[0001] Die Erfindung betrifft eine Sonnenschutzeinrichtung, insbesondere Jalousie oder Rolladen,
bestehend aus einer Vielzahl zumindest mittelbar aneinander angeordneter, zumindest
teilweise lichtdurchlässiger Profile, wie Rolladen- oder Lamellenprofile, vorzugsweise
aus Kunststoff.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE-OS 39 08 719 A1 bekannt.
Darin ist eine Sonnenschutzvorrichtung beschrieben, die Lamellen aufweist, welche
aus über Abstandshalter verbundene Scheiben mit dazwischen angeordneten Waben bestehen.
Die Oberflächen der Waben können mehr oder minder stark reflektierend ausgebildet
sein, so daß neben einer Abschirmung direkter Sonneneinstrahlung auch eine Lichtlenkung
durch Reflektion in das Innere von Gebäuden möglich ist, wobei gleichzeitig der Eintritt
diffusen Lichtes gewährleistet sein soll. Diese Lamellen weisen zwischen den Scheiben
eine sich quer zur Lamellenerstreckung angeordnete Wabenstruktur auf, wobei die Waben
lose zwischen zwei Scheiben eingelegt oder mindestens mit einer Scheibe verklebt sein
können. Die Herstellung eines derartigen Verbundkörpers ist jedoch auf nachteilige
Weise sehr aufwendig. Die Oberfläche der Waben können matt, das heißt lichtabsorbierend
oder reflektierend ausgebildet sein. Letztes ist erforderlich, wenn neben der Abschirmung
auch eine Lichtlenkung bei dieser Sonnenschutzvorrichtung durchgeführt werden soll.
[0003] Darüber hinaus ist aus der US-PS 4,773,733 eine aus zahlreichen Lamellen bestehende
Jalousie bekannt, bei der die Lamellen oder Paneele eine linerare Außen- oder Frontfläche
sowie eine mit Prismenflächen versehene Rückfläche aufweisen, an der direkte Sonneneinstrahlung
innerhalb der Lamelle/Paneel reflektiert und wieder zurückgeworfen werden soll. Bei
einer in dieser Druckschrift offenbarten Ausführungsform ist darüber hinaus das Paneel
rückseitig mit einem weiteren Diffusionspaneel versehen, mit dem diffuses, durch die
Prismenfläche hindurchtretendes Licht verteilt werden soll. Auch diese Paneele/Lamellen
sind sehr aufwendig hergestellt und auch aufwendig zu montieren. Darüber hinaus wird
es bei diesem Stand der Technik als nachteilig angesehen, daß bezüglich der direkten
Sonneneinstrahlung letztendlich nur eine Reflektion und keine kontrollierte Lichtlenkung
in einen Innenraum möglich ist.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, eine neue Sonnenschutzeinrichtung
zu schaffen, die wesentlich einfacher herzustellen und zu montieren ist und die auch
nach einer langen Lebensdauer noch in der Lage ist, einen Teil der direkten Sonneneinstrahlung
auf vorteilhafte Weise in den Innenraum kontrolliert eintreten zu lassen.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen des Anspruchs 1, insbesondere
den kennzeichnenden Merkmalen, wonach wenigstens ein Teil der Sonnenschutzeinrichtung
aus einstückig extrudierten, hohlkammerartigen Profilen gebildet wird, die mindestens
in Teilbereichen innenseitig zahlreiche unterschiedlich orientierte Grenzflächen aufweisen,
an denen Lichtstrahlen in vorherbestimmter Weise abgelenkt werden.
