| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 984 092 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
|
08.03.2000 Patentblatt 2000/10 |
| (22) |
Anmeldetag: 23.08.1999 |
|
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
|
Benannte Erstreckungsstaaten: |
|
AL LT LV MK RO SI |
| (30) |
Priorität: |
02.09.1998 DE 19839896
|
| (71) |
Anmelder: Miele & Cie. GmbH & Co. |
|
D-33332 Gütersloh (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Herden, Rudolf
33442 Herzebrock (DE)
|
|
| |
|
| (54) |
Waschmaschine mit einer Einrichtung zur Ermittlung des Wäschegewichtes |
(57) Die Erfindung betrifft Waschmaschine mit einer Programmsteuerung, mit einem an Federn
(4) schwingend aufgehängten oder abgestützten Laugenbehälter (1), in dem eine Trommel
(2) zur Aufnahme von Wäsche drehbar gelagert und über einen Motor (3) im Wasch- und
Schleudergang antreibbar ist, und mit einer Einrichtung zur Erzeugung eines vom Wäschegewicht
abhängigen Signals. Um mit einfachen Mitteln eine genaue Schaumsensierung zu ermöglichen,
wird vorgeschlagen, daß in der Programmsteuerung eine Auswerteschaltung (A) integriert
ist, welche aufgrund der von der Einrichtung (11) im Waschgang erzeugten Signalschwankungen
eine Schaumbildung im Laugenbehälter (1) bzw. der Trommel (2) erkennt und hiervon
abhängig den weiteren Verlauf des Waschprogramms beeinflußt.
|

|
[0001] Die Erfindung betrifft eine Waschmaschine mit einer Programmsteuerung, mit einem
an Federn schwingend aufgehängten oder abgestützten Laugenbehälter, in dem eine Trommel
zur Aufnahme von Wäsche drehbar gelagert und über einen Motor im Wasch- und Schleudergang
antreibbar ist, und mit einer Einrichtung zur Erzeugung eines vom Wäschegewicht abhängigen
Signals.
[0002] Bei den eingangs genannten Waschmaschinen ist es bekannt, das Gewicht der in die
Trommel eingelegten Wäsche durch Auswertung der relativen Höhenänderung zwischen dem
Laugenbehälter und dem Gehäuse zu bestimmen. Hierzu wird beispielsweise in der DE
22 04 325 C2 die Verwendung eines induktiven Bewegungsaufnehmers im Bereich eines
Stoßdämpfers vorgeschlagen. Daneben ist es bekannt, anstelle der Höhenänderung die
Änderung der vom Laugenbehälter auf das Gehäuse übertragenen Gewichtskraft auszuwerten.
Hierzu ist beispielsweise aus der DE-OS 20 34 847 die Verwendung von mechanisch-elektrischen
Wandlern bekannt.
[0003] Bei diesen Waschmaschinen ist es weiterhin bekannt, neben der Gewichtsmessung, die
durch eine Auswertung des statischen Signalanteils des Weg- oder Kraftsensors erfolgt,
den dynamischen Signalanteil des Sensorsignals im Schleudergang auszuwerten. In der
DE 89 05 566 U1 wird dieser Signalanteil zur Erkennung von Unwuchten der drehenden
Trommel herangezogen. Unwuchten werden beispielsweise durch ungünstige Wäscheverteilung
in der Trommel während des Schleuderns hervorgerufen.
[0004] Weiterhin ist aus der DE 41 04 151 A1 bekannt, eine durch Überdosierung von Waschmittel
hervorgerufene vermehrte Schaumbildung durch eine Leitwertmeßeinrichtung, eine Druckmeßeinrichtung
oder eine Lichtschrankenanordnung zu sensieren. Diese Sensoren sind teuer und störungsanfällig
(Leitwertmessung, Lichtschranke) oder wegen ihrer Ungenauigkeit unzuverlässig (Druckmessung).
[0005] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, bei einer Waschmaschine der eingangs
genannten Art mit einfachen Mitteln eine genaue Schaumsensierung zu ermöglichen.
[0006] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch eine Waschmaschine mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der Waschmaschine wird das Phänomen ausgenutzt,
daß der in der Trommel vorhandenen Schaum den Wäschefall dämpft, der durch die Trommeldrehung
und durch das Reversieren hervorgerufen wird. Der Wäschefall wiederum verursacht Schwankungen
des Gewichtssignals. Auf diese Weise kann vorteilhafterweise der bereits vorhandene
Gewichtssensor auch zur Schaumsensierung genutzt werden.
[0008] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die Auswerteschaltung dazu
genutzt, den Zeitwert einer Programmlaufzeit-Anzeigevorrichtung in Abhängigkeit von
der ermittelten Schaumbildung bzw. deren Menge zu korrigieren. Hierdurch wird die
Notwendigkeit zur Verlangsamung oder Änderung der Schleuderdrehzahl-Profile früh erkannt
und bei der Anzeige der Programmlaufzeit berücksichtigt.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- die Schemaskizze einer erfindungsgemäß ausgebildeten Waschmaschine
- Figur 2
- das Sensorsignal bei Waschgängen mit und ohne Schaum als Weg-Zeit-Diagramm
[0010] Die in Figur 1 dargestellte Waschmaschine besitzt in bekannter Weise einen Laugenbehälter
(1), in dem eine Trommel (2) zur Aufnahme von Wäsche drehbar gelagert ist. Der Antrieb
der Trommel erfolgt über einen Motor (3). Der Laugenbehälter (1) ist an Federn (4)
schwingbeweglich im Gehäuse (5) aufgehängt und wird zur Dämpfung dieser Schwingungen
im unteren Bereich durch Stoßdämpfer (6) gegenüber dem Gehäuseboden (7) abgestützt.
