[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung und Steuerung des Spülprozesses
in einer Wäschebehandlungsmaschine mit einem Trübungssensor, mit dem in einem Meßbereich
des Trübungssensors die Trübung einer Spülflüssigkeit gemessen werden kann, und bei
dem in Abhängigkeit eines für die Spülflüssigkeit bestimmten Trübungswertes der weitere
Spülprozeß festgelegt wird, sowie eine Wäschebehandlungsmaschine und einen Trübungssensor
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Durch die DE-PS 19 57 422 ist ein Verfahren bekannt, bei dem Spülflüssigkeit aus
einem Laugenbehälter im Umlauf einem Probenbehälter zugeführt wird, in dem sich abhängig
von der Waschmittelkonzentration Schaum bildet. Der Schaumpegel im Probenbehälter
wird mit einem Durchlichttrübungssensor erfaßt, der den Probenbehälter in senkrechter
Richtung durchleuchtet. Um störende Einflüsse der Bewegung eines Wäschebewegers in
dem Laugenbehälter auf den Zulauf von Spülflüssigkeit und die Schaumbildung im Probenbehälter
auszuschalten, erfolgt die Erfassung des Schaumpegels immer bei derselben Drehrichtung
des Wäschebewegers. Unter dem Schaum befindet sich dabei immer eine Schicht von Spülflüssigkeit,
auf der sich der Schaum bildet, so daß der Durchlichtsensor die Trübung der Spülflüssigkeit
zusammen mit der des sich darauf gebildeten Schaums erfaßt. Die erfaßte Trübung kann
daher weder der Spülflüssigkeit noch dem Schaum zweifelsfrei zugeordnet werden. So
kann beispielsweise eine hohe Trübung auch allein von einer sehr verunreinigten Spülflüssigkeit
herrühren. Weiterhin ist zur Durchführung dieses Verfahrens nachteiligerweise ein
zusätzlicher Probenbehälter und insbesondere eine Einrichtung zur laufenden Spülflüssigkeitszufuhr
nötig.
[0003] Aus der EP 393 311 B1 ist eine Waschmaschine mit einem Trübungssensor bekannt, mit
dem die Lichtdurchlässigkeit der Waschlauge und der Spülflüssigkeit bestimmt werden
kann, um den Wasch- und den Spülvorgang zu steuern. Je nach verwendetem Waschmittel
kann es dabei vorkommen, daß trotz einer hohen Waschmittelkonzentration in der Spülflüssigkeit
die Trübung gering ist. In diesem Fall kann es passieren, daß der Spülvorgang aufgrund
einer zulässig geringen Trübung beendet wird, obwohl die Waschmittelkonzentration
für die Lagerung und den Gebrauch der Wäschestücke immer noch zu hoch ist.
[0004] Im folgenden wird unter einem Trübungssensor eine Anordnung verstanden, in der ein
Medium mit Licht durchstrahlt wird und anhand des Verhältnisses von hindurchgelassenem
zu hineingestrahltem Licht die Trübung des Mediums bestimmt wird. Das Licht kann monochromatisch
sein oder ein breites Spektrum aufweisen. Insbesondere kann die Trübungsmessung mit
einer Lichtquelle und einem Lichtempfänger erreicht werden, auf den der von der Lichtquelle
ausgesendete Lichtstrahl nach Durchtritt durch das Medium fällt. Dabei können Lichtsender
und -empfänger gegenüber in einer Lichtschranke angeordnet sein. Der Lichtstrahl kann
auch wie bei Anwendung einer Reflexlichtschranke durch Spiegel umgelenkt werden, so
daß Lichtsender und -empfänger frei angeordnet werden können. Die Strecke zwischen
Lichtsender und -empfänger kann beliebig gewählt werden und kann sich auch durch den
gesamten Laugenbehälter erstrecken.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine Wäsche-behandlungsmaschine
und einen Trübungssensor der eingangs genannten Art zu schaffen, mit denen mit geringem
Aufwand eine möglichst umfassende Überwachung und Steuerung des Spülprozesses möglich
ist.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren, bei dem das Meßsignal des
Trübungssensors, wenn sich keine Spülflüssigkeit in seinem Meßbereich befindet, zur
Erkennung von Schaum verwendet wird und der weitere Spülprozeß auch in Abhängigkeit
des Ergebnisses der Schaumerkennung festgelegt wird, sowie durch einen Trübungssensor
mit einem Meßbereich, der derart ausgestaltet ist, daß Schaum in ihm besonders gut
hängenbleibt, und durch eine Wäschebehandlungsmaschine gelöst, die einen Trübungssensor,
mit dem in einem Meßbereich des Trübungssensors die Trübung einer Spülflüssigkeit
gemessen werden kann, und eine Programmsteuereinrichtung aufweist, die dazu dient,
in Abhängigkeit eines für die Spülflüssigkeit bestimmten Trübungswerts den weiteren
Programmablauf festzulegen, festzustellen, wann sich keine Spülflüssigkeit im Meßbereich
des Trübungssensors befindet, und in diesem Fall anhand des Meßsignals des Trübungssensors
eine Schaumerkennung durchzuführen und den weiteren Spülprozeß auch in Abhängigkeit
des Ergebnisses der Schaumerkennung festzulegen.
