[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Sicherung instabiler Bankette beim Bau
insbesondere von Bahnen, Strassen und Wegen, mit auf dem Untergrund aufgelegten, längsseitig
aneinandergereihten und mit Schüttmaterial gefüllten Stützgittern, die jeweils offen
und winkelförmig mit einer Frontseite und einem normalerweise horizontalen Bodenteil
ausgebildet und zumindest frontseitig mit einem flächigen geokompatiblen Fabrikat
ausgekleidet sind.
[0002] Ebenfalls betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Erstellen einer Vorrichtung der
genannten Art.
[0003] Die erfindungsgemässe Vorrichtung und das erfindungsgemässe Verfahren dienen beispielsweise
zur Sicherung instabiler Bankette im Bahn-, Strassen- und Wegebau, beim Bau von Randwegen
in Hanglagen, und/oder zur Stabilisierung von Schultern von Bahn- und Strassenkörpem
in Rutschzonen.
[0004] Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist aus EP-B-0197000 und/oder CH-A-666510
bekannt. Die zumindest frontseitig mit geokompatiblem Fabrikat verkleideten und dann
hinterfüllten Stützgitter sind auf einemjeweiligen Planum aufgesetzt und darauf mit
Hilfe einer Bewehrung ebenfalls aus geokompatiblem Fabrikat im wesentlichen durch
das Gewicht der darauf lastenden Aufschüttung fixiert.
[0005] Aus DE-3912710 ist die Befestigung von Mauerelementen einer im wesentlichen vertikalen
Stützmauer einer auf einem Planum aufgebrachten Aufschüttung gegen das seitliche Verrutschen
der Stützmauer bekannt. Auf dem vor der Aufschüttung befindlichen Planum sind Stützpfähle
reihenweise in vorbestimmten Abständen in das Erdreich eingebracht. Die vom Planum
bis zur Oberfläche der Aufschüttung reichende Mauerelemente sind auf die Stützpfähle
aufgesteckt und zu diesem Zweck mit entsprechenden Hohlräumen zur Aufnahme der Stützpfähle
versehen. Die Elementenbauweise der Stützmauer gibt dieser eine gewisse horizontale
Flexibilität an den verzahnten Fugen zwischen den Mauerelementen, um Risse und Brüche
zu vermeiden, die zufolge der Bodenbewegungen bei einer starren durchgehenden Stützmauer
gleicher Wandstärke auftreten würden. Zur Verstärkung der Stützmauer gegen das Verbiegen
der Stützpfähle an der Übergangsstelle zwischen dem Planum und den Mauerelementen
sind in der Aufschüttung d.h. oberhalb des Planums Rückverhängungen eingebracht, von
denen die einen an den Stützpfählen und die anderen an den Mauerelementen angreifen,
und die als netzartige Bewehrungselemente aus geokompatiblem Fabrikat ausgebildet
sind. Zur Verstärkung der Stützmauer gegen ihr seitliches Verrutschen sind zudem die
Stützpfähle unterhalb des Planums mit Bodennägeln in dem unter der Aufschüttung befindlichen
Erdreich schräg nach hinten verankert.
[0006] Nachteilig ist bei diesen beiden bekannten Arten von Vorrichtungen, dass sie eine
Fixierung in der Aufschüttung d.h. oberhalb des Planums durch in der Aufschüttung
eingelegte Bewehrungseinlagen aus geokompatiblem Fabrikat erfordern. Eine solche Fixierung
oberhalb des Planums genügt bei tragfähigem Untergrund und geringen Belastungen, hält
jedoch beim Bau von Bahnen, Strassen und Wegen für sich allein dem höheren Gewicht
und der höheren Belastung (besonders unter Berücksichtigung der oft kritischen Böschungsstabilität)
meist nicht stand.
[0007] Überhaupt ohne Bewehrung aus geokompatiblem Fabrikat sind schmale Gitter der aus
EP-B-0197000 und/oder CH-A-666510 bekannten Art nur bei sehr günstigen Untergrundverhältnissen
standsicher, und solche günstige Bedingungen liegen in der meisten Fällen, in denen
eine Bankettsicherung überhaupt erforderlich ist, nicht vor.
