[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen eines Schriftzuges auf die Außenoberfläche
eines aus Schaumstoff bestehenden Windschutzkörpers eines Mikrophones sowie eine entsprechenden
Mikrophon-Windschutz. Dabei soll der Begriff "Schriftzug" nicht nur Buchstabenfolgen,
sondern auch graphische Darstellungen sowie Kombinationen von beiden mit umfassen.
[0002] Bei Mikrophonen, die für Reportagen oder sonstige Tonaufnahmen verwendet werden,
können insbesondere bei Gebrauch außerhalb von Gebäuden störende Windgeräusche auftreten.
Es ist deshalb bekannt, die Mikrophone mit einem Windschutz zu versehen, der in der
Regel aus einem Schaumstoffkörper besteht, der eine Bohrung aufweist, mit der er auf
das Mikrophon aufgesteckt wird. Es ist bereits relativ früh erkannt worden, daß der
Windschutz insbesondere bei Fernseh-Reportagen oder -Interviews als Informations-
oder Werbeträger genutzt werden kann. Aus diesem Grunde ist es heutzutage üblich,
daß eine Fernsehgesellschaft ihr Logo oder ihren Schriftzug auf dem Windschutz anbringen
läßt, damit er bei Fernsehübertragungen deutlich sichtbar im Bild ist.
[0003] Die Aufbringung eines Schriftzuges auf einen aus einem Schaumstoffblock herausgefrästen
Windschutzkörper erfolgt üblicherweise durch Aufspritzen von Farbe mittels Siebdruck.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß mit diesem Verfahren die Ausbildung von sehr feinen
Strukturen mit ausreichend hoher Genauigkeit nicht möglich ist. Darüber hinaus wird
die aufgepritzte Farbe im Laufe der Zeit spröde und bröckelt ab, wodurch der Schriftzug
unansehnlich wird und der Windschutz nicht mehr verwendet werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Aufbringen eines Schriftzuges
auf die Außenoberfläche eines aus Schaumstoff bestehenden Windschutzes eine Mikrophones
zu schaffen, mit dem der Schriftzug dauerhaft und mit hoher Genauigkeit aufbringbar
ist. Darüber hinaus soll ein entsprechender Mikrophon-Windschutz vorgesehen werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß hinsichtlich des Verfahrens dadurch gelöst, daß
die folgenden Schritte nacheinander ausgeführt werden:
Erstellen zumindest eines Schriftzugelementes auf einem Träger,
Positionieren des Trägers auf der Außenoberfläche des Windschutzes unter Zwischenschaltung
eines wärmeaktivierbaren Klebstoffes,
Aufbringen von Wärmeenergie mittels Strahlung zum Aktivieren des Klebstoffes und
Abnehmen des Trägers nach dem Abkühlen und Verfestigen des Klebstoffes, wobei das
Schriftzugelement auf der Außenoberfläche des Windschutzkörpers verbleibt.
[0006] Die Erfindung gilt von der Grundüberlegung auf, den Schriftzug nicht erst beim Aufbringen
auf den Windschutzkörper auszubilden, wie es beim im Stand der Technik angewandten
Siebdruck der Fall ist, sondern den Schriftzug zunächst auf einem Träger als separates
Bauteil vorzufertigen. Bei dem Träger kann es sich insbesondere um eine flexible Trägerfolie
oder einen sonstigen flächigen, flexiblen Träger handeln. Wenn der Schriftzug aus
mehreren Einzelelementen, beispielweise Buchstaben, besteht, die relativ zueinander
genau positioniert werden müssen, kann dies bei dem Erstellen des Schriftzuges auf
dem Träger berücksichtigt werden, so daß eine genaue Relativposition der einzelnen
Elemente des Schriftzuges sichergestellt ist.
[0007] Das oder die Schriftzugelemente sind auf dem Träger derart angeordnet, daß ihre mit
dem Windschutzkörper zu verbindende Oberfläche freiliegt. An dieser Oberfläche wird
ein wärmeaktivierbarer Klebstoff angeordnet, der beispielsweise aufgesprüht werden
kann. Anschließend wird der Träger derart auf der Außenoberfläche des Windschutzkörpers
positioniert, daß der wärmeaktivierbare Klebstoff der Schriftzugelemente an dem Windschutzkörper
anliegt.