[0007] Auf diese Weise kann mit einem Trübungssensor sowohl die Trübung der Spülflüssigkeit
erfaßt als auch eine Schaumerkennung durchgeführt werden. Dabei können die mit dem
Sensor erfaßten Trübungswerte zweifelsfrei entweder der Spülflüssigkeit oder gegebenenfalls
vorhandenen Schaum im Meßbereich des Sensors zugeordnet werden, da die entsprechenden
Messungen zu verschiedenen Zeitpunkten erfolgen. Aus der zusätzlichen Information
über möglicherweise vorhandenem Schaum kann auf die Konzentration von Waschmittel
in der Spülflüssigkeit geschlossen werden. Die Gefahr, daß der Spülvorgang trotz unzulässig
hohen Waschmittelanteils in der Spülflüssigkeit beendet wird, kann damit verringert
werden. Dies kann insbesondere bei Waschmitteln geschehen, die die Spülflüssigkeit
wenig trüben. Wird dieses Verfahren bei Wäschebehandlungsmaschinen eingesetzt, die
ohnehin mit einem Trübungssensor zur Messung der Spülflüssigkeitstrübung ausgerüstet
sind, erfordert dieses Verfahren keine zusätzlichen Bauteile und läßt sich insbesondere
in elektronischen Programmsteuereinrichtungen einfach nachrüsten.
[0008] Eine Schaumerkennung mittels des Trübungssensors gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
läßt sich auch mehrmals durchführen, wobei anhand der ermittelten Ergebnisse der bisherige
Spülprozeß überwacht und der weitere Spülprozeß optimiert wird. Dabei kann überwacht
werden, wie schnell die Waschmittelreste aus der Wäsche ausgespült werden, oder, ob
aufgrund der Bewegung eines Wäschebewegers beispielsweise in Form einer Wäschetrommel
Schaum erzeugt wird. Der weitere Spülprozeß kann anhand dieser Informationen entsprechend
optimiert werden, wobei die Wirkung der vorgenommenen Maßnahmen sofort überprüft werden
kann, worauf gegebenenfalls erneut reagiert werden kann.
[0009] Die Schaumerkennung wird vorteilhafterweise nach dem Ablaufen oder Abpumpen der Spülflüssigkeit
am Ende wenigstens eines Spülgangs des Spülprozesses durchgeführt, da sich zu diesem
Zeitpunkt keine Spülflüssigkeit mehr im Meßbereich des Trübungssensors befindet. Der
Trübungssensor kann während des Ablauf- oder Abpumpvorgangs zur Messung der Spülflüssigkeitstrübung
und danach zur Schaumerkennung verwendet werden. Nach jedem Spülgang ist somit die
Trübung des Spülflüssigkeit als Maß für die Beladung mit Schmutzpartikeln und ein
Maß für die Schaumbildung bekannt, aus dem auf die Waschmittelkonzentration in der
Spülflüssigkeit geschlossen werden kann. Innerhalb eines Spülprozesses kann auf diese
Weise der jeweils vorangegangene Spülgang überprüft und der folgende optimiert werden.
