[0001] Gegenstand der Erfindung sind wäßrige Lösungen von Phosphonsäuren und/oder deren
Salzen sowie insbesondere deren Verwendung als Komplexbildner zur Behandlung von cellulosehaltigen
Fasermaterialien, die in Entmineralisierungsprozessen und zur Stabilisierung von peroxidhaltigen
Bleichlösungen eingesetzt werden.
[0002] Bei der Veredlung von cellulosischem Fasermaterial werden Komplexbildner eingesetzt,
die störende Metallionen während einer Behandlung entfernen oder so maskieren, daß
die Beeinträchtigung des Prozesses während der Behandlung verringert wird.
[0003] Stand der Technik ist der Einsatz von Komplexbildnern in Entmineralisierungsstufen
bei der Vorbehandlung von Baumwolle oder Zellstoffen, die später meist mit Peroxid
gebleicht werden sollen. Eingesetzt werden hierzu Aminocarbonsäuren wie NTA, EDTA,
DTPA und die analogen Phosphonsäuren ATMP, EDTMP und DTPMP. Für den besonders umweltentlastenden
TCF-Zellstoff (total chlorine free) werden große Mengen EDTA oder DTPA in Komplexbildnerstufen
vor nachfolgenden Peroxidbleichen benötigt - siehe Pulp bleaching von C.W. Dence und
D. W. Reeve, Tappi Press, Atlanta 1996, S. 424-426.
[0004] In Peroxidbleichstufen selbst werden Komplexbildner ebenfalls eingesetzt, wobei in
textilen Bleichprozessen vorwiegend DTPMP und in der Bleiche von nicht aufgeschlossenen
Holzstoffen DTPA verwendet wird (ebd., S. 426-428). Die beschriebenen Einsatzkonzentration
betragen 0,1 - 0,2 Gew.-%, bezogen auf den jeweiligen wasserfreien Komplexbildner.
[0005] In Bleichen von Kraftzellstoffen ist es heute industriell unüblich, überhaupt Komplexbildner
direkt in der Peroxidstufe einzusetzen, da die Kosten-/Nutzenrelation negativ eingeschätzt
wird. Die Instabilität von Wasserstoffperoxid soll bei hohen Temperaturen eine Bleiche
nicht sinnvoll erscheinen lassen. Etwa 20% Restperoxid werden in einer Bleichstufe
als günstig angesehen, ebd., S. 419. Weitere Entwicklungen werden bei der Stabilisierung
von Peroxid als nötig erachtet, ebd., S. 414. Süss, Nimmerfroh und Kronis beschreiben
in "The naked truth on hot peroxide bleaching", Pulp and Paper Canada, 99:4 (1998)
S. 63-66, daß nach einer Stunde bei 110°C nur noch 1,5% Restperoxid vorhanden sind:
98,5% Peroxid waren bereits zerfallen. Selbst nach 1 Stunde bei 90°C wurden nur noch
6,5% Restperoxid gemessen. Daraus wird abgeleitet, daß Temperaturen von 75 - 85°C
in Peroxidstufen zu bevorzugen sind. Komplexbildner zur Stabilisierung wurden nicht
eingesetzt.
[0006] Aus ökologischer Sicht werden Aminocarbonsäuren ungünstig beurteilt. Mit Ausnahme
der technisch wenig wirksamen NTA sind EDTA und DTPA nicht biologisch abbaubar und
werden in Kläranlagen auch nicht durch Adsorption eliminiert. Da alle Aminocarbonsäuren
im Verdacht stehen, toxische Schwermetalle zu remobilisieren - SCHÖBERL und HUBER,
Tenside Surfactants Detergents
25 2 (1988) 105-106- werden sie in Oberflächengewässern, die zur Trinkwassergewinnung
verwendet werden, kontrolliert. Höchstmengenbeschränkungen für NTA in Haushaltswaschmitteln
bis zu restriktiven Verboten jeglichen Einsatzes von EDTA oder DTPA greifen bereits
heute bei Textilveredlung, Holz- und Zellstoffindustrie je nach nationalen und regionalen
Gesetzen und Verordnungen.
