[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Führung von Schwer-Sehbehinderten
und Blinden nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 6.
[0002] Grundsätzlich ist ein Blindenführungssystem auf der Grundlage der Anwendung des Global
Positioning Systems (GPS) bekannt. Ein derartiges System ist beschrieben in Spektrum
der Wissenschaft, Januar 1996, Seite 112.
[0003] Dieses Blindenführungssystem ermöglicht es bereits, einem Blinden Zugang zu Orientierungsinformationen
zur Überwindung der Ortsfremdheit zu geben. Der in dieser Veröffentlichung beschriebene
satellitengestützte "Blindenstock" arbeitet zusammen mit dem GPS-System in Kombination
mit einem am Körper getragenen Computer, in dem vorher die beabsichtigte Wegstrecke
eingegeben wurde. Der Blinde wird dann über akustische Signale geführt.
[0004] Dieses System funktioniert jedoch nur, wenn gleichzeitige "Sichtverbindung" zu vier,
in die spezifische Konstellation involvierten Satelliten besteht. Eine solche Direktsicht
ist in Hochaktivitätsbereichen, wie Städten und deren publikumsfrequentierten Einrichtungen,
selten gegeben.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verbesserung der Führung
von Blinden und Schwer-Sehbehinderten mit Hilfe eines elektronischen Führungssystems
zu schaffen, das ohne gleichzeitige Sichtverbindung zu vier, in die spezifische Konstellation
involvierten Satelliten auskommt, das sicherer arbeitet und außerdem dem Blinden eine
wesentlich genauere Führungsinformation und Umgebungsinformation in Kombination mit
der Sprachein- und Ausgabe ermöglicht, sowie eine Einrichtung zur Durchführung des
Verfahrens zu schaffen.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung für das Verfahren ist im Kennzeichen des Patentanspruchs
1 charakterisiert.
[0007] Weitere Lösungen bzw. Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den
Kennzeichen der Patentansprüche 2 bis 5 charakterisiert.
[0008] Die Lösung für eine erfindungsgemäße Einrichtung ist im Kennzeichen des Patentanspruchs
6 angegeben.
[0009] Weitere Ausgestaltungen bzw. Lösungen für die erfindungsgemäße Einrichtung sind in
den Patentansprüchen 7 bis 10 charakterisiert.
[0010] Mit dem vorliegenden Verfahren und der Einrichtung ist es möglich, dem Blinden eine
gewisse Selbstbestimmung, ein Selbst-Management, eine Eigenverantwortlichkeit bzw.
eine personale Autarkie, das heißt auch eine größere Mobilität und Sicherheit zu geben.
Er kann seinen Aktionsradius ausdehnen, in dem er auch in für ihn unbekannte Umgebungen
ohne weiteres gehen kann. Das kann zum Beispiel bedeuten, daß ein Blinder bzw. Schwerst-Sehbehinderter
sich an einer ihm bekannten Straßenbahn-/Bushaltestelle in ein öffentliches Verkehrsmittel
begibt und an der ihm grundsätzlich bekannten Zielhaltestelle, zum Beispiel dem Zugang
zu einem Supermarkt, aussteigt. Spätestens hier würde die jeweilige Person mit dem
Problem der Fremdheit seiner momentanen Mikro-Geosphärischen Umgebung konfrontiert.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Einrichtung findet sich
ein Blinder bzw. Schwerst-Sehbehinderter nunmehr ohne weiteres zurecht, da er sprachgesteuert
und -geleitet bzw. -geführt alle Informationen sofort zur Verfügung hat, um sich in
dieser gewissermaßen neuen Umgebung ohne weiteres zurecht zu finden. Deshalb wird
hier ein GSM- oder UMTS-netzgestütztes Orientierungssystem realisiert, mit dessen
Hilfe unter gleichzeitiger Einbeziehung mehrerer im Mobilfunknetz existierender Basisstationen
nach einer bestimmten festgelegten Such-Routine Ortungs-Algorithmen aktiviert werden.
Die Funktionsfähigkeit dieses Gesamtsystems wird durch ein elektronisch gespeichertes
Abbild der infrastrukturellen Grundgegebenheiten des Bewegungsraums, zum Beispiel
durch einen elektronischen Straßenkataster, nachhaltig erleichtert. Außerdem ist das
einfache Wahrnehmbarmachen der jeweiligen Lokalitätsinformation für den Blinden durch
die Sprachausgabe und Spracheingabe realisiert. Es wird zum Beispiel von einem telematisch
zu aktivierenden Lokalitätsserver per Sprachausgabe mitgeteilt, wo sich der Blinde
befindet und was ihn dort alles umgibt bzw. erwartet. Zu dieser Information wird zusätzlich
entsprechend der Situation einer sich dynamisch verändernden Lokalinformation zur
Feinoptimierung mit einbezogen, so zum Beispiel, wo wird ein Auto gerade gestartet,
wo bewegt sich etwas, welche Hindernisse sind unmittelbar in der eingeschlagenen Wegrichtung
vorhanden bzw. welche Personen kommen entgegen, bewegen sich weg u.s.w..
