[0001] Verfahren zum Schützen einer Fehlerstromschutzeinrichtung oder einer Differenzstromschutzeinrichtung
bei aggressiven Umgebungsbedingungen und entsprechende Fehlerstromschutzeinrichtung
oder Differenzstromschutzeinrichtung Die Erfindung bezieht sich zunächst auf ein Verfahren
zum Schützen einer Fehlerstromschutzeinrichtung oder einer Differenzstromschutzeinrichtung,
nachstehend hier auch zusammenfassend Schutzeinrichtung genannt. Die Erfindung bezieht
sich weiter auf eine entsprechend geschützte Schutzeinrichtung.
[0002] Bei aggressiven Umgebungsbedingungen, wie sie in Fertigungsstätten Gase darstellen,
die bei Niederschlag in Flüssigkeitsfilmen korrosiv wirken, sind die geschilderten
Schutzeinrichtungen besonders gefährdet, da sie in der Regel mit einem elektromagnetischen
Auslöser mit Joch und Anker in Wirkverbindung zu einem Schaltschloß arbeiten.
[0003] Das Schaltschloß kann Arbeitskontakte in Netzleitern öffnen. Die Polflächen zwischen
Joch und Anker eines derartigen Auslösers sind bekanntlich sehr sensibel.
[0004] Fehlerstromschutzeinrichtungen haben sich bei der Anwendung in elektrischen Anlagen
für Unfallschutz und für Brandschutz bestens bewährt und werden zunehmend in Errichtungsbestimmungen
vorgeschrieben. Jahrzehntelange Erfahrungen aus der Praxis, gezielte Weiterentwicklungen
sowie der Einsatz von innovativen Materialien und Fertigungstechnologien haben die
Realisierung von hochwertigen und zuverlässigen Schutzeinrichtungen ermöglicht.
[0005] In aggressiver Schadgasatmosphäre sind jedoch Vorkehrungen für die empfindlichen
Polflächen erforderlich, um über lange Zeiträume das Funktionieren der Schutzeinrichtung
sicherzustellen.
[0006] So können durch geeignete hochnickelhaltige Magnetmaterialien, die wirtschaftlich
aufwendig sind, die Korrosionsprozesse im Vergleich zu Materialien mit höherem Eisengehalt
vermindert werden. Es ist auch ein gekapselter Auslöser mit magnetischer Drehkopplung
bekannt (AT-B-0 378 443), bei dem Edelgas in der Kapselung mechanisch empfindliche
Teile gegen Korrosion schützt.
[0007] Eine derartige magnetische Kopplung bewirkt jedoch Verluste, so daß der Wirkungsgrad
der Auslöseeinrichtung sinkt. Es ist auch bekannt, die Polflächen zu beschichten,
beispielsweise durch anorganische Schichten, wie Edelmetallauflagen, auch Goldgalvanik
oder Hartstoffbeschichtungen, beispielsweise EP-B1-0 293 702).
[0008] Es sind auch dünne Schichten aus einem Plasmapolymer bekannt (DE-U-29 801 584), wodurch
der Luftspalt nur unwesentlich vergrößert wird. Allgemein liegen Schichtdicken prozeßbedingt
im Bereich von einigen µm. Schon eine solche Vergrößerung des magnetischen Luftspaltes
wirkt sich jedoch negativ auf den Wirkungsgrad des Auslösesystems aus. Bei sonst gleichem
Aufbau des Auslösers sinkt die Resthaltekraft des Systems, was zu einer Verringerung
der Betriebszuverlässigkeit führen kann.
[0009] Außerdem ist es schwierig, gewünschte Schichtdicken zu gewährleisten und sicherzustellen,
daß sie über lange Betriebszeit sich nicht wesentlich verändern.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine danach arbeitende
Schutzeinrichtung zu entwickeln, wobei das "Kleben" des Ankers an den Polflächen seines
zugeordneten Jochs der Auslöseeinrichtung infolge Korrosion vermieden wird.
