[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Mittel zum Reinigen von harten Oberflächen, insbesondere
von Geschirr, die zur Erhöhung ihrer Reinigungsleistung β-Glucanase und ein Bleichmittel
auf Basis organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen enthalten.
[0002] Enzyme, insbesondere Proteasen, Lipasen und Amylasen, finden ausgedehnte Verwendung
in Wasch-, Waschhilfs- und Reinigungsmitteln. Dies geht aus einer Fülle von Patentanmeldungen,
wie beispielsweise der Anmeldung GB 2283982, hervor. Sie werden primär zur Entfernung
von Protein-, Fett- beziehungsweise Stärkeanschmutzungen eingesetzt.
[0003] Im Zusammenhang mit Polysaccharid-Anschmutzungen besteht das Problem, daß natürlich
vorkommende Polysaccharide, wie sie beispielsweise in Nahrungsmitteln enthalten sind,
normalerweise nicht ausschließlich aus Stärke bestehen, sondern auch andere beziehungsweise
anders verknüpfte Saccharide enthalten. Während für den Einsatz in Reinigungsmitteln
für Geschirr vorgesehene α-Amylasen in aller Regel gut geeignet sind, den Stärkeanteil
von Polysaccharid-Anschmutzungen in wasserlösliche Oligosaccharide zu hydrolysieren,
kann ihr Vermögen zur Schmutzentfernung als verbesserungswürdig empfunden werden,
wenn es sich um Anschmutzungen aus anderen Polysacchariden handelt oder diese größere
Teile der Polysaccharid-Anschmutzungen ausmachen. So treten insbesondere in nicht
oder wenig raffinierten Cerealien wie zum Beispiel Haferflocken, Müsli, Cornflakes
oder Vollkornteig höhere Anteile an Glucanen und Lichenanen auf, die auf Geschirr,
das mit diesen Nahrungsmitteln in Kontakt gekommen ist, zu nur schwer entfembaren
Anschmutzungen führen.
[0004] Im Stand der Technik sind bereits einzelne Beispiele zum Einsatz von β-Glucanasen
und ähnlichen Hemicellulasen in Mitteln zur Reinigung harter Oberflächen beschrieben.
Beispielsweise mit der Anmeldung WO 96/16153 werden ohne weitere Ausführungen Mittel
offenbart, die neben Lipasen optional unter anderem auch β-Glucanasen enthalten können.
In der Anmeldung EP 709 452 wird ein Xylanase-haltiges Reinigungsmittel beschrieben,
das als eines unter zahlreichen anderen optional zusätzlich zu verwendenden Enzymen
auch β-Glucanasen enthalten kann. In der Anmeldung EP 755 999 werden Mittel offenbart,
die eine spezielle Amylase und eine Protease in bestimmten Konzentrationsbereichen
enthalten; zusätzlich können sie weitere Enzyme enthalten, worunter u.a. auch β-Glucanasen
sein können. Diesen drei Dokumenten ist gemeinsam, daß sie β-Glucanasen für Reinigungszwecke
prinzipiell benennen, für ihren konkreten Einsatz jedoch keine detaillierten Angaben
machen.
[0005] Mit der Anmeldung WO 95/35362 werden insbesondere Wasch-, aber auch Reinigungsmittel
beschrieben, die Pflanzenzellwand-abbauende Enzyme, unter anderem auch Lichenasen
enthalten können. Bevorzugt sind hiernach Lichenasen aus Bacillus-Spezies. Hier wird
auch eine Bestimmungsmethode der β-Glucan-spaltenden Aktivität angegeben, die auf
einer Messung der Viskositätsreduktion beruht. Konkret beschrieben werden Mittel mit
2,25, 4,5 und 112 der auf diese Weise definierten Einheiten an β-glucanolytischer
Aktivität pro ml der erhaltenen Waschflotte, beziehungsweise einwirkenden Lösung,
jedoch nur im Zusammenhang mit bleichmittelfreien Rezepturen.
