[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verdichten von Gießereiformstoffen
innerhalb einer geschlossenen Formkammer, wobei der Formstoff durch einen Druckluftstoß
fluidisiert und verdichtet wird.
[0002] Aus der DE-3740775-C2 ist ein Verfahren bekannt, bei dem der Formstoff innerhalb
einer geschlossenen Formkammer mit zwei Druckstößen verdichtet wird, wobei angegeben
wird, daß der erste Druckstoß mit einem relativ flachen Druckgradienten bis maximal
300 bar/sek, insbesondere maximal 40bar/sek und der zweite Druckstoß mit einem wesentlich
steileren Druckgradienten durchgeführt werden soll und wobei ein Wirkdruck von maximal
20 bar erzeugt wird, der nach dem ersten Druckstoß und vor Beginn des zweiten Druckstoßes
gesteuert auf einen Zwischenwert abgebaut wird und mit dem zweiten Druckstoß erneut
wieder aufgebaut wird. Besonders nachteilig ist hierbei, daß nach dem ersten Druckstoß,
der bereits zu einer erheblichen Vorverdichtung führt, der Fließzustand des Formstoffes
unterbrochen wird und der zweite Druckstoß den Fließzustand wieder in Gang bringen
muß, was auf Grund der Vorverdichtung zumindest sehr schwierig ist und je nach Modellsituation
stellenweise auch unmöglich ist. Auch kann eine Fluidisierung des Formstoffes bestenfalls
nur für wenige Millisekunden im Anfangsstadion des ersten Druckstoßes zustande kommen,
womit sie praktisch unwirksam ist. Die Folge ist dann, daß es in bestimmten Modellpartien
bei der Vorverdichtung bleibt, was zu ungleichmäßiger Verdichtung und zu unbefriedigenden
Formfestigkeiten in den entsprechenden Modellpartien führt.
[0003] Aus der DE-3836876-C2 ist ein Verfahren bekannt, bei dem der Formstoff innerhalb
einer geschlossenen Formkammer mit einem einzigen Druckstoß verdichtet wird, wobei
der Druckstoß zunächst mit einem flachen Druckgradienten von 30 bis 100 bar/sek durchgeführt
wird, der dann lückenlos in einen steileren Druckgradienten von 100 bis 600 bar/sek
übergeht. Der erste Teil des Druckstoßes erreicht nach 10 bis 100 Millisekunden einen
Wirkdruck von 1 bis 3 bar und der zweite Teil des Druckstoßes erreicht nach 5 bis
30 Millisekunden einen Wirkdruck von 3 bis 6 bar. Dabei soll der erste Teil des Druckstoßes
den Formstoff ohne nenneswerte Vorverdichtung nur fluidisieren und der zweite Teil
unter dem Einfluß der Fluidisierung den Formstoff verdichten. Nachteilig ist hierbei
jedoch, daß die stetige Druckerhöhung in der Formkammer bei einem Druckgradienten
von 30 bis 100 bar/sek zwangsläufig zu der angegebenen, sehr kurzen Zeit des ersten
Druckstoßteils von 10 bis 100 Millisekunden führt. Innerhalb dieser extrem kurzen
Zeit ist eine wirksame Fluidisierung nicht möglich. Auch bewirkt der Druckgradient
von 30 bis 100 bar/sek bereits eine erhebliche Vorverdichtung. Im weiteren ist von
Nachteil, daß bei dem großflächigen Impulsventil ein geringer Öffnungshub bereits
zu einer erheblichen Vergrößerung des Durchgangsquerschnittes führt und dies zusammen
mit der extrem kurzen Zeit für den ersten Teil des Druckstoßes eine gleichbleibende
Reproduktion des Druckverlaufes nahezu unmöglich macht. Massenträgheit, Reibung, temperaturbedingte
Viskositätsänderungen und sonstige Einflußgrößen des rauen Gießereibetriebes können
die stetige Öffnungsbewegung des Impulsventiles bei dem relativ kurzen Hub derart
beeinflussen, daß ein präziser und reproduzierbarer Ablauf innerhalb der extrem kurzen
Zeit nicht eintreten kann. Verdoppelt sich beispielsweise die Zeit des ersten Druckstoßteiles
von 100 Millisekunden auf eine immer noch extrem kurze Zeit von 200 Millisekunden,
dann kann die gedachte Wirkung des zweiten steileren Druckgradienten garnicht mehr
eintreten, weil nach 200 Millisekunden anstatt der beispielsweise 3 bar bereits der
Enddruck von beispielsweise 6 bar erreicht ist (
30bar/1000ms = 6bar/200ms !). Die Folge dieser Nachteile ist, daß die Formen nicht optimal verdichtet werden
und auch keine wiederkehrend gleichmäßige Verdichtung aufweisen können.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, unter Vermeidung der zuvor beschriebenen Nachteile
ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, womit insbesondere für kritische Modelle
eine verbesserte Formverdichtung mit einem einzigen Druckluftstoß und einem einstufigen
Druckgradienten erreicht werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß in Bezug auf das Verfahren dadurch gelöst, indem
innerhalb einer geschlossenen Formkammer zunächst während einer ersten zeitgedehnten
Phase ein den Formstoff durchdringender Luftstrom die Schüttdichte des lose geschütteten
Formstoffes homogenisiert, wobei der Formstoff gleichzeitig auch intensiv und ohne
Zeitzwang fluidisiert wird, ohne dabei eine erkennbare Vorverdichtung des Formstoffes
zu bewirken und wonach dann in einer zweiten Zeitphase in den laufenden Homogenisierungs-und
Fluidisierungsvorganges hinein ein Druckluftimpuls mit steilem Druckgradienten von
bis zu 600 bar/sek auf den Formstoff einwirkt und diesen dabei verdichtet. Von erfindungsgemäßer
Bedeutung ist dabei, daß der vor der Druckluftimpulsverdichtung eingeleitete Luftstrom
mit einem sanften Druckgradienten von maximal 5 bar/sek, vorzugsweise 2 bar/sek eingeleitet
wird und der Luftstrom im weiteren Verlauf von der Abströmkapazität der Schlitzdüsen
in der Modellplatte bestimmt wird. Es wird dabei durch eine Regelvorrichtung ein den
Luftstrom treibendes Druckgefälle erzeugt, wobei nur soviel Druckluft in die Formkammer
eingeblasen wird, wie bei dem entsprechenden Druckgefälle über die Schlitzdüsen der
Modellplatte ohne weiteren Druckstau abfließen kann.
[0006] Die erfindungsgemäße Homogenisierung bewirkt eine gleichmäßige Schüttdichte des lose
geschütteten Formstoffes in der Weise, daß die einzelnen Sandkörner weitgehendat locker
aneinander zu liegen kommen und daß Hohlräume, in denen die Sandkörner keine Berührung
zueinander haben, weitgehendst beseitigt werden. Wegen der unregelmäßigen Oberflächenformen
der Sandkörner berühren diese sich nur punktuell, so daß zwangsläufig Luftporenräume
zwischen den Sandkörnern entstehen. Die aneinanderliegenden und sich punktuell berührenden
Sandkörner bilden eine wichtige Voraussetzung für eine wirksame Impulsverdichtung,
da hierdurch erst die impulsartige und sich fortpflanzende Energieübertragung von
Sandkorn zu Sandkorn während des Impulsstoßes gewährleistet ist. Im Gegensatz hierzu
würden Hohlräume und ungleichmäßige Schüttdichte die Fortpflanzung der Impulsenergie
behindern oder auch verhindern, weil die Energie der beschleunigten Sandkörner in
diesen Hohlräumen verpufft und nicht wirksam an andere Sandkörner übertragen werden
kann. Die zwischen den unregelmäßigen Oberflächen der punktuell aneinanderliegenden
Sandkörner befindlichen Luftporen ermöglichen idealerweise eine Fluidisierung durch
den Luftstrom, der gleichsam einem Gleitfilm die Fließfähigkeit des Formstoffes verbessert.
In diesen optimierten Schüttzustand hinein wird bei weiterhin laufender Fluidisierung
ein einziger Druckluftimpuls bis zu 600 bar/sek ausgelöst und wonach dann der in der
Formkammer entstandene Wirkdruck wieder kontrolliert abgebaut wird. Von Bedeutung
ist hierbei, daß der optimierte Schüttzustand keine erkennbare bzw. wirksame Vorverdichtung
aufweist und daß der Fließzustand des Formstoffes durch Anwendung eines einzigen Verdichtungsstoßes
nicht unterbrochen wird. Mehrstufige Verdichtungsvorgänge haben unabhängig von ihrer
Verfahrensart grundsätzlich den Nachteil, daß der Fließzustand des Formstoffes unterbrochen
wird und für die nächste Stufe wieder aufgebaut werden muß, was auf Grund der Vorverdichtung
sehr schwierig oder auch je nach Modellsituation unmöglich ist, wobei insbesondere
die mehrstufige Impulsverdichtung von diesem Nachteil betroffen ist. Das erfindungsgemäße
Verdichtungsverfahren benötigt als zeitgedehntes Verfahren für einen Verdichtungsvorgang
einschließlich dem kontrollierten Abbau des Wirkdruckes etwa 5 Sekunden. Diese Zeit
kann jedoch von einer entsprechend entwickelten Hochleistungsformmaschine ohne Taktzeiteinschränkung
zur Verfügung gestellt werden.
[0007] Erfindungsgemäß wird zwischen der Formkammer und der Unterseite der Modellplatte
ein Druckgefälle aufgebaut, womit ein Luftstrom erzeugt wird, der durch den lose geschütteten
Formstoff und über die Schlitzdüsen der Modelleinheit in den atmosphärischen Bereich
unterhalb der Modellplatte abfließt. Dabei ist von Bedeutung, daß zur Vermeidung einer
Vorverdichtung des Formstoffes das Druckgefälle mit einem sanften Druckgradienten
von maximal 5bar/sek (vorzugsweise 2bar/sek) aufgebaut wird und daß der Luftstrom
nach dem Aufbau des Druckgefälles von maximal 3bar (vorzugsweise 0,5 bis 1 5bar) für
eine bestimmte Zeit von mindestens 0,5sek (vorzugsweise 1 bis 3sek) aufrecht erhalten
wird, um eine wirksame Homogenisierung und Fluidisierung des Formstoffes zu erzielen.
Der Hauptdurchflußwiderstand entsteht dabei beim Durchströmen der Modellplattendüsen,
während im lose geschütteten Formstoff nur ein relativ geringer Durchflußwiderstand
entsteht. Im weiteren ist daher bedeutsam, daß für den Luftstrom nur soviel Druckluft
in die Formkammer eingeblasen wird, wie bei dem entsprechenden Druckgefälle über die
Schlitzdüsen der Modelleinheit abfließen kann. Da die Modelle nach den individuellen
Erfordernissen nach Anzahl und Aufteilung sehr unterschiedlich mit Schlitzdüsen bestückt
sind, wird das Druckgefälle und der Massenstrom der Druckluft für jedes Modell individuell
eingestellt. Dies erfolgt durch eine Regeleinrichtung, die bei einem Modellwechsel
über die Modellkodierung automatisch auf die aus dem Modell-Datensatz entnommenen
Werte eingestellt wird. Im weiteren wird der Formkammerdruck während des fließenden
Luftstromes über einen Drucksensor kontrolliert, so daß bei Sollwertabweichungen eine
sofortige Korrektur durchgeführt werden kann. Da der relativ geringe Durchflußwiderstand
im lose geschütteten Formstoff modellunabhängig ist und bei allen Modellen annähernd
gleich bleibt, ist die individuelle Einstellung des Massenstromes nur von den Modellplattendüsen
des jeweiligen Modelles abhängig.
[0008] Die Erzeugung des Druckgefälles und des daraus resultierenden Luftstromes kann erfindungsgemäß
auf verschiedene Art erfolgen. Zum einen kann über ein feinrasteriges Netz kleiner
Düsen, die in der Formkammerdecke oberhalb eines Freiraumes über dem losen Formstoff
angeordnet sind, flächendeckend und senkrecht Druckluft auf die lose Formstoffoberfläche
geblasen werden, wobei der Massenstrom wie bereits beschrieben auf die Abflußkapazität
der Modellplattendüsen abgestimmt ist. Zum anderen kann aber auch die Unterseite der
Modellplatte mit einer Unterdruckquelle verbunden werden, die den Luftstrom über den
losen Formstoff und oberhalb des losen Formstoffes über das feinrasterige Düsensystem
aus der freien Atmosphäre ansaugt, so daß keine vorverdichtend wirkende Evakuierung
innerhalb der Formkammer stattfinden kann. Auch kann das Druckgefälle mit einer Kombination
aus Unterdruck und aus Überdruck durch Einblasen von Druckluft über das bereits erwähnte
Düsensystem erzeugt werden.