[0006] Die erfindungsgemäße Sonnenschutzeinrichtung hat den wesentlichen Vorteil, daß die
Rolladen- oder Lamellenprofile einschließlich der inneren, lichtstrahlenlenkenden
Grenzflächen in einem gemeinsamen Herstellungsverfahren durch Extrusion hergestellt
werden können. Nach seitlichem Verschluß der dabei entstehenden Profile entsteht so
ein einstückiges hohlkammerartiges, gegen innere Verschmutzung geschütztes Profil,
an deren inneren Grenzflächen direkte Sonnenstrahlen ein- oder mehrfach so gebrochen
werden können, daß z.B. ein Teil der Lichtstrahlen in kontrollierter Weise zum Beispiel
eine Deckenausleuchtung des Innenraumes ermöglicht. Zur Vergrößerung der Zahl der
lichtlenkenden Grenzflächen ist es darüber hinaus bei einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung möglich, daß die Profile zwischen gegenüberliegenden Wandbereichen angeordnete
Stege aufweisen, die mindestens einseitig unterschiedlich orientierte Grenzflächen
aufweisen.
[0007] Darüber hinaus ist es bei weiteren Ausführungsformen denkbar, daß die Stege eine
unterschiedliche Stellung zu vorderseitigen und rückseitigen Wandbereichen des Hohlkammerprofils
aufweisen, wodurch aufgrund unterschiedlicher, jeweils gewünschter Grenzflächenverläufe
eine bestimmte Lichtlenkung hervorgerufen werden kann.
[0008] Selbstverständlich ist es bei weiteren Ausführungsformen auch denkbar, daß die Hohlkammerprofile
insgesamt einen unterschiedlichen Verlauf aufweisen, wodurch die Lichtlenkung beeinflußbar
ist. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens
ein Teil einer Außenfläche der hohlkammerartigen Profile mit einer Schicht aus eingefärbten
Material versehen, welche während der Herstellung der Profile koextrudiert wird.
[0009] Bei dieser erfindungsgemäßen Ausführungsform ist nicht nur eine Lichtlenkung, sondern
zugleich eine Teilabschirmung des Innenraumes gegen Lichteinfall zur Vermeidung von
Blendwirkungen möglich. Bevorzugter Weise ist eine derartige Schicht aus eingefärbten
Material an der zum Innenraum eines Gebäude weisenden Außenfläche angeordnet und wird
bei der Herstellung der hohlkammerartigen Profile koextrudiert.
[0010] Letztlich kann bei einer besonderen Ausführungsform der Erfindung diese Schicht hellblau
eingefärbt sein, wodurch auch bei trüben Witterungsverhältnissen im Innenraum ein
freundlicher Eindruck geschaffen wird.
[0011] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung diverser
Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Gebäudedarstellung mit einem Fenster einschließlich einer
Rolladenvorrichtung,
Fig. 2 eine vergrößerte Teildarstellung einiger Rolladenprofile gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung eines Rolladenprofils gemäß Fig. 2,
Fig. 4 eine vergrößerte Teildarstellung des Rolladenprofils nach Fig. 3,
Fig. 5 bis 11 unterschiedlich ausgebildete Brechungskanten im Hohlprofil,
Fig. 12 bis 17 unterschiedlich ausgebildete Lamellenformen und
Fig. 18 bis 20 unterschiedliche Stegstellungsvarianten bei Rolladen- oder Lamellenprofilen.
[0012] In den Zeichnungen ist eine Sonnenschutzeinrichtung, insbesondere eine Jalousie oder
Rolladen insgesamt mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
[0013] In der Fig. 1 ist schematisch ein Gebäudeteil 11 mit einem in einer Lichtöffnung
12 angeordneten Fenster 13 dargestellt, welches mit einer aus lichtdurchlässigem Material
gefertigten rolladenartigen Sonnenschutzeinrichtung 10 versehen ist. Man erkennt,
daß von der Summe der einfallenden Sonnenstrahlen 14 ein Teil 15 sofort an einer Oberfläche
reflektiert wird, während ein Teil 16 beim Hindurchtreten durch die Sonnenschutzeinrichtung
10 so abgelenkt wird, daß er eine Decke 17 des Gebäudeteils 11 ausleuchtet. Zusätzlich
durchtritt ein diffuser Lichtanteil 18 das Fenster 13.
[0014] Ein durch einen Kreis 19 gekennzeichneter Bereich ist in der Fig. 2 vergrößert dargestellt.