[0007] Phosphonate, die bei der Gefahr der Remobilisierung von Schwermetallen besser beurteilt
werden, siehe GLEDHILL und FEIJTEL, The Handbook of Environmental Chemistry, Vol 3,
Part F, S. 261-285 (1992), werden auch als nicht unbedenklich eingestuft, da sie ebenfalls
nicht biologisch abbaubar und nach OECD 302B Untersuchungen nur unzureichend durch
Adsoption eliminierbar sind. Da Phosphorgehalte im Abwasser, ob Textilbetrieb oder
Zellstoffwerk, strengen Limits unterliegen können, ist jede Verbesserung dieser Eliminationsdaten
von großem Interesse.
[0008] In DE 195 28 843 A1 werden Mischungen von Phosphonsäuren und Hydroxicarbonsäuren
beschrieben, die bessere Eigenschaften als reine Phosphonsäuren in der Zellstoffbleiche
aufweisen sollen, allerdings betragen die nötigen Einsatzkonzentrationen dieser Mischungen
bis zu 0,5 Gew.-% Wirksubstanz und entsprechend mehr eines flüssigen Produktes. Aus
wirtschaftlichen Gründen wären jedoch Einsatzmengen von maximal 0,1% eines flüssigen
Produktes wünschenswert.
[0009] EP 0 125 766 A1 beschreibt Phosphonsäuren der allgemeinen Formel l
H
2PO
3CH
2-[N(CH
2PO
3H
2)-CH
2-CH
2]
n-N(CH
2-PO
3H
2)
2
mit n = 1 bis 5 und insbesondere 2 (Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure, DTPMP)
und dessen (n = 2) lagerstabile flüssige Einstellung durch partielle Neutralisation
der metastabilen freien Säure aus der Synthese. n beschreibt hier die Zahl der Ethylengruppen.
Produkte mit n=0 (ATMP), n=1 (EDTMP) und n=2 (DTPMP) werden als Chemikalie kommerziell
vertrieben.
[0010] US-A-3,738,937 beschreibt Phosphonsäuren der allgemeinen Formel l, deren Charakteristik
die Anwesenheit wenigstens einer Hexylengruppe ist. Es wird unter anderem mit Vergleichsversuchen
dokumentiert, daß andere Phosphonsäuren keine oberflächenaktive Eigenschaften haben
und nicht zu Korrosionsschutzzwecken geeignet sind. Auch wird das Löslichkeitsverhalten
anderer Phosphonsäuren kritisiert.
[0011] In einer Broschüre von Albright & Wilson, "Briquest Phosphonates", ist auf Seite
11 mit Briquest® 8106 eine Pentaethylenhexamin-octakis(methylenphosphonsäure) als
25 Gew.-%ige neutralisierter Typ erwähnt [PPPMP(5)], der jedoch keine weiteren Eigenschaften
zugewiesen werden. Vielmehr wird in derselben Broschüre auf S. 18 darauf hingewiesen,
daß in der textilen Bleiche und in der Bleiche von Holzstoffen DTPMP die effektivste
Phosphonsäure darstellt.
[0012] Daneben besitzen 25 Gew.-%ige Lösungen von Phosphonsäuren für technische Einsatzzwecke
den Nachteil, daß aus wirtschaftlichen Gründen höhere Konzentrationen des Wirksubstanzanteils,
bezogen auf freie Säure, zu bevorzugen sind. Bei Synthesebedingungen, wobei neben
dem Amin die stöchiometrischen Mengen an phosphoriger Säure, Formalinlösung mit 37
Gew.-%igem Formaldehydgehalt und 30 bis 36 Gew.-%iger Salzsäure durchgeführt werden,
ergeben sich freie Phosphonsäuren mit 45 bis 55 Gew.-% Wirksubstanzgehalt, je nachdem,
ob nach Ende der Reaktionsführung zur Reduktion des Chlorid- und Formaldehydgehaltes
sowie zur besseren Umsetzungsgrad noch destilliert wird.