[0009] Im weiteren kann in der Formkammer ein dem Druckgefälle entsprechender Druck aufgebaut
werden, indem von der Unterseite der Modellplatte über die Schlitzdüsen Druckluft
entgegen der Schwerkraft des Formstoffes in die Formkammer eingeblasen wird. Dabei
ist das Düsensysten oberhalb des losen Formstoffes abgesperrt, damit ein Druckaufbau
möglich ist. Der Druckaufbau erfolgt ebenfalls mit einem sanften Druckgradienten von
maximal 5bar/sek (vorzugsweise 2bar/sek) um den Formstoff nicht anzuheben. Eine Verdichtung
des Formstoffes kann dabei nicht stattfinden, weil sich zwischen der losen Formstoffoberfläche
und der Formkammerdecke noch ein Freiraum befindet, so daß sich der Formstoff nach
oben nicht abstützen kann. Die Formkammer und die Luftporen im Formstoff werden dabei
lediglich in einen Zustand höheren atmosphärischen Druckes gebracht. Das Einblasen
von unten muß dabei nicht über alle Schlitzdüsen erfolgen, vielmehr können hierfür
je nach Modellsituation nur bestimmte Düsen vorgesehen werden, indem die nicht erforderlichen
Düsen von der Unterseite der Modellplatte mit einem einfachen, aus einer Gummilippe
bestehenden Rückschlagventil versehen werden, womit das Einblasen von unten verhindert
wird, das Durchströmen von oben aber frei bleibt. Sobald der erforderliche Druck aufgebaut
ist, wird die Unterseite der Modellplatte je nach Verfahrensvariante zur freien Atmosphäre
oder zur Unterdruckquelle hin geschaltet. Gleichzeitig wird das bereits erwähnte Düsensystem
in der Formkammerdecke eingeschaltet, so daß der Luftstrom durch den Formstoff einsetzen
kann. Der Vorteil dieser Variante besteht darin, daß der Luftstrom und somit die Homogenisierung
und Fluidisierung des Formstoffes durch den bereits in der Formkammer und im Formstoff
aufgebauten Druck in den unteren modellnahen Formstoffschichten beginnt und sich dann
in die oberen Schichten ausdehnt.
[0010] Die Durchführung des Verfahrens kann durch zwei verschiedene Vorrichtungsvarianten
realisiert werden. Beide Vorrichtungsvarianten haben zunächst zum Einblasen des Luftstromes
in den Formstoff ein feinrasteriges und flächendeckendes Netz kleiner Einblasdüsen
in der Kopfplatte der Formkammer, die oberhalb der losen Formstoffoberfläche und in
einem kleinen Abstand dazu angeordnet sind, wobei jedoch die Düsenformen der beiden
Varianten unterschiedlich ausgeführt sind. Beiden Vorrichtungsvarianten ist auch gemeinsam,
daß nur soviel Druckluft in die Formkammer eingeblasen wird, wie bei einem entsprechenden
Druckgefälle über die Schlitzdüsen der Modellplatte ohne weiteren Druckstau abfließen
kann. Im weiteren kann mit beiden Vorrichtungsvarianten auch die zuvor beschriebene
Verfahrensvariante betrieben werden, bei der zunächst Druckluft von der Unterseite
der Modellplatte in die Formkammer eingeblasen wird und wonach dann der Luftstrom
in umgekehrter Richtung einsetzt.
[0011] Bei der ersten Vorrichtungsvariante wird der Luftstrom von einem separaten, vom Impulssystem
unabhängigen Druckluftsystem gespeist, wobei die als Schlitzdüsen ausgeführten Einblasdüsen
in Anzahl und Durchgangsquerschnitt als konstante Größe festgelegt sind. Die von der
Abflußkapazität der variablen Modellplattendüsen abhängige Durchflußmenge bzw. Massenstrom
wird dabei von einem vor den Einblasdüsen anstehenden regelbaren Druck bestimmt, wobei
im Bereich der Einblasdüsen ein unterkritisches bis kritisches Druckverhältnis p
a/p
i von etwa 0,9 bis 0,528 gewählt wird, um einem druckabhängigen variablen Massenstrom
zu erzielen. Das Druckluftsystem zur Speisung des Luftstromes wird dabei über ein
Druckregelventil automatisch auf den Druck eingestellt, der für den modellabhängigen
Massenstrom erforderlich ist. Die Druckwerte für die verschiedenen Modelle sind in
Datensätzen abgespeichert, die bei einem Modellwechsel über die Modellkodierung automatisch
abgerufen und dem Druckregelventil zugeführt werden. Zur Auslösung des Luftstromes
wird die entsprechend geregelte Druckluft über ein Schaltventil den Einblasdüsen zugeleitet.
Diese Vorrichtungsvariante eignet sich besonders dazu, bestehende Impuls-Verdichtungsmaschinen
durch Einbringen der Düsenkanäle und Düsen in die vorhandene Bodenplatte des Druckluftbehälters
nachzurüsten. Die in den Luftstrom hineinwirkende Impulsverdichtung kann somit unter
anderem wie in EP-0139119 unter Anwendung der Variante des Anspruches 19 beschrieben,
durchgeführt werden. Dabei wäre lediglich der Ausgangsdruck im Druckluftbehälter um
den Wert des bereits in der Formkammer vorhandenen Luftstromdruckes höher einzustellen,
um die übliche Druckdifferenz von ca.3 bis 4 bar wieder zu erreichen.
[0012] Bei der zweiten Vorrichtungsvariante wird der Luftstrom direkt vom Druckluftbehälter
des Impulssystems gespeist, wobei die Einblasdüsen auf Grund der daraus resultierenden
Druckverhältnisse P
a/p
i < 0,528 weit im überkritischen Bereich arbeiten. Die von der Abflußkapazität der
variablen Modellplattendüsen abhängige Durchflußmenge bzw. Massenstrom wird dabei
von regelbaren Durchgangsquerschnitten der Einblasdüsen bestimmt, weil im überkritischen
Bereich eine druckabhängige Veränderung des Massenstromes nicht mehr möglich ist.
Die Einblasdüsen weisen einen hubabhängigen regelbaren Durchgangsquerschnitt auf und
sie sind Bestandteil der Ventilstößel, die den Druckstoß für die Impulsverdichtung
auslösen. Die lineare Veränderung des Durchgangsquerschnittes von Null bis Maximal
wird dabei über einen relativ langen Hub durchgeführt, um durch eine bessere Auflösung
eine genaue Einstellung des Durchgangsquerschnittes und somit des Massenstromes zu
gewährleisten. Bei der Auslösung des Luftstromes wird der Durchgangsquerschnitt über
einen Positionierantrieb geöffnet und automatisch auf den Wert eingestellt, der für
den modellabhängigen Massenstrom erforderlich ist. Die Querschnitts- bzw. Hubwerte
für die verschiedenen Modelle sind in Datensätzen abgespeichert, die bei einem Modellwechsel
über die Modellkodierung automatisch abgerufen und dem Positionierantrieb zugeführt
werden. Während des Luftstromes bleibt die Druckluftzufuhr zum Druckluftbehälter des
Impulssystems geöffnet, um den Druckluftvorrat für die nachfolgende Impulsverdichtung
aufrecht zu erhalten. Die in den Luftstrom hineinwirkende Impulsverdichtung erfolgt
durch schlagartiges Öffnen der Ventilstößel, welches unter anderem wie in EP-0139119
beschrieben durchgeführt werden kann, wobei jedoch die zusätzliche Anordnung des Positionierantriebes
und die andere Funktionsweise der Ventilstößel zu berücksichtigen sind. Im weiteren
wäre auch der Ausgangsdruck im Druckluftbehälter um den Wert des bereits in der Formkammer
vorhandenen Luftstromdruckes höher einzustellen, um die übliche Druckdifferenz von
ca. 3 bis 4 bar wieder zu erreichen. Auf die Funktion der Ventilstößel und des Positionierantriebes
wird in der Folge noch näher eingegangen.
[0013] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen beschrieben,
wobei die Bezugszeichen mit Index 1 der Vorrichtungsvariante
1 und die Bezugszeichen mit Index 2 der Vorrichtungsvariante
2 zugeordnet sind. Die Bezugszeichen mit Index 1/2 werden im Zusammenhang mit beiden
Vorrichtungsvarianten und bei der Verfahrensbeschreibung verwendet. Die Figuren zeigen:
- Fig.1a
- den Druckverlauf des Luftstromes und des Druckstoßes über die Zeit, wobei der Luftstrom
eingeblasen wird.
- Fig.1b
- den Druckverlauf des Luftstromes und des Druckstoßes über die Zeit, wobei der Luftstrom
eingesaugt wird.
- Fig.1c
- den Druckverlauf des Luftstromes und des Druckstoßes über die Zeit, wobei der Luftstrom
in einer Kombination eingeblasen und eingesaugt wird.
- Fig.2
- einen Vertikalschnitt durch die Verdichtungsstation, Vorrichtungsvariante 1, in Ruhestellung dargestellt.
- Fig.3
- einen Horizontalschnitt durch die Bodenplatte des Druckluftbehälters zur Vorrichtungsvariante
1, gemäß Schnittlinie A-A in Fig.2
- Fig.4
- einen vergrößerten Vertikalschnitt durch die Düsen für das Impulssystems und durch
die Düsen für den Luftstrom zur Vorrichtungsvariante 1, gemäß Schnittlinie B-B in Fig.3
- Fig.5
- einen Vertikalschnitt durch die Verdichtungsstation, Vorrichtungsvariante 2, in Ruhestellung mit Impulsventil und Luftstromdüsen im geschlossenen Zustand
- Fig.5a
- einen Teilschnitt mit dem Positionierantrieb für die Luftstromdüsen zur Vorrichtungsvariante
2
linke Schnitthälfte: Arbeitsstellung, Luftstromdüsen geöffnet
rechte Schnitthälfte: Arbeitsstellung, Impulsdüsen geöffnet
- Fig.6a
- Ventilstößel im geschlossenen Zustand zur Vorrichtungsvariante 2
- Fig.6b
- Ventilstößel für Druckstoß maximal geöffnet zur Vorrichtungsvariante 2
- Fig.6c
- Ventilstößel für Luftstrom geringfügig geöffnet zur Vorrichtungsvariante 2
- Fig.6d
- Ventilstößel für Luftstrom maximal geöffnet zur Vorrichtungsvariante 2
- Fig.6e
- Ventilstößel in einer alternativen Ausführungsform zur Vorrichtungsvariante 2
[0014] Die
Figuren 1a, 1b, und 1c zeigen den verfahrensmäßigen Druckverlauf des Luftstromes und des Druckstoßes über
die Zeit. Die Linie
X kennzeichnet den atmosphärischen Druck. Mit
B ist das den Luftstrom treibende Druckgefälle zwischen der Formkammer
10.1/2 und der Modellplattenunterseite
06.1/2 gekennzeichnet.
C ist der absolute Druck an der Modellplattenunterseite
06.1/2 Mit
A ist die durch den Druckstoß entstandene Druckerhöhung gekennzeichnet. Während der
Zeit
t1 wird der Luftstrom zur Homogenisierung und Fluidisierung des lose geschütteten Formstoffes
ohne wirksamen Vorverdichtungseffekt aufgebaut. Dies geschieht mit einem sehr flachen
Druckgradienten von maximal 5 bar/sek, vorzugsweise 2bar/sek, bis das den Luftstrom
treibende Druckgefälle
B von maximal 3bar, vorzugsweise 0,5 bis 1,5bar erreicht ist. Dieses Druckgefälle und
damit der Luftstrom wird im dargestellten Zeitbereich
t2 mindestens 0,5sek, vorzugsweise 1 bis 3sek aufrecht erhalten, um eine wirksame Fluidisierung
und Homogenisierung des losen Formstoffes zu erzielen. Danach wird in den laufenden
Fluidisierungs- und Homogenisierungsvorgang hinein der Druckstoß mit einem Druckgradienten
von bis zu 600 bar/sek ausgelöst, dargestellt durch den Druckanstieg
A und der Zeit
t3. Der nach der Druckerhöhung
A erreichte Wirkdruck wird für eine kurze Zeitdauer
t4 von etwa 0,5sek aufrecht erhalten. Nach Ablauf der Zeit
t4 hat das Impulsventil die Impulsdüsen
26.1/2 wieder geschlossen, so daß aus dem Druckluftbehälter
19.1/2 keine Druckluft mehr in die Formkammer
10.1/2 strömen kann. Danach werden über die Zeit
t5 die Entlüftungsventile
47.1/2 langsam geöffnet, um einen schockfreien Druckabbau in der Formkammer einzuleiten.
