[0001] Die Erfindung betrifft eine Leuchtenoptik für Leuchten von Fahrzeugen, vorzugsweise
von Kraftfahrzeugen, nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Der Gesetzgeber legt für Kraftfahrzeugleuchten winkelabhängige maximale Lichtstärken
fest. Um diese gesetzliche Forderung zu erfüllen, wird das vom Leuchtmittel abgestrahlte
Licht durch eine Fresnellinse parallelisiert und anschließend durch geeignete Linsen
in einer Lichtscheibe der Leuchte in die vorgeschriebenen Richtungen gestreut. Der
Gesetzgeber schreibt eine Lichtintensität-Winkel-Kennlinie vor, die eine rechteckige
Lichtverteilung kennzeichnet, wie sie in Fig. 7 mit 6 bezeichnet ist. Kritisch bei
dieser gesetzlich vorgeschriebenen Kennlinie sind die Punkte 8 und 9, die in einem
Winkel von +10° und ―10° noch eine verhältnismäßig hohe Lichtintensität vorschreiben.
Diese Kennlinie kann mit der beschriebenen Leuchte, die Fresnellinsen und Streulinsen
aufweist, nicht erreicht werden. Aus diesem Grunde werden hinsichtlich ihrer Lichtstärke
überdimensionierte Leuchtmittel verwendet, die im Winkel 0° eine sehr hohe Lichtintensität
aufweisen und deren Intensität-Winkel-Kennlinie sehr breit ist. Aufgrund dieser Überdimensionierung
wird zwar der kritische Bereich 8 und 9 der gesetzlich vorgeschriebenen Kennlinie
6 erfüllt, jedoch tritt infolge der Überdimensionierung des Leuchtmittels eine erhebliche
Wärmeentwicklung auf, die nachteilig ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Leuchtenoptik so auszubilden,
daß die gesetzlich vorgeschriebene Kennlinie für eine Leuchte ohne hinsichtlich der
Lichtstärke überdimensionierte Leuchtmittel erreicht werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird bei der gattungsgemäßen Leuchtenoptik erfindungsgemäß mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Leuchtenoptik ist das Linsenelement mit wenigstens einer
Durchbrechung versehen. Durch sie tritt ein Teil der vom Leuchtmittel ausgehenden
Strahlen ungebrochen hindurch. Dadurch ist in diesem Bereich eine erhöhte Lichtintensität
vorgesehen, da dieser Teil der Lichtstrahlen nicht durch das Material des Linsenelementes
hindurchtreten muß. Die maximale Lichtintensität wird um den Grad abgesenkt, um den
der Teil der Lichtstrahlen durch die Durchbrechung hindurchtritt. Auf diese Weise
wird mit der erfindungsgemäßen Leuchtenoptik eine Kennlinie erreicht, deren Maximum
im Winkel 0° nicht nur höher liegt als das gesetzlich vorgeschriebene Maximum der
Lichtintensität, sondern die insbesondere auch die kritischen Punkte 8, 9 der Lichtintensität
bei den Winkeln +10° und ―10° zumindest erfüllt, vorzugsweise sogar übersteigt. Die
vom Gesetzgeber vorgeschriebene rechteckige Kennlinie wird durch Einsatz der erfindungsgemäßen
Leuchtenoptik angenähert, ohne daß Leuchtmittel verwendet werden, die eine besonders
hohe Lichtintensität aufweisen. Darum ist auch die Wärmeentwicklung in der Leuchte
gering, so daß die damit verbundenen Nachteile, wie kritische Erwärmung von Kunststoffteilen
in der Leuchte, vermieden werden.
[0006] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen.
[0007] Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung eine Kraftfahrzeugleuchte mit einer erfindungsgemäßen
Leuchtenoptik,
- Fig. 2
- in vergrößerter und perspektivischer Darstellung einen Teil der erfindungsgemäßen
Leuchtenoptik,
- Fig. 3 bis Fig. 7
- verschiedene Intensität-Winkel-Diagramme.
[0008] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Leuchte für ein Kraftfahrzeug. Es
hat ein Leuchtengehäuse 1, in dem ein Reflektor 2 untergebracht ist. Er reflektiert
einen Teil der von einem Leuchtmittel 3 ausgesandten Strahlen zu einem Lichtfenster
4, durch das die Strahlen nach außen treten. Im Strahlungsweg zwischen dem Leuchtmittel
3 und dem Lichtfenster 4 liegt eine Leuchtenoptik 5, die so gestaltet ist, daß die
vom Gesetzgeber geforderte winkelabhängige maximale Lichtstärke in konstruktiv einfacher
Weise erreicht wird.
