[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Hochdruck-Sensoren, wie sie z.B. in Einspritzsystemen
von Verbrennungsmotoren oder Flüssigkeitsstrahl-Schneidemaschinen usw., insbesondere
wo pulsierende hydraulische Drücke mit Spitzenwerten von tausenden von bar zu messen
oder zu kontrollieren sind.
[0002] Im besonderen bezieht sich die Erfindung auf Überwachungssysteme von Dieselmotoren,
wo im Dauerbetrieb Spitzenwerte von 2000 bis 3000 bar zu messen sind.
[0003] Durch die Leistungssteigerung, die fast ausnahmslos mit Turboaufladung gekoppelt
ist, sind immer grössere Brennstoffmengen in immer kürzerer Zeit zu verbrennen, wodurch
in den letzten Jahren die Einspritzdrücke kontinuierlich gesteigert werden mussten.
So sind heute Hochleistungsmotoren mit 3000 bar Einspritzdruck bekannt.
[0004] In den sogenannten Common Rail Systemen von Personenwagen Dieselmotoren, werden z.Z.
Spitzendrücke von max. 1500 bar verwendet. Für die Überwachung solcher Anlagen sind
eine Reihe von Hochdruck-Sensoren bekannt geworden, die in Fig. 1 bis 3 als Prior
Art dargestellt sind.
[0005] In den folgenden Fig. 4 bis 7 ist der Gedanke der Erfindung dargestellt.
[0006] Fig. 1 stellt einen handelsüblichen piezoresistiven-Hochdruck-Sensor dar, bestehend
aus den vier Hauptteilen: Gewindekörper 1, Messkopf 2, Membranteil 3, auf dem die
Messbrücke 4 aufgebracht ist.
[0007] In Fig. 2 ist der Gewindekörper 5, die Dichtpartie 6 und der Membranteil 7, auf dem
das kapazitive Messteil 8 gelagert ist, einstückig ausgeführt.
[0008] In Fig. 3 ist das Membranteil 11 mit der Dichtpartie 10 einstückig ausgeführt und
an der Dichtpartie 10 mit dem Gewindekörper 9 verschweisst. Die Messbrücke 12 besteht
aus einem Silikonelement, das auf dem Membranteil 11 aufgeglast ist. Die Prior Art
Drucksensoren sind z.Z. für max. Drücke von 1500 bar ausgelegt und im Einsatz.
[0009] Die Erfindung befasst sich jedoch mit Hochdruck-Sensoren für Dauerbetrieb mit Spitzenwerten
über 2000 bar, wo wesentliche härtere Anforderungen an Dichtpartie-Zuleitung und Membranteil
gestellt werden. Alle drei Konstruktionen der Prior Art konnten solchen Anforderungen
nicht genügen. Die Erfindungsgedanken sind in den Fig. 4 bis 7 als Beispiel dargestellt.
- Fig. 4
- zeigt schematisch den erfindungsgemässen Druckgeber im Schnitt,
- Fig. 5
- zeigt den Messkopf vor dem Innenschweissvorgang,
- Fig. 6
- zeigt denselben Messkopf nach dem Innenschweissvorgang und vor dem Aussenschweissvorgang,
- Fig. 7
- zeigt die fertige Verbindung zwischen Messkopf und Gewindeteil.
[0010] Der Hauptgedanke der Erfindung bezieht sich auf die Gesamtbetrachtung des hydraulischen
und mechanischen Teils, um eine dauerbetriebssichere Lösung, geeignet für Überwachungszwecke,
zu finden.
[0011] Druckspitzen in der Grössenordnung von 3500 bar müssen als Prüfwerte bei der Abnahmeprüfung
der Sensoren vorgesehen werden, um Dauerbetriebswerte von 2500 bar für zwei Service-Jahre
zu garantieren. Solche Prüfwerte liegen jedoch an der Elastizitätsgrenze von rostfreien
Hochleistungsstählen, die noch schweissbar sind. Die Gesamtheit der Probleme:
Membranpartie
Schweisspartie
Zuleitungspartie
Dichtpartie
sind alle auf die Materialgrenzen zu beziehen und sorgfältig aufeinander abzustimmen.
[0012] In Fig. 4 sind die Ziele der Erfindung schematisch dargestellt. Der Drucksensor besteht
aus den 6 Hauptteilen:
Gewindekörper |
16 |
Messkopf |
14 |
Membranpartie |
21 |
Messbrücke |
22 |
Dichtpartie |
20 |
Schweisspartie |
15 |
die alle bezüglich mechanisch zulässigen Materialspannungen aufeinander abgestimmt
sind.
