(19)
(11) EP 0 992 638 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.04.2000  Patentblatt  2000/15

(21) Anmeldenummer: 99119107.3

(22) Anmeldetag:  04.10.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04D 13/147
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 07.10.1998 DE 19846120

(71) Anmelder: HAUSprofi Bausysteme GmbH
72250 Freudenstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Schürmann, Wolfram
    58456 Witten (DE)
  • König, Hans-Peter
    72250 Grüntal (DE)

(74) Vertreter: KOHLER SCHMID + PARTNER 
Patentanwälte Ruppmannstrasse 27
70565 Stuttgart
70565 Stuttgart (DE)

   


(54) Dachdurchführung


(57) Eine Dachdurchführung (10) durch einen Scheitelbereich eines kuppelförmigen Domes (12) der Dacheindeckung (11) weist ein neigungsverstellbares durch den Scheitelbereich hindurchgeführtes Dachentlüftungsrohr (13) auf, das mit einem formpassend zum Dom (12) gestalteten und auf der Außenseite (18) des Domes (12) aufliegenden Haubenteil (16) verbunden ist. Das Dachentlüftungsrohr (13) ist in seiner ausgerichteten Stellung durch eine Verspannung von Haubenteil (16) und Dom (12) ortsfest fixiert. In das Haubenteil (16) ist an seiner die Außenseite (18) des Domes (12) überdeckenden Haubenwandung eine auslenkbare Lasche (22) integriert, die an der Außenseite (18) des Domes (12) lösbar befestigbar ist. Die Handhabbarkeit der von außen neigungsverstellbaren Dachdurchführung wurde verbessert, indem die Komponenten der Dachdurchführung von außen einfacher zu befestigen und wieder leicht zu lösen sind.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dachdurchführung durch einen Scheitelbereich eines kuppelförmigen Domes der Dacheindeckung mit einem neigungsverstellbaren durch den Scheitelbereich hindurchgeführten Dachentlüftungsrohr, das mit einem formpassend zum Dom gestalteten und auf der Außenseite des Domes aufliegenden Haubenteil verbunden ist, wobei das Dachentlüftungsrohr in seiner ausgerichteten Stellung durch eine Verspannung von Haubenteil und Dom ortsfest fixiert ist.

[0002] Eine derartige Dachdurchführung ist beispielsweise durch das deutsche Gebrauchsmuster 295 14 513.7 bekanntgeworden.

[0003] Bei dieser Dachdurchführung ist ein Dachentlüftungsrohr durch die sich im Scheitelbereich des Domes befindende Durchtrittsöffnung der Dacheindeckung hindurchgeführt, so daß es über die Dachfläche hinausragt. Nachdem das Dachentlüftungsrohr, an dessen unterem Rohrteil Absätze angeformt sind, durch die Durchtrittsöffnung geschoben wurde, hintergreifen die Absätze die Abstützvorrichtung der Dacheindeckung, die zum Abstützen eines durch die Durchtrittsöffnung geführten Gegenstandes dienen. Anschließend wird auf den durch die Dacheindeckung hinausragenden Rohrteil ein Rohrabschnitt aufgeschoben, an dem ein Haubenteil angeformt ist. Wenn nun das freie Ende dieses Rohrabschnitts durch eine auf das Dachentlüftungsrohr aufgeschraubte Ringmutter druckbeaufschlagt wird, wird das Haubenteil gegen den Dom druckbeaufschlagt und mit dem Dom verspannt.

[0004] Ein Nachteil der bekannten Dachdurchführung kann darin gesehen werden, daß die Dachdurchführung mehrere Einzelteile aufweist, die der Dachdecker auf dem Dach zur Dachdurchführung zusammensetzen muß. Dies erschwert die Montage der bekannten Dachdurchführung, da einzelne Teile der Dachdurchführung vom Dach hinunterfallen können.

[0005] Weiterhin von Nachteil kann es sein, daß das Dachentlüftungsrohr beim Anbringen und Wiederlösen der Schraubverbindung durch die Dacheindeckung nach innen hineinfallen kann.

