[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Umformen eines Hohlprofils
od.dgl. Werkstückes mittels eines durch ein strömbares Wirkmedium erzeugten Innenhochdrucks
im abgedichteten Profilraum des Hohlprofils, wobei wenigstens ein Dichtungselement
durch das Wirkmedium aus einem es aufnehmenden Raum eines stempelartigen Werkzeugteils
radial nach außen geführt wird.
[0002] Beim sog. Innenhochdruck-Umformen (IHU-Verfahren) wird das Hohlprofil durch Innendruck
ausgedehnt. Zusätzlich kann das Hohlprofil mittels wenigstens eines Stempels nachgeschoben
werden, der am Werkstück stirnseitig angreift. Letzteres kann so aufgeweitet, gestaucht
bzw. expandiert werden.
[0003] Bei einem Doppel- oder Mehrkammerprofil dehnen sich dessen Stege zwischen den einzelnen
Kammern anders aus als die übrigen Wandungen. Scharfe Ecken oder plötzliche Wanddickenänderungen
im Werkstück führen zudem zu ungleichmäßiger Verformung beim Kalibrieren.
[0004] Es ist bekannt, die Stirnseiten des Hohlprofils abzudichten, um in diesem den Hochdruck
zu halten. Bisherige Dichtverfahren bedienen sich konisch geformter PUR- oder Stahldichtstempel,
die in das Hohlprofil eingefahren werden. Sie vermögen die ungleichmäßige Verformung
nicht auszugleichen und verschleißen schnell durch die beim Einfahren in das Hohlprofil
auftretende Reibung. Weicht die Form des Profils zu stark von den Sollwerten ab, muss
die Dichtung noch weiter einfahren, was den Verschleiß erhöht; andernfalls kann sie
gar nicht mehr abdichten.
[0005] Die DE 35 32 499 C1 beschreibt eine Vorrichtung zum hydraulischen Aufweiten eines
Rohrabschnitts mittels einer in das Rohr einführbaren zapfenartigen zylindrischen
Sonde, die mittels mindestens zweier im Abstand voneinander befindlicher Dichtringe
mit dem aufzuweitenden Rohrabschnitt einen Ringraum bildet, der zum Aufweiten mit
Druckmittel gefüllt wird; die beiden Dichtringe sind jeweils in einer ringförmigen
Aufnahmenut U-förmigen Querschnitts in der Sonde angeordnet und haben im Ausgangszustand
beim Einführen der Sonde in das Rohr einen höchstens dem Außendurchmesser der Sonde
entsprechenden Außendurchmesser. Vor Beginn des Aufweitungsvorganges werden sie zur
Abdichtung des Ringspaltes zwischen Sonde und Rohr radial mit Druckmittel beaufschlagt,
das den Aufnahmenuten durch eine an die Druckmittelzuführung angeschlossene Verbindungsleitung
zugeführt wird. Die Druckmittelzufuhr zum Ringraum geschieht ausschließlich über zumindest
eine der Aufnahmenuten und wird durch einen als Ventilkörper dienenden Dichtring gesteuert,
der eine zwischen Aufnahmenut und Ringraum befindliche Öffnung so lange verschließt,
bis er durch elastisches Aufweiten seine Dichtwirkung erreicht hat. Jene Aufnahmenut
ist in ihrem dem Ringraum benachbarten Rand mit wenigstens einem schrägen Einschnitt
versehen. Wird nun der Druck im Ringraum zwischen den beiden Dichtungen erhöht, beginnt
sich die Rohrwand in diesem Bereich zu weiten.
[0006] In Kenntnis dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder das Ziel gesetzt, die Dichtmöglichkeiten
zwischen der Paarung aus Hohlprofil und Stempel zu verbessern.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe führen die Lehren der unabhängigen Patentansprüche; die
Unteransprüche geben günstige Weiterbildungen an. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung
alle Kombinationen aus zumindest zwei der in der Beschreibung, der Zeichnung und/oder
den Ansprüchen offenbarten Merkmale.
