[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Metall-Keramik-Gradientenwerkstoff, ein Erzeugnis
daraus, insbesondere ein Hitzeschild oder eine Gasturbinenschaufel, und auf ein Verfahren
zur Herstellung eines Metall-Keramik-Gradientenwerkstoffes.
[0002] Um ein extrem hohen Temperaturen ausgesetztes Bauteil, beispielsweise ein Hitzeschild
oder eine Gasturbinenschaufel hitzebeständig zu machen, ist es zum Beispiel aus der
US-PS 4,321,311 bekannt, das Bauteil aus einem metallischen Grundkörper herzustellen
und den metallischen Grundkörper mit einer keramische Wärmedämmschicht aus ZrO
2 zu beschichten. Die Anbindung der keramischen Wärmedämmschicht geschieht dabei über
eine metallische Haftvermittlungschicht aus einer Legierung der Art MCrAlY. Da die
keramische Wärmedämmschicht in der Regel ein guter Sauerstoffionenleiter ist, kommt
es im Laufe des Betriebseinsatzes des Bauteils zu einer Aufoxidation der Haftvermittlungsschicht,
wodurch es zu einer Ablösung der Wärmedämmschicht von dem metallischen Grundkörper
kommen kann. Dadurch ist die Einsatzdauer eines derartigen Bauteils beschränkt. Dies
ist insbesondere bei häufigen Temperaturwechseln der Fall, welche beim An- und Abfahren
einer Gasturbine auftreten.
[0003] In dem Artikel "Keramische Gradientenwerkstoffe für Komponenten in Verbrennungsmotoren"
von W. Henning et al. in Metall, 46. Jahrgang, Heft 5, Mai 1992, Seiten 436 - 439
ist zur Verbesserung der Temperaturwechselbeständigkeit von Kolbenböden ein Faserkeramik-Körper
mit Dichtegradienten angegeben. Dieser Faserkeramik-Körper ist aus vier Schichten
unterschiedlicher Schichtdicke und unterschiedlichem Keramikanteil aufgebaut. Der
Unterschied in dem Keramikanteil besteht darin, daß sich das Verhältnis an Fasern
(Al
2O
3-Kurzfasern) zu Keramikpartikel aus Al
2TiO
5 der vier Schichten deutlich unterscheidet. Hierdurch ist auch die Porosität der vier
Schichten deutlich voneinander verschieden. Die hohe Porosität der Schichten zwischen
40% und 79% wird dazu genutzt, um mittels Preßgießens in die Hohlräume des Faserkeramik-Körpers
geschmolzenes Metall zur Herstellung eines defektfreien Verbundes einzubringen. Dadurch
ist ein Kolbenboden herstellbar, der einen sich stark sprungartig ändernden Gradienten
an Metall und Keramik aufweist. Durch die geringe Wärmeleitfähigkeit der keramischen
Anteile wird eine thermische Barriere gebildet und der Kolben somit isoliert. Zudem
bewirkt die Faserkeramik eine Verstärkung des Koblens und damit eine Verbesserung
der Thermoschockbeständigkeit des Kolbens.
[0004] In dem Artikel "Projected Research on High Efficiency Energy Conversion Materials",
von M. Niino, M. Koizumi in FGM 94, Proc. of the 3rd Int. Symposium on Functional
Gradient Materials, ed. B. Ilschner, N. Cherradi, S. 601-605, 1994 sind Verbundwerkstoffe
im Zusammenhang mit der Entwicklung von Werkstoffen für einen Raumgleiter angegeben,
die als Functional Gradient Material (FGM) bezeichnet sind. Wesentliches Merkmal von
FGM ist ein kontinuierlicher Zusammensetzungs- und/oder Mikrostrukturgradient, der
zu einem kontinuierlichen Gradienten der relevanten Funktionen, z.B. der Festigkeit,
Wärmeleitfähigkeit, Duktilität u.ä.m. führen soll, wobei durch Vermeidung abrupter
Eigenschaftsänderungen die Belastbarkeit und Effizienz des Werkstoffs gesteigert werden
soll. FGM sollen daher die positiven Eigenschaften von Schicht- und Stückverbunden
in einem Werkstoff vereinen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Metall-Keramik-Werkstoff für den Einsatz bei
hohen Temperaturen über eine lange Zeitdauer anzugeben. Weitere Aufgaben der Erfindung
sind die Angabe eines Verfahrens zur Herstellung eines Metall-Keramik-Werkstoff sowie
eines Erzeugnisse für eine hohe Einsatztemperatur.
[0006] Die Erfindung ist in den Ansprüchen 1, 7 und 8 definiert.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in der folgenden Beschreibung sowie in den Unteransprüchen
angegeben.
[0008] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus einen Functional Gradient Material (FGM)
hinsichtlich der Funktion der Oxidationsbeständigkeit auszubilden. Hierbei kann im
Falle eines keramisch-metallischen FGM der Gradient der Zusammensetzung über den funktionstragenden
Querschnitt eines Bauteils von 100% Keramik bis 100% Metall reichen, doch können auch
Gradienten anderer Grenzkonzentrationen oder "Teilgradienten" für bestimmte Zwecke
eingesetzt werden. Ferner sind neben einem kontinuierlichen Gradienten für bestimmte
Bauteile auch symmetrische Gradienten möglich, z.B. Keramik-Metall-Keramik oder Kombinationen
der genannten Zusammensetzungsgradienten.
