[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug mit einem Kopfmodul aus einem
Faserverbundwerkstoff, wie es im Oberbegriff des Anspruchs 1 näher definiert ist.
[0002] Um die Massebilanz von Schienenfahrzeugen zu verbessern, eine hohe Gestaltungsfreiheit
im Design zu erreichen und die technologischen Vorteile von Faserverbundwerkstoffen
und einer Modulbauweise mit hohem Vorfertigungs- und Vorprüfungsgrad nutzen zu können,
werden Schienenfahrzeuge zunehmend mit Kopfmodulen, wie beispielsweise Führerhäusern,
aus Faserverbundwerkstoffen ausgeführt.
[0003] Ein derartiges Fahrzeug ist bereits aus der EP 0 533 582 B1 bekannt. Dabei ist ein
Führerhaus eines Schienenfahrzeugs als separate Baugruppe aus einem Faserverbundwerkstoff
hergestellt, wobei die Wände des Führerhauses mit einer Tragstruktur des Führerstandpultes
eine Monoblockeinheit bilden und das Führerhaus durch Verschrauben am Untergestell
des Schienenfahrzeugs sowie an den oberen Langträgern des Seitenwandoberrahmens befestigt
werden soll. Bei Bedarf, also vermutlich zum Toleranzausgleich und zum Abbau von Kraftspitzen,
soll die Befestigung mittels elastischer Puffer erfolgen. Frontal angreifende und
aus dem Anheben des Fahrzeugs resultierende Kräfte sollen über feste Anschläge auf
das Untergestell und die oberen Langträger übertragen werden können. In dieser Schrift
sind jedoch keine Angaben enthalten, wie die Fügestellen zwischen dem Führerhaus einerseits
sowie dem Untergestell und den oberen Langträgern andererseits ausgebildet sein sollen.
Als nachteilig erscheint, daß wegen der quasi punktförmigen Krafteinleitung in die
oberen Langträger bestimmte Bereiche des Führerhauses besonders verstärkt werden müssen
und andere Bereiche des Führerhauses an der Krafteinleitung nicht beteiligt werden
können, so daß das Führerhaus inhomogen aufgebaut werden muß, was besondere technologische
Schwierigkeiten und Kosten verursacht. Außerdem schränkt dieses technische Konzept
die bei den außergewöhnlichen Belastungsfällen:
- Anheben des Schienenfahrzeugs zum Aufgleisen,
- Stirnwanddruck (z.B. 300kN),
- Mittelkupplungsdruck (z.B. 1500 kN),
- Mittelkupplungszug (z.B. 1000 kN),
für die ein Wagenkastenaufbau eines Schienenfahrzeugs ausgelegt sein muß, durch das
Führerhaus mittragbaren Lastanteile ein. Nach den bisher üblichen Lösungen ist es
notwendig, die übrige Wagenkastenstruktur mit dem Untergestell und den oberen Langträgern
besonders steif auszuführen, was zusätzliche Fertigungsaufwände und unerwünschten
Massezuwachs zur Folge hat. Je größer der Anteil der Länge ist, den ein Kopfmodul
gemessen am Gesamtfahrzeug aufweist, desto ungünstiger werden diese Relationen.
[0004] Ein weiteres Schienenfahrzeug mit einem Führerhaus aus Faserverbundwerkstoff ist
in der Zeitschrift "Schweizer Eisenbahn-Revue" Nr. 12/1991, Seite 436 - 442 (Cortesi,
A; Issenmann, T., Kalbermatten, T. de: Leichte Nasen für schnelle Lokomotiven) beschrieben.
Hierbei wird ein Führerhaus aus mehreren Bauteilen mit einer Sandwich-Struktur aufgebaut,
die durch strukturelle Klebeverbindungen miteinander gefügt sind. Das Führerhaus ist
als selbsttragende Einheit konzipiert und kann also keine wesentlichen Lastanteile
bei den obengenannten außergewöhnlichen Belastungsfällen übernehmen. Dem ist durch
die Art der Verbindung mit dem Untergestell und dem Wagenkasten sowie durch deren
mechanische Festigkeit und geringe Steifigkeit Rechnung getragen: Um Fertigungstoleranzen
von 1 bis 5 mm ausgleichen, Druckdichtheit und Klimabeständigkeit im Fügebereich gewährleisten,
stark unterschiedliche Wärmedehnung zwischen Kunststofführerhaus und Metallwagenkasten
aufnehmen und hohe Lebensdauer sichern zu können, wurde das Führerhaus mit elastischem
Klebstoff auf- und angeklebt, wobei zum Untergestell hin elastische Puffer als Distanzhalter
zwischengesetzt wurden und unumgängliche Fertigungstoleranzen in der Klebfugendicke
von 10 mm aufgefangen werden. Eine derartige Ausbildung ist für den Fall, daß der
Kopfmodul eines Schienenfahrzeugs nicht nur selbsttragend, sondern mittragend ausgebildet
und beansprucht ist und dafür fest und steif mit der übrigen Wagenkastenstruktur verbunden
sein muß, völlig ungeeignet.
