[0001] Die Erfindung bezieht sich auf den Einsatz bestimmter Legierungen für Kühlpreßplatten
in Einrichtungen für die Wärmebehandlung von Stahlteilen, insbesondere für die Härtung.
[0002] Die Erfindung bezieht sich dabei auch auf Vorrichtungen zur Wärmebehandlung, insbesondere
zum Härten von Stahlteilen mittels eines Rollenofens, dessen Rollenbahn bis in die
Kühlzone führt, in der die Stahlteile zwischen den Kühlpreßplatten mit der gewünschten
Abkühlungscharakteristik abgekühlt werden, wobei auch Stahlteile mit geringer Dicke
und großen Längsabmessungen rasch abgekühlt werden können.
[0003] In der Vergangenheit ist bereits vorgeschlagen worden (HTM Härterei - Technische
Mitteilungen, Bd 45, Nr. 6, Dezember 1990, München, S. 325-329), beim Wärmebehandeln
von Stählen Rollenöfen einzusetzen, an deren Ausgangsseite Preß- und Spanneinrichtungen
vorgesehen sind, die den Stahlteil während des Abkühlvorganges fest einspannen können.
Es geht hier insbesondere um das Härten von besonders kritischen Werkstücken, beispielsweise
Kreissägeblättern im Durchmesser von mehr als 30 cm oder aber Sägeblättern in Längserstreckungen
über 1, 2 oder gar 3 m. Hier ist es zunächst von besonderer Bedeutung, den Erwärmungsvorgang
so gleichmäßig wie möglich durchzuführen und direkt anschließend die gezielte Abkühlung
durchzuführen, wobei durch die Kühlpreßplatten auch noch erreicht werden soll, daß
sich diese besonders kritischen Werkstücke nicht verziehen können.
[0004] Bislang sind die Kühlpreßplatten aus Stahl hergestellt worden, allein aus der Überlegung
heraus, daß die Werkstücke vor der Wärmebehandlung Temperaturen im Bereich von 1000°C
haben und daß für diesen Bereich nur Stahlwerkstoffe zur Verfügung stehen, die die
mechanischen und die thermischen Anforderungen bewältigen können. Die Stahlplatten
selbst sind dabei so ausgestaltet, daß sie über ein Kühlsystem gekühlt werden können,
damit die von den heißen Werkstücken übernommene Wärme rasch abgeführt werden kann.
Hierbei stellt die relativ geringe thermische Leitfähigkeit von Stahl ein Problem
dar.
[0005] Der Erfinder der vorliegenden Erfindung hat zunächst einmal erkannt, daß Stahl nicht
der geeignete Werkstoff ist, um von den heißen Werkstücken relativ schnell eine große
Wärmemenge abzunehmen und diese Wärmemenge dann auch noch über die Kühleinrichtungen
abzuführen, damit die Kühlpreßplatte so schnell wie möglich für den nächsten Arbeitsvorgang
auf niedriger Temperatur wieder zur Verfügung steht.
[0006] Diejenigen Werkstoffe, die über deutlich bessere thermische Leitfähigkeiten als Stahl
verfügen, haben jedoch den Nachteil, daß sie wegen ihrer geringen Wärmestandfestigkeit
und Verschleißfestigkeit nicht eingesetzt werden können. Wegen der relativ geringen
thermischen Belastbarkeit scheidet beispielsweise Aluminium aus. Kupfer oder Kupferlegierungen
wären schon besser einsetzbar, fast alle haben jedoch den Nachteil, daß sie im Laufe
ständiger thermischer Wechselbeanspruchung ihre Festigkeit verlieren, also nur eine
geringe Anlaßbeständigkeit haben, so daß nur geringe Standzeiten von derartigen Kühlpreßplatten
erreicht werden können.
[0007] Schließlich kommt noch hinzu, daß bei der Wahl des geeigneten Werkstoffes auch berücksichtigt
werden muß, daß die Kühlpreßplatten mit einer Kühleinrichtung ausgestattet werden
müssen. Dies bedeutet, daß deren Material mit vertretbarem Aufwand bearbeitbar sein
muß, um die erforderlichen Kühlkanäle ausbilden zu können.
