[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftragen eines Farbdekors auf ein Substrat
unter Verwendung eines Trägers mit sog. "Release"-Eigenschaften.
[0002] Als Material für die Substrate kommen hier insbesondere in Betracht: Glas, Metall,
Keramikmaterialien, Kunststoffe, Holz, Holzwerkstoffe, Textilien und Leder.
[0003] Träger mit "Release"-Eigenschaften sind als solche bekannt (vgl. EP 0 573 676 A1).
Als flächige Träger mit "Release"-Eigenschaften kommen insbesondere in Betracht bestimmte
Papiere oder auch Kunststofffolien, die an ihrer Oberfläche so gliestaltet bzw. präpariert
sind, daß unter bestimmten Bedingungen aufgetragene Farbschichten oder Lackschichten
in der Art eines "Abpellens" (wie ein Abziehbild) auf ein Substrat übertragbar sind.
Für die hier vorliegende Erfindung kommen insbesondere als Träger mit "Release"-Eigenschaft
Kunststofffolien, wie insbesondere Polyesterfolien, in Betracht, die eine geeignete
Trennschicht aufweisen, um die "Release"-(Abpell)-Eigenschaft zu erreichen.
[0004] Die genannte EP 0 573 676 A1 beschreibt bereits die Verwendung eines Trägers mit
"Release"-Eigenschaft zum Auftragen von Farbdekor auf ein Substrat. Bei diesem Stand
der Technik wird zu diesem Zweck zunächst das Farbdekor auf einen Träger mit "Release"-Eigenschaft
aufgebracht, danach über das auf den Trägen aufgebrachte Farbdekor ein Lack aufgetragen,
der Lack anschließend teilvernetzt und danach unter Druck und/oder erhöhter Temperatur
der teilvernetzte Lack mitsamt dem Farbdekor vom Träer auf das letztlich zu dekorierende
Substrat so übertragen, daß der Lack unter dem Farbdekor auf dem Substrat aufliegt.
Abschließend erfolgt dort eine weitere Vernetzung des Lackes auf dem Substrat.
[0005] Für die hier in Rede stehende Technik der Farbdekorierung kommt es bei einer Vielzahl
von Anwendungen darauf an, das Substrat in geeigneter Weise mit einem Lack zu grundieren.
[0006] Die vorliegende Erfindung hat das Ziel, ein Verfahren zum Auftragen eines Farbdekors
auf ein Substrat der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß eine Grundierung
des Substrates mit sehr guter Haft- und Abdeckwirkung erreicht wird. Weiterhin soll
das Verfahren dekorierte Substrate (Gegenstände) liefern, die einen sehr guten optischen
Eindruck der Dekoration zeigen, insbesondere eine Tiefenwirkung der Farbgebung, eine
gute Haftung der aufgetragenen Farb- bzw. Lackschichten untereinander und auch eine
hohe Kratz- und Abriebfestigkeit einer die Farbdekorierung abdeckenden Lackschicht.
[0007] Gemäß einer ersten Variante der Erfindung wird ein Verfahren mit folgenden Schritten
bereitgestellt:
a) Ein Farbdekor wird auf einen flächigen Träger mit "Release"-Eigenschaft aufgebracht,
b) über das auf den Träger aufgebrachte Farbdekor wird ein Lack aufgetragen,
c) der aufgetragene Lack wird teilvernetzt,
d) der teilvernetzte Lack mitsamt dem Farbdekor wird vom Träger auf das Substrat so
übertragen, daß der Lack unter dem Farbdekor auf dem Substrat aufliegt und der Träger
vom Farbdekor entfernt wird,
e) über das auf das Substrat übertragene Farbdekor wird eine obere Lackschicht aufgetragen,
und
f) die Lackschichten werden mittels Strahlung gehärtet.
[0008] Gemäß einer zweiten variante der Erfindung wird ein Verfahren mit folgenden Schritten
bereitgestellt:
a) Ein Farbdekor wird auf einen flächigen Träger mit "Release"-Eigenschaft aufgebracht,
b) über das auf den Träger aufgebrachte Farbdekor wird eine Kleberschicht aufgetragen,
c) der aufgetragene Kleber wird getrocknet oder zumindest teilgetrocknet,
d) das Farbdekor mit dem gehärteten oder teilgehärteten Kleber wird so auf das Substrat
übertragen, daß der Kleber unter dem Farbdekor auf dem Substrat aufliegt und der Träger
vom Farbdekor entfernt wird,
e) über das auf das Substrat übertragene Farbdekor wird eine obere Lackschicht aufgetragen,
und
f) die obere Lackschicht wird gehärtet und dabei wird der Kleber durch Wärme aktiviert,
um eine vollständige Verklebung mit dem Substrat zu erreichen.