[0008] Bei der aus DE-3912710 bekannten Stützmauer reicht ab einer gewissen Höhe der Stützmauer
die Biegesteifigkeit der Stützpfähle an der Übergangsstelle zwischen dem Planum und
den Mauerelementen nicht aus, um die Stützmauer standsicher zu halten, und die dann
benötigten Rückverhängungen der Stützmauer sind aufwendig.
[0009] Während eine vertikale Flexibilität der Stützmauer über längere Strecken erwünscht
ist, um der Stützmauerzu erlauben, grossräumigen Geländebewegungen zu folgen, die
sonst zu Überbeanspruchungen und damit zu Schäden führen könnten, ist die lokale horizontale
Flexibilität der aus DE-3912710 bekannten Stützmauer bei allen Fugen zwischen den
Mauerelementen eigentlich unerwünscht und nur als kleineres Übel zu betrachten, das
bei der Vorrichtung nach DE-3912710 zur Vermeidung von Rissen und Brüchen der spröden
Mauerelemente in Kauf genommen wird.
[0010] Bei der aus DE-3912710 bekannten Stützmauer ist es zudem unumgänglich, zunächst die
Halteelemente in den Untergrund des Planums einzubringen und erst danach die Mauerelemente
auf die Stützpfähle aufzustecken, weil es nicht ohne grosses Beschädigungsrisiko möglich
ist, durch die Mauerelemente hindurch zu bohren, zu rammen, die Stützpfähle zu treiben
und sonstwie zu arbeiten. Als Folge davon ist es nötig, die Reihe von Stützpfählen
mit hinreichender Masshaltigkeit ihrer Lage in den Untergrund des Planums einzubringen,
um die Mauerelemente darauf aufstecken zu können.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen,
mit welcher die erwähnten Nachteile überwunden werden können.
[0012] Insbesondere soll keine Fixierung durch in der Aufschüttung eingelegte Rückverhängungen
benötigt werden. Beim Bau von Bahnen, Strassen und Wegen und ganz besonders bei der
Erstellung von Banketten neben Gleisen, die im Betrieb sind, fehlt in der Regel der
Platz für den Einbau derartiger Bewehrungseinlagen aus geokompatiblem Fabrikat, da
Grabarbeiten nur am Rand und sehr begrenzt zulässig sind und sich die Rückverhängungen
nicht über eine genügende Länge einlegen lassen.
[0013] Auch soll insbesondere zur Sicherung instabiler Bankette im Bahn-, Strassen- und
Wegebau, beim Bau von Randwegen in Hanglagen, und/oder zur Stabilisierung von Schultern
von Bahn- und Strassenkörpern in Rutschzonen, der seitliche Abschluss der Aufschüttung
wegen des hohen Gewichtes und der hohen Belastung unter Berücksichtigung der oft kritischen
Böschungsstabilität keine lokale Flexibilität, sondern nur eine Flexibilität über
längere Strecken aufweisen.
[0014] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art gelöst durch
die im Anspruch 1 angegebene Kombination von Merkmalen.
[0015] Ebenfalls betrifft die Erfindung ein auf alternative äquivalente Weisen ausführbares
Verfahren zum Erstellen gesicherter Bankette beim Bau insbesondere von Bahnen, Strassen
und Wegen.
[0016] Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0017] Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung sind die offenen, winkelförmigen, auf dem
Planum aufgelegten und längsseitig aneinandergereihten Stützgitter zusammen mit ihrer
Verfüllung mit schwerem Schüttmaterial grundsätzlich eigenstabil.
[0018] Die Halteelemente der erfindungsgemässen Vorrichtung bewirken eine Fixierung der
verfüllten Stützgitter im Erdreich unter dem Planum durch Verdübelung und Rückverhängung
und verhindern somit ein nach aussen gerichtetes Wegrutschen der Stützgitter auf dem
Planum.
[0019] Die Stützgitter der erfindungsgemässen Vorrichtung können an den Halteelementen auch
nur durch einfachen seitlichen Kontakt fixiert sein und brauchen somit nicht starr
mit diesen verbunden zu sein, sondern sie können daran in vertikaler Richtung verschiebbar
sein. Auch zusätzliche Fixierelemente brauchen nur die seitliche (horizontale), nicht
aber die vertikale Verschiebung zwischen Stützgitter und Halteelement zu verhindern.
