(57) Die Erfindung betrifft Startkathoden aus Kupferband für die Kupferelektrolyse sowie
ein Verfahren zur Herstellung der Startkathoden.
Ausgehend von den Nachteilen des bekannten Standes der Technik war es Aufgabe, Startkathoden
zu schaffen, die während der Kupferelektrolyse einen "Memory-Effekt" ausschließen,
mit denen eine hohe Produktionsleistung an Elektrolytkupfer erreicht werden kann und
die auch aus direkt verformten, als Coil vorliegendem Kupferbandmaterial herstellbar
sind.
Ferner soll ein geeignetes Verfahren zur Herstellung der Startkathoden geschaffen
werden, das insbesondere auch zur Verarbeitung von konventionell hergestelltem Kupferband
geeignet ist.
Die vorgeschlagenen Startkathoden bestehen aus gewalztem Kupferband mit einer Dicke
von 0,3 bis 1,2 mm, das nach dem Walzen weichgeglüht ist und eine Festigkeit von 210
bis 240 N/mm
2 aufweist. Das Kupferband wird auf die durch die Abmessungen des Elektrolysebades
bestimmte Länge und Breite zugeschnitten ist und weist eine plane, gradarme und fettfreie
Oberfläche auf. An der Einhängeseite der Bleche sind Ohrenstreifen aus Kupferband
mit einer Dicke von 0,3 bis 0,6 mm befestigt.
[0001] Die Erfindung betrifft Startkathoden aus Kupferband für die Kupferelektrolyse sowie
ein Verfahren zur Herstellung der Startkathoden.
[0002] In der Kupferelektrolyse wird das schmelzmetallurgisch hergestellte Kupfer-Rohmetall,
das eine Reinheit von 99,0 bis 99,8 aufweist, anodisch vorwiegend als Cu
2+ gelöst und kathodisch hoch selektiv als Reinkupfer (High-Grade) abgeschieden. Für
die kathodische Abscheidung werden entweder elektrolytisch erzeugte, dünne Unterlagen
(Starterbleche) oder Permanentkathoden aus Edelstahl verwendet. Das im Rahmen der
Kupferelektrolyse gewonnene Elektrolytkupfer besitzt einen Reinheitsgrad von 99,95
bis 99,99 % und wird zur Herstellung von Halbzeugen aus diesem Metall und seinen Legierungen
eingesetzt.
Die zur Erzeugung von Starterblechen dienenden Unterlagen bestehen entweder aus kaltgewalztem
poliertem Kupfer, Edelstahl oder Titan. Die Starterbleche werden in sogenannten Mutterblechbädern
erzeugt Nach einer elektrolytischen Abscheidung im wiederkehrenden Rhythmus von jeweils
24 Stunden aufden Mutterblechen erfolgt die Abtrennung der Niederschläge entweder
mittels automatischer Strippingmaschine oder manuell. Diese als Unterlagen bezeichneten
Bleche, welche in Länge und Breite annähernd den Anoden- bzw. Kathodenabmessungen
entsprechen, sind 0,5 bis 1 mm dick und wiegen ca. 4 bis 7 kg. Die Präparation zu
Starterblechen beinhaltet im Wesentlichen das ggf. erforderliche Beschneiden von ungeraden,
rissigen Kanten, das Richten und das Anbringen von zwei Befestigungsstreifen ("Ohren"
aus geschnittenen o.g. Unterlagen oder gewalztem Kupferband) an den Kathodenstab mittels
automatischer Nietmaschine. Diese Technologie der Herstellung von "Starterblechen"
ist veraltet und nicht mehr wirtschaftlich. Das istein seit langem bestehendes Problem
für die Kupferindustrie, weil der Bedarf an Edelstahlblechen und der erforderliche
hohe Qualitätsstandard für Starterbleche zu hohen Kosten sowohl hinsichtlich des Beschaffungs-
als auch Arbeits-, Energie- und Zeitaufwandes sowie zu einer hohen Abfallrate bei
der Starterblechproduktion führt. Zum Beispiel hat das Starterblech gewöhnlich ein
Festmaß, das durch die Größe des Elektrolysebades begrenzt ist. Industriell ist es
jedoch von Bedeutung, daß die Mutterblechanode wegen der hohen Energie- und Arbeitskosten
bei der Anodenproduktion und der Wiederaufarbeitung der Anodenreste nach der elektrolytischen
Metallabscheidung eine optimale Größe besitzt. Die Anode muß jedoch eine nahezu vollständige
und gleichmäßige Abdeckung des Mutterbleches aufweisen, so daß deshalb in der Praxis
die Anodengröße der Größe der Mutterbleche und anderen Prozeß variablen angepaßt wird,
um die Herstellungskosten für Starterbleche zu senken. Das führt in der Regel zur
Herstellung von zwei Anodensorten, welche sich in der Geometrie unterscheiden:
- Mutterblechanoden und
- Produktionsanoden.