[0005] Eine andere Lösung eines Schienenfahrzeugs mit einem separat gefertigten und montierten
Kopfmodul beschreibt die DE 43 43 800 A1. Auch dieser Kopfmodul ist als selbsttragende
Einheit ausgebildet und soll unter Bindung aller 6 Freiheitsgrade mit dem Untergestell
lösbar und kraftschlüssig und mit dem Wagenkasten über elastische Zwischenglieder
verbunden sein. Diese Lösung kann ebenfalls keine wesentlichen Lastanteile der Wagenkastenstruktur
übernehmen und erfordert hinsichtlich der Paßfähigkeit der Bolzen/Bohrung-Verbindungsstellen
zum Untergestell in unterschiedlicher Achslage einen hohen Genauigkeitsaufwand. Da
die Verbindungsstellen zum Untergestell im Inneren des Führerhauses liegen und zugänglich
sein müssen, ist kein hoher Vorfertigungsgrad erreichbar.
[0006] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lösung für ein gattungsgemäßes Schienenfahrzeug
zu finden, die die im Stand der Technik beschriebenen Nachteile vermeidet und einen
Kopfmodul aus Faserverbundwerkstoff auf neue Art fest mit einem Wagenkastenmodul und
einem Untergestell verbindet, wobei fertigungsbedingte Form- und Maßtoleranzen in
(bezogen auf das Schienenfahrzeug) Vertikal-, Längs- und Querrichtung zwischen einem
Kopfmodul aus Faserverbundwerkstoff einerseits sowie Wagenkastenmodul und Untergestell
andererseits einfach und mit geringem Aufwand ausgeglichen, beim Fügen keine undefinierten
Eigenspannungen entstehen und die unterschiedlichen Wärmeausdehnungen eines Kopfmoduls
aus Faserverbundwerkstoff und eines Wagenkastenmoduls schadlos aufgenommen werden.
[0007] Eine weitere Aufgabe besteht darin, Kopfmodule aus Faserverbundwerkstoff dergestalt
mittragfähig auszubilden und so mit einem mit einem Untergestell verbundenen Wagenkastenmodul
zu verbinden, daß eine besondere kraftschlüssig feste und steife Verbindung zwischen
Kopfmodul und Wagenkastenmodul sowie Untergestell ausgebildet wird und der Kopfmodul
dadurch wesentliche Lastanteile entsprechend den vorgenannten Belastungsfällen und
der Betriebsbeanspruchung mittragen und in die Wagenkastenstruktur einleiten kann.
[0008] Diese Aufgaben werden durch ein Schienenfahrzeug der eingangs geschilderten Art mit
den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Fortbildungen der Erfindung sind den folgenden
Ansprüchen entnehmbar.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Fügestellen von Kopfmodul gegenüber Wagenkastenmodul
und Untergestell gestattet es, eine feste und von undefinierten Eigenspannungen freie
Verbindung eines Kopfmoduls sowohl mit einem Wagenkastenmodul als auch einem Untergestell
herzustellen, bei der fertigungsbedingte Maßabweichungen des Kopfmoduls wie auch Fertigungstoleranzen
von Wagenkastenmodul und Untergestell sowohl in Fahrzeugvertikal-, in Fahrzeuglängs-
als auch in Fahrzeugquerrichtung auf technisch einfache und wirtschaftliche Weise
ausgeglichen werden.
[0010] Noch einfacher wird der Toleranzausgleich des Kopfmoduls gegenüber dem Wagenkastenmodul,
wenn die für eine schubsteife Verbindung gefundene Lösung nur in den Seitenwandbereichen
hergestellt und im Dachbereich in bekannter Weise eine elastische Klebeverbindung
hergestellt wird, die auch Höhenmaßdifferenzen gut ausgleichen kann.
[0011] Die in einer Fortbildung der Erfindung vorgesehene Verbindung von Seitenwandendprofilen
mit einem Wagenkastenendprofil reduziert Aufwand und Kosten für den Toleranzausgleich
des Wagenkastenmoduls zusätzlich.
