Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Turbinenschaufel mit einem metallischen Schaufelkörper
und einem Schutzüberzug, der aus einem porösen Intermetallik-Filz ausgebildet ist
und im Schaufelkörper der Turbinenschaufel Kühlluftkanäle ausgebildet sind, welche
am Intermetallik-Filz münden, um diesen mit Kühlluft zu versorgen.
Stand der Technik
[0002] Aus der DE 42 41 420 C1 geht eine aus einer Titanlegierung bestehende Verdichterschaufel
hervor, die mit einer abrasiven Schaufelpanzerung versehen ist. Die Schaufelpanzerung
besteht aus einer Nickelmatrix, in welche Bornitridpartikel eingeschlossen sind. Diese
Schaufelpanzerung wird vorzugsweise an der Schaufelspitze vorgesehen.
[0003] Die DE 32 03 869 A1 beschreibt eine aus einem metallischen Laufschaufelgrundkörper
(Kern) und einem keramischen Hohlkörper (Schaufelmantel) bestehende Laufschaufel.
Der Schaufelmantel wird mittels metallischer Haltestifte am Laufschaufelkern befestigt.
Durch das Einbringen von Isolierkörpern zwischen den keramischen und den metallischen
Kontaktflächen soll der Wärmefluß vom Schaufelmantel zum Laufschaufelkern reduziert
werden.
[0004] Aus der DE 29 50 150 A1 ist eine Dichtungsanordnung bekannt, die einen Durchgang
zwischen einem rotierenden und einem nicht-rotierenden Teil abdichten soll. Die Dichtungsanordnung
weist eine an einem der beiden Teile angeordnete Flächendichtung und einen Kantenteil
auf, der der Flächendichtung gegenüberliegend angeordnet und am anderen Teil befestigt
ist. Der Kantenteil weist in die Flächendichtung vorstehende Zähne auf, die bei Rotation
in der Flächendichtung Rinnen schneiden, wodurch die Dichtungsanordnung eine Labyrinthdichtung
bildet.
[0005] Die Flächendichtung dieser bekannten Dichtungsanordnung ist aus Metallfasern zusammengesetzt,
die eine matten- oder filzartige Konstruktion bilden. Dieses Material wird durch Sintern
einer Matrix aus willkürlich orientierten Metallfasern bei einer hohen Temperatur
und reduziertem Druck hergestellt, wobei sich eine vollkommen verfilzte Struktur aus
Metallfasern bildet, die Metallbindungen an allen Kontaktpunkten der Fasern aufweist.
Das gesinterte Material zeichnet sich durch eine scheinbare Dichte aus, die beträchtlich
geringer ist als die Dichte der Fasern selbst. Die geringe Dichte des gesinterten
Fasermaterials liegt etwa im Bereich von 14 bis 30% und somit unterscheiden sich diese
Materialien von gesinterten pulverisierten Materialien, die eine Dichte von mehr als
30% besitzen. Diese Art von Flächendichtungen haben sich bewährt, da sie sowohl die
erforderliche Festigkeit, Starrheit und Kompaktheit aufweisen als auch elastisch,
zerkleiner- und abreibbar sind.
[0006] Die GB 2 053 367 A zeigt eine gekühlte Gasturbine mit einer den rotierenden Schaufeln
gegenüberliegenden Abschirmung. Die Abschirmung ist aus einem im Querschnitt rechteckigem
rohrförmigen Ring ausgebildet, der in seinem Inneren Kühlluft aufnehmen kann. An der
den Schaufeln gegenüberligenden Wandung des Ringes sind Löcher eingebracht und diese
Wandung ist außenseitig mit einer porösen Schicht versehen, welche von der Kühlluft
durchdrungen werden kann. Die poröse Schicht besteht aus einem aus kleinen Kugeln
gesinterten Material. Die Kugeln sind aus einer auf Nickel basierenden Superlegierung
ausgebildet.
[0007] Die DE 2 038 047 beschreibt eine bauliche Vorkehrung an Leitschaufeln, die innerhalb
des Strömungsraumes einer Dampfturbine, insbesondere einer Satt- und Naßdampfturbine,
angeordnet ist und zur Entwässerung der Oberflächen der einzelnen Leitschaufeln dient.