So bilden die längsseitig aneinandergereihten Stützgitter auf der Reihe von Strünken
derHalteelemente eine Art Kopfbalken, der, wie die Stützgitter selbst, eine geringe
lokale Flexibilität aufweist. Aus der vertikalen Verschiebbarkeit der Stützgitter
an den Halteelementen ergibt sich jedoch eine Flexibilität des Gebildes im wesentlichen
in vertikaler Richtung über längere Strecken, welche diesem erlaubt, grossräumigen
Geländebewegungen zu folgen. Aus gleichem Grund stellen die Halteelemente keine Stützpfähle
zur Aufnahme vertikaler Lasten aus den Stützgittern dar.
[0020] Deshalb spielt die Masshaltigkeit der Lage der Halteelemente in keiner Richtung (längs,
quer oder in der Höhe) eine entscheidende Rolle. Die Halteelemente können an mehr
oder weniger beliebigen Stelle im Schüttkörper eingebettet sein, was seinerseits den
Einsatz von sehr einfachen und kostengünstigen Halteelementen, beispielsweise von
gerammten Elementen erlaubt. Auch können die Halteelemente nach Belieben vor oder
nach dem Aufsetzen der Stützgitter auf das Planum ohne besondere Masshaltigkeit in
den Untergrund des Planums getrieben werden.
[0021] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff "flächiges geokompatibles
Fabrikat" nicht nur geokompatible textile Fabrikate im näheren Sinne, sondern auch
deren geokompatible, ggf. nicht textile Äquivalente wie beispielsweise Gitter, Membranen
oder Wabenstrukturen, insbesondere auch Metallnetze.
[0022] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung umfasst der Begriff "vertikales Halteelement"
verschiedene Arten von beispielsweise durch Rammen oder Bohren in den Untergrund einbringbaren
Profilen aus Stahl, Beton oder Holz, Pfähle und deren Äquivalente, beispielsweise
Eisenbahnschienenteile, im Normalfall ohne, bedarfsweise aber auch mit zusätzlicher
Vermörtelung.
[0023] Der Begriff "Zugelement" umfasst verschiedene Arten von durch Rammen oder Bohren
in den Untergrund einbringbaren Zugpfählen oder Zugsankern, wahlweise mit oder ohne
Vorspannung, wahlweise mit oder ohne Vermörtelung.
[0024] Die erfindungsgemässe Vorrichtung besteht somit im wesentlichen aus offenen, winkelförmigen,
längsseitig angeordneten Stützgittem, einem flächigen geokompatiblen Fabrikat und
darin gehaltenem Schüttmaterial, bedarfsweise in mehreren Lagen. Fixiert sind die
Stützgitter durch in die Konstruktion eingelassene, mehr oder weniger vertikale in
den Untergrund, vorzugsweise gerammte oder eingebohrte Halteelemente, die wahlweise
und je nach den geomechanischen Erfordernissen zusätzlich mit Hilfe von schrägen in
den Untergrund gerammten oder gebohrten Zugelementen zurückgehalten werden können.
[0025] Die erfindungsgemässe Vorrichtung mit den vertikalen Halteelementen erlaubt über
deren Einbettung im Schüttmaterial das genaue Justieren der Stützgitter in Längs-
und Querrichtung unabhängig von der Masshaltigkeit der Lage der vertikalen Halteelemente.
Somit darf die Lage der vertikalen Halteelemente je nach der Vorgehen zu ihrer Verlegung
sowie aufgrund der Eigenschaften des Untergrundes variieren, ohne das Justieren der
Stützgitter zu beeinträchtigen - dank der Erfindung ist eine hochgradige Masshaltigkeit
bei der Plazierung der vertikalen Halteelemente nicht erforderlich.
[0026] Als Folge davon können, zum Versetzen der vertikalen Halteelemente, einfache Arbeitsweisen
ohne grosse Präzision wie beispielsweise einfache Rammverfahren verwendet werden.
Die Toleranz für die Plazierung der vertikalen Halteelemente quer und längs zur Richtung
der Bankettsicherung erreicht mit der Erfindung ohne weiteres etwa ±10 cm, während
bei herkömmlichen Arbeitsweisen die Toleranz etwa zehnmal geringer ist, was verschiedene
einfache Versetzverfahren ausschliesst. Dank der Erfindung können Stützgitter und
Halteelemente mit grosser Toleranz unabhängig voneinander plaziert und dimensioniert
werden, was der Ausführung des Bauvorhabens eine ausserordentlich günstige Flexibilität
verleiht. Insbesondere ermöglicht die Erfindung, die Halteelemente in beliebigen Abständen
anzuordnen, die den jeweiligen geomechanischen Erfordernissen angepasst werden können,
ohne entsprechende Änderungen der Anordnung der Stützgitter zu erfordern.