[0009] Fig. 7 zeigt die vom Gesetzgeber für solche Kraftfahrzeugleuchten geforderte winkelabhängige
maximale Lichtstärke (Kennlinie 6). In diesem Diagramm ist die Intensität I gegen
den Leuchtwinkel Ω aufgetragen. Der Gesetzgeber schreibt vor, daß in einem Winkelbereich
zwischen ―5° und +5° die maximale Lichtintensität vorhanden ist. In einem Winkelbereich
von ―5 bis ―10° und +5 bis +10° ist die maximale Lichtstärke I geringer, jedoch in
diesem Winkelbereich auf einem konstanten Niveau. Bisher ist es bekannt, das vom Leuchtmittel
3 ausgesandte Licht durch eine Fresnellinse zu parallelisieren und anschließend durch
geeignete Linsen in die vorgegebenen Richtungen zu streuen. Hierbei ergibt sich ein
Kennlinienverlauf 7, wie er in Fig. 7 dargestellt ist. Es ist erkennbar, daß zwar
die maximale Lichtstärke I im Bereich zwischen 0° und ―5° bzw. +5° erreicht wird,
daß aber die kritischen Bereiche 8 und 9 der geforderten Kennlinie 6 nicht erfüllt
werden. In diesen Bereichen ist die Lichtstärke wesentlich geringer, als sie vom Gesetzgeber
gefordert wird.
[0010] Fig. 3 zeigt die Lichtstärke-Winkel-Kennlinie einer LED als Leuchtmittel. Es ist
erkennbar, daß die LED nur eine geringe maximale Lichtstärke I im Mittelbereich hat
und daß diese Lichtstärke mit zunehmendem Winkel in beiden Richtungen rasch abnimmt.
Mit einem solchen Leuchtmittel kann der gesetzliche Kennlinienverlauf 6 nicht erreicht
werden.
[0011] Wird eine solche LED mit einer Fresnellinse kombiniert, ergibt sich die Lichtstärke-Winkel-Kennlinie
10 gemäß Fig. 4. Nunmehr wird im Mittelbereich eine sehr hohe Lichtstärke I erzielt,
die allerdings, ausgehend vom Winkel 0°, nach beiden Seiten hin sehr rasch abfällt.
Mit einer solchen Leuchtenoptik kann zwar der in 0°-Richtung geforderte maximale Lichtstärkenwert
erreicht werden, jedoch werden die maximalen Lichtstärkewerte insbesondere in den
kritischen Bereichen 8 und 9 der gesetzlichen Kennlinie 6 nicht erreicht.
[0012] Um die Lichtstärkenverteilung gemäß Kennlinie 6 in konstruktiv einfacher Weise zu
erreichen, wird die Leuchtenoptik 5 eingesetzt, die anhand von Fig. 2 näher erläutert
werden soll. Diese Leuchtenoptik 5 hat ein lichtbrechendes Element 11, das vorzugsweise
eine Fresnellinse ist, aber auch, je nach Anforderungen an die Kraftfahrzeugleuchte,
eine Streulinse sein kann. Die vom Leuchtmittel 3 ausgesandten Strahlen werden durch
die Fresnellinse 11 in die erforderliche Richtung gelenkt und parallelisiert. Eine
solche Fresnellinse 11 in Verbindung mit einer nachgeschalteten Streuoptik, die an
der Innenseite des Lichtfensters 4 vorgesehen sein kann, hat eine Intensität-Winkel-Kennlinie
14 gemäß Fig. 5. Im Winkelbereich von 0° bis ±5° ist die maximale Intensität I höher,
als vom Gesetzgeber gefordert. In den Bereichen 8, 9 ist allerdings die maximale Lichtintensität
zu gering. Aus diesem Grunde ist die Leuchtenoptik 5 mit einer Durchbrechung 12 versehen,
durch welche ein Teil der vom Leuchtmittel 3 ausgesandten Strahlen ohne Brechung hindurchtritt.