Um die durch Wassertropfenanschlag an die Oberflächen der Laufschaufeln von Naßdampfturbinen
hervorgerufene Erosion zu vermindern bzw. ganz zu vermeiden, sieht die Leitschaufel
Entwässerungskanäle vor, die mit porösem, flüssigkeitsdurchlässigem Material, das
aus metallischen Werkstoffen oder deren Legierungen gefertigt ist, ausgefüllt sind.
Die Verwendung von porösem, flüssigkeitsdurchlässigem Material dient einzig und allein
der gezielten Wasserentfernung aus dem Innenraum einer Dampfturbine.
[0008] Die DE 33 27 218 A1 beschreibt ein thermisch hochbeanspruchtes, gekühltes Bauteil,
insbesondere einen Turbinenschaufel, die aus Gründen der Reduzierung der Wärmebelastung
mit einer Metallfilz-Schicht überzogen ist, die ihrerseits wiederum mit einer zusätzlichen,
keramischen Wärmedämmschicht abgedeckt ist. Grundsätzlich dient die Metallfilz-Schicht
als elastisches Trägermaterial für die keramische Wärmedämmschicht (siehe hierzu Seite
4, Zeilen 33 bis Seite 5, Zeile 2, Seite 6, 1. Absatz sowie Seite 7, Zeilen 2 bis
7), jedoch kommt der Metallfilz-Schicht auch eine wärmeabführende Wirkung bei, zumal
Kühlluft über Kühlluft-Führungsnuten 3 (siehe hierzu Fig. 1 ) an die Unterseite der
Metallfilz-Schicht zugeführt wird, um diese lokal zu kühlen und auf diese Weise zu
einer optimalen Wärmeabführung der durch die Wärmedämmschicht 6 hindurchfließenden
Wärme zu gelangen.
[0009] Zur bekannten Anordnung gemäß der oben zitierten Druckschrift kann festgestellt werden,
daß Metallfilz zum thermischen Schutz auf der Oberfläche von Turbinenschaufeln aufgebracht
ist, doch reicht die Schutzwirkung, insbesondere bei den thermisch sehr stark beanspruchten
Turbinenschaufeln nicht in genügender Weise aus, das Material, aus dem die Turbinenschaufeln
gefertigt sind, ausreichend vor Überhitzung zu schützen.
Darstellung der Erfindung
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Turbinenschaufel mit einem metallischen
Schaufelkörper und einem Schutzüberzug, der aus einem porösen Intermetallik-Filz ausgebildet
ist und im Schaufelkörper der Turbinenschaufel Kühlluftkanäle ausgebildet sind, welche
am Intermetallik-Filz münden, um diesen mit Kühlluft zu versorgen, derart weiterzubilden,
daß die Turbinenschaufel besser kühlbar ist als es im Falle des Standes der Technik
möglich ist. Hierdurch soll überdies der Wirkungsgrad der Turbine erhöht werden.
[0011] Die Aufgabe wird durch eine Turbinenschaufel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0012] Die erfindungsgemäße Turbinenschaufel zeichnet sich dadurch aus, daß der Intermetallik-Filz
auf einer Eisen- oder Nickel-Aluminid-Legierung basiert, mit Mischungsanteilen zwischen
Fe:Al bzw. Ni:Al von ca. 50:50, wobei mit dem Verhältnis das Atomverhältnis gemeint
ist. Durch ein derartiges Mischungsverhältnis, das durchaus auch Verhältnisses zwischen
40:60 bis 60:40 umfassen soll, werden Metallik-Filze erhalten, deren Oxidierbarkeit
sehr schwach ausgeprägt ist, wodurch zum einen die Lebensdauer derartiger Metallik-Filze
entscheidend erhöht werden kann und zum anderen ihre Filzstruktur länger erhalten
bleibt.
