[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungsmittel zur Entfernung von reaktiven
Polyurethan-Hotmelts und deren Reaktionsprodukten aus Herstellungs- und Verarbeitungsgeräten.
[0002] Nachvernetzende Polyurethan-Hotmelts (Schmelzklebstoffe) haben in neuerer Zeit, insbesondere
in der industriellen Applikation, eine sehr weite Verbreitung gefunden, da sie die
Vorteile des raschen Abbindens von herkömmlichen nicht nachvernetzenden Schmelzklebstoffen
mit den der besseren thermischen Beständigkeit von reaktiven Klebstoffen miteinander
vereinen. Diese reaktiven Polyurethan-Hotmelts enthalten reaktive Gruppen, die mit
der Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft oder den zu verbindenden Substraten unter
Vernetzung weiter reagieren können. Diese feuchtigkeitsreaktiven funktionellen Gruppen
sind in der Regel Isocyanat-Gruppen, es können jedoch auch Alkoxysilan-Gruppen sein.
[0003] Um eine vorzeitige Vernetzung dieser reaktiven Schmelzklebstoffe während der Herstellung
oder Verarbeitung zu verhindern, werden die Herstellungs- und Verarbeitungsgeräte
gegen Feuchtigkeitszutritt abgekapselt, zusätzlich oder alternativ dazu erfolgt eine
Beschleierung mit getrockneten Inertgasen zum Verhindern des Zutritts von Feuchtigkeit.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen läßt es sich nicht verhindern, daß im Laufe der Zeit
Feuchtigkeit in die Herstellungs- und Verarbeitungsanlagen eindiffundiert, so daß
durch die Reaktion der reaktiven Schmelzklebstoffe mit dieser Feuchtigkeit vernetzende
nicht mehr schmelzbare Massen entstehen. Darüber hinaus können bei längerer Verweilzeit
der Hotmelts in der Verarbeitungsanlage Vercrackungen entstehen, die häufig nicht
nur zu einem Molekulargewichtsabbau, sondern (beispielsweise durch die Trimerisierung
von Isocyanatgruppierungen) auch zu einem Molekulargewichtsaufbau, d.h. zur Bildung
von nicht mehr schmelzbaren Produkten führen.
[0004] Die Bildung von solchen vernetzten, nicht mehr schmelzbaren Polyurethanen bzw. Polyharnstoffen
und Polyisocyanuraten in der Verarbeitungsanlage ist für den Verarbeiter sehr nachteilig:
- Die Anlage kann "zuwachsen". Betroffen sind besonders die Zuleitungen und Auftragsdüsen
mit kleinem Querschnitt. Da sich die Durchflußmengen ändern, ist eine Nachjustierung
der Auftragsparameter erforderlich.
- Durch die Hautbildung ist der Wärmeübergang beispielsweise bei Schmelzbeckengeräten
oder bei einem Produktionsreaktor erschwert. Dies bedeutet: längere Aufheizzeiten,
Energieverlust und zusätzliche thermische Belastung der Schmelze durch längere Verweilzeiten.
[0005] Bei der Verarbeitung der heißen Schmelze werden häufig die so gebildeten Hautfetzen
und Stippen von bereits durchgehärtetem Polyurethan-Hotmelt im Produktstrom mitgerissen,
wodurch sich die Auftragsdüse zumindest zum Teil zusetzen kann. Dies ist äußerst kritisch
bei Breitschlitzdüsen und Sprühköpfen. Hier kann das Zusetzen bzw. Verstopfen der
Düsen zu Aussetzern bei der Applikation führen, dadurch entstehen Fehlverklebungen.
Da der Klebstoffauftrag und häufig auch das Fügen der Komponenten automatisch erfolgt,
werden diese Fehlverklebungen erst durch den Funktionsverlust des Bauteils erkannt.
[0006] Darüber hinaus finden sich nach Auftrag des Polyurethan-Hotmelts auch Stippen im
Klebstofffilm, die beispielsweise bei einer Kaschierverklebung für Autoinnenraum-Teile
zu einem unschönen Aussehen, zu einem störenden Griffverhalten (Haptik) und möglicherweise
zu einem Funktionsverlust durch mechanische Spannungen in der Klebefuge als Folge
der Nichtplanarität führen können.