[0009] Erfindungsgemäß wird bei allen zwei obigen Varianten der Erfindung bei oder nach
der Strahlungshärtung die obere Lackschicht mittels Strahlungshärtung mit Elektronenstrahl
erwärmt.
[0010] Des Weiteren wird erfindungsgemäß bei allen zwei obigen Varianten der Erfindung die
Erwärmung der oberen Lackschicht mit einem Heißgasstrahl durchgeführt, der zumindest
in einer Richtung eine Abmessung (Breite) hat, die klein ist im Vergleich zur Abmessung
des Farbdekors und der Lackschicht, des Lacks bzw. der Klebeschicht in dieser Richtung.
[0011] Für das Farbdekor werden bei allen Varianten der Erfindung bevorzugt diffundierbare
Dispersionsfarbstoffe verwendet, d.h. das Farbdekor weist derartige Dispersionsfarbstoffe
auf.
[0012] vorzugsweise wird der Heißgasstrahl in Form eines Heißgasmessers über die obere Lackschicht
geführt, und zwar derart, daß die Temperatur des Heißgasstrahls und eine Relativbewegung
zwischen dem Heißgasstrahl und dem Substrat so gesteuert werden, daß im wesentlichen
nur die obere Lackschicht wirksam erwärmt wird.
[0013] Weiterhin ist es bei der ersten Variante der Erfindung bevorzugt, daß der Lack ein
Grundierungslack ist.
[0014] Die Teilvernetzung des Lacks gemäß Schritt c) der ersten Variante der Erfindung wird
bevorzugt mit UV-Strahlung durchgeführt.
[0015] Dabei ist bevorzugt vorgesehen, daß der Heißgasstrahl auf eine Temperatur erhitzt
wird, bei der er bewirkt oder zumindest fördert, daß Farbstoff des Farbdekors in die
über ihm liegende Lackschicht diffundiert. Hierdurch wird insbesondere eine sehr gute
ästhetische Wirkung des dekorierten Produktes erreicht, insbesondere eine gewisse
Tiefenwirkung der Farbgebung. Die Farbstoffmoleküle diffundieren unterschiedliche
Strecken, je nach Molekulargewicht, in den darüberliegenden Lack, was den optischen
Eindruck der Dekoration positiv beeinflußt.
[0016] Die Haftung der Schichten untereinander und auch die mechanischen Eigenschaften der
aufgetragenen Lack- und Farbstoffschichten können gemäß einer weiteren bevorzugten
Ausgestaltung der Erfindung dadurch gefördert werden, daß der Heißgasstrahl beim Auftreffen
auf die obere Lackschicht die Form eines Messers hat und linienförmig über die obere
Lackschicht geführt wird. Insbesondere kann mit dieser Technik eine genau gezielte
Temperaturerhöhung für eine bestimmte Zeitspanne bis zu einer bestimmten Tiefe der
Schichten erreicht werden, ohne daß der darunterliegende Lack bzw. Klebeschicht auf
die gleiche Temperatur erhöht wird wie die obere Lackschicht auf dem Substrat. Hierdurch
kann die Diffusion der Farbstoffmoleküle in gewünschter Weise gesteuert werden, nämlich
insbesondere in die über der Farbstofflicht liegende Lackschicht, für die deshalb
insbesondere ein Transparent-Lack oder ein zumindest weitgehend transparenter oder
weißer Lack vorgesehen ist.
[0017] Bei der farbigen Dekorierung und Lackierung von Produkten sind häufig die Rand- und
Kantenbereiche des Produktes kritisch. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
wird die Qualität der lackierten Dekorierung insbesondere im Kantenbereich dadurch
gefördert, daß der linienförmige Heißgasstrahl (insbesondere Heißluftstrahl) so geführt
wird, daß er die betroffene Kante bzw. den Rand des Substrates mit den daraufliegenden,
die Kante überdeckenden Farb- und Lackschichten erfaßt, also z. B. bei einer rechtwinkligen
Kante auf beide Flächen gleichermaßen einwirkt.
