[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Backofen mit einer Backofenmuffel und einem
deren frontseitige Öffnung umziehenden Muffelflansch mit einer Flanschdichtung, an
welcher eine Innenscheibe einer im wesentlichen vertikal angeordneten Backofentür
anliegt und die Backofenmuffel verschließt, welche Innenscheibe die gesamte Muffelöffnung
bis über die Flanschdichtung hinaus abdeckt, und eine entsprechend ausgebildete Backofentür.
[0002] Ein derartiger Backofen ist bekannt aus der Druckschrift EP 0 831 278 A1, wobei die
Gerätetür aus mehreren Scheiben sowie mindestens einem Rahmen besteht, welcher die
Scheiben zu einer Einheit zusammenhält. Die Gerätetür mit allen Scheiben und dem Rahmen
ist flächenbündig vor der Backofenmuffel angeordnet, wobei die Innenscheibe die gesamte
Öffnung der Backofenmuffel bis über die Dichtung hinaus abdeckt. Dadurch ist eine
Tür für einen Backofen, insbesondere mit einer Einrichtung zur pyrolytischen Selbstreinigung,
geschaffen, welche geringere Temperaturen an der Außenscheibe und keine Wärmebrücken
in den Randbereichen der Tür aufweist. Zudem wird der nutzfähige Innenraum der Backofenmuffel
nicht verkleinert. Insbesondere ist die Innenscheibe durch eine Glaskeramikscheibe
gebildet, die sich durch einen besonders kleinen Wärmeausdehnungskoeffizienten auszeichnet.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Backofen nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1 derart weiterzubilden, daß mit einfachen Mitteln ein Aufdrücken
der Backofentür bei höheren Betriebstemperaturen verhindert ist.
[0004] Erfindungsgemäß ist dies bei einem Backofen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1 dadurch erreicht, daß die Innenscheibe der Backofentür derart schalenförmig gewölbt
ist, daß der horizontale Abstand der Innenscheibe von der durch den Muffelflansch
aufgespannten vertikalen Ebene im Zentralbereich der Innenscheibe größer ist als in
deren Peripherbereich. Im Betrieb des Backofens sind die an der Innenscheibe zu messenden
Temperaturen im Zentralbereich wesentlich höher als im äußeren Bereich bzw. dem Peripherbereich.
Dadurch ist ein großer Temperaturgradient in der Innenscheibe vom Zentralbereich zum
Peripherbereich hin verursacht. Aufgrund der erfindungsgemäßen Wölbung der Innenscheibe
und insbesondere deren räumlicher Orientierung wölbt sich die Innenscheibe infolge
des vorhandenen Temperaturgradienten lediglich im Zentralbereich weiter von der Muffelöffnungsebene
weg. Im Peripherbereich bleibt die Innenscheibe am Muffelflansch bzw. an der Dichtung
im wesentlichen unverändert anliegend. Falls in Abweichung von der erfindungsgemäßen
Lehre eine Backofentür verwendet wird, die geringfügig in die andere Richtung, also
in den Garraum hinein, gewölbt ist, so daß ihr Abstand von der Ofenmuffelebene im
Zentralbereich kleiner ist als im Peripherbereich, dann wird infolge des Temperaturgradienten
die Backofentür weiter in die Öffnung der Backofenmuffel hineingewölbt. Dies führt
dazu, daß die Innenscheibe nachteiligerweise im unteren Muffelbereich von der Muffel
bzw. der Dichtung weggedrückt wird. Dies hat insbesondere bei einer an sich bekannten
Backofendrehtür zur Folge, daß sich ein größerer Türspalt im oberen Bereich der Türdichtung
bzw. des Muffelflansches ergibt. Infolge dieses Türaufdrückens und dem daraus resultierenden
Türspalt entweicht insbesondere Wärme aus der Backofenmuffel. Um dieses Türaufdrücken
beim Stand der Technik zu vermeiden, wird beispielsweise die Dichtung im unteren Bereich
ausgeschnitten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Backofentür aus der Vertikalen
geringfügig geneigt vor der Muffelöffnung zu montieren. Dabei wird die Backofentür
unter einem geringen Winkel angestellt montiert bzw. im unteren Bereich der Dichtung
bzw. des Muffelflansches weiter von dieser beabstandet montiert als im oberen Bereich.