Im Punkt
D sind die Entlüftungsventile ganz geöffnet, so daß ein weiterer kontrollierter Druckabbau
über die Drosseln
48.1/2 und innerhalb der Zeit
t6 erfolgen kann. Unter Berücksichtigung der vorzugweise vorgesehenen Wertigkeiten dauert
der gesamte Druckverlauf in etwa 5,5sek.

Gegenüber den bekannten Impulsverfahren mit einem einzelnen Druckstoß wird das erfindungsgemäße
Verfahren somit um die Zeit
t1 +
t2, d.h. um etwa 3 sek verlängert, womit jedoch eine wesentlich verbesserte Verdichtung,
insbesondere eine wesentlich verbesserte Gleichmäßigkeit der Verdichtung im gesamten
Formbereich erzielt wird. Von einer entsprechend konzipierten Hochleistungsformmaschine
kann jedoch der Zeitbedarf für das erfindungsgemäße, zeitgedehnte Formverfahren selbst
bei einem noch größeren Zeitbedarf ohne Taktzeiteinschränkung gedeckt werden. Im Vergleich
zu den bekannten zweistufigen Impulsverfahren ergibt sich für das erfindungsgemäße
Formverfahren hingegen keine nennenswerte Zeitverlängerung.
[0015] Das den Luftstrom treibende Druckgefälle
B kann auf verschiedene Art erzeugt werden. Gemäß
Fig.1a erfolgt dies, indem die Druckluft über ein feinrasteriges Netz kleiner Düsen
37.1 (Fig.2) bzw.
58.2 (Fig.5) /
61.2 (Fig.6d), die oberhalb eines Freiraumes
09.1/2 über den losen Formstoff
08.1/2 flächendeckend angeordnet sind, senkrecht eingeblasen wird. Der Luftstrom durchströmt
den Formstoff
08.1/2 und die Modellplattendüsen
07.1/2 und fließt über die Ventile
52.1/2 und
53.1/2 zur freien Atmosphäre ab. Der Hauptdurchflußwiderstand entsteht dabei beim Durchströmen
der Modellplattendüsen
07.1/2, während im lose geschütteten Formstoff nur ein geringer Durchflußwiderstand entsteht.
Entsprechend entsteht auch das Druckgefälle
B hauptsächlich an den Modellplattendüsen
07.1/2. Die Masse des Luftstromes (Massenstrom) wird daher auf die Abflußkapazität der Modellplattendüsen
07.1/2 eingestellt, damit die eingeblasene Druckluft bei gleichbleibendem Druckgefälle wieder
über die Modellplattendüsen
07.1/2 abfließen kann. Gemäß
Fig.1b kann das Druckgefälle
B auch durch Ansaugen erzeugt werden, indem an der Modellplattenunterseite
06.1/2 ein Unterdruck angelegt wird, der den Luftstrom über die Modellplattendüsen
07.1/2, über den losen Formstoff
08.1/2, über die Düsen
37.1 und über das Ventil
50.1 (Fig.2) bzw. entsprechend einer anderen Vorichtungsvariante direkt über die Ventile
50.2 (Fig.5) aus der freien Atmosphäre ansaugt. Gemäß
Fig.1c können die beiden Varianten aus
Fig.1a und
Fig.1b auch kombiniert werden. Das Druckgefälle
B setzt sich dabei aus dem Überdruck
B1 und dem Unterdruck
B2 zusammen.
[0016] Bei den
Figuren 1a und
1c kann das den Luftstrom treibende Druckgefälle
B auch dadurch erzeugt werden, indem von der Modellplattenunterseite
06.1/2 über die Modellplattendüsen
07.1/2 zunächst Druckluft entgegen der Schwerkraft des Formstoffes und entsprechend des
Druckverlaufes über die Zeit
t1 in die Formkammer
10.1/2 eingeblasen wird, bis der dem Druckgefälle
B (Fig.1a) bzw. dem Druckgefälle
B1 (Fig.1c) entsprechende Druck erreicht ist. Dabei ist das Düsensystem
37.1 (Fig.2) bzw.
58.2 (Fig.5) /
61.2 (Fig.6d) oberhalb des losen Formstoffes abgesperrt, um den Druckaufbau zu ermöglichen.
Die Formkammer
10.1/2 und die Luftporen im Formstoff werden dabei ohne Verdichtungseffekt in einen Zustand
höheren atmosphärisehen Druckes versetzt. Sobald der dem Druckgefälle
B bzw.
B1 entsprechende Druck erreicht ist, wird die Modellplattenunterseite
06.1/2 je nach Verfahrensvariante zur freien Atmosphäre
53.1/2a oder zur Unterdruckquelle
55.1/2 hin geschaltet. Gleichzeitig wird das Düsensystem
37.1 (Fig.2) bzw.
58.2 (Fig.5) /
61.2 (Fig.6d) freigegeben, womit der Luftstrom beginnt und womit das Druckgefälle aufrecht
erhalten wird. Das Druckgefälle wird dabei unmittelbar an den Modellplattendüsen
07.1/2 wirksam, woraus sich der Vorteil ergibt, daß der Luftstrom und somit die Homogenisierung
und Fluidisierung des Formstoffes in den unteren modellnahen Formstoffschichten beginnt
und sich dann in die oberen Schichten ausdehnt.
[0017] Die
Figuren 2, 3 und 4 zeigen die
Vorrichtungsvariante 1. Bei dieser Variante wird der Luftstrom von einem separatem, vom Impulssystem unabhängigen
Druckluftsysten
44.1 gespeist. Die als Schlitzdüsen ausgeführten Einblasdüsen
37.1 sind dabei in Anzahl und Durchgangsquerschnitt als konstante Größe festgelegt. Die
von der Abflußkapazität der variablen Modellplattendüsen
07.1 abhängige Masse des Luftstromes wird dabei nach den Gesetzmäßigkeiten des unterkritischen
bis kritischen Auströmens von dem regelbaren Innendruck der Einblasdüsen
37.1 bestimmt, wobei diese Einblasdüsen mit einem Druckverhältnis
pa/pi (Fig.4) von etwa 0,9 bis 0,528 betrieben werden können.
pi ist dabei der vom Druckregler
42.1 regelbare Innendruck vor den Einblasdüsen und
pa der Außendruck am Ausgang der Einblasdüsen. Beträgt beispielsweise das Druckgefälle
B (Fig.1a) 1,5bar, so ergibt sich für
pa ein absoluter Druck von 2,5bar. Bei einem absoluten Innendruck
pi = 2,78bar wird dabei ein praktisch noch anwendbares unterkritisches Druckverhältnis
von
pa/pi =2,5/2,78 = 0,9 erreicht, wobei der Massenstrom am kleinsten ist. Bei einem absoluten
Düseninnendruck
pi = 4,74bar wird das kritische Druckverhältnis
pa/pi = 2,5/4,74 = 0,528 erreicht, wobei der Massenstrom am größten ist. Eine weitere Steigerung
des Düseninnendruckes
pi mit Unterschreiten des Wertes 0,528 kann den Massenstrom bekanntlich nicht weiter
erhöhen. Bei dem beispielsweise angenommenen Druckgefälle
B mit 1,5bar bzw. dem daraus resultierenden absoluten Druck
pa = 2,5bar ergibt sich in dem Arbeitsbereich von 0,9 bis 0,528 eine Massenstromsteigerung
von etwa 270%, womit eine Anpassung an den unterschiedlichen Luftstrombedarf der einzelnen
Modelle ausreichend sichergestellt ist.
[0018] Die
Fig.2 zeigt einen Vertikalschnitt durch die Verdichtungsstation einer als beispielhaft
dargestellten Formmaschine. Im rechten Halbschnitt ist die Ausgangsstellung der Formmaschine
dargestellt, wobei die aus Modellträger
01.1, Modellplatte
02.1, Formkasten
03.1 und Füllrahmen
04.1 bestehende und mit losem Formstoff
08.1 gefüllte Formeinheit
05.1 in die Verdichtungsstation eingefahren ist. Im unteren Teil des rechten Halbschnittes
hat die andere Modellplattenhälfte
01.1a/02.1a die Verdichtungstation auf der Rollenbahn
33.1 nach hinten hin verlassen, so daß der Hubtisch
31.1 gegen die eingefahrene Formeinheit
05.1 anheben kann. Im linken Halbschnitt hat der Hubtisch
31.1 die Formeinheit
05.1 angehoben und mit einer entsprechenden Schließkraft gegen den Rahmen
17.1 der Bodenplatte
18.1 gedrückt. Die aus dem Bereich des lose geschütteten Formstoffes
08.1 und dem darüber befindlichen Freiraum
09.1 bestehende Formkammer
10.1 ist dadurch über die Dichtungen
11.1/12.1/13.1 druckdicht verschlossen. Die Freiraumhöhe
09.1 kann sehr klein gehalten werden, weil die feinrasterige und flächendeckende Anordnung
der Einblasdüsen
37.1 und der Impulsdüsen
26.1 innerhalb dieser kleinen Distanz die Bildung eines über der Formstoffoberfläche gleichmäßig
verteilten und senkrecht wirkenden Luftstromes und einer ebenso gleichmäßigen und
senkrecht wirkenden Impulsdruckwelle ermöglicht. Dadurch wird insbesondere der Druckluftverbrauch
reduziert und der Aufbau des hohen Druckgradienten für den Impulsdruckstoß begünstigt.Im
oberen Teil der
Fig.2 ist eine Impulsverdichtungseinheit
16.1 dargestellt, wie sie beispielsweise aus EP-0139119 bekannt ist. Es können aber auch
andere Impulsverdichtungssysteme vorgesehen werden. In der Bodenplatte
18.1 der Impulsverdichtungseinheit
16.1 sind die Einblasdüsen
37.1 in einem feinrasterigen Netz zwischen den lavalartigen Düsen
26.1 des Impulssystems flächendeckend angeordnet.
Fig.3 zeigt einen horizontalen Querschnitt durch die Bodenplatte
18.1, woraus die feinrasterige und flächendeckende Anordnung der Einblasdüsen
37.1 zwischen den ebenfalls feinrasterigen und flächendeckenden lavalartigen Impulsdüsen
26.1 ersichtlich ist. Die feinrasterige und flächendeckende Anordnung der Einblasdüsen
37.1 in Verbindung mit ihrer Ausführung als Schlitzdüsen mit 0,3mm Schlitzbreite, ermöglicht
vorteilhafterweise einen fein verteilten gleichmäßigen und senkrechten Luftstrom.
[0019] Das den Luftstrom speisende Druckluftsystem
44.1 besteht aus dem Speicherkessel
41.1, dem Druckregelventil
42.1, dem relativ kleinvolumigen Regelkessel
43.1, dem Schaltventil
45.1 und dem Rückschlagventil
46.1. Am Druckventil
42.1 wird der Düseninnendruck
pi für das Druckgefälle
B bzw. B1 (Fig.1a/1c) eingestellt und geregelt. über das Schaltventil
45.1 und über das Rückschlagventil
46.1 sowie über die Verteilerrohre
34.1 und über die Kanäle
35.1/36.1 wird die Druckluft
44.1 den Einblasdüsen
37.1 zugeführt. Die Ventile
42.1, 45.1 und
46.1 mit den Rohrleitungen sowie die Verteilerrohre
34.1 und die Kanäle
35.1/36.1 sind so großzügig dimensioniert, daß jede Einblasdüse
37.1 ausreichend und drosselfrei mit Druckluft versorgt wird, d.h. die Einblasdüsen haben
im Vergleich zu den vorangehenden Ventilen, Kanälen und Rohrleitungen den engsten
Durchgangsquerschnitt.