[0007] Sowohl die Hersteller von reaktiven Polyurethan-Hotmelts als auch die Verarbeiter
dieser Klebstoffe stehen daher vor der Notwendigkeit, die Herstellungs- bzw. Auftragsanlagen
regelmäßig zu spülen und zu reinigen. Gemäß Stand der Technik werden hierzu beispielsweise
Lösungsmittel eingesetzt wie z.B. Xylol oder auch Lösungsmittel mit einem Abbrecher,
d.h. monofunktionelle Lösungsmittel die mit den reaktiven Endgruppen reagieren, hierzu
gehören alkoholhaltige Lösungsmittel. Lösungsmittel können jedoch nur in explosionsgeschützten
Anlagen in Produktionsbereichen eingesetzt werden, die sogenannten Ex-Schutz haben.
Außerdem ist die Reinigung mit Lösungsmitteln unvollständig und aufwendig, da die
durchgehärteten bzw. vercrackten Produkte weitgehend unlöslich sind und nur anquellen
und daher zum Teil mechanisch entfernt werden müssen.
[0008] Die oben genannten Schwierigkeiten bei der Verwendung von Lösungsmitteln versucht
man gemäß weiterem Stand der Technik durch Verwendung von sogenannten Reinigungscompounds
zu vermeiden. Bekannte Reinigungscompounds sind mit dem Schmelzklebstoff chemisch
nicht reagierende Massen, die in der zu reinigenden Apparatur sich mit den zu entfernenden
Klebstoffresten mischen, diese nur verdünnen und verdrängen. Solche Reinigungscompounds
können z.B. nicht reaktive Schmelzklebstoffe beispielsweise auf der Basis von Mischungen
eines EVA-Polymeren und einer Harzkomponente sein. EVA-Polymere sind jedoch mit üblichen
Polyurethan-Schmelzklebstoffen nicht gut mischbar. Außerdem kann der Schmelzklebstoff
infolge seiner noch reaktiven Isocyanat-Funktionalität in der Mischung weiter zu vernetzten
Produkten reagieren, die sich nur sehr schwer entfernen lassen, da sie unschmelzbar
und im Reinigungscompound im wesentlichen unlöslich sind und sich daher an unzugänglichen
Stellen in den Herstellungs- bzw. Verarbeitungsgeräten ablagern können.
[0009] Als Alternative werden Reinigungs-Compounds auf der Basis von nicht reaktiven Hotmelts
mit einem Zusatz an monofunktionellen Kettenabbrecher wie z.B. Alkoholen verwendet.
Derartige Reinigungs-Hotmelts sind z.B. unter der Bezeichnung "Reinigungshotmelt Q
1950" der Fa. Henkel seit langer Zeit im Handel. Auch die EP-A-0 544 058 schlägt Reinigungscompounds
zur Entfernung von reaktiven Polyurethan-Schmelzklebstoffen aus Herstellungs- und
Verarbeitungsgeräten, -maschinen und - anlagen vor, die wenigstens eine reaktive mit
den Isocyanaten des Schmelzklebstoffes umsetzbare monofunktionelle Hydroxyverbindungen
sowie ggf. Zusatzkomponenten wie Harze, Wachse, Weichmacher und dergleichen enthält.
Auf diese Weise wird sichergestellt, daß bei der Reinigung die verbliebenen Isocyanat-Gruppen
des Polyurethan-Hotmelts abgesättigt werden und keine unerwünschte weitere Vernetzung
eintreten kann. In der Praxis stellt sich die Reinigung der Anlagen jedoch als weit
schwieriger dar, da die oben erwähnten bereits in der Anlage befindlichen durch Feuchtigkeits-
bzw. Trimerisierungsreaktion oder Vercrackung entstan-denen vernetzten Produkte auch
durch diese Reinigungscompounds nicht aufgelöst werden. Deshalb müssen diese Anhaftungen
von bereits vernetztem Material soweit wie möglich mechanisch entfernt werden, wobei
der Reinigungs- und Zeitaufwand wegen der zum Teil sehr schlechten Zugänglichkeit
der Teile erheblich ist. Dieses Reinigungsproblem wird daher häufig als ein wichtiges
Argument gegen den Einsatz von reaktiven Polyurethan-Hotmelts eingesetzt, da im Vergleich
zu thermoplastischen, nicht chemisch nachvernetzenden Hotmelts der Zeit- und Kostenaufwand
für die Reinigung beträchtlich ist und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Auftragsanlage
wegen der zeitintensiven Reinigung eingeschränkt ist.
