[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Druckgießmaschine, insbesondere für den Leichtmetallguß
in einer evakuierten Form, wobei die Form aus zwei zwei Formhälften besteht. Sie bezieht
sich insbesondere auf eine Leichtmetall-Druckgieß-Maschine, bei der die mit flüssigem
Leichtmetall zu füllende Form kurz vor dem Füllen evakuiert ist.
[0002] Es ist bekannt, statt die Form zu evakuieren, die Form unter erheblichem Druck mit
Sauerstoff zu füllen, um dann das flüssige Metall mit erhöhter Geschwindigkeit in
die Form einzuspritzen (u.a. DE-A- 1 558 261). Mit diesem Verfahren verzichtet man
auf das Evakuieren und erzielt eine gewünschte Qualität des Druckgußteiles. Jedoch
ist die Vorfüllung mit Sauerstoff und das Einspritzen des flüssigen Metalls unter
erhöhter Geschwindigkeit in die Sauerstoffatmosphäre in der Form ist sehr aufwendig.
[0003] Bei bekannten Vakuum-Druckgießverfahren werden zunehmend Formen verwendet, die wegen
der Gestaltung der zu gießenden Teile immer komplexer werden. So werden gehärtete
Formeinsätze in eine Grundform beispielsweise durch Miteinanderverschrauben eingefügt.
Dabei greifen Ausstoßer, Auswerfer oder Schieber durch die Form, so daß es sehr schwer
ist, diese Formen für den Aufbau des erforderliche Vakuum entsprechend abzudichten.
Zudem muß die Form innen von für den Druckguß schädlichen Gasen frei gehalten werden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die gegossenen Teile nach jedem Spritzvorgang
aus einer geöffneten Form entnommen werden müssen, um anschließend die Form wieder
zu schließen und das Vakuum für einen neuen Spritzvorgang aufzubauen. Bei komplizierten
Formen treten somit immer wieder Dichtprobleme auf.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Druckgießmaschine der eingangs
genannten Art bereitzustellen, die eine genügende Abdichtung der Gießform gewährleistet.
[0005] Es ist weiterhin Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung
von Druckgußteilen der eingangs genannten Art bereitzustellen, daß eine genügende
Abdichtung der Gießform gewährleistet.
[0006] Gelöst werden diese Aufgaben durch eine Druckgießmaschine und eine Verfahren gemäß
den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Bei einer erfindungsgemäßen Druckgießmaschine ist an alle Zwischenräume und an alle
Trennflächen innerhalb der Form, gleichgültig in welcher geometrischen Gestalt oder
ob beweglich oder unbeweglich miteinander verbunden, über Kanäle in der Form ständig
Sauerstoff unter Druck etwas oberhalb des atmosphärischen Drucks angelegt. Diese Stellen
sind nämlich die Ursache für Undichtigkeiten innerhalb der Form. Beispielsweise wird
der eingeleitete Sauerstoff an die Flächen geleitet, mit denen gehärtete Einsätze
in der Grundform aufliegen oder an die Flächen, an denen die Formhälften in der geschlossenen
Stellung aufeinander liegen oder an die Führungsbohrungen für Auswerfer oder für andere
mechanische Einsätze in der Form oder ähnliches. Durch das Anliegen von Sauerstoff
unter Druck werden diese Wegsamkeiten abgedichtet.
[0009] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Sauerstoffdruck je nach
Schließstellung der Form variierbar. Dadurch ist es möglich, den gewünschten Sauerstoffüberdruck
in jeder Stellung der Formhälften konstant zu halten oder gegebenfalls zu variieren.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Druckgießmaschine
liegt der Sauerstoffdruck 0,3 bis 1 bar, vorzugsweise 0,5 bar, oberhalb des atmosphärischen
Drucks. Es ist aber auch möglich, daß beim Schließen der Form der Druck auf 2 bis
3 bar oberhalb des atmosphärischen Drucks erhöht ist, um eingeschlossene Luft zu verdrängen.
Der Sauerstoff-Druck wird ständig aufrechterhalten, also nicht nur während der Evakuierphase.
