[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bilden und Abfördern von Bogenstapeln
in bzw. aus einer Stapelablage, mit einer Sammelbox, die von vorderen und hinteren
Stapelanschlägen begrenzt ist, deren gegenseitiger Abstand auf die Formatlänge der
Bogenstapel einstellbar ist, sowie mit einer Bogen zuführenden Transportbahn, die
mit einer höhenverfahrbaren Plattform korrespondiert, welche in Form eines Trennrechens
synchron mit der Abzugsbewegung einer Stapelentnahmevorrichtung in Bogentransportrichtung
in die Stapelablage vorbewegbar ist.
[0002] Bei Vorrichtungen der eingangs bezeichneten Art, wie sie beispielsweise durch die
US-PS 4 436 472 bekanntgeworden sind und üblicherweise in mehrbahniger bzw. mehrnutziger
Anordnung mit zahlreichen nebeneinander angeordneten Stapelablagen zur Bildung aufeinanderfolgender
Stapelreihen konzipiert werden, werden hinsichtlich einer leistungsorientierten, das
Bogenmaterial schonenden und exakt ausrichtenden sowie formatflexibel anpaßbaren Arbeitsweise
hohe Anforderungen an die zusammenwirkenden Maschinenkomponenten gestellt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zur Optimierung des allen Einzelforderungen
gerecht werdenden Arbeitsergebnisses zu treffen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die hinteren Stapelanschläge
längs der Bogentransportrichtung verstellbar angeordnet sind.
Um im Zuge der Bogenansammlung bei der Stapelbildung stets gleiche Abwurfbedingungen
zwischen der Transportbahn und der Stapelablage zu gewährleisten ist außerdem vorgesehen,
daß die vertikal definiert zueinander beabstandete Plattform und Transportbahn gemeinsam
auf- und abbewegbar sind. Auf diese Weise ist sowohl bei der Stapelbildung eines neuen
Stapels als auch beim Stapelwechsel eine immer gleiche Abwurfhöhe der in geschuppter
Formation zugeführten Bogen sichergestellt.
Eine einen Formatwechsel erheblich erleichternde Weiterbildung besteht darin, daß
die hinteren Stapelabschläge, die Plattform und die als Bänderbahn ausgebildete Transportbahn
an einem gemeinsamen, längs der Bogentransportrichtung verstellbaren Schlitten angeordnet
sind. Auf diese Weise können mit einer einzigen Einstellbewegung des Schlittens alle
beteiligten Komponenten nachgeführt werden.
[0005] Eine kompakte, sowohl die einwandfreie Stapelbildung als auch die Formatanpassung
erleichternde Baueinheit wird nach einem weiteren Vorschlag dadurch erhalten, daß
der Schlitten längsverfahrbar an einem relativ zur Sammelbox höhenverfahrbaren Schlittenträger
angeordnet ist.
Um auch die Bewegung der Plattform exakt an die jeweilige Formateinstellung anpassen
zu können, wird außerdem vorgeschlagen, daß die Plattform relativ zum Schlitten mit
einem entsprechend dem Abstand zwischen hinteren und vorderen Stapelanschlägen angepaßten
verkürzten oder verlängerten Längshub verschiebbar ist.
Eine zusätzliche Vereinfachung und Erleichterung der Querformat-Einstellung wird gemäß
einer Weiterbildung dadurch erreicht, daß die Sammelbox eine mit Stützrechen bestückte
austauschbare Bodenleiste aufweist, welche mit in Querführungen verstellbaren und
arretierbaren seitlichen Stapelanschlägen versehen ist.
[0006] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, daß durch die Formateinstellung
der hinteren Stapelanschläge die auf der Gegenseite zwischen der Stapelablage und
in kürzestmöglichem Abstand nachgeordneten Quertransportmitteln hin- und herfahrende
Stapelentnahmevorrichtung immer einen kürzestmöglichen Längshub ausführen kann, wodurch
eine optimale Förderleistung gewährleistet ist.
Zudem wird durch die formatabhängig voreinstellbaren seitlichen Stapelanschläge an
komplett bereitstehenden, schnell auswechselbaren Bodenplattformen der Sammelbox die
Wirtschaftlichkeit weiter verbessert.