[0013] Während eine DTPMP in diesem Zustand belassen eine metastabile Lösung darstellt,
die Wochen oder gar Monate stabil bleiben kann, fällt das nächste Homologe, TTHMP,
bereits beim Abkühlen aus.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, wäßrige Lösungen von Phosphonsäuren und/oder deren
Salze herzustellen, die bei einem Wirkstoffgehalt von wenigstens 25 Gew.-%, bezogen
auf freie Phosphonsäure oder den Komplexbildneranteil wenigstens 6 Monate bei Raumtemperatur
lagerstabile Flüssigkeiten darstellen. Darüber hinaus ist die Aufgabe der Erfindung
die Bereitstellung eines neuen, wirksamen und umweltentlastenden Verfahrens zur Entmineralisierung
von Cellulose enthaltendem Fasermaterial sowie zur Stabilisierung von wasserstoffperoxidhaltigen
Bleichlösungen für native textile Fasermaterialien und Kraftzellstoffen.
[0015] Überraschenderweise gelang die Lösung der gestellten Aufgabe durch Verwendung von
höhermolekularen Phosphonsäuren. Der Syntheseweg ist analog dem Stand der Technik
für Aminophosphonsäuren.
[0016] Gegenstand der Erfindung ist in einer ersten Ausführungsform ist eine wäßrige Lösung,
enthaltend Salze von Phosphonsäuren PPPMP(n) der allgemeinen Formel l
H
2PO
3CH
2-[N(CH
2PO
3H
2)-CH
2-CH
2]
n-N(CH
2-PO
3H
2)
2
mit n = 3, 4 und/oder 5 mit einem Wirkstoffgehalt, bezogen auf freie Phosphonsäure
von wenigstens 25 Gew.-%, erhältlich durch partielle Neutralisation wenigstens einer
Phosphonsäuregruppe pro Molekül.
[0017] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht in einer wäßrigen
Lösung, enthaltend Gemische von freien Phosphonsäuren der allgemeinen Formel l oder
der allgemeinen Formel II
H
2PO
3CH
2-[N(CH
2PO
3H
2)-CH
2-CH
2]
n'-N(CH
2-PO
3H
2)
2
mit einem Wirkstoffgehalt, bezogen auf freie Phosphonsäure von wenigsten 25 Gew.-%,
mit n und n' = 1, 2, 3, 4 und/oder 5 umfassend wenigstens zwei Phosphonsäuren der
Formel l mit n ≠ n' mit einem Wirkstoffgehalt, bezogen auf den Komplexbildneranteil
von wenigstens 25 Gew.-%.
[0018] Es wurde überraschenderweise gefunden, daß bereits eine Teilneutralisation diese
Kristallisation vollständig inhibiert. Dadurch wird es möglich, lagerstabile wäßrige
Lösungen von PPPMP(n>2) herzustellen, die einen Wirksubstanzgehalt beispielsweise
von 30 bis 50 Gew.-% besitzen.
[0019] Eine alternative Möglichkeit der Stabilisierung wurde überraschenderweise durch ein
Gemisch der freien Säuren, beispielsweise TTHMP mit DTPMP zur Verfügung gestellt.
Eine Mischung aus TTHMP (45 Gew.-%ige freie Säure, hergestellt nach Beispiel 1 ohne
Neutralisation mit DTPMP (45 Gew.-%ige freie Säure, entsprechend hergestellt) ist
bei Mischungsanteilen 5:5, 4:6, 3:7 und 2:8 ohne weitere Zusätze sowohl bei 25°C als
auch 3°C auch nach 6 Monaten noch lagerstabil.