In jedem Fall dringt eine über den Druck eingestellte oder gesteuerte Menge von Sauerstoff
sowohl in die Form als auch durch die Undichtigkeiten nach außen. Das Nach-Außen-Dringen
ist erwünscht, um eine Zirkulation bei dem geringen Druck aufrechtzuerhalten. Für
den Fall, daß der eingeleitete Sauerstoff mit dem flüssigen Metall reagiert, ergibt
sich zusätzlich eine erhöhte Porenfreiheit in den Strukturen des fertigen Gußteiles.
[0011] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung von Druckgußteilen, insbesondere
für den Leichtmetallguß in einer evakuierten Form, umfaßt folgende Schritte:
a) Schließen von Formhälften der Form unter gleichzeitiger Evakuierung eines verbleibenden
Raums im Inneren der Form und fortwährendes Anlegen von Sauerstoff unter Druck etwas
oberhalb des atmospärischen Drucks an alle Zwischenräume und an alle Trennflächen
innerhalb der Form, gleichgültig in welcher geometrischen Gestalt oder ob beweglich
oder unbeweglich miteinander verbunden, über Kanäle;
b) Einspritzen von flüssigem Metall in das Innere der Form;
c) Öffnen der Formhälften und Auswerfen des Gußteils unter fortwährendem Anlegen von
Sauerstoff unter Druck etwas oberhalb des atmospärischen Drucks an alle Zwischenräume
und an alle Trennflächen innerhalb der Form, gleichgültig in welcher geometrischen
Gestalt oder ob beweglich oder unbeweglich miteinander verbunden, über Kanäle;
d) Wiederholen der Verfahrensschritte a) bis c).
[0012] Dadurch ist gewährleistet, daß eine genügende Abdichtung der Gießform erfolgt. Die
Qualität des entstehenden Druckgußteils wird deutlich erhöht.
[0013] In einer vorteilhaften Ausgestaltung dedes erfindungsgemäßen Verfahrens ist der Sauerstoffdruck
regelbar. Somit ist eine Anpassung des Verfahrens an die individuellen Gegebenheiten
und Probleme des Druckgußes möglich. Der Sauerstoffdruck liegt dabei vorteilhafterweise
0,3 bis 1 bar, vorzugsweise 0,5 bar, oberhalb des atmosphärischen Drucks. Es ist aber
auch möglich, daß beim Schließen der Form der Druck auf 2 bis 3 bar oberhalb des atmosphärischen
Drucks erhöht wird. Dadurch wird noch in der Form vorhandene Luft durch Sauerstoff
ersetzt.
[0014] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Druckgieß-Maschine gemäß der vorliegenden Erfindung
und
- Fig. 2
- im schematischen Schnitt Einzelheiten der Erfindung.
[0016] In Fig. 1 ist eine Druckgießmaschine 10 zum Vergießen von Leichtmetallegierungen
wie Aluminium- und/oder Magnesiumlegierungen dargestellt. Zwischen einer Kopfplatte
12 ist mittels eines Kniehebelmechanismus 14 und einem Schließzylinder 15 eine bewegliche
Aufspannplatte 16 mit einer darauf befestigten beweglichen Formhälfte 18 gegenüber
einer festen Aufspannplatte 20 bewegbar, auf der eine feste Formhälfte 22 angeordnet
ist. Sobald die beiden Formhälften 18 und 22 fest aufeinandergepresst sind, wird das
Innere 24 der Form evakuiert und in das Vakuum wird flüssiges Metall aus einer Druckkammer
26 mittels eines vom Zylinder 30 angetriebenen Druckkolbens 28 eingespritzt.
[0017] Bei wiedergeöffneter Form wird das Gußteil aus dem Inneren 24 mittels Auswerferstiften
32, die von einem Zylinder 34 angetrieben werden, ausgeworfen. Während des ganzen
Betriebes wird Sauerstoff aus Sauerstofflaschen 40 in die verschiedenen und unterschiedlich
geformten Flächen, die innerhalb der Form aufeinanderliegen und ausgebildet sind,
eingeleitet. In den Leitungen 42 befinden sich Druckminderer 44, die den Druck der
Sauerstofflaschen 40 auf einen geringen Überdruck reduzieren. Über einen Verteiler
46, der zugleich einen Druckregler enthalten kann, und weiteren Leitungen 48 gelangt
der Sauerstoff als dichtendes und verdrängendes Medium an die verschiedenen Fugen
und Spalten, die sich in der Form gewollt oder ungewollt während des Betriebes ausbilden,
was anhand von Fig. 2 nachstehend näher erläutert wird. Der Druckverteiler und Druckregler
46 sorgen hierbei dafür, daß die verschiedenen Leitungen 48 gegebenenfalls unterschiedliche
Drücke weiterleiten oder Druckschwankungen ausgleichen. Insbesondere beim Schließen
der Form kann der Druck auch erhöht werden.