[0010] Es bestand daher die Aufgabe, ein Reinigungsmittel für reaktive Polyurethan-Schmelzklebstoffe
bereitzustellen, das nicht nur Reste des reaktiven unvernetzten Hotmelts, sondern
auch Anhaftungen des bereits reagierten, vernetzten bzw. vercrackten, unschmelzbaren
Hotmelts entfernt.
[0011] Erfindungsgemäß wurde diese Aufgabe durch Reinigungsmittel gelöst, die nichflüchtige
oder schwerflüchtige Monohydroxyverbindungen mit einem Siedepunkt bei Normaldruck
oberhalb von 140°C und/oder sekundäre Monoamine und Depolymerisationskatalysatoren
ausgewählt aus den Gruppe Alkali-, Erdalkali oder Aluminimalkoholate, tertiäre Amine
sowie Katalysatoren zum Aufbau von Polyurethanen enthalten.
[0012] Dabei verhindert die Monohydroxyverbindung eine Vernetzung der reaktiven Isocyanatgruppen
und damit die Bildung eines unschmelzbaren Reaktionsproduktes. Die Verwendung von
nicht flüchtigen Monohydroxyverbindungen erlaubt den Einsatz dieser Reinigungscompounds
auch in Anlagen, die keinen Ex-Schutz besitzen.
[0013] Der im erfindungsgemäßen Reinigungscompound enthaltene Depolymerisationskatalysator
bewirkt einen chemischen Abbau der bereits reagierten, vernetzten bzw. vercrackten,
unschmelzbaren Bestandteile des Hotmelts, so daß auch derartige Anhaftungen in den
Anlagen leicht und schnell entfernt werden. Das erfindungsgemäße Reinigungsmittel
führt den chemischen Abbau durch Um-Urethanisierung im Fall von Polyether-Urethanen,
sowie von Polyisocyanuraten durch. Bei Schmelzklebstoffen auf der Basis von Polyester-Urethanen
findet zusätzlich noch Umesterung des Polyesters statt. Durch die große Anzahl an
Ester-Bindungen im Molekül ist hier der chemische Abbau zu sehr nieder molekularen
Verbindungen und damit niedrig viskosen Verbindungen besonders vorteilhaft.
[0014] Wie bereits ausgeführt, enthält das erfindungsgemäße Reinigungsmittel zwei wesentliche
Komponenten nämlich eine nicht flüchtige bzw. schwer flüchtige Monohydroxyverbindung.
Unter nicht flüchtig bzw. schwer flüchtig im Sinne der vorliegenden Erfindung sollen
solche Monohydroxyverbindungen verstanden werden, die einen Siedepunkt bei Normaldruck
von über 140 °C, vorzugsweise über 160 °C und besonders bevorzugt über 200 °C haben.
In der Regel haben diese Monohydroxyverbindungen weiterhin einen Flammpunkt von über
100 °C. Beispiele für derartige Monohydroxyverbindungen sind C
6-C
24-Monoalkohole, wie sie beispielsweise unter dem Handelsnamen "Lorol" von der Firma
Henkel im Handel sind. Ganz besonders bevorzugt wird hier die gesättigte Fettalkoholmischung
Lorol C12/C14. Weitere Beispiele für erfindungsgemäß einzusetzende Monohydroxyverbindungen
sind Benzylalkohol, Alkylbenzylalkohole, Abietylalkohol, Nonylphenol, Polyethylenglycolmono-alkylether,
Polypropylenglycol-Monoalkylether sowie Mischungen derselben. Es können auch sekundäre
Monoamine, ggf. in Kombination mit vorgenannten Hydroxyverbindungen eingesetzt werden.
