[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Voreinstellung der Druckanstellung
und der Druckabstellung von Zylindern eines Druckwerks, insbesondere eines mit Schmitzringen
versehenen Druckwerks, in einer Rotationsdruckmaschine, gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1.
[0002] EP 0 193 012 A2 offenbart eine Druckmaschine mit einem verbesserten Verfahren und
einer Vorrichtung zum Bewegen der Druckzylinder zwischen einer Druckabstellposition,
in der mit den Zylindern verbundene Träger von diesen getrennt werden, und einer Druckposition.
Die Druckzylinder werden durch Federn in ihre Druckabstellposition gedrängt, wobei
in einer Ausgestaltung der Erfindung die Federn drehbar gelagerte Stützarme für die
Zylinder mit einer Vorspannkraft beaufschlagen. In einer anderen Ausgestaltung der
Erfindung sind die Zylinder auf freischwebenden Blattfedern gelagert, die die Zylinder
in ihre Druckabstellposition drücken. Ein Motor ist vorgesehen, der auf einen der
Druckzylinder direkt eine Kraft ausübt, so daß sich dieser von seiner Druckabstellposition
in seine Druckposition bewegt. Die anderen Druckzylinder werden unter dem Einfluß
von Kräften, die zwischen den mit den Druckzylindern verbundenen Trägern übertragen
werden, von ihrer Druckabstellposition in ihre Druckposition bewegt.
[0003] EP 0 625 423 A1 offenbart ein Druckwerk mit einer Schrägstell- und Abstellvorrichtung.
Das Druckwerk umfaßt ein Gestell, einen ersten und zweiten Träger, und einen oberen
und unteren Plattenzylinder. Der erste Träger ist bewegbar in dem Gestell gelagert.
Ein Ende des oberen Plattenzylinders ist so gelagert, daß es sich mit dem ersten Träger
bewegt. Der zweite Träger ist ebenfalls bewegbar in dem Gestell gelagert. Auch ein
Ende des unteren Plattenzylinders ist so gelagert, daß es sich mit dem zweiten Träger
bewegt. Die Schrägstelleinrichtung des Druckwerks bewegt die Träger unabhängig voneinander
quer zu dem Gestell; und die Abstelleinrichtung des Druckwerks verschwenkt die Träger
in bezug auf das Gestell. Die Abstelleinrichtung umfaßt einen Stellzylinder und eine
Kolbenstange, die zwischen den beiden Trägern vorgesehen sind. Der Stellzylinder und
die Kolbenstange sind schwenkbar mit den Trägern verbunden und können gegenüber diesen
Trägern verschwenkt werden, wenn diese mittels der Schrägstelleinrichtung quer verstellt
werden. Über die Abstelleinrichtung können die Träger unabhängig von einander schräggestellt
werden, während diese miteinander verbunden bleiben.
[0004] In der US-Patentanmeldung Nr. 09/103,710 ist eine Offsetdruckmaschine zum Bedrucken
einer Bahn offenbart, die einen in einem Rahmen bewegbar gelagerten ersten Plattenzylinder
aufweist und einen ersten Gummituchzylinder, der wahlweise mit dem ersten Plattenzylinder
in Kontakt steht. Ein zweiter Gummituchzylinder ist mit dem zweiten Plattenzylinder
in Kontakt und bildet einen Druckspalt mit dem ersten Gummituchzylinder. In einem
ersten Betriebszustand der Druckmaschine sind der erste Plattenzylinder und der erste
Gummituchzylinder in direktem Kontakt mit der beidseitig zu bedruckenden Bahn und
in einem zweiten Betriebszustand sind der erste Plattenzylinder und der erste Gummituchzylinder
getrennt, um das Auswechseln der Druckplatte auf dem ersten Plattenzylinder zu ermöglichen,
während die Bahn von dem zweiten Gummituchzylinder bedruckt wird.