[0018] Die Fig. 2 zeigt ebenfalls schematisch die beiden Formhälften 18 und 22, die im vorliegenden
Beispiel bei kompliziert geformten Gußteilen oft zusätzlich gehärtete Einsätze 50,
52 in der beweglichen Formhälfte und in der festen Formhälfte 22 aufweisen. Eine der
Sauerstoffzuleitungen 48, die Zuleitung 48a, mündet in einen Kanal 54, der zunächst
mit einer Fase 56 in Verbindung steht, welche üblicherweise in den Randecken zwischen
dem gehärteten Einsatz 50 und der beweglichen Formhälfte 18 aus Montage- und Demontage-gründen
freigelassen wird. Die sich hieran anschließenden Flächen zwischen dem gehärteten
Einsatz 50 und der beweglichen Formhälfte 18 sitzen normalerweise dicht aufeinander
und bilden keine Fuge. Dennoch entsteht im Betrieb oft ein geringfügiger Zwischenraum
58, beispielsweise durch die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der beiden
Materialien. In diesen Zwischenraum dringt in richtung der eingezeichneten Pfeile
der zugeführte Sauerstoff ein und dichtet diese Zwischenräume gegenüber dem Vakuum
im Innern 24 ab. Die noch vorhandene Luft wird durch Sauerstoff ersetzt.
[0019] In gleicher Weise wird über einen an eine Zuleitung 48c anschließenden Kanal 60,
die Fase 62 und eventuelle Zwischenräume 64 zwischen der festen Formhälfte 22 und
dem Einsatz 52 Sauerstoff eingeleitet, wodurch auch an dieser Stelle vorhandene oder
entstehende Undichtigkeiten abgedichtet werden.
[0020] Auf der Seite der beweglichen Formhälfte 18 und dem Einsatz 50 kreuzen die Führungskanäle
der Auswerferstifte 32 den Zwischenraum 58, so daß über den Toleranzabstand der Auswerferstifte
32 zu den zugehörigen Führungskanälen hier dichtend wirkender Sauerstoff sowohl in
das Innere 24 der Form als auch nach außen gelangt, was ebenfalls durch eingezeichnete
kleine Pfeile angedeutet ist. Diese Möglichkeit der Entspannung des leichten Sauerstoffdrucks
nach außen ermöglicht einen ständigen Sauerstoffstrom. Selbstverständlich können die
Führungskanäle der Auswerferstifte 32 auch direkt über einen Kanal mit Sauerstoff
versorgt werden.
[0021] Auf der Seite der festen Formhälfte 22 ist eine Vakuumleitung 66 angedeutet, über
die die Form evakuiert wird. Sie kann aus einer Hülse oder einem Rohr bestehen, dessen
Außenwandungen oder Grenzwandungen zur Form ebenfalls Zwischenräume aufweisen oder
ausbilden können, die abzudichten sind. Eine separate Vakuumleitung ist aber nicht
unbedingt erforderlich. Es ist auch denkbar, daß die Druckgießmaschine ohne Vakuumleitungen
und ohne Evakuierung des Formrinnenraums arbeitet.
[0022] Ferner können in der Form eingesetzte Kanäle wie 54 und 60 aus Hülsen bestehen, die
selbst Ausgänge von den Zwischenräumen in der Form schaffen, so daß auch in diese
Sauerstoff eindringt. In gleicher Weise wirkt die in der festen Formhälfte eingesetzte
Druckkammer 26 wie eine solche Hülse bei der eventuell auftretende Spalte ebenfalls
durch den durchströmenden Sauerstoff abgedichtet werden. Auch diese Sauerstoffwege
sind durch kleine Pfeile angedeutet.