[0027] Die erfindungsgemässe Vorrichtung gewährleistet eine vertikal bewegliche Befestigung
der Stützgitter, was diesen erlaubt, sich zu setzen, ohne sich an den Halteelementen
zu verklemmen bzw. "aufzuhängen" und diese erheblich zu belasten.
[0028] Zudem erlaubt die erfindungsgemässe Vorrichtung, soweit erforderlich die Stützgitter
nach dem Versetzen mit Hilfe von Zug- oder Druckelementen gegen ein horizontales Verrutschen
gegenüber den Halteelementen zu sichern.
[0029] Das Verfahren zielt darauf ab, einerseits Bankette mit einfachen, rasch versetzbaren
und montierbaren Elemente zu sichern, andererseits Schüttmaterial, insbesondere auch
wiederverwendetes Material wie Altschotter, gebrochener Betonschutt etc. zu verwenden
und als mittragenden Bestandteil des Stützgitters einzusetzen. Das Schüttmaterial
ist dabei nicht nur ein Füllstoff oder eine Hinterfüllung, sondern es dient zur Aussteifung
des Stützgitters und zur Einbettung des vertikalen Halteelementes und wird somit zum
statisch mitwirkenden Baustoff.
[0030] Auch ergeben die erfindungsgemässe Vorrichtung und das erfindungsgemässe Verfahren
den Vorteil dass die Stützelemente einfach zu verfüllen sind.
[0031] Nachstehend wird die Erfindung anhand der Fig.3 näher erläutert, weitere Hintergrundinformationen
finden sich in den anderen Figuren, wobei einander entsprechende Elemente und Teile
in allen Figuren mit gleichen Bezeichnungszeichen versehen sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Bankettsicherung mit einer
Vorrichtung im Bahnbau;
- Fig. 2
- einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Bankettsicherung mit einer
Vorrichtung im Strassen- und Wegebau;
- Fig. 3
- einen schematisch dargestellten Querschnitt durch eine Bankettsicherung oder Schulterverbreiterung
mit mehreren übereinander eingebauten Lagen von Stützgittem der erfindungsgemässen
Vorrichtung;
- Fig. 4
- eine schematisch dargestellte perspektivische Ansicht der Vorrichtung;
- Fig. 5a
- eine schematisch dargestellte perspektivische Ansicht einer ersten Ausbildung einer
Fixierung eines vertikalen Halteelementes an ein Stützgitter der erfindungsgemässen
Vorrichtung;
- Fig. 5b
- eine schematisch dargestellte Seitenansicht der in Fig. 5a gezeigten Ausbildung der
Fixierung;
- Fig. 6a
- eine schematisch dargestellte perspektivische Ansicht einer zweiten Ausbildung einer
Fixierung eines vertikalen Halteelementes an ein Stützgitter der erfindungsgemässen
Vorrichtung;
- Fig. 6b
- eine schematisch dargestellte Seitenansicht der in Fig. 6a gezeigten Ausbildung der
Fixierung;
- Fig. 7a bis 7g
- jeweils im Querschnitt schematisch dargestellte Ausbildungen von vertikalen Halteelementen
einer erfindungsgemässen Vorrichtung; und
- Fig. 8a bis 8g
- jeweils im Querschnitt schematisch dargestellte Ausbildungen von schrägen Zugelementen
einer erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0032] In den Fig. 1 bis 3 ist eine gesamthaft mit 1 bezeichnete Vorrichtung zur Sicherung
instabiler Bankette in Hanglagen 11 dargestellt. Mit der Vorrichtung 1 können auch
tiefere Gleitflächen 12 stabilisiert werden.
[0033] Die Vorrichtung 1 kann beispielsweise im Bahnbau wie in Fig. 1 dargestellt, oder
im Strassen- und Wegebau beispielsweise wie in Fig. 2 dargestellt, als reine Massnahme
der Bankettsicherung oder auch zum Zwecke einer Rand-, Geh- oder Verkehrswegverbreiterung
eingesetzt werden. Bei höheren Banketten, z.B. im Zusammenhang mit Randwegverbreiterungen,
ermöglicht die Vorrichtung 1 beispielsweise wie in Fig. 3 dargestellt einen mehrlagigen
Einbau. Zur weiteren Veranschaulichung ist in Fig. 4 eine Vorrichtung 1 in perspektivischer
Ansicht an einer Bankette in Hanglage schematisch dargestellt.