[0011] Zur Steuerung der verschiedenen Waschprogramme ist eine Mikroprozessor-Steuerung
(8) vorgesehen, die über Signalleitungen (9) mit verschiedenen Meßgebern und den Bedienelementen
(nicht dargestellt) verbunden ist. Sie gibt zeit- und zustandsabhängige Befehle über
Steuerleitungen (10) an verschiedene Aktoren weiter. Dabei wird insbesondere der Motor
(3) mit verschiedenen Drehzahlen zum Antrieb der Trommel (2) im Waschgang und im Schleudergang
von der in der Mikroprozessor-Steuerung integrierten Motorregelung (R) angesteuert.
[0012] Unter den Meßgebern der erfindungsgemäß ausgebildeten Waschmaschine befindet sich
ein Gewichtssensor, mit dem die Beladungsmenge der Trommel ermittelt werden kann.
Als Sensor wird in bekannter Weise ein parallel zum Stoßdämpfer angeordneter Lagesensor
(11) verwendet, mit welchem die gewichtsabhängige Laugenbehälterabsenkung erfaßt wird.
Andere Gewichtssensoren, beispielsweise Dehnungsmeßstreifen, können ebenfalls verwendet
werden. Der statische Anteil des Lagesensor (11)-Signals wird von der Mikroprozessor-Steuerung
(8) zur Bestimmung des Wäschegewichts ausgewertet und beispielsweise in einer in den
Zeichnungen nicht dargestellten Gewichtsanzeige angezeigt. Der dynamische Signalanteil
wird in bekannter Weise von einer in der Mikroprozessor-Steuerung integrierten Auswerteschaltung
(A) ausgefiltert und zur Sensierung des Schaumaufkommens im Laugenbehälter (1) herangezogen.
Anstelle des Gewichtssensors kann auch ein aus der DE 195 22 393 A1 bekannter Beschleunigungssensor
verwendet werden.
[0013] Figur 2 zeigt als Weg-Zeit-Diagramm das Sensorsignal während des Waschgangs mit Schaum
(Signal I) und ohne Schaum (Signal II). Dabei wurde zur übersichtlicheren Darstellung
das Signal I mit einem Offset belegt. Der Vergleich der Signale zeigt, daß die durch
den Wäschefall und das Reversieren der Trommel (2) bedingten Signalschwankungen vom
Schaum nahezu vollständig gedämpft werden. Somit kann die Auswerteschaltung (A) durch
Ermittlung der Standardabweichung des dynamischen Signalanteils ein vermehrtes Schaumaufkommen
im Waschgang sensieren. Ist dies der Fall, werden anschließend im Schleudergang das
Drehzahlprofil im Schleuderhochlauf hinsichtlich Höhe und Beschleunigung an die ermittelte
Schaummenge angepaßt. Daneben kann das Waschprogramm hinsichtlich seiner Länge und
die Spülgänge hinsichtlich ihrer Dauer, Anzahl und/oder der verwendeten Spülwassermenge
an das vermehrte Schaumaufkommen angepaßt werden. Außerdem können hierdurch bedingte
Laufzeit-Verlängerungen bei der Anzeige der Programmlaufzeit (nicht dargestellt) berücksichtigt
werden.
1. Waschmaschine mit einer Programmsteuerung, mit einem an Federn (4) schwingend aufgehängten
oder abgestützten Laugenbehälter (1), in dem eine Trommel (2) zur Aufnahme von Wäsche
drehbar gelagert und über einen Motor (3) im Wasch- und Schleudergang antreibbar ist,
und mit einer Einrichtung zur Erzeugung eines vom Wäschegewicht oder der Beschleunigung
des Laugenbehälters abhängigen Signals,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Programmsteuerung eine Auswerteschaltung (A) integriert ist, welche aufgrund
der Größe der von der Einrichtung (11) im Waschgang erzeugten Signalschwankungen eine
Schaumbildung im Laugenbehälter (1) bzw. der Trommel (2) erkennt und hiervon abhängig
den weiteren Verlauf des Waschprogramms beeinflußt.
2. Waschmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswerteschaltung die Dauer des Waschprogramms beeinflußt.
3. Waschmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswerteschaltung die Spülgänge hinsichtlich ihrer Dauer, Anzahl und/oder
der verwendeten Spülwassermenge beeinflußt.
4. Waschmaschine nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswerteschaltung den Verlauf der Schleuderhochläufe während des Schleudergangs
beeinflußt.
5. Waschmaschine nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zeitwert einer Programmlaufzeit-Anzeigevorrichtung durch die Auswerteschaltung
(A) in Abhängigkeit von der ermittelten Schaumbildung bzw. deren Menge korrigierbar
ist.