Fig.4 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt der Einblasdüsen
37.1 und der Kanäle
35.1/36.1, die zwischen den lavalartigen Düsen
26.1 des Impulssystems angeordnet sind. Bei den Einblasdüsen
37.1 handelt es sich um handelsübliche Schlitzdüsen mit 0,3mm Schlitzbreite, die mit einem
gekerbten Sitz in die Aufnahmebohrungen eingesetzt sind. Zur Sicherung der Einblasdüsen
sind die mit Bohrungen
40.1 und Dichtbändern
39.1 versehenen Flacheisen
38.1 unterhalb der Bodenplatte
18.1 angeschraubt. Eine besondere Aufgabe dieser mit Dichtbändern versehenen Flacheisen
38.1 besteht jedoch darin, daß die Größe der Bohrung
40.1 letztendlich den freien Durchgangsquerschnitt der Einblasdüse
37.1 bestimmt. Zum Beispiel ist bei der Bohrung
d1 (Fig.4) der volle Durchgangsquerschnitt der Einblasdüse
37.1 wirksam, während bei der Bohrung
d2 (Fig.4) ein Teil des Düsenquerschnittes abgedeckt und somit unwirksam ist. Auch könnten
einzelne Einblasdüsen auf diese Weise ganz verschlossen werden. Durch diese Maßnahmen
ist es vorteilhafterweise möglich, die Intensität des Luftstromes partiell zu variieren.
Beispielsweise befinden sich die meisten Modellplattendüsen
07.1 wegen der Formstoffreibung an den Formkastenwänden und wegen der häufig engen Abstände
zwischen Modell und Formkastenwand üblicherweise im Bereich der Formkastenwände. Hierauf
kann der Luftstrom sinnvoll angepaßt werden, indem die am äußeren Umfang angeordneten
Einblasdüsen
36.1/37.1a (Fig.3) mit vollem Durchgangsquerschnitt betrieben werden und die inneren Einblasdüsen
36.1/37.11 (Fig.3) mit reduzierten Durchgangsquerschnitt.
[0020] Die Vorrichtungsvariante
1 ermöglicht die Anwendung der bereits beschriebenen Verfahrensvarianten gemäß
Fig. 1a, 1b, und 1c sowie auch der Verfahrensvariante, wobei der Aufbau des Luftstromdruckes in der Formkammer
10.1 von unten durch die Modellplatte
02.1 erfolgt. Ausgehend von der Darstellung im linken Halbschnitt der
Fig.2 laufen die einzelnen Funktionen dabei wie folgt ab:
[0021] Beim Einschalten des Luftstromes gemäß
Fig.1a sind die Ventile
52.1 und
53.1 ausgeschaltet, so daß die Modellplattenunterseite
06.1 am Ventilausgang
53.1a mit der freien Atmosphäre verbunden ist. Hinter dem Druckregelventil
42.1, im Regelkessel
43.1 und im Rohrleitungssystem
44.1 steht der dem jeweiligen Modell entsprechende Druck für die Luftstromerzeugung an.
Im Druckbehälter
19.1, im Rohrleitungssystem
21.1 und im Kessel
20.1 steht der Druck für den Impulsdruckstoß an. Dieser Druck liegt etwa 3 bis 4bar über
dem Druck
B (Fig.1a), damit ein entsprechendes Druckgefälle für den Impulsdruckstoß gegeben ist.
Die Ventile
29.1 und
30.1 sind ausgeschaltet, wodurch der Hubkolben
23.1 allseitig vom Druck
21.1 der Impulseinheit beaufschlagt wird, sodaß er ohne Krafteinwirkung ist. Die Ventilstößel
25.1 werden durch den Druck
21.1 der Impulseinheit auf ihren Sitz gedrückt und dadurch geschlossen gehalten. Durch
Einschalten des Ventils
45.1 wird die Druckluft
44.1 den Einblasdüsen
37.1 zugeführt, womit der Luftstrom in den Freiraum
09.1 der Formkammer
10.1 eingeblasen wird und durch den Formstoff
08.1 und durch die Modellplattendüsen
07.1 zur Unterseite
06.1 der Modellplatte
02.1 fließt und von dort über die Leitungen
54.1 und über die Ventile
52.1/53.1 in die freie Atmosphäre
53.1a abgeleitet wird. Das Öffnen des Ventils
45.1 erfolgt über eine Zeitrampe, um das zu Beginn noch kleinere Druckverhätnis
pa/pi mit seinen Auswirkungen auf den Druckgradienten
B/t1 (Fig.1a) zu kompensieren. Der den Luftstrom treibende Druck wird innerhalb der Formkammer
10.1 von einem Drucksensor
49.1 überwacht, so daß bei Abweichungen von der Sollwerttoleranz eine Korrektur am Druckregelventil
42.1 erfolgen kann. In den laufenden Luftstrom hinein wird der Impulsdruckstoß ausgelöst,
indem das großflächige Schnellschaltventil
29.1 eingeschaltet wird. Dadurch wird der Kolbenraum
22.1 schlagartig entlastet und der Hubkolben
23.1 mit dem Hubrahmen
24.1 und den Ventilstößel
25.1 ebenso schlagartig angehoben, wodurch der Impulsdruckstoß ausgelöst wird. Dabei verhindert
das Rückschlagventil
46.1 ein zurückschlagen des Impulsdruckstoßes in das Drucksystem
44.1. Unterstützend dazu wird das Ventil
45.1 ohne Zeitrampe ausgeschaltet. Nach dem Zeitablauf
t4 (Fig.1a) wird durch Ausschalten des Ventils
29.1 und durch kurzzeitiges Einschalten des Ventils
30.1 der Kolbenraum
22.1 mit dem höheren Netzdruck
93.1 beaufschlagt, wodurch die Ventilstößel
25.1 die Impulsdüsen
26.1 wieder verschließen. Nach dem Wiederausschalten des Ventils
30.1 wird der Kolben
23.1 wieder allseitig vom Impuls-Systemdruck
21.1 beaufschlagt, so daß seine Kraftwirkung auf den Hubrahmen
24.1 wieder aufgehoben wird. Unmittelbar nach dem Verschließen der Impulsdüsen
26.1 wird das Ventil
47.1 über eine Zeitrampe geöffnet, womit ein schockfreier Druckabbau in der Formkammer
10.1 eingeleitet wird. Nachdem das Ventil
47.1 ganz geöffnet ist, erfolgt der weitere gesteuerte Druckabbau über die Drossel
48.1. Nach dem Druckabbau beginnt das Aussenken des Modells aus der Form und gleichzeitig
wird das Ventil
47.1 wieder geschlossen, womit der Verdichtungsvorgang beendet ist.
[0022] Beim Luftstrom gemäß
Fig.1c ist der Funktionablauf wie zuvor für Fig.1a beschrieben. Zusammen mit dem Ventil
45.1 wird dabei jedoch zusätzlich noch das Ventil
53.1 mit geschaltet, womit die Modellplattenunterseite
06.1 über die Bohrungen
32.1 und über die Leitungen
54.1 mit der Unterdruckquelle
55.1 verbunden wird. Die Drucksysteme
21.1 und
44.1 werden dabei auf den Druck
B1 (Fig.1c) abgestimmt.
[0023] Beim Luftstrom gemäß
Fig.1b werden zur Erzeugung des Luftstromes nur die Ventile
50.1 und
53.1 eingeschaltet. Dadurch wird der Luftstrom von Unterdruckquelle
55.1 über das eingeschaltete Ventil
53.1, über das ausgeschaltete Ventil
52.1, über die Leitungen
54.1, über die Bohrungen
32.1, über die Modellplattendüsen
07.1, durch die Formkammer
10.1 über das Düsensystem
37.1 und schließlich über das eingeschaltete Ventil
50.1 aus der freien Atmosphäre
50.1a angesaugt. Die Intensität des Luftstromes wird dabei von den Durchgangsquerschnitten
der Modellplattendüsen
07.1 und vom Unterdruck
C (Fig.1b) bestimmt, während der Luftstrom über die Ventile
50.1 frei einfließen kann, so daß also keine vorverdichtend wirkende Evakuierung der Formkammer
10.1 eintreten kann. Die Dichtungen
14.1 und
15.1 verhindern dabei das Ansaugen von Falschluft. In den laufenden Luftstrom hinein erfolgt
der Impulsdruckstoß wie zuvor beim Luftstrom zu
Fig.1a beschrieben. Zu Beginn des Impulsdruckstoßes wird dabei jedoch das Ventil
50.1 ausgeschaltet, damit der Druckstoß gegen die freie Atmosphäre abgesperrt ist. Das
Drucksystem
21.1 wird dabei auf den Druck
X (Fig.1c) abgestimmt.
[0024] Bei der Variante, bei der der Aufbau des Luftstromdruckes in der Formkammer
10.1 von unten durch die Modellplatte
02.1 erfolgt, wird der erforderliche Druck am Druckregler
51.1 eingestellt und geregelt. Dieser Druck entspricht dem bereits beschriebenen Ausgangsdruck
pa bzw.
C+B (Fig.1a/Fig.1c) am Ausgang der Einblasdüse
37.1 (Fig.4). Er ist damit immer kleiner als
pi (Fig.4), so daß die Primärseite des Druckreglers
51.1 vom Drucksystem
44.1 gespeist werden kann, welches dem Druck
pi entspricht. Ausgehend von der Darstellung im linken Halbschnitt der
Fig.2 läuft der Arbeitsvorgang wie folgt ab: Durch Einschalten des Ventils
52.1 wird die vom Druckregler
51.1 kommende Druckluft über die Leitungen
54.1 und über die Modellplattendüsen
07.1 von unten in die Formkammer
10.1 eingeblasen. Die Einblasintensität wird dabei in Abhängigkeit von den variablen Modellplattendüsen
07.1 an dem regelbaren Drosselventil
56.1 eingestellt. Die Ventile
45.1, 47.1, und
50.1 sind dabei ausgeschaltet bzw. geschlossen, damit ein Druckaufbau ermöglicht wird.
Der Druckaufbau erfolgt auch hierbei mit dem sehr flachen Druckgradienten von 5bar/sek,
vorzugsweise 2bar/sek über die Zeit
t1 (Fig.1a/1c), wodurch ein Anheben des Formstoffes in den Freiraum
09.1 und somit eine Verdichtung des Formstoffes verhindert wird. Die Formkammer
10.1 bzw. der Freiraum
09.1 und die Luftporen im Formstoff werden dabei lediglich in den Zustand eines höheren
atmosphärischen Druckes entsprechend
pa bzw.
C+B (Fig.1a/Fig.1c) versetzt. Sobald der am Druckregler
51.1 eingestellte Druck in der Formkammer
10.1 erreicht ist und vom Drucksensor
49.1 gemeldet wird, wird das Ventil
45.1 eingeschaltet und das Ventil
52.1 ausgeschaltet, so daß der Luftstrom von oben nach unten eingeleitet wird. Je nach
Schaltstellung des Ventils
53.1 fließt der Luftstrom dabei gemäß
Fig.1a zur freien Atmosphäre
53.1a oder gemäß
Fig.1c zur Unterdruckquelle
55.1 ab. In den laufenden Luftstrom hinein wird dann wie bereits zuvor zur Variante gemäß
Fig.1a beschrieben der Druckstoß ausgelöst.
[0025] Die
Figuren 5 und 6a bis 6e zeigen die
Vorrichtungsvariante 2. Bei dieser Variante wird der Luftstrom direkt aus dem Druckluftbehälter
19.2 bzw. aus dem Impuls-Drucksystem
21.2 gespeist. Die von der Abflußkapazität der variablen Modellplattendüsen
07.2 abhängige Masse des Luftstromes wird dabei auf Grund des Druckverhältnises
pa/pi < 0,528 nach den Gesetzmäßigkeiten des überkritischen Ausströmens von den regelbaren
Durchgangsquerschnitten der Ventilstößel
58.2 (Fig.5) bestimmt.
pi ist dabei der im Druckluftbehälter
19.2 anstehende Druck
21.2 des Impulssystems und
pa der Außendruck im Freiraum
09.2 bzw. in der Formkammer
10.2 unterhalb der Ventilstößel
58.2. Beträgt beispielsweise das Druckgefälle
B (Fig.1a) 1,5bar, so ergibt sich für
pa ein absoluter Druck von 2,5bar. Bei einem für den Impulsdruckstoß erforderlichen
Druckgefälle zwischen dem Druckluftbehälter
19.2 und dem Formkammerbereich
09.2, welches üblicherweise zwischen 3 und 4 bar liegt, ergibt sich dann für
pi im Druckluftbehälter
19.2 beispielsweise ein absoluter Druck von 2,5+4,0 = 6,5 bar. Das Druckverhältnis liegt
dabei mit
Pa/Pi = 2,5/(2,5+4,0) = 0,38 < 0,528 weit im überkritischen Bereich. Das Drucksystem
20.2/21.2 wird während des Luftstromes über das Ventil
28.2 aus dem Druckluftnetz nachgespeist, um den Druckluftvorrat bzw. den Ausgangsdruck
für den Impulsdruckstoß aufrecht zu erhalten. Das Druckverhältnis
pa/pi bleibt daher während des Luftstromes unverändert im überkritischen Bereich. Der unterkritische
Bereich würde erst erreicht, wenn das Druckgefälle
B (Fig.1a) auf einen praktisch nicht mehr anwendbaren Wert von 2,24bar abgesenkt würde
(
pa/pi = 2,5/(2,5+2,24) = 0,528). Auf Grund der Druckverhältnisse ist der überkritische
Bereich sichergestellt, so daß die Masse des Luftstromes im praktischen Betrieb ausschließlich
von den variablen Durchgangsquerschnitten der Ventilstößel
58.2 bestimmt wird. Im Falle des unterkritischen Betriebes, d.h.
pa/pi>0,528 würde die Masse des Luftstromes neben dem variablen Durchgangsquerschnitt auch
noch vom Druck
pi mit beeinflußt, was grundsätzlich auch durchführbar wäre.
