[0001] Die Erfindung betrifft einen Begrenzungsanschlag mit einem mindestens bei Bogenstellung
in Querrichtung eines Schienenfahrzeuges wirksamen Queranschlagsabschnitt.
[0002] Ein Begrenzungsanschlag der gattungsbildenden Art ist z. B. aus der DE-44 25 562
C2 bekannt. Bei dieser Ausführungsform weist der Queranschlag für die Beschränkung
des Querspiels zwischen dem Wagenkasten und dem Drehgestell eines Schienenfahrzeuges
eine Rolle und eine Konturplatte auf wobei jeweils eine von beiden an dem anderen
Fahrzeugteile angeordnet ist. Um einen Queranschlag zu schaffen, bei dem eine definierte
Querfederung in jedem Bogenradius und jeder beliebigen Stellung von Roll- und Konturplatte
zueinander vorhanden ist und der unelastische Querstoß ausgeschaltet wird, ist die
Rolle auf einem Umlenkteil, bestehend aus Hebel und Platte, gelagert, dessen anderes
Hebelende an einem elastischen Anschlag anliegt. Um den Anschlag und den Hebel nur
mit definierten Kräften zu belasten, ist weiter ein fester Endausschlag für Rolle
oder Umlenkteil vorgesehen. Die Ausdrehbewegung des Drehgestells gegenüber dem Wagenkasten
wird durch diese Anordnung nicht sicher begrenzt, so daß eine weiterer Drehbegrenzungsanschlag
an anderen Stelle vorzusehen ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Begrenzungsanschlag und eine Anordnung
aufzuzeigen, die bei kompakter Bauweise sowohl die Begrenzung des Querspiels zwischen
Fahrwerk und Wagenkasten als auch die Drehbegrenzung des Fahrwerkes gegenüber dem
Wagenkasten eines Schienenfahrzeuges ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch den im Anspruch 1 gekennzeichneten Begrenzungsanschlag gelöst.
[0005] Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
2 bis 12 angegeben.
[0006] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf eine
Zeichnung näher erläutert.
[0007] Es zeigt:
- Fig. 1
- Seitenansicht eines Fahrwerks / Drehgestelles mit Begrenzungsanschlägen;
- Fig. 2
- eine Draufsicht des Fahrwerks nach Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Prinzipdarstellung eines Schienenfahrzeugs mit Drehgestellen in Bogenstellung
und vergrößert dargestellten und hervorgehobenen Anschlägen und Stützrollen.
[0008] Ein Wagenkasten 1 weist beiderseits der senkrechten Mittellängsebene je einen Begrenzungsanschlag
2 mit einer Konturbahn auf, auf der dem Fahrwerk 3, insbesondere ein Drehgestell,
zugeordnete Stützanschläge, insbesondere Stützrollen 4, abrollen können. Die Konturbahn
weist einen mindestens bei Bogenfahrt oder Bogenhalt in Querrichtung wirksamen Queranschlagskonturabschnitt
5 und einem Abschnitt zur Drehbegrenzung (Drehbegrenzungskonturabschnitt 6) auf Diese
beiden Konturabschnitte sind in direkter örtlicher Nähe zueinander auf einen Begrenzungsanschlag,
der somit als Kombinationsanschlag ausgebildet ist, gemeinsam angeordnet.
[0009] Selbstverständlich steht es frei, die Stützrollen 4 dem Wagenkasten 1 und die Begrenzungsanschläge
2 dem Fahrwerk 3 zuzuordnen, wodurch eine kinematische Umkehr des Ausführungsbeispiels
erzeugt ist.
[0010] Welche Bauweise die zweckmäßigere ist, ergibt sich weitgehend aus den Randbedingungen
der Gesamtkonstruktion und den Anforderung an das Schienenfahrzeug.
[0011] Die Begrenzungsanschläge 2 sind einander gegenüberliegend in einer Querebene angeordnet.
[0012] Um eine große Stützbasis und eine günstige Kraftübertragung zu erhalten, sind die
Begrenzungsanschläge 2 und die zugeordneten Stützrollen 4 innerhalb der Querebenen
möglichst weit von der senkrechten Mittellängsebene 7 entfernt am Wagenkasten 1 bzw.
am Fahrwerk 3 angeordnet.