[0009] Ein FGM kann auch als Bindeglied zwischen klassischen Schichtsystemen und typischen
Keramik-Matrixsystemen mit 2D oder 3D-Verstärkungselementen angesehen werden, wobei
im Gefüge zwischen den reinen Komponenten Keramik und Metall ein Übergang vom Dispersionswerkstoff
mit einer Keramik-Matrix über interpenetrierende Netzwerke aus Keramik und Metall
bis hin zu einem Dispersionswerkstoff mit Metall-Matrix stattfindet. In besonderen
Fällen ist der Einsatz weiterer Werkstoffklassen, z.B. organischer Polymere oder amorpher
Werkstoffe, wie oxidischer und nichtoxidischer Gläser, zur Erzielung besonderer Eigenschaftskombinationen
möglich. Zusätzlich kann durch Einführung mehrerer keramischer oder metallischer Werkstoffe
das Eigenschaftsprofil modifiziert werden. Die Palette reicht bei Keramik von Oxiden
über Nitride und Carbide zu den Silikaten und Phosphaten; bei den Metallen kommen
Fe-, Ni-, Al-, Ti-Basislegierungen und intermetallische Phasen in Frage. Keramik-Metall-FGM,
die z.B. aus 8Y-ZrO
2-NiCr8020 bestehen, können als Wärmedämmsysteme interessant sein, da der Zusammensetzungsgradient
geeignet ist, thermomechanische Spannungen zu minimieren und somit die Dicke der Wärmedämmschicht
zu erhöhen. Ein entscheidendes Kriterium für die Anwendung solcher FGM zur Wärmedämmung
ist allerdings die Oxidationsbeständigkeit, die wegen der besonderen Mikrostruktur
nicht mit Hilfe metallischer Zwischenschichten gewährleistet werden kann. Bezogen
auf Wärmedämmschichtsysteme ergibt sich nämlich durch einen Gradienten der Zusammensetzung
eine räumlich "verschmierte" und gegenüber einem Schichtverbund vergrößerte Grenzfläche
Keramik-Metall. Die bisher bei Schichtverbunden eingesetzte oxidationshemmende Zwischenschicht
(z.B. NiCrAlY) ist deswegen mit dem Konzept eines FGM nicht vereinbar. Entsprechend
sind FGM auf der Basis von 8Y-ZrO
2 als Wärmedämmschichtsystem (WDS) nicht ausreichend oxidationsbeständig. Zusätzlich
kann es erforderlich sein, daß zwecks Verbesserung der Korrosions- und Hochtemperaturbeständigkeit
eines FGM im Vergleich zum traditionellen Schichverbund die keramikreichen Zonen eines
FGM im Vergleich zu plasmagespritzten WDS eine höhere Dichte aufweisen sollten, was
eine hohe Sauerstoffionenleitfähigkeit des 8Y-ZrO
2, eine erhöhte Wärmeleitung und eine geringe Temperaturwechselbeständigkeit zu Folge
hat.
[0010] Die Erfindung sieht daher gemäß Anspruch 1 den Einsatz eines Zusatzstoffes für einen
Hochtemperatur-Oxidationsschutz mit einem Konzentrationsgradienten vor. Für den Einsatz
eines FGM als Wärmedämmwerkstoff kann dadurch je nach Anforderung die Einstellung
einer besonderen Mikrostruktur im Bereich der Keramik erfolgen, so daß bei möglichst
geringer Porosität eine gute Wärmedämmung und Temperaturwechselbeständigkeit sowie
Stabilität gegen Schrumpfung durch Nachsintern erreicht ist.
[0011] Der Metall-Keramik-Gradientenwerkstoff besteht gegenüber klassischen Wärmedämmsystemen
nicht aus einem Schichtsystem, sondern aus einem Durchdringungsgefüge, in dem die
keramische Phase über einen Zusatzstoff (hier bevorzugt: ZrSiO
4) interpenetrierend auf den metallischen Grundwerkstoff übergeht. Dieser Zusatzstoff
bewirkt nicht nur eine dramatische Verringerung der Sauerstoffdiffusion, sondern gewährleistet
vorzugsweise gleichzeitig eine Belegung der metallischen Oberfläche mit thermodynamisch
stabilen Oxiden und Silikaten. Der Zusatzstoff weist vorzugsweise eine geringe Wärmedehnung
und eine gute Haftung sowohl zur Keramik als auch zum Metall auf. Er ist vorzugsweise
thermisch stabil und bildet vorzugseise keine niedrigschmelzenden Eutektika mit der
Keramik, insbesondere einer ZrO
2-Schicht, oder mit dem Metall oder dessen Korrosionsprodukten. Dadurch wird eine Verbesserung
der Langzeit-Oxidationsbeständigkeit gegenüber klassischen Schichtsystemen umfassend
eine metallischen Grundwerkstoff, eine metallscihe Haftschicht und einer Keramik sowie
die Vermeidung von Abplatzungen erreicht.
[0012] Bevorzugt bildet der Zusatzstoff ein stabiles Netzwerk sich stark verzweigender Mikrorisse
und geschlossener Porosität. Dies bewirkt einen geringen Elastitzitätsmodul-Modul
der keramikreichen Bereiche und eine Verringerung der Wärmeleitfähigkeit. Beides sind
für den Einsatz bei hohen Temperaturen gewünschte Effekte, da sie direkten Einfluß
auf die Thermowechselbeständigkeit und die Wärmedämmeigenschaften des Systems besitzen.
Hierdurch ist sowohl eine Verbesserung der Oxidationsstabilität als auch der Systemstabilität
und dies sogar bei verbesserten Wärmedämmeigenschaften gegeben. Das wirkt sich, bei
einem Einsatz in einem mit einem Heißgas beaufschlagtem Erzeugnis z. B. einer Gasturbine,
direkt auf die Verfügbarkeit (Zuverlässigkeit) und die möglichen Turbineneintrittstemperaturen,
d.h. auf Kühlluftverbrauch bzw. Steigerung des Wirkungsgrads, aus.
[0013] Vorzugsweise ist der metallische Grundwerkstoff eine Chrom-Nickel Legierung, z. b.