[0010] In Abhängigkeit des Ergebnisses der Schaumerkennung kann im Spülprozeß ein zusätzlicher
Spülgang vorgesehen werden, um gegebenenfalls noch vorhandene Waschmittelreste aus
der Wäsche zu entfernen. Ferner kann in Abhängigkeit des Ergebnisses der Schaumerkennung
die Spülwirkung in den Spülgängen erhöht werden, zum Beispiel durch Erhöhung der Wassermenge
und/oder durch Verstärkung der Wäschebewegung und/oder durch Verlängerung der einzelnen
Spülgänge.
[0011] Weiterhin können auch in Abhängigkeit des Ergebnisses der Schaumerkennung im Spülprozeß
Maßnahmen zur Verringerung der Schaumbildung oder zum Abbau von bereits gebildetem
Schaum getroffen werden. Dies kann beispielsweise die Verringerung der Trommelbewegung
sein, indem beispielsweise das Spülschleudern verringert oder unterlassen wird. Denkbar
ist es auch, Wartezeiten zu schalten, in denen der Schaum zerfallen kann.
[0012] Das Meßsignal des Trübungssensors wird vorteilhafterweise ab dem Zeitpunkt des Ablauf-
oder Abpumpvorgangs der Spülflüssigkeit, zu dem erfahrungsgemäß sämtliche Spülflüssigkeit
abgelaufen oder abgepumt ist, zur Schaumerkennung verwendet. Zu diesem Zeitpunkt kann
davon ausgegangen werden kann, daß sich keine Spülflüssigkeit mehr im Meßbereich des
Trübungssensors befindet und er zur Schaumerkennung verwendet werden kann. Dies ist
mittels einer einfachen Zeitmessung bestimmbar. Wird zur Steuerung der Wäschebehandlungsmaschine
ein Mikroprozessor oder Mikrocontroller eingesetzt, kann die Zeitmessung ohne jeden
zusätzlichen Bauteileaufwand mit einem zur Programmablaufsteuerung in der Regel ohnehin
vorgesehenen Timer durchgeführt werden.
[0013] Es kann auch mit einem getrennten Sensor bestimmt werden, ob sich keine Spülflüssigkeit
im Meßbereich des Trübungssensors befindet. Beispielsweise kann dies mit einen Sensor
zur Messung des Flüssigkeitsstands erreicht werden. Liegt der gemessene Flüssigkeitsstand
unterhalb der Einbauhöhe des Trübungssensors, kann davon ausgegangen werden, daß sich
keine Spülflüssigkeit mehr im Meßbereich des Trübungssensors befindet. Möglich ist
es auch, im Meßbereich des Trübungssensors einen Flüssigkeitsdetektor beispielsweise
in Form eines Leitwertmessers vorzusehen, mit dem direkt bestimmt werden kann, ob
sich keine Spülflüssigkeit mehr dort befindet. In diesem Fall kann auch zu einem beliebigen
Zeitpunkt im Spülprozeß die Schaumerkennung durchgeführt werden, indem der Spülflüssigkeitsstand
für die Dauer der Schaumerkennung unter den Einbauort des Trübungssensors abgesenkt
wird.
[0014] Weiterhin ist es möglich, anhand des gemessenen Trübungswertes zu bestimmen, ob sich
keine Spülflüssigkeit im Meßbereich des Trübungssensors befindet. Dies ist möglich,
wenn die Spülflüssigkeit, die zuletzt durch den Meßbereich des Trübungssensors hindurchtritt,
eine andere Trübung aufweist als gegebenenfalls danach in den Meßbereich gelangender
Schaum. In diesem Fall wird der gemessene Trübungsverlauf einen Sprung aufweisen,
beispielsweise wenn beim Ablaufvorgang die Spülflüssigkeit durch den Meßbereich des
Trübungssensors hindurchgelaufen ist und der darauf schwimmende Schaum unmittelbar
danach in den Meßbereich gerät. Diese sprungartige Veränderung der gemessenen Trübung
kann von der Steuereinrichtung ausgewertet werden, die daraufhin anhand der dann gemessenen
Trübung die Schaumerkennung durchführt.
