[0001] Die Erfindung betrifft Zwillingsschraubenrotoren zum Einbau in Verdrängermaschinen
für kompressible Medien, insbesondere Pumpen, welche Rotoren eingängig mit variierender
Steigung ausgeführt und dazu bestimmt sind, in achsparallelem, gegenläufigem Ausseneingriff
mit Umschlingungswinkeln von mindestens 720° zu stehen und in einem Gehäuse eine axiale
Kammersequenz ohne Blaslochverbindungen zu bilden, wobei das Stirnprofil aus einem
Kernkreisbogen, einer zykloidenförmigen Hohlflanke, einem Aussenkreisbogen und einer
weiteren Flanke besteht.
[0002] Die Patentschrift DE 87685 zeigt eine als Schraubenräderkapselwerk bezeichnete Maschine,
bei der die Schraubenrotoren mit veränderlicher Steigung ausgebildet sind. Die Maschine
ist sowohl als Motor als auch als Pumpe verwendbar. Um - beim Betrieb als Motor -
die Zunahme des Volumens der Arbeitskammern in Richtung des sich entspannenden Mediums
zusätzlich zu steigern, sind die Rotoren wahlweise konisch ausgebildet.
[0003] In der Patentschrift DE 609405 ist eine Luftkältemaschine mit Verdichter und Entspanner
beschrieben, die beide Schraubenpaare mit veränderlicher Steigung und Gangtiefe aufweisen.
Die Hüllflächen der Rotoren sind konisch ausgebildet.
[0004] Beide der vorher genannten Maschinen haben den Nachteil, dass sie konische Zylinder
erfordern, wodurch die Rotoren nur auf einer Seite ein-und ausgebaut werden können.
Dies erhöht den Aufwand bei der Montage- und Demontage der Maschinen, was insbesondere
bei Unterhalts- und Reinigungsarbeiten sehr nachteilig ist.
[0005] Die Patentanmeldung EP 0697523 betrifft eine Schrauben-Verdrängermaschine, bei der
die miteinander im Eingriff stehenden Rotoren ungleiche, als "männlich" und "weiblich"
bezeichnete Schraubenprofile, sogenannte S.R.M.-Profile mit kontinuierlicher Änderung
der Steigung haben. Das Stirnprofil ist dabei derart variiert, dass der Zahnkopfwinkel
beziehungsweise die Länge des Aussenkreisbogens eine monoton wachsende Funktion in
Abhängigkeit vom Umschlingungswinkel ist. Solche Profile haben den Nachteil, dass
eine gute Abschottung der axialen Sequenz von Arbeitszellen wegen des verbleibenden
Blasloches nicht möglich ist. Die durch das Blasloch verursachten Vakuumverluste haben
Wirkungsgradverluste zur Folge, so dass mit einer solchen Maschine zumindest bei kleinen
und mittleren Drehzahlen keine gute innere Verdichtung möglich ist.
[0006] Die Offenlegungsschrift DE 19530662 offenbart eine Schraubensaugpumpe mit aussen
kämmenden Schraubenelementen, bei der die Steigung der Schraubenelemente kontinuierlich
von ihrem Einlassende zu ihrem Auslassende abnimmt, um die Kompression des abzugebenden
Gases zu veranlassen. Die Form der Zähne des Schraubenrotors weist eine epitrochoidale
und/oder archimedische Kurve auf. Diese Maschine hat den Nachteil, dass die erreichbare
innere Verdichtungsrate bei den gezeigten geometrischen Verhältnissen mässig ist.
Zudem fixiert die fehlende Stirnprofil-Variation das ohnehin nicht gute Verdichtungsverhältnis
und führt wegen der Verringerung der Tiefe des Spaltes zwischen Schraubenaussendurchmesser
und Gehäuse zum Schraubenende hin zu einer erhöhten Leckrate.