[0013] Auch ist es möglich zusätzlich zu der Eisen- oder Nickel-Aluminid-Legierung weitere
Stoffe bzw. Elemente der jeweiligen Legierung beizumischen bspw. Ta, Nb, Cr, B, Si,
Zr oder Ga. Wesentlich bei der Beimischung zusätzlicher Elemente ist, daß das atomare
Mischungsverhältnis zwischen Fe und Al bzw. Ni und Al in der Größenordnung um 50:50
bleibt.
[0014] So wird bei herkömmlichen Filzen durch oxidative Prozesse die Filzstruktur während
ihres Einsatzes derart in Mitleidenschaft gezogen, so daß bspw. ihr Vermögen bezüglich
ihrer Kühlluftdurchlässigkeit entscheidend abnimmt. Überhitzung der Turbinenschaufel
ist hiervon die Folge.
[0015] Ferner sind erfindungsgemäß im Schutzüberzug Kühlkanäle vorgesehen, die, dem Schaufelkörper
zugewandt, im Bereich der Kühlkanäle münden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden,
daß der Intermetallik-Filz zusätzlich vermehrt von Kühlluft durchströmt wird. Eine
Gefahr einer Turbinenschaufelüberhitzung kann damit ausgeschlossen werden.
[0016] Grundsätzlich kommt durch Vorsehen des porösen Intermetallik-Filzes auf der Oberfläche
des Schaufelkörpers eine in diesen eingeleitete Kühlluft nicht sofort mit den Heißgasen
der Turbine in Berührung, sondern tritt allmählich und auf einer größeren Fläche verteilt
durch den Intermetallik-Filz hindurch. Der intermetallische Filz, der höhere Oberflächentemperaturen
als herkömmliche Materialien für Turbinenschaufeln aufweisen kann, wird hierdurch
intensivst gekühlt, wodurch die Turbinenschaufel mit einer im Vergleich zu einer Turbinenschaufel,
bei welcher die Kühlluftkanäle unmittelbar an der Oberfläche austreten, äußerst kleinen
Kühlluftmenge auf Betriebstemperatur gehalten werden kann. Da die Kühlluftmenge wegen
der besseren Wärmeübertragung wesentlich geringer ist wird der Wirkungsgrad der Turbine
entsprechend erhöht, da weniger Kühlluft nicht an der Energiezufuhr in der Brennkammer
teilnimmt und den Wirkungsgrad der Turbine vermindert.
[0017] Das allmähliche Durchströmen der Kühlluft durch den Intermetallik-Filz bewirkt, daß
die Austrittsgeschwindigkeit der Kühlluft an der Oberfläche der Turbinenschaufel sehr
gering ist und die Aerodynamik nicht in der bisher bekannten Weise negativ beeinträchtigt.
Dies gilt insbesondere, wenn der intermetallische Filz an der Vorderkante der Turbinenschaufel
angeordnet ist, da dann, im Gegensatz zu herkömmlichen gekühlten Turbinenschaufeln,
das Strömungsverhalten der auf die Turbinenschaufel auftreffenden Gase nicht durch
entgegenströmende Kühlluft negativ beeinträchtigt wird.
[0018] Die, in dem Intermetallik-Filz eingarbeiteten Kühlkanäle, die die Filzschicht nicht
notwendigerweise vollständig durchsetzen, sondern nur teilweise in den Filz eindringen,
sorgen dafür, daß der Schutzüberzug optimal mit Kühlluft versorgt wird.
[0019] Die erfindungsgemäße Turbinenschaufel erlaubt wegen der geringeren Kühlluftmenge
und der verbesserten Aerodynamik eine beträchtliche Steigerung des Wirkungsgrades
einer mit diesen Turbinenschaufeln ausgerüsteten Turbine.
