[0001] Die Erfindung betrifft einen Hoffman-Modulator für Kontrastierverfahren in der Mikroskopie.
[0002] Zu den modemen Mikroskopier-Techniken gehören seit längerer Zeit sogenannte optische
Kontrastierverfahren, wie beispielsweise Dunkelfeld, schiefe Beleuchtung, Interferenzkontrast,
Polarisationskontrast, Reliefkontrast und andere. Diese Verfahren greifen auf bestimmte
physikalische Eigenschaften der mikroskopischen Präparate zurück und ermöglichen ohne
weitere Beeinträchtigungen am zu beobachtenden Objekt eine "kontrastierende" Wirkung.
[0003] Aus der US-PS 4 200 353 ist beispielsweise eine Modulations-Kontrast-Anordnung nach
Hoffman bekannt. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, dass aufgrund der undefinierten
Phasenlage eines Hoffman-Modulators unerwünschte Farbsäume beim Betrachten des Bildes
entstehen. Außerdem treten störende Reflexe in dem mikroskopischen Strahlengang auf,
was zwar durch starkes Kippen des Modulators verringert werden könnte, wozu jedoch
zusätzlich eine mechanisch sehr aufwendige Vorrichtung im Objektiv angeordnet werden
müsste. Das Modulationskontrast-Verfahren nach Hoffman ist bekannt aus "Moderne Methoden
der Lichtmikroskopie" von G. Göke, Reihe "Kosmos-Wissenschaft" Verlag Franck, Stuttgart,
1988.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Bildeigenschaften eines Modulators
für Kontrastier-Verfahren in der Mikroskopie zu verbessern und dabei die Nachteile
der bekannten Anordnungen zu vermeiden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Hoffman-Modulator für Kontrastierverfahren
in der Mikroskopie, der im visuellen Spektralbereich ein farbneutrales Absorptionsverhalten
aufweist mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass dünne Schichten in Abhängigkeit von
ihrer jeweiligen chemischen Zusammensetzung, ihrer Brechzahl und ihrer Dicke eine
phasenschiebende Wirkung aufweisen.
[0007] Die US 4,960,310 beschreibt ein Absorptionsfilter, das im UV und visuellen Spektralbereich
ein farbneutrales Absorptionsverhalten aufweist. Es besteht aus mehreren metallischen
und dielektrischen Schichten, die auf einem transparenten Substrat aufgebracht sind.
Eine Verwendung des Filters für die Modulationskontrast- Mikroskopie ist nicht beschrieben.
[0008] In Figur 3 ist der Aufbau eines erfindungsgemäßen Schichtsystems dargestellt. Auf
einer Glas-(Träger-)Platte, die gewissermaßen als "Substrat" dient, befindet sich
als Schicht Nr. 1 eine Chrom-Schicht mit einer Schichtdicke von 0,68 nm, gefolgt von
einer Schicht Nr. 2, die aus einer Substanz "M2" besteht und eine Mischsubstanz der
Firma Merck, Darmstadt, darstellt, wobei die Schichtdicke 32,30 nm und die Brechzahl
1,65 beträgt. Die substanz "M2" besitzt eine Materialzusammensetzung gemäβ der Formel
La
0.5 Al
1.5 O
3, die Offenbart ist in der US 5,415,946. Die Schicht Nr. 3 besteht aus Nickel und
weist eine Schichtdicke von 4,45 nm auf, gefolgt von der Schicht Nr. 4, welche aus
Magnesiumfluorid mit einer Schichtdicke von 57,31 nm und einer Brechzahl von 1,38
besteht. Die Schicht Nr. 5 besteht aus Nickel und weist eine Schichtdicke von 1,89
nm auf, gefolgt von der Schicht Nr. 6, die wiederum aus der Substanz "M2" besteht
und eine Schichtdicke von 37,14 nm sowie eine Brechzahl von 1,65 aufweist. Die Schicht
Nr. 7 besteht erneut aus Magnesiumfluorid mit einer Brechzahl von 1,38 und einer Schichtdicke
von 111,64 nm.
[0009] Es hat sich herausgestellt, dass Abweichungen der einzelnen Schichtdicken um etwa
10 % sowie geringe Brechzahl-Schwankungen sich nicht negativ auf die geforderten Eigenschaften
auswirken; dies gilt insbesondere für den Betrag der Phasenschiebung.
[0010] Während die Schichten Nr. 4 bis 7 die Grundlage für die reflexmindernde Wirkung bilden,
hat es sich erfindungsgemäß herausgestellt, dass die Schichten mit den Nummern 1,
3 und 5 die einfallende Lichtstrahlung derart absorbieren, dass der Transmissionsgrad
neutral über den gesamten visuellen Bereich geschwächt wird. Überraschenderweise hat
sich weiterhin ergeben, dass die Schicht Nr. 2 den Phasenschub des restlichen Schichtensystems
auf Null korrigiert.
[0011] In Figur 1 ist die Restreflexion in Abhängigkeit von der Wellenlänge im sichtbaren
Spektralbereich für ein erfindungsgemäßes Dünnschichtsystem dargestellt. Man erkennt,
dass der Reflexionswert lediglich zwischen 0,8 und 2,0 % schwankt.
[0012] In Figur 2 ist die Transmission in Abhängigkeit von der Wellenlänge für ein erfindungsgemäßes
Dünnschichtsystem dargestellt. Wie ersichtlich, liegen die Transmissionswerte zwischen
8 und 12 % innerhalb des visuellen Spektralbereichs.
[0013] Das erfindungsgemäße Dünnschichtsystem ist zwischen zwei Glasplatten eingekittet.