[0006] In den Anmeldungen DE 3921839 und WO 96/23579 werden Reinigungsmittel, bzw. Reinigungsverfahren
zur Reinigung von Membranfiltern offenbart, die vorzugsweise in der Lebensmittelindustrie,
besonders der Getränkeherstellung eingesetzt werden können. Demnach sollen Glucanasen
in hohen Konzentrationen (5 - 500 BGU/ml, beziehungsweise bis nahe an 3 Gew.-%) und
in Kombination mit anderen Enzymen wie Proteasen, bzw. Xylanasen und Cellulasen und
weiteren aktiven Komponenten wie organische Lösungsmittel, beziehungsweise Säuren
eingesetzt werden, und erst in anschließenden, gesonderten Waschgängen alkalische
Peroxidlösungen zum Einsatz kommen.
[0007] Die Anmelderin hatte sich zum Ziel gesetzt, bezüglich den oben bezeichneten Anschmutzungen
über den bekannten Stand der Technik hinaus Abhilfe zu schaffen und ein weiteres,
vorzugsweise verbessertes Mittel zur Reinigung harter Oberflächen, wie beispielsweise
zur insbesondere maschinellen Reinigung von Geschirr zu entwickeln, das aufgrund einer
darin enthaltenen β-Glucanase zusammen mit einem Bleichmittel auf Basis organischer
und/oder insbesondere anorganischer Persauerstoffverbindungen eine verbesserte Reinigungsleistung
gegenüber Polysaccharid-Anschmutzungen aufweist.
[0008] Gegenstand der Erfindung, mit der das vorstehende Problem gelöst werden soll, ist
ein für die Anwendung zur Reinigung von harten Oberflächen, insbesondere von Geschirr
geeignetes Mittel, das neben üblichen mit diesem Enzym verträglichen Inhaltsstoffen
eine β-Glucanase, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolasen
(EC 3.2.1.73) und Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39), und ein Bleichmittel auf
Basis organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen enthält. Als β-Glucanasen
sollen hier Enzyme aus der Klasse der Endo-1,3-1,4-β-Dglucan-4-glucanohydrolasen (EC
3.2.1.73; Lichenasen) bezeichnet werden. Ebenfalls als β-Glucanasen im Sinne der Erfindung
gelten Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39; Laminarinasen). β-Glucanasen spalten
Mischglucane, die alternierend in 1,3- und 1,4-β-glucosidischer Bindung verknüpft
sind, in Oligosaccharide. Solche polymeren Mischglucane sind in unterschiedlichen
Anteilen in praktisch allen Getreideprodukten enthalten. Enzyme, welche diese zu spalten
vermögen, wurden bisher vor allem in der Nahrungsmittel-, Getränke- und Futtermittelindustrie,
der Textilindustrie und der Stärkeverarbeitung eingesetzt (R. Borriss, β-Glucan-spaltende
Enzyme", in H. Ruttloff, "Industrielle Enzyme", Kapitel 11.5, Behr's Verlag, Hamburg,
1994).
[0009] Erfindungsgemäß einsetzbare β-Glucanasen sind aus Mikroorganismen, beispielsweise
Achromobacter lunatus, Athrobacter luteus, Aspergillus aculeatus. Aspergillus niger,
Bacillus subtilis, Bacillus amyloliquefaciens, Disporotrichum dimorphosporum, Humicola
insolens, Penkililum emersonii, Penicillium funiculosum oder
Trichoderma reesei, erhältlich. Ein handelsübliches Produkt wird zum Beispiel unter der Bezeichnung
Cereflo® (Hersteller: NovoNordiskA/S) angeboten. Zu den bevorzugten β-Glucanasen gehört
ein aus
Bacillus alkalophilus (DSM 9956) erhältliches Enzym, das Gegenstand der nicht vorveröffentlichten deutschen
Patentanmeldung DE 197 32 751 ist.
