[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine
Vorrichtung gemäss Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0002] Es ist bekannt, die Schussabgabe einer Waffe zu detektieren, wobei dies insbesondere
bei automatischen Trefferanzeigen in Scheibenständen vorgenommen wird, um erkennen
zu können, ob der richtige Schütze auf die jeweilige Scheibe geschossen hat, oder
ob ein Schuss von einem anderen Schützen fälschlicherweise auf die nicht ihm zugeordnete
Scheibe abgegeben worden ist. Zur Erkennung der Schussabgabe ist es bekannt, bei grosskalibrigen
Waffen mit Infrarotsensoren das Mündungsfeuer zu detektieren und allenfalls zusätzlich
die Schallwellen der Schussabgabe mit einem Mikrofon zu erfassen. Bei kleinkalibrigen
Waffen, bei denen kein Mündungsfeuer detektierbar ist, erfolgt die Erkennung der Schussabgabe
nach Stand der Technik nur über die Detektion der Schallwellen. Bei nebeneinanderliegenden
Schiesslagern ist indes die sichere Detektion der Schallwellen nicht einfach, da auch
reflektierte Schallwellen benachbarter Schiesslager erfasst werden. Es ist versucht
worden, diese Probleme mit der Anordnung von zwei Mikrofonen pro Schiesslager bzw.
Schütze und der Berücksichtigung von Laufzeitdifferenzen zu lösen. Diese Lösung hat
sich als zuverlässig erwiesen, kann aber in seltenen Fällen trotzdem Fehldetektionen
ergeben. Solche Fehldetektionen - auch wenn höchst selten - sollten im wettkampfmässigen
Schiesssport, insbesondere bei internationalen Wettkämpfen, nicht auftreten.
[0003] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Erkennung der
Schussabgabe zu schaffen, bei welchem Fehldetektionen der Schussabgabe für alle im
Schiesssport verwendeten Kaliber mit Sicherheit nicht auftreten.
[0004] Diese Aufgabe wird bei dem Verfahren der eingangs genannten Art mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Dadurch, dass die Schussabgabeerkennung auf der Detektion des Projektils selber beruht
und nicht auf Sekundäreffekten, wie insbesondere Schall, ergibt sich eine Erkennungsmöglichkeit
die prinzipbedingt fehlerfrei sein kann, da der Durchtritt von Projektilen benachbarter
Schiesslager durch die Detektionsanordnung des jeweiligen Schiesslagers ausgeschlossen
werden kann.
[0006] Bevorzugterweise erfolgt die Detektion des Projektils durch einen Lichtvorhang. Weiter
ist es bevorzugt, wenn zusätzlich zur Durchtrittserkennung auch noch der Schall der
Schussabgabe als Schussabgabekriterium herangezogen wird.
[0007] Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, welche
die Schussabgabeerkennung für alle Kaliber fehlerfrei erlaubt.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.
[0009] Dadurch, dass die Detektionsanordnung den Durchtritt des Projektils erkennt und nicht
auf Sekundäreffekte abstellt, kann auch bei der Vorrichtung prinzipiell Fehlerfreiheit
erreicht werden.
[0010] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der einzigen Figur
erläutert. Diese zeigt schematisch die Abgabe eines Schusses sowie die Vorrichtung
zu deren Erkennung.
[0011] Die Figur zeigt in schematischer Darstellung den Lauf 7 einer Waffe, bei der es sich
z.B. um eine Kleinkaliberpistole, ein Kleinkalibergewehr oder eine sonstige zum Sportschiessen
benützte Waffe handeln kann. Die Waffe wird von einem Schützen bedient, der sich in
liegender oder kniender oder stehender Stellung im Schiesslager (in Schiessposition)
im Schiessstand befindet und auf ein mehr oder weniger weit entferntes Ziel (Zielscheibe)
des Schiessstandes Schüsse abgibt. In der Figur ist weiter das Projektil 1 dargestellt,
welches nach erfolgter Schussabgabe durch den Schützen den Lauf 7 verlassen hat. Mit
den Wellenfronten 6 sind die Schallwellen angegeben, welche von der Waffe (Mündungsknall)
und vom Projektil 1 ausgehen. Zur Detektion der Schussabgabe ist nun im gezeigten
Beispiel eine Detektionseinrichtung 2, 3 vorgesehen, welche am vorderen, zielscheibenseitigen
Ende des Schiesslagers und damit bei Schussposition des Schützen nahe der Mündung
der Waffe so angeordnet ist, dass das auf dem Weg zu den Zielscheiben befindliche
Projektil 1 die Detektionsanordnung 2, 3 durchfliegt. Die Detektionsanordnung ist
nun so ausgestaltet, dass sie auf das Projektil 1 selber bzw. auf dessen körperliche
Eigenschaften reagiert und nicht nur auf die ausgelösten Sekundärerscheinungen des
Schusses, insbesondere die Schallwellen oder das Mündungsfeuer. Im gezeigten Beispiel
wird durch die Detektionsanordnung 2, 3 ein lückenloser Vorhang 4 aus Licht erzeugt,
durch welchen das Projektil hindurchtritt und diesen kurzzeitig unterbricht. Der Lichtvorhang
wird vorliegend durch die seitlich der Flugachse des Projektils 1 liegenden Sendeund
Empfangseinheiten 2, 3 erzeugt, welche zu diesem Zweck mit einer Mehrzahl von Lichtsendern
und Lichtempfängern ausgerüstet sind, so dass ein lückenloser Lichtvorhang (aus sichtbarem
oder unsichtbarem Licht, z.B. Infrarotlicht) entsteht. Die Erzeugung des Lichtvorhanges
kann dabei durch an sich bekannte, handelsübliche Elemente erfolgen, welche vorzugsweise
von Laserlicht aussendenden Laserdioden und entsprechenden Empfangsdioden gebildet
werden. Vorzugsweise sind dabei beidseits der Projektilflugachse sowohl lichtaussendende
Dioden als auch lichtempfangende Dioden angeordnet, so dass sich eine von beiden Seiten
ausgehende lückenlose Anordnung von Lichtbändern ergibt, welche einander auch teilweise
oder ganz überlappen können. Die Lichtsender und die Lichtempfänger können dabei auf
einer streifenförmigen Platine in regelmässigen Abständen angeordnet sein und mittels
der Platine auch beschaltet sein. Diese Platinen sind in den gezeigten säulenförmigen
Gehäusen angeordnet. Auf diese Weise ergibt sich eine kostengünstige Herstellung der
Lichtsende- und Empfangseinheiten beidseits der Projektilflugachse.
