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EP 0 992 046 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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19.12.2001 Patentblatt 2001/51 |
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Anmeldetag: 19.05.1998 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: H01H 1/02 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9801/406 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9900/809 (07.01.1999 Gazette 1999/01) |
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NIEDERSPANNUNGS-LEISTUNGSSCHALTER MIT EINER SCHALTWELLE
LOW-VOLTAGE POWER SWITCH WITH AN ACTUATING SHAFT
INTERRUPTEUR DE PUISSANCE BASSE TENSION COMPORTANT UN ARBRE DE COMMUTATION
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR IT |
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Priorität: |
26.06.1997 DE 19727853
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.04.2000 Patentblatt 2000/15 |
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Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- GODESA, Ludvik
D-10777 Berlin (DE)
- PETZNIK, Peter
D-12209 Berlin (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 292 850 DE-A- 4 022 078 DE-C- 4 416 088
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WO-A1-93/20576 DE-A- 4 227 352
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen mehrpoligen Niederspannungs-Leistungsschalter mit feststehenden
und bewegbaren Schaltkontakten, einer die bewegbaren Schaltkontakte zum Ein- und Ausschalten
betätigenden Antriebsvorrichtung und mit einer Schaltwelle zur Übertragung einer Antriebskraft
von der Antriebsvorrichtung auf die bewegbaren Schaltkontakte, wobei die Schaltwelle
einen zentralen Schaft und hiervon radial abragende Hebel aufweist, die mit der Antriebsvorrichtung
bzw. mit den Schaltkontakten verbunden sind.
[0002] Ein Leistungssschalter mit diesen Merkmalen ist unter anderem in der DE 40 22 078
A1 oder der DE 44 16 088 C1 beschrieben. Die Schaltwelle stellt dabei ein Kernstück
der Schaltmechanik des Leistungsschalters dar, da sie die mechanischen Schaltkräfte
von der für alle Pole gemeinsamen Antriebsvorrichtung übernimmt und zu jedem bewegbaren
Schaltkontakt des Leistungsschalters weiterleitet. Ferner wirkt die Schaltwelle mit
Verklinkungseinrichtungen zur Aufrechterhaltung der Einschalt- und der Ausschaltstellung
zusammen. Diese wichtigen Funktionen finden ihren Ausdruck in der großen Sorgfalt,
die beim Entwurf und bei der Fertigung von Schaltwellen aufgewendet wird.
[0003] Wellenartige Maschinenteile sind in der mechanischen Technik außerordentlich verbreitet.
Daher könnte man der Meinung sein, daß es keine Schwierigkeiten bereitet, solche Maschinenteile
auch für Niederspannungs-Leistungsschalter in befriedigender Qualität preiswert herzustellen.
Schaltwellen bilden jedoch in zweifacher Hinsicht einen Sonderfall. Zum einen ist
die Beanspruchung einer Schaltwelle insofern untypisch, als sie kein umlaufendes,
gleichförmig belastetes Teil darstellen, sondern nur einen Bruchteil einer Umdrehung
mit wechselndem Drehsinn und extrem ruckartigem Bewegungsablauf ausführen. Als weiteres
Merkmal tritt eine übliche Maßstäbe erheblich übersteigende Zuverlässigkeit hinzu.
Diese Forderung beruht auf dem Einsatz von Niederspannungs-Leistungschaltern an wichtigen
Stellen elektrischer Anlagen wie Energieverteilungen und Versorgung ganzer Produktionsstraßen.
Die Forderung nach einer weit überdurchschnittlichen Zuverlässigkeit der Schaltwellen
beruht auch darauf, daß die Schaltwelle durch ihre Position in dem Schaltmechanismus
eines Leistungsschalters der Beobachtung durch einen Benutzer völlig entzogen ist
und daher keine Möglichkeit besteht, etwa auftretende Schäden rechtzeitig festzustellen.
