[0001] Die Erfindung betrifft eine Feuerlöschvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Eine gattungsbildende Feuerlöschvorrichtung ist aus dem DE G 88 08 931 U1 bekannt
geworden. Sie umfaßt eine Löschpistole, die über einen auf einer Schlauchtrommel aufwickelbaren
Schlauch mit einer Hochdruckeinrichtung in Verbindung steht. Über ein Drei-Wege-Ventil
ist das der Düse gegenüberliegende Ende des Schlauches mit zwei Kammern verbunden,
wobei die eine Kammer schaummittelfreies Löschwasser und die andere Kammer ein Wasser-Schaummittel-Gemisch
aufnimmt.
[0003] Durch diese Anordnung kann unter Druck stehendes Löschmittel, bestehend aus reinem
Wasser oder aus einem Wasser-Schaummittel-Gemisch, entsprechend der Umsteuerung des
Drei-Wege-Ventils am Brandherd eingesetzt werden.
[0004] Ein Hochdruckfeuerlöschgerät ist grundsätzlich auch aus der DE 195 09 322 A1 bekannt
geworden. Es umfaßt eine Löschpistole mit einem Druckgashahn. Mittels einer Auslöseeinrichtung
ist ein Teil des Druckgases so umleitbar, daß durch dieses eine Kraft erzeugt wird,
die ein Ventil öffnet, so daß das im Druckgasraum verbliebene Gas durch das Ventil
in den Löschmittelraum dringen kann. Dabei wird das Löschmittel schlagartig ausgeblasen
und schlägt sich in extrem feiner Verteilung auf den Brandherd nieder. Es handelt
sich dabei um eine, stets Rückschläge erzeugende, getaktete Löscheinrichtung.
[0005] Aus der Vorveröffentlichung DE-Z "Magazin der Feuerwehr", Heft 9/97, Seite 524 ist
ein Kleinlöschfahrzeug beschrieben, bei welchem eine Löschpistole eingesetzt wird,
mit der Wassernebel einerseits sowie Wassernebel mit einem Sprühstrahl neben einem
Vollstrahl andererseits erzeugt werden kann.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ausgehend von dem eingangs genannten Stand
der Technik, eine nochmals verbesserte Feuerlöschvorrichtung zu schaffen.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß entsprechend den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Durch die vorliegende Erfindung wird eine deutliche Verbesserung gegenüber herkömmlichen
Feuerlöschvorrichtungen geschaffen.
[0009] Einer der wesentlichen Vorteile der Feuerlöschvorrichtung ist, daß dieses Gerät vielseitig
einsetzbar und dabei höchst flexibel anwendbar ist.
[0010] Dabei erfüllt die erfindungsgemäße Vorrichtung bereits in ihrer Grundfunktion, vor
allem aber unter Berücksichtigung vorteilhafter weiterer Ausgestaltungen vielfältige
Funktionen. Folgende Löschstrahlen sind dabei beispielsweise erzeugbar:
- Wasser-Vollstrahl
- Wasser-Nebelstrahl (ggf. mit unterschiedlicher Sprühnebelausgestaltung)
- reiner Löschgas-Strahl (beispielsweise CO2-Löschstrahl)
- Vollstrahl mit Benetzungsmittel
- Nebelstrahl mit Benetzungsmittel
- Schaum-Vollstrahl
- Schaum-Nebelstrahl (Sprühstrahl)
- Löschgas-Schaum (beispielsweise CO2-Schaumstrahl)
[0011] Erfindungsgemäß ist dazu vorgesehen, daß neben zumindest zwei Anschlüssen oder Tanks
zur Aufnahme von Löschwasser einerseits und zur Aufnahme von Schaummittel andererseits
zumindest ein dritter Anschluß oder ein dritter Vorratstank für ein Löschgas (vorzugsweise
CO
2) vorgesehen ist.
[0012] Durch Betätigung von Ventilen kann dabei nur Löschmittelwasser oder nur Löschmittelgas
zur Bekämpfung des Brandherdes eingesetzt werden. Sollte in dem einen der drei Tanks
statt reinem Löschmittel bereits ein Gemisch aus einem Schaummittel und Wasser eingefüllt
sein, so könnte beispielsweise durch entsprechende Schaltung der Ventile nur das in
diesem Tank befindliche Gemisch zur Bekämpfung des Brandherdes eingesetzt werden.