[0015] Anhand eines für Schaum gemessenen Trübungswerts kann auch die Geschwindigkeit bestimmt
werden, mit der der Schaum zerfällt. Diese kann beispielsweise aus der Geschwindigkeit,
mit der sich der Trübungswert verändert, oder aus der Zeit bestimmt werden, nach der
die Trübung wieder einen Wert angenommen hat, bei dem davon ausgegangen werden kann,
daß sich kein Schaum mehr im Meßbereich des Trübungssensors befindet. Anhand dieser
Information können Schlüsse auf die Schaumbeschaffenheit gezogen werden, die bei der
Steuerung der Spülprozesses berücksichtigt werden können.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit jedem Trübungssensor durchgeführt werden.
[0017] Allerdings können bestimmte Vorteile mit einem Trübungssensor erzielt werden, der
eine Meßstrecke mit einem Lichtsender und einem Lichtempfänger aufweist, die einen
Meßbereich bildet, der vorteilhafterweise derart ausgestaltet ist, daß Schaum in ihm
besonders gut hängenbleibt. Dies kann erreicht werden, indem um den Meßbereich herum
zumindest teilweise Begrenzungen angeordnet sind, zwischen denen Schaum hängenbleiben
kann. Beispielsweise kann der Meßbereich als enger Schlitz ausgebildet sein, wie es
bei einer Gabellichtschranke der Fall ist. So können auch kleine Mengen Schaum sicher
erkannt werden, die anderenfalls zu schnell durch den Meßbereich hindurchtreten würden,
um eine zuverlässige Schaumerkennung zu ermöglichen.
[0018] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Darin
zeigen
- Fig. 1
- eine teilweise geschnittene Seitenansicht des unteren Teils eines Laugenbehälters
mit einem Flüssigkeitsablauf nach dem Ablaufvorgang bei Schaumbildung,
- Fig. 2
- den unteren Teil des Laugenbehälters aus Fig. 1 nach dem Ablaufvorgang ohne Schaumbildung,
- Fig. 3
- den schematischen Verlauf der gemessenen Trübung für den Ablaufvorgang bei Schaumbildung
und
- Fig. 4
- den schematischen Verlauf der gemessenen Trübung für den Ablaufvorgang ohne Schaumbildung.
[0019] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen den unteren Teil eines Laugenbehälters 1 einer Wäschebehandlungsmaschine,
die im vorliegenden Fall eine Waschmaschine ist. Unten an den Laugenbehälter 1 ist
ein Ablaufschlauch 2 zum Abführen von Waschlauge oder Spülflüssigkeit 7 nach den einzelnen
Wasch- beziehungsweise Spülgängen angeschlossen. Der Ablaufschlauch 2 führt zu einer
Ablaufpumpe 3 zum Abpumpen der nicht mehr benötigten Flüssigkeiten durch ein Ablaufrohr
4, an das sich eine nicht dargestellte Leitung zu einem Abwasseranschluß anschließt.
[0020] Der Ablaufschlauch 2 weist oben über einem Faltenbalg einen geraden Abschnitt auf,
mit dem er an den Laugenbehälter 1 angeschlossen ist und der aus transparentem Material
besteht. Beiderseits dieses transparenten Abschnitts des Ablaufschlauchs 2 sind ein
Lichtsender 5 beziehungsweise ein Lichtempfänger 6 einander gegenüber angeordnet.
Das vom Lichtsender 5 ausgesendete Licht durchleuchtet den transparenten Abschnitt
des Ablaufschlauchs 2 und das in diesem Abschnitt befindliche Medium und fällt auf
den Lichtempfänger 6. Lichtsender 5 und Lichtempfänger 6 bilden zusammen einen Trübungssensor
5, 6, der mit einer nicht dargestellten elektronischen Steuereinrichtung verbunden
ist. Die Steuereinrichtung wertet das Ausgangssignal des Lichtempfängers 6 aus und
bestimmt die Lichtdurchlässigkeit beziehungsweise einen Trübungswert für das Medium
im transparenten Abschnitt des Ablaufrohrs 2. Der Innenraum dieses transparenten Abschnitts
bildet damit den Meßbereich des Trübungssensors 5, 6. Das Medium kann je nach Betriebsphase
der Waschmaschine beispielsweise Luft, Waschlauge, Spülflüssigkeit oder klares Wasser
sein. In Fig. 1 und Fig. 2 ist die vorstehend beschriebene Anordnung nach dem Abpumpvorgang
am Ende eines Spülgangs dargestellt, wobei der Abpumpvorgang beendet wurde, sobald
der Spülflüssigkeitsstand unter den Faltenbalg im Ablaufschlauch 2 gefallen ist.