[0004] Um diese ungewöhnlichen Anforderungen zu erfüllen, wurde der Weg beschritten, Ausgangsmaterialien
mit gut kontrollierbaren Eigenschaften zu wählen, die sich durch bewährte handwerkliche
Arbeitsverfahren in gleichbleibender Qualität verarbeiten lassen. Insbesondere wurde
Rundstahl für den zentralen Schaft und Stahlblech für die mit dem Schaft zu verbindenden
Hebel gewählt. Dabei konnte der Rundstahl soweit erforderlich auf Drehmaschinen bearbeitet
werden, während die Konturen und Öffnungen der Hebel durch Stanzen hergestellt wurden.
Die Verbindung des zentralen Schaftes und der Hebel erfolgte durch Hartlöten oder
Schweißen. Eine sogfältige Revision der fertiggestellen Schaltwellen stellte sicher,
daß nur einwandfrei maßhaltige Schaltwellen mit der geforderten Festigkeit zum Einbau
in die Leistungsschalter gelangten.
[0005] Die beschriebene Vorgehensweise zur Herstellung von Schaltwellen für Niederspannungs-Leistungsschalter
hat es in der Vergangenheit ermöglicht, Leistungsschalter mit einer Lebensdauer von
weit mehr als der in den maßgeblichen Vorschriften geforderten Schaltspielzahl von
10 000 herzustellen. Da der weltweite Bedarf an Leistungsschaltern steigt und dabei
weitere Einsatzgebiete erschlossen werden, liegt es im Interesse der Anwender, Leistungsschalter
von hoher Qualität möglichst preiswert bereitzustellen. Hierzu soll durch die Erfindung
ein wesentlicher Beitrag geleistet werden.
[0006] Gemäß der Erfindung geschieht dies dadurch, daß wenigstens ein Abschnitt des zentralen
Schaftes und ein zugehöriger Teil der abragenden Hebel als in einem Metall-Gießverfahren
hergestellte einstückige Schaltwelleneinheit ausgebildet sind.
[0007] Durch die Erfindung wird die bisherige Überzeugung der Fachwelt überwunden, daß die
eingangs beschriebenen ungewöhnlichen Beanspruchungen nur mittels aus Stahlteilen
bestehender Schaltwellen zu beherrschen sind. Obwohl nämlich Gießverfahren seit langer
Zeit im Maschinenbau zur Herstellung von Wellen eingesetzt werden, hat man das Gießen
von Schaltwellen nicht in Erwägung gezogen. Grundsätzlich ermöglicht die Anwendung
eines Gießverfahrens im Schalterbau eine nicht unbeträchtliche Kostensenkung, die
um so wesentlicher ausfällt, je größer und komplizierter die Schaltwelle beschaffen
ist.
[0008] Im Rahmen der Erfindung sind insbesondere Druckgießverfahren geeignet, weil sie bekanntermaßen
zu besonders maßhaltigen Gußstücken mit guter Oberflächenbeschaffenheit führen. Zwei
bei Druckguß häufig eingesetzten Materialzusammensetzungen auf der Basis von Zink
bzw. Aluminium sind für die Zwecke der Erfindung geeignet. Eine Schaltwelle für einen
dreipoligen Niederspannungs-Leistungsschalter mit einem Nennstrom von 1000 A und einem
Schaltvermögen von 50 kA wurde als einstückiges Aluminium-Druckgußteil hergestellt
und im Dauerversuch erprobt. Alle Anforderungen an die Lebensdauer wurden erfüllt.
Dabei war es möglich, die Abmessungen der bisher benutzten Stahl-Schaltwelle annähernd
einzuhalten und damit ebenso die Abmessungen des bisherigen Leistungssschalters.
[0009] Während es bei sehr großen Niederspannungs-Leistungsschaltern zweckmäßig sein kann,
die Schaltwelle aus Teilstücken zusammenzusetzen, wie dies auch für Stahl-Schaltwellen
in der DE 42 27 352 A1 vorgeschlagen wurde, erweist es sich im Leistungsbereich von
dreipoligen Standard-Leistungsschaltern als fertigungstechnisch günstiger, wenn die
Schaltwelle einteilig ausgebildet ist.
[0010] Für das anzuwendende Gießverfahren erweist es sich als vorteilhaft, wenn in dem zentralen
Schaft der Schaltwelleneinheit wenigstens eine konische Ausnehmung zentrisch angeordnet
ist.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
[0012] Die Figur 1 zeigt eine als Druckgußteil ausgebildete Schaltwelle in einem teilweisen
Längsschnitt.