[0012] Infolge der geringeren Genauigkeitserfordernisse können Kopfmodule und Schienenfahrzeuge
nunmehr kostengünstiger hergestellt werden.
[0013] Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die in Kaltfügetechnik ausgeführte Verbindung
unabhängig davon ist, ob der Wagenkastenmodul in Stahl-, Leichtmetall- oder andersartiger
Bauweise ausgeführt ist. Für Reparaturzwecke ist diese Art Verbindung ohne Beschädigung
von Kopfmodul und Wagenkastenmodul lösbar.
[0014] Ein anderer wesentlicher durch die Erfindung erzielter Vorteil besteht darin, daß
nunmehr auch Schienenfahrzeuge mit Kopfmodulen aus faserverstärkten Werkstoffen hergetellt
werden können, bei denen der mittragfähig ausgebildete Kopfmodul Lastanteile der Wagenkastenstruktur
übernimmt und durch eine feste und steife Fügeverbindung in den anschließenden Wagenkastenmodul
einleiten kann.
[0015] Insbesondere durch die zumindest zwischen den Seitenwänden von Kopfmodul und Wagenkastenmodul
zweischnittig ausgeführte Verbindung wird eine hohe Schubsteifigkeit erreicht, so
daß die Seitenwände sowohl des Kopfmoduls als auch des Wagenkastenmoduls material-
und massesparend dimensionierbar sind. Das wird dadurch unterstützt, daß die fügerandseitig
integrierten Verstärkungsprofile des Kopfmoduls, an denen sich die Befestigungsmittel
abstützen, die über die Fügeflächen zwischen Untergestell und Kopfmodul übertragenen
Vorspannkräfte und Beanspruchungen aufnehmen und flächig an den benachbarten Faserverbundwerkstoff
weitergeben, so daß dessen punktförmige Überlastung bzw. die Notwendigkeit zu dessen
Überdimensionierung vermieden wird.
[0016] Da die Fügeverbindung zum Untergestell einseitig von unterhalb des Untergestells
ausführbar ist, kann ein erfindungsgemäß ausgebildeter Kopfmodul mit einem hohen Vorfertigungsgrad
gebaut, ausgestattet und vorgeprüft werden, bevor er mit dem Wagenkastenmodul gefügt
wird.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, das nicht einschränkend zu verstehen ist,
ist nachstehend anhand der Zeichnungen veranschaulicht und beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäß ausgebildeten und gefügten Schienenfahrzeugs,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch eine Fügestelle zwischen Kopfmodul und Untergestell,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch eine Fügestelle zwischen Kopfmodulseitenwand und Wagenkastenseitenwand.
[0018] Gemäß
Fig. 1 ist für ein Schienenfahrzeug 1 auf einem Untergestell 3 ein Wagenkastenmodul 2 vorgefertigt.
Das Untergestell 3 nimmt die (nicht dargestellten) Zug- und Druckeinrichtungen des
Schienenfahrzeugs auf, enthält die (ebenfalls nicht dargestellten) Aufnahmen für Radsätze
oder Drehgestelle sowie weitere Funktionseinheiten des Schienenfahrzeugs und trägt
aus funktionellen und gestalterischen Gründen teilweise eine Außenverkleidung. Der
Kopfmodul 12 besteht gemäß Ausführungsbeispiel zumindest aus einer Kopfmodulstirnwand
13, zwei Kopfmodulseitenwänden 14 und einem Kopfmoduldach 22, die einzeln vorgefertigt
und dann zum Kopfmodul 12 gefügt oder gemeinsam als Kopfmodul 12 in MonoblockBauweise
gefertigt sein können.