[0018] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- schematisch einen Träger mit "Release"-Eigenschaft und darauf aufgebrachter Farbdekorschicht
sowie daraufliegender Lackschicht;
- Figur 2
- ein zu dekorierendes Substrat mit daraufliegenden Lack-, Farb- und Lackschichten;
- Figur 3
- schematisch eine Abwandlung des Ausführungsbeispieles gemäß den Figuren 1 und 2, bei
der ein Kleber statt einer Lackschicht verwendet wird; und
[0019] Figur 1 zeigt einen Träger 10 mit "Release"-Eigenschaften. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel
handelt es sich um einen Polyesterfilm.
[0020] Auf den Träger 10 ist ein Farbdekor 12 aufgedruckt, z. B. mit Rotationsdruck oder
Digitaldruck. Die zur Verfügung stehenden Drucktechniken sind als solche dem Fachmann
bekannt.
[0021] Auf das Farbdekor 12 wird eine erste Lackschicht 14 aufgetragen. Beim Ausführungsbeispiel
wird ein Lack gewählt, der als Grundlack für das letztlich zu dekorierende Substrat
geeignet ist, also die Oberflächenstruktur des Substrates in der gewünschten Weise
so abdeckt, daß eine gute Haftung aller aufgetragenen Lack- und Farbschichten am Substrat
erreicht 'ist. Die Lackschicht kann transparent oder gefärbt sein. Weiterhin kann
insbesondere die zu unterst auf dem Substrat aufgetragene Lackschicht bevorzugt eine
Basisfarbe für das darüberliegende Dekor sein. Wenn z.B. das Dekor nußbaumartig sein
soll, kann die Grundfarbe einer der Lackschichten oder auch beider Lackschichten braun
sein. Weiterhin kann vorgesehen sein, daß die Lackschichten, besonders die untere
Lackschicht am Substrat, haftvermittelnde Eigenschaften hat. Auch kann die Grund-Lackschicht
hinsichtlich des Auftragsgewichtes so gewählt werden, daß Unebenheiten, Risse, Löcher
etc. im Substrat ausgeglichen werden. Weiterhin kann die Grund-Lackschicht Klebeeigenschaften
haben, insbesondere kann es sich bei der Grund-Lackschicht insgesamt um einen Kleber
handeln.
[0022] Als Lacke können insbesondere eingesetzt werden Acryllack, Polyurethanlack, Polyesterlack
und dergleichen. Insbesondere werden wasserlösliche Lacke verwendet, vorzugsweise
keine Lacke mit Lösungsmittel.
[0023] Der auf das Farbdekor 12 aufgetragene Lack 14 wird einer sog. Teilvernetzung unterzogen.
Eine "Teilvernetzung" bedeutet, daß der Lack noch nicht vollständig einer Vernetzung
unterzogen wird, sondern nur teilweise, so daß später'noch eine vollständige Vernetzung
ermöglicht ist. Die Vernetzung von Lacken ist dem Fachmann als solches bekannt. Eine
Vernetzung kann z. B. mit erhöhten Temperaturen, insbesondere mittels Infrarotstrahlern
durchgeführt werden. Die Vernetzung wird durch sog. Härter gefördert. Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel wird zur Erreichung einer anschließenden guten Grundierung des
zu dekorierenden Substrates und einer guten Haftung der Schichten die Teilvernetzung
der ersten Lackschicht 14 mit UV-Strahlung 16 durchgeführt.
[0024] Nach der Teilvernetzung wird das so vorbereitete System aus Träger 10, draufliegender
Farbdekorschicht 12 und daraufliegender teilvernetzter erster Lackschicht 14 auf ein
zu dekorierendes Substrat 18 gelegt, um die Lackschicht 14 und das Farbdekor 12 auf
das Substrat 18 zu übertragen. Dabei liegt die Lackschicht 14 zu unterst direkt auf
dem Substrat 18, wie in Figur 2 gezeigt ist. Die Übertragung erfolgt mit der eingangs
erläuterten "Release"-Technik. Die erste Lackschicht 14 dient als Grundierung des
Substrates 18.