Man erkennt vier bewegliche miteinander verbundene, aus lichtdurchlässigem Material
(Polycarbonat/Acryl) bestehende Rolladenprofile 20, die jeweils zur Versteifung Stege
21 aufweisen.
[0015] Hier erkennt man auf eine Außenfläche 22 auftreffende Lichtstrahlen 23, die teilweise
reflektiert werden (Reflektionsanteil 24) sowie teilweise durch die hohlkammerartigen
Rolladenprofile 20 hindurchtreten (Lichtanteil 25).
[0016] Ein durch einen Kreis 26 gekennzeichnetes Rolladenprofil 20 ist stark vergrößert
in der Fig. 3 dargestellt, wobei man deutlich erkennt, daß das Profil 20 an seinem
oberen Ende ein Hakenteil H und an seinem unteren Ende eine Aufhängung A aufweist,
durch die eine gelenkige Verbindung zahlreicher Profile 20 miteinander möglich wird.
[0017] In der Fig. 3 ist dargestellt, daß Lichtstrahlen 23 an der Außenoberfläche 22 teilweise
reflektiert werden (Reflektionsanteil 24) und teilweise durch das hohlkammerartige
Rolladenprofil 20 hindurchtreten (Lichtanteil 25). Interessant an dieser Darstellung
ist die besondere Ausgestaltung von Innenoberflächen 27 des Rolladenprofils 20. Man
erkennt eine Vielzahl von sägezahnartigen, unterschiedlich orientierten Teilflächen
27
T. Ein in das Rolladenprofil 20 eintretender Lichtstrahl wird dabei an jeder einzelnen
Grenzfläche (Übergang fest-gasförmig oder gasförmig-fest) abgelenkt, wobei dies im
einzelnen beispielhaft in einer wiederum vergrößerten Detailzeichnung (siehe Kreis
28) gemäß Fig. 4 dargestellt ist. Auf der Außenoberfläche 22 auftreffende Lichtstrahlen
23 werden zunächst teilweise reflektiert (Reflektionsanteil 24), wobei die in eine
Wandung 29 des Rolladenprofils 20 eintretenden Lichtstrahlen 30 beim Übergang von
der Umgebungsluft in das Kunststoffprofil (Grenzfläche 31) eine Ablenkung erfahren.
Die Lichtstrahlen 30 treffen dann im Bereich einer Teilfläche 27
T der Innenoberfläche 27 auf eine Grenzfläche 32 und treten unter erneuter Ablenkung
teilweise (s. Reflektionsanteil 35) in einen Innenhohlraum 33 des Rolladenprofils
20 ein. Die den Innenhohlraum 33 durchquerenden Lichtstrahlen 30' werden an einer
gegenüberliegenden Teilfläche 27
T (Grenzfläche 34) teilweise reflektiert (Reflektionsanteil 35') und treten dann in
abgeschwächter und abgelenkter Form in eine zum Gebäudeinnenraum weisende Wandung
36 des Rolladenprofils 20 ein. Die sich dabei ergebende Lichtstrahlen 30" treffen
letztlich auf die letzte Grenzfläche 37, durch die letztlich unter erneuter Ablenkung
der Lichtanteil 16 teilweise hindurchtritt, während ein Reflektionsanteil 38 in den
Innenhohlraum 33 des Rolladenprofils 20 zurückgeworfen wird. Dieser Reflektionsanteil
38 wird nunmehr mehrfach an unterschiedlichen Grenzflächen des Rolladenprofils 20
abgelenkt sowie wieder teilweise reflektiert, wobei dies im einzelnen nicht mehr beschrieben
wird.