[0011] Die Lösung der geschilderten Aufgabe erfolgt durch eine Fehlerstromschutzeinrichtung
nach Anspruch 1. Die Polflächen von Anker und zugeordnetem Joch werden hierbei dadurch
geschützt, daß ein direkt auf Joch oder Anker der Auslöseeinrichtung wirkendes Heizelement
darauf abgestimmt ist, die Mikroumgebung über den Taupunkt aufzuheizen. Hierbei kann
sich auf den Polflächen dann keine Feuchte bilden, in der aggressive Gase kondensieren
und korrosiv wirken können.
[0012] Bei einem bekannten Fehlerstromschutzschalter, wie z.B. im DE 44 05 868 A offenbart,
ist eine Heizeinrichtung mit Regler vorgesehen, bei dem bei Unterschreiten einer bestimmten
Mindesttemperatur geheizt wird, um Kondenswasser zu vermeiden. Die Heizeinrichtung
kann irgendwo im Fehlerstromschutzschalter angeordnet sein, insbesondere im Bereich
der Auslöseeinrichtung.
[0013] Durch eine Heizeinrichtung, die zeitlich konstant direkt auf Joch und/oder Anker
wirkt und die Mikroumgebung über den Taupunkt aufheizt, vermeidet man Feuchte und
man kommt ohne Regeleinrichtung aus, die ihrerseits entweder aufwendig oder nicht
besonders zuverlässig ist.
[0014] Zur Lösung der geschilderten Aufgabe ist vorgesehen, daß die Heizeinrichtung zeitlich
konstant als ein direkt auf Joch und/oder Anker wirkendes Heizelement ausgebildet
ist, wobei dieses von Netzleitern oder von einer externen Spannungsversorgung seine
Betriebsspannung bezieht, wobei das Heizelement bezüglich seines Widerstands und seiner
Spannung derart bemessen ist, daß eine Temperaturerhöhung gegen die Mikroumgebung
um mindestens 5 Kelvin erzielt wird.
[0015] Eine derartige Schutzeinrichtung ist in aggressiver Umgebung geschützt, da sich in
der Auslöseeinrichtung auf den Polflächen keine aggressiven feuchten Niederschläge
abscheiden können. Hierbei kommt man ohne eine Regeleinrichtung aus. Die Temperaturerhöhung
gegen die Mikroumgebung ist zwischen 5 und 10 Kelvin einzustellen. Bei einer wesentlich
weiteren Erwärmung könnten andererseits hierdurch selbst wieder Sicherheitsrisiken
entstehen.
[0016] Die Heizeinrichtung kann eine Hochfrequenzinduktionsspule sein, die um das Gehäuse
der Auslöseeinrichtung oder um Teile dieses Gehäuses angeordnet ist. Bei angelegter
Hochfrequenzeinspeisung bilden sich im Anker und Joch induktive Wirbelströme, die
eine Aufheizung bewirken.
[0017] Die Erfindung soll nun anhand von in der Zeichnung grob schematisch wiedergegebenen
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden:
In FIG 1 ist eine Schutzeinrichtung in der Ausführung als Fehlerstromschutzeinrichtung
nach Art eines Schaltplans wiedergegeben.
In FIG 2 ist eine Auslöseeinrichtung mit einer Heizeinrichtung, die direkt auf das
Joch wirkt, bei geöffnetem Gehäuse der Auslöseeinrichtung dargestellt.
In FIG 3 ist in der Darstellungsweise nach FIG 2 eine Auslöseeinrichtung mit einer
Hochfrequenzinduktionsspule wiedergegeben.