NiCr8020, und die die Keramik umfaßt Zirkonoxid, welches beispielsweise mit Yttrium
teilstabilisiert sein kann (8Y-ZrO
2). Dieser FGM ( z. B. 8Y-ZrO
2-NiCr8020-FGM) weist durch Zusatz eines Zusatzstoffes im Volumen des FGM selbst bei
hohen Temperaturen von bis zu über 1000 °C eine geringe Oxidationsneigung auf. Dieser
Zusatzstoff ermöglicht durch eine Kombination thermomechanischer und chemischer Maßnahmen
eine hohe Oxidationsstabilität des FGM. Unter der chemischen Wirkung ist eine Reduzierung
der Sauerstoffionenleitfähigkeit der Keramik, insbesonder 8Y-ZrO
2, zu verstehen sowie ein hohes Lösungsvermögen für Cr-Oxid und andere Buntoxide, die
aus der Oxidation der Metalle resultieren. Vorzugsweise weist der Zusatzstoff eine
gute Benetzung und Haftung sowohl gegenüber Metallen als auch gegenüber der Keramik,
insbesonder ZrO
2, auf. Vorzugsweise bewirkt der Zusatzstoff daher eine Belegung der Korngrenzen der
Keramik, insbesondere des 8Y-ZrO
2, mit Ausscheidungen, z. B. von SiO
2. bewirken. Solche Ausscheidungen z. B. von SiO
2 oder anderen Stoffe mit zusammengesetzten Anionen an den Korngrenzen der Keramik,
z. B. von 8Y-ZrO
2, verschlechtern die Sauerstoffionenleitfähigkeit der Keramik deutlich. Eine Herabsetzung
der Sauerstoffleitfähigkeit der Keramik wird bevorzugt auch bei hohen Temperaturen
von über 800 °C erreicht. Eine Verlangsamung der Metalloxidation ist außerdem erreichbar,
wenn die Verdampfung der entstehenden Oxide und eine Sauerstoff-Unterstoichiometrie,
die zu Bildung flüchtiger Suboxide führen könnte, durch den Zusatzstoff verhindert
wird. Auch hierfür bietet sich ein Silikat (oder Phosphat, Stannat, Titanat) an, welches
durch Lösung der entstehenden Oxide deren Verdampfung verhindert und eine gute Belegung
der Metalloberflächen mit thermodynamisch stabilen Oxiden und Silikaten gewährleistet.
[0014] Unter dem Gesichtpunkt der thermomechanischen Eigenschaften ist vorzugsweise ein
Zusatzstoff vorgesehne, der die gezielte Einbringung sich stark verzweigender Mikrorisse
und/oder die Bildung metastabiler, geschlossener Poren ermöglicht, die einerseits
den Elatizitäts-Modul der keramikreichen Zonen des FGM herabsetzten und andererseits
in den metallhaltigen Zonen des FGM die lokalen Zugspannungen um die Metallkörner
auffangen. Die Porosität und das Rißnetzwerk bewirken zusätzlich eine Verschlechterung
der Wärmeleitung.
[0015] Der Einsatz von unstabilisiertem ZrO
2 als Mikrorißauslöser ist durch die t→m-Umwandlung z. B. bei dichtgesinterten keramischen
Werkstoffen wirksam. Der Zusatzstoff ist hierbei vorzugsweise selbst keramisch und
weist eine sehr geringe lineare Wärmeausdehnung und/oder eine starke Anisotropie der
Wärmedehnung auf. Durch eine gute Haftung sowohl zur eigentlichen Keramik, z. B. zum
8Y-ZrO
2, als auch zum Metall ist der Zusatzstoff in der Lage, Zugspannungen zwischen diesen
beiden Bestandteilen eines FGM aufzunehmen bzw. diese durch Mikrorißbildung abzubauen.
Die Dichte und Ausdehnung des Rißnetzwerkes kann durch die Korngöße und den Volumenanteil
des Zusatzstoffes beeinflußt werden. Der Zusatzstoff ist zudem thermisch stabil und
bildet vorzugsweise keine extrem niedrig schmelzenden Eutektika mit den Oxidationsprodukten
oder den Bestandteilen des FGM.
[0016] Als Zusatzstoff eignet sich vorzugsweise ZrSiO
4. Weitere mögliche Zusatzstoffe sind Mullit, Zirconyl- oder Al-Phosphate, Glaskeramiken.
Durch einen solchen Zusatzstoff können die Vorteile des FGM im Hinblick auf eine Erhöhung
der Dicke der WDS genutz werden, indem ein Oxidationsschutz an der Grenzfläche Metall-Keramik
in den Dimensionen der Gefügebestandteile, d.h. der Metall-Keramik-Agglomerate und
Körner, erreicht ist, der zudem die geforderten Mikrostrukturmerkmale aufweist.
[0017] Vorzugsweise dient der Metall-Keramik-Gradientewerkstoff der Herstellung eines Erzeugnisse,
welches einem heißen, ggf. aggressivem Gas ausgesetzt wird, wie einer Komponente einer
Gasturbine, eines Ofens oder ähnlichem. So können, insbesondere ZrSiO
4-haltigen, Gradientensysteme als Werkstoffe für thermische Schutzsysteme im Heißgaspfad
von Gasturbinen genutzt werden. Das können bevorzugt Hitzeschilde einfacher Geometre
sein. Abgesehen davon ist ein Einsatz als thermische Schutzsysteme in allen Bereichen
möglich, in denen ein Einsatz unter hohen Temperaturen in oxidierenden Gasen gefordert
ist.
[0018] Anhand der Zeichnung werden der Metall-Keramik-Gradientenwerkstoff und ein Verfahren
zu seiner Herstellung näher erläutert. Hierbei werden die Herstellung der Grünkörper,
die Sinterung und physikalische Untersuchungen hierzu angegeben.