[0026] Die Ventilstößel
58.2 (Fig.5) haben eine Doppelfunktion, wobei sie in der ersten Funktionsphase einen variablen
Durchgangsquerschnitt für den Luftstrom freigeben und in der zweiten Funktionsphase
durch schlagartiges Anheben die Impulsdüsen
26.2 für den Impulsdruckstoß öffnen. Die Ventilstößel
58.2 mit den Impulsdüsen
26.2 sind gemäß der Darstellung in
Fig.5 und
Fig.3 in einem feingliederigen und flächendeckenden Raster oberhalb der Formkammer
10.2 angeordnet, wodurch ein gleichmäßig verteilter und senkrechter Luftstrom sowie auch
eine gleichmäßige und senkrecht wirkende Impulsdruckwelle ermöglicht wird. Auf Grund
der feinrasterigen und flächendeckenden Anordnung der Impulsdüsen
26.2 kann die Freiraumhöhe
09.2 sehr klein gehalten werden, wodurch der Druckluftverbrauch reduziert und der Aufbau
des hohen Druckgradienten für den Impulsdruckstoß begünstigt wird.
[0027] Die
Figuren 6a, 6b, 6c und 6d zeigen den Ventilstößel
58.2 (Fig.5) in verschiedenen Betriebsstellungen. In
Fig.6a ist der Ventilstößel in Schließstellung und in
Fig.6b in maximaler Öffnungsstellung für den Impulsdruckstoß dargestellt. In
Fig.6c ist der Ventilstößel in einer geringfügigen Öffnungsstellung und in
Fig.6d in einer maximalen Öffnungsstellung jeweils für den Luftstrom dargestellt. Die Ventilstößelumströmung
für den Impulsdruckstoß ist in
Fig.6b durch die Pfeillinien
59.2 dargestellt. In
Fig.6d kennzeichnen die Pfeillinien
60.2 die Ventilstößeldurchströmung für den Luftstrom. Der dabei durchströmte Ringspalt
61.2 bewirkt eine feine und großflächige Verteilung der ausströmenden Druckluft. Der Ringspalt
61.2 hat einen größeren Querschnitt als der maximale Durchgangsquerschnitt an der Steuerkante
62.2, so daß im Ringspalt
61.2 keine Drosselwirkung entstehen kann. Die feinrasterige und flächendeckende Anordnung
der Impulsdüsen
26.2 im Zusammenhang mit dem feinverteilten Ausblasen aus den Ringspalten bewirkt einen
fein verteilten, gleichmäßigen und senkrechten Luftstrom.
[0028] Im weiteren werden die Ventilstößel
58.2 (Fig.5) anhand der Figuren
6a, 6b, 6c und 6d beschrieben. Der einzelne Ventilstößel besteht aus einem metallischen und kreisrundem
(D1/D2) Grundkörper
63.2, auf dem im oberen Teil die Dichtung
64.2 und im unteren Teil die Dichtung
65.2 aufvulkanisiert ist. Im Ruhezustand drückt der Hubrahmen
24.2 (Fig.5 und 6a) die Ventilstößel auf die Ventilsitze
57.2 in der Bodenplatte
18.2, wobei die Dichtung
64.2 den Luftstrom
60.2 sperrt und die Dichtung
65.2 den Impulsstrom
59.2 sperrt. Die Schließkraft
S1 auf die Dichtun
g 64.2 ist das Produkt aus dem Druck
pi (Fig.6a) im Druckbehälter
19.2 und der Kreisfläche aus
D1 (Fig.6a) und sie wirkt über die Oberseite
24.2a des Hubrahmens
24.2 mit dem Flächenwert
D1. Da der Hubkolben
23.2 allseitig vom Drucksystem
21.2 beaufschlagt wird, ist er ohne Krafteinwirkung auf den Hubrahmen
24.2. Der Hubrahmen
24.2 wird daher nur durch die Summe der einzelnen Schließkräfte
S1 nach unten auf die Ventilstößel gedrückt. Die Schließkraft
S2 auf die Dichtung
65.2 ist das Produkt aus dem Druck
pi im Druckbehälter
19.2 und der Kreisfläche
D2, wobei sich die Wirkungsfolge wie folgt zusammensetzt:

Der Ventilstößel
63.2/64.2/65.2 ist auf dem am Hubrahmen
24.2 befestigten Bolzen
66.2 geführt. Der Bolzen
66.2 ist an der unteren Seite mit einem Bund
67.2 und einem Schlüsselsechskant versehen. Auf dem Bund
67.2 liegt eine aus Gummi bestehende Dämpfscheibe
68.2 und darauf wiederum eine aus schlagfestem Kunststoff bestehende Prallscheibe
69.2 auf. Der Bolzen ist mit Ausfräsungen
70.2 versehen, womit an der Steuerkante
62.2 ein regelbarer Durchgangsquerschnitt für den Luftstrom
60.2 gebildet wird. Über den Weg
71.2 und der Kurve
72.2 wird der Durchgangsquerschnitt für den Luftstrom
60.2 von Null bis Maximal linear verstellt. Die Schnitte
U, V und
W zur Figur 6b zeigen die Durchgangsquerschnitte
73.2, 74.2 und
75.2 zu verschiedenen Stellungen des Bolzens
66.2 zur Steuerkante
62.2 des Ventilstößelgrundkörpers
63.2. In
Fig.6c ist ein Durchgangsquerschnitt an der Steuerkante
62.2 durch das Bezugszeichen
76.2 gekennzeichnet. Der Stellweg
71.2 ist relativ lang ausgelegt, um so eine bessere Auflösung des Stellweges und damit
eine genaue Einstellung bzw. Regelung des Durchgangsquerschnittes an der Steuerkante
62.2 zu erzielen. Zur Einleitung des Luftstromes wird der Hubrahmen
24.2 mit den Bolzen
66.2 vom dem als Positionierantrieb ausgeführten Hydraulikzylinder
82.2 (Fig.5) soweit angehoben, bis der Durchgangsquerschnitt an der Steuerkante
62.2 den vorgegebenen, von den variablen Modellplattendüsen
07.2 abhängigen Wert erreicht hat. Dabei hebt der Hubrahmen
24.2 von den Dichtungen
64.2 ab, während der Ventilstößel
63.2/64.2/65.2 vom Druck
pi bzw.
21.2 über die Fläche von
D2 weiterhin auf den Ventilsitz
57.2 gehalten wird. Durch das Abheben des Hubrahmens
24.2 von der Dichtung
64.2 gelangt die Druckluft
21.2 zur Steuerkante
62.2 und durchströmt den Ventilstößel entsprechend der Pfeillinien
60.2. Je nach Öffnungsstellung
77.2 bzw.
78.2 stellt sich zwischen der Ventilstößelfläche
63.2a und der Prallscheibe
69.2 die Distanz
80.2 bzw.
81.2 ein. Dieses Maß dient als Beschleunigungsweg des Hubrahmens
24.2 beim Auslösen des Impulsdruckstoßes. Hierzu wird der Kolbenraum
22.2 schlagartig entlastet, wodurch der Hubrahmen
24.2 ebenso schlagartig angehoben wird. Nach Durchfahren der Distanz
80.2 bzw.
81.2 schlägt die Prallscheibe
69.2 mit einer bereits erreichten definitiven Geschwindigkeit gegen den Ventilstößel und
hebt diesen mit der Dichtung
65.2 im
"fliegenden Start" vom Ventilsitz
57.2 ab, wobei die maximale Öffnungsstellung
h (Fig.6b) in wenigen Millisekunden erreicht wird und wodurch der Impulsdruckstoß mit
einem Druckgradienten von bis zu 600bar/sek ausgelöst wird. Die Öffnungsstellung
h=D3/4 entspricht dabei einem drosselfreien Einströmquerschnitt für
D3 
. Die Prallscheibe
69.2 besteht aus einem schlagfesten Kunststoff, um ein metallisches Anschlagen zu vermeiden
und durch die unter der Prallscheibe
69.2 liegenden Gummischeibe
68.2 wird außerdem noch der Anschlag der Prallscheibe
69.2 an den Ventilstößel
63.2 gedämft. Durch unterschiedliche Staffelung der Prallscheibenhöhe
79.2 wird verhindert, daß alle Ventilstößel gleichzeitig vom Ventilsitz abheben, wodurch
die Hubkraft bzw. die Öffnungskraft wesentlich reduziert wird und was sich außerdem
günstig auf das schnelle Abheben der Ventilstößel auswirkt. Mit Vorteil kann die Öffnungsfolge
so ausgeführt werden, daß als erstes die äußeren und dann zunehmend die inneren Ventilstößel
vom Ventilsitz abheben, was in Bezug auf die Formstoffreibung an der Formkastenwand
vorteilhafterweise zu einer glockenförmigen Impulsdruckwelle führt. Im weiteren kann
auch der Luftstrom im Außenbereich intensiviert werden, indem die Durchgangsquerschnitte
im Außenbereich größer ausgeführt werden als im Innenbereich.
[0029] Die
Fig.6e zeigt eine alternative Ausführungsform des Ventilstößels, wobei der Grundkörper bei
sonst gleicher Funktion aus einer metallischen Hülse
95.2 und einer darauf aufvulkanisierten Gummiummantelung
96.2 besteht.
[0030] Die
Fig.5 zeigt einen Vertikalschnitt durch die Verdichtungsstation einer als beispielhaft
dargestellten Formmaschine. Im rechten Halbschnitt ist die Ausgangsstellung der Formmaschine
dargestellt, wobei die aus Modellträger
01.2, Modellplatte
02.2, Formkasten
03.2 und Füllrahmen
04.2 bestehende und mit losen Formstoff
08.2 gefüllte Formeinheit
05.2 in die Verdichtungsstation eingefahren ist. Im linken Halbschnitt hat der Hubtisch
31.2 die Formeinheit
05.2 angehoben und mit einer entsprechenden Schließkraft gegen den Rahmen
17.2 der Bodenplatte
18.2 gedrückt. Die aus dem Bereich des lose geschütteten Formstoffes
08.2 und dem darüber befindlichen Freiraum
09.2 bestehende Formkammer
10.2 ist über die Dichtungen
11.2/12.2/13.2 druckdicht verschlossen. Die Freiraumhöhe
09.2 kann sehr klein gehalten werden, weil die feinrasterige und flächendeckende Anordnung
der Düsen
26.2 innerhalb dieser kleinen Distanz die Bildung eines über die Formstoffoberfläche gleichmäßig
verteilten und senkrecht wirkenden Luftstromes und einer ebenso gleichmäßig verteilten
und senkrecht wirkenden Impulsdruckwelle ermöglicht. Dadurch wird insbesondere der
Druckluftverbrauch reduziert und der Aufbau des hohen Druckgradienten begünstigt.