[0012] Natürlich könnte der Lichtvorhang auch von oberhalb und unterhalb der Flugachse des
Projektils angeordneten Sende- und Empfangselementen erzeugt werden. Bevorzugt ist
indes die dargestellte Erzeugung durch seitlich beidseits der Flugachse angeordnete
Sende- und Empfangselemente. Beim Durchtritt des Projektils 1 durch den Lichtvorhang
wird für eine kurze Zeit im Mikrosekundenbereich der Lichtvorhang unterbrochen bzw.
eines oder mehrere der von den Laserdioden ausgesandten Lichtbänder wird für diese
kurze Zeit ganz oder teilweise unterbrochen. Der entsprechende kurzzeitige Lichtabfall
wird von den jeweils gegenüberliegenden Empfangsdioden in ein sich entsprechend änderndes
elektrisches Signal umgesetzt. Die Signale aller Empfangsdioden werden, einzeln oder
in Gruppen zusammengefasst, zu einer Detektionsschaltung 8 gegeben, welche die entsprechende
Änderung der Diodensignale detektiert. Die Leitungen von den Sende- und Empfangseinheiten
2, 3 zu der Schaltung 8 sind dabei in der Figur nur schematisch mit einer Linie bei
der Einheit 3 angegeben. Die Detektionsschaltung 8 kann weiter auch für die Speisung
der Laserdioden besorgt sein und allenfalls für eine Modulation des Laserlichts und
eine entsprechend darauf abgestimmte Detektion der Empfangsdiodensignale, um den Einfluss
von unmoduliertem Fremdlicht herabzusetzen. Die Detektionsschaltung 8 erzeugt aus
den Signalen der Empfangsdioden ein Schussabgabesignal 10, welches in der Zeichnung
symbolisch als Pulssignal dargestellt ist, und welches an eine an sich bekannte Steuer-
und Auswerteinheit 9 eines automatischen Trefferanzeigesystems abgegeben wird, welches,
da an sich bekannt, hier nicht weiter erläutert werden muss. Diese Steuer- und Auswerteinheit
verarbeitet das Schussabgabesignal 10 auf bekannte Weise weiter, um allfällige Fehlanzeigen
durch fehlerhaft auf falsche Scheiben abgegebene Schüsse zu unterdrücken oder als
Fehler anzuzeigen.
[0013] Die Detektionssschaltung 8 spricht zur Erzeugung des Schussabgabesignals 10 nur auf
kurzzeitige Änderungen ihres von den Empfangsdioden stammenden Eingangssignales an,
welche im zu erwartenden Zeitbereich eines den Lichtvorhang 4 durchfliegenden Projektils
liegen. Länger dauernde Unterbrechungen des Lichtvorhanges, wie sie z.B. durch ein
hindurchfliegendes Insekt hervorgerufen werden, welches nicht die Geschwindigkeit
des Projektils 1 erreichen kann, werden durch die Detektionssschaltung 8 nicht berücksichtigt
und führen nicht zur Abgabe eines Schussabgabesignales 10. Werden, wie bereits erwähnt,
mehrere Lichtvorhänge 4 hintereinander angeordnet, so kann die Detektionsschaltung
8 ferner in Betracht ziehen, ob alle Vorhänge 4 innerhalb der für die Projektilgeschwindigkeit
zu erwartenden Zeitdauer durchflogen bzw. unterbrochen worden sind und nur dann ein
Schussabgabesignal 10 erzeugen, wenn dies der Fall ist. Mit dem beschriebenen Verfahren
bzw. der Vorrichtung mit dem Lichtvorhang 4 ist es prinzipbedingt möglich eine fehlerfreie
Schussabgabeerkennung durchzuführen, da keine Einflüsse benachbarter Schiesslager
bzw. Waffen vorkommen können.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsart wird weiter, wie an sich bekannt, ein Mikrofon
5 eingesetzt, welches insbesondere die Schallwellen des Mündungsknalles registriert.