[0013] Bevorzugt wird aber kein Tank zur Aufnahme eines Schaummittel-Wasser-Gemisches vorgesehen,
sondern ein separater Tank zur Aufnahme des Schaummittels neben dem Tank für das Löschwasser.
Durch Zusammenführung des Löschwassers mit dem Löschmittel kann beispielsweise dann
entsprechender Löschmittelschaum als Vollstrahl oder als Nebel- oder Sprühstrahl erzeugt
werden.
[0014] Ebenso möglich ist es durch Vermischung des Benetzungs- oder Schaummittels mit Luft
oder alternativ mit Löschgas einen entsprechenden "trockenen" Löschmittelschaum zu
erzeugen. Ebenso kann aber gleichzeitig unter Druck bis Hochdruck stehendes Löschwasser
mit zugeführt werden.
[0015] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung führen zur Löschpistole
zumindest zwei Schläuche oder Leitungen, nämlich ein Schlauch bzw. eine Leitung zur
Zuführung des Löschwassers und eine zweite Leitung bzw. ein zweiter Schlauch zur Zuführung
des Löschgases. Löschwasser und Löschgas werden dann in der Löschpistole gemischt
und abgegeben.
[0016] Als günstig hat sich ferner erwiesen, wenn das Schaum- oder Benetzungsmittel - welches
grundsätzlich in einem dritten Schlauch der Löschpistole zugeführt werden könnte -
bereits vor der Löschpistole, also vor dem Löschschlauch zusammengeführt und -gemischt
und bevorzugt über eine Pumpe über den Löschschlauch zur Löschpistole befördert wird.
[0017] Um insbesondere die Ventile zur Erzeugung des gewünschten Löschstrahles, die bevorzugt
auf einer transportablen Plattform oder einer transportable Anlageneinheit oder selbstfahrend
auf einem Fahrzeug vorgesehen sind, von der Löschpistole aus zu bedienen, sind bevorzugt
eine oder mehrere elektrische Leitungen von der Löschpistole zur Betätigungseinheit
geführt.
[0018] In einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß in einem gemeinsam von der
Löschpistole zur Betätigungsanlage führenden Schlauch, der nachfolgend teilweise auch
als Schlauchmantel bezeichnet wird, nicht nur die beiden für die Zuführung des Löschmittelwassers
zum einen und des Löschgases zum anderen vorgesehenen Leitungen oder Schläuche, sondern
zudem auch die zumindest eine oder zwei elektrischen Leitungen zur Betätigung und
Steuerung der Löschanlage von der Löschpistole aus gemeinsam untergebracht sind. Bevorzugt
kann dieser Mantelschlauch in seiner Gesamtheit über eine Schlauchtrommel auf der
Löschanlage aufgewickelt werden.
[0019] Ferner hat sich als günstig erwiesen, an dem Löschgastank, der bevorzugt in einer
wieder ladbaren oder auswechselbaren Löschgas-Druckflasche besteht, in dem Leitungsabschnitt
von dieser Druckgasflasche zum Anschluß des Schlauches führend ein Druckminderungsventil
unterzubringen, um den Löschgasdruck von beispielsweise 250 bar auf z.B. 10 bis 30
bar zu senken.
[0020] Ferner hat sich als günstig erwiesen, bei Zuschalten der Löschpistole die entsprechenden
Ventile nicht schlagartig zu öffnen, um die Rückschlagwirkung zu dämpfen. Dazu könnten
auch Bypassventile eingesetzt werden, die aus der Reinigungstechnik bekannt sind.
[0021] Da in der Regel die Feuerlöschvorrichtung auch einen Elektrogenerator umfaßt, kann
die hierüber erzeugte Wärme benutzt werden, das Druckminderungsventil zur Minderung
des Löschgasdruckes zu erwärmen. Denn durch die Druckabsenkung kommt es hier im Bereich
des Druck-Absenkventiles ggf. zu einer starken Abkühlung bis hin zu einer möglichen
Vereisung, die durch die erwähnte Wärmezufuhr verhindert werden kann.