Das Verhältnis der Gesamtdicken aller Schichten des Pakets zueinander regelt die Balance
der Transmissionswerte zwischen den jeweiligen Enden des Spektralbereichs. Eine bevorzugte
Anwendung dieses erfindungsgemäßen Schichtsystems ist im Bereich der Mikroskopie bei
entsprechenden Kontrastier-Anordnungen und Verfahren gegeben.
1. Hoffman-Modulator für Kontrastierverfahren in der Mikroskopie, der im visuellen Spektralbereich
ein farbneutrales Absorptionsverhalten aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass er ein absorbierendes Dünnschichtsystem, bestehend aus metallischen und dielektrischen
Schichten, aufweist, das auf einem zentralbereich einer Glasplatte als Substrat aufgebracht
ist und mit einer weiteren Glasplatte abgedeckt ist, wobei das Dünnschichtsystem eine
annähernd konstante Transmission bei gleichzeitig geringer Restreflexion aufweist
und so ausgebildet ist, dass der Modulator an einer einfallenden Lichtstrahlung einen
Phasenschub gleich Null bewirkt.
2. Modulator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
(a) dass das Dünnschichtsystem aus drei metallischen und vier dielektrischen Schichten
besteht,
(b) und dass die Transmission zwischen 8 und 12 % beträgt.
3. Modulator nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Restrefiexion des Dünnschichtsystems kleiner als diejenige der unbeschichteten
Glasplatte ist und zwischen 0,8 und 2 % beträgt.
4. Modulator nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Dünnschichtsystem folgenden Schichtaufbau aufweist, wobei "M2" eine Mischsubstanz
mit der Formel La
0.5Al
1.5O
3 ist und wobei die jeweilige Schichtdicke und die jeweilige Brechzahl um +/- 5 % variieren
können:
| Schicht-Nr.: |
Substanz: |
Brechzahl (n): |
Schichtdicke (nm): |
| 7 |
MgF2 |
1,38 |
111,64 |
| 6 |
"M2" |
1,65 |
37,14 |
| 5 |
Ni |
- |
1,89 |
| 4 |
MgF2 |
1,38 |
57,31 |
| 3 |
Ni |
- |
4,45 |
| 2 |
"M2" |
1,65 |
32,30 |
| 1 |
Cr |
- |
0,68 |
| Substrat: |
Glas-Platte |
- |
- |
1. Hoffman modulator for contrasting methods in microscopy, which has a colour-neutral
absorption behaviour in the visible spectral region, characterized in that it includes an absorbent thin-film system, comprising metallic and dielectric films,
which is applied to a central region of a glass plate as substrate and is covered
with a further glass plate, the thin-film system having an approximately constant
transmission combined, at the same time, with low residual reflection and being formed
in such a way that the modulator effects a phase shift equal to zero on incident light
radiation.
2. Modulator according to Claim 1,
characterized
a) in that the thin-film system comprises three metallic films and four dielectric
films,
b) and in that the transmission is between 8 and 12%.
3. Modulator according to at least one of the preceding claims, characterized in that the residual reflection of the thin-film system is lower than that of the uncoated
glass plate and amounts to between 0.8 and 2%.
4. Modulator according to at least one of the preceding claims,
characterized in that the thin-film system has the following film structure, in which "M2" is a mixed substance
of formula La
0.5Al
1.5O
3 and in which the film thickness indicated and the refractive index indicated may
in each case vary by ±5%:
| Film No.: |
Substance: |
Refractive index (n) : |
Film thickness
(nm) : |
| 7 |
MgF2 |
1.38 |
111.64 |
| 6 |
"M2" |
1.65 |
37.14 |
| 5 |
Ni |
- |
1.89 |
| 4 |
MgF2 |
1.38 |
57.31 |
| 3 |
Ni |
- |
4.45 |
| 2 |
"M2" |
1.65 |
32.30 |
| 1 |
Cr |
- |
0.68 |
| Substrate: |
Glass plate |
- |
- |
1. Modulateur de Hoffmann pour des procédés par contraste en microscopie, qui présente
un comportement d'absorption neutre aux couleurs dans le domaine visible du spectre,
caractérisé en ce qu'il présente un système à couches minces absorbant, constitué de couches métalliques
et de couches diélectriques, qui est déposé sur une zone centrale d'une plaque de
verre servant de substrat et qui est recouvert par une autre plaque de verre, dans
lequel le système à couches minces présente une transmission approximativement constante
en même temps qu'une réflexion résiduelle faible et est configuré de telle façon que
le modulateur provoque un déphasage égal à zéro dans un rayonnement lumineux incident.
2. Modulateur selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
(a) le système à couches minces se compose de trois couches métalliques et de quatre
couches diélectriques, et
(b) la transmission vaut entre 8 et 12%.
3. Modulateur selon au moins une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la réflexion résiduelle du système à couches minces est inférieure à celle de la
plaque de verre non revêtue et vaut entre 0,8 et 2%.
4. Modulateur selon au moins une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le système à couches minces présente la structure de couches suivante, "M2" étant
une substance mixte avec la formule La
0,5Al
1,5O
3 et l'épaisseur de couche respective et l'indice de réfraction respectif pouvant varier
de ± 5%:
| Couche n° |
Substance |
Indice de réfraction (n) |
Epaisseur de couche (nm) |
| 7 |
MgF2 |
1,38 |
111,64 |
| 6 |
"M2" |
1,65 |
37,14 |
| 5 |
Ni |
- |
1,89 |
| 4 |
MgF2 |
1,38 |
57,31 |
| 3 |
Ni |
- |
4,45 |
| 2 |
"M2" |
1,65 |
32,30 |
| 1 |
Cr |
- |
0, 68 |
| Substrat |
Plaque de |
- |
- |
| |
verre |
|
|