[0008] Zur Aktivierung des Klebstoffes wird anschließend Wärmeenergie in berührungsloser
Weise, d. h. mittels Strahlung aufgebracht. Zu diesem Zweck kann entweder eine übliche
Wärmestrahlung verwendet werden, vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, die Wärmeenergie
mittels Laserstrahlen aufzubringen, wobei die Laserstrahlen mit hoher Genauigkeit
über die zu erwärmende Klebstoffläche geführt werden können.
[0009] Aufgrund der Aktivierung des Klebstoffes werden die Schriftzugelemente fest mit dem
Windschutzkörper verbunden. Die Schriftzugelemente sind auf dem Träger mit einer Haltekraft
fixiert, die geringer als die Klebkraft ist, mit der die Schriftzugelemente mittels
des wärmeaktivierbaren Klebstoffes auf dem Windschutzkörper gehalten sind. Wenn somit
nach dem Abkühlen und Verfestigen des Klebstoffes der Träger abgezogen wird, lösen
sich die Schriftzugelemente von dem Träger und verbleiben auf der Außenoberfläche
des Windschutzkörpers, wodurch der Schriftzug aufgebracht ist.
[0010] Die Aufbringung der Wärmeenergie insbesondere mittels Laserstrahlen führt zu einer
Aktivierungstemperatur des Klebstoffes, die deutlich unter der Schmelztemperatur des
Schaumstoffes des Windschutzkörpers liegen sollte. Vorzugsweise wird der Klebstoff
auf ca. 90° bis ca. 100° erwärmt, wodurch eine Beschädigung des Windschutzkörpers
zuverlässig vermieden ist.
[0011] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung werden die Schriftzugelemente im sogenannten
Flocktransferverfahren erzeugt und übertragen. Dabei wird auf einem flexiblen, flächigen
Träger, der vollflächig beflockt ist, ein Schmelzkleber entsprechend der Konfiguration
des oder der Schriftzugelemente aufgebracht. Der Schmelzkleber verklebt die Flockfasern
zu einem zusammenhängenden Schriftzugelement entsprechend der Konfiguration, in der
er aufgebracht wird. Der Klebstoff dient somit einerseits zur Erzeugung eines zusammenhängenden
Schriftzugelementes auf dem vollflächig beflockten Träger und kann andererseits bei
späterer nochmaliger Aktivierung mittels der Laserstrahlen zur Fixierung des Schriftzugelementes
auf dem Windschutzkörper dienen.
[0012] Falls das Schriftzugelement einfarbig ausgebildet sein soll, kann ein vollflächig
in der gewünschten Farbe beflockter Träger verwendet werden. Alternativ dazu kann
vorgesehen sein, daß auf den vollflächig beflockten Träger vor dem Aufbringen des
Klebstoffes zumindest eine Farbe aufgebracht und insbesondere mittels Siebdruck aufgespritzt
wird. Wenn der vorgefertigte, aus einem oder mehreren, auf dem Träger ausgebildeten
und fixierten Schriftzugelementen bestehenden Schriftzug auf den Windschutzkörper
übertragen werden soll, wird zunächst der Träger auf der Außenoberfläche des Windschutzes
vorzugsweise mit Hilfe von Nadeln oder eines wärmebeständigen Klebebandes positioniert
und fixiert. Jedoch sind auch andere lösbare Befestigungsmittel denkbar, die der durch
die Laserstrahlen aufgebrachten Wärmeenergie standhalten.
[0013] Hinsichtlich des Mikrophon-Windschutzes wird die oben genannten Aufgabe dadurch gelöst,
daß der Schriftzug als vorgefertigtes Bauteil auf die Außenoberfläche des aus Schaumstoff
bestehenden Windschutzkörpers aufgeklebt ist. Weitere Merkmale des Mikrophon-Windschutzes
ergeben sich aus der oben stehenden Beschreibung des Verfahrens.
[0014] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen beflockten Träger im Ausgangszustand in Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf den Träger gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Fig. 1 entsprechende Darstellung nach Aufbringen des Klebstoffes,
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf den Träger gemäß Fig. 3,
- Fig. 5
- den Träger in dem auf dem Windschutzkörper fixierten Zustand und
- Fig. 6
- den Windschutzkörper mit aufgebrachtem Schriftzug.