[0006] Aus der FR-A 2 238 826 ist eine Dachdurchführung bekanntgeworden, bei der die Anzahl der Einzelteile der Dachdurchführung gegenüber dem vorgenannten Stand der Technik reduziert ist. Mit dem über die Dachfläche hinausragenden Teil des Dachentlüftungsrohres ist ein Haubenteil fest verbunden, das eine kuppelförmige Oberseite des Domes abdeckt. Nachdem das durchgängige, einteilige Dachentlüftungsrohr, an dem Absätze angeformt sind, durch eine Durchtrittsöffnung der Dacheindeckung geschoben wurde, hintergreifen die Absätze Widerlager der Dacheindeckung, die wiederum zum Abstützen eines durch die Durchtrittsöffnung geführten Gegenstandes dienen. Die Absätze bilden mit dem Haubenteil gegenüber dem Dom der Dacheindeckung einen Rastverschluß, so daß eine Verspannung von Haubenteil und Dom und gleichzeitig eine Abdichtung der Durchtrittsöffnung erreicht wird.

[0007] Ein Nachteil der letztgenannten Dachdurchführung besteht darin, daß die Montage des Dachentlüftungsrohres an der Dacheindeckung auf dem Dach nachteiligerweise kompliziert und schwierig durchzuführen ist. Insbesondere ist die Befestigung des vertikal ausgerichteten Dachentlüftungsrohres problematisch, da das Dachentlüftungsrohr nicht von der Dachaußenseite, sondern von der Innenseite des Dachstuhls aus feststellbar ist. Die endgültige Fixierung des durch den Rastverschluß in der Dacheindeckung gehaltenen Dachentlüftungsrohres muß von der Dachunterseite her durchgeführt werden. Der Rastverschluß des Dachentlüftungsrohres mit der Dacheindeckung kann nachteiligerweise nur durch erheblichen Kraftaufwand und technisches Geschick wieder gelöst werden. Unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der Montage der Dachdurchführung auf einem Dach läßt sich feststellen, daß das Dachentlüftungsrohr mit der Dacheindeckung nahezu fest und unlösbar verbunden ist.

[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Dachdurchführung der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß die Handhabbarkeit der von außen neigungsverstellbaren Dachdurchführung verbessert wird, indem die Komponenten der Dachdurchführung von außen einfacher zu befestigen und wieder leicht zu lösen sind.

[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Dachdurchführung gelöst, in deren Haubenteil an seiner die Außenseite des Domes überdeckenden Haubenwandung eine auslenkbare Lasche integriert ist, die an der Außenseite des Domes lösbar befestigbar.

[0010] Das Dachentlüftungsrohr kann von außen über die Durchtrittsöffnung in die Dacheindeckung eingesetzt werden, bis das Haubenteil auf dem Dom aufliegt. In diesem Zustand kann die Lasche am Dom derart befestigt werden, daß das Haubenteil auf der Außenseite des Domes formschlüssig anliegt und mit dem Dom verspannt ist. Das ausgerichtete Dachentlüftungsrohr ist dann sofort in seiner Lage ortsfest fixiert. Die auslenkbare Lasche dient dazu, die Befestigung wieder auf eine leicht handhabbare Art und Weise von außen, d.h. oberhalb der Dacheindeckung, zu lösen.

[0011] An der Lasche kann ein Laschenabsatz zum Hintergriff einer an der Außenseite des Domes vorgesehenen Abstützvorrichtung ausgebildet sein. Durch diese erfindungsgemäße Ausführungsform wird es möglich, das Dachentlüftungsrohr an der Dacheindeckung mit Hilfe eines Rast- oder Schnappverschlusses zu befestigen.

[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abstützvorrichtung durch einen Vorsprung ausgebildet, der eine in Richtung der Neigungsverstellung gekrümmte Anschlagfläche für den Laschenabsatz aufweist. In Verbindung mit der Auslenkbarkeit der Lasche kann ein Neigungswinkel des Dachentlüftungsrohres eingestellt und in jeder Stellung des Neigungswinkels kann die Verrastung von Laschenabsatz und Abstützvorrichtung durchgeführt werden. Wenn die Lasche leicht in radialer Richtung zurückgebogen wird, kann der Laschenabsatz am Vorsprung der Abstützvorrichtung entlanggleiten und in der gewünschten zu fixierenden Stellung des Dachentlüftungsrohrs diesen wieder durch Einrasten hintergreifen.

[0013] Das Zusammenwirken des Laschenabsatzes mit der Abstützvorrichtung wird dadurch unterstützt, daß die Abstützvorrichtung eine profilierte Anschlagfläche für den Laschenabsatz aufweist, der eine zu dieser komplementäre Profilierung besitzt.