[0034] Die Vorrichtung 1 umfasst ein winkelförmiges Stützgitter 2 mit Frontseite 21, normalerweise
horizontalem Bodenteil 22 und Abspannhaken 6, eine Gittereinlage 7 sowie durch Bodenteile
22 der Stützgitter 2 gehende vertikale Halteelemente 3, die falls geomechanisch erforderlich
mit Zugelementen 4 zurückgehalten werden. Eine zusätzliche Fixierung 5 gegen horizontales
Verschieben zwischen Stützgitter 2 und vertikalem Tragelement 4 ist möglich, im Standardfall
aber nicht erforderlich. Das Stützgitter 2 wird mit grobkörnigem Schüttmaterial 8
verfüllt, das zusammen mit den vertikalen Tragelementen 3 und gegebenenfalls mit Zugelementen
4 die gesamte Vorrichtung 1 ausmacht. Vertikale Verschiebungen des Stützgitters 2
gegenüber dem vertikalen Halteelement 3 sind möglich, so dass insbesondere bei Setzungen
keine kritischen Zusatzbelastungen auf das Halteelement 3 übertragen werden.
[0035] Der Aufbau erfolgt von einem Planum 9 aus, das in seiner Breite mindestens der Auflagebreite
des Stützgitters 2 entsprechen muss. Dahinter wird eine möglichst steile Baugrubenböschung
10 erstellt. Die vertikalen Halteelemente 3 werden entwedervon der ursprünglichen
Böschung 11 oder erst vom Planum 9 aus eingebracht und ragen genügend weit über das
Planum 9 hinaus, um deren ausreichende Einbettung ins Füllmaterial 8 zu gewährleisten.
Die schrägen Zugelemente 4 werden bei einlagigen Banketten beispielsweise nach den
Fig. 1 und 2 mit nur einem Stützgitter 2 von einem kleinen Aushub aus, der bis unter
das Planum 9 reicht, unter diesem versetzt. Bei mehrlagigen Banketten beispielsweise
nach Fig. 3 wird das Zugelement 4 auch höher von der Baugrubenböschung 10 aus eingebaut.
[0036] Das Stützgitter 2 besteht im allgemeinen aus einem korrosionsgeschützten Stahlgitter
und ist im wesentlichen L-förmig ausgebildet mit einer Neigung der Frontseite 21 zum
Bodenteil 22, die ca. 60° bis 90° beträgt. Das flächige geokompatible Fabrikat 7 ist
beispielsweise eine Geotextileinlage oder ein Geogitter und hat den Zweck, das Füllmaterial
8 zurückzuhalten. Die Öffnungsweiten des geokompatiblen Fabrikats 7 sind auf den Korndurchmesser
des Füllmaterials 8 abgestimmt. Da im allgemeinen grobes Füllmaterial 8 (Schotter,
Geröll) eingebaut wird und die Halteelemente untereinander einen im Verhältnis zu
ihrem Durchmesser grossen Abstand aufweisen, ist die Vorrichtung 1 als Ganzes durchlässig,
so dass aus dem Bahn- oder Strassenkörper zufliessendes Wasser wie bei einer normalen
Böschung ungehindert abfliessen kann. Es erfolgt im Gegensatz zu dichten Banketten
kein Einstau und kein konzentrierter Abfluss aus Öffnungen etc.
[0037] Die vertikalen Halteelemente 3 können aus eingerammten Stahlprofilen wie beispielsweise
DoppelT-Profilen, Schienenprofilen, Rohren, Stäben und dergleichen, oder auch aus
Beton- oder Holzprofilen runder oder eckiger Ausbildung bestehen, wie es weiter unten
im Zusammenhang mit den Figuren 7a bis 7g näher beschrieben wird. Beispielsweise können
dabei die Halteelemente 3 eingerammt oder auch in vorgebohrte Löcher versetzt werden.
Zur zusätzlichen Verfestigung und Stabilisierung ist bei Rohren (gerammt oder gebohrt)
sowie bei in vorgebohrte Löcher versetzten Stabprofilen eine zusätzliche Vermörtelung
angezeigt.