[0015] Gemäß den Figuren 1 und 2 wird als Ausgangsmaterial ein folienartiger Träger 10 verwendet,
der einseitig vollflächig mit einer Beflockung 11 versehen ist. Zur Ausbildung eines
Schriftzugelementes 14 wird mittels einer Düse 12 ein Klebstoff 13 auf die Beflockung
11 in gewünschter, vorbestimmter Konfiguration aufgebracht. Bei dem dargestellten
Ausführungsbespiel ist der Klebstoff 13 in Ringform aufgebracht (siehe Fig. 4), wodurch
ein Schriftzugelement 14 in Form des Buchstabens O gebildet ist. Der auf die Beflockung
11 aufgebrachte Klebstoff verklebt die mit ihm in Kontakt kommenden Flockfasern zu
dem einheitlichen Schriftzugelement 14.
[0016] Der Klebstoff kann mittels der Düse 12 auch unter Bildung mehrerer unabhängiger Schriftzugelemente
auf die Beflockung 11 des Trägers 10 aufgebracht werden, um beispielsweise eine Buchstabenfolge
zu bilden.
[0017] Nachdem der das Schriftzugelement 14 bildende Klebstoff abgekühlt ist, wird der Träger
10 derart auf der Außenoberfläche 15a eines aus Schaumstoff bestehenden Windschutzkörpers
15 aufgelegt, daß die beflockte, das Schriftzugelement 14 tragende Seite mit der Außenoberfläche
15a in Anlage kommt. In dieser aufgelegten Position wird der Träger 10 mittels Nadeln
16 fixiert (Fig. 5). Anschließend wird mittels Laserstrahlen 17 Wärmeenergie zugeführt,
die den das Schriftzugelement 14 bildenden Klebstoff ativiert, so daß dieser sich
mit der Außenoberfläche 15a des Windschutzkörpers 15 verbindet. Die Klebkräfte zwischen
der Außenoberfläche 15a und dem Schriftzugelement 14 sind größer als die Haltekräfte
der Beflockung 11 auf dem Träger 10. Wenn somit der Träger 10 nach dem Abkühlen des
Klebstoffes abgezogen wird, verbleibt das Schriftzugelement 14 auf der Außenoberfläche
15a des Windschutzkörpers 15, so daß im dargestellten Ausführungsbeispiel der Buchstabe
O auf den Windschutzkörper 15 aufgebracht ist, wie Fig. 6 zeigt.
1. Verfahren zum Aufbringen eines Schriftzuges auf die Außenoberfläche (15a) eines aus
Schaumstoff bestehenden Windschutzkörpers (15) eines Mikrophones mit den Schritten:
Erstellen zumindest eines Schriftzugelementes (14) auf einem Träger (10),
Positionieren des Trägers (10) auf der Außenoberfläche (15a) des Windschutzkörpers
(15) unter Zwischenschaltung eines wärmeaktiverbaren Klebstoffes,
Aufbringen von Wärmeenergie mittels Strahlung zum Aktivieren des Klebstoffes und
Abnehmen des Trägers (10) nach dem Abkühlen und Verfestigen des Klebstoffes, wobei
das Schriftzugelement (14) auf der Außenoberfläche (15a) des Windschutzkörpers (15)
verbleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeenergie mittels Laserstrahlen
(17) aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmung des Klebstoffes
auf ca. 90°C bis 100°C erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zum Erstellen
des Schriftzugelementes (14) der Klebstoff (13) auf einen vollflächig beflockten Träger
(10) in einer Kantfiguration entsprechend dem Schriftzugelement aufgebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf den vollflächig beflockten
Träger (10) vor dem Aufbringen des Klebstoffes zumindest eine Farbe aufgebracht wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbe mittels Siebdruck
aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger
(10) auf der Außenoberfläche (15a) des Windschutzkörpers (15) mittels Nadeln (16)
oder eines wärmebeständigen Klebebandes positioniert und fixiert wird.
8. Mikrophon-Windschutz, insbesondere hergestellt nach dem Verfahren gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schriftzug als vorgefertigtes Bauteil
auf die Außenoberfläche des aus Schaumstoff bestehenden Windschutzkörpers aufgeklebt
ist.