[0019] Um das Kopfmodul 12 mit dem Untergestell 3 in einer annähernd waagerechten Fügeebene
(die auch geneigt, gekrümmt und/oder abgestuft sein kann) verbinden und dabei maßliche
Abweichungen korrigieren zu können, sind gemäß
Fig. 2 auf dem Langträger 4 des Untergestells 3 ein Werkstoffaufmaß als höhentoleranzausgleichendes
Mittel 5 vorgesehen, das nach Vermessung des vorgefertigten Kopfmoduls 12 und des
Untergestells soweit wie nötig mechanisch abgearbeitet ist. Es ist aber ebenso denkbar,
anstelle des Werkstoffaufmaßes des Langträgers 4 eine oder mehrere höhendifferenzangepaßte
zusätzliche Beilagen vorzusehen, die auch die Form eines die Fügekante des Kopfmoduls
umfassenden U-Profils haben können, oder andersartige höhentoleranzausgleichende Mittel
zu verwenden. Die in
Fig. 2 gezeigte Gestalt des Werkstoffaufmaßes, die bei einem aus Leichtmetall bestehenden
Langträger 4 integrales Bestandteil des Strangpreßprofils sein kann, gestattet bei
der mechanischen Abarbeitung des Werkstoffaufmaßes eine visuelle Kontrolle, um nicht
in den festigkeitsnotwendigen Werkstoffbereich des Langträgers 4 einzugreifen. Nach
Anpassung des Langträgers 4 an die Fertigmaße des Kopfmoduls 12 und nach dessen Aufsetzen
sind von der Unterseite des Langträgers 4 aus Bohrungen an den erforderlichen Stellen
und in der nötigen Anzahl eingebracht, die in die Fügekante der Kopfmodulseitenwand
14 eingreifen und das dort integrierte Verstärkungsprofil 18 durchdringen, das nach
dem Ausführungsbeispiel einen U-förmigen Querschnitt aufweist und im Inneren der Sandwich-Struktur
der Kopfmodulseitenwand 14 aus Kern 15 und den Schichtstrukturen 16 und 17 angeordnet
ist. in diese Bohrungen werden gemäß Ausführungsbeispiel einseitig setzbare Blindniete
als Befestigungsmittel 20 eingebracht und zwischen der Innenfläche des Verstärkungsprofils
18 und der Unterseite des Langträgers 4 verspannt, so daß die Kopfmodulseitenwand
14 und das Untergestell 13 unter Vorspannung kraftschlüssig fest und steif miteinander
verbunden sind. Form und Stärke des Verstärkungsprofils 18 sind zweckmäßig so bemessen,
daß es bei Transport und Montage die Stabilität der Kopfmodulseitenwand 14 unterstützt
und nach dem Setzen der Befestigungsmittel 18 sowohl die Spannkräfte als auch Belastungskräfte
in Längs-, Quer- und Vertikalrichtung hinreichend flächenhaft in den Faserverbundwerkstoff
der Kopfmodulseitenwand 14 einleitet.
[0020] Sofern die in der Fügestelle zwischen Kopfmodulseitenwand 14 und Langträger 4 zu
übertragenen Kräfte durch Reibschluß übertragbar sind, kann der Bohrungsdurchmesser
groß dimensioniert sein. Muß die Fügestelle jedoch für solche Kräfte ausgelegt sein,
die nur durch Kombination von Reibschluß und Lochlaibung übertragbar sind, sind die
Bohrungsdurchmesser gegenüber dem Schaftdurchmesser der Befestigungsmittel 20 enger
zu tolerieren.
[0021] Eine gleichartige Ausbildung soll nach dem Ausführungsbeispiel die (bildlich nicht
näher dargestellte) Fügestelle zwischen Kopfmodulstimwand 13 und Untergestell 3 aufweisen.
[0022] Um das Kopfmodul 12 in einer annähernd senkrechten Fügeebene (die auch geneigt, gekrümmt
und/oder abgestuft sein kann) mit dem Wagenkastenmodul 2 zu verbinden, weist in diesem
Fügebereich gemäß Fig. 3 die Wagenkastenseitenwand 9 einen inneren Fügesteg 7 und
einen äußeren Fügesteg 8 auf, zwischen die die Kopfmodulseitenwand 14 eingeschoben
ist. Die Schenkellänge der beiden Fügestege 7 und 8, ihr Abstand und ihre Elastizität
in Fahrzeugquerrichtung sind so gewählt, daß die Fügekante der Kopfmodufseitenwand
14, in die ein Verstärkungsprofil 19 integriert ist, formschlüssig umfaßt und deren
Maßabweichungen in Fahrzeuglängs- und Fahrzeugquerrichtung Rechnung getragen ist.
Durch die Fügestege 7 und 8 und die Kopfmodulseitenwand 14 sind gemeinsame Durchgangsbohrungen
eingebracht, in die gemäß dem Ausführungsbeispiel zweiseitig setzbare und Vorspannung
erzeugende Schließringbolzen als Befestigungsmittel 21 eingebracht und unter Abstützung
am Verstärkungsprofil 19 gespannt sind. Für den Durchmesser dieser Durchgangsbohrungen
gilt das für die Fügestelle zwischen Kopfmodulseitenwand und Untergestell obengesagte
entsprechend. Durch eine solche zweischnittige Ausbildung der Fügestelle sind die
Kopfmodulseitenwand 14 und die Wagenkastenseitenwand 9 kraftschlüssig fest und besonders
steif miteinander verbunden, wobei das Befestigungsmittel 21 oberflächeneben mit dem
äußeren Steg 8 und visuell unauffällig gestaltet ist.