[0021] In Fig. 1 ist der Fall dargestellt, in dem sich aufgrund einer hohen Waschmittelkonzentration
in der Spülflüssigkeit 7 in dem Laugenbehälter 1 Schaum 8 gebildet hat. Nach dem Abpumpen
der Spülflüssigkeit 7 ist der Schaum 8 in den Ablaufschlauch 2 gelaufen, schwimmt
oben auf der Spülflüssigkeit 7 und reicht dabei bis in den Meßbereich des Trübungssensors
5,6.
[0022] Der mit dem Trübungssensor 5, 6 gemessene Trübungsverlauf über der Zeit t für diesen
Fall ist in Fig. 3 durch die Kurve A schematisch dargestellt. Zu Beginn des Abpumpvorgangs
fließt durch den Meßbereich des Trübungssensors 5, 6 Spülflüssigkeit 7, die mit Waschmittelresten
und Schmutzpartikeln beladen ist und daher eine gewisse Trübung T
1 aufweist. Zum Zeitpunkt t
0 ist sämtliche Spülflüssigkeit 7 durch den Meßbereich des Trübungssensors 5, 6 hindurchgelaufen,
so daß der vorher auf der Spülflüssigkeit 7 schwimmende Schaum 8 in den Meßbereich
nachläuft. Der Schaum 8 besitzt in diesem konkreten Fall eine geringere Lichtdurchlässigkeit
als die Spülflüssigkeit 7, so daß zum Zeitpunkt t
0 die Trübung auf den Wert T
2 ansteigt, wobei das Verhältnis der Trübungen von Spülflüssigkeit 7 und Schaum 8 von
vielen Faktoren abhängt und völlig verschieden sein kann. Nach einer bestimmten Zeit
beginnt der Schaum 8 zu zerfallen, so daß der Trübungsverlauf A am Ende wieder auf
einen Nullwert abfällt, der dem Trübungswert von Luft entspricht. In der Steuereinrichtung
ist die Dauer bis zum Zeitpunkt t
0 gespeichert, nach der sämtliche Spülflüssigkeit 7 abgelaufen ist. Kurz nach dem Zeitpunkt
t
0 wertet die Steuereinrichtung die gemessene Trübung aus und erkennt bei einem Trübungswert,
der wesentlich über dem für Luft liegt, daß sich Schaum 8 im Meßbereich befindet und
die Waschmittelkonzentration in der Spülflüssigkeit noch unzulässig hoch ist. Als
Gegenmaßnahme wird ein weiterer Spülgang nachgeschaltet, um die Waschmittelreste auszuspülen.
[0023] In Fig. 2 ist der Fall dargestellt, in dem sich kein Schaum 8 gebildet hat, beispielsweise
weil nach der Erkennung von Schaum 8 ein weiterer Spülgang vorgesehen wurde. Wie im
vorigen Fall befindet sich der Pegel der Spülflüssigkeit 7 unterhalb des Faltenbalgs
des Ablaufschlauchs 2. Im oberen Teil des Ablaufschlauchs 2 befindet sich jedoch kein
Schaum 8, so daß sich im Meßbereich des Trübungssensors 5, 6 Luft befindet.
[0024] Der Trübungsverlauf über der Zeit t für diesen Fall ist in Fig. 4 durch die Kurve
B schematisch dargestellt. Wie im anderen Fall mißt der Trübungssensor bis zum Zeitpunkt
t
0, an dem die gesamte Spülflüssigkeit 7 abgepumpt ist, die Trübung T
1. Danach füllt sich der obere Teil des Ablaufschlauchs und damit der Meßbereich des
Trübungssensors 5, 6 mit nachströmender Luft, deren Trübung vernachlässigbar gering
ist. Der Trübungsverlauf B fällt daher zum Zeitpunkt t
0 im beschriebenen Ausführungsbeispiel auf im wesentlichen Null ab. Der für Luft gemessene
Trübungswert kann dabei jedoch sehr stark von der Ausgestaltung des verwendeten Trübungssensors
5, 6 abhängen. Insbesondere durch Brechung an Fenstern vor dem Lichtsender 5 und dem
Lichtempfänger 6 insbesondere aufgrund der geringen optischen Dichte von Luft kann
der gemessene Trübungswert stark von der Anordnung der Fenster abhängen. Durch die
Ausgestaltung des Trübungssensors 5, 6 kann somit der für Luft gemessene Trübungswert
beeinflußt werden.