Es zeigen:
- Fig. 1a
- Linearer Gradient der Zusammensetzung für einen Wärmedämm-FGM-Werkstoff
- Fig. 1b
- zusammengesetzter nichtlinearer Gradient der Zusammensetzung für eine Wärmedämm-FGM-Werkstoff
(gehört nicht zur Erfindung)
- Fig. 2a, 2b
- Härteverlauf unterschiedlicher metallisch-keramischer FGM
- Fig. 3
- Wärmedehnung unterschiedlicher metallisch-keramischer FGM
- Fig. 4a
- Kontrollierte Rißausbreitung bei 8Y-ZrO2-ZrSiO4-NiCr8020-FGM mit Anriß in der keramischen Zone (a/w < 0,3)
- Fig. 4b
- Kontrollierte Rißausbreitung bei 8Y-ZrO2-ZrSiO4-NiCr8020-FGM mit Anriß in der metallreichen
Zone (a/w > 0,5)
- Fig. 5
- Oxidation von 8Y-ZrO2-ZrSiO4-NiCr8020-FGM bei 1200°C mit Gradient gemäß Fig. 1b
- Fig. 6
- Vergleich der Oxidationsbeständigkeit von linerem 8Y-ZrO2-NiCr8020-FGM und linearem
8Y-ZrO2-ZrSiO4-NiCr8020-FGM
- Fig. 7a,b
- Keramische Schicht eines oxidationsbeständigen Gradientenwerkstoffs nach thermischer
Ätzung bei 1450°C an Luft, 0.5 h. Übersicht (a), Kornstruktur (b)
- Fig. 8a,b
- Keramische Schicht eines oxidationsbeständigen Gradientenwerkstoffs nach Oxidation
300h, 1200°C, Luft Übersicht (a), Kornstruktur (b)
- Fig. 9
- ZrSiO4-Brücken zwischen ZrO2-Körnern
- Fig 10
- ZrSiO4-Metall-Brücke, nach Oxidation
- Fig. 11
- Makroskopischer Riß, der von unten nach oben (oberstes Bild) verläuft und in der metallreichen
Zone des FGM gestoppt wird (EDX)
- Fig. 12
- Auflösung des aus Oxidation entstandene Cr-Oxids im Silikat, EDX
[0019] Die metallisch-keramischen Functionally Gradient Materials (im folgenden als FGM
bezeichent) werden auf pulvermetallurgischem Wege hergestellt. Als Stoffkombinationen
wurden untersucht 8Y-ZrO2-NiCr8020-FGM, 8Y-ZrO2-ZrSiO4-NiCr8020-FGM, (sowie 8Y-ZrO
2-ZrPO
4-NiCr8020-FGM und bei gleicher keramischer Zusammensetzung-Stahl-, -TiAl- bzw. NiAl-Intermetallische
Verbindungen, -Mo sowie alle Stoffkombinationen mit Al
2O
3-Keramik anstelle ZrO
2). Die FGM-Grünkörper bestehen aus 8Y-ZrO
2-Pulver (d50 0,3 µm, kommerziell von der Firma Tosoh beziehbar) und < 25 µm NiCr8020-Pulver
(Ampersint, kommerziell von der H.C. Starck GmbH, Deutschland erhältlich) sowie ZrSiO4
-Pulver (kommerziell, 99%). Unter Einsatz von Silikonformen werden durch Trockenschüttung
von bis zu 12 Einzelgemischen, deren Volumenanteil Keramik (einschließlich 20% ZrSiO
4) von Schicht zu Schicht zunimmt, zylindrische Proben der Abmessungen φ 35 mm x 15
mm geformt. Für die metallhaltigen Zonen wird das ZrSiO
4 zunächst mit dem Metallpulver in einer Planetenmühle vermahlen und anschließend mit
der entsprechenden Menge 8Y-ZrO
2 vermischt. Die Einbringung der Zusätze ist außer in Form von Pulvern auch durch Beschichtung
mittels Prekursoren oder durch Infiltration von Grünkörpern mit Prekursorverbindungen
möglich. Einen linearen Gradientenverlauf zwischen dem Metall und ZrO
2 zeigt Fig. 1a. In Fig. 1b gehört nicht zur Erfindung ist der Gradientenverlauf zwischen
der metallischen Komponente und der zusammengestzten Keramik zwar ebenfalls linear,
aber der Anteil der einzelnen keramischen Komponenten (ZrO
2 und ZrSiO
4) ändert sich nichtlinear. Der Anteil des ZrSiO
4 weist im Bereich eine geringen Anteils an Metall einen hohen Anteil mit einem Maximum
auf und fällt hin zu größeren Anteilen des Metalls auf Null ab, bevor der Anteil von
ZrO
2 auf Null zurückgeht. Andere Gradienten, z.B. lineare, exponentielle oder periodische,
sind ebenfalls möglich. Bei dem Gradientenwerkstoff kann der Konzentrationsgradient
des Zusatzstoffes im wesentlichen kontinuierlich sein. Der Konzentrationsgradient
des Zusatzstoffes erstreckt sich von der keramikreichen Zone bis in die metallreiche
Zone, wobei die Konzentration des Zusatzstoffes von ca. 5 Vol.% in der metallreichen
Zone auf ca. 30 Vol.% zunimmt und in der keramikreichen Zone bis auf ca. 5 Vol. %
abnimmt. Die Korngrößenverteilung des Zusatzstoffes kann hierbei bimodal sein, insbesondere
eine Feinkornfraktion mit Korndruchmesser kleiner 10 µm und einer Grobkornfraktion
mit Korndruchmesser größer 100 µm aufweist. Der Zusatzstoff kann Poren bilden, insbesondere
mit einem Durchmesser zwischen 0,1µm und 5 µm, vorzugsweise zwischen 1,0µm und 2,0µm,
durch die Wärmeleitfähigkeit herabgesetzt und eine Nachsinterung behindert sowie die
Thermoschockbeständigkeit erhöht wird.
[0020] Die mit Pulver beladenen Silikonmatrizen werden evakuiert und isostatisch bei 300
MPa gepreßt. Die Sinterung erfolgt drucklos mittels Mikrowellen, mittels einer kombinierten
konventionell-Mikrowellen-Heizung oder durch konventionelle Erwärmung in einem widerstandsbeheizten
Ofen. Als Sintergase kommen Ar, Ar-H
2, H
2, N
2, He oder Kombinationen dieser Gase zum Einsatz. Die Sinterung erfolgt je nach stofflicher
Zusammensetzung und Sinteraktivität der eingesetzten Pulver und Gemische mit oder
ohne eines Temperaturgradienten (z.B. T(ZrO
2) > T(NiCr)).