[0013] Die Figur 2 zeigt eine Stirnansicht der Schaltwelle gemäß der Figur 1.
[0014] In der Figur 3 ist eine aus zwei Teilstücken zusammengesetzte Schaltwelle gezeigt.
[0015] Die einstückige Schaltwelleneinheit 1 in der Figur 1 ist aus Aluminium-Druckguß hergestellt.
Dieses Herstellungsverfahren und die hierfür geeigneten Aluminiumlegierungen sind
bekannt. Alle benötigten Angaben sind der Fachliteratur für metallurgische Verfahren
zu entnehmen. Für die Erfindung ist nicht eine spezielle Ausgestaltung eines solchen
Herstellungsverfahrens, sondern dessen Anwendung zur Herstellung von Schaltwellen
wesentlich. Die Schaltwelleneinheit 1 umfaßt neben einem zentralen Schaft 2 drei Hebel
3 zur Betätigung der bewegbaren Schaltkontakte eines Leistungsschalters, wie er z.
B. in den eingangs genannten Patentdokumenten beschrieben ist. Der mittlere Hebel
3 kann zugleich zur Ankopplung einer Antriebsvorrichtung des Leistungsschalters dienen.
Dabei sorgen in geeigneter Weise bemessene Ausrundungen 4 am Fuß der Hebel 3 für einen
guten Kraftfluß.
[0016] Für die verlangte Festigkeit ist nicht allein der Materialquerschnitt des zentralen
Schaftes und der Hebel ausschlaggebend, sondern die bei einem gegebenen Querschnitt
erreichte Festigkeit. Diese kann dadurch verbessert werden, daß der zentrale Schaft
konische Ausnehmungen 5 aufweist. Diese beeinflussen bei der Herstellung die Verteilung
des Gießmetalles in der Gießform. Bei verringertem Gewicht wird hierdurch eine erhöhte
Festigkeit erzielt. Die Kontur eines der Hebel 3 ist aus der Figur 2 ersichtlich.
Wie man erkennt, ist der Hebel 3 entsprechend dem Kraftfluß gebogen gestaltet. Gegenüber
einer geschweißten Ausführung, bei welcher die Hebel einen den zentralen Schaft ösenartig
umgebenden Bereich aufweisen, ragt der Hebel 3 einseitig von dem zentralen Schaft
2 ab. Hierdurch ist eine Platzersparnis im Schaltmechanismus des Leistungsschalters
erzielbar.
[0017] Die Figuren 3 und 4 veranschaulichen eine geteilte Ausführung einer Schaltwelle,
deren Schaltwelleneinheiten 6 und 7 etwa die halbe Länge der in der Figur 1 gezeigten
Schaltwelleneinheit 1 aufweisen. Beide Schaltwelleneinheiten weisen einen zentralen
Schaft 8 bzw. 9 mit je zwei konischen Ausnehmungen 5 auf. Die Aufteilung ist in dem
gezeigten Beispiel unsymmetrisch derart, daß die Schaltwelleneinheit 6 zwei der Hebel
3 aufweist, während die Schaltwelleneinheit 7 einen Kupplungsarm 10 und den verbleibenden
Hebel 3 aufweist. Mit dem Kupplungsarm 10 übergreift die Schaltwelleneinheit 7 die
Schaltwelleneinheit 6. Ferner greift ein zentrischer Absatz 11 der Schaltwelleneinheit
7 in eine zentrische Ausnehmung 12 der Schaltwelleneinheit 6.
[0018] Mittels ähnlicher Schaltwelleneinheiten, wie sie in den Figuren 3 und 4 veranschaulicht
sind, lassen sich bei sinngemäßer Gestaltung auch Schaltwellen für vierpolige Leistungsschalter
oder solche Leistungsschalter herstellen, die je Pol mehrere bewegbare Schaltkontakte
aufweisen.