[0014] Bevorzugt ist es, daß die Profilierungen durch zahnförmige Oberflächen gebildet sind. Durch die in Richtung der Neigungsverstellung verlaufenden Zahnflächen kann der Laschenabsatz über die Abstützvorrichtung rutschen und somit die Neigungsverstellung bei befestigtem Dachentlüftungsrohr durch die Betätigung des Handwerkers zulassen.

[0015] An dem Laschenabsatz und/oder der Abstützvorrichtung einer weiteren Variante ist eine Auflaufschräge vorgesehen. Die Auflaufschräge trägt dazu bei, das Dachentlüftungsrohr leichtgängig einschieben zu können, bis der Laschenabsatz die Abstützvorrichtung hintergreift.

[0016] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der schematischen Zeichnung, deren Figuren zeigen:
Fig. 1
eine Seitenansicht einer Dachdurchführung;
Fig. 2
einen vergrößerten Längsschnitt durch den Teil der Dachdurchführung in Richtung II-II der Fig. 1, welcher der Verspannung von Haubenteil und Dom dient.


[0017] Aus der Fig. 1 ist der Aufbau einer Dachdurchführung 10 ersichtlich. Die Dachdurchführung 10 umfaßt eine angedeutete Dacheindeckung 11, an der ein Dom 12 angeformt ist. Durch eine Durchtrittsöffnung des Domes 12 ist ein Dachentlüftungsrohr 13 hindurchgeschoben. An dem über einer Dachfläche 14 der Dacheindeckung 11 angeordneten Rohrteil 15 ist ein Haubenteil 16 angeformt. Im in der Figur gezeigten ausgerichteten Zustand des neigungsverstellbaren Dachentlüftungsrohrs 13 liegt das Haubenteil 16 mit einer Unterseite 17 auf der Oberseite 18 des Domes 12 an. Das Haubenteil 16 ist formpassend zu dem kuppelförmig gestalteten Dom ausgebildet. Eine Verspannung von Haubenteil 16 und Dom 12 gewährleistet, daß das Dachentlüftungsrohr 13 in seiner ausgerichteten Stellung dauerhaft fixiert bleibt. Die Verspannung ermöglicht auch den Spalt zwischen Haubenteil 16 und Dom 12 durch eine formschlüssige Anlage abzudichten.

[0018] Zur Druckbeaufschlagung des Haubenteils 16 in Richtung auf den Dom 12 ist an dem Dom 12 eine Abstützvorrichtung in Gestalt eines Vorsprungs 19 vorgesehen. Der Vorsprung 19 befindet sich auf der Außenseite 18 des Domes 12. Der Vorsprung 19 verläuft in Richtung 20 der Neigungsverstellung des Dachentlüftungsrohrs 13 gekrümmt, so daß in jeder Neigungsstellung ein Laschenabsatz einer Lasche 22 eine Vorsprungfläche 21 hintergreifen kann. Eine derartige Lasche 22 und eine Abstützvorrichtung 19 sind zumindest an gegenüberliegende Seitenflächen von Haubenteil 16 und Dom 12 vorgesehen, um die gleichmäßige Verspannung der beiden Bauteile realisieren zu können. Das Zusammenwirken des Laschenabsatzes der Lasche 22 mit dem Vorsprung 19 ist in Fig. 2 detailliert im Schnitt gezeigt. Die Vorsprungfläche 21 ist profiliert, d.h. zahnförmig gestaltet, so daß der Laschenabsatz an der Anschlagfläche 21 formschlüssig anliegen kann.