[0018] Die Schutzeinrichtung 1 nach FIG 1, in der Ausführung als Fehlerstromschutzeinrichtung,
weist einen Summenstromwandler 2 auf, dessen Primärseite zu überwachende bzw. zu schützende
Leiter bilden. Es sind dies im Ausführungsbeispiel auf der Seite des Versorgungsnetzes
die Außenleiter an den Anschlußklemmen L2, L4 und L6. Auf der Geräteseite bzw. Verbraucherseite
sind die Anschlußklemmen mit L1, L3 und L5 bezeichnet. Der Neutralleiter ist an den
Anschlußklemmen N anschließbar. Von einer Fehlerstromschutzeinrichtung spricht man
bekanntlich, wenn die Schutzeinrichtung netzspannungsunabhängig arbeitet und von Differenzstromschutzeinrichtung,
wenn die Schutzeinrichtung netzspannungsabhängig für ihr Funktionieren ist.
[0019] Auf der Sekundärseite des Summenstromwandlers 2 ist eine Auslöseeinrichtung 3 angeschaltet.
Im Ausführungsbeispiel ist ein Modul 4 für elektronische Zusatzbauteile vorgesehen.
Eine übliche Prüfeinrichtung mit Prüftaste 5 ermöglicht es, sich zu vergewissern,
daß die Auslöseeinrichtung 3 funktioniert. Die Auslöseeinrichtung 3 arbeitet auf ein
Schaltschloß 6, das in Wirkverbindung zu Arbeitskontakten 7 und zu einem Prüfkontakt
8 in Prüfstromkreis steht. Eine Heizeinrichtung 9, im Ausführungsbeispiel als Widerstand
veranschaulicht, ist der Auslöseeinrichtung 3 beispielsweise gemäß FIG 2 zugeordnet.
Die Heizeinrichtung kann mit externen Anschlüssen 10 versehen sein. Man kann die Betriebsspannung
der Heizeinrichtung auch von den Netzleitern intern gewinnen.
[0020] Die Auslöseeinrichtung 3 nach FIG 2 weist im Wesentlichen ein Joch 11 und einen Anker
12 auf. Eine Erregerwicklung 13 liegt im Sekundärkreis des Summenstromwandlers und
sorgt bei Fehlerströmen und entsprechender Sekundärspannung am Summenstromwandler
dafür, daß der magnetische Fluß an einem Permanentmagneten in der Anordnung so weit
kompensiert wird, daß unter der Wirkung einer Zugfeder 14 der Anker 12 abfallen kann.
Die Heizeinrichtung 9 nach FIG 2 arbeitet im Ausführungsbeispiel mit diskreten elektrischen
Widerständen auf einer Leiterplatte 15. Die Anschlüsse zum Speisen der Heizeinrichtung
können als interne Anschlüsse 16 verstanden werden.
[0021] Bei der Auslöseeinrichtung nach FIG 3 besteht die Heizeinrichtung 9 aus einer Hochfrequenzspule
17 mit Hochfrequenzanschlüssen 18.
[0022] Wenn die Mikroumgebung über den Taupunkt aufgeheizt wird, ist sichergestellt, daß
sich Feuchte nicht niederschlagen kann. Durch eine Regeleinrichtung, wie sie im Stand
der Technik vorgesehen ist, kann die Gefahr bestehen, daß durch den Temperaturwechsel
sich erst recht Niederschläge bilden könnten.
[0023] Wie der bekannte Zusammenhang zwischen relativer Feuchte und Temperatur zeigt, wird
z.B. durch eine Anhebung der Temperatur um 10 Kelvin die relative Luftfeuchte bei
einem Umgebungsklima von z.B. 23°C und 100% relativer Luftfeuchtigkeit auf 55% relativer
Luftfeuchtigkeit gesenkt. Entsprechend kann bei einem Klima von 23°C und 55% relativer
Luftfeuchtigkeit die Temperatur auf 8°C absinken bis der Taupunkt erreicht wird. Durch
den üblichen Aufbau einer Auslöseeinrichtung mit geringen Öffnungen zur umgebenden
Atmosphäre wird der Austausch der Luft auf ein so geringes Maß gebracht, daß der Anstieg
der Mikrotemperatur, und damit das Absinken der relativen Luftfeuchte, erreicht wird.