[0005] Es sind in bezug auf Rotationsdruckmaschinen verschiedene Versionen der Einstellung
der Zylinderdruckanstellung und im Laufe der Zeit auch verschiedene Druckabstelleinrichtungen
in Druckmaschinen mit Trägern bzw. Schmitzringen in verschiedenen Serienerzeugnissen
der Druckmaschinenhersteller bekannt geworden. Die bestehenden Verfahren zur Einstellung
der Druckanstellung von Druckzylindern sind zeitaufwendig, schwierig durchzuführen
und erfordern teuere Einrichtungen. Um die gewünschte Anstellkraft der Zylinder, insbesondere
den Anpreßdruck der Träger an jedem Druckspalt im Druckbereich einzustellen, ist es
bei den bestehenden Konstruktionen notwendig, daß ein Bediener manuell einen Spannschraubenmechanismus
o. ä. verstellt, um ein großes Exzenterlagergehäuse zu drehen. Daher ist es schwierig,
mit einer Verstellung der Spannschrauben das geeignete Maß des Anpreßdrucks zu erzielen,
Da keine Methode zum einfachen Messen der eingestellten Anstellkraft bekannt ist.
Die bei diesem Verfahren verwendeten Exzenterlagergehäuse weisen über einen längeren
Zeitraum hinweg einen verhältnismäßig hohen Verschleiß auf; auch werden während der
Verstellung der Spannschrauben die Seitenteile in Mitleidenschaft gezogen. Infolge
der unvermeidlichen Verschleißerscheinungen an den Komponenten erfordern die Druckanstelleinrichtungen
eine periodische Beistellung in den sich bereits beim Kunden befindlichen Druckmaschinen,
was eine unvermeidbare Stillstandszeit für die jeweilige Maschine und einen hohen
Personalaufwand bedeutet.
[0006] Bei den bekannten Verfahren sind separate Mechanismen erforderlich, nämlich für die
Einstellung der Druckanstellung der Zylinder zum einen und für die Druckabstellung
derselben zum anderen. Dies führt zu höheren Kosten und trägt zur Komplexität der
Einrichtung bei. Es gibt keine Einrichtung für die Trennung der Gummituchzylinder,
während die Druckplatten in Kontakt mit dem jeweiligen Gummituchzylinder verbleiben.
Eine solche Einrichtung würde es ermöglichen, Druckplatten auszuwechseln, während
die Bahn in ihrer Position verbleibt.
[0007] Während des normalen Maschinenbetriebs ist es manchmal notwendig, jeden der Plattenzylinder
bezüglich des zugeordneten Gummituchzylinders durch Verschieben eines Endes des betreffenden
Zylinders schräg zu stellen. Bei den bestehenden Konstruktionen hat diese relative
Winkelbewegung eine erhebliche (unerwünschte) Änderung der Druckanstellung an dem
bewegbaren Ende des jeweiligen Zylinders zur Folge.
[0008] Bisher wurden verschiedene Versuche unternommen, diese oben beschriebenen Mängel
zu beseitigen. Um die Empfindlichkeit der Einstellung der Druckanstellung zu verringern,
wurden z. B. Lagergehäuse mit sehr kleinen Exzentern eingesetzt, die mittels Feingewinde-Spannschrauben
verbunden sind. Dies ergab zwar einen mechanischen Vorteil, wirkte jedoch selbsthemmend
für die Mechanismen. Wenn sich im Falle eines Bahnbruchs die gerissene Bahn um die
Druckzylinder herumwickelt, bewegen sich die Einstelleinrichtungen aufgrund der Selbsthemmung
nicht , was in der Regel zu einem Schaden an den Druckzylindern führt.
[0009] Um weiterhin den Verschleiß an der Verbindungsstelle zwischen dem Rahmen der Druckmaschine
und den Lagergehäusen zu minimieren, wurden die Durchmesser der Schmierölbohrungen
vergrößert und komplexe Schmiersysteme eingeführt. Dies war jedoch nur zum Teil effektiv
und verursachte wesentlich höhere Kosten für die jeweiligen Einrichtungen.
[0010] Im Hinblick auf den vorstehend beschriebenen Stand der Technik und die auf diesem
Gebiet angetroffenen Probleme ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Voreinstellung der Zylinderdruckanstellung bereits beim Zusammenbau der Druckmaschine
durchzuführen, um eine erneute Justierung der Zylinderdruckanstellung nach der Inbetriebnahme
der Druckmaschine zu vermeiden.
[0011] Weiterhin ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen,
mit der die Zylinderdruckanstellung im Vergleich zu bekannten Vorrichtungen auf einfache
und unempfindliche Weise justiert werden kann.