[0008] Erfindungsgemäß wird an das als Ein- oder Mehrkammerprofil ausgebildete Hohlprofil
stirnseitig das den Profilraum überdeckende Werkzeugteil angefügt und das Dichtungselement
an einen zwischen dem Hohlprofil und dem an dieses angeschlagenen stempelartigen Werkzeugteil
angelegt. Dabei kann das Wirkmedium aus dem Raum für das Dichtungselement in den Profilraum
eingeleitet werden.
[0009] Als günstig hat es sich aber auch erwiesen, das Wirkmedium zum einen in den Profilraum
sowie zum anderen -- getrennt-- in den Raum für das Dichtungselement einzuleiten,
d. h. das Dichtungselement kann über eine gesonderte Druckleitung angesteuert werden,
und für den Profilraum besteht eine weitere Zuleitung. So kann vorteilhafterweise
dank der getrennten Druckleitungen das Dichtelement völlig entlastet bzw. drucklos
geschaltet werden, bevor der Dichtstempel nach dem Kalibrieren aus dem Profil ausgefahren
wird. Dadurch ist es möglich, das Dichtungselement in seine Ausgangslage zurück und
ohne Verschleiß aus dem Profil auszufahren. Im übrigen dient hier eine Einlage zwischen
Druckleitungsmündung und Dichtungselement als zusätzlicher Verschleißschutz. Diese
Einlage muss aus einem verschleißfesten Material sein und kann lose oder mit dem Dichtungselement
fest verbunden sein.
[0010] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung soll wenigstens ein Druckventil im Strömungsweg
des Wirkmediums zwischen dem das Dichtungselement aufnehmenden Zuführraum sowie dem
Profilraum liegen, das bei dem Druck geöffnet wird, unter welchem das Dichtungselement
seine Dichtfunktion erfüllt; es soll den Einlauf eines größeren Volumenstroms oder
ein verlustärmeres Einlaufen des Wirkmediums in den Profilraum ermöglichen.
[0011] Wird das Dichtungselement beidseits eingespannt, kann es axial und/oder radial vorgespannt
werden.
[0012] Insbesondere zur Durchführung dieses Verfahrens dient eine Vorrichtung, bei der das
stempelartige Werkzeugteil eine radiale Schulterfläche als Anschlag für eine Stirnkante
des als Ein- oder Mehrkammerprofil ausgebildeten Hohlprofils aufweist sowie am Umfang
eines in den Profilraum einführbaren Stempelabsatzes wenigstens eine Ringnut für das
Dichtungselement vorgesehen ist, welches zur Stempellängsachse hin zumindest einen
Zuführraum für das Wirkmedium überspannt sowie durch dieses vom Zuführraum abhebbar
ist; der in den Profilraum einführbare Stempelabsatz ist an die ihn radial überragende
Schulterfläche angefügt, welche mit der anschlagenden Stirnkante des Hohlprofils eine
Fuge begrenzt, an welche sich das als Dichtungsring gestaltete Dichtungselement durch
das Wirkmedium anlegen lässt.
[0013] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung schließt an die Ring- oder Dichtungsnut
eine weitere Nut als Zuführraum für das Wirkmedium an, die durch zumindest einen im
Stempel verlaufenden Kanal an eine Quelle für das Wirkmedium anzufügen ist; gegebenenfalls
ist die weitere Nut als Innennut in das Tiefste der Ring- oder Dichtungsnut eingeformt
und letzterer radial zugeordnet.
[0014] Bei einer besonderen Ausgestaltung ist die Ringnut als Schulternut geformt mit einem
hinterschnittenen Querschnittsteil und einem als offene Auflagefläche für das Dichtungselement
ausgebildeten Abschnitt, dies vor allem dann, wenn der Stempelabsatz ein gesondertes
Ansatzteil des Stempels ist.
