[0001] Die Erfindung betrifft eine(n) Briefumschlag, -tasche oder -hülle bestehend aus einer
eine Rückklappe, zwei Seitenklappen und eine Verschlußklappe beinhaltenden Rückwand,
einer Vorderwand, einer oberen Faltkante zwischen Vorderwand und Verschlußklappe,
einer unteren Faltkante zwischen Vorderwand und Rückklappe und zwei seitlichen Faltkanten
zwischen Vorderwand und jeder Seitenklappe, wobei eine Brieföffnung durch die obere
Kante der Rückklappe begrenzt ist, eine seitlich oder im Verschlußbereich angeordnete
Aufreißlasche an der Rückwand angebracht ist, die Aufreißlasche aus zwei Schwächungslinien
in Form von Perforationslinien besteht, die überwiegend parallel zueinander mit einem
Abstand von der ihnen näherliegenden Faltkante angeordnet sind, eine der Perforationslinien
in der Rückklappe und die andere Perforationslinie in einer der Seitenklappen oder
in der Verschlußklappe angeordnet ist und die Aufreißlasche mit doppelter Papierstärke
vorliegt und die Schwächungslinien jeweils in nur einer Papierlage angebracht sind.
[0002] Briefumschläge mit Aufreißhilfen sind bekannt. In dem Schweizer Patent Nr. 210844
wird eine Aufreißlasche an der Rückseite einer Verschlußklappe eines Briefumschlages
angeordnet. Beim Verschließen des Umschlages wird automatisch eine Aufreißlasche gebildet,
mit deren Hilfe man den Brief ohne Hilfsmittel öffnen kann. Ähnliches gilt für die
Schweizer Anmeldung mit der Nr. 537313. Nachteilig hierbei ist, daß sich diese Art
von Umschlägen nicht für automatische Verpackungsanlagen eignet, da diese Umschläge
keine abgerundete Umschlagklappe besitzen und im Klappenbereich eine Schwächungslinie
aufweisen. Des weiteren ist bekannt, daß die Ausbildung einer einfachen Perforationslinie
nicht ausreichend ist, um einerseits ein sicheres Öffnen des Briefumschlages zu gewährleisten
und andererseits einen mechanischen festen Verschluß hinsichtlich eines unkontrollierten
Öffnens des Umschlages beim postalischen Transport sicherzustellen.
[0003] Ebenfalls bekannt sind Aufreißhilfen, die entweder seitlich oder im Kopfbereich eines
Umschlages angeordnet sind und im wesentlichen aus zwei Perforationslinien bestehen,
die auf der Vorder- und Rückseite des Umschlages eingeprägt sind. Sie bilden somit
eine künstliche Verlängerung des Briefumschlages und sind nicht auf Standard-Briefumschläge
anwendbar. Darüber hinaus kommt es häufig dazu, daß der Briefbeim Öffnen mitbeschädigt
wird, da der Briefumschlag sich teilweise im Aufreißbereich befindet. Genannt werden
können hier die Veröffentlichungen BE 903 581 und CH 457 115.