Starterbleche neigen auch infolge nicht einheitlicher Dicke und Herstellungsmethode
(Abziehen der Unterlagen vom Mutterblech) dazu, sich zu verbiegen oder einzurollen
und im Produktionsbad nicht gerade zu hängen. Von Nachteil sind auch z.Z. noch unvermeidbare,
rissige Kanten als Folge des Herstellungsverfahrens und eine nicht immer garantiert
glatte Oberfläche.
Die bekannten Folgen sind Kurzschlüsse, die zu niedrigen Stromausbeuten und einer
Senkung der Produktionsmenge führen, einhergehend mit einer Verschlechterung der Kathodenqualität.
Bei dem zwischenzeitlich in der Praxis zur Anwendung gelangten Kupferraffinierprozeß
unterder Bezeichnung "ISA-Prozeß" werden aus Edelstahl bestehende Permanentkathoden
eingesetzt. Auf diesen scheidet sich das Kupfer über einen Zeitraum von gewöhnlich
7 Tagen ab und wird mechanisch mittels automatischer Stripppingmaschine in Form von
Blechen abgetrennt.
Der "ISA-Prozeß" ist sehr kostenaufwendig und führt zu hohen Gestehungskosten für
das raffinierte Kupfer. Außerdem sind für den "ISA-Prozeß" große Bestände an Edelstahlblechen
erforderlich, die zu zusätzlichen Lagerhaltungskosten führen.
Ein weiterer Nachteil des "ISA-Prozeßes" besteht darin, daß die zur Elektrolytregenerierung
benötigten Starterbleche für die Entkupferungselektrolyse in der Regel von Fremdbetrieben
zugekauft werden müssen.
Die Wirtschaftlichkeit einer Kupferelektrolyse ist im wesentlichen von der Qualität
der als Startkathoden eingesetzten Kupferbleche sowie deren Herstellungskosten abhängig.
In der WO 97/42360 ist ein Verfahren zur Herstellung von Kupferkathodenstarterblechen
beschrieben, bei dem raffiniertes Kupfer geschmolzen und anschließend durch kontinuierliche
Gieß- und Walzverfahren zu Bändern mit einer Dicke von 0,635 bis 1,778 mm (0,025 bis
0,070 inch), was einer Reduzierung der Ausgangsmaterialdicke von 25 bis 98 % entspricht,
verarbeitet werden. Dabei ist es erforderlich, daß das Gießen in horizontaler Lage
erfolgt und auch in horizontaler Lage zu der Reduzieranlage, einem Walzwerk, transportiert
wird. Das in der ersten Verfahrensstufe erhaltene Gießband sollte eine Dicke von 5,08
mm bis 38,1 mm (0,2 bis 1,5 inch) aufweisen. Weiterhin ist wesentlich, daß das gewalzte
Band während oder nach dem Walzen wedergerollt noch anderweitig deformiert werden
darf, um den sogenannten "Memory-Effekt" (eine horizontale Wölbung von einigen mm)
beim Einsatz als Starterbleche auszuschließen. Der "Memory-Effekt" ist die Hauptursache
für auftretende Kurzschlüsse während der Kupferelektrolyse.