[0011] Auf der Basis eines körpergetragenen RADAR- oder Infrarot-Sensors oder dergleichen
(wie Ultraschall-Sensor) bzw. eines Mikro-Scanners, bestehend aus einem hinsichtlich
seiner Abtastcharakteristik gesteuerten Chip wird das Feintuning vorgenommen, wobei
die Groborientierung über einen Mobilfunkdienst gegebenenfalls durch Zusammenwirken
von zwei oder mehreren korrespondierenden Basisstationen erfolgt. Die Wegeingabe erfolgt
durch Spracheingabe und zwar vorteilhafterweise durch sprecherunabhängige Eingabe
der Straßenbezeichnung und anderer wichtiger Bezeichnungen für die Umgebung. Die generelle
Positionierung kann auch über räumlich verteilte Basisstationen mittels intelligenter
Meßsignal(Kennung)-Sende-/Empfangssteuerung erfolgen. Durch die Kombination eines
GSM-/UMTS-Empfängers mit Ortungsfunktionalität, eines Sensors und eines sprachgesteuerten
am Körper tragbaren Computers mit Sprachein- und -ausgabe ist eine Einrichtung geschaffen
worden, die quasi eine freie sichere Bewegung eines Blinden bzw. Schwerst-Sehbehinderten
in fast jeder Umgebung realisiert.
[0012] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung,
insbesondere der Ortungsfunktionalität sowie der RADAR- und anderer Sensortechnik,
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispielen.
[0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher beschrieben.
[0014] In der Beschreibung, in den Patentansprüchen, der Zusammenfassung und in der Zeichnung
werden die in der hinten angeführten Liste der Bezugszeichen verwendeten Begriffe
und zugeordneten Bezugszeichen verwendet.
[0015] In der Zeichnung bedeuten:
- Fig. 1
- eine Person mit Blindenstock;
- Fig. 2
- ein Blinder mit einem GPS-Empfänger mit gespeicherten Bewegungsrouten und
- Fig. 3
- eine Person mit einem GSM-/UMTS-Empfänger mit Ortungsfunktionalität, mit einem Sensor.
[0016] Bevor die detaillierte Funktionsweise und Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Verfahrens
und der Einrichtung erklärt wird, soll zunächst eine kurze Beschreibung der Funktionalität
eines bekannten Blindenstocks 2 beschrieben werden. Der Blindenstock 2 wird von einer
Person 1, die blind oder schwerst-sehbehindert ist, benutzt, um in einem Umfeld 3
eine Umgebung gewissermaßen zu ertasten. Grundsätzlich kann sich der Blinde bzw. extrem
Sehbehinderte im Prinzip nur in einem ihn im wesentlichen bekannten Umfeld mit Hilfe
des Blindenstockes 2 orientieren und er hat in Folge dessen einen äußerst eingeschränkten
Aktionsradius. Er besitzt ein eigenerfahrungs-geprägtes Abbild der von ihm erschlossenen
Umgebung in seinem Gedächtnis. Wenn er zum Beispiel sein Haus verläßt, tastet er sich
mit Hilfe des Blindenstocks 2 schrittweise voran. Alle ihm grundsätzlich nicht bekannten,
neuen, temporär vorhandenen Hindernisse stellen für ihn ein enormes Problem dar. Feste,
bereits vorhandene Hindernisse, wie zum Beispiel ein Verkehrsschild 4 sind in seinem
Gedächtnis vorhanden. Wie bereits dargestellt, ist es für eine blinde bzw. schwerst-sehbehinderte
Person ganz besonders schwer möglich, auf sich dynamisch verändernde Umgebungen richtig
zu reagieren. Auch ein Blindenhund kann in solchen Situationen nur bedingt helfen,
nämlich vor Hindernissen warnen, auf die er trainiert ist.
