(19)
(11) EP 0 981 988 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.03.2000  Patentblatt  2000/09

(21) Anmeldenummer: 99810594.4

(22) Anmeldetag:  06.07.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A47H 15/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 25.08.1998 DE 29815226 U

(71) Anmelder: SILENT GLISS INTERNATIONAL AG
CH-3073 Gumligen/Bern (CH)

(72) Erfinder:
  • Grützner, Hans
    3122 Kehrsatz (CH)

(74) Vertreter: Groner, Manfred et al
Isler & Pedrazzini AG, Patentanwälte, Postfach 6940
8023 Zürich
8023 Zürich (CH)

   


(54) Vorhangaufhängevorrichtung


(57) Die Vorhangaufhängevorrichtung (1) weist eine an einer Gebäudewand oder -decke (13) zu befestigende Führungsschiene (2) auf, die einen sich in Längsrichtung erstreckenden Kanal (15) besitzt. In diesem Kanal (15) sind mehrere Gleiter (3) gleitverschieblich geführt, die jeweils einen Kopf (4) und einen Fuss (5) aufweisen und der Kopf (4) in den Kanal (15) eingerastet ist und der Fuss (5) zur Befestigung des Vorhanges dient. Der Kanal (15) ist in einer Seitenwand der Führungsschiene (2) angeordnet und zum Lösen des Gleiters (3) von der Führungsschiene (2) ist der Kopf (4) mittels des Fusses (5) verkleinerbar.







Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorhangaufhängevorrichtung, die eine an einer Gebäudewand oder -decke zu befestigende Führungsschiene mit einem sich in Längsrichtung erstreckenden Kanal umfasst. In diesem Kanal sind mehrere Gleiter gleitverschieblich geführt, wobei die Gleiter jeweils einen Kopf und einen Fuss aufweisen, der Kopf in eine Öffnung des Kanals eingerastet ist und der Fuss zur Befestigung des Vorhangs dient.

[0002] Solche Vorhangaufhängevorrichtungen sind bereits aus dem Stand der Technik bekannt. Die EP 0 619 971 beschreibt einen Gleiter zum Aufhängen eines Vorhangs an einer Führungsschiene, der einen Kopfteil, einen Verbindungsteil sowie einen unteren Teil umfasst. Der Kopfteil weist einen Schlitz auf, durch dessen Zusammenpressen der Kopf so verkleinert wird, dass er in die Führungsschienen eingebracht werden kann.

[0003] Die EP 0 601 663 beschreibt eine Kombination bestehend aus einer Vorhangschiene und einem Gleiter, wobei der Gleiter einen Schlitz aufweist und in die Schiene mittels elastischer Deformation, d.h. durch Zusammenpressen des Kopfes, eingerastet werden kann.

[0004] Zum Einbringen der Gleiter in die Führungsschiene der im Stand der Technik beschriebenen Vorhangaufhängevorrichtungen müssen im Fall eines stabil in der Schiene sitzenden Gleiters grosse Kräfte aufgewandt werden, um den Durchmesser des Kopfes so zu verkleinern, dass er in die Schiene eingerastet werden kann. Ist der Kopf weniger stabil und lässt sich somit leichter in die Schiene einrasten, so bedeutet dies, dass sich der Gleiter je nach Schwere des Vorhangs aus der Schiene lösen kann. Dies ist umso mehr möglich, wenn die Öffnung der Führungsschiene, wie im Stand der Technik beschrieben, nach unten, d.h. bodenwärts gerichtet ist.
Ein weiterer Nachteil der bisher beschriebenen Systeme liegt darin, dass die Gleiter zwar an jeder beliebigen Stelle in die Führungsschiene eingebracht, jedoch nur an einer vorbestimmten, speziell zum Lösen der Gleiter konstruierten Stelle der Führungsschiene wieder entfernt werden können.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die zuvor beschriebenen Nachteile zu beseitigen und darüberhinaus eine einfache, d.h. ohne Werkzeuge zu montierende Vorhangaufhängevorrichtung zur Verfügung zu stellen. Die erfindungsgemässe Vorhangaufhängevorrichtung ermöglicht ausserdem ein extrem leichtes Verschieben der Vorhänge, eine universelle Montage an Decken und Wänden, rasches Einfahren der Gleiter in die Führungsschiene und ein Ein- und Ausrasten der Gleiter entlang der Führungsschiene.

[0006] Mit der vorliegenden Erfindung werden die zuvorgenannten Nachteile der im Stand der Technik beschriebenen Vorhangaufhängevorrichtungen beseitigt, indem die Öffnung des Kanals in einer Seitenwand der Führungsschiene angeordnet ist. Das Gewicht des am Gleiter befestigten Vorhangs ruht daher nicht wie bei den im Stand der Technik beschriebenen Vorrichtungen allein auf dem Kopf des Gleiters, sondern aufgrund seiner seitlichen Anordnung auf dem Kanalboden der Führungsschiene.

[0007] Ein weiterer, grosser Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt in dem leichten, ohne jegliche Zuhilfenahme von Werkzeugen möglichen Einrasten des Kopfes in den Kanal der Führungsschiene, was durch eine mittig angeordnete, horizontale Ausnehmung des Gleiters ermöglicht wird.

[0008] Die spezielle, im weiteren beschriebene Konstruktion des Gleiters und der Führungsschiene ermöglicht darüberhinaus auch ein Ausrasten, d.h. Entfernen des Gleiters an jeder beliebigen Stelle der Führungsschiene. Das bisher notwendige, umständliche Hinziehen und Zusammenstauchen des Vorhangs an einem Ende der Schiene ist durch die vorliegenden Erfindung nicht mehr notwendig.