Aus dem gewalzten Band werden die Starterbleche ausgeschnitten und in an sich bekannter
Weise für den Elektrolyseprozeß konfektioniert.
Diese vorgeschlagene Verfahrensweise zur Herstellung von Kupferkathodenstarterblechen
ist bedingt durch die hohen Anlagekosten sehr aufwendig. Die Anlage ist auf die üblichen
Breitenabmessungen der Startkathoden ausgelegt und ausschließlich für die Herstellung
von Startkathoden bestimmt. Bezogen auf die mögliche Kapazität einer solchen Anlage
von ca. 200.000 t/Jahr und dem Jahresbedarf einer Elektrolyse von ca. 35 t/Jahr an
Startkathoden ergeben sich Probleme hinsichtlich einerwirtschaftlichen Auslastung.
Dadurch werden die Startkathoden in ihrem Gestehungspreis sehr teuer. Außerdem ist
dieses Verfahren aufdie Verarbeitung von Raffinatkupfer beschränkt. Von Nachteil ist
außerdem, daß das gewalzte Kuperband zur Herstellung der Startkathoden weder gerollt
noch anderweitig deformiert werden darf. Das hat zur Folge, daß das gewalzte Kupferband
nicht als Coil aufgewickelt werden kann, sondern nur in Form von vorgefertigten Blechzuschnitten
transportiert und zwischengelagert werden kann bzw. die gewalzten Bleche direkt innerhalb
der Linie zu Startkathoden verarbeitet werden müssen. Ferner ist zu befürchten, daß
infolge derdurch die Walzvorgänge entstehenden Verformungen ein "Memory-Effekt" der
Startkathoden während der Kupferelektrolyse nicht vollständig ausgeschlossen werden
kann. In der vorgenannten Druckschrift sind auch keine Ergebnisse angegeben, die belegen,
daß ein "Memory-Effekt" beim Einsatz derhergestellten Startkathoden nicht eintritt.
[0003] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, Startkathoden aus Kupferband für die Kupferelektrolyse
zu schaffen, die während der Kupferelektrolyse einen "Memory-Effekt" ausschließen,
mit denen eine hohe Produktionsleistung an Elektrolytkupfer erreicht werden kann und
die auch aus direkt verformten, als Coil vorliegendem Kupferbandmaterial herstellbar
sind.
Ferner soll ein geeignetes Verfahren zur Herstellung der Startkathoden geschaffen
werden, das insbesondere auch zur Verarbeitung von konventionell hergestelltem Kupferband
geeignet ist
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die in den Ansprüchen 1 und 4 angegebenen
Merkmale gelöst Geeignete Ausgestaltungsvarianten für die neuen in den Ansprüche 2
und 3 und für deren Herstellung in den Ansprüche 5 bis 14 angegeben.
Durch den erfindungswesentlichen Verfahrensschritt, das gewalzte Kupferband einem
zusätzlichen Weichglühvorgang zu unterziehen, ist es gelungen, den ansonsten beim
Einsatz von Startkathoden in der Elektrolyse auftretenden "Memory-Effekt" zu beseitigen.
Dadurch bedingt kommt es während der Kupferelektrolyse zu wesentlich weniger Kurzschlüssen
und zu einerhöheren Stromausbeute. Die Kupferelektrolyse kann somit effizienter und
mit einer höheren Kathodenleistung durchgeführt werden. Vorteilhaft wirkt sich auch
der Einsatz von Kupfersorten gemäß den DIN-Vorschriften 1708, 1787 und 17670 aus,
die im Vergleich zu Elektrolyt- bzw. Raffinatkupfer höhere Gehalte an metallischen
Verunreinigungen enthalten. Überraschenderweise zeigte sich, daß beim Einsatz von
Startkathoden aus diesen Kupfersorten der Mengenanteil des reineren elektrolytisch
abgeschiedenen Kupfers größerwird. Im Vergleich zu den gemäß der WO 97/42360 eingesetzten
Starterblechen, die eine Mindestdicke von mindestens 0,635 mm aufweisen müssen, haben
Versuche ergeben, daß beim Einsatz von gewalzten und weichgeglühten Starterblechen
die Blechdicke auf einen Wert von unter 0,5 mm verringert werden kann, wobei 0,3 mm
die untere Grenze bilden. Im Vergleich zu dickeren Starterblechen verringern sich
dadurch die Materialeinsatzkosten und außerdem besteht die Möglichkeit, im Elektrolysebad
eine höhere Anzahl an Startkathoden einzusetzen. Dies ist vor allem auch nur dadurch
möglich, weil die gewalzten und weichgeglühten Starterbleche zu keinem "Memory-Effekt"
führen. Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Startkathoden in der Kupferelektrolyse
konnte die Kurzschlußhäufigkeit erheblich reduziert werden und es wurden Stromausbeuten
von 98 bis 99 % erreicht.