1. Fehlerstromschutzeinrichtung, die mit einem elektromagnetischen Auslöser (3) mit Joch
(11) und Anker (12) in Wirkverbindung zu einem Schaltschloß (6) arbeitet, das Arbeitskontakte
(7) in Netzleitern öffnet, wobei die Fehlerstromschutzeinrichtung (1) eine Heizeinrichtung
(9) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung (9) als ein auf Joch (11) oder Anker (12) aufgebrachtes Heizelement
ausgebildet ist, wobei dieses von Netzleitern oder von einer externen Spannungsversorgung
seine Betriebsspannung bezieht, wobei das Heizelement bezüglich seines Widerstandes
und seiner Spannung derart bemessen ist, daß eine Temperaturerhöhung gegen die Mikroumgebung
zwischen 5 und 10 Kelvin erzielt wird, wodurch sich eine Regeleinrichtung für das
Heizelement erübrigt.
2. Verfahren zum Schützen einer Fehlerstromschutzeinrichtung vor sogenanntem "Kleben"
des Ankers (12) an den Polflächen seines zugeordneten Jochs (11) der Auslöseeinrichtung
(3), indem ein auf die Auslöseeinrichtung wirkendes Heizelement (9) darauf abgestimmt
ist, die Mikroumgebung durch zeitlich konstante Einwirkung auf Joch und bzw. oder
Anker über den Taupunkt aufzuheizen.
1. Fault current protection device, operating with an electromagnetic trigger (3) with
a yoke (11) and armature (12), operating with an active connection to a breaker mechanism
(6), which opens make contacts (7) in phase conductors, with the fault current protection
device (1) having a heating device (9), characterised in that the heating device (9) is configured as a heating element applied to the yoke (11)
or armature (12), drawing its operating voltage from phase conductors or from an external
voltage supply, with the heating element being dimensioned in respect of its resistance
and voltage such that a temperature rise of between 5 and 10 Kelvin compared to the
micro-environment is achieved, meaning that a regulator is not required for the heating
element.
2. Method for protecting a fault current protection device from so-called "adherence"
of the armature (12) to the pole faces of its assigned yoke (11) in the trigger device
(3), by setting a heating element (9) acting on the trigger device to heat the micro-environment
to above dew point by temporally constant action on the yoke and/or armature.
1. Dispositif de protection contre les courants de défaut qui avec un déclencheur (3)
électromagnétique comprenant une culasse (11) et un induit (12) travaille en coopération
avec un verrou (6) de maintien qui ouvre des contacts (7) de travail dans des conducteurs
du réseau, le dispositif (1) de protection contre les courants de défaut ayant un
dispositif (9) de chauffage,
caractérisé en ce que
le dispositif (9) de chauffage est formé d'un élément de chauffage appliqué sur la
culasse (11) ou sur l'induit (12), cet élément de chauffage se procurant sa tension
de service à partir de conducteurs du réseau ou d'une alimentation en tension externe,
l'élément de chauffage étant dimensionné en ce qui concerne sa résistance et sa tension
de telle sorte qu'une élévation de la température par rapport au microenvironnement
comprise entre 5 et 10 Kelvin est atteinte, de sorte qu'un dispositif de régulation
pour l'élément de chauffage est superflu.
2. Procédé pour protéger un dispositif de protection contre les courants de défaut de
ce qu'il est convenu d'appeler un « collage » de l'induit (12) aux faces polaires
de sa culasse (11) correspondante du dispositif (3) de déclenchement, par le fait
qu'un élément (9) de chauffage agissant sur le dispositif de déclenchement est adapté
pour porter au-dessus du point de condensation le microenvironnement par une action
constante au cours du temps sur la culasse et respectivement ou sur l'induit.