[0004] Des weiteren ist nach DE-A-34 39 743 ein Briefumschlag bekannt, dessen Aufreißhilfe
im Kopfbereich eines Umschlages angeordnet ist. Hierbei ist jeweils eine Schwächelinie
auf der Verschlußklappe und auf der Rückklappe angebracht, wobei die Schwächelinien
jeweils durchgehend zwischen zwei Papierkanten der Verschlußklappe bzw. zwischen einer
seitlichen Faltkante und einer Papierkante der Rückklappe angebracht sind. Eine derartiger
Briefumschlag ist jedoch bei den derzeit auf dem Markt durchgesetzten automatischen
Brieffüllanlagen nicht einsetzbar. Zudem weist dieser Briefumschlag Y-förmige Einstanzungen
auf. Diese Einstanzungen sollen zwar eine Rißauswanderung verhindern können, führen
aber zu einer unansehnlich ausgefransten Aufreißkante, die ein seitliches Aufreißen
des bereits geöffneten Umschlages begünstigt.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, eine(n) Briefumschlag, -tasche oder -hülle zu gestalten,
der/die bzw. für die automatische Verpackung geeignet ist und über eine Sicherheitsaufreißlasche
verfügt, die in Abhängigkeit von der verwendeten Papierstärke einerseits fest genug
ist, um beim postalischen Transport sich nicht zu öffnen, und andererseits beim Aufreißen
schwach genug ist, um glattkantig, d.h. ohne Querrisse, einzureißen. Erfindungsgemäß
wird dies mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Mit zwei an einer Seite oder im Verschlußbereich mit Abstand zueinander liegend für
sich einlagig ausgebildeten Perforationslinien, deren Löcher und/oder Stege innerhalb
einer Linie uneinheitlich breit sind, wird bei der Herstellung des erfindungsgemäßen
Gegenstandes automatisch ein Bereich, der durch doppelte Papierstärke gekennzeichnet
ist, aufgebaut. Beim Öffnen ist es nahezu unmöglich, daß die Aufreißlasche einreißt,
auch wenn die Papierstärke sehr gering ist. Es ist sozusagen ein Papieraufreißband
mit einer definierten Abrißlinie entstanden, daß stabil genug ist, ein Öffnen während
des Transports zu vermeiden. Aufgrund der glatten Abrißlinie wird zudem ein Quereinreißen
eines bereits geöffneten Briefumschlages verhindert.
[0007] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß über mindestens einer Perforationslinie
in derselben Papierlage eine zweite Schwächungslinie als Präge- oder Knicklinie ausgebildet
ist; dies gilt insbesondere bei sehr dünnem Papier oder bei Umweltschutzpapier. Hierdurch
kann die aufnehmbare Querkraft deutlich erhöht werden.
[0008] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß jeder zweite, dritte oder vierte Steg
etwas schmaler als die Grundstegbreite ausgeführt ist. Das Quereinreißen einer Aufreißlasche
kann bei manchen Papiersorten dadurch vermieden werden. Es entstehen alternierend
stark und schwach belastbare Stege, die sich wie zwei übereinander liegende Schwächungslinien
verhalten. Bedingt durch das kleine Loch-/Stegbreitenverhältnis kann die Perforation
sicher aufreißen, durch die sequentiell alternierend aufgebauten Stege können größere
Querkräfte absorbiert werden, was einen sicheren Transport von großen Füllmengen gewährleistet.
[0009] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, die Breite der Löcher und/oder der jeweils
zwischen zwei Löchern vorgesehenen Stege entsprechend der jeweiligen Papierstärke
zu wählen. In Abhängigkeit der Papierstärke muß der Steg eine bestimmte Breite haben,
damit noch genug Festigkeit quer zur Perforation vorhanden ist. Es darf jedoch nicht
zu breit sein, da sonst ein sicheres Aufreißen nicht gewährleistet ist.
[0010] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß bei zwei übereinander angeordneten Schwächungslinien
in Form einer Perforations- und einer Präge- bzw. Knicklinie das Verhältnis zwischen
Stegbreite und Lochbreite ≥ 1 ist.
[0011] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß bei nur einer Schwächungslinie die als
Perforationslinie ausgebildet ist, das Verhältnis zwischen Stegbreite und Lochbreite
≤ 0,5 ist.
[0012] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß der erfindungsgemäße Gegenstand ein Beutel,
Karton oder eine andere Versandpackung ist.
[0013] Im folgenden Teil werden zwei Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Briefumschlages
anhand von Zeichnungen beschrieben:
- Fig. 1
- Rückseite eines geschlossenen erfindungsgemäßen Briefumschlags
- Fig. 2
- Rückseite eines geschlossenen und teilweise aufgerissenen erfindungsgemäßen Umschlags
[0014] In Figur 1 wird der erfindungsgemäße Briefumschlag 5 mit einer Aufreißlasche 6 geschlossen
dargestellt. Er besteht aus einer eine Rückklappe, zwei Seitenklappen 12,13 und eine
Verschlußklappe beinhaltenden Rückwand, einer Vorderwand, einer oberen Faltkante zwischen
Vorderwand und Verschlußklappe, einer unteren Faltkante zwischen Vorderwand und Rückklappe
und zwei seitlichen Faltkanten zwischen Vorderwand und jeder Seitenklappe und einer
Brieföffnung, des weiteren aus einer an der Rückwand angebrachten Aufreißlasche 6.