Das Ausgangssignal des Mikrofons 5 kann ebenfalls auf die Detektionsschaltung 8 gegeben
werden. Diese analysiert dann, ob nach der Unterbrechung des Lichtvorhangs innerhalb
eines vorgegebenen Zeitfensters ein Schallereignis am Mikrofon 5 eintrifft, welches
zum vorgegebenen und an der Detektionsschaltung 8 einstellbaren Waffentyp passt. Ein
Schussabgabesignal wird dann nur erzeugt, wenn beide Ereignisdetektionen, sowohl am
Lichtvorhang 4 als auch durch das Mikrofon 5 eine erfolgte Schussabgabe anzeigen.
Durch die Verknüpfung beider Ereignisse kann die Wahrscheinlichkeit von Fehlanzeigen
weiter herabgesetzt werden. Diese Verknüpfung könnte auch in der Anordnung 9 erfolgen,
wenn das Mikrofonsignal nicht zur Schaltung 8 geführt wird, sondern separat ausgewertet
wird. Ein Signal zur Verknüpfung mit dem Signal des Lichtvorhanges könnte für solche
Waffen, bei denen ein Mündungsfeuer sichtbar ist, auch aus der bekannten Detektion
desselben gewonnen werden. Dieses Signal wird dann anstelle des Mikrofonsignals wie
oben beschrieben zur Verknüpfung herangezogen. Es ist auch möglich, ein solches Signale
zusätzlich zum Mikrofonsignal heranzuziehen, so dass also drei Signale (Lichtvorhang,
Mikrofon und Mündungsfeuerdetektion) miteinander verknüpft werden, um ein Schussabgabesignal
zu erzeugen.
[0015] Anstelle der bevorzugten beschriebenen Ausführungsform mit Lichtvorhang können auch
andere Detektionsprinzipien verwendet werden, welche direkt auf das Projektil selber
bzw. dessen Körper ansprechen. So ist es möglich, anstelle des Lichtvorhanges eine
grossflächige Spulenanordnung zu schaffen, welche den Durchtritt des metallenen Projektils
1 auf induktive Weise registriert. Ferner ist es möglich, durch schnelle Pyrometer,
welche einen längeren Flugbahnabschnitt des Projektils 1 erfassen als der Lichtvorhang
4, eine Detektion der relativ hohen Projektiltemperatur nach dessen Austritt aus dem
Waffenlauf zu detektieren.
1. Verfahren zur Erzeugung eines Schussabgabesignals (10) bei der Schussabgabe durch
eine Waffe (7), dadurch gekennzeichnet, dass der Durchtritt des Projektils (1) durch
mindestens eine auf das Projektil selber ansprechende Detektionsanordnung (2, 3) erkannt
und daraufhin das Schussabgabesignal (10) erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionsanordnung (2,
3) mindestens einen Lichtvorhang (4) erzeugt, dessen Unterbrechung durch das Projektil
(1) erkannt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionsanordnung den
Durchtritt des Projektils (1) induktiv erfasst.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich
Schallwellen (6) und/oder das Mündungsfeuer der Schussabgabe erfasst werden, und dass
das von der Schallwellenerfassung und/oder Mündungsfeuererfassung hervorgerufene Signal
mit der Durchtrittserkennung des Projektils kombiniert wird.
5. Anwendung des Verfahrens bei der automatischen Trefferanzeige in Schiessständen.
6. Vorrichtung zur Erkennung der Schussabgabe einer Waffe (7) und zur Erzeugung eines
Schussabgabesignals (10), umfassend mindestens eine Detektionsanordnung (2, 3) für
die Schussabgabe sowie eine mit dieser (2, 3) verbundene Auswerteinheit (8) zur Erzeugung
des Schussabgabesignals (10), dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionsanordnung
(2, 3) zur Erkennung des Durchtritts des Projektilkörpers (1) durch die Detektionsanordnung
hindurch ausgestaltet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionsanordnung
zur Erzeugung eines vom Projektilkörper unterbrechbaren Lichtvorhanges (4) ausgestaltet
ist, insbesondere zur Erzeugung eines Lichtvorhanges aus Licht im Infrarotbereich.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionsanordnung
eine Mehrzahl von einander im Abstand gegenüberliegende Lichtsender und Lichtempfänger
aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtsender von Laserlicht
abgebende Halbleiterelementen gebildet werden.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass Lichtsender beidseits
der Projektilfluglinie und Lichtempfänger beidseits dieser Linie angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anordnung
(5, 8) zum Empfang und zur Auswertung der bei der Schussabgabe erzeugten Schallwellen
(6) und/oder des bei der Schussabgabe erzeugten Mündungsfeuers vorgesehen ist.
12. Verwendung der Vorrichtung zur Schussabgabeerkennung bei automatischen Trefferanzeigen
in Schiessständen.