[0021] Die Härte, lineare Wärmeausdehnung, der Elastizitäts-Modul und die mechanischen Verluste
wurden mit Hilfe von Vickers-Eindrücken, mit einer TMA und einer DMA bestimmt. Die
langsame Rißausbreitung wurde an gekerbten 3 PB-Proben untersucht (SENB). Die Gefügecharakterisierung
erfolgt mittels REM-EDX. Die lineare Wärmeausdehnung und die Wärmeleitfähigkeit des
8Y-ZrO
2-ZrSiO
4-NiCr8020-FGM wurde mittels Grenzwertkurven aus tabellierten Daten der reinen Stoffe
und den Gefügemerkmalen abgeschätzt.
[0022] Die Oxidationsversuche bis 1160°C auf der Keramikseite - Metallseite nur durch Abstrahlung
gekühlt - erfolgten in einem Röhrenofen. Versuche bei 1200°C auf der Keramikseite
bei aktiv gekühlter Metallseite wurden in einem umgebauten Hochtemperatur-Ofen mit
Kanthal-Heizelementen durchgeführt. Bei diesen Oxidationsversuchen wurde die Metallseite
durch Anblasen mit Preßluft auf 500°C gekühlt. Die Temperatur der Keramikseite wurde
mit einem seitlich angebrachten Thermoelement gemessen. Die Temperatur im Ofenraum
betrug ca. 1340 - 1380°C.
[0023] Einige Daten über die Härte und die Wärmedehnung von metallisch-keramischen FGM,
z. B. mit Keramik-Metall der Art A1
2O
3-Mo; Al
2O
3-Stahl(1.4401); 8Y-ZrO
2 - NiCr2080, sind Fig. 2a, 2b und 3 grafisch dargestellt. Aus Grenzwertbetrachtungen
ergibt sich für die Wärmeleitung und Wärmedehnung von 8Y-ZrO
2-ZrSiO
4-NiCr8020-FGM das in Tabelle 1 angegebene Eigenschaftsprofil. Durch Einbau großer
Körner und ein bestimmtes Rißnetzwerk können die Werte für Wärmeleitung weiter reduziert
werden, auf <0,6 Wm
-1K
-1.
Tabelle 1:
| Wärmeleitung und Wärmedehnung von 8Y-ZrO2-ZrSiO4-NiCr8020-FGM aus Grenzwertbetrachtung (Porosität max 30%) |
| Profil %-Keramik |
λ [Wm-1K-1] |
α [10-6K-1] Gu2 |
α [10-6K-1] Go2 |
α [10-6K-1] Gu1 |
α [10-6K-1] Go1 |
| 0 |
5,7 |
17,3 |
17,3 |
17,3 |
17,3 |
| 10 |
4,4 |
16,7 |
16,7 |
16,7 |
16,7 |
| 20 |
3,5 |
16,4 |
16,4 |
16,4 |
16,4 |
| 30 |
2,9 |
15,0 |
15,0 |
15,0 |
15,0 |
| 40 |
2,4 |
14,3 |
14,3 |
14,3 |
14,3 |
| 50 |
2,0 |
12,5 |
12,5 |
12,5 |
12,5 |
| 60 |
1,7 |
10,9 |
10,4 |
9,7 |
11,2 |
| 70 |
1,5 |
9,6 |
8,9 |
8,0 |
10,2 |
| 80 |
1,3 |
7,9 |
7,3 |
6,6 |
8,7 |
| 90 |
1,1 |
8,4 |
7,8 |
7,1 |
8,9 |
| 100 |
0,7 |
9,3 |
9,1 |
8,6 |
9,6 |
[0024] Ergebnisse einer Untersuchung der kontrollierten Rißausbreitung sind in Fig. 4a und
Fig. 4b angegeben. Gemäß Fig. 4a tritt ein spröder Bruch bei einer Durchbiegung von
etwa 180 µm auf, wobei allerdings die Last-Durchbiegungs- Kennlinie bereits bei einer
Durchbiegung von etwa 120 µm deutlich abknickt.
[0025] Der Verlauf des Elastizitätsmoduls von Al
2O
3-Stahl-FGM ist exemplarisch in Tabelle 2 aufgelistet.
Tabelle 2:
| E-Modul als Funktion der Zusammensetzung für Al2O3-Stahl FGM |
| Al2O3-Gehalt [%] |
E/Emax[GPa] |
E |
| 15 |
0,58 |
197,2 |
| 30 |
0,53 |
180,2 |
| 45 |
0,71 |
241,4 |
| 60 |
0,49 |
166,6 |
| 75 |
0,64 |
217,6 |
| 90 |
0,75 |
255 |
| 100 |
1,00 |
340 |
[0026] Der Zusatz von ZrSiO
4 mit dem in Fig. 1b gehört nicht zur Erfindung gezeigten Verlauf der Konzentration
führt zu einer deutlichen Steigerung der Oxidationsbeständigkeit im Vergleich zu einem
ZrSiO
4-Gradienten, der erst in der metallisch-keramischen Zone des FGM lokalisiert ist,
wie durch Vergleich von Fig. 5 und Fig 6 ersichtlich ist. Hierin ist jeweils der prozentuale
Massenverlust über die Zeit dargestellt. Gemäß Fig. 6 ist bei einer Temperatur von
ca. 1100 °C der Massenverlust durch Zusatz von Silicat deutlich verringert. Beim linearen
Gradienten ist eine bessere Oxidationsbeständigkeit als beim ZrSiO
4-freien Material bei Temperaturen bis 1100 °C feststellbar. Bei einem nichtlineare
ZrSiO
4-Gradient ergibt sich zusätzlich eine Oxidationsdauerbeständigkeit bei 1200°C.