Die in der Rückklappe liegende perforierte Schwächungslinie 2 und die in der selben
Papierlage darüberliegende gefalzte Schwächungslinie 3 sind von außen sichtbar. Sie
sind im oberen Eckbereich nicht bis zum Ende ausgebildet. Das zweite in der Seitenklappe
befindliche Schwächungslinienpaar 1 und 4 ist bei dem gezeigten Beispiel verdeckt
innen liegend bis zum Ende ausgebildet. Damit die Aufreißlasche 6 sicher ergriffen
werden kann, ist eine Ausstanzung 8 auf der Rückseite des Briefumschlages 5 angeordnet.
Der sichere Anfang 9 der Aufreißlasche ist farblich markiert. Die gesamte Aufreißlasche
ist um den Wert von ca. 10 mm vom linken Rand entfernt angelegt. Die unterschiedlich
breiten Seitenklappen 12 und 13 des Briefumschlages 5 sind in diesem Beispiel innen
liegend verklebt.
[0015] Figur 2 zeigt einen verschlossenen Briefumschlag 15 mit erfindungsgemäßer Aufreißlasche
7 nahe an der und parallel zur oberen Faltkante im Kopfbereich des Umschlages. In
diesem Beispiel ist in den Perforationslinien 10 und 11 jeder dritte Steg geringfügig
breiter als seine zwei Vorgänger ausgeführt.
1. Briefumschlag, -tasche oder -hülle bestehend aus einer eine Rückklappe, zwei Seitenklappen
und eine Verschlußklappe beinhaltenden Rückwand, einer Vorderwand, einer oberen Faltkante
zwischen Vorderwand und Verschlußklappe, einer unteren Faltkante zwischen Vorderwand
und Rückklappe und zwei seitlichen Faltkanten zwischen Vorderwand und jeder Seitenklappe,
wobei eine Brieföffnung durch die obere Kante der Rückklappe begrenzt ist, eine seitlich
oder im Verschlußbereich angeordnete Aufreißlasche (7) an der Rückwand angebracht
ist, die Aufreißlasche (7) aus zwei Schwächungslinien in Form von Perforationslinien
(10, 11) besteht, die überwiegend parallel zueinander mit einem Abstand von der ihnen
näherliegenden Faltkante angeordnet sind,
eine der Perforationslinien (11) in der Rückklappe und die andere Perforationslinie
(10) in einer der Seitenklappen oder in der Verschlußklappe angeordnet ist und
die Aufreißlasche (7) mit doppelter Papierstärke vorliegt und
die Schwächungslinien jeweils in nur einer Papierlage angebracht sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Perforation (10, 11) aus Löchern und/oder der Stegen uneinheitlicher Breite
ausgebildet ist.
2. Briefumschlag, -tasche oder -hülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über
mindestens einer Perforationslinie in derselben Papierlage eine zweite Schwächungslinie
als Präge- oder Knicklinie ausgebildet ist.
3. Briefumschlag, -tasche oder -hülle nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet,
daß jeder zweite, dritte oder vierte Steg etwas schmaler als die Grundstegbreite ausgeführt
ist.
4. Briefumschlag, -tasche oder -hülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Breite der Löcher und/oder der jeweils zwischen zwei Löchern
vorgesehenen Stege entsprechend der jeweiligen Papierstärke gewählt ist.
5. Briefumschlag, -tasche oder -hülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß bei zwei in einer Lage übereinander angeordneten Schwächungslinien
in Form einer Perforations- und einer Präge- bzw. Knicklinie das Verhältnis zwischen
Stegbreite und Lochbreite ≥ 1 ist.
6. Briefumschlag, -tasche oder -hülle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß bei nur einer Schwächungslinie, die als Perforationslinie ausgebildet ist, das
Verhältnis zwischen Stegbreite und Lochbreite ≤ 0,5 ist.
7. Anwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
erfindungsgemäße Gegenstand ein Beutel, Karton oder eine andere Versandpackung ist.