[0020] Besonders bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung sind wäßrige Lösungen der
genannten Phosphonsäuren oder deren Salze der allgemeinen Formel l bei denen n = 3
oder 4 ist. Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung ist es möglich, beispielsweise wäßrige
Lösungen der genannten Phosphonsäure und/oder deren Salze mit einem Wirkstoffgehalt
von wenigstens 30 Gew.-%, insbesondere 40 Gew.-% mit der gewünschten Lagerstabilität
herzustellen.
[0021] Wenn die genannten teilneutralisierten oder freien Phosphonsäuren als Komplexbildner
eingesetzt werden, ist es im Sinne der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt,
diese in einer Menge von 0,002 bis 0,20 Gew.-%, insbesondere in einer Menge von 0,005
bis 0,05 Gew.-%, bezogen auf Wirksubstanz freier Säuren und die trockene Faserstoffmenge
einzusetzen.
[0022] In den erfindungsgemäßen Peroxidbleichen wird für den Fall, daß Wasserstoffperoxid
als Peroxid-Verwendung eingesetzt, dieses vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis
15 Gew.-%, insbesondere von 0,2 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die trockene Faserstoffmenge
eingesetzt.
[0023] Besonders bevorzugt wird die Bleiche bei einem pH-Wert im Bereich von 7 bis 14, insbesondere
im Bereich von 9 bis 13 durchgeführt. Die Temperatur kann dabei beispielsweise im
Bereich von 20 bis 140 °C, insbesondere 70 bis 120 °C eingestellt werden. Gegebenenfalls
ist es auch möglich, der Suspension Magnesiumsalze zuzugeben, wobei die Menge an Magnesium
um bis zu 0,5 Gew.-%, insbesondere 0,01 bis 0,2 Gew.-% erhöht wird. Auch ist die Anwesenheit
von Peroxidaktivatoren im Sinne der vorliegenden Erfindung geeignet.
[0024] Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht in der Verwendung
der obengenannten wäßrigen Lösungen zur Entmineralisierung von cellulosischem Fasermaterial,
wobei als Komplexbildner Aminophosphonsäuren mit wenigstens 6 Phosphonatgruppen einsetzt
werden. In gleicher Weise ist es jedoch auch möglich, die Entmineralisierung von zellulosischem
Fasermaterial direkt mit den genannten Phosphonsäuren der allgemeinen Formel l und/oder
II als Komplexbildner einzusetzen.
[0025] Wenn im Sinne der vorliegenden Erfindung davon die Rede ist, Salze der Phosphonsäure
der allgemeinen Formel l einzusetzen, so ist darunter zu verstehen, daß vorzugsweise
wenigstens ein Wasserstoffatom der Phosphonsäure durch ein Alkalimetall-, Erdalkalimetall-,
Ammonium- oder Aminion ersetzt ist. Besonders bevorzugt im Sinne der vorliegenden
Erfindung handelt es sich bei den wäßrigen Lösungen um solche der Triethylentetraminhexa(methylenphosphonsäure).
Bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist es möglich, die genannten Phosphonsäuren
der allgemeinen Formel l und/oder II auch in Kombination mit weiteren Komplexbildnern
einzusetzen. Bei den Gemischen von freien, d. h. nicht neutralisierten Phosphonsäuren
der allgemeinen Formel l ist es besonders bevorzugt, Gemische aus Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure)
und Triethylentetraminhexa(methylenphosphonsäure) einzusetzen. Besonders bevorzugt
beträgt das Gewichtsverhältnis von Diethylendiaminpentamethylenphosphonsäure zu Triethylentetraminhexa(methylenphosphonsäure)
1 zu 1 bis 5 zu 1.