[0010] β-Glucanase wird in erfindungsgemäße Mittel vorzugsweise in solchen Mengen eingearbeitet,
daß sie glucanolytische Aktivitäten im Bereich von 0,05 U/g bis 2 U/g, insbesondere
von 0,06 U/g bis 0,5 U/g aufweisen. Die Bestimmung der glucanolytischen Aktivität
beruht auf Modifizierungen des von M. Lever in Anal. Biochem.
47 (1972), 273-279 und Anal. Biochem.
81 (1977), 21-27 beschriebenen Verfahrens. Dazu wird eine 0,5 gewichtsprozentige Lösung
von β-Glucan in 50 mM Glycinpuffer (pH 9,0) eingesetzt. 250 µl dieser Lösung werden
zu 250 µl einer Lösung, die das auf glucanolytische Aktivität zu testende Mittel enthält,
gegeben und 30 Minuten bei 40°C inkubiert. Anschließend werden 1,5 ml einer 1 gewichtsprozentigen
Lösung von p-Hydroxybenzoesäurehydrazid (PAHBAH) in 0,5 M NaOH, die 1 mM Bismutnitrat
und 1 mM Kaliumnatriumtartrat enthält, zugegeben und die Lösung wird 10 Minuten auf
70°C erwärmt. Nach Abkühlen (2 Minuten 0°C wird bei Raumtemperatur die Absorption
bei 410 nm (zum Beispiel unter Verwendung eines Photometers Uvikon® 930) unter Verwendung
einer Glukose-Eichkurve gegenüber einem Blindwert bestimmt. Als Blindwert wird eine
Lösung herangezogen, die wie die Meßlösung vorbereitet wurde mit dem Unterschied,
daß man die Glucan-Lösung erst nach der Zugabe der PAHBAH-Lösung zugibt. 1 U entspricht
der Enzymmenge, die unter diesen Bedingungen 1 µmol Glucose pro Minute erzeugt.
[0011] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung einer β-Glucanase, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolasen (EC 3.2.1.73)
und Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39) zusammen mit einem Bleichmittel auf Basis
organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen zur Entfernung von Polysaccharid-Anschmutzungen
auf harten Oberflächen, insbesondere auf Geschirr. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung
ist ein Verfahren zum Entfernen von Polysaccharid-Anschmutzungen von harten Oberflächen,
insbesondere von Geschirr, durch den Einsatz einer β-Glucanase, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus Endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolasen (EC 3.2.1.73) und
Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39) zusammen mit einem Bleichmittel auf Basis
organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen. Im Rahmen der erfindungsgemäßen
Verwendung und des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die β-Glucanase, allein oder
als Komponente eines Vorbehandlungsmittels, im Sinne eines Vorbehandlungsschrittes
vor dem Spülvorgang auf mit Polysaccharid-An- schmutzungen verunreinigtes Geschirr
aufgetragen werden. Vorzugsweise kommt die β- Glucanase dabei jedoch als Bestandteil
einer wäßrigen Reinigungslösung, die zusätzlich übliche Inhaltsstoffe von Reinigungsmittel-,
beziehungsweise Geschirrspülflotten enthalten kann, zum Einsatz. Dabei sind glucanolytische
Aktivitäten im Bereich von 0,2 U/l bis 4 U/l, insbesondere von 0,15 U/l bis 1,5 U/l
in der wäßrigen Reinigungslösung bevorzugt. Im Rahmen manueller oder insbesondere
maschineller Spülverfahren, zum Beispiel dem üblichen Haushaltsspülen unter Einsatz
von Spülmaschinen, müssen die genannten glucanolytischen Aktivitäten nicht über den
gesamten Spülzyklus aufrechterhalten bleiben, um das gewünschte Reinigungsergebnis
zu erzielen, solange gewährleistet ist, daß zumindest kurzfristig, beispielsweise
über ca. 1 bis 20 Minuten, insbesondere 5 bis 15 Minuten, eine glucanolytische Aktivität
im genannten Bereich auftritt.