1. Mehrpoliger Niederspannungs-Leistungsschalter mit feststehenden und bewegbaren Schaltkontakten,
einer die bewegbaren Schaltkontakte zum Ein- und Ausschalten betätigenden Antriebsvorrichtung
und mit einer Schaltwelle zur Übertragung einer Antriebskraft von der Antriebsvorrichtung
auf die bewegbaren Schaltkontakte, wobei die Schaltwelle einen zentralen Schaft (2,
8, 9) und hiervon radial abragende Hebel (3) aufweist, die mit der Antriebsvorrichtung
bzw. mit den Schaltkontakten verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet , daß wenigstens ein Abschnitt des zentralen Schaftes (2, 8, 9) und ein zugehöriger Teil
der abragenden Hebel (3) als in einem Metall-Gießverfahren hergestellte einstückige
Schaltwelleneinheit (1, 6, 7) ausgebildet sind.
2. Niederspannungs-Leistungssschalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet , daß die Schaltwelleneinheit (1, 6, 7) als Metall-Druckgußteil ausgebildet ist.
3. Niederspannungs-Leistungssschalter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltwelleneinheit (1, 6, 7) als Aluminium-Druckgußteil ausgebildet ist.
4. Niederspannungs-Leistungssschalter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltwelleneinheit (1, 6, 7) als Zink-Druckgußteil ausgebildet ist.
5. Niederspannungs-Leistungsschalter nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im zentralen Schaft (2, 8, 9) der Schaltwelleneinheit (1, 6, 7) wenigstens eine konische
Ausnehmung (5) zentrisch angeordnet ist.
1. Multipole low-voltage circuit breaker having stationary and moveable switching contacts,
having a drive apparatus which operates the moveable switching contacts for switching
on and off, and having an operating shaft for transmitting a drive force from the
drive apparatus to the moveable switching contacts, with the operating shaft having
a central shaft (2, 8, 9) and levers (3) which project radially from it and are connected
to the drive apparatus and to the switching contacts,
characterized in that
at least one section of the central shaft (2, 8, 9) and an associated part of the
projecting levers (3) are in the form of an integral operating shaft unit (1, 6, 7)
which is produced using a metal casting method.
2. Low-voltage circuit breaker according to Claim 1,
characterized in that
the operating shaft unit (1, 6, 7) is in the form of a metal diecasting.
3. Low-voltage circuit breaker according to Claim 2,
characterized in that
the operating shaft unit (1, 6, 7) is in the form of an aluminium diecasting.
4. Low-voltage circuit breaker according to Claim 2,
characterized in that
the operating shaft unit (1, 6, 7) is in the form of a zinc diecasting.
5. Low-voltage circuit breaker according to one of the preceding claims, characterized in that at least one conical recess (5) is arranged centrally in the central shaft (2, 8,
9) of the operating shaft unit (1, 6, 7).
1. Disjoncteur basse tension multipolaire comportant des contacts de commutation fixes
et mobiles, un dispositif d'entraînement actionnant les contacts de commutation mobiles
pour la connexion et la déconnexion et comportant un arbre de commande pour la transmission
d'une force d'entraînement du dispositif d'entraînement aux contacts de commutation
mobiles, l'arbre de commande comportant un fût (2, 8, 9) central et des leviers (3)
qui en font saillie et qui sont reliés au dispositif d'entraînement et aux contacts
de commutation, caractérisé en ce qu'au moins une section du fût (2, 8, 9) central et une partie associée des leviers (3)
en saillie sont réalisées en unités (1, 6, 7) d'arbre de commande d'un seul tenant
produites dans un procédé de coulée de métal.
2. Disjoncteur basse tension suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'unité (1, 6, 7) d'arbre de commande est réalisée en pièce coulée sous pression
en métal.
3. Disjoncteur basse tension suivant la revendication 2, caractérisé en ce que l'unité (1, 6, 7) d'arbres de commande est réalisée en pièce coulée sous pression
en aluminium.
4. Disjoncteur basse tension suivant la revendication 2, caractérisé en ce que l'unité (1, 6, 7) d'arbres de commande est réalisée en pièce coulée sous pression
en zinc.
5. Disjoncteur basse tension suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est ménagé de façon centrée dans le fût (2, 8, 9) central de l'unité (1, 6, 7)
d'arbre de commande au moins un évidement (5) central.