Die sich dabei ergebende geneigte Türanordnung ist jedoch optisch wenig ansprechend.
Erfindungsgemäß ist hingegen eine gering ausgeprägte Türanstellung möglich und auch
das Zurückschneiden von Dichtungen im unteren Bereich der Muffel kann entfallen.
[0005] Um trotz unvermeidlicher Montage und Fertigungstoleranzen eine definierte Wölbungsrichtung
der Innenscheibe bereitstellen zu können, beträgt die maximale Wölbung der Innenscheibe
im Zentralbereich bei Raumtemperatur etwa 5 bis 15/10 mm.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die Innenscheibe bereits schalenförmig
gewölbt gefertigt und zur Türmontage angeliefert. Die Herstellung derartig gewölbter
Scheiben ist kaum mit Mehraufwand verbunden. Außerdem ist die Montage der a priori
gewölbten Innenscheibe an der Backofentür besonders einfach.
[0007] Vorteilhafter Weise ist die Innenscheibe zur Ausbildung der schalenförmigen Wölbung
auf ein Trägerelement der Backofentür gespannt. Durch das Spannen der Innenscheibe
in eine definierte Richtung ist auch bei beliebigen ebenen bzw. undefiniert gewölbten
Innenscheiben die erfindungsgemäß orientierte Wölbung der Scheibe vom Garraum weg
erreichbar. Dabei ist die durch das Spannen der Scheibe erzielbare schalenförmige
Wölbung montagetechnisch auf etwa 1 mm begrenzt. Da das Ausmaß der durch das Spannen
eingestellten Wölbung der Scheibe direkt mit den in die Scheibe eingeleiteten Kräften
zusammenhängt, ist es zu deren montagetechnisch günstigen Begrenzung besonders vorteilhaft,
wenn bereits definiert vorgewölbt gefertigte Innenscheiben zusätzlich gespannt werden.
Bei der Kombination der Verwendung einer definiert vorgewölbten Innenscheibe und deren
zusätzlichem Spannen auf das Trägerelement sind also zum einen die Spannkräfte reduziert
und zum anderen ist sichergestellt, daß bei einem temperaturbedingten Verlust der
Vorwölbung der Scheibe ausreichend Vorspannung in der Innenscheibe vorhanden ist.
[0008] Fertigungs- und montagetechnisch besonders einfach ist es, wenn zwischen der Innenscheibe
und einem vorzugsweise rahmenförmigen Trägerelement der Backofentür zu deren Beabstandung
Abstandselemente angeordnet sind, wobei die Innenscheibe mittels an ihm gehalterter
Befestigungselemente an das Trägerelement gespannt ist und die Abstandselemente außerhalb
des durch die Befestigungselemente aufgespannten bzw. begrenzten Flächenbereiches
zwischen der Innenscheibe und dem Rahmen angeordnet sind. Dabei sind die erforderlichen
Kräfte und die Durchwölbungen der Innenscheibe abhängig von der Art und Höhe der Abstandselemente
sowie den Abständen der Abstandselemente zu den Befestigungselementen. Die Spannkräfte
sind insbesondere auch durch die Stabilität des rahmenförmigen Trägerelementes und
der Anhaftung der Befestigungselemente an der Innenscheibe begrenzt. Um das Spannen
der Innenscheibe auf das Trägerelement beschädigungsfrei und möglichst luftdicht realisieren
zu können, dient vorteilhafter Weise eine im wesentlichen rahmenförmige Zwischendichtung
der Backofentür als Abstandselement. Wenn die Spannkräfte ausreichend niedrig gewählt
sind und die Betriebstemperaturen auf höchstens etwa 300°C begrenzt sind, können die
Befestigungselemente durch Klebung an der Innenscheibe gehaltert sein. Die Halterung
der Innenscheibe an dem Türrahmen ist dann für einen Betrachter vorteilhafterweise
unsichtbar realisiert. Um die Temperaturbelastung der Klebeverbindung möglichst gering
zu halten, sind diese ausschließlich im seitlichen und unteren Bereich der Innenscheibe
der Backofentür vorgesehen. Auf Klebeverbindungen im oberen, mittleren Bereich der
Scheibe ist wegen der dort herrschenden hohen Temperaturen bewußt verzichtet.