[0025] Über die so übertragenen Lack- und Farbstoffschichten 14, 12 wird eine zweite Lackschicht
20 aufgetragen. Für die zweite Lackschicht 20 können die obengenannten Lackarten Verwendung
finden, insbesondere ein Transparent-Lack oder ein (leicht) weiß gefärbter Lack.
[0026] Die Decklackschicht 20 wird relativ dick gewählt, insbesondere im Bereich von 40
bis 120 µm, besonders bevorzugt im Bereich von 60 bis 100 µm. Diese Stärken der Lackschicht
20 haben Bedeutung für die weiter unten beschriebene Diffusion der Farbstoffmoleküle.
[0027] Nach dem Auftrag der zweiten Läckschicht 20 erfolgt eine Elektronenstrahlhärtung.
In Figur 2 ist der Elektronenstrahl mit dem Bezugszeichen 22 schematisch angedeutet.
Eine Lackhärtung mit Elektronenstrahl (ESH) ist als solche dem Fachmann geläufig.
[0028] Die Lackhärtung wird so durchgeführt, daß im wesentlichen beide Lackschichten 14,
20 durchgehärtet werden.
[0029] Bezüglich der verwendeten Lacke gilt allgemein Folgendes:
a) Zumindest einer der genannten Lacke kann thermoplastischer Natur sein. In diesem
Fall wird er nicht mit Strahlung teilvernetzt, sondern thermisch getrocknet oder angetrocknet,
bevor die Übertragung auf das zu dekorierende Substrat erfolgt. Im Falle einer thermischen
Trocknung oder Antrocknung "schmilzt" der Lack (ggf. leicht) an und beim Aufpressen
und Erwärmen verbindet er sich mit dem Substrat bzw. haftet gut auf dem Substrat.
Bei einem thermisch trocknenden (härtenden) Lack ist in der Regel eine Nachhärtung
mit Strahlung nicht sehr effektiv.
Als solche Lacke kommen insbesondere in Betracht thermoplastische Bindemittelsysteme,
also z.B. Acryllacke, PU-Lacke, Polyesterlacke etc., und zwar in wäßriger, lösungsmittelhaltiger
Form oder in reiner Form. Solche Lacke können auch sogenannte Härter enthalten.
b) Andererseits kann, wie oben anhand des Ausführungsbeispieles näher beschrieben,
der Lack strahlenvernetzbar sein. In diesem Falle wird er mit UV teilvernetzt und
nach dem Aufbringen auf das Substrat wieder mit Strahlung weitervernetzt, vorzugsweise
mit Elektronenstrahl. Der Lack kann in diesem Falle gemäß einem radikalischen oder
einem kationischen Mechanismus härten und es können die jeweils bekannten Bindemittel
eingesetzt werden.
c) Weiterhin kann der Lack im eigentlichen Sinn ein Kleber sein. In Betracht kommen
sowohl thermisch härtende Kleber oder strahlungshärtende Kleber. Im ersten Fall erfolgt
die Verarbeitung wie vorstehend unter a) angegeben ist. Im zweiten Fall (strahlenhärtend)
kann die oben beschriebene Teilvernetzung bzw. die Vollvernetzung mit Strahlung durchgeführt
werden, wobei die klebenden Eigenschaften bei der Teilvernetzung erhalten bleiben.
Die Vollvernetzung kann mit ESH durchgeführt werden.
[0030] In den vorstehenden Fällen b) und c) können die Lacke ebenfalls in wäßriger, lösungsmittelhaltiger
oder in 100 %-iger Form auf die Farbe aufgebracht werden.
[0031] Nach der ESH wird ein sog. "Heißluftmesser" eingesetzt. Dabei handelt es sich um
einen Heißluftstrahl, der aus einer Düse 24 direkt auf die oberste Lackschicht 20
aufgebracht wird. Hierzu strömt Heißluft 26 durch Die Düse 24. Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel ist der Heißluftstrahl "messerförmig", d. h. er hat die Form einer
Linie, die senkrecht zur Zeichnungsebene steht und sich bevorzugt über die gesamte
Breite der Lack- und Farbstoffschichten sowie des Substrates 18 erstreckt. Ein solches
"Heißluftmesser" kann entsprechend dem Pfeil 28 relativ zum Substrat 18 mit den daraufliegenden
Lack- und Farbstoffschichten bewegt werden.