[0008] Gemäß der Erfindung sind nun Kupfer- und Kupferknetlegierungen gefunden worden, die
für den hier vorgesehenen Einsatzzweck in allen ihren Eigenschaften brauchbar sind.
Sie haben ein hinreichend großes thermisches Speichervermögen, so daß im ersten Moment
bei der Berührung der Kühlpreßplatte mit dem heißen Werkstück eine relativ große Energiemenge
pro Fläche aufgenommen werden kann, die dann über die Kühleinrichtung abgeführt wird.
Die Legierungen nach der Erfindung haben weiterhin den Vorteil, daß sie eine wesentlich
höhere thermische Leitfähigkeit als die bislang verwendeten Stahlwerkstoffe haben.
Sie lassen sich auch mit vertretbarem Aufwand bearbeiten, so daß die Herstellung der
Kühlkanäle problemlos bewältigt werden kann. Schließlich haben sie eine solche Härte
bzw. Festigkeit, daß selbst höhere Drücke beim Kühlpreßvorgang und im Kühlkreislauf
bewältigt werden können.
[0009] In der Tabelle sind einige typische Zusammensetzungen für derartige Legierungen zusammengestellt
worden.
[0010] Eine besonders bevorzugte Kühlpreßplatte gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß sie im Vergleich zu den bisherigen Kühlpreßplatten eine wesentlich größere Dicke
aufweist, insbesondere eine Dicke im Bereich von 20 mm. Die bislang eingesetzten Stahlplatten
konnten nur bis zu einer Dicke von 8 mm ausgeführt werden. Bei einer Kühlpreßplatte
mit 20 mm Dicke kann aufgrund der Wärmespeicherfähigkeit und der thermischen Leitfähigkeit
erreicht werden, daß an der Oberfläche der Kühlpreßplatte lediglich eine Temperatur
von ca. 200°C auftritt, wenngleich die Kühlpreßplatte mit einem Werkstück in Berührung
kommt, das beispielsweise eine Temperatur von 1000°C hat.
[0011] Gemäß der Erfindung sind solche Kupfer-Legierungen ausgewählt worden, die nach DIN
im Bereich mit dem Werkstoff Nr. 2.1200 bis 2.1300 klassifiziert sind, also etwa 2.1285
und 2.1247, und zwar solche, die eine Brinellhärte von etwa 250 in N/mm
2 bis zu Temperaturen von 500°C und Wärmeleitfähigkeiten von 150 bis 250 W/m·K bei
20°C haben. Dies ist der optimale Bereich für die Kupferlegierungen gemäß der Erfindung.
Zum Vergleich eine Tabelle mit den entsprechenden Werten für Ferritischen Stahl und
Elektrolytkupfer.
|
Brinellhärte (HB10) in N/mm2 bei 20°C |
Brinellhärte (HB10) in N/mm2 bei 500°C |
Wärmeleitfähigkeit in W/m × K bei 20°C |
Kupferlegierungen gemäß der Erfindung |
150 ... 350 |
250 |
100 ... 350 |
bevorzugte Kupferlegierungen gemäß der Erfindung |
230 ... 280 |
250 |
100 ... 250 |
insbes. 250 |
250 |
220 |
Ferritischer Stahl |
200 ... 450 |
150 ... 300 |
20 |
Elektrolytkupfer |
90 |
50 |
400 |
1. Anwendung von Kupferlegierungen für Kühlpreßplatten in Einrichtungen für die Wärmebehandlung
von Stahlteilen mittels eines Rollenofens, dessen Rollenbahn zu einer Kühlzone führt,
in der die Stahlteile mit der gewünschten Abkühlungscharakteristik abgekühlt werden,
mit Brinellhärten (HB10 in N/mm2 bei 20°C) im Bereich von 150 bis 350, vorzugsweise 230 bis 280 und insbesondere vorzugsweise
250 und Wärmeleitfähigkeiten (in W/m·K bei 500°C) von 100 bis 250 und vorzugsweise
220.