[0018] In der Fig. 4 ist nur ein Beispiel der möglichen Gestaltung der Innenoberfläche 27
eines Rolladenprofils 20 dargestellt. Einerseits kann - wie in den Fig. 5 bis 11 zu
erkennen - die Innenoberfläche 27 in vielfältiger Weise ausgeformt sein. Zusätzlich
ist es auch möglich, daß die Stege 21 nicht nur eine spezielle Ausgestaltung ihrer
Oberflächen, sondern auch einen unterschiedlichen Verlauf aufweisen ( s. Fig. 18 bis
20). Diese vielfältigen unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Lichtbrechungen
verursachenden Grenzflächen der Rolladenprofile 20 sind insofern bedeutsam, weil man
damit auf vielfältige Weise den Lichtanteil, der in ein Rolladenprofil 20 eintritt
oder letztendlich auch durch das Rolladenprofil 20 hindurchtritt, auf gewünschte Weise
in eine oder mehrere Richtungen ablenken kann. Damit kann man zum einen Blendwirkungen
bei einer beispielsweise an einem Schreibtisch sitzenden Person vermeiden und zum
anderen natürliche Lichtanteile zu einer kontrollierten und gezielten Ausleuchtung
der Innenräume verwenden.
[0019] Letztlich sind in den Fig. 12 bis 17 noch besonders gestaltete dreidimensionale Lamellenprofile
39 bis 44 im Schnitt dargestellt, bei denen durch die unterschiedliche äußere Form
zusätzliche Beeinflussungen der Lichtlenkung möglich sind. Es bleibt darauf hinzuweisen,
daß hier in diesen Ausführungsbeispielen mögliche Gestaltungen der Innenoberflächen
zwar zeichnerisch nicht berücksichtigt worden sind, jedoch zu der Erfindung gehören.
1. Sonnenschutzeinrichtung, insbesondere Jalousie oder Rolladen, bestehend aus einer
Vielzahl zumindest mittelbar aneinander angeordneter, zumindest teilweise lichtdurchlässiger
Profile, wie Rolladen- oder Lamellenprofile, vorzugsweise aus Kunststoff dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil der Sonnenschutzeinrichtung (10) aus einstückig extrudierten,
hohlkammerartigen Profilen (20) gebildet wird, die mindestens in Teilbereichen (27T) innenseitig zahlreiche unterschiedlich orientierte Grenzflächen (31, 32, 34, 37)
aufweisen, an denen Lichtstrahlen (23, 30', 30") in vorherbestimmter Weise abgelenkt
werden.
2. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Profile (20)
zwischen gegenüberliegenden Wandbereichen (29, 36) angeordnete Stege (21) aufweisen,
die mindestens einseitig unterschiedlich orientierte Grenzflächen aufweisen.
3. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege
(21) nahezu rechtwinklig zu den Wandbereichen (29, 36) des Hohlkammerprofils (20)
angeordnet sind.
4. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege
(21) schräg zwischen gegenüberliegenden Wandbereichen angeordnet sind.
5. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege
(21) einen geradlinig Verlauf aufweisen.
6. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege
(21) gekrümmt verlaufen.
7. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß hohlkammerartige Lamellenprofile (39) insgesamt geradlinig verlaufen.
8. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß hohlkammerartige Lamellenprofile (40, 41) insgesamt einen gekrümmten Verlauf aufweisen.
9. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß hohlkammerartige Lamellenprofile (42) einen zentralen geradlinigen Abschnitt und
zwei unterschiedlich dazu orientierte, abgewinkelt verlaufenden Endbereiche aufweisen.
10. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei gegenüberliegende Wandbereiche hohlkammerartiger Lamellenprofile (43) einen
konvexen Verlauf zueinander aufweisen.
11. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei gegenüberliegende Wandbereiche hohlkammerartiger Lamellenprofile (44) konkav
zueinander verlaufen.
12. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die einstückig extrudierten Profile (20) an beiden Endbereichen luftdicht verschlossen
sind.
13. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil einer Außenfläche der hohlkammerartigen Profile (20, 39
bis 44) mit einer Schicht aus eingefärbten Material versehen ist, welche während der
Herstellung der Profile koextrudiert wird.
14. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Innenraum
eines Gebäudes weisende Außenfläche eine Schicht aus eingefärbtem Material aufweist.
15. Sonnenschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet,
daß diese Schicht aus milchigem Material besteht.
16. Sonnenschutzeinrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß diese
Schicht himmelblau eingefärbt ist.