[0032] Ein solches "Heißluftmesser" 24, 26 kann beim hier angewandten Prozeß in verschiedener
Weise förderlich eingesetzt werden. Zunächst kann das Heißluftmesser dazu dienen,
die Übertragung des Farbdekors 12 mit der teilvernetzten Lackschicht 14 vom Träger
10 auf das Substrat 18 (also den Übergang von Figur 1 zu Figur 2) zu fördern. Dabei
kann mit dem Heißluftmesser zunächst der bei diesem Vorgang obenaufliegende Träger
10 mit den darunterliegenden Farb- und Lackschichten 12, 14 gegen das Substrat 18
gedrückt werden. Streicht das Heißluftmesser über den Träger 10, erfolgt eine ganzflächige,
gleichmäßige Anlage und der teilvernetzte Lack wird gegen das Substrat 10 gedrückt
und seine Haftwirkung am Substrat gefördert. Dies erleichtert das Abziehen ("Abpellen")
des Träges 10.
[0033] Besonders förderlich für die hier angewandte Dekorationstechnik ist der Einsatz des
Heißluftmessers 24, 26 nach der Elektronenstrahlhärtung der Lackschichten 14, 20.
Mit dem Heißluftmesser kann die Temperatur der oberen Lackschicht 20 und der darunterliegenden
Farbstoffschicht 12 gezielt kurzzeitig so erhöht werden, daß ein deutlicher Temperaturgradient
von oben nach unten gegeben ist, d. h. die oberste Lackschicht 20 ist heißer als die
untere Lackschicht 14. Dies bewirkt, daß die Farbstoffmoleküle aus der Farbdekorschicht
12 in die obere Lackschicht 20 diffundieren. Bei diffundierbaren Dispersionsfarbstoffen
hängt die Farbe und damit die Diffusionsgeschwindigkeit des Farbstoffes in der Regel
vom Molekulargewicht ab. Grob gesagt haben z. B. gelbe Farben ein typisches Molekulargewicht
von 200 bis 300, rot von 250 bis 350, blau von 300 bis 400 und schwarz von 350 bis
500. Dies hat zur Folge, daß bei der vorstehend beschriebenen Thermo-Diffusion die
hellen Farbstoffe, wie gelb, weiter diffundieren als die dunkleren Farbstoffe, wie
z. B. blau oder schwarz. Hierdurch wird eine 3-dimensionale Tiefenwirkung der Farbdekorierung
erreicht. Die obengenannten Stärken für die obere Lackschicht 20 ermöglichen diese
Tiefenwirkung aufgrund unterschiedlicher Diffusionsstrecken der einzelnen Farbstoffmoleküle.
[0034] Besonders das genannte Heißluftmesser ist für diesen Prozeß geeignet, weil es eine
kurzzeitige sehr gezielte Temperaturerhöhung mit dem genannten Temperaturgradienten
ermöglicht. Die Temperatur der Heißluft 26 und die Geschwindigkeit der Relativbewegung
zwischen Düse 24 und Substrat 18 mit den daraufliegenden Lack- und Farbstoffschichten
wird so eingestellt, daß der vorstehend erläuterte Effekt erzielt wird. Das lokal
begrenzte Heißluftmesser ermöglicht eine kurzzeitige Temperaturerhöhung mit Temperaturgradienten,
ohne daß sofort eine vollständig gleichmäßige Verteilung der Erwärmung auftritt, d.
h. ohne daß sich eine gleichmäßige Temperaturverteilung in den Lack- und Farbstoffschichten
einstellt, bevor die oben beschriebene gezielte Diffusion der Farbstoffmoleküle in
die oberste Lackschicht 20 im wesentlichen erreicht ist.
[0035] Wie gesagt, ist die Düse 24 so geformt, daß der Heißluftstrahl in Form einer langgestreckten
Linie auf die oberste Lackschicht 20 trifft. Dies ermöglicht insbesondere eine qualitativ
gute Dekorierung des Substrates 18 im besonders kritischen Kantenbereich 30. Dazu
wird der linienförmige Heißluftstrahl (das "Heißluftmesser") schräg über den Kantenbereich
30 geführt, so daß auf beiden Kantenflächen eine gleichmäßige Druck- und Temperatureinwirkung
durch den Gasstrahl gegeben ist. Es können auch mehrere Heißluftmesser gleichzeitig
mit unterschiedlichen Winkeln eingesetzt werden.