[0022] Schließlich hat es sich auch als günstig erwiesen, auf der Löschpistole abgabeseitig
ein Schaumrohr aufzusetzen. Dies kann bevorzugt zumindest zwischen zwei oder drei
Stellungen verstellt werden, wobei in der Grundstellung der Schaum als solches nicht
aktiv ist. In einer ersten Verstellposition kann bei dem aufgesetzten, verschiebbaren
Schaumrohr, welches gegenüberliegend zur Abgaberichtung beispielsweise mit einem erweiterten,
eine Luftzufuhr erlaubenden Trichter versehen ist, durch den im Einsatz bedingten
Venturi-Effekt Luft ansaugen und dadurch zur Schaumwirkung beitragen, wenn Luftschaum
abgegeben werden soll. In einer zweiten Verstellposition kann das Schaumrohr auch
in eine Lage gebracht werden, bei der die Luftzufuhr teilweise oder ganz abgeriegelt
ist und in der zweiten zugeführten Leitung Löschgas zugeführt wird, welches dann im
Schaumrohr intern, beispielsweise mit dem ebenfalls zugeführten Löschmittel oder dem
Löschmittel-Wasser-Gemisch, zur Schaumbildung dient (Löschgasschaum, z. B. CO
2-Schaum).
[0023] Aus den oben gemachten Ausführungen geht hervor, daß die erfindungsgemäße Löschvorrichtung
beinahe für jede Brandklasse einsetzbar ist, wobei sich dabei ein sehr schnelles und
gezieltes Arbeiten ermöglicht. Dabei kann das Gerät bei fast allen Brandherden gleichermaßen
eingesetzt werden, da es entsprechend den Erfordernissen vor Ort ermöglicht, mit den
unterschiedlichsten Mitteln (Löschwasser, Schaummittel, Löschgas sowie Mischungen
derselben) die optimale Brandgasbekämpfung durchzuführen. Dadurch wird auch der Gefahr
einer Wasserschadenbildung entgegengewirkt, da nicht immer, wie bei anderen Geräten,
zwangsläufig nur mit Löschwasser gelöscht werden muß.
[0024] Da dieses Gerät bei allen Brandherden gleichermaßen eingesetzt werden kann, ist es
einer das Gerät bedienenden Person schnell vertraut. Ferner kommt es außerdem zu weniger
Fehlbedienungen, da für verschiedene Brandherde nicht unterschiedliche Geräte verwendet
werden müssen. Durch die erwähnte anfängliche Druckabsenkung bei Betätigung der Löschpistole
werden zudem in günstiger Weise die Rückschläge gedämpft.
[0025] Schließlich können über die eine oder mehreren elektrischen Leitungen auch Informationssignale
vom "Löschmann" zu weiteren Helfern weitergeleitet werden, wobei sogar durch Einsatz
von Lautsprecher und Mikrofon eine Sprechverbindung möglich ist.
[0026] Folgende weitere Vorteile können im Bezug auf die Löschvorrichtung erwähnt werden:
- es sind hohe Arbeitsdrücke für das Löschwasser erzeugbar, beispielsweise bis 300 bar
und mehr;
- es ist ein niedriger Arbeitsdruck für das Löschgas erzeugbar, beispielsweise 10 bis
30 bar;
- durch die Anwendung unterschiedlicher Löschmittel ist ein geringer Löschmittelverbrauch
garantiert;
- durch einen hohen Wasserdruck ergibt sich ein Blaseffekt, wodurch der Wasserverbrauch
erniedrigt wird;
- durch die einfache Handhabung des Gerätes ist es nicht nur für Feuerwehr, sondern
auch für feuerwehrtechnisch geschultes Personal in Industrie, Handwerk und Schulen
geeignet;
- das Gerät kann äußerst leicht und kompakt aufgebaut sein, weshalb es auch für kleine
Einsatzfahrzeuge geeignet ist;
- durch Verwendung des Generators kann es zusätzlich mit einer Flutlichtanlage ausgestattet
sein;
- da das Gerät sehr handlich ist, ist ein gezieltes Arbeiten möglich, wodurch nochmals
der Löschmittelverbrauch gesenkt werden kann.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Dabei zeigen im einzelnen
- Figur 1 :
- in schematischer Darstellung die Feuerlöschbasis der Feuerlöschvorrichtung;
- Figur 2 :
- eine Querschnittsdarstellung durch den Mantelschlauch gemäß Schnittlinie II-II in
Figur 1 bzw. 3;
- Figur 3 :
- eine schematische Seitenansicht einer Löschpistole;
- Figur 4 :
- eine untere Ansicht der in Figur 2 angegebenen Löschpistole in schematischer Darstellung;
- Figur 5 :
- eine rückwärtige Ansicht der Löschpistole unter Darstellung des Bedienfeldes;
- Figur 6 :
- eine frontseitige Ansicht der Löschpistole;
- Figuren 7 bis 9 :
- drei Seitendarstellung der Spritzpistole mit unterschiedlich weit ausgefahrenem Schaumrohr.