Die Durchbrechung 12 ist in bezug auf das Leuchtmittel 3 so angeordnet, daß die durch
die Durchbrechung hindurchtretenden Strahlen in Richtung des kritischen Punktes 8
bzw. 9 des gesetzlichen Kennlinienverlaufes 6 gerichtet sind. Die Durchbrechung 12
hat eine Querschnittsfläche, die im Ausführungsbeispiel 10 % der Gesamtfläche der
Fresnellinse 11 beträgt. Dies hat zur Folge, daß die gesamte Lichtintensität um 10
% gesenkt wird. Gleichzeitig wird aber die Lichtintensität I im kritischen Punkt 8
bzw. 9 der Kennlinie 6 um denjenigen Betrag erhöht, den das Leuchtmittel 3 in diese
Richtung strahlt. Bei Einsatz der beschriebenen Leuchtenoptik 5 ergibt sich somit
ein Kennlinienverlauf 13 gemäß Fig. 7. Aufgrund der Durchbrechung 12 wird die Lichtintensität
I in dem entsprechenden Winkelbereich erhöht, so daß die vom Gesetzgeber geforderte
maximale Lichtstärke am kritischen Punkt 8 bzw. 9 ohne konstruktiven Aufwand erreicht
wird. In Fig. 2 ist beispielhaft dargestellt, daß die Leuchtenoptik 5 nur eine Durchbrechung
12 aufweist. Damit wird lediglich einer der beiden kritischen Bereiche 8 oder 9 der
gesetzlich vorgeschriebenen Kennlinie 6 durch eine Kraftfahrzeugleuchte mit einer
solchen Leuchtenoptik 5 erfüllt. Soll die maximale Lichtstärke in den beiden kritischen
Bereichen 8, 9 den gesetzlichen Maximalwert erreichen oder gar überschreiten, wird
die Leuchtenoptik 5 mit zwei Durchbrechungen 12 versehen, durch welche ein Teil der
vom Leuchtmittel 3 ausgehenden Strahlen ungebrochen durchtritt.
[0013] Fig. 6 zeigt den Kennlinienverlauf 15 zweier Lochblenden, die im Winkel ±10° zur
Hauptstrahlrichtung liegen. Durch die Kombination dieser Lochblenden 12 mit der Fresnellinse
11 ergibt sich die Kennlinie 13 gemäß Fig. 7. Bei dieser Kennlinie 13 ist berücksichtigt,
daß die durch die Fresnellinie 11 und die Durchbrechung(en) 12 hindurchtretenden Strahlen
des Leuchtmittels 3 durch die Streuoptik, die beispielsweise an der Innenseite des
Lichtfensters 4 vorgesehen sein kann, in die gewünschten Richtungen gelenkt werden.
[0014] Bei Verwendung der Leuchtenoptik 5 ist eine Überdimensionierung des Leuchtmittels
3 hinsichtlich der Lichtstärke nicht erforderlich. Das Leuchtmittel 3, das eine Glühlampe,
eine LED oder ein sonstiger Leuchtkörper sein kann, muß hinsichtlich seiner Lichtstärke
nicht überdimensioniert werden. Aufgrund der wenigstens einen Durchbrechung 12 in
der Leuchtenoptik 5 wird in einfacher Weise gewährleistet, daß in einem seitlichen
Winkelbereich die vom Gesetzgeber geforderte maximale Lichtintensität erreicht wird.
Die Durchbrechung kann nachträglich an der Leuchtenoptik 5 angebracht werden, so daß
Werkzeugkosten für die Herstellung der Leuchtenoptik gespart werden können.
1. Leuchtenoptik für Leuchten von Fahrzeugen, vorzugsweise von Kraftfahrzeugen, mit mindestens
einem lichtbrechenden Linsenelement, das im Strahlweg wenigstens eines Leuchtmittels
liegt,
dadurch gekennzeichnet, daß das Linsenelement (11) wenigstens eine Durchbrechung (12)
aufweist, durch die ein Teil der vom Leuchtmittel (3) ausgehenden Strahlen ungebrochen
hindurchgeht.
2. Leuchtenoptik nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrechung (12) in einem Winkel zur Hauptstrahlrichtung
der durch das Linsenelement (11) hindurchgehenden Strahlen liegt.
3. Leuchtenoptik nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Durchbrechung (12) so angeordnet ist, daß die mit
der Leuchtenoptik (5) ausgestattete Leuchte im Winkel zur Hauptstrahlrichtung eine
solche erhöhte Lichtintensität (I) aufweist, daß sie der gesetzlichen Forderung (Kennlinie
6) genügt.
4. Leuchtenoptik nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Linsenelement (11) eine Fresnellinse ist.
5. Leuchtenoptik nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Linsenelement (11) eine Streulinse ist.
6. Leuchtenoptik nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Leuchtmittel (3) eine Glühlampe ist.
7. Leuchtenoptik nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Leuchtmittel eine LED ist.