Infolge der geringeren Dicke der Starterbleche und deren geringeres Gewicht konnte
auch die Dicke des Kupferbandes für die Ohrenstreifen auf vorzugsweise 0,3 bis 0,5
mm reduziert werden.
Die angegebene Festigkeit des Kupferbandes von 210 bis 240 N/mm
2 wird z.B. durch eine Nachbehandlung auf einem Dressiergerüst erreicht.
Das Weichglühen des walzharten Kupferbandes erfolgt bei Ofentemperaturen von 700 bis
750 °C, vorzugsweise bei 720 bis 750 °C, wobei die Ofentemperatur in Durchlaufrichtung
von 750 °C auf 720 °C reduziert wird. Die Durchlaufgeschwindigkeit des Kupferbandes
ist im wesentlichen von der Bandbreite und der Banddicke abhängig. Für Starterbleche
für Startkathoden mit einer Breite von 930 mm und einer Dicke von 0,3 bis 0,8 mm beträgt
diese 20 bis 55 m/min. Zur Durchführung des Weichglühvorganges bieten sich verfahrenstechnisch
verschiedene Möglichkeiten an. Das Kupferband kann innerhalb einer herkömmlichen Gieß-
und Walzanlage hergestellt und als Coil aufgehaspelt werden. In einergesonderten Anlage
wird dann das walzharte Kupferband abgehaspelt, in einem Glühofen weichgeglüht, in
einer anschließenden Entfettungs- und Beizeinheit (Zunder und Oxydentfernung) behandelt
und in einer Richt- und Abteilanlage gerichtet und auf die erforderliche Länge von
840 bis 1250 mm zugeschnitten. Bei dieser Ausführungsvariante kann ein Dressieren
des Kupferbandes entfallen. Danach werden die Ohren mittels einer Niet-und Richtmaschine
angenietet und die Kontaktstäbe angebracht. In einer abschließenden Adjustageeinheit
erfolgt das Vereinzeln, Sortieren und Einhängen der Startkathoden in die vorbereitete
Aufnahme für den Kran zum Einhängen in das Elektrolysebad. Von wesentlichem Vorteil
ist, daß keine gesonderte spezielle Anlage zur Herstellung der Starterbleche benötigtwird,
sondern von einem in an sich bekannter Verfahrensweise hergestellten walzharten Kupferband
ausgegangen wird, das auch von einem Dritten bezogen werden kann.
Dies trifft auch aufeine weitere Variante zu, gemäß der das walzharte Kupferband noch
innerhalb der Gieß- und Walzanlage weichgeglüht wird und zurweiteren Verarbeitung
zu Startkathoden als weichgeglühtes Kupferband in Form eines aufgehaspelten Coils
vorliegt. Dies wird dann zur Herstellung der Startkathoden abgehaspelt und der Richt-
und Abteilanlage zugeführt. Die weitere Verarbeitung erfolgt dann wie vorstehend beschrieben.