[0012] Ferner ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Verschleiß des Lagergehäuses
zu vermeiden und eine Schrägstellung des Plattenzylinders zu ermöglichen, ohne daß
dieses eine Auswirkung auf die Einstellungen der Druckanstellung der Zylinder hat.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
[0014] Gemäß vorliegender Erfindung umfaßt ein Druckwerk einen Rahmen, einen in dem Rahmen
gelagerten oberen Plattenzylinder, einen oberen Gummituchzylinder, der den oberen
Plattenzylinder wahlweise kontaktiert, einen unteren Gummituchzylinder, der mit dem
oberen Gummituchzylinder einen Druckspalt bildet, durch den sich eine Bahn bewegt,
einen unteren Plattenzylinder, der den unteren Gummituchzylinder kontaktiert, und
eine Vorrichtung, die bewegbaren Lagergehäusen der bewegbaren Zylinder zugeordnet
ist, um eine Anstellkraft, die auf Schmitzringe ausgeübt wird, welche den jeweiligen
Druckwerkszylindern zugeordnet sind, einzustellen.
[0015] Die Vorteile der vorliegenden Erfindung sind dadurch gegeben, daß eine Voreinstellung
der Druckanstellkraft-Parameter auf einfache Weise bei der Montage der jeweiligen
Druckmaschine in der Fabrik erfolgen kann. Somit ist eine spätere Justierung der Parameter
nicht mehr erforderlich, wenn die Druckmaschine beim Kunden in Betrieb genommen wird.
Dadurch, daß sich die Lager der jeweiligen Zylinder in bewegbaren Gehäusen befinden,
werden Verschleißerscheinungen am Lagergehäuse und an der Lagerbohrung im Seitenteil
vermieden; und es tritt keine durch Reibung verursachte Korrosion im Seitenteil des
jeweiligen Druckwerks mehr auf. Da die Plattenzylinder zudem durch den jeweiligen
Zylinderlagergehäusen zugeordnete Druckfedern vorgespannt werden, können sich die
Plattenzylinder relativ zum jeweiligen Gummituchzylinder bewegen, was bei einem Bahnriß
wichtig ist, wenn sich in solch einem Fall die gerissene Bahn um den Umfang des Gummituchzylinders
herum wickelt.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bewegt ein mit den
bewegbar gelagerten Zylindergehäusen verbundenes Betätigungsorgan die Zylindergehäuse
gemeinsam. Das Betätigungsorgan ist in ortsfesten Anschlägen angebracht, die vorzugsweise
im jeweiligen Seitenteil des Druckwerks aufgenommen sind. Das Betätigungsorgan kann
mit einer Vielzahl von Anschlägen versehen sein, die jeweils mit einem jeweiligen
Hebel der bewegbaren Lagergehäuse zusammenwirken. Durch Druckelemente, die der Vorrichtung
zum Einstellen oder Justieren der Anstellkraft zugeordnet sind, werden die Hebel der
Lagergehäuse vorgespannt. Das Druckelement kann eine Druckfeder oder eine Vielzahl
von hintereinander oder parallel zueinander angeordneter Druckfedern sein; es ist
auch eine Tellerfeder-Anordnung denkbar.
[0017] Das zuvor erwähnte Betätigungsorgan kann ein hydraulischer oder pneumatischer Druckzylinder
sein, der mit einer Druckflüssigkeit, Druckluft oder einem Fluid beaufschlagbar ist.
Eine obere und eine untere Halterung für das mit dem Druckelement versehene Betätigungsorgan
können in das Betätigungsorgan integriert sein.
[0018] Um für das Gewicht des bewegbaren oberen Gummituchzylinders ein Gegengewicht zu schaffen,
ist diesem Zylinder eine mit einer Federvorspannung beaufschlagte Ausgleichseinrichtung
zugeordnet. Der obere Gummituchzylinder kann mit Hilfe eines separaten Betätigungsorgans
bewegbar sein, welches einen Hydraulik- oder Pneumatikzylinder enthalten kann. Dadurch
ist es möglich, den oberen Gummituchzylinder von dem unteren Gummituchzylinder zu
trennen, um die Druckplatte auszuwechseln, während die Bahn in ihrer Position, d.
h. zwischen den Gummituchzylindern verbleibt. Durch den Einsatz eines separaten Betätigungsorgans
kann der obere Plattenzylinder unabhängig von den zuvor genannten oberen und unteren
Gummituchzylindern aktiviert, d. h. vom zugeordneten oberen Gummituchzylinder abund
an diesen wieder angestellt werden.