[0007] Die Offenlegungsschrift DE 4445958 beschreibt einen Schraubenverdichter mit gegenläufig
rotierenden, aussenkämmenden Schraubenelementen. Die Gewindewendeln der Schraubenelemente
werden vom einen axialen Ende zum davon entfernten zweiten axialen Ende hin kontinuierlich
kleiner. Als Profil wird ein Rechteck- oder Trapezprofil vorgeschlagen. Ein Nachteil
solcher Profilgeometrien besteht darin, dass sie nur genügend verlustfrei arbeiten,
wenn die Gangtiefe in Relation zum Durchmesser gering ist, wie dies in der genannten
Publikation ausgeführt ist. Eine solche Maschine weist somit ein grosses Bauvolumen
und ein grosses Gewicht auf. Es ist ein weiterer Nachteil solcher Profilgeometrien,
dass extrem hohe Steigungsänderungen erforderlich sind, wenn eine befriedigende innere
Verdichtungsrate erreicht werden soll. Wie bei der erwähnten DE 19530662 fixiert auch
hier die fehlende Stirnprofilvariation dieses Manko und dieses führt zu einer erhöhten
Leckrate wegen Verringerung der Tiefe des Spaltes zwischen Schraubenaussendurchmesser
und Gehäuse zum Schraubenende hin.
[0008] Weitere Publikationen, wie beispielsweise SE 85331, DE 2434782 und DE 2434784 betreffen
innenachsige Schraubenmaschinen mit nicht konstanter Steigung der Schrauben oder variierenden
Stirnprofilen. Diese Maschinen weisen alle den Nachteil auf, dass der Bauaufwand hoch
ist und dass in jedem Fall auch saugseitig dynamische Dichtungen benötigt werden.
[0009] Ferner gibt es einige Publikationen, beispielsweise DE 2934065, DE2944714, DE 3332707
und AU 261792, welche zweiwellige Verdichter mit schraubenähnlichen Rotoren beschreiben.
Dort sind die Rotoren und in einigen Fällen auch das Gehäuse aus axial hintereinander
angeordneten Profilscheiben unterschiedlicher Dicke und/oder Kontur zusammengesetzt
und bewirken solchermassen innere Verdichtung. Alle Maschinen mit schraubenähnlichen
Rotoren haben den Nachteil, dass ihr Wirkungsgrad gegenüber demjenigen von Maschinen
mit schraubenförmigen Rotoren vermindert ist, weil durch den gestuften Aufbau Schadräume
und Wirbelzonen entstehen. Ferner sind bei schraubenähnlichen Rotoren Probleme bezüglich
Formkonstanz zu erwarten, da sie sich im Betrieb erwärmen.
[0010] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
Zwillingsschraubenrotoren vorzuschlagen, welche die oben erwähnten Nachteile nicht
aufweisen.
[0011] Diese Aufgaben werden gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass die Steigung nicht
monoton verläuft und als abhängige Variable vom Umschlingungswinkel definiert ist,
dass die Steigung in einem ersten Teilbereich vom saugseitigen Schraubenende her zunimmt
und nach ca. einer Umschlingung einen Maximalwert erreicht, dass die Steigung in einem
an den ersten Teilbereich anschliessenden zweiten Teilbereich abnimmt und ca. eine
Umschlingung vor dem druckseitigen Schraubenende einen Minimalwert erreicht und dass
die Steigung in einem an den zweiten Teilbereich anschliessenden dritten Teilbereich
im wesentlichen konstant ist.
[0012] Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen umschrieben.