[0023] Die Fügestelle zwischen Kopfmoduldach 22 und Wagenkastendach 10 kann in gleicher
Weise ausgebildet sein. Bei ausreichender Festigkeit im Seitenwandbereich ist es jedoch
nach einer (bildlich nicht dargestellten) Fortbildung der Erfindung möglich, diese
Fügestelle als konventionelle elastische Klebeverbindung 11 zu gestalten, wodurch
zusätzlich Maßtoleranzen im Dachbereich leicht ausgeglichen werden können.
[0024] Für ein endungsgemäßes Schienenfahrzeug, dessen Kopfmodul mittragfähig ausgebildet
sein soll, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Sandwich-Struktur der Kopfmodulstirnwand
13, der Kopfmodulseitenwand 14 und des Kopfmoduldachs 22 aus einem Kern 15 aus mindestens
einem Kernwerkstoff sowie mindestens beidseitig auf den Kern 15 aufgebrachten Schichtstrukturen
16 und 17 aus Faserverbundwerkstoffen mit gerichteten Faserstrukturen und das Kopfmodul
12 in Monoblockbauweise zu gestalten. Besonders vorteilhaft ist es, einen solchen
Kern 15 aus einem Leichtbaukemwerkstoff, z.B. einem Leichtbauhartschaum, zu fertigen.
Sofern die zu übertragenden Schubkräfte es erfordern, ist es zweckmäßig, daß die Verstärkungsprofile
18 und 19 in die Fügekanten der entsprechenden Teile des Kopfmoduls einlaminiert sind
und von den beiden Schichtstrukturen 16 und 17 eingeschlossen sind. Allerdings sind
auch andere Form, Anordnung und Verbindung der Verstärkungsprofile 18 und 19 an den
Fügekanten des Kopfmoduls 12 vorsehbar: Beispielsweise kann die Fügekante der Kopfmodulseitenwand
14 zur Wagenkastenmodulseitenwand 9 hin als offene Fügekante ausgebildet sein, in
der das Kernmaterial stellenweise entfernt und das Verstärkungsprofil 19 nur eingeschoben
ist, wenn die zu übertragenden Kräfte allein mittels Reibschluß zwischen der durch
das Verstärkungsprofil 19 verstärkten Kopfmodulseitenwand 14 und den beiden Fügestegen
7 und 8 oder mittels Lochlaibung im Faserverbundwerkstoff übertragbar sind. Beide
Verstärkungsprofile können aus Leichtmetall, aber auch aus anderem Werkstoff sein,
sofern sie so ausgebildet sind, daß ausreichende mechanische Festigkeit und dauerhafte
Korrosionsbeständigkeit gegeben ist. Sie können über die gesamte Länge einer Fügekante,
aber auch aus einzelnen benachbart oder beabstandet eingesetzten Teilen bestehen.
[0025] Für die Fügestelle zwischen Kopfmodulseitenwand 14 und Wagenkastenseitenwand 9 können
anstelle des Verstärkungsprofils 19 auch ein Verstärkungsprofil nach Art des Verstärkungsprofils
18 oder eines Hohlprofils und anstelle der Durchgangsbohrungen und zweiseitig setzbarer
Befestigungsmittel 21 von beiden Seiten unabhängig voneinander eingebrachte Bohrungen
und einseitig setzbare Befestigungsmittel 20, die durch die seitlichen Stege des Verstärkungsprofils
reichen und blindgenietet sind, vorgesehen sein.
[0026] In einer anderen Fortbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß mindestens einer der
Fügestege 7 bzw. 8 als getrenntes und einzeln am Wagenkastenmodul anbringbares Bauteil
ausgeführt ist. Für das Zusammensetzen von Wagenkastenmodul 2 und Kopfmodul 12 besonders
vorteilhaft ist es, wenn der äußere Fügesteg 8 einzeln ausgebildet und anbringbar
ist. Mit variierter Formgebung dieses Bauteil kann das äußere Design des Schienenfahrzeugs
variierbar sein.
[0027] In Ausbildung dieser Lösung ist es zweckmäßig, am Wagenkasten in Abständen Montagehilfen
25 (Fig. 3) vorzusehen, in die der äußere Fügesteg 8 bei seinem Aufsetzen eingesetzt
und ohne zusätzliche Hilfsmittel reibschlüssig oder gerastet in Montageposition gehalten
wird.