[0036] Figur 3 zeigt eine Abwandlung des vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispieles
der Erfindung, wobei statt der ersten, auf dem Substrat zu Liegen kommenden Lackschicht
nun eine Kleberschicht 14a verwendet wird. Es können z. B. Kleber auf Wasser- oder
Lösungsmittelbasis verwendet werden. In Betracht kommen z.B. Polyurethan-Kleber oder
auch Kleber auf Acrylatbasis.
[0037] Das Verfahren läuft ansonsten analog dem vorstehend anhand der Figuren 1 und 2 beschriebenen
Verfahren, d. h. auf einen Träger (in Figur 3 nicht gezeigt) mit "Release"-Eigenschaft
wird zunächst ein Farbdekor der genannten Art aufgetragen und darüber die Kleberschicht
14a. Die Kleberschicht 14a wird dann getrocknet oder zumindest teilweise getrocknet
und mittels der "Release"-Technik werden dann das Farbdekor 12 und die darunterliegende
Kleberschicht 14a auf das zu dekorierende Substrat 13 übertragen, wobei die Kleberschicht
14a zu unterst auf dem Substrat liegt, wie in Figur 3 dargestellt ist. Dann kann eine
Lackschicht 20a über das Farbdekor 12 aufgetragen werden. Beim Härten der Lackschicht
kann gleichzeitig auch der Kleber aktiviert werden, z. B. durch Wärme. Dies ist in
der Klebertechnik als solches bekannt.
1. Verfahren zum Aufbringen eines Farbdekors (12) auf ein Substrat (18), mit folgenden
Schritten:
a) ein Farbdekor (12) wird auf einen flächigen Träger (10) mit "Release"-Eigenschaft
aufgebracht,
b) über das auf den Träger (10) aufgebrachte Farbdekor (12) wird ein Lack (14) aufgetragen,
c) der aufgetragene Lack (14) wird teilvernetzt,
d) der teilvernetzte Lack (14) mitsamt dem Farbdekor (12) wird vom Träger (10) auf
das Substrat (18) so übertragen, daß der Lack (14) unter dem Farbdekor (12) auf dem
Substrat (18) aufliegt und der Träger (10) vom Farbdekor (12) entfernt wird,
e) über das auf das Substrat (18) übertragene Farbdekor (12) wird eine obere Lackschicht
(20) aufgetragen, und
f) der Lack (14) und die Lackschicht (20) werden vollständig gehärtet,
dadurch gekennzeichnet, dass
g) zur Härtung der oberen Lackschicht (20) eine Härtung mit Elektronenstrahl (22)
durchgeführt wird, und
h) eine Erwärmung der oberen Lackschicht (20) mit einem Heißgasstrahl (26) durchgeführt
wird, der zumindest in einer Richtung eine Abmessung (Breite) hat, die im Vergleich
zur Abmessung des Farbdekors (12) und der oberen Lackschicht (20) in dieser Richtung
klein ist.
2. Verfahren zum Aufbringen eines Farbdekors (12) auf ein Substrat (18), mit folgenden
Schritten:
a) ein Farbdekor (12) wird auf einen flächigen Träger (10) mit "Release"-Eigenschaft
aufgebracht,
b) über das auf den Träger (10) aufgebrachte Farbdekor (12) wird eine Kleberschicht
(14a) aufgetragen,
c) die aufgetragene Kleberschicht (14a) wird getrocknet oder zumindest teilgetrocknet,
d) das Farbdekor (12) mit der getrockneten oder teilgetrocknete Kleberschicht (14a)
wird vom Träger (10) so auf das Substrat (18) übertragen, daß die Kleberschicht (14a)
unter dem Farbdekor (12) auf dem Substrat (18) aufliegt und der Träger (10) vom Farbdekor
(12) entfernt wird,
e) über das auf das Substrat (18) übertragene Farbdekor (12) wird eine obere Lackschicht
(20a) aufgetragen, und
f) die obere Lackschicht (20a) wird gehärtet und die Kleberschicht (14a) wird aktiviert,
um eine vollständige Verklebung mit dem Substrat (18) zu erreichen,
dadurch gekennzeichnet, dass
g) zur Härtung der oberen Lackschicht (20a) eine Härtung mit Elektronenstrahl (22)
durchgeführt wird, und
h) eine Erwärmung der oberen Lackschicht (20a) mit einem Heißgasstrahl (26) durchgeführt
wird, der zumindest in einer Richtung eine Abmessung (Breite) hat, die im Vergleich
zur Abmessung des Farbdekors (12) und der oberen Lackschicht (20a) in dieser Richtung
klein ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Relativbewegung (28) zwischen dem Heißgasstrahl (26) und dem Substrat (18) durchgeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Lack (14) ein Grundierungslack ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Teilvernetzung gemäß Schritt c) mit UV-Strahlung durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß
der Heißgasstrahl (26) auf eine Temperatur erhitzt wird, bei der er bewirkt oder zumindest
fördert, daß Farbstoff des Farbdekors (12) in die obere Lackschicht (20, 20a) diffundiert.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Temperatur des Heißgasstrahls (26) und eine Relativbewegung (28) zwischen dem
Heißgasstrahl (26) und dem Substrat (18) so gesteuert werden, daß im Wesentlichen
nur die obere Lackschicht (20, 20a) wirksam erwärmt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Heißgasstrahl (26) zumindest eine Kante des Substrates (18) mit den daraufliegenden,
die Kante überdeckenden Farb- und Lackschichten (12, 14, 20, 20a) erfaßt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der Heißgasstrahl (26) beim Auftreffen auf die obere Lackschicht (20, 20a) die Form
eines Messers hat und linienförmig über die obere Lackschicht (20, 20a) geführt wird.
1. A method of applying a coloured decoration (12) to a substrate (18), comprising the
following steps:
a) a coloured decoration (12) is applied to a sheetlike support (10) having a release
characteristic;
b) a coating material (14) is applied over the coloured decoration (12) applied to
the support (10);
c) the applied coating material (14) is partially crosslinked;
d) the partially crosslinked coating material (14) together with the coloured decoration
(12) is transferred from the support (10) to the substrate (18) in such a way that
the coating material (14) lies on the substrate (18) beneath the coloured decoration
(12), and the support (10) is removed from the coloured decoration (12);
e) an upper coating film (20) is applied over the coloured decoration (12) transferred
to the substrate (18), and
f) the coating material (14) and the coating film (20) are cured completely,
characterised in that
g) for curing of the upper coating film (20) a curing with electron beam (22) is carried
out and
h) heating of the upper coating film (20) is performed with a hot gas jet (26) which,
at least in one direction, has a dimension (width) that is small in this direction
as compared to the dimension of the coloured decoration (12) and the upper coating
film (20).
2. The method of applying a coloured decoration (12) to a substrate (18), comprising
the following steps:
a) a coloured decoration (12) is applied to a sheetlike support (10) having a release
characteristic;
b) an adhesive film (14a) is applied over the coloured decoration (12) applied to
the support (10);
c) the applied adhesive film (14a) is dried or at least partially dried;
d) the coloured decoration (12) with the cured or partially cured adhesive (14a) is
transferred from the support (10) to the substrate (18) in such a way that the adhesive
film (14a) lies on the substrate (18) beneath the coloured decoration (12), and the
support (10) is removed from the coloured decoration (12);
e) an upper coating film (20a) is applied over the coloured decoration (12) transferred
to the substrate (18), and
f) the upper coating film (20a) is cured and the adhesive film (14a) is activated
so as to achieve complete bonding to the substrate (18),
characterised in that
g) for curing of the upper coating film (20) a curing with electron beam (22) is carried
out and
h) heating of the upper coating film (20) is performed with a hot gas jet (26) which,
at least in one direction, has a dimension (width) that is small in this direction
as compared to the dimension of the coloured decoration (12) and the upper coating
film (20).
3. The method according to one of Claims 1 or 2, characterized in that
a relative movement (28) is carried out between the hot gas jet (26) and the substrate
(18).
4. The method according to Claim 1, characterized in that
the coating material (14) is a primer coating material.
5. The method according to Claim 1, characterized in that
the partial crosslinking of step c) is carried out with UV radiation.
6. The method according to Claim 1 or 2, characterized in that
the hot gas jet (26) is heated to a temperature at which is causes, or at least assists,
the dye of the coloured decoration (12) to diffuse into the upper coating film (20,
20a).