[0019] Wenn das Dachentlüftungsrohr 13 in Pfeilrichtung 23 in die Durchtrittsöffnung des Domes 12 eingesetzt wird, gleitet der Laschenabsatz der Lasche 22 über den Vorsprung 19, weil der Laschenabsatz un der Vorsprung 19 entsprechende Auflaufschrägen aufweisen. Der Laschenabsatz fällt hinter den Vorsprung 19 ein und verrastet dort zwischen den Zähnen der Anschlagfläche 21. Dies verhindert, daß das Dachentlüftungsrohr 13 wieder in Gegenrichtung zur Pfeilrichtung 23 von der Dacheindeckung 11 herunterrutscht. Haubenteil 16 und Dom 12 sind miteinander ortsfest verspannt. Wenn der Handwerker die Verspannung von Haubenteil 16 und Dom 12 lösen möchte, kann er mit Hilfe eines Werkzeugs die Lasche 22 in radialer Richtung nach außen auslenken, indem das Werkzeug in einen die Lasche 22 umgebenden Spalt 24 eingeführt wird. Nach erneuter Neigungsverstellung kann die elastische Lasche 22 nach innen geklappt werden, so daß der Laschenabsatz der Lasche 22 die Abstützvorrichtung 19 erneut hintergreift. Die Lasche 22 ist von außen betätigbar und kann unterschiedlichst ausgebildet sein, beispielsweise mit einem Scharnier versehen sein, um eine definierte Auslenkung zu gewährleisten. Der Hintergriff des Vorsprungs 19 kann auch noch durch Verrastung eines Teils des Laschenabsatzes in einer Ausnehmung unterstützt werden. Der Teil des Laschenabsatzes, beispielsweise ein Noppen oder dergleichen, könnte in die Ausnehmung einfallen, eingesteckt werden usw. und als zusätzliche Verankerung des Laschenabsatzes zu dienen, um eine unerwünschte Lösung der Verspannung von Haubenteil 16 und Dom 12 zu vermeiden.

[0020] Fig. 2 verdeutlicht den Hintergriff der Abstützvorrichtung. Der Vorsprung 19 ist an der Oberseite 18 des Domes 12 vorgesehen. Der Vorsprung 19 besitzt eine Auflaufschräge 25, an der eine Auflaufschräge 26 des in der Beschreibung zu Figur 1 erwähnten Laschenabsatzes 27 entlanggleiten kann, bis der Laschenabsatz 27 den Vorsprung 19 hintergreift. Die zahnförmige Anschlagfläche des Vorsprungs 19 wirkt mit einer zu dieser komplementären Profilierung des Laschenabsatzes 27 zusammen, so daß der unter Spannung an dem Vorsprung 19 anliegende Laschenabsatz 27 spielfrei positioniert ist. In den Spalt 24 läßt sich ein Werkzeug einführen, um die Lasche 22 in radialer Richtung 28 nach außen auszulenken und den Laschenabsatz 27 vom Vorsprung 19 wegzubewegen. Die Verspannung von Haubenteil 16 und Dom 12 wird dadurch aufgehoben, so daß das Dachentlüftungsrohr aus der Dacheindeckung herausgenommen oder in seiner Neigung erneut verstellt werden kann.


Ansprüche

1. Dachdurchführung (10) durch einen Scheitelbereich eines kuppelförmigen Domes (12) der Dacheindeckung (11) mit einem neigungsverstellbaren durch den Scheitelbereich hindurchgeführten Dachentlüftungsrohr (13), das mit einem formpassend zum Dom (12) gestalteten und auf der Außenseite (18) des Domes (12) aufliegenden Haubenteil (16) verbunden ist, wobei das Dachentlüftungsrohr (13) in seiner ausgerichteten Stellung durch eine Verspannung von Haubenteil (16) und Dom (12) ortsfest fixiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß in das Haubenteil (16) an seiner die Außenseite (18) des Domes (12) überdeckenden Haubenwandung eine auslenkbare Lasche (22) integriert ist, die an der Außenseite (18) des Domes (12) lösbar befestigbar ist.
 
2. Dachdurchführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lasche (22) an ihrer Innenseite einen Laschenabsatz (27) aufweist, der zum Hintergriff einer an der Außenseite (18) des Domes (12) vorgesehenen Abstützvorrichtung (19) vorgesehen ist.
 
3. Dachdurchführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützvorrichtung (19) durch einen Vorsprung ausgebildet ist, der eine in Richtung der Neigungsverstellung gekrümmte Anschlagfläche (21) für den Laschenabsatz (27) aufweist.
 
4. Dachdurchführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützvorrichtung (19) eine profilierte Anschlagfläche (21) für den Laschenabsatz (27) aufweist, der eine zu dieser komplementäre Profilierung besitzt.
 
5. Dachdurchführung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierungen durch zahnförmige Oberflächen gebildet sind.
 
6. Dachdurchführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Laschenabsatz (27) und/oder der Abstützvorrichtung (19) eine Auflaufschräge (25, 26) vorgesehen ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht