeln eines Gasbrenners möglich.
[0004] Die gleichmäßige und konstante Flächenbelastung der Brenneroberfläche wird erreicht,
indem das Brenngas-Luftgemisch gegen einen im Brennerkörper frei beweglich angeordneten
Körper anströmt, wobei sich ein Gleichgewichtszustand einstellt, bei dem der Hub des
beweglichen Körpers die Austrittsfläche für das Brenngas-Luftgemisch bestimmt.
[0005] Der Brennerkörper des Gasbrenners ist in vorteilhafter Weise zylinderförmig ausgebildet,
wobei die Stirnseite des Brennerkörpers, das heißt die Seite, die der Eintrittsöffnung
des Brenngas-Luftgemisches gegenüberliegt, geschlossen ist. Das hat den Vorteil, daß
kleine Mengen des Brenngas-Luftgemisches, die durch den für eine freie Beweglichkeit
des Körpers notwendigen Ringspalt strömen, aus den hinter dem beweglichen Körper angeordneten
Austrittsöffnungen austreten können und von den heißen Verbrennungsgasen entzündet
und verbrannt werden.
[0006] Ist der Ringspalt zwischen dem beweglichen Körper und dem Brennerkörper so klein
gewählt, daß der hindurchtretende Leckstrom kein zündfähiges Brenngas-Luftgemisch
in dem hinter dem beweglichen Körper angeordneten Raum des Brennerkörpers bilden kann,
wird vorgeschlagen, die Stirnseite des Brennerkörpers offen auszubilden.
[0007] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Stirnseite des Brennerkörpers
12 geschlossen und der Ringspalt zwischen dem beweglichen Körper und dem Brennerkörper
so breit gewählt, daß in einer hinter dem beweglichen Körper ausgebildeten Nachbrennzone
das restliche Brenngas-Luftgemisch vollständig verbrannt werden kann. Alternativ kann
die Stirnseite des Brennerkörpers auch offen ausgebildet sein. In diesem Fall wird
die Nachbrennzone durch den Ringspalt selbst gebildet. Die Nachbrennzone kann vergrößert
werden, wenn der bewegliche Körper mit zusätzlichen Öffnungen bzw. Bohrungen versehen
ist. Zur sicheren Zündung des restlichen unverbrannten Gasgemisches ist in diesem
Bereich eine zusätzliche Zündeinrichtung vorgesehen.
[0008] Zur besseren Führung des beweglichen Körpers innerhalb des Brennerkörpers wird weiterhin
vorgeschlagen, ihn mit einer Stange zu verbinden, die an ihrem anderen Ende in einer
Führung verschiebbar gelagert ist.
[0009] Die aktive Brenneraustrittsfläche, die durch den Hub des beweglichen Körpers bestimmt
wird, kann beeinflußt werden, indem koaxial zur Führungsstange ein Federelement angeordnet
ist. Damit kann zusätzlich die Flächenbelastung des Brennerkörpers gesteuert werden,
wodurch eine größere Leistungsmodulation des Gasbrenners möglich wird.
[0010] Beliebige Beeinflussungen der Flächenbelastung des Brennerkörpers sind möglich, wenn
die Führungsstange des beweglichen Körpers als Magnet in einer Spule geführt ist.
[0011] Sieben Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0012] Figur 1 zeigt einen Gasbrenner mit einem beweglich angeordneten Strömungskörper,
Figur 2 einen nach oben hin offenen Gasbrenner mit Strömungskörper, Figur 3 ein Ausführungsbeispiel,
bei dem der Strömungskörper durch eine Vorrichtung geführt ist, Figur 4 eine Ausführung,
bei dem die Verschiebung bzw. die Bewegung des Strömungskörpers zusätzlich durch ein
Federelement beeinflußt wird, Figur 5 eine Ausführung, bei dem die Bewegung bzw. Verschiebung
des Körpers zusätzlich durch eine elektromagnetische Vorrichtung beeinflußt wird,
Figur 6 zeigt verschiedene Ausführungsformen des Strömungskörpers, Figur 7 zeigt unterschiedliche
Ausführungsformen der Brenneraustrittsöffnungen und Figur 8 und 9 eine weitere geschlossene
und offene Ausführung eines Gasbrenners, bei denen zwischen dem Strömungskörper und
dem Brennerkörper Ringspalte ausgebildet sind.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0013] Figur 1 zeigt einen zylinderförmig ausgebildeten Gasbrenner 10, dessen Brennerkörper
12 auf seiner Mantelfläche mit Austrittsöffnungen 14 für ein Brenngas-Luftgemisch
versehen ist. Der Gasbrenner 10 weißt eine Eintrittsöffnung 16 auf, über die das Brenngas-Luftgemisch
in Pfeilrichtung zugeführt wird. Über eine schematisch dargestellte Zündvorrichtung
18 wird das über die Austrittsöffnungen 14 ausströmende Brenngas-Luftgemisch gezündet
und verbrannt. Innerhalb des Brennerkörpers 12 ist ein beweglicher Körper 20, im folgenden
als Strömungskörper 20 bezeichnet, angeordnet. Die Lage bzw. die Position des Strömungskörpers
20 innerhalb des Brennerkörpers 12 wird durch die zugeführte Menge des Brenngas-Luftgemisches
bzw. durch die Strömungsgeschwindigkeit des Brenngas-Luftgemisches bestimmt. Wird
die Brennerleistung erhöht, das heißt nimmt die zugeführte Menge des Brenngas-Luftgemisches
zu, vergrößert sich die Hubhöhe des Strömungskörpers 20, wodurch sich der durch die
Austrittsöffnungen 14 gebildete Ausströmbereich 22 des Brenngas-Luftgemisches bzw.