Ausführungsbeispiele:
Beispiel 1:
Herstellung einer TTHMP mit 32% Gehalt an Wirksubstanz:
[0026] In eine Lösung von 1 mol Triethylentetramin (146,2 g), 4 mol Salzsäure 32 Gew.-%
(443,8 g) und 6 mol phosphoriger Säure kristallin 99 Gew.-%ig (497,0 g) wurden unter
Rückfluß 6 mol Formaldehyd 37 Gew.-% (487,0 g) innerhalb 30 Minuten zugegeben und
weitere 3 Stunden unter Rückfluß gehalten. Während des Abkühlens wurde mit Natronlauge
50 Gew.-% (616,2g) bei einer Temperatur zwischen 60 und 80°C auf pH 3 teilneutralisiert.
Die Lagerstabilität dieser teilneutralisierten TTHMP betrug bei 25°C oder 3°C mehr
als ein Jahr.
[0027] Das Endprodukt enthielt 32 Gew.-% TTHMP. Dieser Wert wird üblicherweise auf das eingesetzte
Amin bezogen, da technischen Aminopolyphosphonate beginnend mit der ATMP aus Mischungen
bestehen, die neben der höchstphosphonomethylierten und namensgebenden Komponente
auch geringer phosphonomethylierte Homologe sowie weitere Nebenprodukte enthalten.
[0028] Die Elimination der TTHMP betrug nach OECD 302 B 40%. Eine nach gleichem Verfahren
hergestellte DTPMP erreicht nur einen Wert von 15%.
[0029] Höhere Homologe sind mit dem gleichen Verfahren herstellbar. Als Amine kommen besonders
jene in Betracht, die technisch in großen Mengen verfügbar sind, z.B. Tetraethylenpentamin,
Pentaethylenhexamin, aber auch Polyethylenimine mit Gewichtsmittelwerten bis 50000.
Beispiel 2:
Entmineralisierung von Zellstoffen
[0030] Bedingungen: 70°C, 30 min, 1,5 Gew.-% Stoffdichte, pH-Wert mit Schwefelsäure eingestellt.
Die Komplexbildner wurden auf jeweils 30 Gew.-% Wirksubstanz, bezogen auf freie Säure,
eingestellt. Einsatzmenge jeweils 0,1 Gew.-% bezogen auf ofentrockenen Sulfitzellstoff
mit 5 ppm Mangangehalt.
Tabelle 1:
| Mangan [ppm] |
pH 5 |
pH 7 |
| EDTA |
0,8 |
0,7 |
| DTPA |
0,8 |
0,8 |
| HEDP |
3,0 |
3,0 |
| MEADP |
5,3 |
2,7 |
| ATMP |
3,7 |
2,4 |
| EDTMP |
2,9 |
3,1 |
| DTPMP |
3,3 |
3,5 |
| TTHMP* |
1,2 |
2,1 |
* Erfindungsgemäßes Beispiel
HEDP: 1-Hydroxiethan-1,1-diphosphonsäure
MEADP: Monoethanolaminbis(methylenphosphonsäure) |
[0031] Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, daß die Effekte der Aminocarbonsäuren EDTA und DTPA
nicht ganz erreichbar sind, jedoch insbesondere bei pH 5 TTHMP wesentlich bessere
Ergebnisse als übliche Phosphonsäuren aufweist.
Beispiel 3:
Bleiche von Zellstoffen
[0032] Bedingungen: 110°C (Thermostattemperatur Hanau Linitest
™, 90 min, 10 Gew.-% Stoffdichte, 1,0 Gew.-% NaOH, 0,1 Gew.-% Magnesiumsulfat, 1,5
Gew.-% Wasserstoffperoxid. Die Komplexbildner wurden auf jeweils 30 Gew.-% Wirksubstanz,
bezogen auf freie Säure, eingestellt. Einsatzmenge 0,05 Gew.-%, bezogen auf ofentrockenen
Kraftzellstoff (430 ppm Ca, 160 ppm Mg, < 1 ppm Mn), Kappazahl 1,9, Weißgrad [%ISO]
84,8.