Fernerbesteht die Möglichkeit, die Startkathoden innerhalb einer Fertigungslinie herzustellen,
wobei dann die Verfahrensschritte des Aufhaspelns und Abhaspelns des Coils aus gewalztem
bzw. weichgeglühtem Kupferband entfallen. Das Weichglühen des gewalzten Kupferbandes
kann in einem Glühofen vertikaler oder horizontaler Bauart durchgeführtwerden. Vordem
Weichglühen sollte das Kupferband entfettet, gebürstet, mit Wasser gespült und getrocknet
werden. Nach dem Glühen ist es zweckmäßig, das abgekühlte Kupferband zu beizen und
zu neutralisieren.
[0005] Die Erfindung soll nachstehend an einigen Beispielen erläutert werden.
Beispiel 1 -Startkathoden S1 -
[0006] SF-Cu wurde aufeiner herkömmlichen Gieß- und Walzanlage zu einem Kupferband mit einer
Breite von 930 mm und einer Dicke von 0,5 mm gewalzt. Das walzharte Kupferband besitzt
eine Zugfestigkeit von 263 N/mm
2 und liegt als aufgehaspeltes Coil vor. In einer separaten Anlage, bestehend aus Abhaspelvorrichtung,
Glühofen, Entfettungs- und Beizeinheit, Richt- und Abteilanlage sowie der Konfektionsierungsanlage
für die Ohren und Kontaktstäbe werden Startkathoden unter folgenden Bedingungen hergestellt.
[0007] Das abgehaspelte walzharte Kupferband durchläuft einen horizontalen Schwebebandofen,
dessen Heizzonen auf Temperaturen im Bereich von 750 bis 720 °C eingestellt sind.
Die Banddurchlaufgeschwindigkeit beträgt 35 m/min. Das Weichglühen erfolgt unter Schutzgasatmosphäre.
Das weichgeglühte, abgekühlte Kupferband besitzt eine Zugfestigkeit von 217 N/mm
2. Nach dem Weichglühen erfolgt in der Entfettungs- und Beizeinheit noch eine Entfernung
von Zunder und gebildetem Oxyd. In der nachfolgenden Richt- und Abteilanlage wird
das Kupferband in Längen von 970 mm geschnitten und die so erhaltenen Starterbleche
970 x 930 mm werden gerichtet. Wesentlich ist, daß die zurweiteren Konfektionierung
gelangenden Starterbleche vollkommen plan und glatt sind, keinerlei äußerliche Beschädigungen,
wie z.B. Kratzer, aufweisen und fett-, sowie emulsions- bzw. ölfrei sind. Die trockenen,
sauberen Starterbleche werden zu einer Nietmaschine transportiert, um die erforderlichen
Ohrenstreifen zu befestigen, die aus 0,4 mm dickem Kupferband gefertigt sind, das
aus der gleichen Materialsorte wie die Starterbleche besteht. Nach dem Befestigen
der "Ohren" an den Starterblechen werden noch die Kontaktstäbe angebracht.
Beispiel 2 -Startkathoden S2 -
[0008] Innerhalb einer herkömmlichen Gieß- und Walzanlage mit integriertem Schwebebandofen
als letzte Verfahrensstufe wird walzhartes Kupferband aus SF-Cu hergestellt und als
Coil aufgehaspelt. Das 930 mm breite, walzharte Kupferband hat nach dem Walzvorgang
eine Dicke von 0,635 mm. Nach dem Walzvorgang wird das Kupferband entfettet, gebürstet,
mit klarem Wasser gespült und getrocknet. Das walzharte Kupferband durchläuft anschließend
einen Schwebebandofen mit einer Geschwindigkeit von 27,5 m/min, die Ofentemperaturen
liegen im Bereich von 750 bis 720 °C. Das abgekühlte Kupferband besitzt eine Zugfestigkeit
von 217 N/mm
2. Es wird danach noch gebeizt, neutralisiert, als Coil aufgehaspelt und zwischengelagert.
In einer gesonderten Anlage wird das als Coil vorliegende, weichgeglühte Kupferband
abgehaspelt und analog wie im Beispiel 1 in einer Richt- und Abteilanlage sowie der
Konfektionierungsanlage für die Ohren und Kontaktstäbe zu Startkathoden weiterverarbeitet.
Die Blechdicke der an den Starterkathoden befestigten Ohren beträgt 0,5 mm.