[0013] Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf in den Zeichnungen dargestellte
Ausführungsarten näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- ein Paar miteinander in Eingriff stehende Schraubenrotoren,
- Figur 2
- den rechtsgängigen Rotor,
- Figur 3
- den linksgängigen Rotor,
- Figur 4
- einen Stirnschnitt eines Schraubenrotors mit variierendem Profil,
- Figur 5
- die Abwicklung der Referenzspirale eines erfindungsgemässen Rotors,
- Figur 6
- den Steigungsverlauf der Abwicklung gemäss Figur 4,
- Figur 7
- den Verlauf des Arbeitskammerquerschnitts bei einer Maschine ohne und mit Profilvariation,
- Figur 8a bis 8c
- Gehäuse-, Rotor-, und Arbeitskammerquerschnitt eines mit erfindungsgemässen Rotoren
ausgestatteten Verdichters und
- Figur 9a bis 9p
- Stirnschnitte durch ein Rotorenpaar, welche die Entwicklung des Arbeitskammerquerschnitts
gemäss Figur 7 veranschaulichen.
[0014] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Paars miteinander in achsparallelem Ausseneingriff
stehender Schraubenrotoren 1 und 2. Die Figuren 2 und 3 zeigen jeden der Rotoren 1
und 2 gemäss Figur 1 separat. Es ist in diesen Figuren deutlich zu erkennen, dass
der Aussenmantel und der Kern zylindrisch sind und somit die Gangtiefe über die Schraubenlänge
konstant ist. In Figur 3 zeigen die Masse Δw
1 und Δw
3, dass die Steigung der Schraube entlang der Achse variiert, dass dabei aber die Höhe
h der schraubenförmigen äusseren zylindrischen Rotorfläche konstant bleibt, wodurch
Leckageverluste zwischen Rotor und Gehäuseinnenwand gegen die Druckseite hin, wie
sie bei einigen der eingangs erwähnten Maschinen nach dem Stand der Technik in unerwünschter
Weise auftreten, vermieden werden. Mit der Bezugszahl 7 ist in dieser Figur die Referenzspirale
bezeichnet, auf die später noch näher eingegangen wird und 8 ist die zweite Begrenzungsspirale
der äusseren, zylindrischen Rotorfläche.
[0015] In Figur 4 ist ein Rotor in einem Schnitt rechtwinklig zur Rotorachse dargestellt.
Das so entstehende Stirnprofil weist einen Kernkreisbogen 3 mit einem über die ganze
Schraubenlänge konstanten Radius Rb auf, der - im Uhrzeigersinn - nach einem Sektorwinkel
γ in eine zykloidenförmige Hohlflanke 4 übergeht. Die Geometrie der Hohlflanke 4 ist
über die ganze Schraubenlänge unverändert. An die Hohlflanke 4 schliesst im Punkt
B mit einem spitzen Winkel ein Aussenkreisbogen 5 mit einem über die ganze Schraubenlänge
konstanten Radius Ra an, welcher nach einem Sektorwinkel γ im Punkt C in eine weitere
Flanke 6 übergeht. Diese mündet schliesslich mit tangentialem Übergang in den Kernkreisbogen
3. Die Variation der Stirnprofilkontur entlang der Schraubenachse basiert auf einer
Änderung der Sektorwinkel γ sowie auf einer Änderung der Geometrie der weiteren Flanke
6. Die Variation der Sektorwinkel γ entlang der Schraubenachse ist vorzugsweise durch
einen räumlich mindestens annähernd äquidistanten Verlauf einer durch die äussersten
Punkte der Hohlflanke B
α gebildeten Referenzspirale (7 in Figur 3) und der zweiten Begrenzungsspirale (Punkte
C) (8 in Figur 3) der äusseren, zylindrischen Rotorfläche bestimmt.