Tabelle 2:
| |
Ohne Zusatz |
DTPA |
M1* |
EDTMP |
DTPMP |
TTHMP*** |
| Weißgrad [% ISO] |
88,5 |
88,5 |
90,6 |
88,4 |
91,4 |
92,0 |
| Restperoxid %]** |
0,4 |
1,2 |
5,9 |
21,3 |
21,0 |
34,4 |
| *M1 : Mischung 1 gemäß DE 195 28 843 A1; |
| **Restperoxid bezogen auf Einsatzkonzentration; |
| *** erfindungsgemäßes Beispiel |
[0033] Aus Tabelle 2 ist ersichtlich, daß die TTHMP im Weißgrad und bei der Stabilisierung
von Peroxid bessere Ergebnisse als übliche Phosphonsäuren aufweist.
Beispiel 4:
Einsparung von Wasserstoffperoxid
[0034] Bedingungen: Mathis-Labomat
™, 100°C (lnnentemperaturmessung), 90 min, 10 Gew.-% Stoffdichte, 1,0 Gew.-% NaOH,
1,5 Gew.-% Wasserstoffperoxid. Die Komplexbildner wurden auf jeweils 30 Gew.-% Wirksubstanz,
bezogen auf freie Säure, eingestellt. Einsatzmenge 0,05 Gew.-% bezogen auf ofentrockenen
Kraftzellstoff (430 ppm Ca, 160 ppm Mg, < 1 ppm Mn), Kappazahl 1,9, Weißgrad [%ISO]
84,8.
Tabelle 3:
| Versuch |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
| TTHMP |
|
0,05 |
|
0,05 |
|
0,05 |
| Peroxid-[Gew.-%] |
1,5 |
1,3 |
1,5 |
1,3 |
1,5 |
1,3 |
| MgSO4-[Gew-%] |
- |
- |
0,05 |
0,05 |
0,10 |
0,10 |
| Weißgrad [% ISO] |
88,2 |
89,4 |
87,4 |
89,6 |
86,2 |
88,3 |
[0035] Aus Tabelle 3 geht hervor, daß 0,05 Gew.-% TTHMP, eingesetzt als 30 Gew.-%ige Wirksubstanzlösung,
selbst bei der Reduktion von Wasserstoffperoxid um 0,2% bessere Weißgrade als Vergleichsversuche
ohne TTHMP ergeben.
Beispiel 5:
Bleiche von Baumwolltrikot
[0036] Ein nicht vorbehandeltes Baumwolltrikot wurde mit einer Lösung aus 0,2 g/l Bittersalz,
40 ml/l Wasserstoffperoxid 35 Gew.-%, 15 g/l Natronlauge 50 Gew.-%, 5 g/l Felosan
JET
® und 2 g/l TTHMP-Lösung aus Beispiel 1 foulardiert (90 Gew.-% Flottenaufnahme) und
für 20 Stunden bei Raumtemperatur verweilt. Der Weißgrad nach Berger stieg von 15
auf 68, das Restperoxid betrug 27 Gew.-%. Ohne Zusatz von TTHMP betrug der Weißgrad
nur 63 und das Restperoxid 2 Gew.-%.
Beispiel 6:
Alkalisches Abkochen von Baumwolltrikot
[0037] Ein nicht vorbehandeltes Baumwolltrikot wurde mit einer Lösung aus 30 g/l Natronlauge
50 Gew.-%, 2 g/l Cotoblanc® TAA und 4 g/l TTHMP-Lösung aus Beispiel 1 für 30 Minuten
bei 98°C und einem Flottenverhältnis von 1:10 behandelt. Calcium reduzierte sich von
530 auf 270 ppm, Magnesium von 220 auf 130 ppm und Eisen von 38 auf 26 ppm. Der Vergleichsversuch
ohne Zusatz von TTHMP ergab 480 ppm Calcium, 190 ppm Magnesium und 35 ppm Eisen.
1. Wäßrige Lösung, enthaltend Salze von Phosphonsäuren der allgemeinen Formel l
H2PO3CH2-[N(CH2PO3H2)-CH2-CH2]n-N(CH2-PO3H2)2
mit n = 3, 4 und/oder 5 mit einem Wirkstoffgehalt, bezogen auf freie Phosphonsäure
von wenigstens 25 Gew.-%, erhältlich durch partielle Neutralisation wenigstens einer
Phosphonsäuregruppe pro Molekül.