Beispiel 3 - Startkathoden S3 -
[0009] Analoge wie im Beispiel 1 werden Startkathoden hergestellt, lediglich mit dem Unterschied,
daß die Gieß- und Walzanlage, der Glühofen, die Entfettungs- und Beizeinheit, die
Richt- und Abteilanlage sowie die Konfektionierungsanlage in einer Linie angeordnet
sind. Dadurch entfällt das gemäß Beispiel 1 oder Beispiel 2 notwendige Auf- und Abhaspeln
des walzharten bzw. weichgeglühten Kupferbandes. Das Kupferbandmaterial besteht aus
SF-Cu und wird durch den Walzvorgang auf eine Dicke von 0,8 mm reduziert. Die Temperaturen
im Schwebebandofen betragen ebenfalls 750 bis 720 °C, die Durchlaufgeschwindigkeit
liegt bei 23 m/min. Das weichgeglühte, abgekühlte Kupferband weist eine Zugfestigkeit
von 232 N/mm
2 auf. Die Abmessungen der Starterbleche betragen ebenfalls 970 x 930 mm. Die an den
Starterblechen angenieteten Ohren haben eine Dicke von 0,6 mm.
Vergleichsbeispiel - Startkathoden S4 -
[0010] Analog wie im Beispiel 1 wurden unter gleichen Bedingungen Startkathoden hergestellt,
jedoch ohne Weichglühen.
[0011] Die gemäß den vorgenannten Beispielen hergestellten Startkathoden wurden für Elektrolyseversuche
eingesetzt und haben folgende Parameter:
| Startkathoden 970 x 930 mm aus SF-Cu |
| |
S1 |
S2 |
S3 |
S4 |
| Blechdicke mm |
0,5 |
0,635 |
0,8 |
0,5 |
| Zugfestigkeit N/mm2 |
217 |
217 |
232 |
263 |
| Ohrendicke mm |
0,4 |
0,5 |
0,6 |
0,4 |
| weichgeglüht |
ja |
ja |
ja |
nein |
[0012] Jedes Elektrolysebad wurde mit 30 Anoden und 31 Kathoden besetzt. Der Anodenabstand
beträgt 105 mm. Die Laufzeit einer Anodenreise wurde mit 21 Tagen festgelegt. Je Bad
wird über den Elektrolyteinlauf ein Volumenstrom von 18 bis 20 l/min zugeführt. Die
Qualität dereingesetzten Startkathoden wurde wie folgt bewertet.
- -A:
- Prüfung der Geradheit der verwendeten Starterbleche und produzierten Kathoden durch
Ausmessen nach jeweils 2 Tagen nach Inbetriebnahme.
- -B:
- Stromausbeute des jeweiligen Bades nach 9 Tagen.
- - C:
- Anzahl der aufgetretenen Kurzschlüsse
[0013] Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
| |
S1 |
S2 |
S3 |
S4 |
| A |
gerade |
gerade |
vertikal bis 5 mm |
vertikal bis 20 mm |
| B |
99,18 |
98,38 |
96,56 |
95,82 |
| C |
2 |
1 |
4 |
6 |
[0014] Die Ergebnisse belegen, daß die erfindungsgemäßen Startkathoden S1 bis S3 beim Einsatz
in der Kupferelektrolyse zu keinem "Memory-Effekt" führen. Im Gegensatz dazu kommt
es beim Einsatz der nicht weichgeglühten Startkathoden S4 in der Kupferelektrolyse
zu einem "Memory-Effekt" in erheblichem Ausmaß. Die besten Ergebnisse wurden mit den
Startkathoden S1 erzielt, die vorallem hinsichtlich der erzielten Stromausbeute überlegen
sind.