[0017] In Fig. 2 ist nun eine blinde bzw. schwer-sehbehinderte Person 1 mit einem normalen
Blindenstock 2 dargestellt, mit dessen Hilfe er seine unmittelbare Umgebung 3 ertasten
kann, so zum Beispiel auch das dargestellte Verkehrsschild 4. Auf dem Rücken trägt
die blinde bzw. schwerstsehbehinderte Person 1 einen GPS-Empfänger 5, in dem die Bewegungsrouten
gespeichert sind. Der GPS-Empfänger 5 ist mit einer Sprachausgabe 7 versehen, die
ihm mitteilt, was und wann er welche Tätigkeit bzw. Bewegung ausführen kann. Der GPS-Empfänger
5 ist satellitengestützt, in dem zum Beispiel vier GPS-Satelliten 6 mit dem GPS-Empfänger
5 in Verbindung stehen. Bei einem solchen satellitengestützten Blindenstock erfolgt
die Führung der blinden bzw. schwerstsehbehinderten Person 1 durch ein GPS-System
in Kombination mit einem körpergetragenen Computer, in dem vorher die beabsichtigte
Wegstrecke eingegeben wurde. Damit wird die Person 1 über akustische Signale, zum
Beispiel auch eine Sprachausgabe, gesteuert. Diese Lösung ist allerdings nur dann
funktionsfähig, wenn gleichzeitige Sichtverbindung zu vier, in die spezifische Konstellation
involvierte Satelliten 6 besteht. Eine solche Direktsicht ist in Hochaktivitätsbereichen
wie Städten und deren publikumsfrequenten Einrichtungen selten gegeben.
[0018] Die Integration von Ortungsfunktionalität in GPS-Systemen, zum Beispiel Verfahren
zum Durchlotsen von Objekten durch eine situativ-subjektiv unbekannte Umgebung, zum
Beispiel GPS-gesteuerte Navigatiossysteme in der Verkehrstelematik, und das elektronisch
gespeicherte Abbild der infrastrukturellen Grundgegebenheiten des Bewegungsraums ist
bereits prinzipiell zur Verkehrssteuerung gelöst. Die "grobe" Wahrnehmbarmachung der
Lokalitätsinformation für die blinde bzw. schwerst-sehbehinderte Person 1 erfolgt
durch eine Sprachausgabe 7, in dem der Person von einem telematisch zu aktivierenden
Lokalitätsserver per Sprachausgabe mitgeteilt wird, wo er sich befindet und wie seine
unmittelbare Umgebung aussieht. Sie kann zum Beispiel lauten: "Wenn Sie aus der Straßenbahnlinie
5 ausgestiegen sind und ihre Gehrichtung von der Straßenbahn abgekehrt ist, dann halten
Sie sich jetzt links. Nach 50 Metern kommt eine Ampelkreuzung. Überqueren Sie die
Ampelkreuzung und gehen Sie dann 100 Meter weiter nach links, wo sie bereits am Eingang
des von Ihnen gewünschten Einkaufcenters stehen."
[0019] Die "feine" Orientierung der blinden bzw. schwersehbehinderten Person erfolgt bei
dieser Lösung (Fig. 2) noch mit Hilfe des Blindenstocks.
[0020] Im folgenden wird eine Lösung beschrieben, bei dem ein GSM-/UMTS-netz-gestütztes
System zur groben Orientierung in Betracht kommt, das unter gleichzeitiger Einbeziehung
von zwei oder mehreren von zum Beispiel im Mobilfunknetz existierenden Basisstationen
8 nach Fig. 3 nach einer bestimmten festgelegten Such-Routine Ortungs-Algorithmen
aktiviert wird; UMTS sind die Universal Mobit Telecommunication Services.
[0021] Eine weitere Alternative zur Feinorientierung besteht darin, daß flankierend zu diesen
Informationen zusätzlich sich situativ dynamisch verändernde Lokal-Temporär-Informationen
mitgegeben werden. So zum Beispiel: "Es wird gerade ein Auto gestartet!" Wo bewegt
sich etwas, welche Hindernisse sind unmittelbar in der eingeschlagenen Wegrichtung
vorhanden, welche Personen kommen entgegen, bewegen sich weg u.s.w.. Gelöst wird dies
technisch dadurch, daß zum Beispiel ein Mikro-RADAR-Scanner oder dergleichen angewendet
wird, bestehend aus einem hinsichtlich seiner Abtastcharakteristik gesteuerten RADAR-Chip
oder einem technischen Äquivalent. Dieser Mikro Scanner bzw. -Sensor 13 steht in dem
selben Gehäuse mit dem GSM-/UMTS-Empfänger 10 mit Ortungsfunktionalität in direkter
Verbindung. Der Strahl 11 hat eine Richtcharakteristik mit einer endlichen, breitflächigen,
fächerförmigen Ausdehnung. Dieser Fächer 12 muß in Bewegungsrichtung der blinden bzw.