[0038] Die schrägen Zugelemente 4 werden wie erdmechanisch erforderlich eingebaut. Bestehen
können diese Zugelemente 4 beispielsweise aus eingerammten und durch Ziehen vorgespannten
Stab- oder Seilankern, oder auch aus eingerammten oder in vorgebohrte Löcher versetzten
und meist eingemörtelten Rohr- und Stabankern, oder noch aus Seilankern, die im allgemeinen
in vorgebohrte Löcher versetzt und eingemörtelt werden, wie es weiter unten im Zusammenhang
mit den Figuren 8a bis 8g näher beschrieben wird. Möglich sind auch Kombinationen
davon mit Rohrankern.
[0039] Fixierungen zwischen dem Bodenteil 22 des Stützgitters 2 und den vertikalen Halteelementen
3 sind insbesondere bei schlechtem Füllmaterial 8 und/oder hohen von hinten auf Stützgitter
2 und Verfüllung 8 wirkenden horizontalen Druckkräften erforderlich. Solche allgemein
mit 5 bezeichnete Fixierungen sind beispielsweise Druckelemente wie das in Fig. 5a
und 5b schematisch dargestellte keilförmige Element, welches das vertikale Halteelement
3 durch Klemmwirkung am Stützgitter 2 fixiert, oder beispielsweise auf Zug beanspruchte
Halterungen wie das in Fig. 6a und 6b schematisch dargestellte U-förmige Element,
welches das vertikale Halteelement 3 umschliesst und mit einer Befestigungsnuss am
Stützgitter 2 fixiert ist.
[0040] In den Figuren 7a bis 7g sind Beispiele von Querschnitten eines vertikalen Halteelementes
3 schematisch dargestellt: Ein solcher Querschnitt ist beispielsweise in Fig. 7a H-förmig,
in Fig. 7b wie bei einer Eisenbahnschiene geformt, in Fig. 7c ringförmig wie bei einem
Rohr, in Fig. 7d kreisrund wie bei einem Stab, in Fig. 7e quadratisch wie bei einem
Prisma, in Fig. 7f wiederum ringförmig wie bei einem Rohr und zusätzlich mit Mörtelverfüllung
und -umhüllung versehen, in Fig. 7g wiederum kreisrund wie bei einem Stab und zusätzlich
mit Mörtelumhüllung versehen, wobei auch eine Kombination von Ausbildungen nach Fig.
7f und 7g möglich ist und dabei die Ausbildung nach Fig. 7f als äusseres Hüll- oder
Infiltrationsrohr verwendbar ist.
[0041] In den Figuren 8a bis 8g sind Beispiele von Querschnitten eines schrägen Zugelementes
4 schematisch dargestellt: Ein solcher Querschnitt ist beispielsweise in Fig. 8a kreisrund
wie bei einem Stab, in Fig. 8b aus mehreren kreisrunden Teilbereichen bestehend wie
bei einem Drahtseil, in Fig. 8c ringförmig wie bei einem Rohr, in Fig. 8d (in schematischer
Darstellung) aus einem rammbaren Zuganker mit Stab- oder Seilzug und sich unter Ziehen
bzw. Verspannen querstellender Ankerspitze bestehend, in Fig. 8e wiederum kreisrund
wie bei einem Stab und zusätzlich mit Mörtelumhüllung versehen, in Fig. 8f wiederum
aus mehreren kreisrunden Teilbereichen bestehend wie bei einem Drahtseil und zusätzlich
mit Mörtelumhüllung versehen, in Fig. 8g wiederum ringförmig wie bei einem Rohr und
zusätzlich mit Mörtelverfüllung und -umhüllung versehen, wobei wiederum auch eine
Kombination der Ausbildung nach Fig. 8e bzw. Fig. 8f mit der Ausbildung nach Fig.
8g möglich ist und dabei die Ausbildung nach Fig. 8g als äusseres Hüll- oder Infiltrationsrohrverwendbar
ist.