[0015] Als Depolymerisationskatalysatoren im Sinne dieser Erfindung können im Prinzip alle
diejenigen Katalysatoren, die aus der Polyurethan-Chemie als Katalysatoren zum Aufbau
der Polymeren bekannt sind eingesetzt werden, sowie die im Prinzip bekannten Veresterungskatalysatoren.
Beispiele für derartige Katalysatoren sind Alkoholate. insbesondere Alkalialkoholate
wie z.B. Natriummethylat, Natriumethylat. Natriumisopropylat sowie deren alkoholische
Lösungen. An die Stelle der NatriumAlkoholate können selbstverständlich auch die entsprechenden
Kalium-Verbindungen oder Erdalkali- bzw. Aluminiumverbindungen treten. Weiterhin können
erfindungsgemäß als Depolymerisationskatalysatoren die an sich bekannten zinnorganischen
Verbindungen des zwei- und/oder vierwertigen Zinns, wie z.B. Zinn (II)-Carboxylate
bzw. Dialkyl-Zinn (IV) Dicarboxylate wie z.B. Zinn-(II)-Octoat oder Dibutylzinndiacetat.
Dibutylzinndilaurat (DBTL) oder Dibutylzinnmaleat eingesetzt werden. Weiterhin können
andere metallorganische Verbindungen wie z.B. 1,3-Dicarbonylverbindungen des Eisens
wie z.B. Eisen-(III)-Acetylacetonat und insbesondere metallorganische Verbindungen
des Titans wie Titantetraalkylate, insbesondere das leicht zugängliche Titantetraisopropylat
eingesetzt werden. Fernerhin können die als Polyurethan-Katalysatoren bekannten tertiären
Amine zur Depolymerisation eingesetzt werden.
[0016] Besonders bevorzugt sind Natriummethylat sowie insbesondere Titantetraisopropylat
und Dibutylzinndilaurat (DBTL).
[0017] Zur Veränderung von Erstarrungspunkt und/oder zur Veränderung der Fließfähigkeit
können die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel weiterhin nicht reaktive Komponenten
wie z.B. nicht reaktive Schmelzklebstoffbestandteile wie Thermoplaste, Harze, Wachse
und insbesondere Weichmacher enthalten. Zur Verbesserung der Fließfähigkeit der Reinigungsmittel
bei Raumtemperatur können insbesondere schwer flüchtige, verseifungsbeständige Weichmacher
wie beispielsweise Mesamoll (Handelsname der Firma Bayer) oder Lipinol T (Handelsname
der Firma Hüls) zugesetzt werden.
[0018] Die folgenden Ausführungsbeispiele erläutern die Erfindung, ohne sie jedoch einzuschränken.
[0019] Zunächst wurden ausgehärtete Polyurethan-Hotmeltstreifen hergestellt, in dem die
im Handel unter dem Namen Macroplast QR 2530-21 (Polyester-Urethan) bzw. Macroplast
QR 6265-21 (Polyether-Urethan) der Firma Henkel in 3 mm starker Schicht aufgetragen
wurden und 4 Wochen an der Luft ausgehärtet wurden. Anschließend wurden diese ausgehärteten
Polyurethan-Hotmeltschichten in Streifen geschnitten.
Ausführungsbeispiel 1:
[0020] In einem Erlenmeyerkolben mit Magnetrührer wurde die gesättigte Fettalkoholmischung
Lorol C12/C14 der Firma Henkel vorgelegt. Danach wurde 1 Gew.-% bezogen auf die Alkoholmischung
Dibutylzinndilaurat zugefügt und die Mischung auf 120 ° C erwärmt. Danach wurden Streifen
von ausgehärtetem Polyurethan-Schmelzklebstoff (10 Gew.-% bezogen auf die Reinigungsmittel-Mischung)
in die Mischung eingetragen.
Ausführungsbeispiel 2:
[0021] Es wurde wie in Beispiel 1 verfahren, jedoch wurde anstelle des DBTL Natriummethylat
verwendet.
Ausführungsbeispiel 3:
[0022] Es wurde wie in Beispiel 1 verfahren, jedoch wurde als Depolymerisationskatalysator
Titantetraisopropylat verwendet.