[0015] Das ringförmige Dichtungselement befindet sich also auf einem Absatz oder Ansatz
des Stempels in jener Ringnut, die sich auch achsparallel über jene Schulterfläche
hinaus erstrecken kann. An ihr verläuft eine weitere Nut als Innennut, die das Wirkmedium
führt. Das Wirkmedium strömt in die Innennut unter das Dichtungselement und weitet
dieses auf, bis es sich vor jene Fuge legt. Nun strömt bei einer Ausgestaltung das
Wirkmedium über die Innenkante der Ring- oder Dichtungsnut -- oder über Bohrungen
-- in das Werkstück ein. Die Bohrungen können so angeordnet oder die Innenkante kann
so ausgeformt sein, dass das Wirkmedium erst in das Werkstück bzw. den Profilraum
fließt, wenn das Dichtungselement an diesen kritischen Stellen der Fuge anliegt.
[0016] Als günstig hat es sich erwiesen, der freien Endkante des Dichtungsstreifens eine
ihn radial haltende Randrippe eines Stempeldeckels aufzulegen; letzterer ist mit der
Stirnfläche des Stempelansatzes verbunden.
[0017] Im Rahmen der Erfindung liegt zudem ein Dichtungsring aus einem bandartigen Innenabschnitt
mit aus diesem etwa in Querschnittsmitte herausgeformter Rippe. Durch diese Maßgabe
entsteht ein Querschnitt, der dem eines Hutes entspricht. Die mittige Rippe dieses
Dichtungsringes ist in Einbaustellung einerseits von einem Abschnitt des Stempelansatzes
und anderseits von einer Ringrippe des Kopfteils flankiert.
[0018] Während des Kalibrierens passt sich die elastische Dichtung der sich beim Umformen
ändernden Gestalt des Hohlprofils bzw. des Werkstücks an. Wird der Druck im Werkstück
wieder abgebaut, geht die Dichtung in ihre Ausgangslage zurück; Stempel und Dichtung
können wieder reibungslos aus dem Werkstück ausgefahren werden.
[0019] Mit der Erfindung werden u. a. die folgenden Vorteile erreicht:
. es erfolgt ein berührungsloses Einfahren, also verschleißarmes Abdichten;
. Toleranzen des Hohlprofils oder Werkstücks werden durch die Dichtung kompensiert;
. es wird keine zusätzliche Dichtkraft erforderlich;
. es erfolgt ein Ausgleich ungleichmäßiger Ausdehnung des Hohlprofils während des
Kalibriervorgangs durch die Dichtung;
. ein Nachschieben mit Stempel ist ohne zusätzlichen Verschleiß der Dichtung möglich.
[0020] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung; diese
zeigt in
- Fig. 1, 7:
- jeweils einen Längsschnitt durch einen Teil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2:
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1 in zu dieser geänderter Betriebsstellung;
- Fig. 3, 5, 6:
- Ausschnitte zu jeweils einer anderen Vorrichtung;
- Fig. 4:
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 3.
[0021] Beim sogenannten Innenhochdruck-Umformen (IHU) wird ein Hohlprofil 10 durch einen
in seinem Profilraum 12 herrschenden Innendruck aufgeweitet. Zusätzlich kann das Hohlprofil
10 mittels eines an seiner Stirnkante 14 angreifenden Stempels 16 axial nachgeschoben
werden.
[0022] Um den Hochdruck im Profilraum 12 zu halten, muss die Stirnkante 14 des Hohlprofils
10 am Stempel 16 abgedichtet anschlagen. Hierzu ist der Stempel 16 mit einer radialen
Schulterfläche 18 eines Außendurchmessers d versehen, an welche ein zylindrischer
Stempelansatz 20 eines kleineren Durchmessers d
1 anschließt. Die Höhe der zur Längsachse A des Stempels 16 parallelen Umfangsfläche
22 des zylindrischen Stempelabsatzes 20 ist in Fig. 1 mit h bezeichnet.
[0023] Am Übergang der ringförmigen Schulterfläche 18 zum Stempelansatz 20 ist in dessen
Umfangsfläche 22 eine Ringnut 24 zur Aufnahme eines Dichtungsringes 26 eingeformt.