[0027] Bei 1200°C erfährt der FGM eine geringfügige Nachsinterung. Wie in Fig. 7a,b (thermisch
geätzt) und Fig. 8a,b (nach 300h/1200°C) gezeigt, nimmt dadurch die Rißöffnung des
isotropen Rißnetzwerkes, das von den großen ZrSiO
4-Körnern ausgeht, zu. Die 8Y-ZrO
2-Agglomerate zeigen Verdichtung und Kornwachstum, von < 2µm auf ca. 5µm. Trotz dieses
Kornwachstums sind die Keramikzonen des FGM im Vergleich zu gespritzen Thermal Bond
Coats (TBC) extrem feinkörnig.
[0028] Die mechanische Beständigkeit des FGM wird von kleinen ZrSiO
4-Brückenkörnern mitgetragen, wie in Fig. 9 gezeigt. Diese Brücken sind durch Oxidation
nicht degradiert und sowohl zwischen Keramik- als auch an Metallkörnern zu finden,
wie in Fig. 10 gezeigt. Die großen ZrSiO
4-Körner (50-100 µm) bewirken eine netzartige Ausbreitung der Schrumpfungsrisse, wodurch
die zusammengesinterten 8Y-ZrO
2-Agglomerate eine gute Verklammerung beibehalten.
[0029] Auf der Versuchs-Rundprobe des FGM (φ ca. 25 mm) sind nach 300h Oxidation und mehrfacher
Abkühlung (zwecks Gewichtsbestimmung) nur einige senkrecht in die metallreichen Zonen
verlaufenden Risse beobachtbar. Eine Ablenkung dieser Risse, die zur Delamination
führen würde, ist nicht festgestellt worden. Auch sind keine Ausbrüche aus der keramikreichen
Zone aufgetreten. Die Risse werden durch Metallkörner gestoppt, wie in Fig. 11 sichtbar.
Die durch diese Risse ermöglichte Oxidation einzelner Metallkörner führt teilweise
zur Bildung von Cr-Oxid. Wie in Fig. 12 gezeigt, wird das Cr-Oxid von Silikat (ZrSiO
4) gelöst. Gleichzeitig bedeckt das Silikat das Metallkorn und schützt es vor weiterem
oxidativen Angriff.
[0030] Das ZrSiO
4 wirke als Oxidationshemmer, wobei unteranderem eine Seggregation von SiO
2 an den Korngrenzen von dichtgesintertem 8Y-ZrSiO
4 die Sauerstoffionenleitfähigkeit des ZrO
2 deutlich herabsetzt. Eine ähnliche Wirkung dürfte kristallines ZrSiO
4 haben. Die Wärmeausdehnung des ZrSiO
4 ist wesentlich geringer als die von 8Y-ZrO
2 (4,5•10
-6 Wm
-1K
-1 gegenüber 8-10•10
-6 Wm
-1K
-1) und von NiCr8020, wodurch beim Abkühlen von Sintertemperatur ein Netzwerk von feinen
Rissen entsteht. Diese Risse könnten zwar einen Zutritt von Sauerstoff auch in metallhaltige
Zonen des FGM ermöglichen, doch ist die Adhäsion zwischen Metall und ZrSiO
4 und 8Y-ZrO
2 und ZrSiO
4 besser als zwischen Metall und Oxid, so daß die Risse im ZrSiO
4 laufen und daher kein direkter Kontakt des Metalls mit der sauerstoffhaltigen Atmosphäre
besteht. ZrSiO
4 weist eine gute Löslichkeit für andere Oxide auf und ist bis 1650°C thermodynamisch
stabil. Etwaige Oxidationsprodukte könnten so eine verbesserte Haftung auf dem Metall
erhalten und das Metall gegen weiteren oxidativen Angriff schützen. In Gegenwart von
überschüssigem ZrO
2 dürfte zerfallenes ZrSiO
4 bereits bei 1200°C zu kristallinem ZrSiO
4 reassozieren, so daß die Ausbildung von Poren durch Abdampfen von SiO oder anderer
flüchtiger Oxide unterbunden werden kann.
[0031] Das Rißnetzwerk dürfte die Wärmeleitfähigkeit und den Elastizitäts-Modul der keramikreichen
Zonen des FGM deutlich herabsetzten, was zur verbesserten Temperaturwechselbeständigkeit
(TWB) führt. Die Art der Einbringung des ZrSiO
4 ist mithin von Bedeutung für die Feinheit der ZrSiO
4-Verteilung und das entstehende Rißnetzwerk hat.
[0032] Hierbei ist zu berücksichtigen, daß ZrSiO
4 unter den Bedingungen des Plasmaspritzens ggf. nicht stabil ist und je nach Abkühlbedingungen
in t-ZrO
2 und SiO
2-Glas dissozieren kann. Häufig tritt dabei SiO aus. Die Zersetzung erfolgt oberhalb
1650°C. Eine Reassoziation findet bei Temperaturen zwischen 1200-1400°C innerhalb
weniger Stunden statt. Die Rückbildung des ZrSiO
4 wird durch ZrO
2 und durch Aufmahlen des PDZ (Plasma Dissociated Zircon) beschleunigt. Bei der Reassoziation
tritt unter Umständen eine starke Rißbildung auf. Durch Sintern bei 1700°C an Luft
kann ZrSiO
4 auch als einphasige Keramik erhalten werden. Damit ist für 8Y-ZrO
2-ZrSiO
4-NiCr8020- FGM eine pulvermetallurgische Herstellungsroute vorteilhaft. Im gesamten
FGM liegt dann gleichmäßige Verteilung von SiO
2 vor, die unter anderem durch Dissoziation-Reassoziation des Silikates erfolgt.
[0033] Mitverantwortlich für das Nachsintern sind die Zeit und die sauerstoffhaltige Atmosphäre.