Ausführungsbeispiel 4 bis 6:
[0023] Es wurde analog zu den Beispielen 1 bis 3 verfahren, jedoch wurde auf 140 °C erwärmt.
Vergleichsbeispiele 1 und 2:
[0024] Es wurde wie bei Beispiel 1 bzw. 4 verfahren, jedoch wurde kein Polymerisationskatalysator
verwendet.
[0025] Die Versuchsergebnisse sind in den nachfolgenden Tabellen zusammengestellt:
Tabelle 1:
| Versuche 1 bis 3 und Vergleich 1 |
| Temperatur: 120 °C |
| Vergleich 1 |
1 |
2 |
3 |
| nach 4 Stunden nur zum Teil breiartig gelöst Reste von ausgehärtetem Material im Kolben |
vollständig breiartig gelöst nach t<4 Std. |
geringe Reste von ausgehärtetem Material nach 4 Std |
vollständig breiartig gelöst nach 4-6 Std. |
| Beurteilung |
- |
+ |
o |
+ |
Tabelle 2:
| Versuche 4 bis 6 und Vergleich 2 |
| Temperatur: 140 °C |
| Vergleich 2 |
4 |
5 |
6 |
| nach 4 Stunden nur zum Teil breiartig gelöst Reste von ausgehärtetem Material im Kolben. |
vollständig breiartig gelöst t<4 Std |
vollständig breiartig gelöst Farbe braun |
vollständig breiartig gelöst t<4 Std |
| Beurteilung |
- |
+ |
+ |
+ |
Beurteilung:
[0026]
- nicht zufriedenstellend
o akzeptabel
+ sehr guter Abbau
[0027] Wie aus der vorstehenden Tabelle ersichtlich, reagieren die Reinigungsmischungen
gemäß Stand der Technik, die keinen Depolymerisationskatalysator enthalten erheblich
langsamer. Besonders nachteilig ist aber, daß der chemische Abbau nicht vollständig
erfolgt und daß Reste von ausgehärtetem Material in der Mischung verbleiben.
[0028] Mit den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln, die einen Depolymerisationskatalysator
enthalten, können die ausgehärteten Reste von Polyester- und Polyetherurethanen bei
niedrigen Temperaturen (120 bis 140 °C) durch die Reinigungsmischung vollständig aufgelöst
werden. Die vernetzten Polyurethane werden durch die flüssigen Komponenten teilweise
aufgelöst. Es entsteht eine Mischung mit breiartiger, gut pump- und förderbarer Konsistenz.
Die verwendeten Temperaturen entsprechen üblichen Auftragstemperaturen von reaktiven
Schmelzklebstoffen, so daß diese auch in Auftrags- bzw. Verarbeitungsanlagen ohne
weiteres zur Verfügung stehen.
[0029] Wie aus den vorstehenden Versuchsergebnissen ersichtlich, ist Natriummethylat bei
höherer Temperatur sehr effektiv, als besonders effektiv zeigen sich jedoch Zinnverbindungen
(DBTL) sowie Titantetraisopropylat, die auch bei niedriger Temperatur (120 °C) eine
sehr hohe Auflösegeschwindigkeit zeigen.
[0030] Nach Anwendung des beschriebenen Reinigungsmittels sind die Verarbeitungs- bw. Herstellanlagen
mit einem nicht reaktiven Compound zu spülen, um Reste des Monoalkohols und des Katalysators
vollständig zu entfernen.
1. Reinigungsmittel zur Entfernung von reaktiven Polyurethan-Hotmelts und deren Reaktionsprodukten
dadurch gekennzeichnet, daß diese nichtflüchtige oder schwerflüchtige Monohydroxyverbindungen mit einem Siedepunkt
bei Normaldruck oberhalb von 140°C und/oder sekundäre Monoamine und Depolymerisationskatalysatoren
ausgewählt aus der Gruppe Alkali-, Erdalkalioder Aluminiumalkoholate, tertiäre Amine
sowie Katalysatoren zum Aufbau von Polyurethanen enthalten.