Im oberen Teil der
Fig.5 ist eine Verdichtungseinheit
16.2 dargestellt, wie sie beispielweise (mit Ausnahme der zuvor beschriebenen Ventilstößel
58.2 und des Stellzylinders
82.2) aus EP-0139119 bekannt ist. Dabei weist der Kolbenraum
22.2 eine Vertiefung
83.2 auf, die im unteren Bereich durch den eingeschweißten Boden
84.2 druckdicht zum Raum
19.2 begrenzt ist. Im oberen Bereich wird die Vertiefung
83.2 durch die mit Schrauben befestigte Scheibe
85.2 begrenzt. Durch die Bohrung der Scheibe
85.2 wird die Kolbenstange
86.2 des Stellzylinders
82.2 berührungslos in die Vertiefung
83.2 eingeführt. Am unteren Ende der Kolbenstange
86.2 ist die Mitnehmerscheibe
87.2 befestigt, die beim Anheben unter die Scheibe
85.2 greift und dabei den Kolben
23.2 mit dem Hubrahmen
24.2 anhebt und damit die Durchgansquerschnitte für den Luftstrom öffnet. Im Ruhezustand
bzw. in der untersten Stellung des Stellzylinders
82.2 hat die Mitnehmerscheibe
87.2 den Abstand
88.2 zur Scheibe
85.2, so daß die Kolbenstange
86.2 und die Mitnehmerscheibe
87.2 keine Berührung zur Scheibe
85.2 haben und die Ventilstößel
58.2 (Fig.5) so ungehindert auf ihre Ventilsitze gedrückt werden können. Der hydraulisch
betriebene Stellzylinder
82.2 ist in der, den Kolbenraum
22.2 nach oben begrenzenden Kopfplatte
89.2 befestigt. Im Stellzylinder
82.2 ist eine Wegmeßeinrichtung integriert, die im Zusammenwirken mit einer elektronischen
Regeleinrichtung
90.2 und einem hydraulischen Proportional- oder Servoventil
91.2 ein genaues Positionieren der Kolbenstange
86.2 und der Mitnehmerscheibe
87.2 ermöglicht. Damit können dann auch über den Hubrahmen
24.2 die Ventilstößelbolzen
66.2 in eine genaue Position gebracht werden, die dem vorgegebenen Durchgangsquerschnitt
an der Steuerkante
62.2 entspricht.
[0031] Auch die Vorrichtungsvariante
2 ermöglicht die Anwendung der bereits beschriebenen Verfahrensvarianten gemäß
Fig. 1a, 1b und 1c sowie der Verfahrensvariante, wobei der Aufbau des Luftstromdruckes in der Formkammer
10.2 von unten durch die Modellplatte
02.2 erfolgt. Ausgehend von der Darstellung im linken Halbschnitt der
Fig.5 laufen die einzelnen Funktionen dabei wie folgt ab:
[0032] Für den Luftstrom genmäß
Fig.1a sind die Ventile
52.2 und
53.2 ausgeschaltet, so daß die Modellplattenunterseite
06.2 am Ventilausgang
53.2a mit der freien Atmosphäre verbunden ist. Im weiteren sind auch die Ventile
47.2 und
50.2 ausgeschaltet. Im Druckluftbehälter
19.2 steht der Druck
21.2 an und das Ventil
28.2 ist geöffnet, damit während des Luftstromes Druckluft aus dem aus dem Netz nachfließen
kann, womit der Wert des Systemdruckes
21.2 für den nachfolgenden Impulsdruckstoß aufrecht erhalten wird. Der Hubkolben
23.2 steht allseitig unter dem Systemdruck
21.2, so daß er ohne Krafteinwirkung auf den Hubrahmen
24.2 ist. Die Ventilstößel
58.2/63.2 werden vom Systemdruck
21.2 auf ihren Ventilsitz gedrückt und dadurch geschlossen gehalten. Durch Einschalten
des Ventilmagneten
91.2a wird der Kolben des Stellzylinders
82.2 nach oben bewegt. Nach Durchfahren der Distanz
88.2 erfaßt die Mitnehmerscheibe
87.2 die Scheibe
85.2, wodurch der Hubrahmen
24.2 mit den Bolzen
66.2 soweit nach oben gezogen wird, bis an der Steuerkante
62.2 der von den variablen Modellplattendüsen
07.2 abhängige Durchgangsquerschnitt erreicht ist. Das Öffnen bis zu diesem Durchgangsquerscnitt
erfolgt über eine Zeitrampe, um das zu Beginn noch kleinere Druckverhältnis
pa/pi mit seinen Auswirkungen auf den Druckgradienten
B/t1 (Fig.1a) zu kompensieren. Die lineare Erweiterung des Durchgangsquerschnittes von
Null bis Maximal erfolgt über den relativ langen Weg
71.2, um durch eine bessere Auflösung eine genaue Einstellung des Durchgangsquerschnittes
und somit des Massenstromes zu erzielen. Mit dem Öffnen des Durchgangsquerschnittes
an der Steuerkante
62.2 beginnt der Luftstrom entsprechend der Pfeillinien
60.2 über alle Düsen
26.2 zu fließen und er erreicht nach der Zeit
t1 (Fig1a) seine, auf die Abflußkapazität der Modellplattendüsen
07.2 abgestimmte Stärke. Der Luftstrom fließt durch den Formsand
08.2, über die Modellplattendüsen
07.2, und über die Ventile
52.2 und
53.2 zur freien Atmosphärte
53.2a ab. Dabei wird der den Luftstrom treibende Druck innerhalb der Formkammer
10.2 von einem Sensor
49.2 überwacht, so daß bei Abweichungen von der Sollwerttoleranz eine Korrektur der Hubstellung
des Stellzylinders
82.2 und damit des Durchgangsquerschnittes an den Steuerkanten
62.2 erfolgen kann. In den laufenden Luftstrom hinein wird der Impulsdruckstoß ausgelöst,
indem das großflächige Schnellschaltventil
29.2 eingeschaltet wird. Dadurch wird der Kolbenraum
22.2 schlagartig entlastet und der Hubkolben
23.2 mit dem Hubrahmen
24.2 ebenso schlagartig angehoben. Die Scheibe
85.2 entfernt sich dabei von der ruhenden Mitnehmerscheibe
87.2 und nach Durchfahren der Strecke
80.2 bzw.
81.2 werden die Ventilstößel
58.2 (Fig.5) bzw.
63.2/65.2 (Fig.6c/6d) mit einer bereits erreichten definitiven Geschwindigkeit des Hubrahmens
24.2 im
"fliegenden Start" von ihren Ventilsitzen
57.2 abgehoben, wodurch der Impulsdruckstoß ausgelöst wird. Die
Fig.5a zeigt im linken Halbschnitt den Hubkolben
23.2 und den Stellzylinder
82.2 mit der an Scheibe
85.2 anliegenden Mitnehmerscheibe
87.2 in der Luftstromstellung. Der rechte Halbschnitt zeigt den Hubkolben
23.2 in der Stellung für den Impulsdruckstoß, wobei er sich von der Mitnehmerscheibe
87.2 entfernt hat. Mit Auslösung des Impulsdruckstoßes wird die Mitnehmerscheibe
87.2 des Stellzylinders
82.2 durch Einschalten des Magneten
91.2b wieder in die unterste Position gemäß
Fig.5 gefahren. Nach dem Zeitablauf
t4 (Fig.1a) wird durch Ausschalten des Ventils
29.2 und durch kurzzeitiges Einschalten des Ventils
30.2 der Kolbenraum
22.2 mit dem höheren Netzdruck
93.2 beaufschlagt, wodurch die Ventilstößel
58.2 die Impulsdüsen
26.2 wieder verschließen. Nach dem Wiederausschalten des Ventils
30.2 wird der Kolben
23.2 wieder allseitig vom Impulsdrucksystem
21.2 beaufschlagt, so daß die Krafteinwirkung auf den Hubrahmen
24.2 wieder aufgehoben wird. Unmittelbar nach dem Verschließen der Impulsdüsen
26.2 wird das Ventil
47.2 über eine Zeitrampe geöffnet, womit ein schockfreier Druckabbau in der Formkammer
10.2 eingeleitet wird. Nach dem das Ventil
47.2 ganz geöffnet ist, erfolgt der weitere gesteuerte Druckabbau über die Drossel
48.2. Nach dem Druckabbau beginnt das Aussenken des Modells aus der Form und gleichzeitig
wird das Ventil
47.2 wieder geschlossen, womit der Verdichtungsvorgang beendet ist.
[0033] Beim Luftstrom gemäß
Fig.1c ist der Funktionsablauf wie zuvor für
Fig.1a beschrieben. Zusammen mit dem Öffnen der Durchgangsquerschnitte an der Steuerkante
62.2 (Fig.6d) wird dabei jedoch zusätzlich das Ventil
53.2 eingeschaltet, womit die Modellplattenunterseite
06.2 über die Leitungen
54.2 mit der Unterdruckquelle
55.2 verbunden wird. Das Drucksystem
21.2 wird dabei auf den Druck
B1 (Fig.1c) abgestimmt.
[0034] Beim Luftstrom gemäß
Fig.1b werden zur Erzeugung des Luftstromes nur die Ventile
50.2 und
53.2 eingeschaltet. Dadurch wird der Luftstrom von der Unterdruckquelle
55.2 über das eingeschaltete Ventil
53.2, über das ausgeschaltete Ventil
52.2 über die Leitungen
54.2, über die Modellplattendüsen
07.2, durch die Formkammer
10.2 und schließlich über die eingeschalteten Ventile
50.2 aus der freien Atmosphäre
50.2a angesaugt. Die Intensität des Luftstromes wird dabei von den Durchgangsquerschnitten
der Modellplattendüsen
07.2 und vom Unterdruck
C (Fig.1b) bestimmt, während der Luftstrom über die Ventile
50.2 frei einfließen kann, so daß also keine vorverdichtend wirkende Evakuierung der Formkammer
10.2 eintreten kann. Die Dichtungen
14.2 und
15.2 verhindern ein Ansaugen von Falschluft. In den laufenden Luftstrom hinein erfolgt
der Impulsdruckstoß wie zuvor zu
Fig.1a beschrieben. Dabei werden die Ventilstößel jedoch in einem Hub gemäß Darstellung
von
Fig.6a zu
Fig.6b für den Impulsdruckstoß geöffnet. Zu Beginn des Impulsdruckstoßes wird das Ventil
50.2 ausgeschaltet, damit der Druckstoß zur freien Atmosphäre abgesperrt ist. Das Drucksystem
21.2 wird dabei auf den Druck
X (Fig.1c) abgestimmt.
[0035] Bei der Variante, bei der der Aufbau des Luftstromdruckes in der Formkammer
10.2 von unten durch die Modellplatte
02.2 erfolgt, wird der erforderliche Druck am Druckregler
51.2 eingestellt und geregelt. Dieser Druck entspricht dem bereits beschriebenen Ausgangsdruck
pa bzw.
C+B (Fig.1a/1c) am Ringspalt
61.2 (Fig.6d). Ausgehend vom linken Halbschnitt der
Fig.5 läuft der Arbeitsvorgang wie folgt ab: Durch Einschalten des Ventils
52.2 wird die vom Druckregler
51.2 kommende Druckluft über die Leitungen
54.2 und über die Modelplattendüsen
07.2 von unten in die Formkammer
10.2 eingeblasen. Die Einblasintensität wird dabei in Abhängigkeit von den variablen Modellplattendüsen
an dem regelbaren Drosselventil
56.2 eingestellt. Die Ventile
47.2 und
50.2 sind dabei ausgeschaltet bzw. geschlossen, damit ein Druckaufbau möglich wird. Der
Druckaufbau erfolgt auch hierbei mit dem sehr flachen Druckgradienten von 5bar/sek
(vorzugsweise 2bar/sek) über die Zeit
t1 (Fig.1a/1c), wodurch ein Anheben des Formstoffes in den Freiraum
09.2 und somit eine Verdichtung des Formstoffes verhindert wird. Die Formkammer
10.2 bzw. der Freiraum
09.2 und die Luftporen im Formstoff werden dabei lediglich in den Zustand eines höheren
atmosphärischen Druckes entsprechend
pa bzw.
C+B (Fig.1a/1c) versetzt. Sobald der am Druckregler
51.2 eingestellte Druck in der Formkammer
10.2 erreicht ist und vom Drucksensor
49.2 gemeldet wird, wird der Magnet
91.2a eingeschaltet, womit der Kolben des Stellzylinders
82.2 den Hubrahmen
24.2 mit den Bolzen
66.2 soweit nach oben zieht, bis an der Steuerkante
62.2 der von den variablen Modellplattendüsen
07.2 abhängige Durchgangsquerschnitt erreicht ist. Da der Druck
pa in der Formkammer
10.2 bereits ansteht, kann dieser Öffnungsvorgang im Gegensatz zu dem von oben aufgebauten
Druck
pa schnell und ohne Zeitrampe erfolgen. Gleichzeitig mit dem Einschalten des Magneten
91.2a wird das Ventil
52.2 ausgeschaltet, so daß der Luftstrom von oben nach unten eingeleitet wird. Je nach
Schaltstellung des Ventils
53.2 fließt der Luftstrom dabei gemäß
Fig.1a zur freien Atmosphäre
53.2a oder gemäß
Fig.1c zur Unterdruckquelle
55.2 ab. Der den Luftstrom treibende Druck innerhalb der Formkammer
10.2 wird von dem Sensor
49.2 überwacht, so daß bei Abweichungen von der Sollwerttoleranz eine Korrektur der Hubstellung
des Stellzylinders
82.2 und somit des Durchgangsquerschnittes an der Steuerkante
62.2 erfolgen kann. In den laufenden Luftstrom hinein wird dann wie bereits zuvor zur
Vorrichtungsvariante
2 und
Fig.1a beschrieben der Druckstoß ausgelöst.