[0012] β-Glucanase kann insbesondere zum Einsatz in teilchenförmigen Mitteln, wie zum Beispiel
in der europäischen Patentschrift EP 0 564 476 oder in der internationalen Patentanmeldung
WO 94/23005 für andere Enzyme beschrieben, an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in
Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Inaktivierung zu schützen.
[0013] Da sich die Reinigungsleistung von amylolytischen und β-glucanolytischen Enzymen
insbesondere in Mitteln für die Reinigung von Geschirr in unerwarteter Weise verstärkt,
wenn man derartige Enzyme in Kombination einsetzt, enthält ein erfindungsgemäßes Mittel
vorzugsweise zusätzlich zu β-Glucanase mindestens eine Amylase. Ein erfindungsgemäßes
Mittel weist insbesondere eine amylolytische Aktivität im Bereich von etwa 0,5 U/g
bis etwa 3 U/g, insbesondere von etwa 1 U/g bis etwa 2 U/g auf. Die Amylaseaktivität
wird analog dem oben für die Glucanaseaktivität beschriebenen standardisierten Verfahren
unter Einsatz von löslicher Stärke statt Glucan bestimmt.
[0014] Die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel, die als Granulate, pulver- oder tablettenförmige
Feststoffe, als sonstige Formkörper, als homogene Lösungen oder Suspensionen vorliegen
können, können außer der erfindungsgemäß eingesetzten β-Glucanase und dem Bleichmitteln
auf Basis organischer und/oder insbesondere anorganischer Persauerstoffverbindungen
im Prinzip alle bekannten und in derartigen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe enthalten.
Die erfindungsgemäßen Mittel können insbesondere Buildersubstanzen, oberflächenaktive
Tenside, Bleichaktivatoren, wassermischbare organische Lösungsmittel, zusätzliche
Enzyme, Sequestrierungsmittel, Elektrolyte, pH-Regulatoren und/oder weitere Hilfsstoffe,
wie zum Beispiel Silberkorrosionsinhibitoren, Schaumregulatoren sowie Farb- und Duftstoffe
enthalten.
[0015] Ein erfindungsgemäßes Reinigungsmittel für harte Oberflächen kann darüber hinaus
abrasiv wirkende Bestandteile, insbesondere aus der Gruppe umfassend Quarzmehle, Holzmehle,
Kunststoffmehle, Kreiden und Mikroglaskugeln sowie deren Gemische, enthalten. Abrasivstoffe
sind in den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%,
insbesondere von 5 Gew.-% bis 15 Gew.-%, enthalten.
[0016] Als wasserlösliche Builderkomponenten in erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln kommen
prinzipiell alle in Mitteln für die maschinelle Reinigung von Geschirr üblicherweise
eingesetzten Builder in Frage, zum Beispiel Alkaliphosphate, die in Form ihrer alkalischen,
neutralen oder sauren Natrium- oder Kaliumsalze vorliegen können. Beispiele hierfür
sind Trinatriumphosphat, Tetranatriumdiphosphat, Dinatriumdihydrogendiphosphat, Pentanatriumtriphosphat,
sogenanntes Natriumhexametaphosphat, oligomeres Trinatriumphosphat mit Oligomerisierungsgraden
von 5 bis 1000, insbesondere 5 bis 50, sowie die entsprechenden Kaliumsalze beziehungsweise
Gemische aus Natrium- und Kaliumsalzen. Ihre Mengen können im Bereich von bis zu etwa
60 Gew.-%, insbesondere 5 Gew.-% bis 20 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel liegen.
Weitere mögliche wasserlösliche Builderkomponenten sind neben Polyphosphonaten und
Phosphonatalkylcarboxylaten zum Beispiel organische Polymere nativen oder synthetischen
Ursprungs vom Typ der Polycarboxylate, die insbesondere in Hartwasserregionen als
Co-Builder wirken. In Betracht kommen beispielsweise Polyacrylsäuren und Copolymere
aus Maleinsäureanhydrid und Acrylsäure sowie die Natriumsalze dieser polymeren Säuren.