[0013] Von überragender Bedeutung im Gesamtsystem ist die Gestaltung des Messkopfes 14.
Um befriedigende Signale der Messbrücke 22 zu gewährleisten, ist die Membranpartie
21 durch die Parameter ⌀ D
1, ⌀ D
3 und Dicke t bestimmt.
[0014] Um die hochgefährdete Schweisspartie 15 im zulässigen Materialfestigkeitsbereich
zu halten, ist der Druckkopf 23 mit dem Ø D
1 grösser als der Druckhals 24 mit Ø D
2. Damit wird erreicht, dass für
- das optimale Messsignal ⌀ D1 wirkt
- die minimale Materialspannung Ø D2 wirkt
und zwar beide im Quadrat der Differenz Ø D
1- ⌀ D
2.
[0015] Von grosser Bedeutung sind auch minimale Durchmesser d der Zuleitung 19 und der Dichtpartie
20, um minimale Materialspannungen zu erreichen.
[0016] Von Bedeutung ist auch die Herstellungsmöglichkeit eines ballonartigen Druckraumes,
bestehend aus dem Druckkopfteil 23 und dem Druckhalsteil 24. Die Durchmesser derselben,
deren Tiefe T und der Öffnungswinkel α sind wiederum so aufeinander abgestimmt, dass
sie mit modernen Bearbeitungsmethoden wirtschaftlich herstellbar sind. Dazu kommen
Zerspanungs- oder Elektroerosionsmethoden oder beide kombiniert in Frage.
[0017] Der weitere Teil der Erfindung richtet sich auf die Gestaltung der Schweisspartie
15, deren Ausführung massgebend ist für sicheren Dauerbetrieb des Drucksensors. Lange
Versuchsreihen haben gezeigt, dass Schweissspalte von innen, also von der Druckseite
her, unter allen Umständen verhindert werden müssen.
[0018] Fig. 5 zeigt den Aufschweissvorgang mittels Innenschweissung im Moment des Schweissbeginns.
Dazu ist der Gewindekörper 16 mit einem Schweisskonus 30 versehen, auf dem der Messkopf
14 mit der Halskante 31 aufsitzt. Die Dimensionen sind nach bekannten Vorschriften
der elektrischen Stumpfschweisstechnik ausgebildet, wobei der Messkopf 14 von der
Elektrode 32 gehaltert und elektrisch verbunden ist.
[0019] Während des Schweissvorgangs beginnt die Verschmelzung entlang der Schweisskonusfläche
30, wobei Druckhalsteil 24 und Schweisskonus 30 ineinanderfliessen, wobei der Schweissweg
S verbraucht wird.
[0020] Fig. 6 zeigt den Zustand nach der Innenschweissung, wobei der Schweissweg S durch
die Pressschweissung zum Aussen-Schweissspalt 36 reduziert wurde. Die Schweisszone
34 weist einen Übergangsradius 35 auf, der frei von Innenspalten ist. Damit finden
die Druckimpulse von Innen keine Angriffsflächen, die infolge Kerbwirkung zu Wanderrissen
führen können.
[0021] Der verbliebene Aussen-Schweissspalt 36 wird in einer weiteren Operation mit einer
Laser-, Gas- oder Elektronen-Strahlschweissung geschlossen.
[0022] Dieser Endzustand ist in Fig. 7 dargestellt,
nach Durchführung der Aussenschweissung, welche die Aussen-Schweisszone 37 ausbildet,
die auf die Innen-Schweisszone 34 übergreifen kann.
[0023] Mit der erfindungsgemässen Innen- und Aussenschweissung wird von innen die Wanderrissgefahr
und von aussen die mechanische Festigkeit der hochbelasteten Verbindung des Messkopfes
14 mit dem Gewindekörper 16 erreicht.
[0024] Die erfindungsgemässe Gestaltung des ballonartigen Druckmessraumes mit Druckkopfteil
23 und Druckhalsteil 24, mit der kombinierten Innenschweissung zur Verhinderung von
Wanderrissen von innen, und der Aussen-Schweissung, zur Gewährleistung der mechanischen
Festigkeit der Verbindung Messkopf 14 mit dem Gewindekörper 16 sowie dem kleinstmöglichen
Durchmesser d der Zuleitung 19, ist die Grundlage für einen Hochdruck-Sensor für Dauerbetrieb
mit Spitzendrücken bis 2500 bar geschaffen. Die Gestaltung der auf der Membranpartie
21 aufgebrachten Messbrücke 22 kann auf der Basis verschiedener bekannter Technologien
ausgeführt werden.