[0019] Die Merkmale der vorliegenden Erfindung werden in der folgenden Beschreibung eines
bevorzugten Ausführungsbeispieles im Zusammenhang mit den beigefügten, nachstehend
aufgeführten Zeichnungen näher erläutert.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht der erfindungsgemäßen Zylinderdruckanstell-/Zylinderdruckabstellvorrichtung
und der Zylinder, die sich in der Druckposition befinden;
- Fig. 2
- eine Darstellung der Fig. 1, in der sich die Zylinder in der Druckabstellposition
befinden;
- Fig. 3
- eine Darstellung der Fig. 1, in der sich die Gummituchzylinder in einer voneinander
getrennten Position befinden;
- Fig. 4
- eine demonstrative Darstellung der Auswirkungen einer Aufwicklung eines Bahnteils
auf den ortsfest gelagerten unteren Gummituchzylinder im Falle eines Bahnrisses.
[0021] Fig. 1 zeigt eine Ansicht des Druckanstellbereichs eines Druckwerks. Das Druckwerk
2 umfaßt ein oberes Zylinderpaar und ein unteres Zylinderpaar. Das obere Zylinderpaar
besteht im wesentlichen aus einem oberen Plattenzylinder 12 und einem oberen Gummituchzylinder
16, die jeweils um Drehbolzen 24, 26 bewegbar sind. Das untere Zylinderpaar besteht
im wesentlichen aus einem unteren Plattenzylinder 14 und einem unteren Gummituchzylinder
18, wovon vorzugsweise nur der Plattenzylinder 14 um einen Drehbolzen 28, der im folgenden
noch näher beschrieben wird, bewegbar ist. Der untere Gummituchzylinder 18 ist bezüglich
eines Seitenteils 4 des Druckwerks 2 (Fig. 1a) ortsfest angeordnet. Eine Materialbahn
8 bewegt sich in Bahnlaufrichtung 10 durch einen von den Oberflächen des bewegbar
angeordneten oberen Gummituchzylinders 16 und des ortsfest angeordneten unteren Gummituchzylinders
18 gebildeten Spalt. Der bewegbar angeordnete obere Plattenzylinder 12 ist in einem
Lagergehäuse 40 gelagert, mit dem ein Hebel 42 verbunden ist. Der obere Gummituchzylinder
16 ist in einem Lagergehäuse 44 gelagert, mit dem ein Hebel 46 verbunden ist. Von
dem unteren Druckwerkszylinderpaar ist der untere Gummituchzylinder 18 ortsfest gelagert,
wohingegen der bewegbare untere Plattenzylinder 14 in einem Plattenzylinder-Lagergehäuse
40 gelagert ist, dem ein Hebel 42 zugeordnet ist. Zur Bahnlaufebene 6 vorzugsweise
etwas geneigt verlaufend ist eine Betätigungseinrichtung 48 angeordnet, die ein Stangenelement
64, ein oberes Verbindungselement 50 und ein unteres Verbindungselement 52 aufweist.
Die Betätigungseinrichtung 48 kann einen pneumatischen Zylinder, einen hydraulischen
Zylinder oder eine elektromagnetische Komponente oder sogar einen Elektromotor oder
ein anderes geeignetes Antriebsmittel umfassen.
[0022] Das Stangenelement 64 der Betätigungseinrichtung ist in einem oberen feststehenden
Anschlag 34 und einem unteren feststehenden Anschlag 36 angebracht, und beide Anschläge
34, 36 sind in einem jeweiligen Seitenteil 4 des Druckwerks 2 gelagert. Ein auf dem
Stangenelement 64 angebrachter oberer Anschlag 38 ist dem Hebel 42 des Lagergehäuses
40 des oberen Plattenzylinders 12 zugeordnet. Über dem oberen Verbindungselement 50
ist ein Anschlag 47 angebracht, der dem Hebel 46 des Lagergehäuses 44 des oberen Gummituchzylinders
16 zugeordnet ist. Ein unter dem unteren Verbindungselement 52 angebrachter unterer
Anschlag 54 ist dem Hebel 42 des Gummituchzylinder-Lagergehäuses 40 zugeordnet.