[0028] Von einer Feuerlöschvorrichtung 1 ist in Figur 1 in schematischer Seitenansicht die
Basis oder Anlage 3 gezeigt, die beispielsweise auf einem gemeinsamen Chassis 5 aufgebaut
sein kann. Es kann sich dabei um eine insgesamt transportable Einheit handeln, die
beispielsweise bei Bedarf auch auf einem Lastfahrzeug oder Anhänger oder einem Kleinfahrzeug
mit Pritsche aufgeladen werden kann. Es kann sich aber auch dabei um eine selbstfahrende
Feuerlöschvorrichtung handeln.
[0029] Die Basis 3 der Feuerlöschvorrichtung 1 umfaßt dabei einen Löschwassertank 7, ein
dem gegenüber in der Regel mit geringerem Volumen ausgestatteten Schaummitteltank
9 sowie einen Löschgastank 11, der im gezeigten Ausführungsbeispiel aus einer wieder
aufladbaren und/oder auswechselbaren, anschließbaren Löschgas-Druckflasche 11' besteht.
[0030] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist ferner eine Schlauchtrommel 15 vorgesehen, von
der ein Löschschlauch 17 in entsprechender Länge abwickelbar ist. Der Löschschlauch
17 ist dabei geräteseitig, d.h. basis- oder anlageseitig, mit einer Zulauf- oder Anschlußeinrichtung
19, in der Regel an der Stirnseite der Schlauchtrommel 15 mittig ausgestattet.
[0031] Wie ferner zu ersehen ist, ist auf der Basis oder Anlage 3 eine Steuer- und/oder
Betätigungseinrichtung 21 mit einem Bedienfeld 23 vorgesehen.
[0032] Schließlich ist auf dem Chassis 5 auch noch eine Pumpe, insbesondere eine Hochdruckpumpe
25 vorgesehen, deren Saugleitung 27 über einen Pumpen-Vormischer 29 mit einer mit
dem Löschwassertank 7 zum einen in Verbindung stehenden Wasserauslaufleitung 7' und
über eine zweite Leitung, nämlich eine Schaummittel-Auslaufleitung 9' mit dem Schaumitteltank
in Verbindung steht. Über eine geeignete Ventilanordnung, beispielsweise ein Drei-Wege-Mischventil
33 (oder z.B. zwei getrennt steuernde Ventile), kann elektrisch gesteuert sowohl der
Zulauf vom Löschwassertank 7 geöffnet, geschlossen oder dosiert geöffnet und/oder
die Zufuhr von Schaummittel über die Schaummittel-Auslaufleitung 9' unterbunden, geöffnet
oder dosiert geöffnet werden.
[0033] Eine auf der Druckseite mit der Pumpe 25 in Verbindung stehende Pumpendruckleitung
37 steht mit dem einen Zuführanschluß 19a der Zulauf- und Anschlußeinrichtung 19 mit
der Schlauchtrommel 15 in Verbindung.
[0034] Schließlich ist auch noch eine Druckgasleitung 39 von einem Auslaßstutzen der Löschgas-Druckflasche
11' mit einem zweiten Zuführanschluß 19b an der zentralen Zulauf-und Anschlußeinrichtung
19 fest verbunden. In dieser Druckgasleitung 39 ist ferner noch eine Druckreduzier-oder
Druckminderungseinrichtung 43 vorgesehen, auf die später noch eingegangen wird.