[0020] Der intermetallische Filz ist zudem unempfindlich gegenüber mechanischen Belastungen,
wie z.B. Fremdkörpereinschlag, da diese lediglich zu kleinen, lokalen Verformungen
führen, jedoch weder die Funktion des Kühlsystems wesentlich noch die grundsätzliche
Funktion der Laufschaufel beeinträchtigen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Turbinenschaufel im Querschnitt,
- Fig. 2
- die in Fig. 1 gezeigt Turbinenschaufel im Vorderkantenbereich in einer vergrößerten
Querschnittsdarstellung,
- Fig. 3
- den Vorderkantenbereich der in Fig. 1 gezeigten Turbinenschaufel ohne einen Intermetallik-Filz
in perspektivischer Ansicht.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, gewerbliche Anwendbarkeit
[0022] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Turbinenschaufel 1 im Schnitt. Die Turbinenschaufel
1 weist eine an sich bekannte aerodynamische Form auf und ist aus zwei Seitenwandungen
2, 3 ausgebildet. Im Vorderkantenbereich 4 weist die Turbinenschaufel 1 eine etwa
halbkreisförmige Außenfläche auf, die bündig in die Außenflächen der Seitenwandungen
2, 3 übergeht. Die Seitenwandungen 2, 3 laufen vom Vorderkantenbereich 4 in Richtung
zu einer Hinterkante 5 zusammen, wobei sie im Bereich der Hinterkante 5 miteinander
fest verbunden sind. Benachbart zu dem im Schnitt etwa halbkreisförmigen Vorderkantenbereich
4 ist zwischen den Seitenwandungen 2, 3 ein Quersteg 6 angeordnet, der den Zwischenraum
zwischen den beiden Seitenwandungen 2, 3 in zwei Kühlluftkanäle 7, 8 unterteilt, durch
welche der Turbinenschaufel 1 Kühlluft zugeführt wird.
[0023] Der Vorderkantenbereich 4 der Turbinenschaufel ist zweilagig ausgebildet, wobei eine
innere Lage durch ein im Schnitt etwa ringsegmentförmiges Vorderkantenteil 9 und eine
äußere Lage durch einen aus einem Intermetallik-Filz ausgebildeten Schutzüberzug 10
gebildet werden.
[0024] Das etwa kreissegmentförmige Vorderkantenteil 9 ist mit den Seitenwandungen 2, 3
jeweils über ein Übergangsteil 11, 12 verbunden. Die Übergangsteile 11, 12 bilden
einen sich in Richtung zu dem Vorderkantenteil kontinuierlich verjüngenden Einschnührungsbereich.
[0025] Die beiden Seitenwandungen 2, 3, der Quersteg 6, die Übergangsteile 11, 12 und das
Voderkantenteil 9 sind einstückig aus Metall ausgebildet und bilden einen Schaufelgrundkörper.
[0026] Das Vorderkantenteil 9 ist mit etwa radial verlaufenden Kühlbohrungen 13 versehen,
die in Kühkanäle 13' münden, die in den Schutzüberzug 10 einragen. An den Seitenwandungen
2, 3 können weitere Kühlbohrungen 14 eingebracht sein, die die Seitenwandungen 2,
3 von innen nach außen schräg verlaufend in Richtung zur Hinterkante 5 durchsetzen.
[0027] Der Einschnührungsbereich im Vorderkantenbereich 4 bildet eine Ausnehmung zur Aufnahme
des aus dem Intermetallik-Filz bestehenden Schutzüberzugs 10.
[0028] Grundsätzlich besteht der intermetallische Filz aus einem filzähnlichen Material,
wie es beispielsweise aus "VDI Bericht 1151, 1995, Metallische Hochtemperaturfasern
durch Schmelzextraktion - Herstellung, Eigenschaften und Anwendungen, Stephani et
al., Seite 175ff" beschrieben ist. Dort werden Fasern im Schmelzextraktionsverfahren
hergestellt, die so hergestellten Fasern verpreßt und gesintert. Das so gebildete
filzähnliche Material wird als Filter und als Katalysator-Träger verwendet. Erfindungsgemäß
wird dieses filzähnliche Material aus intermetallischen Fasern hergestellt und als
Schutzüberzug für eine Turbinenschaufel verwendet. Dazu werden vorteilhafterweise
intermetallische Phasen auf Eisen- oder Nickelbasis verwendet. Der Intermetallik-Filz
besteht erfindungsgemäß aus einer Eisen-Aluminid- oder Nikkel-Aluminid-Legierung mit
einem Legierungsverhältnis zwischen jeweils beiden Legierungspartner von etwa 50:50.