die aktive Verbrennungszone vergrößert. Damit wird erreicht, daß trotz Veränderung
der Brennerleistung die Wärme-Flächenbelastung des durch das an der Brenneroberfläche
verbrennenden Brenngas-Luftgemisches konstant bleibt. Ist der Gasbrenner nicht in
Betrieb, schließt der Strömungskörper 20 den Mischraum von den Austrittsöffnungen
ab. Dadurch, daß im Betrieb des Gasbrenners der durch das Brenngas-Luftgemisch angeströmte
Strömungskörper 20 im Anströmbereich einen konstanten Druck aufbaut, wird erreicht,
daß das Brenngas-Luftgemisch mit der gleichen Geschwindigkeit in die Verbrennungszone
strömt, so daß eine gleichmäßige Verbrennung über der gesamten Brenneroberfläche stattfindet.
Damit kleinere Mengen des Brenngas-Luftgemisches, die durch den für eine freie Beweglichkeit
des Strömungskörpers 20 notwendigen Ringspalt hindurchströmen, aus den hinter dem
Strömungskörper 20 angeordneten Austrittsöffnungen 14 austreten können, ist die Stirnseite
bzw. das obere Ende 24 des Brennerkörpers 12 geschlossen ausgebildet. Ist der Ringspalt
zwischen dem Strömungskörper 20 und dem Brennerkörper 12 sehr klein gewählt, so daß
der Leckstrom nur geringfügig ist, kann, wie in Figur 2 dargestellt, das obere Ende
des Brennerkörpers 12 auch offen ausgebildet sein.
[0014] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 3, bei dem gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind, ist der Strömungskörper 20 zur besseren Führung innerhalb des Brennerkörpers
12 mit einer Stange 26 verbunden, die in einer Führung 28 verschiebbar gelagert ist.
[0015] Im Ausführungsbeispiel nach Figur 4 ist koaxial zur Stange 26 ein Federelement 30
angeordnet, daß an seinem einen Ende mit dem Strömungskörper 20 und an seinem anderen
Ende mit der Führung 28 verbunden ist. Durch das Federelement 30 kann die Flächenbelastung
derart gesteuert werden, daß mit zunehmender Brennerleistung die Flächenbelastung
in gewünschter Weise ansteigt. Damit kann die Leistungsmodulation des Gasbrenners
vergrößert werden.
[0016] Figur 5 zeigt eine Alternative zur Beeinflussung der Flächenbelastung, wobei die
Stange 26 im Führungsbereich als Magnet 32 ausgebildet ist, der in einer als Spule
34 ausgebildeten Führung verschiebbar gelagert ist. Durch eine entsprechende elektrische
Ansteuerung der Spule 34 sind beliebige Beeinflussungen der Hubhöhe des Strömungskörpers
20 und damit der Flächenbelastung möglich.
[0017] Für alle dargestellten Ausführungsformen des Gasbrenners 10 sind unterschiedliche
Formen des beweglichen Körpers 20 möglich. In Figur 6 sind verschiedene Formen aufgezeigt;
als zylinderförmig ausgebildeter Körper 20A, als kegelförmig ausgebildeter Körper
20B, als Halbkugelkörper 20C, als Körper 20D, der aus einer Platte 21 und einer Führungsstange
23 besteht, und als Körper 20E, der als Vollkugel ausgebildet ist.
[0018] In Figur 7 sind unterschiedliche Formen der im Brennerkörper 12 angeordneten Austrittsöffnungen
14 für das Brenngas-Luftgemisch dargestellt. Die Austrittsöffnungen 14 können kreisrund
ausgebildet und als Muster 14A oder als Muster 14B angeordnet sein. Darüberhinaus
können die Austrittsöffnungen 14 langlochförmig ausgebildet und als Muster 14C oder
als Muster 14D angeordnet sein.