[0035] Wie sich aus der Querschnittsdarstellung durch den Löschschlauch 17 gemäß Figur 2
ergibt, handelt es sich beim Löschschlauch 17 um einen Mantelschlauch, der in seinem
Inneren zumindest zwei Schläuche oder Leitungen 17a und 17b umfaßt, nämlich eine Löschwasser-Leitung
17a und eine Löschgas-Leitung 17b. Der Aufbau ist also derart, daß die Wasserauslaufleitung
7' und die Schaummittel-Auslaufleitung 9' über den sogenannten Pumpenvormischer 29,
worüber die beiden Leitungen zu der gemeinsamen Einlaufleitung 27 zusammengeführt
werden, über die Pumpe 25 und die Pumpendruckleitung 37 mit der Fluidleitung 17a in
Verbindung steht, wohingehend die Druckgasleitung 39 mit der Löschgasleitung 17b im
Löschmantel 17 in Verbindung steht.
[0036] Nachfolgend wird auf die Figuren 3 ff., d.h. die darin schematisch gezeigte Löschpistole,
näher eingegangen.
[0037] Die Löschpistole 51 ist von ihrem geometrischen Grundaufbau her vergleichbar herkömmlichen
Löschpistolen gestaltet. Sie umfaßt ein Rohr 53 mit einem darauf austrittsseitig aufgesetzten
und verstellbaren Schaumrohr 55 (Figuren 7 bis 9), welches rückseitig mit einem Ansaugtrichter
57 versehen ist. In der Mitte des Rohres 53 ist unten vorstehend ein zusätzlicher
Haltegriff 59 vorgesehen.
[0038] Rückwärtig ist die Löschpistole mit einem schräg nach unten vorstehenden Griffabschnitt
61 versehen, welcher unterhalb eines Schutzbügels 63 ein Betätigungselement 65 umfaßt.
Durch Drücken des Betätigungselementes 65 wird entsprechend den Voreinstellungen am
vorderen Auslaufende 67 das entsprechende Löschmittel in der gewünschten Form abgegeben.
[0039] An der rückwärtigen Seite des Griffabschnittes 61 ist, wie insbesondere in Figur
5 dargestellt ist, ein Pistolenbedienfeld 69 vorgesehen. Darüber kann das gewünschte
Betriebsprogramm eingestellt werden, wobei diese Daten über die im Mantelschlauch
17 mitverlegten elektrischen Leitungen 22 (Figur 2) zur Basis 3 führen. Von der Löschpistole
51 aus kann beispielsweise eingestellt werden, ob nur mit Wasser gelöscht werden soll,
um darüber das entsprechende Mischventil 33 anzusteuern, also nur Löschwasser über
die Pumpe und die Fluidleitung 17a zur Löschpistole unter Hochdruck zu pumpen und
über das Auslaufende abzugeben. In einem anderen Fall kann an der Löschpistole (Bedienfeld
69) eingestellt werden, daß beispielsweise Löschwasser und Schaummittel vorgemischt
und über die Pumpe und die Fluidleitung 17a zur Löschpistole gepumpt und am vorderen
Auslaufende abgegeben werden. Ebenso kann über dieses Pistolenbedienfeld 69 eingestellt
werden, daß beispielsweise nur Löschgas über die zweite Leitung, d.h. über die Löschgasleitung
17b an die Löschpistole abgegeben wird, oder daß beispielsweise Löschgas gemischt
wird mit Schaummittel und/oder Wasser etc.
[0040] Soll das Schaummittel aufgeschäumt werden, so wird Löschwasser mit Schaummittel gemischt
und unter Zuführung von Löschgas oder Luft aufgeschäumt.
[0041] Die zusätzliche Verwendung von Löschgas oder von Luft, insbesondere auch zur Aufschäumung
von Schaummittel kann beispielsweise allein durch Verstellung des Schaumrohres 55
bewerkstelligt werden.
[0042] In der Stellung gemäß Figur 7, d.h. bei völlig eingefahrenem Schaumrohr, wird üblicherweise
ein Löschwasserstrahl, ein Löschwasserstrahl mit Benetzungsmittel oder ein reiner
Löschgasstrahl abgegeben.
[0043] Bei völlig ausgefahrenem Schaummrohr, beispielsweise gemäß Figur 8, wird durch die
Verstellung bewirkt, daß im vorderen Endbereich des Austrittsrohres der Löschpistole
51, wo Öffnungen oder Schlitze eingebracht sind, über den rückwärtigen Ansaugtrichter
57 durch den im Betrieb auftretenden Venturi-Effekt Luft angesaugt und das austretende,
ggf. mit Löschwasser versetzte Schaummittel aufgeschäumt wird.