Unter diesem verläuft eine in das Tiefste -- also den Nutboden 27 -- der Ringnut 24
eingeformte sowie zum Querschnitt der Ringnut 24 einer Breite b beidseits abgestufte
Innennut 25 geringerer Breite e. Von dieser gehen -- im dargestellten Ausführungsbeispiel
sechs -- Radialkanäle 28 aus, die andernends bei 29 in eine zentrische Ausnehmung
30 des Stempels 16 münden. Der Querschnitt dieser an sich zylindrischen Ausnehmung
30 verjüngt sich nahe der Stempelinnen- oder Stempelstirnfläche 17 in einem Bereich
32 konisch zu einem Axial- oder Ausflusskanal 34 hin.
[0024] Zur Durchführung einer Verformung des Hohlprofils 10 fährt der Stempel 16 mit seinem
Dichtungsring 26 reibungslos in dieses Werkstück bzw. Hohlprofil 10 ein; dabei entsteht
zwischen letzterem sowie der radialen Schulterfläche 18 des Stempels 16 eine zu dichtende
Fuge 36. Durch die Radialkanäle 28 strömt aus der zentrischen Ausnehmung 30 in die
beschriebene -- als Zuführraum dienende -- abgestufte Innennut 25 ein Wirkmedium und
weitet den Dichtungsring 26 auf; dieser legt sich vor jene Fuge 36, und das Wirkmedium
strömt gemäß Pfeil in Fig. 2 über die Innenkante 23 der Ringnut 24 -- oder über Bohrungen
-- in den Profilraum 12 ein. Sowohl die Innenkante 23 als auch die nicht dargestellten
Bohrungen können so ausgebildet sein, dass das Wirkmedium erst in den Profilraum 12
fließt, wenn der Dichtungsring 26 an den kritischen Stellen vor der Fuge 36 -- diese
abdichtend -- liegt.
[0025] In Fig. 1 nicht wiedergegeben ist ein in den Axialkanal 34 einsetzbares Druckventil,
das in der Ausführung der Fig. 3 bei 38 angedeutet ist. Dieses wird so eingestellt,
dass es sich bei jenem Druck öffnet, unter welchem der Dichtungsring 26 der Dichtkante
anliegt, und so den Einlauf eines größeren Volumenstroms oder den verlustärmeren Einlauf
des Wirkmediums in den Profilraum 12 zuläßt.
[0026] Während des Kalibrierens des Hohlprofils 10 passt sich der Dichtungsring 26 aus elastischem
Werkstoff 26 der sich ändernden Gestalt des Hohlprofiles 10 an. Wird in diesem der
Druck abgebaut, geht der Dichtungsring 26 in seine Ausgangslage in die Ringnut 24
zurück, so dass der Dichtungsring 26 mit dem Stempel 16 wieder reibungslos aus dem
Profilraum 12 ausgefahren zu werden vermag.
[0027] Bei der Ausführung nach Fig. 3, 4 ist der Stempel 16
a in der Ebene seiner Schulterfläche 18 in einen Kopfteil 19 und den zylindrischen
Stempelansatz 20
a zweigeteilt. In eine einseitig hinterschnittene Schulternut 24
a ist ein Dichtungsring 40 eingeschoben, der einen bandartigen Innenabschnitt 41 aufweist,
aus dessen Querschnittsmitte eine an ihren Kanten 42 angefaste Rippe 44 herausgeformt
ist; ein schmaler Randbereich des Innenabschnitts 41 des Dichtungsringes 40 ist einerseits
in den hinterschnittenen Teil der Schulternut 24
a eingeschoben und anderseits von einer axialen Ringrippe 46 des Kopfteils 19 übergriffen.
Der querschnittlich einem Hutquerschnitt ähnliche Dichtungsring 40 aus Polyurethan
ist also beidseitig durch den zweigeteilten Stahlstempel 16
a eingefasst. Dadurch wird er zum einen axial vorgespannt und bei einem gewissen Innendruck
auch in seiner Position gehalten. Durch den Ein-/oder Anbau des schematisch dargestellten
Drosselventils 38 ist gewährleistet, dass bei Druckaufbau im Profil 10 zuerst Druck
am Dichtungsring 40 erzeugt wird, bevor der Innendruck im Profil 10 aufgebaut wird;
das Ansprechen der Dichtung ist gewährleistet.