[0023] Wie in Fig. 1 gezeigt, ist das Gummituchzylinder-Lagergehäuse 44 durch eine separate
oder zweite Betätigungseinrichtung 72 aktivierbar. Diese Betätigungseinrichtung 72
kann aus einem Zylinder bestehen, der über Leitungen 78 mit Druckflüssigkeit versorgt
wird. Die Betätigungseinrichtung 72 verfügt vorzugsweise über einen separaten Anschlag,
der auf einem sich von einem Zylinder 72 erstreckenden Stangenelement angebracht sein
kann. Der separate Anschlag 74 ist an dem Stangenelement in einer Position angebracht,
daß dieser den Hebel 46 von unten her kontaktiert. Der Zylinder 72 ist in einem Zylinderlager
76 gelagert, das an einem Seitenteil 4 des Druckwerks 2 aufgenommen ist. Ferner ist
dem Hebel 46 des Gummituchzylinder-Lagergehäuses 44 ein zusätzlicher Federmechanismus
66 zugeordnet, der z. B. eine Druckfeder 68 aufweist, die von einem scheibenförmigen
Element 82 gestützt wird. Die Druckfeder 68 kann auf einem Stab 70 angebracht und
befestigt sein und den Hebel 46 an seiner Unterseite stützen.
[0024] Der zusätzliche Federmechanismus 66 ist vorgesehen, um den zusätzlichen Belastungsgrad
des oberen bewegbaren Gummituchzylinders 16 zu kompensieren. Da der untere Gummituchzylinder
18 ortsfest gelagert ist, dient die Betätigungseinrichtung 48 dazu, die beiden oberen
Druckwerkszylinder 12 und 16 und den unteren Plattenzylinder 14 gemeinsam zu bewegen.
Somit wird mittels des zusätzlichen Federmechanismus 66 für das zusätzliche Gewicht
des bewegbaren oberen Gummituchzylinders 16 ein Ausgleich geschaffen, wenn die Betätigungseinrichtung
48 aktiviert wird.
[0025] Fig. la ist eine schematische Ansicht der in den Seitenteilen aufgenommenen Plattenzylinder-
und Gummituchzylinderlagergehäuse 40, 44. Auf der Zapfenwelle 32 der jeweiligen Druckwerkszylinder
12, 14 und 16 sowie vorzugsweise auch 18 ist jeweils ein Schmitzring 20 angebracht.
Mittels der Betätigungseinrichtung 48 und der jeweiligen oberen und unteren Vorspannelemente
60, 62 ist der Schmitzring-Kontakt innerhalb eines großen Verstellbereiches verstellbar,
wie im folgenden näher beschrieben wird. Fig. la zeigt, wie das Plattenzylinder- oder
das Gummituchzylinder-Lagergehäuse in den Seitenteilen 4 des Druckwerks 2 bewegbar
gelagert ist. Im Plattenzylinder- oder Gummituchzylinder-Lagergehäuse 40, 44 ist eine
Öffnung 22 vorgesehen, in der das Lager des jeweiligen Druckwerkszylinders aufgenommen
ist. Um eine Bewegung des jeweiligen Plattenzylinder- oder Gummituchzylinder-Lagergehäuses
40, 44 auszuführen, bewegen sich die Gehäuse 40, 44 jeweils um einen feststehenden
Drehbolzen 24 und um die Drehbolzen 26, 28, welche zur Schrägstellung der Plattenzylinder
12, 14 vorzugsweise im Gehäuse bzw. im Seitenteil 4 auf der Bedienerseite der Druckmaschine
verschiebbar oder bewegbar aufgenommen sind.