Handelsübliche Produkte sind zum Beispiel Sokalan® CP 5, CP 10 und PA 30 der Firma
BASF. Zu den als Co-Builder brauchbaren Polymeren nativen Ursprungs gehören beispielsweise
oxidierte Stärke, wie zum Beispiel aus der internationalen Patentanmeldung WO 94/05762
bekannt, und Polyaminosäuren wie Polyglutaminsäure oder Polyasparaginsäure. Weitere
mögliche Builderkomponenten sind natürlich vorkommende Hydroxycarbonsäuren wie zum
Beispiel Mono-, Dihydroxybernsteinsäure, α-Hydroxypropionsäure und Gluconsäure. Zu
den bevorzugten organischen Builderkomponenten gehören die Salze der Citronensäure,
insbesondere Natriumcitrat. Als Natriumcitrat kommen wasserfreies Trinatriumcitrat
und vorzugsweise Trinatriumcitratdihydrat in Betracht. Trinatriumcitratdihydrat kann
als feinoder grobkristallines Pulver eingesetzt werden. In Abhängigkeit vom letztlich
in den erfindungsgemäßen Mitteln eingestellten pH-Wert können auch die zu den genannten
Co-Builder-Salzen korrespondierenden Säuren vorliegen.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält ein erfindungsgemäßes maschinelles Reinigungsmittel
für Geschirr die üblichen Alkaliträger wie zum Beispiel Alkalisilikate, Alkalicarbonate
und/oder Alkalihydrogencarbonate. Zu den üblicherweise eingesetzten Alkaliträgern
zählen Carbonate, Hydrogencarbonate und Alkalisilikate mit einem Molverhältnis SiO
2/M
2O (M = Alkaliatom) von 1 : 1 bis 2,5 : 1. Alkalisilikate können dabei in Mengen von
bis zu 40 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Mittel, enthalten sein. Auf den Einsatz
der hoch alkalischen Metasilikate als Alkaliträger wird jedoch vorzugsweise ganz verzichtet.
Das in den erfindungsgemäßen Mitteln bevorzugt eingesetzte Alkaliträgersystem ist
ein Gemisch aus Carbonat und Hydrogencarbonat, vorzugsweise Natriumcarbonat und -hydrogencarbonat,
das in einer Menge von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise 5 Gew.-% bis 40 Gew.-%, enthalten
ist. Je nachdem, welcher pH-Wert letztendlich gewünscht wird, kann das Verhältnis
von eingesetztem Carbonat und eingesetztem Hydrogencarbonat variieren.
[0018] In einer weiteren Ausführungsförm erfindungsgemäßer Mittel sind 20 Gew.-% bis 60
Gew.-% wasserlöslicher organischer Builder, insbesondere Alkalicitrat, 3 Gew.-% bis
20 Gew.-% Alkalicarbonat und 5 Gew.-% bis 40 Gew.-% Alkalidisilikat enthalten.
[0019] Als geeignete Persauerstoffverbindungen kommen insbesondere organische Persäuren
beziehungsweise persaure Salze organischer Säuren, wie Phthalimidopercapronsäure,
Perbenzoesäure oder Salze der Diperdodecandisäure, Wasserstoffperoxid und unter den
Wasch- beziehungsweise Reinigungsbedingungen Wasserstoffperoxid abgebende anorganische
Salze, wie Perborat, Percarbonat und/oder Persilikat, in Betracht. Wasserstoffperoxid
kann dabei auch mit Hilfe eines enzymatischen Systems, das heißt einer Oxidase und
ihres Substrats, erzeugt werden. Sofern feste Persauerstoffverbindungen eingesetzt
werden sollen, können diese in Form von Pulvern oder Granulaten verwendet werden,
die auch in im Prinzip bekannter Weise umhüllt sein können. Besonders bevorzugt wird
Alkalipercarbonat, Alkaliperborat-Monohydrat, Alkaliperborat-Tetrahydrat oder Wasserstoffperoxid
in Form wäßriger Lösungen, die 3 Gew. -% bis 10 Gew.-% Wasserstoffperoxid enthalten,
eingesetzt. Falls ein erfindungsgemäßes Reinigungsmittel Persauerstoffverbindungen
enthält, sind diese in Mengen von vorzugsweise bis zu 50 Gew.-%. insbesondere von
5 Gew.-% bis 30 Gew.-%, vorhanden. Der Zusatz geringer Mengen bekannter Bleichmittelstabilisatoren
wie beispielsweise von Phosphonaten, Boraten beziehungsweise Metaboraten und Metasilikaten
sowie Magnesiumsalzen wie Magnesiumsulfat kann zweckdienlich sein.