Durch alle mit einer einzigen Schlittenbewegung formatabhängig einstellbaren Bogenführungs-
und Stapelbildungskomponenten wird der Zeitaufwand für eine Umrüstung minimiert.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0008] Hierbei zeigen:
- Figuren 1a - 1d
- den Aufbau und unterschiedliche Arbeitsstellungen einer Vorrichtung zum Aufbau und
zur Abförderung von Papierstapeln,
- Figuren 2a und 2b
- unterschiedliche Arbeitsstellungen der Vorrichtung mit einer alternativen Formateinstellung,
- Figur 3
- eine Seitenansicht eines Teils der Bodenplattform einer Sammelbox und
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die Bodenplattform gemäß Figur 3.
[0009] Die Vorrichtung weist gemäß Figur 1 eine Stapelablage 1 zum Ansammeln von Papierbogen
2 zu Bogenstapeln 3 auf, die in zahlreiche, senkrecht zur Zeichenebene hintereinander
liegenden Sammelboxen 4 unterteilt ist und welcher - bezogen auf die Bogen- bzw. Stapeltransportrichtung
(Pfeil 6) - stromauf eine als Bänderbahn ausgebildete Transportbahn 7 für in geschuppter
Formation zugeführte Papierbogen 2 sowie stromab eine als Zangengreifer 5 ausgebildete
Stapelentnahmevorrichtung 8 mit anschließenden Quertransportmitteln 9 zugeordnet sind,
die heb- und senkbare Transportriemen 11 mit integrierten Lufttischsegmenten 12 aufweisen.
Die Stapelablage 1 ist von vorderen Stapelanschlägen 13 und hinteren Stapelanschlägen
14 begrenzt, von denen erstere aus einer Anschlagstellung gemäß Figur 1b in eine Außerbetriebsstellung
gemäß Figur 1a verschwenkbar sind.
Die hinteren Stapelanschläge 14 sind an einem in Richtung des Doppelpfeils 15 verschiebbaren
Schlitten 16 befestigt, an welchem zusätzlich auch die Transportbahn 7 sowie in Längsrichtung
relativ zum Schlitten 16 mit veränderbarem Hub verschiebbar eine als Trennrechen ausgebildete
Plattform 17 angeordnet sind.
[0010] Das Abwurfende 18 der Transportbahn 7 weist einen definierten Abstand zur Plattform
17 auf.
Der Schlitten 16 ist wiederum verschiebbar an einem in Richtung des Doppelpfeils 19
höhenverfahrbaren Schlittenträger 21 angeordnet.
Die Sammelbox 4 ist mit einer Bodenplattform 22 ausgestattet, welche gemäß den Figuren
3 und 4 mit zahlreichen parallelen Stützrechen 23 bestückt ist, die an einer Bodenleiste
24 befestigt sind, welche außerdem in Querführungen 26 formatabhängig einstellbare
und festsetzbare seitliche Stapelanschläge 27 trägt, wozu entsprechende Abstandshalter
28 eingefügt sind.
Die Bodenplattformen 22 werden mit formatabhängig voreingestellten seitlichen Stapelanschlägen
27 als komplette Austauschgruppe bereitgehalten.
[0011] Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist gemäß den Figuren 1a bis 1d wie folgt: Gemäß
Figur 1a wird ein aus einer definierten Anzahl angesammelter Papierbogen 2 gebildeter
Bogenstapel 3 nach dem Wegschwenken des vorderen Stapelanschlags 13 durch den Zangengreifer
5 der Stapelentnahmevorrichtung 8 erfaßt und in Förderrichtung 6 aus der Stapelablage
1 heraus auf die Quertransportmittel 9 überführt, welche den Bogenstapel gemäß Figur
1d wahlweise in die senkrecht zur Zeichenebene verlaufenden, durch die Pfeilsymbole
29 bzw. 31 gekennzeichneten Richtungen abfördern.