[0026] Fig. 2 zeigt die jeweiligen Druckwerkszylinder in einer Druckabstellposition. In
diesem Zustand bewegt die Betätigungseinrichtung 48 das untere Verbindungselement
52 nach unten, so daß der untere Anschlag 54 das Lagergehäuse 40 des unteren Plattenzylinders
14 um den Drehbolzen 28 verschwenkt. Das obere Verbindungselement 50 wird nach oben
bewegt, um den Anschlag 47 und den oberen Anschlag 38 nach oben zu bewegen. Dadurch
bewegen sich das Lagergehäuse 40 des oberen Plattenzylinders und das Lagergehäuse
44 des oberen Gummituchzylinders um den feststehenden Drehbolzen 24 und den für die
Schrägstellung des oberen Plattenzylinders verschiebbaren Drehbolzen 26. In diesem
Zustand kompensiert der zusätzliche Federmechanismus 66 das Gewicht des oberen bewegbaren
Gummituchzylinders 16. Da alle bewegbaren Zylinder durch Federn 56, 68 jeweils mit
einer Kraft beaufschlagt sind, wird bei einer Schrägstellung der jeweiligen Plattenzylinder
12, 14 durch Verschieben der Drehbolzen 26, 28 z. b. gegenüber der Seitenwand 4 der
Druckmaschine die Druckanstellung der Zylinder nicht wesentlich geändert. Da die Plattenzylinder-Lagergehäuse
40 vorzugsweise auf verschiebbaren oder in sonstiger Weise translatorisch bewegbaren
Drehbolzen 26, 28 gelagert sind, ist eine Schrägstellbewegung der jeweiligen Plattenzylinder
12, 14 bezüglich der jeweiligen Gummituchzylinder 16, 18 erreichbar. Bei dem in Fig.
2 gezeigten Zustand ist die zweite Betätigungseinrichtung 72 nicht in Gebrauch. Die
drei Zylinder 12, 14, 16 werden durch die Betätigungseinrichtung 48 aktiviert und
der obere bewegbare Gummituchzylinder 12 wird zusätzlich durch den zusätzlichen Federmechanismus
66 gestützt.
[0027] In Fig. 3 ist eine individuelle Druckabstellung des oberen bewegbaren Gummituchzylinders
12 vom unteren ortsfesten Gummituchzylinder 18 gezeigt.
[0028] In dieser Stellung wird das Lagergehäuse 44 des oberen Gummituchzylinders 12 durch
die zweite separate Betätigungseinrichtung 72 bewegt, die auf den Hebel 46 wirkt.
Die Betätigungseinrichtung 48 befindet sich hingegen in ihrer inaktiven Position,
so daß allein die zweite Betätigungseinrichtung 72 auf das Lagergehäuse 44 des oberen
Gummituchzylinders 12 wirkt. Aus Fig. 3 ist ersichtlich, daß zwischen der Oberfläche
des oberen Gummituchzylinders 16 und der Oberfläche des ortsfest gelagerten unteren
Gummituchzylinders 18 ein Spalt gebildet ist. Da hierdurch eine Trennung der beiden
Gummituchzylinder 16, 18 unabhängig voneinander erfolgen kann, ist es möglich einen
Druckplattenwechsel durchzuführen, während die Bahn 8 weiter mit z. B. bei laufender
Druckmaschine zwischen den Gummituchzylindern 16, 18 hindurch geführt wird, beispielsweise
über entsprechende nicht gezeigte Blaseinrichtungen oder Umlenkwalzen etc., welche
einen Kontakt zwischen der laufenden Bahn und den hierbei vorzugsweise stehenden Gummituchzylindern
verhindern.
[0029] In Fig. 4 ist eine Aufwicklung eines Teils einer gerissenen Materialbahn auf den
Umfangs des ortsfest gelagerten unteren Gummituchzylinders 18 gezeigt. Der aufgewickelte
Teil der Bahn ist mit dem Bezugszeichen 84 versehen. Durch diesen aufgewickelten Teil
84 der Bahn 8 hat der Durchmesser des unteren Gummituchzylinders 18 wesentlich zugenommen,
wodurch der obere Plattenzylinder 12 und der obere Gummituchzylinder 16 um ihre jeweiligen
Drehbolzen 24, 26 verschwenkt werden und der untere Plattenzylinder 14 um seinen korrespondierenden
Drehbolzen 28 verschwenkt wird. Die Plattenzylinder 12, 14 werden vorzugsweise jeweils
durch Druckfedern 56 vorgespannt. Aufgrund der Bewegung der bewegbaren Zylinder um
die jeweiligen Drehbolzen 24, 26 und 28 können die Zylinder leicht eine andere Position
einnehmen, um so Schaden zu vermeiden, wenn sich das Ende einer gerissenen Bahn auf
einen Zylinder aufwickeln sollte.