[0020] Als Bleichaktivatoren können Verbindungen. die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische
Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen,
und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet
sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls
substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine,
insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate. insbesondere
1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere
Tetraacetylglykoluril (TAGU), N-Acylimide, insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI),
acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat
(n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte
mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat, 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran
und die aus den deutschen Patentanmeldungen DE 196 16 693 und DE 196 16 767 bekannten
Enolester sowie acetyliertes Sorbitol und Mannitol beziehungsweise deren in der europäischen
Patentanmeldung EP 0 525 239 beschriebene Mischungen (SORMAN), acylierte Zuckerderivate,
insbesondere Pentaacetylglukose (PAG), Pentaacetylfruktose, Tetraacetylxylose und
Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls N-alkyliertes Glucamin und Gluconolacton,
und/oder N-acylierte Lactame, beispielsweise N-Benzoylcaprolactam, die aus den internationalen
Patentanmeldungen WO 94/27970, WO 94/28102, WO 94/28103, WO 95/00626, WO 95/14759
und WO 95/17498 bekannt sind. Die aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 16 769
bekannten hydrophil substituierten Acylacetale und die in der deutschen Patentanmeldung
DE 196 16 770 sowie der internationalen Patentanmeldung WO 95/14075 beschriebenen
Acyllactame werden ebenfalls bevorzugt eingesetzt. Auch die aus der deutschen Patentanmeldung
DE 44 43 177 bekannten Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren können eingesetzt
werden. Derartige Bleichaktivatoren sind im üblichen Mengenbereich, vorzugsweise in
Mengen von 1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bezogen auf
gesamtes Mittel, enthalten.
[0021] Zusätzlich zu den oben aufgeführten konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren
Stelle können auch die aus den europäischen Patentschriften EP 0 446 982 und EP 0
453 003 bekannten Sulfonimine und/oder bleichverstärkende Übergangsmetallsalze beziehungsweise
Übergangsmetallkomplexe als sogenannte Bleichkatalysatoren enthalten sein. Zu den
in Frage kommenden Übergangsmetallverbindungen gehören insbesondere die aus der deutschen
Patentanmeldung DE 195 29 905 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder
Molybdän-Salenkomplexe und deren aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 267 bekannte
N-Analogverbindungen. die aus der deutschen Patentanmeldung DE 195 36 082 bekannten
Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe, die in der deutschen
Patentanmeldung DE 196 05 688 beschriebenen Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-,
Molybdän-, Titan-, Vanadium- und Kupfer-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden,
die aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 411 bekannten Cobalt-, Eisen-, Kupfer-
und Ruthenium-Amminkomplexe, die in der deutschen Patentanmeldung DE 44 16 438 beschriebenen
Mangan-, Kupfer- und Cobalt-Komplexe, die in der europäischen Patentanmeldung EP 0
272 030 beschriebenen Cobalt-Komplexe, die aus der europäischen Patentanmeldung EP
0 693 550 bekannten Mangan-Komplexe. die aus der europäischen Patentschrift EP 0 392
592 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt- und Kupfer-Komplexe, die aus den internationalen
Patentanmeldungen WO 96/23859, WO 96/23860 und WO 96/23861 bekannten Cobalt-Komplexe
und/oder die in der europäischen Patentschrift EP 0 443 651 oder den europäischen
Patentanmeldungen EP 0 458 397, EP 0 458 398, EP 0 549 271, EP 0 549 272, EP 0 544
490 und EP 0 544 519 beschriebenen Mangan-Komplexe. Kombinationen aus Bleichaktivatoren
und Übergangsmetall-Bleichkatalysatoren sind beispielsweise aus der deutschen Patentanmeldung
DE 196 13 103 und der internationalen Patentanmeldung WO 95/27775 bekannt. Bleichverstärkende
Übergangsmetallkomplexe, insbesondere mit den Zentralatomen Mn, Fe, Co, Cu, Mo, V,
Ti und/oder Ru, werden in üblichen Mengen, vorzugsweise in einer Menge bis zu 1 Gew.-%,
insbesondere von 0.0025 Gew.-% bis 0,25 Gew.-% und besonders bevorzugt von 0.01 Gew.-%
bis 0,1 Gew.-%, jeweils bezogen auf gesamtes Mittel, eingesetzt.