7. The method according to Claim 6, characterized in that
the temperature of the hot gas jet (24) and a relative movement (28) between the hot
gas jet (26) and the substrate (18) are controlled in such a way that essentially
only the upper coating film (20) is effectively heated.
8. The method according to Claim 7, characterized in that
the gas jet (26) contacts at least one edge of the substrate (18) with the overlying
dye and coating films (12, 14, 20, 20a) which cover the edge.
9. The method according to Claim 8, characterized in that
when it impinges on the topmost coating film (20) the gas jet has the form of a knife
and is guided linearly over the upper coating film.
1. Procédé pour appliquer un décor en couleur (12) sur un substrat (18), comprenant les
étapes suivantes :
a) application d'un décor en couleur (12) sur un support surfacique (10) à propriété
de détachement ;
b) application d'une laque (14) sur le décor en couleur (12) posé sur le support (10)
;
c) réticulation partielle de la laque appliquée (14) ;
d) transmission de la laque réticulée partiellement (14) conjointement avec le décor
en couleur (12), depuis le support (10) jusque sur le substrat (18), de sorte que
la laque (14) est posée sous le décor en couleur (12) sur le substrat (18) et le support
(10) est enlevé du décor en couleur (12) ;
e) application d'une couche de laque supérieure (20) sur le décor en couleur (12)
transmis sur le substrat (18) ; et
f) durcissement intégral de la laque (14) et de la couche de laque (20) ;
caractérisé en ce que :
g) un durcissement par faisceau électronique (22) est exécuté pour durcir la couche
de laque supérieure (20) ; et
h) un réchauffement de la couche de laque supérieure (20) est exécuté avec un jet
de gaz chaud (26) qui possède au moins dans une direction une dimension (largeur)
qui est petite en comparaison à la dimension du décor en couleur (12) et de la couche
de laque supérieure (20).
2. Procédé pour appliquer un décor en couleur (12) sur un substrat (18), comprenant les
étapes suivantes :
a) application d'un décor en couleur (12) sur un support surfacique (10) à propriété
de détachement ;
b) application d'une couche de colle (14a) sur le décor en couleur (12) posé sur le
support (10) ;
c) séchage ou séchage au moins partiel de la couche de colle appliquée (14a) ;
d) transmission du décor en couleur (12) avec la couche de colle (14a), séchée ou
séchée partiellement, depuis le support (10) jusque sur le substrat (18), de sorte
que la couche de colle (14a) est posée sous le décor en couleur (12) sur le substrat
(18), et le support (10) est enlevé du décor en couleur (12) ;
e) application d'une couche de laque supérieure (20a) sur le décor en couleur (12)
transmis sur le substrat (18) ; et
f) durcissement de la couche de laque supérieure (20a) et activation de la couche
de colle (14a) pour obtenir un collage intégral avec le substrat (18) ;
caractérisé en ce que :
g) un durcissement par faisceau électronique (22) est exécuté pour durcir la couche
de laque supérieure (20a) ; et
h) un réchauffement de la couche de laque supérieure (20a) est exécuté avec un jet
de gaz chaud (26) qui possède au moins dans une direction une dimension (largeur)
qui est petite en comparaison à la dimension du décor en couleur (12) et de la couche
de laque supérieure (20a) dans cette direction.
3. Procédé selon l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'un mouvement relatif (28) est exécuté entre le jet de gaz chaud (26) et le substrat
(18).
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la laque (14) est une laque d'apprêt.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la réticulation partielle de l'étape c) est exécutée avec des rayons ultraviolets.
6. Procédé selon l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que le jet de gaz chaud (26) est échauffé à une température à laquelle il provoque, ou
du moins favorise, la diffusion du colorant du décor en couleur (12) dans la couche
de laque supérieure (20, 20a).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que la température du jet de gaz chaud (26) et un mouvement relatif (28) entre le jet
de gaz chaud (26) et le substrat (18) sont ainsi commandés que sensiblement seule
la couche de laque supérieure (20, 20a) est échauffée avec efficacité.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que le jet de gaz chaud (26) atteint au moins une bordure du substrat (18) avec les couches
de laque et de peinture (12, 14, 20, 20a), appliquées sur le substrat et recouvrant
la bordure.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que le jet de gaz chaud (26) a la forme d'une lame lors qu'il atteint la couche de laque
supérieure (20, 20a) et est guidé en forme de lignes sur la couche de laque supérieure
(20, 20a).