2. Wäßrige Lösung, enthaltend Gemische von freien Phosphonsäuren der allgemeinen Formel
l oder der allgemeinen Formel II
H2PO3CH2-[N(CH2PO3H2)-CH2-CH2]n'-N(CH2-PO3H2)2
mit einem Wirkstoffgehalt, bezogen auf freie Phosphonsäure von wenigsten 25 Gew.-%,
mit n und n' = 1, 2, 3, 4 und/oder 5 umfassend wenigstens zwei Phosphonsäuren der
Formel l mit n ≠ n' mit einem Wirkstoffgehalt, bezogen auf den Komplexbildneranteil
von wenigstens 25 Gew.-%.
3. Wäßrige Lösungen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß n = 3 oder 4
ist.
4. Wäßrige Lösungen nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit einem Wirkstoffgehalt von wenigstens
30 Gew.-%, insbesondere 40 Gew.-%.
5. Wäßrige Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens 1 Wasserstoffatom
der Phosphonsäure durch ein Alkalimetall-, Erdalkalimetall-, Ammonium- oder Aminion
ersetzt ist.
6. Wäßrige Lösung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Phosphonsäure der
allgemeinen Formel l Triethylentetraminhexa(methylenphosphonsäure) ist.
7. Wäßrige Lösung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Phosphonsäuren
der allgemeinen Formel l und/oder ll in Kombination mit weiteren Komplexbildnern vorliegen.
8. Wäßrige Lösung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure)
und Triethylentetraminhexa(methylenphosphonsäure) umfaßt.
9. Wäßrige Lösung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis
von Diethylentriaminpenta(methylenphosphonsäure) zu Triethylentetraminhexa(methylenphosphonsäure)
im Bereich von 1:1 und 5:1 liegt.
10. Verwendung von wäßrigen Lösungen nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Peroxidbleiche
von Kraftzellstoffen sowie nativen Fasermaterialien in der Textilbleiche, wobei als
Stabilisator Aminophosponsäuren mit mindestens 6 Phosphonatgruppen eingesetzt werden.
11. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man den Komplexbildner, berechnet
auf den Gehalt an freien Phosphonsäuren, in einer Menge von 0,002 bis 0,20 Gew.-%,
insbesondere in einer Menge von 0,005 bis 0,05 Gew.-%, bezogen auf die trockene Faserstoffmenge
einsetzt.
12. Vewendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man die Peroxidverbindung
Wasserstoffperoxid in einer Menge von 0,1 bis 15 Gew.-%, insbesondere von 0,2 bis
5 Gew.-%, bezogen auf die trockene Faserstoffmenge, einsetzt.
13. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bleiche bei einem
pH-Wert im Bereich von 7 bis 14, insbesondere 9 bis 13 durchführt.
14. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man die Bleiche bei einer
Temperatur im Bereich von 20 bis 140°C, insbesondere im Bereich von 70 bis 120°C durchführt.
15. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man dem Faserstoff in Suspension
ein Magnesiumsalz zusetzt, das die Menge an Magnesiumionen um 0 bis 0,5 Gew.-%, insbesondere
um 0,01 bis 0,2 Gew.-% erhöht.
16. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß man in Gegenwart von Peroxidaktivatoren
bleicht.
17. Verwendung von wäßrigen Lösungen nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Entmineralisierung
von cellulosischem Fasermaterial, wobei man als Komplexbildner Aminophosponsäuren
mit wenigstens 6 Phosphonatgruppen einsetzt.
18. Verwendung von wäßrigen Lösungen nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Entmineralisierung
von cellulosischem Fasermaterial, wobei man als Komplexbildner Phosphonsäuren gemäß
der allgemeinen Formeln l und/oder II einsetzt.