[0036] Wie bereits beschrieben, ist die Masse des Luftstromes von der Abflußkapazität der
Modellplattendüsen
07.1/2 abhängig, da diese den Hauptdurchflußwiderstand für den Luftstrom bilden.
[0037] Es wird dabei nur soviel Druckluft in die Formkammer
10.1/2 eingeblasen, wie bei dem entsprechenden Druckgefälle
B (Fig. 1a/1c) und ohne weiteren Druckstau über die Modellplattendüsen
07.1/2 abfließen kann. Da die Modelle nach den individuellen Erfordernissen nach Anzahl,
Größe und Aufteilung sehr unterschiedlich mit den als Schlitzdüsen ausgeführten Modellplattendüsen
07.1/2 bestückt sind, muß die Masse des Luftstromes auch individuell für jedes Modell eingestellt
werden. Dies erfolgt wie bereits beschrieben bei der Vorrichtungsvariante
1 im unterkritischen Bereich über den Druck
pi (Fig.4) vor den Einblasdüsen
37.1 und bei der Vorrichtungsvariante
2 im überkritischen Bereich über die Durchgangsquerschnitte in den Ventilsstößeln
58.2, die schließlich von der Hubstellung des Stellzylinders
82.2 bestimmt werden. Um bei einem Wechsel eines Modellplattenpaares oder auch beim ständigen
Wechsel von Ober- und Unterkastenmodell die entsprechenden Werte schnell und automatisch
einstellen zu können, wird für jedes Modellpaar ein Datensatz angelegt, in dem alle
modellrelevanten Daten, nach Oberkasten-und Unterkastenmodell differenziert, abgelegt
werden. Neben den gießtechnischen Daten wie beispielsweise Gießtrichterposition, Eingußgewicht,
Impfmittel, Kühlzeit usw. werden auch die formtechnischen Daten für Formstoff, Verdichtung
und Luftstrom in dem Datensatz abgelegt. Der Datensatz wird der Modellnummer fest
zugeordnet. Beim Wechsel eines Modellplattenpaares wird die Modellnummer über eine
an der Modellplatte
02.1/2 angebrachte Kodierleiste automatisch gelesen und der zugeordnete Datensatz automatisch
aktiviert. Die formtechnischen Daten können dann im Wechsel für Ober-und Unterkastenmodell
abgerufen werden, wobei die Identifizierung von Ober- und Unterkastenmodell durch
den fest gefügten Rhythmus der Formanlagensteuerung erfolgt. Für die gießtechnischen
Daten wird die Modellnummer mit der zugehörigen Form über ein Schieberegister an die
entsprechende Anlagenstation weiter gegeben. Anstatt des automatischen Auslesens der
Modellnummer mittels Kodierleiste, kann die Modellnummer beim Wechsel eines Modellpaares
auch manuell über eine Tastatur oder über einen Kodierschalter eingegeben werden.
Nach Freigabe und mit dem Vollzug des Modellwechsels wird dann die Modellnummer übernommen
und der zugeordnete Datensatz aktiviert. Die Daten für den erfindungsgemäßen Luftstrom
werden entsprechend der ausgeführten Vorrichtungsvariante und der ausgewählten Betriebsvariante
automatisch an die Stellgeräte ausgegeben. Die Ausgabe an die Stellgeräte erfolgt
dabei immer sofort nach Abschluß eines Verdichtungsvorganges, damit bis zum nächsten
Verdichtungsvorgang für eventuelle Druckveränderungen genügend Zeit zur Verfügung
steht. Die im Datensatz abgelegten Parameter für die Vorichtungsvariante
1 bestehen dabei aus:
| Druckwert für das Druckregelventil |
42.1 |
| Druckwert für das Druckregelventil |
51.1 |
| Drosselwert für das Drosselventil |
56.1 |
| Unterdruckwert für die Unterdruckquelle |
55.1 |
| Korrespondenzwert für Drucksensor |
49.1 |
| Zeiten t1 und t2 gemäß Fig.1a/1b/1c |
|
| Druckwert für das Druckregelventil |
27.1 (Impulssystem) |
[0038] Die im Datensatz abgelegten Parameter für die Vorrichtungsvariante
2 bestehen dabei aus:
| Hubwert zum Durchgangsquerschnitt an der Steuerkante |
62.2 |
| gemäß |
77.2 (Fig.6c) |
| bzw. |
78.2 (Fig.6d) |
| Druckwert für das Druckregelventil |
51.2 |
| Drosselwert für das Drosselventil |
56.2 |
| Unterdruckwert für die Unterdruckquelle |
55.2 |
| Korrespondenzwert für Drucksensor |
49.2 |
| Zeiten t1 und t2 gemäß Fig.1a/1b/1c |
|
| Druckwert für das Druckregelventil |
27.2 (Impulssystem) |
[0039] Die Parameter für den Luftstrom werden beim erstmaligen Einsatz eines Modellpaares
durch Versuche ermittelt und nach Festlegung einer Modellnummer in den ihr zugeordneten
Datensatz eingetragen. Zur Optimierung kann der Datensatz während des Betriebes verändert
werden.
[0040] In seiner Gesamtfunktion stellt das Luftstromsystem zwischen dem Druckluftsystem
44.1 bzw.
21.2 und der Außenatmosphäre
53.1/2a oder der Unterdruckquelle
55.1/2 einen zweistufigen Durchströmungsvorgang dar. Die erste Stufe ist das Druckgefälle
zwischen dem Drucksytem
44.1/2 bzw.
21.1/2 und dem Freiraum
09.1/2 (Fig.2 und 5) über der losen Formstoffoberfläche, welches an den Luftstromdüsen entsteht
und welches für die Vorrichtungsvariante
1 unterkritisch und für die Vorrichtungsvariante
2 überkritisch ist. Die zweite Stufe ist das den Luftstrom treibende Druckgefälle
B (Fig.1a/1c) zwischen der Formkammer
10.1/2 und der Außenatmosphäre
53.1/2a oder der Unterdruckquelle
55.1/2, welches zum geringeren Teil im lose geschütteten Formstoff
08.1/2, hauptsächlich aber an den Modellplattendüsen
07.1/2 entsteht und welches in Abhängigkeit von seinem Druckverhältnis und unabhängig von
den Vorrichtungsvarianten über- oder unterkritisch sein kann.

1. Verfahren zum Verdichten von Gießereiformstoffen innerhalb einer geschlossenen Formkammer,
die aus einer mit Entlüftungsdüsen versehenen Modellplatte, einem Formkasten, einem
Füllrahmen und einer mit Impulsventilöffnungen versehenen Kopfplatte besteht, wobei
der Formstoff durch einen Druckluftstoß fluidisiert und verdichtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß während einer zeitgedehnten Phase vor Auslösung des Druckluftstoßes ein gleichmäßiger,
den Formstoff durchdringender und durch die Modellplattendüsen 07.1/2 abfließender Luftstrom die Schüttdichte des lose geschütteten Formstoffes homogenisiert
und fluidisiert, ohne dabei eine nennenswerte Vorverdichtung zu bewirken und daß in
den laufenden Homogenisierungs- und Fluidisierungsvorgang hinein ein Druckluftstoß
bis zu 600 bar/sek ausgelöst wird, der den Formstoff verdichtet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das den Luftstrom treibende Druckgefälle "B" über die Zeit t1 mit einem flachen Druckgradienten von maximal 5 bar/sek (insbesondere 1,5 bis 2,5
bar/sek) bis zu einem Wert von maximal 3 bar (insbesondere 0,5 bis 1,5 bar) aufgebaut
wird und daß danach der Luftstrom mit dem Druckgefälle "B" über die Zeit t2 mindestens 0,5 sek (insbesondere 1 bis 3 sek) wirksam bleibt und daß unmittelbar
danach der Druckluftstoß ausgelöst wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß für den Luftstrom nur soviel Druckluft als Massenstrom in die Formkammer eingeblasen
wird, wie bei dem gleichbleibenden Druckgefälle "B", d.h. ohne weiteren Druckstau in der Formkammer 10.1/2 über die Modellplattendüsen 07.1/2 abfließen kann.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom auch durch eine Unterdruckquelle 55.1/2 von der Modellplattenunterseite 06.1/2 angesaugt werden kann, wobei der Freiraum 09.1/2 im oberen Teil der Formkammer 10.1/2 mit der freien Atmosphäre verbunden ist, so daß keine evakuierende Wirkung in der
Formkammer 10.1/2 entsteht.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom auch durch eine Kombination aus Ansaugen und Einblasen erzeugt
werden kann, wobei das Druckgefälle "B" sich dabei aus dem Überdruck "B1" und dem Unterdruck "B2" zusammensetzt.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das den Luftsrom treibende Druckgefälle "B" von der Modellplattenunterseite 06.1/2 her aufgebaut wird, indem die Druckluft entgegen der Schwerkraft des Formstoffes
über die Modellplattendüsen 07.1/2 in die Formkammer 10.1/2 eingeblasen wird, wodurch die Formkammer und die Luftporen im Formstoff in einen,
dem Druckgefälle "B" entsprechenden Zustand höheren atmosphärischen Druckes "C+B" versetzt werden und wonach der Luftstrom durch Umschalten des Einblasventils 52.1/2 und durch Zuschalten der Druckluftquelle von oben nach unten durch den Formstoff
einsetzt.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Einblasdüsen für den Luftstrom unterschiedliche Durchgangsquerschnitte
haben können, um partiell eine unterschiedliche Intensität des Luftstromes zu bewirken,
womit insbesondere im Bereich der Formkastenwände mit einer Häufung der Modellplattendüsen
07.1/2 der Luftstrom verstärkt werden kann.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckluftstoß durch ein von außen nach innen verlaufendes zeitversetztes
Öffnen der Impulsdüsen 26.1/2 als glockenförmige Impulsdruckwelle auf den Formstoff einwirkt und es dadurch zu
einer intensiveren Wirkung des Druckstoßes im Bereich der Formkastenwände kommt.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der beim Druckluftstoß aufgebaute Wirkdruck "A" nach einer Haltezeit t4 von maximal 0,5 sek zunächst über eine Ventilrampenzeit t5 von maximal 1 sek (insbesondere 0,5 gek) und dann über eine Drossel 48.1/2 innerhalb der Zeit t6 von maximal 3 sek (insbesondere 1,5 sek) schockfrei und kontrolliert abgebaut wird.
10. Vorrichtung (Variante 1) zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis
7, bestehend aus einer Formeinheit 05.1, einer Impulsverdichtungseinheit 16.1 mit einer Bodenplatte 18.1, in der die Düsen 26.1 für den Druckluftstoß feinrasterig und flächendeckend angeordnet sind und mit einer
Hubvorrichtung 23.1/24.1 und daran befestigter Ventilstößel 25.1, womit die Düsen 26.1 verschlossen bzw. geöffnet werden, einer von der Bodenplatte 18.1 nach oben und von der Modellplatte 02.1 nach unten begrenzten Formkammer 10.1, wobei die Modellplatte 02.1 mit den Entlüftungsdüsen 07.1 versehen ist sowie einem Hubtisch 31.1, womit die Formeinheit 05.1 mit einer entsprechenden Schließkraft gegen den Rahmen 17.1 der Bodenplatte 18.1 gedrückt wird und wodurch die Formkammer über die Dichtungen 11.1/12.1/13.1 druckdicht verschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte 18.1 ein feingliederig und flächendeckend angeordnetes Düsensystem 37.1 aufweist, womit ein gleichmäßig verteilter und senkrecht wirkender Luftstrom in die
Formkammer 10.1 eingeblasen wird, der den Formstoff durchströmt und über die Modellplattendüsen 07.1 wieder aus der Formkammer 10.1 austritt, wobei das Düsensystem 37.1 einen konstanten Durchgangsquerschnitt aufweist und mit einem unterkritischen bis
kritischen Druckverhältnis pi/pa von 0,9 bis 0,528 betrieben wird und wobei der Massendurchsatz des Luftstromes von
dem regelbaren Innendruck pi vor den Düsen 37.1 bestimmt wird, womit der Massendurchsatz des Luftstromes so eingestellt bzw. geregelt
wird, daß er mit dem Druckgefälle "B", d.h. ohne weiteren Druckstau in der Formkammer 10.1 über die Modellplattendüsen 07.1 abfließen kann.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom von einem separaten Druckluftsystem 43.1/44.1 gespeist wird, welches zur Einstellung des Druckes pi vor den Einblasdüsen 37.1 das Druckregelventil 42.1 aufweist, womit letztendlich der Massendurchsatz des Luftstromes eingestellt bzw.
geregelt wird.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstromdruck "B" in der Formkammer 10.1 oberhalb der Formstoffoberfläche von einem Drucksensor 49.1 überwacht wird, der bei Abweichungen von der Sollwerttoleranz am Druckregelventil
42.1 automatisch eine entsprechende Korrektur bewirkt.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatte 18.1 die feinrasterig eingeteilten Kanäle 35.1/36.1 aufweist, worüber die von den Verteilerrohren 34.1 und den Ventilen 45.1/46.1 kommende Druckluft den Einblasdüsen 37.1 zugeführt wird und daß die Querschnitte der Kanäle 35.1/36.1, der Verteilerrohre 34.1 und der Ventile 45.1/46.1 größer dimensioniert sind als die anteiligen Querschnitte der Düsen 37.1, so daß die Druckluft ungedrosselt zu den Einblasdüsen 37.1 strömen kann und die Einblasdüsen 37.1 den engsten Querschnitt in dem Zuführsystem 34.1/35.1/36.1 und 45.1/46.1 haben.