[0044] Bei der in Figur 9 gezeigten, nur halb ausgefahrenen Position des Schaumrohres sind
die vorstehend erwähnten Ansaugöffnungen in dem Löschpistolen-Rohr geschlossen. In
dieser Stellung kann nunmehr unter Druck stehendes Löschgas zugeführt werden, um im
Rohr der Löschpistole 51 das zugeführte Schaummittel aufzuschäumen.
[0045] Durch am Austrittsende der Löschpistole vorgesehene Spritzdüsen 73 (Figur 6) kann
durch unterschiedliche Einstellung (z.B. durch Drehen) verschiedener, dort vorgesehener
Spritzdüsen 73 eine unterschiedliche Spritz- und Austrittswirkung, insbesondere eine
unterschiedliche Nebelbildung, Schaumbildung, ein Halb- bzw. Vollstrahl ergänzend
erzeugt werden.
[0046] Da üblicherweise der Druck in der Löschgas-Flasche 11' bis weit über 200 bar betragen
kann, ist dort das erwähnte Druckreduzierventil 43 vorgesehen, das den Gasdruck beispielsweise
auf 10 bis 25 bar (oder mehr oder weniger) mindert. Da in diesem Fall durch die Minderung
des Druckes und die Gasentspannung das Druckreduzierventil stark abgekühlt wird, bis
hin zu der Gefahr der Eisbildung, ist ferner bevorzugt auf der Basis 3 eine Einrichtung
zur Aufheizung des Druckreduzierventils 43 vorgesehen. Dazu dient ggf. ein auf der
Basis 3, d.h. z.B. auf dem Chassis 5, zusätzlich vorgesehener oder separat zugeschalteter
Stromgenerator, der mit Kraftstoff betrieben wird, wobei die erwärmten Abgase des
Stromgenerators zur Aufwärmung des Druckreduzier- oder Druckminderungsventils 43 benutzt
werden kann.
[0047] Durch einen derartigen Generator kann beispielsweise auch noch eine Beleuchtungsanlage
mit Strom versorgt werden, um vor allem bei Dunkelheit den Einsatzplatz auszuleuchten.
Die Lampen können dabei ebenfalls auf der Basis oder dem Chassis angeordnet oder aber
flexibel aufgestellt und über separate elektrische Leitungen mit dem Generator verbunden
werden.
[0048] Der Vollständigkeit halber wird noch erwähnt, daß über die elektrische Leitung 22
zwischen Löschpistole und Anlage beispielsweise auch noch eine Sprech- und/oder Funkverbindung
eingerichtet sein kann, um Kontakt mit anderem im Einsatz befindlichen Personal aufrechterhalten
zu können.
1. Feuerlöschvorrichtung mit einer, verschiedene Komponenten umfassende Anlage oder Basis
(3), einem zu einer Löschpistole (51) führenden Löschschlauch (17), und mit zumindest
einem Löschwasseranschluß und/oder Löschwassertank (7) sowie zumindest einem Anschluß
und/oder einem Schaummitteltank (9), wobei dem Austrittsende (67) der Löschpistole
(51) durch Umschaltung und/oder Zu- und Abschaltung von Ventilen (33) entweder nur
Löschwasser oder Löschwasser versetzt mit Schaummittel zuführbar ist,
gekennzeichnet durch die folgenden weiteren Merkmale
- es ist ferner ein Löschgastank (11) vorgesehen, und
- dem Austrittsende (67) der Löschpistole (51) ist durch Umschaltung und/oder Zu-
und Abschaltung von Ventilen (33), entweder nur Löschwasser oder nur Löschgas oder
Löschwasser versetzt mit Schaummittel oder Löschwasser versetzt mit Schaummittel sowie
Luft und/oder Löschmittelgas zuführbar ist.
2. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das Löschwasser wie auch das Löschmittel oder das Löschmittelgas über
den Löschschlauch (17) der Löschpistole (51) zuführbar ist.
3. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Basis oder Anlage (3) und der Löschpistole (51) zumindest zwei Leitungen
oder Schläuche vorgesehen sind, nämlich eine Fluidleitung (17a) zur Zuführung von
Löschmittelwasser und/oder Schaummittel sowie eine zweite Löschgasleitung (17b) zur
Zuführung von Löschgas.
4. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fluidleitung (17a) und die Löschgasleitung (17b) in dem als Mantelschlauch
ausgebildeten Löschschlauch (17) integriert sind.
5. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Basis oder Anlage (3) und der Löschpistole (51) zumindest eine,
vorzugsweise zumindest zwei elektrische Leitungen (22) zur Steuerung der Feuerlöschvorrichtung
(1) von der Löschpistole (51) aus vorgesehen ist.
6. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zumindest eine, vorzugsweise die zumindest zwei elektrischen Leitungen (22)
in dem als Mantelschlauch ausgebildeten Löschschlauch (17) integriert oder parallel
zu diesem verlegt sind.
7. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Löschschlauch (17) mit der integrierten Fluidleitung (17a) und der Löschgasleitung
(17b), mit der zumindest einen weiteren vorgesehenen elektrischen Leitung (22) auf
einer Schlauchtrommel (15) aufwickelbar sind.
8. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Basis oder der Anlage (3) ferner eine Pumpe (25), vorzugsweise eine Hochdruckpumpe
vorgesehen ist, worüber das Löschwassser und/oder das Schaummittel unter Druck der
Löschpistole (51) zuführbar ist.
9. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Pumpe (25) ein Pumpenvormischer (29) vorgeschaltet ist, worüber eine zum
Löschwasseranschluß oder Löschwassertank (7) kommende Löschwasserzwischenleitung und
eine vom Schaummittelanschluß oder Schaummitteltank (9) kommende Schaummittelzwischenleitung
zu einer gemeinsamen Ansaugleitung der Pumpe (25) führen.
10. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Pumpe (25) austrittsseitig kommende Pumpendruckleitung (37) zu einem
Zulaufanschluß (19a) einer Schlauchtrommel (15) führt.
11. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Löschgastank (11) der Löschgasdruckflasche (11') kommende Druckgasleitung
(39) zu einem weiteren Zulaufanschluß (19b) an einer Schlauchtrommel (15) führt.
12. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß in der von dem Löschgastank (11) abgehenden Druckgasleitung (39), vorzugsweise
vor einem Zulaufanschluß (19b) an einer Schlauchtrommel (15) eine Druckminderungseinrichtung
(43) vorgesehen ist.
13. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckminderungseinrichtung (43) mittels einer Aufheizeinrichtung vor dem
Einfrieren geschützt ist.
14. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufheizeinrichtung aus einer Generatoreinrichtung besteht, worüber direkt
oder mittels der durch die Generatoreinrichtung erzeugten erwärmten Abgase die Druckminderungseinrichtung
(43) erwärmbar ist.
15. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß an der Löschpistole (51) eine Betätigungs- oder Bedieneinrichtung (69) zur Durchführung
unterschiedlicher Löschschritte vorgesehen ist.
16. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Bedieneinrichtung (69) für zumindest eine elektrische Leitung (22) mit der
Basis oder Anlage (3) in Verbindung steht.
17. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß an der Löschpistole (51) eine Umschaltung zur Schaumbildung vorgesehen ist.
18. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein- oder Umschalteinrichtung zur Erzeugung einer Schaumbildung aus einem
verstellbaren Schaumrohr (55) besteht, welches in einer Betriebsposition ein Aufschäumens
mittels Luft und in einer anderen Betriebsposition ein Aufschäumen mittels Löschgas
erlaubt.
19. Feuerlöschvorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumrohr (55) an seiner zur Abgabeseite gegenüberliegenden rückwärtigen
Seite trichterförmig erweitert ist, um in einer Betriebsposition ein Ansaugen von
Luft zur Schaumbildung aufgrund des Venturi-Effekts durchzuführen.
20. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß in einer anderen Betriebsposition das Schaumrohr (55) Öffnungen oder Schlitze
zur Ansaugung von Luft geschlossen und Auslässe am Ende der Löschgaszufuhr im Löschrohr
(53) zur Schaumbildung unter Verwendung von Löschgas geöffnet sind.
21. Feuerlöschvorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaumrohr (55) in einer dritten Verstellposition jegliche Schaumbildung
unterbindet.