Liste der Bezugszeichen
[0042]
- 1
- Haltevorrichtung
- 2
- Winkelförmiges Stützgitter
- 3
- Vertikales Halteelement
- 4
- Zugelement (fakultativ)
- 5
- Fixierelement (fakultativ)
- 6
- Abspannhaken zu winkelförmigem Stützgitter
- 7
- geokompatibles Fabrikat (Geotextileinlage, Geogitter)
- 8
- Schüttmaterial
- 9
- Planum
- 10
- steile Aushubböschung
- 11
- labile Böschung
- 12
- Gleitfläche bei Rutschproblemen
- 21
- Frontseite des Stützgitters
- 22
- Bodenteil des Stützgitters
1. Vorrichtung zur Sicherung instabiler Bankette beim Bau insbesondere von Bahnen, Strassen
und Wegen, mit auf dem Untergrund aufgelegten, längsseitig aneinandergereihten und
mit Schüttmaterial (8) gefüllten Stützgittern (2), die jeweils offen und winkelförmig
mit einer Frontseite (21) und einem normalerweise horizontalen Bodenteil (22) ausgebildet
und zumindest frontseitig mit einem flächigen geokompatiblen Fabrikat (7) verkleidet
sind,
gekennzeichnet durch
im wesentlichen vertikale, in den Untergrund getriebene Halteelemente (3), von denen
jedes, im Abstand von den Frontseiten (21), durch einen Bodenteil (22) eines Stützgitters (2) geht und dieses im Untergrund fixiert,
wobei mehrere Stützgitter (2) übereinander angeordnet sind, deren Bodenteile (22)
durch ein oder mehrere gemeinsame Halteelemente (3) fixiert sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente (3) zusätzlich durch schräge, in den Untergrund getriebene Zugelemente
(4) fixiert sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente (3) und/oder die Zugelemente (4) in den Untergrund durch Rammen
und/oder Bohren eingebracht sind.
4. Verfahren zum Erstellen einer gesicherten Bankette beim Bau insbesondere von Bahnen,
Strassen und Wegen, mit mindestens einer Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende Verfah rensschritte:
a) Erstellen eines Planums;
b1) Treiben einer Mehrzahl von aneinandergereihten Halteelementen im wesentlichen
vertikal in den Untergrund des Planums, bis jeweils nur ein oberer Endbereich des
Halteelementes das Planum strunkartig überragt;
c1) Aufsetzen einer Mehrzahl von aneinander gereihten Stützgittem bodenseitig auf
das Planum und im Abstand von deren Frontseiten durch deren Bodenteile gehend auf
die das Planum überragenden Strünke der Halteelemente;
d) Verkleiden der Stützgitter zumindest frontseitig mit einem flächigen geokompatiblen
Fabrikat; und
e) Füllen der verkleideten Stützgitter mit Schüttmaterial.
5. Verfahren zum Erstellen einer gesicherten Bankette beim Bau insbesondere von Bahnen,
Strassen und Wegen, mit mindestens einer Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
a) Erstellen eines Planums;
b2) Aufsetzen einer Mehrzahl von aneinandergereihten Stützgittem bodenseitig auf das
Planum;
c2) Treiben einer Mehrzahl von aneinandergereihten Halteelementen im wesentlichen
vertikal durch Bodenteile von Stützgittern im Abstand von deren Frontseiten in den Untergrund des
Planums, bis jeweils nur ein oberer Endbereich des Halteelementes das Planum strunkartig
überragt;
d) Verkleiden der Stützgitter zumindest frontseitig mit einem flächigen geokompatiblen
Fabrikat; und
e) Füllen der verkleideten Stützgitter mit Schüttmaterial.,
1. A device for securing instable verges in the construction, more particularly of railway
tracks, motorway lanes and roads, comprising supporting cages (2) filled with bulk
material (8), arranged side by side onto the foundation with adjacent longer sides,
each being of open and angulated construction having a front side (21) and a normally
horizontal base portion (22), and being lined at least at the front with a geocompatible
fabric (7) having an extended planar surface,
characterized by
substantially vertical holding elements (3) driven into the foundation and each of
which passes through a base portion (22) of a supporting cage (2) to fasten the latter
to the foundation at a distance from the front sides (21), wherein several supporting
cages (2) are arranged on top of each other, their base portions (22) being fastened
by means of one or more common holding elements (3).
2. A device according to claim 1, characterized in that the holding elements (3) are additionally fastened by means of slanting pulling elements
(4) driven into the foundation.
3. A device according to claim 1 or 2, characterized in that the holding elements (3) and/or the pulling elements (4) are driven into the foundation
by ramming and/or boring.