[0013] Die Ebene der Konturbahn der Begrenzungsanschläge 2 ist in senkrechter Ebene des
Schienenfahrzeuges angeordnet. Die Konturbahn weist einen parallel zur Querrichtung
sich erstreckenden Abschnitt, sowie einen über einen gerundeten Abschnitt mit diesem
verbundenen, in Richtung auf das Fahrwerk 3 zur senkrechten Mittellängsebenen hin
abgewinkelten, schrägen Abschnitt auf. Dadurch entsteht eine zusammenhängende, zum
Fahrzeugende hin nach außen offene Konturbahn, die geeignet ist, die Stützrolle 4
ab Anlage bis zu einer maximalen Ausdrehbewegung des Fahrwerks 3 und einer maximal
zulässiger Querverschiebung formschlüssig zu führen. Der sich parallel zur Querrichtung
erstreckenden Abschnitt der Konturbahn stellt im wesentlichen den Drehbegrenzungskonturabschnitt
6 dar und der abgewinkelte, schräge Abschnitt stellt im wesentlichen den Drehwinkel
berücksichtigenden Queranschlagskonturabschnitt 5 dar.
[0014] Insbesondere für Fahrzeuge mit Fahrwerken 3, die nicht um einen zentrischen Hochachse
drehbar ausgeführt sind und deren Drehpol begrenzt längsverschieblich ausgeführt ist,
wie auch beim Ausführungsbeispiel, ist die Anordnung weiterer Anschläge 8 (Ausdrehanschläge)
erforderlich. Dabei ist je ein Anschlag 8 beiderseits der senkrechten Mittellängsebenen
7 des Wagenkastens 1 bzw. des Fahrwerks 3 angeordnet, der gegen ein zugeordnetes Stützelement
9, insbesondere eine weitere Stützrolle 4, des Fahrwerks 3 bzw. des Wagenkastens 1
bei maximal zugelassener Ausdrehung des Fahrwerks 3 gegenüber dem Wagenkasten 1 zur
Anlage gelangt. Die Begrenzungsanschläge 2 und die Anschläge 8 sind derart angeordnet,
daß diese ein Viereck, insbesondere ein Rechteck bilden, dessen längere Seiten in
Fahrzeugquerrichtung angeordnet sind.
[0015] Die Stützrollen 4 und/oder Stützelemente 9 und/oder die Begrenzungsanschläge 2 und/oder
Anschläge 8 sind in Längs- und/oder Querrichtung einstellbar ausgebildet.
[0016] Die Begrenzungsanschläge 2 können weiterhin ein zweiten Queranschlagskonturabschnitt
aufweisen, der auch bei Geradeausfahrt in Querrichtung wirksam ist und das Querspiel
zwischen Wagenkasten 1 und Fahrwerk 3 begrenzt.
[0017] Die Queranschlagskonturabschnitte 5 und/oder die zweiten Queranschlagskonturabschnitte
können elastisch ausgebildet oder abstützt sein, um einen unelastischen Querstoß zu
vermeiden. Den gleichen Effekt kann man mit elastisch abgestützter oder ausgebildeten
Stützrollen 4 bzw. Stützelementen 9 erreichen.
[0018] Bei Bogenfahrt mit bezüglich der Kurvenüberhöhung zu geringer Geschwindigkeit oder
Halten in Bögen mit Kurvenüberhöhung verhindern die Begrenzungsanschläge 2 die Querverschiebung
zwischen Wagenkasten 1 und Fahrwerk 3 über ein vorgesehenes, tolerierbares Maß hinaus.
Bei Bogenfahrten bei kleineren Bogenradien begrenzen die Begrenzungsanschläge 2 und
ggf. die Anschläge 8 die Ausdrehbarkeit des Fahrwerks 3.
[0019] Begrenzungsanschläge 2 und/oder Anschläge 8 in Ausbildung und Anordnung gemäß dem
Ausführungsbeispiel sind geeignet, bei Bogenradien ab ca. 500 m in Eingriff zu gelangen
und bei einem Bogenradius von ca. 100 m, was einer Drehung des Fahrwerks 3 von ca.
6 ° entspricht, die Andrehbewegung und Querauslenkung des Fahrwerks gegenüber dem
Wagenkasten 1 zu hemmen. Durch geänderte Ausbildung und/oder Anordnung von Begrenzungsanschlägen
2 und/oder ggf. Anschlägen 8 sind auch andere maximale Ausdrehwinkel und Bogenradien
begrenzbar.
Bezugsziffern
[0020]
- 1
- Wagenkasten
- 2
- Begrenzungsanschlag
- 3
- Fahrwerk
- 4
- Stützrolle
- 5
- Queranschlagskonturabschnitt
- 6
- Drehbegrenzungskonturabschnitt
- 7
- senkrechte Mittellängsebene
- 8
- Anschlag
- 9
- Stützelement
1. Begrenzungsanschlag mit einem mindestens bei Bogenstellungen in Querrichtung eines
Schienenfahrzeuges wirksamen Queranschlagskonturabschnitt, der im Zusammenwirken mit
einer auf dem Begrenzungsanschlag angeordneten Konturbahn und auf dieser abrollenden
Stützrolle die Querauslenkung eines Wagenkastens eines Schienenfahrzeuges gegenüber
einem Fahrwerk begrenzt, wobei entweder der Begrenzungsanschlag oder die Stützrolle
dem Fahrwerk oder dem Wagenkasten zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Begrenzungsanschlag (2) zur Begrenzung des Querspiels auch ein Konturabschnitt
zur Drehbegrenzung (Drehbegrenzungskonturabschnitt 6) angeordnet ist, der die Ausdrehbarkeit
des Fahrwerks (3) gegenüber dem Wagenkasten (1) begrenzt.
2. Begrenzungsanschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Begrenzungsanschlag (2) beiderseits der senkrechten Mittellängsebene
(7) des Fahrwerks (3) bzw. des Wagenkastens (1) einander gegenüberliegend in einer
Querebene angeordnet ist.
3. Begrenzungsanschlag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Begrenzungsanschlag (2) und die Stützrolle (4) innerhalb der Querebene möglichst
weit von der senkrechten Mittellängsebene (7) entfernt am Wagenkasten (1) bzw. Fahrwerk
(3) angeordnet ist.
4. Begrenzungsanschlag nach einer der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere für Fahrwerke (3) mit begrenzt längsverschieblichem Drehpol je
ein weiterer Anschlag (8) beiderseits der senkrechten Mittellängsebene (7) des Wagenkastens
(1) bzw. des Fahrwerks (3) angeordnet ist, der gegen ein zugeordnetes Stützelement
(9) des Fahrwerks (3) bzw. des Wagenkastens (1) bei maximal zugelassener Ausdrehung
des Fahrwerks (3) zur Anlage gelangt.
5. Begrenzungsanschlag nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsanschläge (2) und die weiteren Anschläge (8) derart angeordnet
sind, daß sie ein Viereck aufspannen.
6. Begrenzungsanschlag nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das durch die Begrenzungsanschläge (2) und weitere Anschläge (8) aufgespannte
Viereck ein Rechteck bildet, dessen längere Seiten in Fahrzeugquerrichtung angeordnet
sind.
7. Begrenzungsanschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützrollen (4) und/oder Stützelemente (9) in Längs- und/oder Querrichtung
einstellbar ausgebildet sind.
8. Begrenzungsanschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsanschläge (2) und/oder die weiteren Anschläge (8) in Längs- und/oder
Querrichtung einstellbar ausgebildet sind.
9. Begrenzungsanschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ebene der Konturbahn des Begrenzungsanschlages (2) in senkrechter Ebene
des Schienenfahrzeuges angeordnet ist, wobei die Konturbahn einen parallel zur Querrichtung
sich erstreckenden Abschnitt sowie einen über einen gerundeten Abschnitt mit diesem
verbundenen in Richtung auf das Fahrzeugende zur senkrechten Mittellängsebene (7)
hin abgewinkelten schrägen Abschnitt aufweist.
10. Begrenzungsanschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle der beiden weiteren Anschläge (8) zwei zusätzliche Begrenzungsanschläge
(2) mit Konturbahn vorgesehen sind.
11. Begrenzungsanschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Konturbahn des Begrenzungsanschlages (2) einen auch bei Geradeausfahrt in
Querrichtung des Schienenfahrzeuges wirksamen Queranschlagsabschnitt aufweist.
12. Begrenzungsanschlag nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Queranschlagsabschnitt elastisch ausgebildet oder abgestützt ist.