1. Startkathoden aus Kupferband für die Kupferelektrolyse, bestehend aus gewalztem Kupferband,
aus Kupfersorten gemäß den DIN-Vorschriften 1708, 1737 und 17670, mit einer Dicke
von 0,3 bis 1,2 mm, das nach dem Walzen weichgeglüht ist und eine Festigkeit von 210
bis 240 N/mm2 aufweist, und auf die durch die Abmessungen des Elektrolysebades bestimmte Länge
und Breite zugeschnitten ist, wobei das zugeschnittene Blech eine plane, gradarme
und fettfreie Oberfläche aufweist und an der Einhängeseite der Bleche Ohrenstreifen
aus Kupferband mit einer Dicke von 0,3 bis 0,6 mm befestigt sind.
2. Startkathoden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese eine Dicke von 0,5
bis 0,8 mm aufweisen und die Ohrenstreifen eine Dicke von 0,3 bis 0,4 mm.
3. Startkathoden nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das weichgeglühte
Kupferband nach dem Abkühlen eine Festigkeit von 215 bis 235 N/mm2 besitzt.
4. Verfahren zur Herstellung von Startkathoden nach einem der vorangehenden Ansprüche
durch folgende Verfahrensschritte:
a) Herstellung eines gewalzten, walzharten Kupferbandes mit einer Dicke von 0,3 bis
1,2 mm aus Kupfersorten gemäß den DIN-Vorschriften 1708, 1787 und 17670,
b) Weichglühen des walzharten Kupferbandes bei Ofentemperaturen von 700 bis 750 °C
und Durchlaufgeschwindigkeiten von 20 bis 70 m/min,
c) Entfetten der Oberflächen
d) Zuschneiden des abgekühlten Kupferbandes zu den gewünschten Starterblechabmessungen,
e) Befestigung von aus Kupferband mit einer Dicke von 0,3 bis 0,6 mm bestehenden Ohrenstreifen
an den Starterblechen und Anbringung der Kontaktstäbe und
f) Adjustage der Startkathoden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das nach Verfahrensschritt
a) hergestellte walzharte Kupferband zu einem Coil aufgehaspelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das walzharte Kupferband von
einem Coil abgehaspelt und in einer gesonderten, kontinuierlich arbeitenden Fertigungslinie
nach den Verfahrensschritten b) bis e) weiterbearbeitet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das walzharte Kupferband von
einem Coil abgehaspelt und in einer gesonderten, kontinuierlich arbeitenden Fertigungslinie
nach den Verfahrensschritten b) bis f) weiterbearbeitet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet daß das nach den Verfahrensschritten
a) und b) hergestellte weiche Kupferband zu einem Coil aufgehaspelt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das weiche Kupferband von einem
Coil abgehaspelt und in einer gesonderten, kontinuierlich arbeitenden Fertigungslinie
nach den Verfahrenaschritten c) bis e) weiterbearbeitet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet daß das weiche Kupferband von einem
Coil abgehaspelt und in einergesonderten, kontinuierlich arbeitenden Fertigungslinie
nach den Verfahrensschritten c) bis f) weiterbearbeitetwird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet daß das weiche
Kupferband vor dem Zuschneiden auf die gewünschten Starterblechabmessungen gerichtet
wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet daß das Weichglühen
in einem Glühofen horizontaler oder vertikaler Bauart durchgeführt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeichnet daß das Weichglühen
unter Schutzgas odereiner reduzierenden Atmosphäre durchgeführt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Weichglühen
das Kupferband entfettet, gebürstet, gespült und getrocknet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupferband
nach dem Weichglühen abgekühlt, gebeizt und neutralisiert wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das walzharte
Kupferband eine Dicke von 0,4 bis 0,5 mm aufweist und mit einer Geschwindigkeit von
25 bis 35 m/min den Glühofen durchläuft, dessen Heizzonen auf Temperaturen von 750
°C bis 720 °C eingestellt sind.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß das walzharte
Kupferband eine Dicke von 0,6 bis 0,8 mm aufweist und mit einer Geschwindigkeit von
20 bis 30 m/min den Glühofen durchläuft, dessen Heizzonen auf Temperaturen von 750
°C bis 720 °C eingestellt sind.
18. Verwendung eines gewalzten, weichgeglühten Kupferbandes zur Herstellung von Startkathoden
für die Kupferelektrolyse.