Synchron mit der Überführungsbewegung der Stapelentnahmevorrichtung 8 folgt die aus
Stabreihen bestehende Plattform 17 der Rückseite des Bogenstapels 3 bis zum Anschlag
an den wieder in die Anschlagstellung zurückbewegten Stapelanschlag 13, wobei die
permanent geschuppt zugeführten Papierbogen 2 gleichzeitig ohne Unterbrechung auf
die Plattform 17 überführt werden.
Durch Herunterfahren des Schlittenträgers 21 in Richtung des Doppelpfeils 19 gemäß
Figur 1c wird die Plattform 17 bis auf die Bodenplattform 22 der Stapelablage 1 oder
gegebenenfalls bis unter deren Niveau abgesenkt und gemäß Figur 1d aus der Stapelablage
1 in die Ausgangsstellung zurückgezogen, so daß der neue Bogenstapel 3 von der Bodenplattform
22 übernommen wird.
Durch die anschließende Aufwärtsbewegung des Schlittenträgers 21 in Richtung des Doppelpfeils
19 wird das Abwurfende 18 der Transportbahn 7 in dem Maße angehoben wie die Stapelhöhe
des Bogenstapels 3 zunimmt, so daß immer eine gleichbleibende Abwurfhöhe für die Papierbogen
2 gewährleistet bleibt.
[0012] Für eine gemäß den Figuren 2a und 2b vorgenommene Formatverstellung werden durch
Einwärtsverschiebung des Schlittens 16 in Richtung des Doppelpfeils 15 der hintere
Stapelanschlag 14 sowie das Abwurfende 18 der Transportbahn 7 und die Plattform 17
abstandsvermindernd auf den vorderen Stapelanschlag 13 zubewegt.
Eine Anpassung des Querformats senkrecht zur Zeichenebene erfolgt durch Austausch
der Bodenplattform 22 gegen eine bereitstehende, mit entsprechend voreingestellten
seitlichen Stapelanschlägen 27 bestückte Ersatz-Bodenplattform.
[0013] Der Längshub der Plattform 17 wird entsprechend der Längsverkürzung der Stapelablage
1 angepaßt, während der Längshub der Stapelentnahmevorrichtung 8 durch die stets gleichbleibende
Hubbegrenzung am vorderen Stapelanschlag 13 im wesentlichen unverändert bleibt, bei
der beschriebenen Formatverstellung wegen des kleineren Bogenformats sogar verkürzt
wird.
1. Vorrichtung zum Bilden und Abfördern von Bogenstapeln in bzw. aus einer Stapelablage,
mit einer Sammelbox, die von vorderen und hinteren Stapelanschlägen begrenzt ist,
deren gegenseitiger Abstand auf die Formatlänge der Bogenstapel einstellbar ist, sowie
mit einer Bogen zuführenden Transportbahn, die mit einer höhenverfahrbaren Plattform
korrespondiert, welche in Form eines Trennrechens synchron mit der Abzugsbewegung
einer Stapelentnahmevorrichtung in Bogentransportrichtung in die Stapelablage vorbewegbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die hinteren Stapelanschläge (14) längs der Bogentransportrichtung
(Pfeil 6) verstellbar angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikal definiert zueinander
beabstandete Plattform (17) und Transportbahn (7) gemeinsam auf- und abbewegbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hinteren Stapelanschläge
(14), die Plattform (17) und die als Bänderbahn ausgebildete Transportbahn (7) an
einem gemeinsamen, längs der Bogentransportrichtung (6) verstellbaren Schlitten (16)
angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (16) längsverfahrbar
an einem relativ zur Sammelbox (4) höhenverfahrbaren Schlittenträger (21) angeordnet
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattform (17) relativ
zum Schlitten (16) mit einem entsprechend dem Abstand zwischen hinteren und vorderen
Stapelanschlägen (14 bzw. 13) angepaßten verkürzten oder verlängerten Längshub verschiebbar
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sammelbox
(4) eine mit Stützrechen (23) bestückte austauschbare Bodenleiste (24) aufweist, welche
mit in Querführungen (26) verstellbaren und arretierbaren seitlichen Stapelanschlägen
(27) versehen ist.