[0028] In weiterer Fortbildung der Erfindung ist der Teil des Wagenkastenmoduls, der den
inneren und den äußeren Fügesteg 7 bzw 8 aufweist, ein Wagenkastenendprofil 6, das
eine offene oder eine geschlossene Schweißkonstruktion sein kann, besonders vorteilhaft
und maßgenau aber aus einem Hohlkammer-Leichtmetallstrangpreßprofil gearbeitet, in
der Form eines Portals entsprechend der äußeren Kontur des Schienenfahrzeugs 1 gebogen
und auf dem Untergestell 3 aufgesetzt ist. Ein solches Profil ist mit guter Genauigkeit
herstellbar und ein vorteilhaftes Hilfsmittel für die maßliche Anpassung der Wagenkastenseitenwände
9 und des Wagenkastendachs 10 bei der Vorfertigung des Wagenkastenmoduls 2. Das portalförmige
Wagenkastenendprofil 6 kann, wie in Fig. 3 angedeutet ist, Träger einer das Kopfmodul
abschließenden Zwischenwand sein.
[0029] In einer Ausbildung dieser Lösung ist die Wagenkastenseitenwand 9 nicht direkt, sondern
mittels zwischengesetzter Seitenwandendprofile 23 und 24 an das Wagenkastenendprofil
6 angeschlossen. Derartige Profile sind mechanisch leichter abarbeitbar und anpaßbar
als eine vollständige Wagenkastenseitenwand, so daß trotz erhöhten Fügeaufwandes ein
schnelleres und leichteres maßliches Anpassen erreichbar ist. Das Seitenwandendprofil
24 kann durch variierte Formgebung leicht einem zu verändernden Design des Schienenfahrzeugs
folgen
Verwendete Bezugszeichen:
[0030]
- 1
- Schienenfahrzeug
- 2
- Wagenkastenmodul
- 3
- Untergestell
- 4
- Langträger
- 5
- Höhentoleranzausgleichendes Mittel
- 6
- Wagenkastenendprofil
- 7
- Fügesteg
- 8
- Fügesteg
- 9
- Wagenkastenseitenwand
- 10
- Wagenkastendach
- 11
- Klebeverbindung
- 12
- Kopfmodul
- 13
- Kopfmodulstirnwand
- 14
- Kopfmodulseitenwand
- 15
- Kern
- 16
- Schichtstruktur
- 17
- Schichtstruktur
- 18
- Verstärkungsprofil
- 19
- Verstärkungsprofil
- 20
- Befestigungsmittel
- 21
- Befestigungsmittel
- 22
- Kopfmoduldach
- 23
- Seitenwandendprofil
- 24
- Seitenwandendprofil
- 25
- Montagehilfe
1. Schienenfahrzeug mit einem vorgefertigten und mit einem Untergestell verbundenen Wagenkastenmodul
und einem vorgefertigten Kopfmodul aus einem Faserverbundwerkstoff,
gekennzeichnet dadurch, daß:
- ein zum Kopfmodul (12) weisender Fügebereich des Untergestells (3) mit höhentoleranzausgleichenden
Mitteln (5) ausgestattet ist,
- ein zum Kopfmodul (12) weisender Fügebereich des Wagenkastenmoduls (2) zumindest
im Bereich von Wagenkastenseitenwänden (9) als Fügekante mit längs- und quertoleranzausgleichenden
Mitteln (7 8) ausgestattet ist,
- der Kopfmodul (12) zum Wagenkastenmodul (2) und zum Untergestell (3) weisende Fügekanten
der Kopfmodulstirn- und Kopfmodulseitenwände (13, 14) mit in den Faserverbundwerkstoff
integrierten Verstärkungsprofilen (18, 19) aufweist,
- die Kopfmodulstirn- und Kopfmodulseitenwände (13, 14) mit dem Untergestell (3) mittels
Vorspannkraft aufbauender und sich an den Verstärkungsprofilen (18) abstützender Befestigungsmittel
(20) schubsteif verbunden sind und daß
- zumindest die Kopfmodulseitenwände (14) mittels Vorspannkraft aufbauender und sich
an den Verstärkungsprofilen (19) abstützender Befestigungsmittel (21) mit zumindest
den Wagenkastenseitenwänden (9) schubsteif verbunden sind.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß im Fügebereich von Kopfmodul (12) und Wagenkastenmodul (2) eine schubsteife Verbindung
nur zwischen Wagenkastenseitenwand (9) und Kopfmodulseitenwand (14) hergestellt ist
und die Fügekanten des Wagenkastendachs (10) und des Kopfmoduldachs (22) für eine
Klebeverbindung ausgebildet und miteinander mittels einer elastischen Klebeverbindung
(11) gefügt sind.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß der Faserverbundwerkstoff des Kopfmoduls (12) ein Sandwich-Laminat zumindest aus
einem Kernwerkstoff (Kern 15) und zumindest beidseitig aufgebrachten Faserverbundwerkstoffen
(Schichtstrukturen 16 und 17) mit gerichteten Faserstrukturen ist.