[0028] Fig. 5 zeigt ebenfalls einen zweigeteilten Stempel 16
b aus einem Kopfteil 19
b und einem gesonderten zylindrischen Stempelansatz 20
b, der in einen Einsatzraum 48 des Kopfteils 19
b eingesetzt ist. Die Ringnut 24 rechteckigen Querschnitts nimmt den entsprechend gestalteten
Dichtungsring 26 auf, der teilweise von der Seitenfläche 49 eines den Einsatzraum
48 umgebenden Ringrandes 50 überdeckt ist; letzterer bietet jene Schulterfläche 18
an.
[0029] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 6 entspricht die Form des Stempels 16
c etwa der des Stempels 16 der Fig. 2, wobei allerdings der Dichtungsring 26
c der Umfangsfläche 22 aufliegt, die durch eine achsparallel in die Schulterfläche
18 eingeformte Ringnut 24
c über die Schulterfläche 18 hinaus verlängert ist. Hier weist der Dichtungsring 26
c andernends eine an seine Außenkante angeordnete Schultereinformung 52 auf, in den
eine Randrippe 54 eines Stempeldeckels 56 haltend eingreift. Letzterer ist bei 58
mit dem zylindrischen Stempelansatz 20
c verschraubt.
[0030] In Fig. 7 wird ein Stempel 16
d mit einer axial durchgehenden Fülleitung 60 für das Hohlprofil 10 sowie einer gesonderten
exzentrischen Druckleitung 62 vorgestellt, die mit einem Radialabschnitt 64 an die
Innennut 25 anschließt; diese Druckleitung 62/64 dient der Ansteuerung des Dichtungsrings
40
a. Mit 66 ist eine Prall- oder Verschleißeinlage aus Metall od. dgl. verschleißfestem
Werkstoff bezeichnet, die vor der Mündung eines Radialabschnittes 64 an der Innennut
25 vorgesehen ist.
1. Verfahren zum Umformen eines Hohlprofils od.dgl. Werkstückes (10) mittels eines durch
ein strömbares Wirkmedium erzeugten Innenhochdrucks im abgedichteten Profilraum des
Hohlprofils, wobei wenigstens ein Dichtungselement (26) durch das Wirkmedium aus einem
es aufnehmenden Raum (24) eines stempelartigen Werkzeugteils (16) radial nach außen
geführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass an das als Ein- oder Mehrkammerprofil ausgebildete Hohlprofil (10) stirnseitig
das den Profilraum (12) überdeckende Werkzeugteil (16, 16a bis 16d) angefügt und das Dichtungselement (26, 26c, 40, 40a) an eine zwischen dem Hohlprofil (10) sowie dem an dieses angeschlagenen stempelartigen
Werkzeugteil (16, 16a, 16b, 16c, 16d) bestehende Fuge (36) angelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirkmedium aus dem Raum
(24) für das Dichtungselement (26, 26c, 40) in den Profilraum (12) eingeleitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wirkmedium zum einen in
den Profilraum (12) sowie zum anderen in den Raum (24) für das Dichtungselement (40a) getrennt eingeleitet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein zwischen
dem das Dichtungselement (26) aufnehmenden Raum (24) und den Profilraum (12) im Strömungs-
oder Fließweg des Wirkmediums angeordnetes Druckventil bei dem Druck, unter dem das
Dichtungselement dichtend anliegt, geöffnet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement
(26, 26c, 40) beidseits eingespannt sowie axial und/oder radial vorgespannt wird.