Die Fig. 7a, 8a zeigen hierbei eine FGM-Probe gleicher Zusammensetzung und Mikrostruktur,
wie die zu Oxidation benutzten Proben, die jedoch zur Sichtbarmachung der Korngrenzen
im Keramikbereich thermisch geätzt wurde, und zwar an Luft bei 1459°C/0,5 h. Im Vergleich
zur ungeätzten Probe ergibt sich eine vergleichbare Porosität und Agglomeratstruktur
sowie Korngröße (ca. 2 µm). Durch die Sinterung der FGM unter einer Ar/H
2-Atmosphäre, ist das erhaltene ZrO
2 nicht optimal verdichtet, da der Sauerstoff in der Sinteratmosphäre fehlt.
[0034] Die Wirkung von ZrSiO
4 oder vergleichbarer Zusatzstoffe wie Phosphate etc. ist nicht auf eine Gradientenwerkstoff
der Art 8Y-ZrO
2-NiCr8020 begrenzt. Außer bei den 8Y-ZrO
2-NiCr8020-FGM ist ZrSiO
4 auch als Oxidationsschutz gegen die aktive Oxidation von porösem SiC einsetzbar.
Der SiC-ZrO
2-Verbundwerkstoff wird vorzugsweise bei Ausbildung einer ausreichend dicken ZrSiO
4 -Schicht um die SiC-Körner drucklos gesintert. Die Sinterung erfolgt ebenfalls mittels
Mikrowellen. Wegen der Porosität der Körper werden hierbei die Gewichtsänderungen
(Zu- und Abnahme) auf die spezifische Oberfläche bezogen. Es wurde in diesem Fall
keine Zunahme der spezifischen Oberfläche festgestellt, die bei einer Konkurrenzreaktion
zwischen passiver und aktiver Oxidation auftreten sollte.
1. Metall-Keramik-Gradientenwerkstoff, insbesondere für ein Hitzeschild oder eine Gasturbinenschaufel,
umfassend einen metallischen Grundwerkstoff, eine Keramik und einen Zusatzstoff aus
der Grüppe Zirkonsilikat, Müllit, Zirconylphosphat, Al-Phosphat, Glaskeramik für einen
Hochtemperatur-Oxidationsschutz, wobei die Konzentration des metallischen Grundwerkstoffs
von einer metallreichen Zone in eine keramikreiche Zone abnimmt, wobei die Konzentration
des Zusatzstoffes einen Konzentrationsgradienten aufweist, wobei die Konzentration
des Zusatzstoffes ein Maximum aufweist und wobei die Konzentration des Zusatzstoffes
von ca. 5 Vol.-% in der metallreichen Zone auf ca. 30 Vol-% zunimmt und in der keramikreichen
Zone bis auf ca. 5 Vol.-% abimmt.
2. Gradientenwerkstoff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Konzentrationsgradient des Zusatzstoffes im wesentlichen kontinuierlich ist.
3. Gradientenwerkstoff nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Konzentrationsgradient des Zusatzstoffes sich von der keramikreichen Zone bis
in die metallreiche Zone erstreckt.
4. Gradientenwerkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Korngrößenverteilung des Zusatzstoffes bimodal ist, insbesondere eine Feinkornfraktion
mit Korndruchmesser kleiner 10 µm und einer Grobkornfraktion mit Korndruchmesser größer
100 µm aufweist.
5. Gradientenwerkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch unfalls der Zusatzstoffs gebildete Poren insbesondere mit einem Durchmesser zwischen
0,1µm und 5 µm, vorzugsweise zwischen 1,0µm und 2,0 µm.
6. Gradientenwerkstoff nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der metallische Grundwerkstoff eine Nickel-Chrom-Legierung ist und die Keramik Zirkonoxid
umfaßt.
7. Erzeugnis, insbesondere eine Gasturbinenschaufel oder ein Hitzschutzelement einer
Gasturbine, mit einem Gradientemwerkstoff umfassend einen metallischen Grundwerkstoff,
eine Kera-mik und einen Zusatzstoff aus der Grüppe Zirkonsilikat, Müllit, Zirconylphosphat,
Al-Phosphat, Glaskeramik für einen Hochtemperatur-Oxidationsschutz, wobei die Konzentration
des metallischen Grundwerkstoff von einer metallreichen Zone in eine keramikreiche
Zone abnimmt, wobei die Konzentration der Zusatzstoff einen Konzentrationsgradienten
aufweist, wobei die Konzentration des Zusatzstoffes ein Maximum aufweist, und wobei
die Konzentration des Zusatzstoffes von ca. 5 vol.% in der metallreichen Zone auf
ca. 30 Vol.% zunimmt und der keramikreichen Zone bis auf ca. 5 Vol.% abnimmt.
8. Verfahren zur Herstellung eines Gradientenwerkstoffs, wobei Pulver mit einer jeweils
unterschiedlichen Mischung aus einem metallischen Grundwerkstoffs und einer Keramik
und mit einem Zusatzstoff aus der Grüppe Zirkonsilikat, Müllit, Zirconylphosphat,
Al-Phosphat, Glaskeramik für einen Rochtemperatur-Oxidationsschutz übereinander zu
einer Schüttung geschüttet werden, und die Schüttung anschließend gepreßt und zu dem
Gradientenwerkstoff gesintert wird, wobei die Konzentration des metallischen Grundwerkstoffs
von einer metallreichen Zone in eine keramikreiche Zone abnimmt und die Konzentration
des Zusatzstoffs einen Konzentrationsgradienteu aufweist, wobei die Konzentration
des Zusatzstoffes ein Maximum aufweist und wobei die Konzentration des Zusatzstoffes
von ca. 5 vol.% in der metallreichen Zone auf ca. 30 Vol.% zunimmt und der keramikreichen
Zone bis auf ca. 5 Vol.% abnimmt.