[0030] In Fig. 4 befindet sich die Betätigungseinrichtung 48 nach einem Bahnbruch und sich
aufwickelnder Bahn in ihrer inaktiven Position; und die Relativbewegung des oberen
Plattenzylinders 12, des oberen Gummituchzylinders 16 und des unteren Plattenzylinders
14 entgegen der Federwirkung oder Vorspannung der Federmechanismen 56 findet nur aufgrund
der Zunahme des Durchmessers des ortsfest gelagerten Gummituchzylinders 18 statt.
[0031] Infolge der oben erwähnten Verhaltensweise der jeweiligen bewegbaren Druckwerkszylinder
12, 14 und 16 aufgrund des vorgespannten Zustandes der Zylinder wird eine mögliche
Aufwicklung einer gerissenen Materialbahn 8 die jeweiligen Zylinder 12, 14 und 16
nicht beschädigen. Die über der Druckfeder 56 angeordneten Vorspannelemente 60, 62
ermöglichen eine leicht meßbare und reproduzierbare Einstellung der jeweiligen Vorspannkraft.
Somit kann ein präziser Druck zwischen den Oberflächen der jeweiligen Schmitzringe
20 bereits bei der Fertigung der Druckmaschine in der Fabrik eingestellt werden, ohne
daß es einer erneuten Einstellung oder Beistellung beim Kunden bedarf und ohne daß
auf eine Schrägstellung des jeweiligen oberen und unteren Plattenzylinders und deren
jeweils zogeordneter Gummituchzylinder verzichtet werden muß. Es kann also eine voreingestellte
Anstellkraft aufrecht erhalten werden, auch wenn die über die verschiebbaren Drehbolzen
26, 28 gelagerten Plattenzylinder 12, 14 schräggestellt werden. Die oberen und unteren
Vorspannelemente 60, 62 können Muttern sein, durch deren Drehung um ein Viertel einer
Umdrehung ein Kontaktstreifen eines Schmitzrings von ca. 0,0025 cm (0.001 inch) -
was weniger als 2% des gesamten Einstellbereichs darstellt - verändert werden kann.
Ein weiterer Vorteil der Konstruktion gemäß vorliegender Erfindung besteht in der
einfachen Art und Weise des Einstellens der erforderlichen Kraft für eine Druckanstellung
der Zylinder. Nachdem eine vorbestimmte Vorspann- oder Einstellkraft eingestellt wurde,
kann die Größe der Druckanstellkraft leicht gemessen werden, indem die jeweilige Position
des oberen und des unteren Vorspannnelementes 60, 62 gemessen wird.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
[0032]
- 2
- Druckwerk
- 4
- Seitenteil
- 6
- Bahnlaufebene
- 8
- Materialbahn
- 10
- Bahnlaufrichtung
- 12
- oberer Plattenzylinder
- 14
- unterer Plattenzylinder
- 16
- oberer Gummituchzylinder
- 18
- unterer Gummituchzylinder
- 20
- Schmitzring
- 22
- Öffnung im Lagergehäuse 40, 44
- 24
- Drehbolzen des Plattenzylinders 12
- 26
- Drehbolzen des Gummituchzylinders 16
- 28
- Drehbolzen des unteren Plattenzylinders 14
- 32
- Zapfenwelle
- 34
- oberer ortsfester Anschlag
- 36
- unterer ortsfester Anschlag
- 38
- oberer Anschlag
- 40
- Lagergehäuse des Plattenzylinders 12
Lagergehäuse des Plattenzylinders 14
- 42
- Hebel des Lagergehäuses 40 am Plattenzylinder 12
Hebel des Lagergehäuses 40 am Plattenzylinder 14
- 44
- Lagergehäuse des Gummituchzylinders 16
- 46
- Hebel des Lagergehäuses 44
- 47
- oberer Anschlag
- 48
- Betätigungseinrichtung
- 50
- oberes Verbindungselement
- 52
- unteres Verbindungselement
- 54
- unterer Anschlag
- 56
- Druckfeder / federelastische Mittel
- 60
- Vorspannelement
- 62
- Vorspannelement
- 64
- Stangenelement der Betätigungseinrichtung 48
- 66
- Federmechanismus
- 68
- Druckfeder
- 70
- Stab für die Druckfeder
- 72
- separate Betätigungseinrichtung / Zylinder
- 74
- Anschlag der Betätigungseinrichtung 72
- 76
- Zylinderlager
- 78
- Leitungen für Druckflüssigkeit des Zylinders 72
- 82
- scheibenförmiges Element
- 84
- aufgewickelter Teil der Bahn
1. Druckwerk in einer Rotationsdruckmaschine, mit einem ortsfest gelagerten unteren Gummituchzylinder