4. Schienenfahrzeug nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß die Verstärkungsprofile (18, 19) in den Faserverbundwerkstoff des Kopfmoduls (12)
einlaminiert und von den beidseitig aufgebrachten Schichtstrukturen (16 und 17) umschlossen
sind.
5. Schienenfahrzeug nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß die Verstärkungsprofile (18, 19) aus einem Leichtmetall bestehen.
6. Schienenfahrzeug nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß das höhentoleranzausgleichende Mittel (5) ein vom Untergestell (3) mechanisch abarbeitbares
Werkstoffaufmaß ist.
7. Schienenfahrzeug nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß der die Fügestege (7 und 8) aufweisende Teil des Wagenkastenmoduls (2) ein Wagenkastenendprofil
(6) ist.
8. Schienenfahrzeug nach Anspruch 7, gekennzeichnet dadurch, daß das Wagenkastenendprofil (6) ein der Außenkontur des Schienenfahrzeugs (1) angepaßtes
Hohlkammerprofil ist.
9. Schienenfahrzeug nach Anspruch 8, gekennzeichnet dadurch, daß das Wagenkastenendprofil (6) ein Hohlkammer-Leichtmetallstrangpreßprofil ist.
10. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet dadurch, daß der vom Kopfmodul (12) wegweisende Teil des Wagenkastenendprofils (6) für die Verbindung
mit längs- und quertoleranzausgleichenden Mitteln (Seitenwandendprofil 23 und Seitenwandendprofil
24) ausgebildet ist.
11. Schienenfahrzeug nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet dadurch, daß mindestens ein Fügesteg (8) als getrenntes Teil am Wagenkastenmodul (2) anbringbar
ist.
12. Schienenfahrzeug nach Anspruch 11, gekennzeichnet dadurch, daß der zweite Fügesteg mittels Montagehilfen (25) in Fügeposition gebracht und gehalten
wird.
1. A rail vehicle having a prefabricated body module attached to an undercarriage and
a prefabricated front module made of a fiber composite material,
characterized in that:
- a joint region of the undercarriage (3) which points toward the front module (12)
is equipped with means (5) for compensating height tolerances,
- a joint region of the body module (2) which points toward the front module (12)
is equipped at least in the region of the body side walls (9) as a joint edge with
means (7, 8) for compensating lengthwise and transverse tolerances,
- the body module (12) is equipped with joint edges of the front module end walls
and front module side walls (13, 14) which point towards the body module (2) and towards
the undercarriage (3) which have reinforcement profiles (18, 19) integrated in the
fiber composite material,
- the front module end walls and front module side walls (13, 14) are connected to
the undercarriage (3) so that they are resistant to shear by means of fasteners (20)
which generate pre-stressing force and support themselves on the reinforcement profiles
(18), and
- at least the front module side walls (14) are connected to at least the body side
walls (9) so that they are resistant to shear by means of fasteners (21) which generate
pre-stressing force and support themselves on the reinforcement profiles (19).
2. The rail vehicle according to claim 1, characterized in that a connection resistant to shear is produced only between the body side walls (9)
and the front module side walls (14) in the joint region of the front module (12)
and the body module (2) and the joint edges of the body roof (10) and of the front
module roof (22) are implemented for an adhesive bond and are joined with one another
by means of an elastic adhesive bond (11).
3. The rail vehicle according to claim 1 or 2,
characterized in that the fiber composite material of the front module (12) is a sandwich laminate made
of at least a core material (core 15) and at least fiber composite materials (layer
structures 16 and 17) applied on both sides having directional fiber structures.
4. The rail vehicle according to one of the preceding claims, characterized in that the reinforcement profiles (18, 19) are laminated into the fiber composite material
of the front module (12) and are enclosed by the layer structures (16 and 17) applied
on both sides.
5. The rail vehicle according to one of the preceding claims, characterized in that the reinforcement profiles (18, 19) are made of a light metal.
6. The rail vehicle according to one of the preceding claims, characterized in that the means (5) for compensating height tolerances is a material excess which can be
mechanically worn away from the undercarriage (3).
7. The rail vehicle according to one of the preceding claims, characterized in that the part of the body module (2) having the joint strips (7 and 8) is a body end profile
(6).