14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Einblasdüsen 37.1 als Vielfachschlitzdüsen mit maximal 0,6mm (insbesondere 0,3 mm) Schlitzbreite ausgeführt
sind und daß die wirksamen Durchgangsquerschnitte der einzelnen Düsen durch die Bohrungen
40.1-d1 bzw. 40.1-d2 im Flacheisen 38.1 und im Dichtband 39.1 festgelegt werden, womit eine partiell unterschiedliche Luftstromintensität, insbesondere
eine verstärkte Luftstromintensität im Bereich der Formkastenwände ermöglicht wird
und wobei das unter der Bodenplatte 18.1 befestigte Flacheisen 38.1 die Einblasdüsen 37.1 in ihren Aufnahmebohrungen fixiert.
15. Vorrichtung (Variante 2) zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis
8, bestehend aus einer Formeinheit 05.2, einer Impulsverdichtungseinheit 16.2 mit einer Bodenplatte 18.2, in der die Düsen 26.2 für den Druckluftstoß feinrasterig und flächendeckend angeordnet sind und mit einer
Hubvorrichtung 23.2/24.2 und daran befestigter Ventilstößel, womit die Düsen 26.2 verschlossen bzw. geöffnet werden, einer von der Bodenplatte 18.2 nach oben und von der Modellplatte 02.2 nach unten begrenzten Formkammer 10.2, wobei die Modellplatte 02.2 mit den Entlüftungsdüsen 07.2 versehen ist sowie einem Hubtisch 31.2, womit die Formeinheit 05.2 mit einer entsprechenden Schließkraft gegen den Rahmen 17.2 der Bodenplatte 18.2 gedrückt wird und wodurch die Formkammer über die Dichtungen 11.2/12.2/13.2 druckdicht verschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilstößel 58.2 eine Doppelfunktion aufweisen, womit in einer ersten Funktionsphase ein relativ kleiner
variabler Durchgangsquerschnitt für den Luftstrom geöffnet wird und in einer zweiten
Funktionsphase ein großer Durchgangsquerschnitt für den Druckluftstoß innerhalb weniger
Millisekunden schlagartig freigegeben wird, wobei über das feingliederig und flächendeckend
angeordnete Düsensystem 26.2 während der ersten Funktionphase ein gleichmäßig verteilter und senkrecht wirkender
Luftstrom in die Formkammer 10.2 eingeblasen wird, der den Formstoff durchströmt und über die Modellplattendüsen 07.2 wieder aus der Formkammer 10.2 austritt, wobei der variable Durchgangsquerschnitt mit einem überkritischen Druckverhältnis
pa/pi < 0,528 betrieben wird und wobei der Massendurchsatz des Luftstromes von den regelbaren
variablen Durchgangsquerschnitten der Ventilstößel 58.2 bestimmt wird, womit der Massendurchsatz des Luftstromes so eingestellt bzw. geregelt
wird, daß er mit dem Druckgefälle "B", d.h. ohne weiteren Druckstau in der Formkammer 10.2 über die Modellplattendüsen 07.2 abfließen kann.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilstößel 58.2 aus einem Grundkörper 63.2 besteht, der im oberen Teil die Dichtung 64.2 zum Sperren des Luftstromes und im unteren Teil die Dichtung 65.2 zum Sperren des Druckluftstoßes aufweist, wobei der Grundkörper 63.2 auf einem am Hubrahmen 24.2 befestigten Bolzen 66.2 geführt wird, der die Ausfräsungen 70.2 mit den Auslaufkurven 71.2/72.2 aufweist, womit an der Steuerkante 62.2 und über den Stellweg 71.2 der Durchgangsquerschnitt für den Luftstrom 60.2 linear von Null bis maximal verstellbar bzw. regelbar ist, wobei der Ringspaltquerschnitt
61.2 größer ist als der maximale Durchgangsquerschnitt an der Steuerkante 62.2 und daß der Bolzen 66.2 die auf dem Bolzenbund 67.2 aufliegende Dämpfscheibe 68.2 und die Prallscheibe 69.2 aufweist, wobei die Dämpfscheibe aus Gummi und die Prallscheibe aus schlagfestem
Kunststoff besteht.
17. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftstromquerschnitte für die äußeren Ventilstößel größer als die der inneren
sein können, um eine intensivere Luftstromwirkug im Bereich der Formkastenwände zu
erzielen.
18. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet. daß der Luftstrom aus der Druckluftkammer 19.2 gespeist wird und daß die Druckluftkammer während des Luftstromes über das geöffnete
Ventil 28.2 vom Druckluftnetz 93.2 nachgespeist wird, um den Ausgangsdruck für den nachfolgenden Druckluftstoß aufrecht
zu erhalten.
19. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilstößel 63.2/64.2/65.2 ohne Krafteinwirkung durch den Hubrahmen 24.2 vom Systemdruck 19.2/21.2 über die Fläche D22*3,14/4 auf den Ventilsitz 57.2 gedrückt wird und daß beim Hubbeginn des Hubrahmens 24.2 der Ventilstößel vom Systemdruck 19.2/21.2 über die Ringfläche (D22-D12) *3,14/4 auf dem Ventilsitz 57.2 gehalten wird und daß nach dem Abheben des Hubrahmens 24.2 von der Dichtung 64.2 und während des Luftstromes, der Ventilstößel weiter vom Systemdruck 19.2/21.2 über die Fläche D22*3,14/4 auf dem Ventilsitz 57.2 gehalten wird.
20. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung eines bestimmten Durchgangsquerschnittes (beispielsweise
73.2/76.2) der Hubrahmen
24.2 mit dem Bolzen
66.2 um das Maß
77.2 angehoben wird und in dieser Stellung bis zur Einleitung des Druckluftstoßes verbleibt
und daß zur Einleitung des Druckluftstoßes der Hubrahmen
24.2 mit dem Bolzen
66.2 weiter angehoben und über den Weg
80.2 auf eine hohe Geschwindigkeit beschleunigt wird, mit welcher dann die Prallscheibe
69.2 gegen die Ventilstößelfläche
63.2a schlägt und den Ventilstößel
63.2 mit der Dichtung
65.2 schlagartig vom Ventilsitz
57.2 um das Maß

abhebt, wobei die aus Gummi bestehende Dämpfscheibe
68.2 den Anschlag dämpft und die aus schlagfesten Kunststoff bestehende Prallscheibe
69.2 ein metallisches Anschlagen verhindert.
21. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallscheibenhöhe 79.2 und damit das Distanzmaß 94.2 für die einzelnen Ventilstößel unterschiedlich sein kann, womit die Öffnungsfolge
der Ventilstößel bestimmt werden kann und wobei insbesondere die Öffnungsfolge von
außen nach innen verläuft, um eine glockenförmige Druckimpulswelle mit einer intensiveren
Wirkung im Bereich der Formkastenwände zu erreichen und womit außerdem auch noch die
Hubkraft zum Anheben des Hubrahmens 24.2 reduziert wird.
22. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilstößelgrundkörper aus einer metallischen Hülse 95.2 und einer darauf aufvulkanisierten Gummiummantelung 96.2 besteht und daß die Gummiummantelung die Dichtungsfunktion 64.2/65.2 übernimmt.
23. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einstellung eines Durchgangsquerschnittes für den Luftstrom ein Stellzylinder
82.2 mit einem integrierten Wegmeßsystem in der Kopfplatte 89.2 eingebaut ist, dessen Kolbenstange 86.2 mit der Mitnehmerscheibe 87.2 berührungslos durch die Scheibe 85.2 in den Kolbenraum 83.2 eingeführt ist und daß durch Anheben der Kolbenstange 86.2 sowie nach Durchfahren der Distanz 88.2 der Hubkolben 23.2 mit dem Hubrahmen 24.2 von der Mitnehmerscheibe 87.2 soweit angehoben wird, bis der vorgegebene Durchgangsquerschnitt an der Steuerkante
62.2 und somit der erforderliche Massendurchsatz des Luftstromes erreicht ist, wobei das
genaue Positionieren des Hubrahmens 24.2 von der Regeleinrichtung 90.2 in Verbindung mit dem Proportional-oder Servoventil 91.2 und des im Stellzylinder 82.2 eingebauten Wegmeßsystem übernommen wird.
24. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Hubkolben 23.2 mit der Scheibe 85.2 beim Druckluftstoß, der durch eine schlagartige Entlastung des Kolbenraumes 22.2 über das großflächige Schnellschaltventil 29.2 ausgelöst wird, von der Mitnehmerscheibe 87.2 löst und dabei frei und ohne Berührung zur Kolbenstange 86.2 mit hoher Geschwindigkeit bis gegen das Dämpfungsgummi 92.2 fährt.
25. Vorrichtung nach den Ansprüchen 15 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstromdruck "B" in der Formkammer 10.2 oberhalb der Formstoffoberfläche von einem Drucksensor 49.2 überwacht wird, der bei Abweichungen von der Sollwerttoleranz automatisch eine entsprechende
Korrektur der Kolbenstellung des Stellzylinders 82.2 über die Regeleinrichtung 90.2 bewirkt.
26. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 6, und nach den Ansprüchen
10 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß zum Einblasen der Druckluft von der Modellplattenunterseite 06.1/2 ein separates Druckluftsystem verwendet wird, welches die Ventile 51.1/2, 52.1/2, 56.1/2 und das Leitungssystem 54.1/2 aufweist, wobei am Druckregelventil 51.1/2 der in der Formkammer 10.1/2 und in den Luftporen des Formstoffes aufzubauende Druck "C+B" eingestellt wird und wobei am regelbaren Drosselventil 56.1/2 die Einstellung der Einblasintensität und die Zunahme der Einblasintensität erfolgt
und wobei das Einblasen durch das Ventil 52.1/2 eingeschaltet wird.
27. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerorgane und Leitungen zwischen der Modellplattenunterseite 06.1/2 und der freien Atmosphäre 53.1/2a oder der Unterdruckquelle 55.1/2 so dimensioniert sind, daß die aus den Modellplattendüsen 07.1/2 in den Raum 06.1/2 austretende Abluft ohne nenneswerten Druckstau abfließen kann.
28. Vorrichtung nach den Ansprüchen 10 und 15, dadurch gekennzeichnetz, daß die Freiraumhöhe 09.1/2 auf Grund der feingliederigen und flächendeckenden Anordnung der Düsen 26.1/2 und 37.1 sehr klein gehalten werden kann und welche bis maximal 50%, insbesondere bis 25%
der Formkastenhöhe beträgt.
29. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die modellbezogenen Betriebswerte für die Druckregelventile 27.1/2, 42.1, und 51.1/2, für den Hubwert des Stellzylinders 82.2, für das Drosselventil 56.1/2, für die Unterdruckquelle 55.1/2 und für die Zeiten t1 und t2 sowie für den Korrespondenzwert des Drucksensors 49.1/2 für jedes einzelne Modellplattenpaar in einem Datensatz abgelegt werden, der der
Modellnummer fest zugeordnet ist und daß die Modellnummer beim Modellwechsel über
eine an der Modellplatte 02.1/2 angebrachte Kodierleiste automatisch ausgelesen oder über eine Tastatur bzw. über
einen Kodierschalter manuell eingegeben wird, und wonach dann die Betriebs- und Korrespondenzwerte
automatisch an die Steuereinrichtung und an die Stellgeräte ausgegeben werden.