[0001] Die Erfindung bezieht sich nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 auf ein Verfahren
zur Randschicht-Verfestigung eines metallenen Bauteiles mittels eines gepulsten Lasers,
mit dessen Lichtpulsen an der Oberfläche des Bauteiles durch Ablation in der Bauteil-Randschicht
werkstoffverfestigende Schockwellen induziert werden.
[0002] Zur Festigkeitssteigerung von Radienübergängen an Wellen sind sowohl thermische Verfahren
wie z.B. lnduktionshärten, Laserhärten etc., ferner thermochemische Verfahren wie
Nitrieren, Einsatzhärten etc. und mechanische Verfahren wie Festwalzen und Kugelstrahlen
bekannt. Dabei wird die Festigkeit bzw. Härte der Randschicht erhöht, wobei Druckeigenspannungen
durch Gefügeumwandlungen, Einlagerung von Fremdatomen bzw. mechanische Deformationen
eingebracht werden.
[0003] Die thermischen und thermochemischen Verfahren sind kostenintensiv aufgrund der benötigten
Härteanlagen, wie dies beispielsweise aus der DE 42 37 484 A1 hervorgeht, die ein
Verfahren zum Umschmelzen einer Werkstückoberfläche eines Nockens oder einer Kurbelwelle
mittels eines Laser beschreibt und zeigt. Weiter nachteilig ist, daß der mit dem thermischen
Verfahren verbundene Verzug der Wellen mechanisch beseitigt werden muß. Weiterhin
können thermisch empfindliche Werkstoffe mit diesen Verfahren nicht behandelt werden.
[0004] Bei den o.g. mechanischen Verfahren sind Werkstoffüberstände erforderlich zur gewünschten
Verformung. Beim Festwalzen, welches i. w. bei rotationssymetrischen Teilen Anwendung
findet, sind zusätzlich Ein- bzw. Hinterstiche an den Radien erforderlich, um den
während des Festwalzens auftretenden Materialaufwurf zu beherrschen. Durch Kugelstrahlen
können Eigenspannungen bis ca. 500 µm Tiefe eingebracht werden, wobei die Rauhtiefe
der Oberfläche durch die Strahlbehandlung wesentlich erhöht wird.
[0005] Allgemein wird angestrebt, einen Oberflächenbereich und darunterliegende Werkstoffschichten
eines Bauteiles gezielt so zu beeinflussen, daß im Werkstoff Druckeigenspannungen
aufgebaut werden und diese vorgespannten Werkstückbereich bei einer Beanspruchung
entgegengesetzt zur erzeugten Vorspannung entsprechend höher belastbar sind.
[0006] Aus der DE 39 05 551 C3 ist ein Verfahren zur Verfestigung der Oberfläche in einem
Radienübergang einer Kurbelwelle mittels eines Laser bekannt, wobei durch die Randschichtbehandlung
mittels Modulation der lntensitätsverteilung des Laserstrahles über seinen Strahlquerschnitt
senkrecht zur Strahlachse während der Bearbeitung des Werkstückes ein definiertes
Vorspannungsprofil durch eine thermische Gefügeumwandlung erzeugt wird, wobei in dem
Verfahren eine Umwandlungstemperatur für das Gefüge sowie eine kritische Abkühlgeschwindigkeit
des Bauteiles an der Umgebungsluft über die eingespeiste Energie ausbalanciert sind.
[0007] Weiter ist es aus der Lasertechnik bekannt, mittels Schockhärten durch Laser Druck-Eigenspannungen
in der Oberfläche eines Bauteiles zu erzeugen und dieses damit zu verfestigen. Ein
derartiges Verfahren, wie im Oberbegriff des Patentanspruches 1 angegeben, ist aus
der DE-Fachzeitschrift "Laser-Praxis" vom Juni 1997 auf den Seiten 30 mit 32 unter
dem Titel "Alu-Oberflächen veredeln" bekannt. Wie ab der letzten Spalte auf Seite
31 näher beschrieben, lassen sich durch Hintereinanderschaltung mehrerer Excimerlaser
in einer Oszillator-Verstärker-Anordnung kurze intensive Lichtpulse hoher Pulsenergie
erzeugen. Diese bewirken bei wiederholter Bestrahlung senkrecht zur Bauteiloberfläche
die Ausbildung von Druckeigenspannungen durch Verfestigung in der Oberfläche. Hierdurch
ergibt sich eine Steigerung der Dauerfestigkeit solcher behandelter Bauteile.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für dieses bekannte Verfahren mit vorteilhaft
geringster Temperaturerhöhung eine Anwendung für ein Bauteil aufzuzeigen, das durch
gesteigerte Wärmezufuhr besonders verzugsgefährdet ist mit dem Nachteil einer kostenintensiven
Nacharbeit.