1. Metal-ceramic gradient material, in particular for a thermal shield or a gas turbine
blade, comprising a metal base material, a ceramic and an additive selected from the
group consisting of zirconium silicate, mullite, zirconyl phosphate, aluminium phosphate
and vitreous ceramic for high-temperature oxidation protection, the concentration
of the metal base material decreasing from a metal-rich zone into a ceramic-rich zone,
the concentration of the additive having a concentration gradient, the concentration
of the additive having a maximum, and the concentration of the additive increasing
from approx. 5% by volume in the metal-rich zone to approx. 30% by volume and in the
ceramic-rich zone falling to approx. 5% by volume.
2. Gradient material according to Claim 1, characterized in that the concentration gradient of the additive is essentially continuous.
3. Gradient material according to Claim 1 or 2, characterized in that the concentration gradient of the additive extends from the ceramic-rich zone as
far as into the metal-rich zone.
4. Gradient material according to one of the preceding claims, characterized in that the grain size distribution of the additive is bimodal, in particular has a fine-grain
fraction with grain diameters of less than 10 µm and a coarse-grain fraction with
grain diameters of greater than 100 µm.
5. Gradient material according to one of the preceding claims, characterized by pores formed by means of the additives, in particular with a diameter of between
0.1 µm and 5 µm, preferably between 1.0 µm and 2.0 µm.
6. Gradient material according to one of the preceding claims, characterized in that the metal base material is a nickel-chromium alloy and the ceramic comprises zirconium
oxide.
7. Product, in particular a gas turbine blade or a heat-protection element of a gas turbine,
having a gradient material comprising a metal base material, a ceramic and an additive
selected from the group consisting of zirconium silicate, mullite, zirconyl phosphate,
aluminium phosphate and vitreous ceramic for high-temperature oxidation protection,
the concentration of the metal base material decreasing from a metal-rich zone into
a ceramic-rich zone, the concentration of the additive having a concentration gradient
the concentration of the additive having a maximum, and the concentration of the additive
increasing from approx. 5% by volume in the metal-rich zone to approx. 30% by volume
and in the ceramic-rich zone falling to approx. 5% by volume.
8. Process for producing a gradient material, in which powder with in each case a different
mixture of a metal base material and a ceramic and having an additive selected from
the group consisting of zirconium silicate, mullite, zirconyl phosphate, aluminium
phosphate and vitreous ceramic for high-temperature oxidation protection are poured
over one another to form a packed bed, and the packed bed is then compacted and sintered
to form the gradient material, the concentration of the metal base material decreasing
from a metal-rich zone into a ceramic-rich zone and the concentration of the additive
having a concentration gradient, the concentration of the additive having a maximum,
and the concentration of the additive increasing from approx. 5% by volume in the
metal-rich zone to approx. 30% by volume and in the ceramic-rich zone falling to approx.
5% by volume.
1. Matériau à gradient de type métal-céramique, en particulier pour un bouclier thermique
ou une aube de turbine à gaz, comportant un matériau métallique de base, une céramique
et un additif choisis dans l'ensemble comprenant le silicate de zirconium, la mullite,
le phosphate de zirconyle, le phosphate d'AI, la vitrocéramique, pour une protection
contre l'oxydation à haute température, la concentration du matériau métallique de
base diminuant d'une zone riche en métal à une zone riche en céramique, la concentration
de l'additif présentant un gradient de concentration, la concentration de l'additif
présentant un maximum, la concentration de l'additif augmentant d'environ 5 % en volume
dans la zone riche en métal à environ 30 % en volume et diminuant dans la zone riche
en céramique jusqu'à environ 5 % en volume.
2. Matériau à gradient selon la revendication 1, caractérisé en ce que le gradient de concentration de l'additif est essentiellement continu.
3. Matériau à gradient selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le gradient de concentration de l'additif s'étend depuis la zone riche en céramique
jusqu'à la zone riche en métal.
4. Matériau à gradient selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la distribution de la grosseur des grains de l'additif est bimodale, avec en particulier
une fraction à fine granulométrie ayant un diamètre des grains inférieur à 10 µm et
une fraction à grosse granulométrie ayant un diamètre des grains supérieur à 100 µm.
5. Matériau à gradient selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par des pores formés par l'additif, ayant en particulier un diamètre de 0,1 à 5 µm et
de préférence de 1,0 à 2,0 µm.
6. Matériau à gradient selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau métallique de base est un alliage nickelchrome, et la céramique comporte
de l'oxyde de zirconium.
7. Produit, en particulier aube pour turbine à gaz ou élément de protection thermique
d'une turbine à gaz ayant un matériau à gradient comportant un matériau métallique
de base, une céramique et un additif choisi dans l'ensemble comprenant le silicate
de zirconium, la mullite, le phosphate de zirconyle, le phosphate d'AI, la vitrocéramique,
pour une protection contre l'oxydation à haute température, la concentration du matériau
métallique de base diminuant d'une zone riche en métal à une zone riche en céramique,
la concentration de l'additif présentant un gradient de concentration, la concentration
de l'additif présentant un maximum, la concentration de l'additif augmentant d'environ
5 % en volume dans la zone riche en métal à environ 30 % en volume et diminuant dans
la zone céramique jusqu'à environ 5 % en volume.
8. Procédé de fabrication d'un matériau à gradient, dans lequel on verse l'une sur l'autre
pour obtenir une masse déversée des poudres constituées chacune d'un mélange différent
d'un matériau métallique de base et d'une céramique, et avec un additif choisi dans
l'ensemble comprenant le silicate de zirconium, la mullite, le phosphate de zirconyle,
le phosphate d'AI, la vitrocéramique, puis on comprime la masse déversée et on la
fritte pour obtenir le matériau à gradient, la concentration du matériau métallique
de base diminuant d'une zone riche en métal à une zone riche en céramique, et la concentration
de l'additif présentant un gradient de concentration, la concentration de l'additif
présentant un maximum, la concentration de l'additif augmentant d'environ 5 % en volume
dans la zone riche en métal à environ 30 % en volume et diminuant dans la zone riche
en céramique jusqu'à environ 5 % en volume.