schwerst-sehbehinderten Person 1 dynamisch-periodisch gesteuert werden und zwar hinsichtlich
einer kontinuierlichen, pendelartigen Überstreichung des unmittelbaren Nah-Bewegungsbereiches,
das heißt wenige Meter voraus und in gröberen Zeitintervallen, abhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit
der Person 1, zum Beispiel einmal pro Minute, durch einen scanning-technischen Aufblendvorgang,
das heißt Überstreichen eines Entfernungsbereichs zwischen zehn und zwanzig Meter
voraus.
[0022] Die durch den Strahl 11 abgescannte Detail-Ort-Information wird wiederum im System
umgesetzt, das heißt akustisch wahrnehmbar gemacht. So zum Beispiel kann eine Umsetzung
lauten: "Achtung, Sie stoßen gleich auf ein Hindernis, zum Beispiel Verkehrsschild
4." Dies kann im Abstand von ca. zwei bis drei Metern erfolgen oder es kann auch folgendermaßen
gewarnt werden: "Achtung, es bewegt sich ein Gegenstand, zum Beispiel ein Auto mit
einer Geschwindigkeit von ca. 20 km/h auf Sie zu, weichen Sie sofort zwei Schritte
nach links aus".
[0023] Durch Einbeziehung von bekannten Muster-Erkennungsverfahren können sogar Gegenstände
durch das System grob klassifiziert werden, so daß es möglich ist, ein Auto von einem
Einkaufswagen und einen Menschen von einem Laternenpfahl oder einer Fahnenstange zu
unterscheiden. Angaben über bewegte Gegenstände setzen Meßaktivitäten voraus, deren
verfahrenstechnische Voraussetzungen "Entfernungsmessung über kurze Distanzen" grundsätzlich
gegeben sind. Wie bereits beschrieben, liegt ein Merkmal der Lösung in der Koordinierung
der Grob- und Fein-Information, die so erfolgen muß, daß der Systembediener, das heißt
die blinde bzw. schwerst-sehbehinderte Person 1 Eingriffsmöglichkeiten hat, wie zum
Beispiel Ein-/Ausschalten von Teilsystemen, Skalierbarkeit und Tuningmöglichkeiten.
[0024] In Fig. 3 steht der GSM-Empfänger mit Ortungsfunktionalität 10, der mit einer Spracheingabe
und -ausgabe und einem Sensor 13 ausgestattet ist, mit Basistationen 8 eines GSM-/UMTS-Netzes
über Funkwellen 9 in Verbindung. Das Vorhandensein von Basisstationen 8 schließt jedoch
nicht aus, daß der GSM-/UMTS-Empfänger 10 mit Ortungsfunktionalität, Sprachein- und
-ausgabe sowie einem Sensor 13 auch über GPS-Satelliten Informationen erhält. Die
Kombination beider Systeme ist eine universell wirksame Variante der vorliegenden
Erfindung.
Liste der Bezugszeichen
[0025]
- 1
- blinde bzw. schwer-sehbehinderte Person
- 2
- Blindenstock
- 3
- Bewegungsumfeld
- 4
- Straßenverkehrsschild
- 5
- GPS-Empfänger
- 6
- GPS-Satelliten
- 7
- Sprachausgabe
- 8
- Basisstation des GSM-Netzes
- 9
- Funkverbindung
- 10
- GSM-/UMTS-Empfänger
- 11
- Strahl
- 12
- Fächer des Strahls
- 13
- Sensor
1. Verfahren zum Führen von blinden bzw. schwersehbehinderten Personen mit Hilfe eines
GSM-/UMTS-Empfängers für Funkwellen, der gespeicherte Bewegungsrouten enthält und
über eine Sprachausgabe mit der Person in Verbindung steht, die den Empfänger am Körper
trägt, dadurch gekennzeichnet,
daß der am Körper getragene Empfänger ein GSM-/UMTS-Empfänger (10) mit Ortungsfunktionalität
und Sprachaus-und -eingabe und einem Sensor (13) ist, der mit Hilfe eines Strahles
(11) mit einer endlichen, breitflächigen, fächerförmigen Ausdehnung der Richtcharakteristik
arbeitet, wobei der entstehende Fächer (12) in Bewegungsrichtung der blinden bzw.