[0019] In einem Ausführungsbeispiel nach Figur 8 ist zwischen dem Strömungskörper 20 und
dem Brennerkörper 12 ein Ringspalt R ausgebildet, so daß eine bestimmte Menge des
Brenngas-Luftgemisches seitlich am Strömungskörper 20 vorbeiströmen kann. Dieser Teil
des Gemisches gelangt über den Ausströmbereich 22B bzw. die Nachbrennzone zur vollständigen
Verbrennung, wobei das obere Ende 24 des Brennerkörpers 12 geschlossen ausgebildet
ist.
[0020] In Figur 9 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt, das im Gegensatz zum
Ausführungsbeispiel nach Figur 8 mit einem Brennerkörper 12 versehen ist, der an seiner
Stirnseite offen ausgebildet ist. Bei dieser Ausführungsform ist ebenfalls ein Ringspalt
R zwischen dem Strömungskörper 20 und dem Brennerkörper 12 vorgesehen. In diesem Fall
wird jedoch die Nachbrennzone 22B durch den Ringspalt R und durch gegebenenfalls am
Strömungskörper 20 zusätzlich angebrachte Öffnungen 38 bzw. Bohrungen gebildet. Der
Vorteil dieser nach oben hin offenen Ausführung des Brennerkörpers 12 besteht darin,
daß sich hinter dem Strömungskörper 20 kein zusätzlicher Druck aufbauen kann, der
die Verbrennung in der Hauptbrennzone 22A beeinflussen würde. Zur sicheren Zündung
des möglicherweise hinter dem Strömungskörper 20 unverbrannten Restgasgemisches ist
an der offenen Stirnseite des Brennerkörpers 20 eine zweite Zündeinrichtung 36 vorgesehen.
[0021] Auch bei den Gasbrennerausführungen nach den Fig. 8 und 9 kann der Strömungskörper
20 wie bei den Ausführungen nach Fig. 3 bis 5 über eine Stange 26 geführt werden,
sowie mit Mitteln (Federelement 30, Magnet 32, Spule 34) zur Beeinflussung der wirksamen
Brenneraustrittsfläche versehen werden.
1. Verfahren zum Regeln eines Gasbrenners mit einem Brennerkörper, der eine Brenneraustrittsfläche
aufweist, durch die ein Brenngas-Luftgemisch hindurchströmt und gezündet wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die wirksame Brenneraustrittsfläche in Abhängigkeit von der Strömungsgeschwindigkeit
bzw. der zugeführten Menge des Brenngas-Luftgemisches bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Brenngas-Luftgemisch gegen
einen im Brennerkörper (12) beweglich angeordneten Körper (20) anströmt, wobei sich
ein Gleichgewichtszustand einstellt, bei dem der Hub des beweglichen Körpers (20)
die aktive Austrittsfläche für das Brenngas-Luftgemisch bestimmt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Brennerkörper
(12) und dem beweglichen Körper (20) ein Ringspalt (R) ausgebildet ist, der so bemessen
ist, daß sich in Strömungsrichtung gesehen hinter dem beweglichen Körper (20) eine
Nachbrennzone für das Brenngas-Luftgemisch ausbildet.
4. Gasbrenner mit einem Brennerkörper, der mit Austrittsöffnungen für ein Brenngas-Luftgemisch
versehen ist, mit einer Zufuhr- und Zündeinrichtung für das Brenngas-Luftgemisch,
dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Brennerkörpers (12) ein beweglicher bzw.
durch die Strömung des Brenngas-Luftgemisches verschiebbarer Körper (20) angeordnet
ist, durch dessen Lage bzw. Position die wirksame Brenneraustrittsfläche bestimmt
ist.
5. Gasbrenner nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennerkörper (12) zylinderförmig
ausgebildet ist, wobei die Stirnseite (24) bzw. das obere Ende des Brennerkörpers
(12) geschlossen ist.
6. Gasbrenner nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennerkörper (12) zylinderförmig
ausgebildet ist, wobei die Stirnseite des Brennerkörpers (12) offen ausgebildet ist.
7. Gasbrenner nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Brennerkörper (12) und dem beweglichen Körper (20) ein Ringspalt (R) vorgesehen
ist.
8. Gasbrenner nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß in Strömungsrichtung
des Brenngas-Luftgemisches gesehen hinter dem beweglichen Körper (20) eine zweite
Zündvorrichtung (36) angeordnet ist.
9. Gasbrenner nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegliche
Körper (20) mit einer Stange (26) verbunden ist, die an ihrem anderen Ende in einer
Führung (28, 34) verschiebbar gelagert ist.
10. Gasbrenner nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Beeinflussung der wirksamen
Brenneraustrittsfläche koaxial zur Stange (26) ein Federelement (30) vorgesehen ist,
das an dem einen Ende mit dem beweglichen Körper (20) und an dem anderen Ende mit
der Führung (28) verbunden ist.
11. Gasbrenner nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Beeinflussung der wirksamen
Brenneraustrittsfläche das in der Führung (34) verschiebbar gelagerte Ende (32) der
Stange (26) als Magnet ausgebildet ist, während die Führung (34) für die Stange (26)
als Spule ausgebildet ist.