Referenzen
[0025]
Fig.
- 1
- Gewindekörper
- 2
- Messkopf
- 3
- Membranteil
- 4
- Messbrücke
Fig. 2
- 5
- Gewindekörper
- 6
- Dichtpartie
- 7
- Membranteil
- 8
- Messteil
Fig. 3
- 9
- Gewindekörper
- 10
- Dichtpartie
- 11
- Membranteil
- 12
- Messbrücke
Fig. 4
- 14
- Messkopf
- 15
- Schweisspartie
- 16
- Gewindekörper
- 17
- Schlüsselfläche
- 18
- Gewinde
- 19
- Zuleitung
- 20
- Dichtpartie
- 21
- Membranpartie
- 22
- Messbrücke
- 23
- Druckkopfteil
- ⌀ D1, ⌀ D3, t
- Membranparameter
- 24
- Druckhalsteil
- ⌀d
- Zuleitungs-Durchmesser
- α
- Öffnungswinkel des Ballons
Fig. 5
- 30
- Schweisskonus
- 31
- Halskante
- 32
- Elektrode
- S
- Schweissweg
Fig. 6
- 34
- Innen-Schweisszone
- 35
- Übergangsradius
- 36
- Aussen-Schweissspalt
Fig. 7
- 37
- Aussen-Schweisszone
1. Hochdruck-Sensor, insbesondere zur Messung von pulsierenden Drücken hydraulischer
Systeme, vorzugsweise im Bereich von über 2000 bar Spitzenwerten, dadurch gekennzeichnet,
dass der Messdruckraum ballonartig gestaltet ist und in einen Druckkopfteil (23) mit
grösserem Durchmesser (⌀ D1) und einem Druckhalsteil (24) mit kleinerem Durchmesser (⌀ D2) aufgeteilt ist und mittels Schweissung (15) mit dem Gewindekörper (16) verbunden
ist.
2. Hochdruck-Sensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung des
Messkopfes (14) mit dem Gewindekörper (16) derart gestaltet ist, dass sie von der
Druckseite her frei von Schweissspalten ist, welche infolge Kerbwirkung zu Wanderrissen
führen.
3. Hochdruck-Sensor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische
Strukturverbindung des Messkopfes (14) mit dem Gewindekörper (16) mit einer Aussenschweissung
(37) durchgeführt ist, die eine Elektronenstrahl-, Schutzgas- oder Laserschweissung
sein kann.
4. Hochdruck-Sensor nach einem der Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Verbindung zwischen Messkopf (14) und Gewindekörper (16) mittels Doppelschweissung
in zwei Stufen sichergestellt ist, wobei zuerst mittels Elektrostauchschweissung die
Innenschweissung, mittels Elektronenstrahl-, Schutzgas- oder Laserschweissung anschliessend
die Aussenschweissung erstellt wird.
5. Hochdruck-Sensor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenschweissung
über einen Schweisskonus (30) erfolgt, der am Gewindekörper (16) angedreht ist, und
über die Halskante (31) so durchgeführt wird, dass durch Schweissstrom und Presskraft
P auf die Elektrode (32) ein Schweissweg (S) zurückgelegt wird, der Flüssigmaterial
so verdrängt, dass ein spaltfeier Übergangsradius (35) entsteht.
6. Hochdruck-Sensor nach Ansprüchen 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussenschweisszone
(37) und die Innenschweisszone (34) teilweise überlappen, sodass im ganzen Verbindungsteil
zwischen Messkopf (14) und Gewindekörper (16) eine verbindende Zone aus Schweissmaterial
besteht.
7. Hochdruck-Sensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Messkopf (14) und Gewindekörper
(16) mit nur einer Schweissung verbunden sind.
8. Hochdruck-Sensor nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der
Gewindekörper (16) mit einer kleinstmöglichen Durchgangsbohrung vom Durchmesser (⌀
d) ausgeführt ist.
9. Hochdruck-Sensor nach Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtpartie
(20) einstückig mit dem Gewindekörper (16) ausgeführt ist.