[0029] Diese Legierungen weisen eine hohe Hitzebeständigkeit, eine hohe Oxidationsbständigkeit
und vorteilhafte Wärmeleiteigenschaften auf. Zudem sind die vorgenannten Eigenschaften
durch die Wahl der intermetallischen Phase in einem weiten Bereich einstellbar.
[0030] Der Schutzüberzug 10 aus Intermetallik-Filz ist in der Ausnehmung der Turbinenschaufel
1 durch Hochtemperaturlöten befestigt, wobei das Lot einen höheren Schmelzpunkt als
die Anwendungstemperatur in der Turbine besitzt.
[0031] Die Porösität des Schutzüberzugs 10 kann durch die Parameter des Herstellungsverfahrens
wie Pressdruck und Sintertemperatur eingestellt werden. Hierdurch ist der Strömungswiderstand
des Schutzüberzuges 10 auf die jeweiligen Anforderungen einstellbar.
[0032] Die Dicke des Schutzüberzuges liegt z.B. im Bereich von 2-8 mm.
[0033] Nachfolgend wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Turbinenschaufel erläutert.
[0034] Kühlluft wird während des Betriebs der Turbine durch den Kühlkanal 7 dem Vorderkantenteil
9 zugeführt, wobei die Kühlluft durch die im Vorderkantenteil ausgebildeten Bohrungen
13, 13' nach außen in den Schutzüberzug 10 aus Intermetallik-Filz strömt. Im Intermetallik-Filz
verteilt sich die einströmende Luft auf einen Flächenbereich und durchströmt den Filz.
Aufgrund der großen Kontaktfläche zwischen dem Intermetallik-Filz und der Kühlluft
bestehen hervorragende Wärmeübertragungseigenschaften, so daß die überwiegende Wärmekapazität
der Kühlluft zum Kühlen des Schutzüberzugs 10 ausgenutzt wird. Zudem wirkt der aus
einem Intermetallik-Filz bestehende Schutzüberzug 10 als thermischer Isolator gegenüber
dem Schaufelgrundkörper.
[0035] Im Vergleich zu herkömmlichen mit Luft gekühlten Turbinenschaufeln ist eine wesentlich
geringere Kühlluftmenge notwendig. Da sich die relativ geringe Kühlluftmenge beim
Durchströmen des Schutzüberzuges 10 auf einen größeren Flächenbereich verteilt ist
der Impuls, mit welchem die Kühlluft aus dem Schutzüberzug ausströmt, minimal, so
daß die Aerodynamik der Turbinenschaufel kaum beeinträchtigt wird.
[0036] Die Erfindung ist oben anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert worden; der Erfindungsgedanke
ist jedoch nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Im Rahmen der Erfindung ist
es z.B. auch möglich, die Hinterkante 5 der Turbinenschaufel mit einem aus Intermetallik-Filz
ausgebildeten Schutzüberzug zu versehen oder an der gesamten Oberfläche der Turbinenschaufel
einen Schutzüberzug vorzusehen. Der Schutzüberzug kann mit variabler Dicke und/oder
variabler Porösität ausgebildet sein. Die Porösität kann z.B. im Verlauf vom Vorderkantenbereich
4 zur Hinterkante 5 abnehmen, wodurch der intermetallische Filz an der stärker der
Hitze ausgesetzten Vorderkante mehr Kühlluft als im übrigen Bereich aufnimmt. Es kann
auch zweckmäßig sein die Porösität entlang der Spannweite zu variieren.
[0037] Der intermetallische Filz kann z.B. auch mit einer Korrosionsschutzschicht oder einer
Wärmeschutzschicht beschichtete sein. Als Wärmeschutzschicht kann eine sogenannte
TBC-Schicht (Thermal Barrier Coating) verwendet werden, die typischerweise aus einem
keramischen Grundstoff ausgebildet ist. Der Filz kann hierbei durch seine Verformbarkeit
Unterschiede im thermischen Dehnungsverhalten der Schutzschicht und des Grundmaterials
ausgleichen.
[0038] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Schutzüberzuges ist, daß er gegenüber
Fremdkörperschäden unempfindlich ist, d.h., daß in der Regel lediglich lokale Verformungen
erzeugt werden, die die Funktion der Turbinenschaufel kaum beeinträchtigen.
[0039] Bei dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel kann sich sogar der Schutzüberzug
während des Betriebs lösen und dennoch ist die Schaufel - bei verringertem Wirkungsgrad
- noch funktionstüchtig.
[0040] Die erfindungsgemäßen Turbinenschaufeln sind für den Einsatz in einer Gasturbine
konzipiert. Insbesondere die Vorderkanten der Schaufeln der ersten Turbinenleitreihe
sind mit dem erfindungsgemäßen Schutzüberzug zu versehen, da sie besonders stark den
Heißgasen der Turbine ausgesetzt sind.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0041]
- 1
- Turbinenschaufel
- 2
- Seitenwandung
- 3
- Seitenwandung
- 4
- Vorderkantenbereich
- 5
- Hinterkante
- 6
- Quersteg
- 7
- Kühlluftkanal
- 8
- Kühlluftkanal
- 9
- Vorderkantenteil
- 10
- Schutzüberzug
- 11
- Übergangsteil
- 12
- Übergangsteil
- 13,13'
- Kühlbohrung
- 14
- Kühlbohrung
1. Turbinenschaufel mit einem metallischen Schaufelkörper und einem Schutzüberzug (10),
der aus einem porösen Intermetallik-Filz ausgebildet ist und im Schaufelkörper der
Turbinenschaufel (1) Kühlluftkanäle (13) ausgebildet sind, welche am Intermetallik-Filz
münden, um diesen mit Kühlluft zu versorgen,
dadurch gekennzeichnet, daß der Intermetallik-Filz auf einer Eisen- oder Nickel-Aluminid-Legierung basiert,
mit Mischungsanteilen zwischen Fe:Al bzw. Ni:Al von ca. 50:50, und
daß der Schutzüberzug Kühlkanäle 13' aufweist, die, dem Schaufelkörper zugewandt,
im Bereich der Kühlkanäle münden.
2. Turbinenschaufel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Eisen- oder Nickel-Aluminid-Legierung zusätzliche Bestandteile von Ta, Nb,
Cr, B, Si, Zr oder Ga aufweist.
3. Turbinenschaufel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß Kühlkanäle 13' vorgesehen sind, die den Schutzüberzug vollständig durchsetzen.
4. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß Kühlkanäle 13' vorgesehen sind, die in den Schutzüberzug nur teilweise eindringen.
5. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorderkante (4) des Schaufelkörpers mit dem Intermetallik-Filz versehen
ist.
6. Turbineschaufel nach einem der Ansprüche 1 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Hinterkante (5) des Schaufelkörpers mit dem Intermetallik-Filz versehen
ist.
7. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelkörper in dem, mit dem Intermetallik-Filz versehenen Bereich mit
einer Ausnehmung versehen ist, in welcher der Intermetallik-Filz angeordnet ist, so
daß er bündig mit dem angrenzenden Bereich des Schaufelkörpers abschließt.
8. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte Schaufelkörper mit dem Intermetallik-Filz überzogen ist.
9. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Intermetallik-Filz aus zusammengepressten und gesinterten intermetallischen
Fasern ausgebildet ist.
10. Turbinenschaufel nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die intermetallischen Fasern aus einer intermetallischen Phase auf Eisenbasis
oder Nickelbasis ausgebildet sind.
11. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern des Intermetallik-Filzes beschichtet sind.
12. Turbinenschaufel nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern des Intermetallik-Filzes mit einer Korrosionsschutzschicht und/oder
einer Wärmeschutzbeschichtung beschichtet sind.
13. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Turbinenschaufel am Rotor einer Turbomaschine angeordnet ist.
14. Turbinenschaufel nach Anspruch 12
dadurch gekennzeichnet, daß die in einer ersten Leitreihe angeordneten Turbinenschaufeln mit dem aus Intermetallik-Filz
ausgebildeten Schutzüberzug versehen sind.
15. Turbinenschaufeln nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Turbomaschine eine Gasturbine ist.