8. The rail vehicle according to claim 7, characterized in that the body end profile (6) is a hollow chamber profile tailored to the outer contour
of the rail vehicle (1).
9. The rail vehicle according to claim 8, characterized in that the body end profile (6) is an extruded light metal hollow chamber profile.
10. The rail vehicle according to one of the claims 7 to 9, characterized in that the part of the body end profile (6) pointing away from the front module (12) is
implemented for the connection to means (side walls end profile 23 and side walls
end profile 24) for compensating lengthwise and transverse tolerances.
11. The rail vehicle according to the preceding claims, characterized in that at least one joint strip (8) can be affixed to the body module (2) as a separate
part.
12. The rail vehicle according to claim 11, characterized in that the second joint strip is brought into the joint position and held there by means
of assembly aids (25).
1. Véhicule ferroviaire avec un module de caisson de wagon préfabriqué et relié au châssis
et avec un module de tête fabriqué en matière de fibres agglomérées,
caractérisé en ce que :
- une zone de jointure du châssis (3) orientée vers le module de tête (12) est équipée
de moyens (5) d'équilibrage de tolérance en hauteur,
- une zone de jointure du module de caisson de wagon (2) faisant face au module de
tête (12) est conçue, au moins dans la zone des parois latérales du caisson du wagon
(9), comme une arête de jointure avec des moyens d'équilibrage de tolérance longitudinale
et transversale (7, 8),
- le module de tête (12) présente des arêtes orientées vers le module de caisson de
wagon (2) et le châssis (3) présente des parois frontales et des parois latérales
(13, 14) avec des profils de renfort (18, 19) intégrés dans la matière de fibres agglomérées,
- les parois frontales et les parois latérales du module de tête (13, 14) sont reliées
au châssis (3) de manière à résister à la poussée par des moyens de fixation (20)
créant une précontrainte et s'appuyant sur les profils de renfort (18),
- au moins les parois latérales du module de tête (14) sont reliées avec au moins
les parois latérales du caisson de wagon (9) de manière à résister à la poussée par
des moyens de fixation (21) créant une précontrainte et s'appuyant sur les profils
de renfort (19).
2. Véhicule ferroviaire selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans la zone de jointure du module de tête (12) et du module de caisson du wagon
(2), une liaison résistant à la poussée n'est établie qu'entre la paroi latérale du
caisson du wagon (9) et la paroi latérale du module de tête (14) et que les arêtes
de jointure du toit du caisson du wagon (10) et du toit du module de tête (22) sont
conçues pour être reliées par collage et sont assemblées ensemble par une jonction
élastique collée (11).
3. Véhicule ferroviaire selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la matière en fibres agglomérées du module de tête (12) est un laminé en sandwich
consistant en au moins une matière de noyau (noyau 15) et au moins des matières en
fibres agglomérées (structures feuilletées 16 et 17) avec des structures de fibres
orientées qui sont appliquées des deux côtés.
4. Véhicule ferroviaire selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les profils de renfort (18, 19) sont intégrés par laminage dans la matière en fibres
agglomérées du module de tête (12) et entourés par les structures feuilletées (16
et 17) appliquées des deux côtés.
5. Véhicule ferroviaire selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les profils de renfort (18, 19) sont en métal léger.
6. Véhicule ferroviaire selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le moyen (5) d'équilibrage de la tolérance en hauteur est une surépaisseur de matière
pouvant être usinée de manière mécanique dans le châssis (3).
7. Véhicule ferroviaire selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pièce comportant les traverses de jointure (7 et 8) du module de caisson du wagon
(2) est un profil terminal du caisson de wagon (6).
8. Véhicule ferroviaire selon la revendication 7, caractérisé en ce que le profil terminal du caisson de wagon (6) est un profil creux adapté au contour
extérieur du véhicule ferroviaire (1).
9. Véhicule ferroviaire selon la revendication 8, caractérisé en ce que le profil terminal du caisson du wagon (6) est un profil creux en métal pressé en
continu.
10. Véhicule ferroviaire selon une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que la face s'écartant du module de tête (12) du profil terminal de caisson du wagon
(6) est conçue pour une liaison avec des moyens d'équilibrage de tolérance longitudinale
et transversale (profil terminal de paroi latérale 23 et profil terminal de paroi
latérale 24).
11. Véhicule ferroviaire selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une traverse de jonction (8) peut être installée en tant que pièce séparée
sur le module de caisson de wagon (2).
12. Véhicule ferroviaire selon la revendication 11, caractérisé en ce que la deuxième traverse de jonction est mise et maintenue en position de jonction par
des accessoires de montage (25).