[0023] Die sich ständig öffnende und schließende Trennfläche zwischen beweglicher und fester
Formhälfte 18, 22 kann von einer Leitung 48b über einen Kanal 70 und einer Ringleitung
72 mit Sauerstoff versorgt werden. Außerhalb der Ringleitung 72 ist eine Dichtung
74 eingelegt. Beide Formhälften werden ständig gekühlt, was im vorliegenden Fall durch
einen Ringkanal 76 angedeutet ist. Die Zuführung von Kühlmittel erfolgt über eine
Hülse 78, die im eingezeichneten Beispiel durch die feste Formhälfte 22 und den Einsatz
52 durchgeführt ist. Auch derartige Kühlkanäle können Undichtigkeiten herbeiführen,
so daß auch diese von der Sauerstoffzirkulation zu erfassen sind.
[0024] Die Zuführung von Sauerstoff erfolgt kontinuierlich beispielsweise mit einem Druck
von 0,5 atm oberhalb des atmosphärischen Drucks, unabhängig von der Stellung der Formhälften.
Auf diese Weise wird allen konstruktiv bedingten und zeitweise auftretenden Undichtigkeiten
ein geringer, aber permanenter Sauerstoffgegenstrom entgegengesetzt, der ein Nachströmen
von Luft in das Innere 24 der Form verhindert. Im Inneren 24 der Form entsteht der
zusätzliche Vorteil durch die Reaktion des Gießmaterials mit dem Sauerstoff, was eine
Wärmebehandlung des Formteils ermöglicht und bessere Materialeigenschaften erzeugt.
1. Druckgießmaschine, insbesondere für den Leichtmetallguß in einer evakuierten Form,
wobei die Form aus zwei zwei Formhälften (18, 22) besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß
an alle Zwischenräume (56, 62) und an alle Trennflächen (58, 64) innerhalb der Form
(18, 22), gleichgültig in welcher geometrischen Gestalt oder ob beweglich oder unbeweglich
miteinander verbunden, über Kanäle (48) in der Form ständig Sauerstoff unter Druck
etwas oberhalb des atmosphärischen Drucks angelegt ist.
2. Druckgießmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauerstoffdruck je nach Schließstellung der Form (18, 22) variierbar ist.
3. Druckgießmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauerstoffdruck 0,3 bis 1 bar, vorzugsweise 0,5 bar, oberhalb des atmosphärischen
Drucks liegt.
4. Druckgießmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Schließen der Form (18, 22) der Druck auf 2 bis 3 bar oberhalb des atmosphärischen
Drucks erhöht ist.
5. Verfahren zur Herstellung von Druckgußteilen, insbesondere für den Leichtmetallguß
in einer evakuierten Form,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren folgende Schritte umfaßt:
a) Schließen von Formhälften (18, 22) der Form unter gleichzeitiger Evakuierung eines
verbleibenden Raums im Inneren (24) der Form und fortwährendes Anlegen von Sauerstoff
unter Druck etwas oberhalb des atmospärischen Drucks an alle Zwischenräume (56, 62)
und an alle Trennflächen (58, 64) innerhalb der Form (18, 22), gleichgültig in welcher
geometrischen Gestalt oder ob beweglich oder unbeweglich miteinander verbunden, über
Kanäle (48);
b) Einspritzen von flüssigem Metall in das Innere (24) der Form;
c) Öffnen der Formhälften (18, 22) und Auswerfen des Gußteils unter fortwährendem
Anlegen von Sauerstoff unter Druck etwas oberhalb des atmospärischen Drucks an alle
Zwischenräume (56, 62) und an alle Trennflächen (58, 64) innerhalb der Form (18, 22),
gleichgültig in welcher geometrischen Gestalt oder ob beweglich oder unbeweglich miteinander
verbunden, über Kanäle (48);
d) Wiederholen der Verfahrensschritte a) bis c).
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauerstoffdruck regelbar ist.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sauerstoffdruck 0,3 bis 1 bar, vorzugsweise 0,5 bar, oberhalb des atmosphärischen
Drucks liegt.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Schließen der Form (18, 22) der Druck auf 2 bis 3 bar oberhalb des atmosphärischen
Drucks erhöht ist.