[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:

Figur 1: eine Ansicht einer Vorhangaufhängevorrichtung mit einer Führungsschiene und mehreren Gleitern;

Figur 2: eine Ansicht eines Gleiters;

Figur 3: eine Frontansicht des Gleiters gemäss Figur 1;

Figur 4: die Rückseite des Gleiters nach Figur 1;

Figur 5: eine Ansicht einer an einer Gebäudewand befestigten Führungsschiene;

Figuren 6a bis d: einzelne Phasen beim Ausrasten eines Gleiters aus der Führungsschiene.



[0010] Die Vorhangaufhängevorrichtung 1 der vorliegenden Erfindung besteht aus einer an einer Gebäudewand oder -decke 13 befestigten Führungsschiene 2 sowie mehreren Gleitern 3 (Figur 1). Die Führungsschiene 2 weist zwei sich in Längsrichtung erstreckende, seitlich geöffnete Kanäle 15 und 16 auf. Im Kanal 15 sind mehrere Gleiter 3 gleitverschieblich geführt. Der Kanal 16 dient zur Befestigung der Führungsschiene 2 an wenigstens zwei Trägern 12. Des weiteren ist die Führungsschiene 2 durch eine zur Vertikalen geneigte Rückwand 17 gekennzeichnet, wie Figur 5 zeigt.

[0011] Der in Figur 2 dargestellte Gleiter 3 setzt sich zusammen aus einem Kopf 4, einem Fuss 5, sowie zwei den Kopf und Fuss verbindenden Stegen 7. Der Kopf 4 weist zwei übereinanderliegende Führungsnuten 10 und 11 auf, die jeweils in einen Rand der Führungsschiene 2 eingreifen (siehe auch Figur 6). Zur Verkleinerung weist der Kopf 4 eine mittig angeordnete, sich horizontal erstreckende Ausnehmung 9 auf, auf deren unterer Begrenzung wiederum etwa mittig ein Anschlagnocken 6 angeordnet ist (Figuren 2, 3 und 4).

[0012] In den Figuren 6a bis 6d ist der Vorgang des Lösens eines Gleiters 3 von der Führungsschiene 2 dargestellt.

[0013] Die Figur 6a zeigt den in der Führungsschiene 2 gleitverschieblich gelagerten Gleiter 3. Ein oberer Rand 2a greift in die obere Nut 10 und ein unterer Rand 2b in die untere Nut 11 ein. Auch eine grosse, nach unten gerichtete Kraft in Richtung des Pfeils 18 vermag den Gleiter nicht aus dem Kanal 15 zu heben. Zum Lösen des Gleiters 3 wird gemäss Figur 6b der Fuss 5 mit einem Finger 19 in Richtung des Pfeils 20 nach oben gedrückt, worauf sich die untere Nut 11 aus dem unteren Rand 2b löst und der Gleiter, wie in Figur 6c und d gezeigt, aus der Führungsschiene gelöst werden kann. Um eine Überdehnung des Gleiters 3 bei diesem Vorgang zu verhindern, ist ein Anschlagnocken 6 mittig der unteren Begrenzung der Ausnehmung 15 angebracht, wie Figuren 6b und c zeigen. Das Einrasten erfolgt analog dem Ausrasten, nur in umgekehrter Richtung der Figur 6a bis d. Um den Kopf 4 in den Kanal 15 einzuführen, wird der Kopf 4 durch Verkleinern der Ausnehmung 9 in den Kanal 15 der Führungsschiene 2 eingebracht. Das Verkleinern geschieht durch Zusammendrücken oder -pressen der Ausnehmung 9, indem der Fuss 5, der bezüglich des Kopfes 4 seitlich vorsteht, in Kopfrichtung gebogen wird.

[0014] Die Vorhangaufhängevorrichtung der vorliegenden Erfindung umfasst weiterhin Gleiter 3, die magnetisch miteinander verbindbar sind, woduch ein Auseinanderdriften zweier an einer Vorrichtung befestigter Vorhänge verhindert wird.


Ansprüche

1. Vorhangaufhängevorrichtung (1), mit einer an einer Gebäudewand oder -decke (13) zu befestigenden Führungsschiene (2), die einen sich in Längsrichtung erstreckenden Kanal (15) aufweist, in welchem mehrere Gleiter (3) gleitverschieblich geführt sind, welche Gleiter (3) jeweils einen Kopf (4) und einen Fuss (5) aufweisen und der Kopf (4) in den Kanal (15) eingerastet ist und der Fuss (5) zur Befestigung des Vorhanges dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (15) in einer Seitenwand der Führungsschiene (2) angeordnet ist und dass zum Lösen des Gleiters (3) von der Führungsschiene (2) der Kopf (4) mittels des Fusses (5) verkleinerbar ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (4) zwei vertikal übereinanderlegende Führungsnuten (10, 11) aufweist, in welche jeweils ein Rand der Führungsschiene (2) eingreift.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (4) zu seiner Verkleinerung etwa mittig eine sich horizontal erstreckend Ausnehmung (9) aufweist.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der genannten Ausnehmung (9) ein Anschlagnocken (6) angeordnet ist.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlagnocken (6) etwa mittig in der Ausnehmung (9) angeordnet ist.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (4) bezüglich des Fusses (5) seitlich vorsteht.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der genannte Kanal (15) der Führungsschiene in einer sich vertikal erstreckenden Seitenwand angeordnet ist.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (2) eine zur Vertikalen geneigte Rückwand (17) aufweist.
 
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (2) über dem genannten Kanal (15) einen weiteren seitlich offenen Kanal (16) aufweist.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Gleiter (3) vorgesehen sind, die magnetisch lösbar miteinander verbindbar sind.
 




Zeichnung