[0009] Alternativ kann die Innenscheibe auch entsprechend beispielsweise der Offenbarung
der Druckschrift US 4,638,788 sichtbar mit dem Türrahmen verschraubt sein.
[0010] Zur weiteren Reduzierung der Temperaturen der Innenscheibe und des damit verbundenen
Temperaturgradienten weist die Innenscheibe auf der der Backofenmuffel zugewandten
Seite eine Wärmereflexionsbeschichtung auf.
[0011] Erfindungsgemäß kann auf leisten- oder rahmenförmige Halterungselemente verzichtet
werden, die die der Backofenmuffel zugewandten Innenseite der Innenscheibe aus Stabililtätsgründen
übergreifen. Dadurch ist eine besonders reinigungsfreundliche und optisch ansprechende
Gestaltung der Innenseite der Backofentür als Vollglasinnentür möglich.
1. Backofen mit einer Backofenmuffel und einem deren frontseitige Öffnung umziehenden
Muffelflansch mit einer Flanschdichtung, an welcher eine Innenscheibe einer im wesentlichen
vertikal angeordneten Backofentür anliegt und die Backofenmuffel verschließt, welche
Innenscheibe die gesamte Muffelöffnung bis über die Flanschdichtung hinaus abdeckt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Innenscheibe (13) der Backofentür (7) derart schalenförmig gewölbt ist, daß
der Abstand der Innenscheibe (13) von der durch den Muffelflansch (3) aufgespannten
Ebene (19) im Zentralbereich der Innenscheibe größer ist als in deren Peripherbereich.
2. Backofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die maximale Wölbung (Wmax)
der Innenscheibe (13) in deren Zentralbereich bei Raumtemperatur etwa 5 - 15/10 mm
beträgt.
3. Backofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenscheibe (13)
als schalenförmig gewölbte Scheibe hergestellt ist.
4. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Innenscheibe (13) zur Ausbildung der schalenförmigen Wölbung auf ein Trägerelement
(9) der Backofentür (7) gespannt ist.
5. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Innenscheibe (13) und einem vorzugsweise rahmenförmigen Trägerelement (9) der
Backofentür (7) zu deren Beabstandung Abstandselemente (31) angeordnet sind, daß die
Innenscheibe (13) mittels an ihr gehalterter Befestigungselemente (33) an das Trägerelement
(9) gespannt ist, und daß die Abstandselemente (31) außerhalb des durch die Befestigungselemente
(33) begrenzten Flächenbereichs zwischen der Innenscheibe (13) und dem Rahmen (9)
angeordnet sind.
6. Backofen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine im wesentlichen rahmenförmige
Zwischendichtung (31) der Backofentür (7) als Abstandselement dient.
7. Backofen nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungselemente
(33) durch Klebung an der Innenscheibe (13) gehaltert sind.
8. Backofen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Klebeverbindungen ausschließlich
im seitlichen und unteren Bereich der Innenscheibe (13) der Backofentür (7) vorgesehen
sind.
9. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf
der der Backofenmuffel (1) zugewandten Seite der Innenscheibe (13) eine Wärmereflexionsbeschichtung
(14) vorgesehen ist.
10. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Backofentür
(7) frei von die Innenscheibe (13) an derer der Backofenmuffel (1) zugewandten Seite
übergreifenden Halterungselementen ist.
11. Backofentür für einen Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche.