Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Doppel-Bremsfangvorrichtung für Aufzüge oder
Regalbediengeräte (RBG), mit einer eine Führungsschiene für eine Aufzugskabine umgreifenden,
in Querrichtung zur Längserstreckung der Führungsschiene beweglichen Konsole, an der
zwei an entgegengesetzten Seiten der Führungsschiene angeordnete Bremsbacken vorgesehen
sind, von denen eine als aktive Bremsbacke und die andere als Reaktionsbremsbacke
dient, wobei sich die aktive Bremsbacke über eine in beiden Bremsfangrichtungen wirksame
Lagerexzenteranordnung an der als Widerlager dienenden Konsole abstützt.
Stand der Technik
[0002] Eine derartige Bremsfangvorrichtung ist beispielsweise der DE 196 06 861 A1 zu entnehmen.
Wenn bei der Reaktionsbremsbacke, d. h. der passiven Bremsbacke ein Weichmetall verwendet
wird und bei der Bremsung mit einer Selbsthemmung gearbeitet wird, so läßt sich den
Bestimmungen entsprechend üblicherweise bei kraftschlüssigem Bremsvorgang die Fangvorrichtung
mit der Antriebskraft des Aufzugsmotors oder mit der menschlichen Hand am Handrad
des Aufzuggetriebes aus dem Fang lösen. Wird allerdings eine Bremsung über Hartmetallbremsbacken
und insbesondere mit strukturierten Bremsbacken im Zusammenhang mit Selbsthemmung
ein Bremsvorgang vorgenommen, d. h. mit sogenannten formschlüssigen Bremsbacken, so
ist weder die Kraft des Motors noch die am Handrad aufgebrachte Kraft ausreichend,
die Fangvorrichtung aus dem Fang zu lösen.
[0003] Es ist beispielsweise aus der EP 0 440 839 B1 bekannt, zwei Fangkeile vorzusehen,
die das Fangen nach oben und nach unten ermöglichen.
Darstellung der Erfindung
[0004] Es ist das technische Problem (Aufgabe) der Erfindung, eine Doppel-Bremsfangvorrichtung
der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, daß auch beim Einsatz formschlüssiger
Bremsbacken, bei denen das Material der Bremsbacke sich in das Material der Führungsschiene
eingräbt, ein sicheres Lösen der Fangvorrichtung aus dem Fang durch die Kraft des
Motors oder die Kraft am Handrad des Aufzugsgetriebes zu ermöglichen, und zwar mit
einfachen technischen Mitteln.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] In besonders einfacher und kompakter Weise ermöglicht die Doppel-Bremsfangvorrichtung
beim Fangen nach oben wie beim Fangen nach unten mit einer selbsthemmenden Wirkung
auch ein sicheres Lösen des Fangs entsprechend den Vorschriften. Die einzelne Doppelkeilschwinge
ist schwenkbar in der Konsole gelagert und ermöglicht dadurch durch einfaches Verschwenken
in die jeweilige Fangstellung ein Fangen in beiden Richtungen. Dies sichert nicht
nur eine einfache und einwandfreie Funktion, sondern auch eine kompakte Bauweise und
eine kostengünstige Herstellung. Wenn beide Bremsbacken als Doppelkeilschwinge ausgebildet
sind, können die Bremskraft und die Bremswirkung erheblich gesteigert werden.
[0007] Bei Vorhandensein einer Steuerkante gemäß Anspruch 2 besteht eine sichere Möglichkeit,
die Doppelkeilschwinge bei Kontakt der Steuerkante mit der Führungsschiene in die
jeweilige Fangrichtung zu schwenken. Wenn die Steuerkante von einem Einsatz besonderen
Materials gebildet wird, besteht die Möglichkeit, die Steuerkante unabhängig von dem
übrigen Material in der Weise zu wählen, wie sie für den bestimmten Zweck geeignet
ist. So kann der Einsatz beispielsweise aus Hartmetall bestehen und eine glatte Oberfläche
haben. Wesentlich ist, daß hier eine spitze Kante vorliegt. Dies ist sehr wichtig,
da eine große runde Oberfläche nicht das Schwingen der Doppelkeilschwinge sichert.
Eine kleine runde Oberfläche würde sich zu tief eingraben. Die spitze Kante aus Hartmetall
garantiert ein sicheres Schwingen, ein weiches Material nicht.
[0008] Damit die spitze Kante nicht hoch beansprucht ist, wäre es am besten, die Flächen
so zu schleifen, daß diese eine Ebene mit dem Bremsbackeneinsatz bilden. Der Bremsbackeneinsatz
gräbt sich aber in das weiche Schienenmaterial ein. Dann würde die Vorderkante ein
zusätzliches Bremselement bilden, wodurch der konstante Reibwert nicht mehr garantiert
wäre. Der Winkel des Steuereinsatzes könnte geringfügig kleiner gemacht werden, sonst
drückt sich die spitze Kante zu tief in das Schienenmaterial ein.
[0009] Zum besseren Abfangen der relativ hohen Kräfte kann sich die Doppelkeilschwinge über
eine Teilkreiszylinderfläche an einer Gegenteilkreiszylinderfläche der Konsole abstützen,
wobei das Zentrum dieser Teilkreiszylinderflächen in der Schwenkachse der Doppelkeilschwinge
liegt. Damit müssen nicht die gesamten Kräfte an der Schwenkachse aufgenommen werden
und die Schwenkachse kann hinsichtlich eines im Zusammenhang damit verwendeten Schwenkbolzens
mit relativ kleinem Durchmesser ausgeführt werden, was weiterhin zu einer kompakten
Bauweise führt.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus weiteren Unteransprüchen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Doppel-Bremsfangvorrichtung gemäß der Erfindung als Seitenansicht in der Freistellung;
- Fig. 2
- die Doppel-Bremsfangvorrichtung gemäß Fig. 1 in der Bremsstellung nach unten; und
- Fig. 3
- die Doppel-Bremsfangvorrichtung gemäß Fig. 1 in der Bremsstellung nach oben.
- Fig. 4a
- eine Ansicht auf die Keilflächenseite der Doppelkeilschwinge;
- Fig. 4b
- eine Seitenansicht der Doppelkeilschwinge gemäß Fig. 4a;
- Fig. 4c
- einen Schnitt entlang der Linie 4c-4c in Fig. 4b;
- Fig. 5a
- eine Ansicht auf die Keilflächenseite der Doppelkeilschwinge entsprechend einer anderen
Ausführungsform;
- Fig. 5b
- eine Seitenansicht der Doppelkeilschwinge gemäß Fig. 5a;
- Fig. 5c
- eine Schnittansicht entlang der Linie 5c-5c in Fig. 5b; und
- Fig. 6
- eine Doppel-Bremsfangvorrichtung gemäß Fig. 2, jedoch als abgewandelte Ausführungsform,
bei der beide Bremsbacken als Doppelkeilschwinge ausgebildet sind.
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der Erfindung
[0012] Die in den Figuren dargestellte Doppel-Bremsfangvorrichtung besitzt einen am Außendurchmesser
gekordelten größeren Spannexzenter SE und einen mit diesem fest verbundenen, d. h.
drehfest verbundenen kleineren Lagerexzenter LE. Beide Exzenter drehen sich auf einem
Lagerzapfen 3 um eine Drehachse A. Die dargestellte Doppel-Bremstangvorrichtung besitzt
ferner eine aktive Bremsbacke 2 sowie eine Doppelkeilschwinge 6 als passive Reaktionsbremsbacke.
Diese Bremsbacken sind zu beiden Seiten einer Führungsschiene 8 des Aufzuges angeordnet.
In den Figuren ist diese Führungsschiene 8 gestrichelt gezeichnet. Die Bremsbacke
2 als aktive Bremsbacke ruht auf dem Lagerexzenter LE. Die Doppelkeilschwinge 6 stützt
sich als passive Bremsbacke über Drucktedern 7 an einem Federwiderlager 4 ab. Das
Federwiderlager 4 und der Lagerzapfen 3 sind über eine Konsole 5 in Form eines Kastenprofiles
fest miteinander verbunden. Die Doppelkeilschwinge 6 ist mit einem zentralen Einsatz
9 versehen, der aus Hartmetall mit glatter Oberfläche besteht. Dieser Einsatz 9 bildet
eine spitze Steuerkante 10. Dieser Einsatz weist ebenso wie die Doppelkeilschwinge
6 selbst in Richtung senkrecht zur Zeichenebene eine bestimmte Breitendimension auf.
[0013] Weitere Einsätze 11 und 12 bilden Bremsbackeneinsätze, wobei der Bremsbackeneinsatz
12 für das Bremstangen nach unten und der Bremsbackeneinsatz 11 für das Bremstangen
nach oben zum Einsatz kommt, wie dies Fig. 2 und 3 zu entnehmen ist. Diese Bremsbackeneinsätze
haben bevorzugt eine mit Riefen versehene Oberfläche, wobei die Längserstreckung der
Riefen in Bremsrichtung verläuft, d. h. in Längsrichtung der Führungsschiene 8. Diese
Riefen graben sich in das Material der Führungsschiene 8 ein und führen somit zu einem
gewissen Formschluß mit der Führungsschiene. Dies führt zu einer solch starken Selbsthemmung,
daß nur durch die Keilwirkung die Fangvorrichtung mit der Antriebskraft des Motors
oder mit der menschlichen Kraft am Handrad des Aufzuggetriebes aus dem Fang gelöst
werden kann.
[0014] Die Doppelkeilschwinge 6 ist in einer Schwenkachse 13 mittels eines Bolzens schwenkgelagert.
Dies erfolgt dadurch, daß zwei parallele, seitliche Tragbleche 14 einerseits über
Schrauben 15 mit der Doppelkeilschwinge 6 fest verbunden und andererseits auf dem
Bolzen der Schwenkachse 13 gelagert sind. Die Lagerung erfolgt auf einem Stützteil
16, welches innerhalb der Konsole 5 gegen die Kraft der Federn 7 in Querrichtung zur
Führungsschiene 8 bewegbar ist.
[0015] Die Doppelkeilschwinge 6 ist mit einer Teilkreiszylinderfläche 17 versehen, und zwar
mit einer zentralen Anordnung. Diese Teilkreiszylinderfläche liegt an einer Gegenteilkreiszylinderfläche
18 des Stützteils 16 an und ist gegenüber dieser verschiebbar, wenn die Doppelkeilschwinge
6 um die Schwenkachse 13 schwenkt. Somit werden die eigentlichen, beim Bremsen auftretenden
Kräfte von diesen Teilkreiszylinderflächen aufgenommen. Es wäre natürlich auch möglich,
die Doppelkeilschwinge nur an der Schwenkachse 13 aufzuhängen. Dies hat jedoch Nachteile
dahingehend, daß der in der Schwenkachse 13 befindliche Zapfen einen relativ großen
Durchmesser haben müßte derart, daß er mehr Raum benötigt zwischen den Druckfedern
7, was die Kompaktheit der gesamten Vorrichtung beeinträchtigen würde.
[0016] Das Zentrum der Teilkreiszylinderflächen 17, 18 befindet sich in der Schwenkachse
13. Diesbezüglich muß der Radius R sorgfältig ausgewählt werden, damit beim Bremsfangen
die Teilkreiszylinderfläche 17 der Doppelkeilschwinge 6 nicht über die Gegenteilkreiszylinderfläche
18 rutscht und diese verläßt, was mit einem Brechen des Schwenkzapfens verbunden wäre.
Wenn die Länge der Doppelkeilschwinge, gemessen entlang der Führungsschiene 8, beispielsweise
eine Länge von 139 mm hat, so sollte der Radius R im Bereich von 50 mm liegen und
der Keilwinkel α sollte etwa 5° betragen. Allgemein kann man davon ausgehen, daß der
Radius kleiner 60 mm sein sollte, damit es nicht zu einem Brechen des Bolzens kommt,
wenn dieser optimal ausgelegt ist, oder zu einem Ausleiern desselben. Auch kann dabei
ein Zusammendrücken der Druckfedern 7 auftreten mit der Folge einer Änderung des Reibwertes
durch die Federzusammendrückung. Dies ist unerwünscht, da der Reibwert bei der Bremsung
immer der gleiche sein muß. Andererseits sollte der Radius R größer 30 mm sein, damit
ein Kippen der Doppelkeilschwinge bei Kontakt der Steuerkante 10 an der Führungsschiene
8 in der gewünschten Weise auftritt.
[0017] Zwischen dem Stützteil 16 und der Doppelkeilschwinge 6 befinden sich beidseitig weitere
Druckfedern 19, die die Doppelkeilschwinge 6 in der Freistellung gemäß Fig. 1 halten.
[0018] Fig. 1 zeigt die Doppel-Bremsfangvorrichtung in ihrer "Freistellung", in der weder
die Doppelkeilschwinge 6 noch die Bremsbacke 2 noch der Spannexzenter SE mit der Führungsschiene
8 in Berührung sind.
[0019] Fig. 2 zeigt die Doppel-Bremsfangvorrichtung in der Bremsstellung nach unten, in
der bei zu schneller Fahrt der abwärts fahrenden Aufzugskabine über mechanische Verbindungsglieder
der Spannexzenter SE beispielsweise von der Geschwindigkeitsbegrenzungseinrichtung
so lange gedreht wird, bis die gekordelte Umfangsfläche des Spannexzenters SE und
die Doppelkeilschwinge mit der zugehörigen Bremsbacke 2 die Führungsschiene 8 berühren.
Von diesem Zeitpunkt ab übernimmt der Spannexzenter SE dadurch das Spannen der Druckfedern
7, daß die Umfangsfläche U
SE des Spannzylinders SE bei der Bewegung der Bremsfangvorrichtung relativ zur feststehenden
Führungsschiene 8 auf der Führungsschiene 8 abrollt. Wenn der Spannexzenter SE seinen
Kontakt mit der Führungsschiene 8 verliert, was zur Folge hat, daß sich die Stellung
des Spannexzenters SE und damit der Bremsfangvorrichtung bei weiter abwärts fahrender
Aufzugskabine nicht mehr ändert und die Bremsfangvorrichtung ihre Funktion, nämlich
die Aufzugskabine gleichmäßig verzögernd zum Stillstand zu bringen, erfüllt. In dieser
Stellung muß der Totpunkt des Lagerexzenters LE entsprechend den kinematischen Bedingungen
vor dem Rotationsmittelpunkt M
LE des Lagerexzenters liegen, um ein sicheres "Außer-Fang-Gehen" zu gewährleisten.
[0020] Fig. 3 zeigt die Bremsstellung nach oben. Dabei gelangt durch Drehen in die entgegengesetzte
Richtung ein anderer Kurvenverlauf des als Kurvenscheibe ausgebildeten Spannexzenters
zum Einsatz. Auch beim Fangen nach oben muß der Totpunkt des Lagerexzenters entsprechend
den kinematischen Bedingungen vor dem Rotationsmittelpunkt des Lagerexzenters liegen,
um ein sicheres "Außer-Fang-Gehen" zu gewährleisten.
[0021] Um eine Querstabilität bei der Bewegung der Doppelkeilschwinge 6 und des Stützteils
16 zu gewährleisten, kann, obwohl dies in den Zeichnungen nicht dargestellt ist, im
Bereich der Teilkreiszylinderfläche 17 der Doppelkeilschwinge 6 eine Querstützrippe
angeordnet sein, die in einer korrespondierenden Nut der Gegenteilkreiszylinderfläche
18 gleitet, oder umgekehrt.
[0022] Wenn über die Exzenteranordnung und die Konsole 5 die Doppelkeilschwinge 6 in Richtung
auf die Führungsschiene 8 bewegt wird, so gelangt zuerst die Steuerkante 10 in Berührung
mit der Führungsschiene 8. Durch diese Berührung bei gleichzeitiger Bewegung der Konsole
in Fig. 1 nach oben in Richtung des Pfeiles O oder nach unten in Richtung des Pfeiles
U in Fig. 1 kippt automatisch die Doppelkeilschwinge 6 jeweils in die in Fig. 2 bzw.
Fig. 3 dargestellte Bremsstellung.
[0023] Somit erfüllt als kompaktes Teil die Doppelkeilschwinge 6 das Bremsfangen in beiden
Richtungen und zugleich die Möglichkeit eines einwandfreien Lösens aus dem Fang, auch
wenn die Bremsbacken aus Hartmetall sich in das Material der Führungsschiene formschlüssig
einfressen.
[0024] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 4a bis 4c und bei der Ausführungsform gemäß Fig.
5a bis 5c sind die Bremsbackeneinsätze 11 und 12 so ausgestaltet, daß sie eine geriefte
Bremsbackenwirkfläche 20 aufweisen, wobei die Riefen in Bremsrichtung verlaufen. Diese
Riefen stehen als Zähne über der Keilfläche 11' bzw. 12' vor, was ebenso für den Steuerkanteneinsatz
9 bzw. 9' gilt. Dieser Steuerkanteneinsatz ist in die Doppelkeilschwinge 6 durch Schrauben
24 eingeschraubt. Bei den Figuren 4a, 4b und 4c verläuft die Steuerkante 10 des Einsatzes
9 nahezu fortlaufend über die Breite der Doppelkeilschwinge derart, daß sie in dem
Bereich liegt, in dem die Riefen 20 der Bremsbacken 11 und 12 auf die Führungsschiene
einwirken. Beim Bremsvorgang und über den Bremsweg graben sich die Riefen 20 in das
weiche Material der Führungsschiene ein, so daß Materialteile über die Führungsschiene
hinausragen und mit der Steuerkante 10 oder sogar mit den Kanten 21 in Berührung gelangen
können, was abrupt den Reibwert verändern würde.
[0025] Dies schließt sich aus, wenn der Steuerkanteneinsatz 9' der Figuren 5a bis 5c zum
Einsatz kommt. Hier verläuft die Steuerkante 10' nicht über die gesamte Breite der
Doppelkeilschwinge. Sie verläuft nicht über den Bereich, in dem auch die Riefen 20
der Bremsbackeneinsätze 11 und 12 wirksam sind. Dort befindet sich eine Ausnehmung
bzw. Vertiefung 25, so daß die Steuerkante auf beiden Seiten der Ausnehmung am Rand
der Keilflächen 11', 12' vorgesehen ist.
[0026] Damit die spitze Steuerkante 10 bzw. 10' nicht hoch beansprucht ist, wäre es am besten,
die die spitze Kante 10 bzw. 10' bildenden Flächen 22 des Einsatzes 9 bzw. 9' so zu
schleifen, daß diese eine Ebene mit dem Bremsbackeneinsatz 11, 12 bilden. Der Bremsbackeneinsatz
gräbt sich aber in das weiche Schienenmaterial ein. Dann bildet die jeweilige Vorderkante
21 ein zusätzliches Bremselement, was den konstant zu haltenden Reibwert beeinflussen
würde. Es wäre also vorteilhaft, den Winkel geringfügig kleiner zu machen, damit sich
die spitze Steuerkante nicht so tief in das Schienenmaterial eindrückt.
[0027] Je größer die Bremskraft werden muß, desto tiefer gräbt sich der Bremsbackeneinsatz
11, 12 in das weiche Schienenmaterial ein und zieht Späne nach oben, wie dies im Zusammenhang
mit der Ausführungsform gemäß Fig. 4a bis 4c bereits erwähnt wurde. Diese Späne nimmt
der zentrale Steuerkanteneinsatz 9 auf und drückt zwangsläufig die Federn 7 mehr zusammen,
wodurch sich der Reibfaktor erhöht und damit den geforderten konstanten Bremsweg verkürzt.
Zugleich wird natürlich die Verzögerung erhöht, was in jedem Fall den Vorschriften
widersprechen würde. Dort ist der Einsatz 9' mittels einer zentralen, in der Ausnehmung
25 befindlichen Schraube 24' derart befestigt, daß keine Berührung mit den erwähnten
Spänen auftreten kann. Seitliche Auflagerstege 23 auf der Doppelkeilschwinge 6 dienen
der Begrenzung der Eindrücktiefe der Bremsbackeneinsätze 11 bzw. 12. Diese Auflagerstege
dienen auch dazu, den Spänetransport in die richtige Bahn zu schleusen.
[0028] Die Fig. 6 zeigt eine alternative Ausführungsform, bei der beide Bremsbacken 6, d.
h. als beidseits der Führungsschiene 8 als Doppelkeilschwinge ausgebildet sind. Die
Darstellung in Fig. 4 entspricht im Prinzip der Darstellung in Fig. 2, d. h. der "Bremsstellung
nach UNTEN". Dabei bestehen folgende Möglichkeiten. Beide können als aktive Bremsbacken
ausgebildet sein mit einer Exzenteranordnung gemäß der Darstellung in Fig. 1, wobei
jedoch der Exzenter in einer oder in beiden Richtungen wirksam sein kann. Es kann
allerdings auch eine Doppelkeilschwinge passive Bremsbacke sein, wobei dann die andere
Bremsbacke als aktive Bremsbacke von einem Exzenter gesteuert wird. Bevorzugt ist
die Ausführung einer Doppelkeilschwinge als passive Bremsbacke. Wenn die aktive Bremsbacke
über die Exzentersteuerung gegen die Führungsschiene gedrückt wird, so gelangt automatisch
die andere Bremsbacke in Berühung und die Doppelkeilschwinge schwingt als Folge in
ihre Wirkungsstellung. Dadurch wird die Bremswirkung bzw. die Bremskraft wesentlich
erhöht, obwohl ein größerer konstruktiver und baulicher Aufwand vorliegt. Die Dämpffedern
7 müssen nicht unbedingt auf beiden Seiten vorhanden sein. Es genügt, wenn eine Doppelkeilschwinge
durch die Dämpffedern 7 abgefedert ist.
1. Doppel-Bremsfangvorrichtung für Aufzüge oder Regalbediengeräte, mit einer eine Führungsschiene
(8) für eine Aufzugskabine umgreifenden, in Querrichtung zur Längserstreckung der
Führungsschiene (8) beweglichen Konsole (5), an der zwei an entgegengesetzten Seiten
der Führungsschiene (8) angeordnete Bremsbacken (2, 6) vorgesehen sind, von denen
eine (2) als aktive Bremsbacke und gegebenenfalls die andere (6) als Reaktionsbremsbacke
dient, wobei sich mindestens eine der Bremsbacken über eine in beiden Bremsfangrichtungen
wirksame Lagerexzenteranordnung (SE, LE) an der als Widerlager dienenden Konsole (5)
abstützt,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Reaktionsbremsbacke und/oder die aktive Bremsbacke als Doppelkeilschwinge (6)
ausgebildet ist, die in der Konsole (5) schwenkgelagert ist.
2. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden Keilflächen (11', 12') der Doppelkeilschwinge (6) in einer Steuerkante
(10) zusammenlaufen.
3. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerkante (10) nur über einen Teilbereich der Keilflächen (11', 12') verlaufend
ausgebildet ist, derart, daß die Steuerkante (10) außerhalb des Bereiches der Führungsschiene
(8) wirksam ist, in dem die Bremsbacken an der Führungsschiene (8) angreift.
4. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerkante (10) von einem Einsatz (9) besonderen Materials gebildet ist.
5. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Einsatz (9) aus Hartmetall besteht.
6. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 4 und/oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Einsatz (9) eine glatte Oberfläche hat.
7. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerkante (10) spitz ist.
8. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
in den beiden Keilflächen (11', 12') mindestens ein Bremsbackeneinsatz (11; 12) angeordnet
ist, die den jeweiligen Anforderungen beim Aufwärts- bzw. Abwärtsfangen genügen, und
daß die Steuerkante (10) dort unwirksam ist, wo der Bremsbackeneinsatz (11; 12) auf
die Führungsschiene einwirkt.
9. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
in den beiden Keilflächen (11', 12') mindestens ein Bremsbackeneinsatz (11; 12) angeordnet
ist, die den jeweiligen Anforderungen beim Aufwärts- bzw. Abwärtsfangen genügen.
10. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bremsbackeneinsätze (11, 12) aus Hartmetall bestehen und eine strukturierte und
insbesondere geriffelte Bremsoberflächenstruktur haben.
11. Doppel-Bremstangvorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Doppelkeilschwinge (6) sich über eine Teilkreiszylinderfläche (17) an einer Gegenteilkreiszylinderfläche
(18) der Konsole (5) abstützt, wobei das Zentrum dieser Teilkreiszylinderflächen in
der Schwenkachse (13) der Doppelkeilschwinge (6) liegt.
12. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Doppelkeilschwinge (6) in einem die Gegenteilkreiszylinderfläche (18) bildenden
Stützteil (16) schwenkgelagert ist, welches Stützteil (16) zusammen mit der Doppelkeilschwinge
(6) gegen die Kraft mindestens einer Feder (7), die sich an der Konsole (5) und an
dem Stützteil (16) abstützt, gegenüber der Konsole (5) in Querrichtung zur Führungsschiene
(8) bewegbar gelagert ist.
13. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Stützteil (16) und der Rückseite der Doppelkeilschwinge (6) beidseits
der Schwenkachse mindestens eine Stützfeder (19) angeordnet ist.
14. Doppel-Bremsfangvorrichtung nach Anspruch 12 und/oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich der Teilkreiszylinderfläche (17) der Doppelkeilschwinge (6) eine Querstützrippe
angeordnet ist, die in einer korrespondierenden Nut der Gegenteilkreiszylinderfläche
(18) gleitet, oder umgekehrt.