schwer-sehbehinderten Person (1) dynamisch-periodisch gesteuert wird und zwar hinsichtlich
einer kontinuierlichen, pendelartigen Überstreichung des unmittelbaren Nahbewegungsbereiches,
daß die aufgenommenen Signale der Umgebung vom Sensor im GSM-/UMTS-Empfänger (10)
umgewandelt werden,
daß der GSM-/UMTS-Empfänger (10) über eine Funkverbindung (9) mit mehreren im Mobilfunknetz
existierenden Basisstationen (8) in Verbindung steht, so, daß nach einer bestimmten
festgelegten Suchroutine Ortungsalgorithmen aktiviert werden,
daß die jeweilige dynamische Lokalitätsinformation der blinden bzw. schwer-sehbehinderten
Person mittels der Sprachausgabe des körpergetragenen GSM-/UMTS-Empfängers (10) mit
Ortungsfunktionalität und Sensor (13) sowie Sprachein- und ausgabe mitgeteilt wird
und
daß Ein- und Ausschaltfunktionen, Tuningfunktionen, Skalierbarkeitsfunktionen u.s.w.
von der blinden bzw. schwer-behinderten Person (1) vorzugsweise über die Spracheingabe
aktivierbar bzw. beeinflußbar realisiert werden.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der GSM-/UMTS-Empfänger (10) programmgesteuert bzw. mikroprozessorgesteuert ausgeführt
ist und die Koordinierung der Grob- und Fein-Information automatisch vornimmt,
daß durch Implementierung von Mustererkennungsverfahren im Sensor (13) Gegenstände
grob klassifiziert werden,
daß außerdem Meßalgorithmen und -vorrichtungen aktivierbar sind, die die Entfernungsmessung
über kurze und lange Distanzen vornehmen und
daß Erkennungsalgorithmen von städtischen Kleinraum-Infrastrukturbereichen mit TV-Programmen
in Zusammenhang mit der Steuerung von aktiven intelligenten Antennen aktivierbar sind.
3. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß durch den Strahl (11) abgescannte Detailortsinformationen im System umgesetzt
werden und akustisch wahrnehmbar gemacht werden.
4. Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grob-Lokalisierung/-Positionierung einer blinden bzw. schwer-sehbehinderten
Person (1) über ein terrestrisches GSM-/UMTS-Mobilfunksystem erfolgt,
daß die Fein-Lokalisierung mit Hilfe des die aktuelle Ortsinformation liefernden Sensors
(13) erfolgt und
daß die Grob-/Fein-Positionierungsinformtionen zusammen mit einer Leitinformation
über einen systemimanenten Lokalitätsserver in computergenerierte Sprachinformation
umgesetzt werden.
5. Verfahren nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß ständig anfallende aktuelle Ortsinformationen vom Erkennungs- bzw. Meßsensor über
den systemimanenten Lokalitätsserver in computergenerierte Sprachinformation umgesetzt
werden.
6. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Patentansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein terrestrisches GSM-/UMTS-Mobilfunksystem zur Grob-Lokalisierung/-Positionierung
einer blinden bzw. schwer-sehbehinderten Person (1) dient,
daß ein am Körper tragbarer GSM-/UMTS-Empfänger (10) mit Ortungsfunktionalität realisiert
ist,
daß dieser mit einer Spracheingabe und -ausgabe ausgerüstet ist und
daß er weiterhin mit einem Sensor (13) zur Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung
und Fein-Lokalisierung/-Positionierung ausgestattet ist und über Funkwellen (9) mit
Basisstationen (8) eines GSM-/UMTS-Netzes in Verbindung steht.
7. Einrichtung nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Sensor (13) aus einem Mikro-RADAR- oder Infrarot- oder Ultraschall-Scanner
gebildet wird, der aus einem hinsichtlich seiner Abtastcharakteristik gesteuerten
Chip besteht.
8. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der vom Sensor (13) ausgestrahlte Strahl (11) eine Richtcharakteristik mit einer
endlichen, breitflächigen, fächerförmigen Ausdehnung (12) hat.
9. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die fächerförmige Ausdehnung bzw. der Fächer (12) des Strahls (11) in Bewegungsrichtung
der blinden bzw. sehbehinderten Person (1) dynamisch, periodisch gesteuert wird und
zwar hinsichtlich einer kontinuierlichen, bündelartigen Überstreichung des unmittelbaren
Nahbewegungsbereiches.
10. Einrichtung nach einem der Patentansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mikro-Scanner in Form eines gesteuerten RADAR- oder Infrarot- oder Ultraschall-Chips
direkt in den GSM-/UMTS-Empfänger (10) integriert ist.