6. Vorrichtung zum Umformen eines Hohlprofils od. dgl. Werkstückes (10) mittels eines
durch ein strömbares Wirkmedium erzeugten Innenhochdrucks im abgedichteten Profilraum
(12) des Hohlprofils (10), wobei wenigstens ein Dichtungselement (26) durch das Wirkmedium
aus einem es aufnehmenden Raum (24) eines stempelartigen Werkzeugteils (16) radial
nach außen geführt wird, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
voraufgehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das stempelartige Werkzeugteil (16, 16a bis 16d) eine radiale Schulterfläche (18) als Anschlag für eine Stirnkante (14) des als Ein-
oder Mehrkammerprofil ausgebildeten Hohlprofils (10) aufweist sowie am Umfang (22)
eines in den Profilraum (12) einführbaren Stempelabsatzes (20, 20a, 20b, 20c) wenigstens eine Ringnut (24, 24a, 24c) für das Dichtungselement (26, 26c, 40, 40a) vorgesehen ist, das zur Stempellängsachse (A) hin zumindest einen Zuführraum (25)
für das Wirkmedium überspannt sowie durch dieses vom Zuführraum abhebbar ist, wobei
gegebenenfalls der in den Profilraum (12) einführbare Stempelabsatz an die ihn radial
überragende Schulterfläche (18) angefügt ist, welche mit der anschlagenden Stirnkante
(14) des Hohlprofils (10) eine Fuge (36) begrenzt, an welche das als Dichtungsring
gestaltete Dichtungselement durch das Wirkmedium anlegbar ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass an die Ring- oder Dichtungsnut
(24, 24a, 24c) eine weitere Nut (25) als Zuführraum für das Wirkmedium anschließt, die durch zumindest
einen im Stempel (16) verlaufenden Kanal (28; 62, 64) an eine Quelle für das Wirkmedium
anschließbar ausgebildet ist, wobei gegebenenfalls die weitere Nut als Innennut in
das Tiefste (27) der Ring- oder Dichtungsnut eingeformt und letzterer radial zugeordnet
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass in die Innennut (25)
wenigstens ein gesonderter Kanal (62, 64) als Druckleitung für das Wirkmedium mündet,
der gegebenenfalls aus einem radialen und einem achsparallelen Abschnitt besteht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Mündung der
Druckleitung (62, 64) und dem Dichtungselement (40a) eine Einlage (66) aus verschleißfestem Werkstoff angeordnet ist, wobei gegebenenfalls
die Einlage (66) mit dem Dichtungselement (40a) fest verbunden ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Innennut
(25) mit einer zentrischen Ausnehmung (30) des Stempels (16) durch etwa radiale Kanäle
(28) verbunden ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrische Ausnehmung
(30) zum Profilraum (12) hin in einen an der Stempelinnenfläche (17) mündenden Ausflusskanal
(34) übergeht, der gegebenenfalls mit einem Druckventil versehen ist und/oder zu dem
hin sich die zentrische Ausnehmung (30) verjüngt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Stempelabsatz
(20a, 20b) als gesondertes Teil an einen die radiale Schulterfläche (18) bildenden Kopfteil
(19, 19a) des Stempels (16a, 16b) angefügt ist, und/oder, dass die Ringnut (24, 24c) in achsparalleler Richtung teilweise in die Schulterfläche (18) einragt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der gesonderte Stempelabsatz
(20b) in einen Einsatzraum (48) des Kopfteils (19b) eingesetzt ist und das in der Ringnut (24) des Stempelansatzes (20b) vorgesehene Dichtungselement (26) in den Einsatzraum an dessen Seitenfläche (49)
eingreift.
14. Vorrichtung nach einem Ansprüche 6 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement
(26c) an seiner der Schulterfläche (18) fernen Kante von einer Randrippe (54) eines Stempeldeckels
(56) übergriffen ist, der an die Stirnfläche (17) des Stempelansatzes (20c) angefügt ist, und/oder, dass die Ringnut als Schulternut (24a) einen hinterschnittenen Querschnittsabschnitt sowie einem an den Kopfteil (19) des
Stempels (16a) anschließenden Schulterabschnitt umfasst.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, gekennzeichnet durch einen Dichtungsring
(40, 40a) aus einem bandartigen Innenabschnitt (41, 41a) und gegebenenfalls aus diesem etwa in Querschnittsmitte herausgeformter Rippe (44).
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die mittige Rippe (44)
des Dichtungsringes (40) in Einbaustellung einerseits von einem Abschnitt des Stempelansatzes
(20a) und anderseits von einer Ringrippe (44) des Kopfteils (19) flankiert ist, wobei
gegebenenfalls wenigstens eine Kante (42) der mittigen Rippe (44) des Dichtringes
(40) angefast ist.