2. Reinigungsmittel gemäß Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die nichtflüchtigen Monohydroxyverbindungen ausgewählt werden aus der Gruppe der
C6 bis C24-Monoalkohole, Benzylalkohol, Alkylbenzylalkohole, Abietylalkohol, Nonylphenol, Polyethylenglycolmonoalkylether,
Polypropylenglycol-monoalkylether sowie Mischungen derselben.
3. Reinigungsmittel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Depolymerisationskatalysator ausgewählt wird aus zinnorganischen Verbindungen
des zwei- und/oder vierwertigen Zinns, Alkalialkoholaten, Titantetraalkylaten und
tertiären Aminen oder deren Mischungen.
4. Reinigungsmittel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Gehalt an schwerflüchtigen verseifungsbeständigen Weichmacher(n),
Harzen und/oder Wachsen.
5. Verwendung von Reinigungsmitteln gemäß mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche
zum Entfernen von reaktiven Polyurethan-Hotmelts und/oder deren ausgehärteten Reaktionsprodukte
aus Herstellungs- und/oder Verarbeitungsgeräten und -anlagen.
1. Cleaning compositions for removing reactive polyurethane hotmelts and reaction products
thereof, characterized in that they contain non- volatile or low-volatility monohydroxy compounds with a boiling
point at normal pressure above 140°C and/or secondary monoamines and depolymerization
catalysts selected from the group of alkali metal, alkaline earth metal or aluminium
alcoholates, tertiary amines and catalysts for the production of polyurethanes.
2. Cleaning compositions as claimed in claim 1, characterized in that the nonvolatile monohydroxy compounds are selected from the group consisting of C6-24
monoalcohols, benzyl alcohol, alkyl benzyl alcohols, abietyl alcohol, nonylphenol,
polyethylene glycol monoalkyl ether, polypropylene glycol monoalkyl ether and mixtures
thereof.
3. Cleaning compositions as claimed in either of the preceding claims, characterized in that the depolymerization catalyst is selected from organotin compounds of divalent and/or
tetravalent tin, alkali metal alcoholates, titanium tetraalkylates and tertiary amines
or mixtures thereof.
4. Cleaning compositions as claimed in any of the preceding claims, characterized by an additional content of low-volatility saponification- resistant plasticizer(s),
resins and/or waxes.
5. The use of the cleaning compositions claimed in at least one of the preceding claims
for removing reactive polyurethane hotmelts and/or cured reaction products thereof
from production and/or processing machinery and equipment.
1. Produits de nettoyage pour éliminer les colles à chaud (hot-melt) en polyuréthane
réactives et leurs produits de réaction,
caractérisés en ce que
ceux-ci renferment des composés monohydroxylés non volatiles ou difficilement volatils
ayant un point d'ébullition à pression normale, au dessus de 140 °C et/ou des amines
secondaires et des catalyseurs de dépolymérisation choisis dans le groupe des alcoolates
de métal alcalin, de métal alcalino-terreux ou d'aluminium, des amines tertiaires
ainsi que des catalyseurs pour la décomposition des polyuréthanes.
2. Produits de nettoyage conformément à la revendication 1,
caractérisés en ce que
les composés monohydroxylés non volatils sont choisis dans le groupe des mono-alcools
en C6 à C24 de l'alcool benzylique, des alcools alkyl-benzyliques, de l'alcool abiétique, du
nonylphénol, des éthers monoalkyliques de polyéthylène glycol, des éthers mono alkyliques
de polypropylène glycol, ainsi que des mélanges de ceux-ci.
3. Produits de nettoyage conformément à l'une des revendications précédentes,
caractérisés en ce que
le catalyseur de depolymérisation est choisi parmi les composés organiques de l'étain,
de l'étain divalent et/ou tétravalent, les alcoolates de métal alcalin, les tétra
alkylates de titane et les amines tertiaires ou leurs mélanges.
4. Produits de nettoyage conformément à l'une des revendications précédentes,
caractérisés par
une teneur supplémentaire en agents plastifiant(s), résines et/ou cires difficilement
volatiles, stables à la saponification.
5. Utilisation des agents de nettoyage conformément à l'une des revendications précédentes
pour l'élimination des colles à chaud en polyuréthane réactives, et/ou de leurs produits
de réaction durcis complètement, sur des appareils et des installations de production
et/ou de façonnage.