[0009] In überraschend vorteilhafter Weise eignet sich das bekannte Verfahren dazu, einen
Radienübergang in/an einer Maschinenwelle mittels laserinduzierter Schockwellen zu
verfestigen.
[0010] Die erfindungsgemäße Anwendung des bekannten Verfahrens ergibt den Vorteil einer
gesteigerten dynamischen Beanspruchbarkeit der Maschinenwelle, insbesondere einer
Kurbelwelle für eine Hubkolbenmaschine. Weiter können auch Maschinenwellen aus thermisch
empfindlichen Werkstoffen vorteilhaft verfestigt werden. Ferner entfällt durch einen
unwesentlichen Verzug der Maschinenwelle eine aufwendige Nachbearbeitung. Weiter ermöglicht
die erfindungsgemäße Anwendung eine additive Härtesteigerung von gehärteten Bauteilen.
Schließlich vereinfacht sich die Bauteilgestaltung im Bereich des Radienüberganges
durch Fortfall eines Ein- bzw. Hinterstiches. Schlußendlich kann das Verfahren ohne
großen Aufwand in eine Fertigungslinie integriert werden.
[0011] Die Erfindung ist im folgenden beschrieben. Bei dem Verfahren zur Randschicht-Verfestigung
eines metallenen Bauteiles mittels eines gepulsten Lasers werden mit dessen Lichtpulsen
an der Oberfläche des Bauteiles durch Ablation in der Bauteil-Randschicht werkstoffverfestigende
Schockwellen induziert.
[0012] Erfindungsgemäß findet das Verfahren Anwendung zur Verfestigung eines Radienüberganges
in/an einer Maschinenwelle mittels laserinduzierter Schockwellen.
[0013] Bei diesem Laser-lmpuls-Verfestigungs-Verfahren lassen sich Randschichten bis in
eine Tiefe von einigen Millimetern verfestigen. Die Verfestigung basiert auf der Erzeugung
von Versetzungen und/oder Zwillingen im behandelten Werkstoff der Randschicht durch
die laserinduzierten Schockwellen, die durch eine direkte oder beschränkte Ablation
erzeugt werden können. Die Laserstrahlung wird in bekannter Weise vom Werkstoff absorbiert,
wodurch ein Plasma erzeugt wird, welches sich bei der beschränkten Ablation aufgrund
einer Deckschicht nicht ungehindert ausbreiten kann. Durch den Überdruck infolge der
Plasmabildung kommt es zur Ausbildung von Schockwellen, welche sich in den Werkstoff
ausbreiten und zur Erzeugung von Versetzungen und/oder Zwillingen führen.
[0014] Bei dem Verfahren werden durch die Laserimpulse mikroskopisch kleine Teile der Randschicht
verdampft, wobei mit dem dabei entstehenden Überdruck Schockwellen erzeugt werden,
die der mechanischen Verfestigung des Werkstoffes unter der Bauteiloberfläche dienen.
Vorteilhaft ist hierbei, daß das Bauteil keine merkliche Temperaturerhöhung erfährt,
so daß auch thermisch empfindliche Werkstoffe wie z.B. ausscheidungshärtende Legierungen
verfestigt werden können.
[0015] Das Verfahren findet bevorzugt Anwendung bei einer Kurbelwelle einer Hubkolbenmaschine,
insbesondere Brennkraftmaschine.
[0016] Als bevorzugter Werkstoff für eine derartige Kurbelwelle ist ein niedrig legierter
Einsatzstahl wie z.B. 10MnB6 vorgesehen.
1. Verfahren zur Randschicht-Verfestigung eines metallenen Bauteiles mittels eines gepulsten
Lasers,
- mit dessen Lichtpulsen an der Oberfläche des Bauteiles durch Ablation in der Bauteil-Randschicht
werkstoffverfestigende Schockwellen induziert werden,
dadurch gekennzeichnet,
- daß ein Radienübergang in/an einer Maschinenwelle mittels laserinduzierter Schockwellen
verfestigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anwendung bei einer Kurbelwelle
einer Hubkolbenmaschine.
3. Verfahren nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch die Anwendung bei einer Kurbelwelle
aus niedrig legiertem Einsatzstahl wie 10MnB6.