[0016] Figur 5 zeigt in einem Diagramm die Abwicklung w der im Zusammenhang mit Figur 4
erwähnten Referenzspirale in Abhängigkeit vom Umschlingungswinkel α. Zum Vergleich
sind noch eine Gerade g und entsprechende Abschnitte P
0, 2P
0 etc. der Abwicklung einer Spirale mit konstanter Steigung eingezeichnet. Der Verlauf
der Steigung ist deutlicher erkennbar, wenn man die in Figur 6 dargestellte erste
Ableitung

der Abwicklung w betrachtet. Dieser Wert w' ist die dynamische Steigung der oben
erwähnten Referenzspirale. Man sieht in dieser Figur, dass die Steigung bei α=0 mit
dem Wert

beginnt, wobei L
0 eine der mittleren Steigungshöhe entsprechende Konstante ist. In einem ersten Teilbereich
T
1 nimmt w' zu und erreicht bei

den Maximalwert

wobei A der Amplitudenmoderator ist. Im zweiten Teilbereich T
2, der sich von 2π bis 6π erstreckt, nimmt die Steigung ab und erreicht bei

den Minimalwert

den sie im dritten Teilbereich T
3 bis zum Ende der Schraube beibehält.
[0017] Figur 7 zeigt den Kammerquerschnitt F in Funktion des Umschlingungswinkels α, wobei
die mit einer durchgezogenen Linie dargestellte Kurve F
o den Kammerquerschnitt ohne Profilvariation und die gestrichelt gezeichnete Kurve
F
m den Kammerquerschnitt mit Profilvariation zeigt.
[0018] In Figur 8a ist der Querschnitt eines zur Aufnahme erfindungsgemässer Zwillingsschraubenrotoren
bestimmten Gehäuses dargestellt, Figur 8b zeigt einen der Darstellung von Figur 4
entsprechenden Schnitt durch die Rotoren und in Figur 8c ist der Kammerquerschnitt
F
o schraffiert dargestellt.
[0019] In den Figuren 9a bis 9p ist in Stirnschnitten die Entwicklung des Arbeitskammerquerschnitts
in Abhängigkeit vom Umschlingungswinkel dargestellt. Letzterer ist in den Figuren
in Winkelgraden angegeben.
1. Zwillingsschraubenrotoren zum Einbau in Verdrängermaschinen für kompressible Medien,
welche Rotoren eingängig mit variierender Steigung ausgeführt und dazu bestimmt sind,
in achsparallelem, gegenläufigem Ausseneingriff mit Umschlingungswinkeln von mindestens
720° zu stehen und in einem Gehäuse eine axiale Kammersequenz ohne Blaslochverbindungen
zu bilden, wobei das Stirnprofil aus einem Kernkreisbogen (3), einer zykloidenförmigen
Hohlflanke (4), einem Aussenkreisbogen (5) und einer weiteren Flanke (6) besteht,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steigung nicht monoton verläuft und als abhängige
Variable vom Umschlingungswinkel definiert ist, dass die Steigung in einem ersten
Teilbereich (T1) vom saugseitigen Schraubenende her zunimmt und nach ca. einer Umschlingung einen
Maximalwert erreicht, dass die Steigung in einem an den ersten Teilbereich anschliessenden
zweiten Teilbereich (T2) abnimmt und ca. eine Umschlingung vor dem druckseitigen Schraubenende einen Minimalwert
erreicht und dass die Steigung in einem an den zweiten Teilbereich anschliessenden
dritten Teilbereich (T3) im wesentlichen konstant ist.
2. Zwillingsschraubenrotoren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnprofilkonturen
entlang der Schraubenachse variieren, indem sich die Sektorwinkel (γ) von Kernkreisbogen
(3) und Aussenkreisbogen (5) verändern und indem sich die Geometrie der weiteren Flanke
(6) verändert, wobei der Kernkreisradius (Rb), der Aussenkreisradius (Ra) und die
Geometrie der Hohlflanke konstant sind und wobei die äussersten Punkte der Hohlflanke
die Referenz-Spirale (7) zur Definition des Steigungsverlaufs bilden.
3. Zwillingsschraubenrotoren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Variation
der Sektorwinkel (γ) von Kernkreisbogen (3) und Aussenkreisbogen (5) entlang der Schraubenachse
bestimmt ist durch einen räumlich mindestens annähernd äquidistanten Verlauf der Referenzspirale
(7) und der zweiten Begrenzungsspirale (8) der äusseren, zylindrischen Rotorfläche.