4. A method of building a secured verge comprising at least one device according to claim
1 in the construction, more particularly of railway tracks, motorway lanes and roads,
characterized by the following method steps:
a) constructing a formation level;
b1) driving a plurality of holding elements arranged in rows substantially vertically
into the foundation of the formation level each time until only an upper terminal
portion of the holding element juts out as a stub above the formation level;
c1) arranging, upon the holding element stubs that jut out above the formation level,
a plurality of supporting cages side by side with their base portion resting on the
formation level and said stubs passing through their base portion at a distance from
their front sides;
d) lining the supporting cages at least at the front with a geocompatible fabric having
an extended planar surface; and
e) filling the lined supporting cages with bulk material.
5. A method of building a secured verge comprising at least one device according to claim
1 in the construction, more particularly of railway tracks, motorway lanes and roads,
characterized by the following method steps:
a) constructing a formation level;
b2) arranging a plurality of supporting cages side by side with their base portion
resting on the formation level;
c2) driving substantially vertically into the foundation of the formation level a
plurality of holding elements arranged in rows and passing through base portions of
supporting cages at a distance from the front sides of the latter, each time until
only an upper terminal portion of the holding element juts out as a stub above the
formation level;
d) lining the supporting cages at least at the front with a geocompatible fabric having
an extended planar surface; and
e) filling the lined supporting cages with bulk material.
1. Dispositif de consolidation d'accotements instables dans la construction plus particulièrement
de voies ferrées, chaussées et routes, comportant des cages de support (2) remplies
de matériau en vrac (8) rangées côte à côte sur le sous-sol, adjacentes sur leurs
grands côtés, chacune étant de construction ouverte et angulée avec une face avant
(21) et une partie de base (22) normalement horizontale et étant revêtue au moins
sur le devant d'un tissu géocompatible (7) de grande surface plane,
caractérisé par
des éléments de maintien (3) essentiellement verticaux fichés dans le sous-sol et
dont chacun passe, à distance des faces avant (21), à travers une partie de base (22)
d'une cage de support (2) et fixe celle-ci au sous-sol, plusieurs cages de support
(2) étant disposées l'une au-dessus de l'autre, leurs parties de base (22) étant fixées
au moyen d'un ou plusieurs éléments de maintien (3) communs.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments de maintien (3) sont fixés en outre au moyen d'éléments de traction
(4) obliques fichés dans le sous-sol.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les éléments de maintien (3) et/ou les éléments de traction (4) sont introduits dans
le sous-sol par moutonnage et/ou par forage.
4. Procédé de construction d'un accotement consolidé comportant au moins un dispositif
selon la revendication 1 dans la construction plus particulièrement de voies ferrées,
chaussées et routes,
caractérisé par les étapes de procédé suivantes:
a) construire une plate-forme;
b1) enfoncer une pluralité d'éléments de maintien disposés en rangées essentiellement
verticalement dans le sous-sol de la plate-forme chaque fois jusqu'à ce que seule
une portion terminale supérieure de l'élément de maintien dépasse au-dessus de la
plate-forme à la manière d'une souche;
c1) placer côte à côte sur les souches des éléments de maintien qui dépassent au-dessus
de la plate-forme une pluralité de cages de support avec leur partie de base reposant
sur la plate-forme et les souches traversant leur partie de base à distance de leur
face avant;
d) revêtir les cages de support, au moins sur le devant, d'un tissu géocompatible
présentant une grande surface plane; et
e) remplir de matériau en vrac les cages de support revêtues.
5. Procédé de construction d'un accotement consolidé comportant au moins un dispositif
selon la revendication 1 dans la construction plus particulièrement de voies ferrées,
chaussées et routes,
caractérisé par les étapes de procédé suivantes:
a) construire une plate-forme;
b2) ranger côte à côte sur la plate-forme une pluralité de cages de support reposant
sur leur partie de base;
c2) enfoncer une pluralité d'éléments de maintien disposés en rangées essentiellement
verticalement dans le sous-sol de la plate-forme à travers des parties de base de
cages de support à distance de leur face avant chaque fois jusqu'à ce que seule une
portion terminale supérieure de l'élément de maintien dépasse au-dessus de la plate-forme
à la manière d'une souche;
d) revêtir les cages de support, au moins sur le devant, d'un tissu géocompatible
présentant une grande surface plane; et
e) remplir de matériau en vrac les cages de support revêtues.