[0025] Die Steuerungseinrichtung erkennt aus dieser Tatsache, daß sich kein Schaum 8 im
Meßbereich befindet und die Waschmittelkonzentration in der Spülflüssigkeit unter
dem zulässigen Wert liegt. Der Spülprozeß wird daraufhin abgeschlossen und das Betriebsprogramm
fortgesetzt.
1. Verfahren zur Überwachung und Steuerung des Spülprozesses in einer Wäschebehandlungsmaschine
mit einem Trübungssensor (5, 6), mit dem in einem Meßbereich des Trübungssensors (5,
6) die Trübung einer Spülflüssigkeit (7) gemessen werden kann, und bei dem in Abhängigkeit
eines für die Spülflüssigkeit (7) bestimmten Trübungswertes der weitere Spülprozeß
festgelegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßsignal des Trübungssensors (5, 6), wenn sich keine Spülflüssigkeit (7)
in seinem Meßbereich befindet, zur Erkennung von Schaum (8) verwendet wird und der
weitere Spülprozeß auch in Abhängigkeit des Ergebnisses der Schaumerkennung festgelegt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des Trübungssensors
(5, 6) mehrmals eine Schaumerkennung durchgeführt wird und anhand der ermittelten
Ergebnisse der bisherige Spülprozeß überwacht und der weitere Spülprozeß optimiert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Trübungssensor (5,
6) nach dem Ablaufen oder Abpumpen der Spülflüssigkeit (7) am Ende wenigstens eines
Spülgangs des Spülprozesses zur Schaumerkennung verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit
des Ergebnisses der Schaumerkennung im Spülprozeß ein zusätzlicher Spülgang vorgesehen
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit
des Ergebnisses der Schaumerkennung im Spülprozeß die Spülwirkung erhöht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit
des Ergebnisses der Schaumerkennung im Spülprozeß Maßnahmen zur Verringerung der Schaumbildung
oder zum Abbau von bereits gebildetem Schaum getroffen werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßsignal
des Trübungssensors (5, 6) ab dem Zeitpunkt des Ablauf- oder Abpumpvorgangs der Spülflüssigkeit
(7), zu dem erfahrungsgemäß sämtliche Spülflüssigkeit (7) abgelaufen oder abgepumt
ist, zur Schaumerkennung verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem
getrennten Sensor bestimmt wird, ob sich keine Spülflüssigkeit (7) im Meßbereich des
Trübungssensors (5, 6) befindet.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß anhand des
mit dem Trübungssensor (5, 6) gemessenen Trübungswertes bestimmt wird, ob sich keine
Spülflüssigkeit (7) im Meßbereich des Trübungssensors (5, 6) befindet.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß anhand eines
für Schaum (8) gemessenen Trübungswertes die Geschwindigkeit bestimmt wird, mit der
der Schaum (8) zerfällt.
11. Trübungssensor (5, 6) zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß er eine Meßstrecke mit einem Lichtsender (5) und
einem Lichtempfänger (6) aufweist, die einen Meßbereich bildet, der derart ausgestaltet
ist, daß Schaum in ihm besonders gut hängenbleibt.
12. Wäschebehandlungsmaschine zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche
1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Trübungssensor (5, 6), mit dem in
einem Meßbereich des Trübungssensors (5, 6) die Trübung einer Spülflüssigkeit (7)
gemessen werden kann, und eine Programmsteuereinrichtung aufweist, die dazu dient,
in Abhängigkeit eines für die Spülflüssigkeit (7) bestimmten Trübungswerts den weiteren
Programmablauf festzulegen, festzustellen, wann sich keine Spülflüssigkeit (7) im
Meßbereich des Trübungssensors (5, 6) befindet, und in diesem Fall anhand des Meßsignals
des Trübungssensors (5, 6) eine Schaumerkennung durchzuführen und den weiteren Spülprozeß
auch in Abhängigkeit des Ergebnisses der Schaumerkennung festzulegen.