(18), einem an den unteren Gummituchzylinder (18) unter Bildung eines Druckspalts
anstellbaren oberen Gummituchzylinder (16), einem an den unteren Gummituchzylinder
(18) anstellbaren unteren Plattenzylinder (14) sowie einem an den oberen Gummituchzylinder
(16) anstellbaren oberen Plattenzylinder (12), wobei der obere Plattenzylinder (12),
der obere Gummituchzylinder (16) und der untere Plattenzylinder (14) in verschwenkbaren
Lagergehäusen (40, 44) bezüglich des unteren Gummituchzylinders (18) bewegbar aufgenommen
sind,
gekennzeichnet
durch eine auf die Lagergehäuse (40, 44) des oberen und unteren Plattenzylinders (12,
14) über federelastische Mittel (56) wirkende Betätigungseinrichtung (48), welche
im zusammengefahrenen Zustand eine die Zylinder (12, 14) in Richtung des ortsfesten
unteren Gummituchzylinders (18) drängende Anstellkraft erzeugt, und welche im auseinandergefahrenen
Zustand in der Weise auf die Lagergehäuse (40, 44) der Zylinder (12, 14, 16) wirkt,
daß diese voneinander abgestellt sind.
2. Druckwerk nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigungseinrichtung (48) in feststehenden mit dem Rahmen (4) des Druckwerks
verbundenen Anschlägen (34, 36) gehalten wird.
3. Druckwerk nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigungseinrichtung (48) mit Anschlägen (38, 47, 54) versehen ist, die
zum Bewegen der Zylinder (12, 14, 16) mit an den Lagergehäusen (40, 44) gebildeten
Hebeln (42, 46) zusammenwirken.
4. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorspannung der federelastischen Mittel (56) zum Einstellen der Anstellkraft
über Vorspannelemente (60, 62) einstellbar ist.
5. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die federelastischen Mittel (56) Druckfedern sind.
6. Druckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die federelastischen Mittel(56) Tellerfedern sind.
7. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Betätigungseinrichtung (48) einen hydraulischen oder pneumatischen Zylinder
umfaßt.
8. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Lagergehäuse (44) des oberen Gummituchzylinders (16) ein in seiner Vorspannung
veränderbarer Federmechanismus (66) zugeordnet ist, welcher den oberen Gummituchzylinder
(16) vom unteren Gummituchzylinder (18) wegdrängt.
9. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagergehäuse (40) des oberen und/oder des unteren Plattenzylinders (12, 14)
zur Schrägstellung des jeweiligen Plattenzylinders (12, 14) bezüglich des zugeordneten
Gummituchzylinders (16, 18) gegenüber dem Gehäuse (4) des Druckwerks verschiebbar
(26, 28) sind.
10. Druckwerk nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schrägstellung des oberen und/oder unteren Plattenzylinders (12, 14) über
Drehbolzen (26, 28) erfolgt, die verschiebbar in einer der Seitenwände des Druckwerks
aufgenommen sind.
11. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem oberen Gummituchzylinder (16) eine separate Betätigungseinrichtung (72) zugeordnet
ist, über die der obere Gummituchzylinder (16) bei angestelltem oberen Plattenzylinder
(12) vom unteren Gummituchzylinder (18) abstellbar ist.
12. Druckwerk nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die separate Betätigungseinrichtung (72) einen separaten Anschlag (74) umfaßt,
auf welchem sich das Lagergehäuse (44) des oberen Gummituchzylinders (16) bei abgestelltem
oberen Gummituchzylinder (16) über einen am Lagergehäuse (44) gebildeten Hebel (46)
abstützt.
13. Druckwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Zylindern (12, 14, 16, 18) des Druckwerks Schmitzringe (20) zugeordnet sind,
über welche sich die Zylinder in der zusammengefahrenen Stellung der Betätigungseinrichtung
(48) gegeneinander abstützen.