[0022] Den erfindungsgemäßen Mitteln können gegebenenfalls auch Tenside, insbesondere schwach
schäumende nichtionische Tenside, gegebenenfalls in Abmischung mit anionischen und/oder
zwitterionischen Tensiden, zugesetzt werden, die der besseren Ablösung fetthaltiger
Anschmutzungen, als Netzmittel und gegebenenfalls im Rahmen der Herstellung der Reinigungsmittel
als Granulierhilfsmittel dienen. Ihre Menge kann bis zu 10 Gew.-%, insbesondere bis
zu 5 Gew.-% betragen und liegt vorzugsweise im Bereich von 0,5 Gew.-% bis 3 Gew.-%.
Üblicherweise werden insbesondere in Reinigungsmitteln für den Einsatz in maschinellen
Geschirrspülverfahren extrem schaumarme Verbindungen eingesetzt. Hierzu zählen vorzugsweise
C
12-C
18-Alkylpolyethylenglykolpolypropylenglykolether mit jeweils bei zu 8 Mol Ethylenoxid-
und Propylenoxideinheiten im Molekül. Man kann aber auch andere bekannt schaumarme
nichtionische Tenside verwenden, wie zum Beispiel C
12-C
18-Alkylpolyethylenglykol-polybutylenglykolether mit jeweils bis zu 8 Mol Ethylenoxid-
und Butylenoxideinheiten im Molekül, endgruppenverschlossene Alkylpolyalkylenglykolmischether
sowie die zwar schäumenden, aber ökologisch attraktiven C
8-C
14-Alkylpolyglucoside mit einem Polymerisierungsgrad von etwa 1 bis 4 (z. B. APG® 225
und APG® 600 der Firma Henkel) und/oder C
12-C
14-Alkylpolyethylenglykole mit 3 bis 8 Ethylenoxideinheiten im Molekül. Ebenfalls geeignet
sind Tenside aus der Familie der Glucamide wie zum Beispiel Alkyl-N-Methyl-Glucamide,
in denen der Alkylteil bevorzugt aus einem Fettalkohol mit der C-Kettenlänge C
6-C
14 stammt. Es ist teilweise vorteilhaft, wenn die beschriebenen Tenside als Gemische
eingesetzt werden, zum Beispiel die Kombination Alkylpolyglykosid mit Fettalkoholethoxylaten
oder Glucamid mit Alkylpolyglykosiden. Geeignete anionische Tenside sind insbesondere
Seifen und solche, die Sulfat- oder Sulfonat-Gruppen mit bevorzugt Alkaliionen als
Kationen enthalten. Verwendbare Seifen sind bevorzugt die Alkalisalze der gesättigten
oder ungesättigten Fettsäuren mit 12 bis 18 C-Atomen. Derartige Fettsäuren können
auch in nicht vollständig neutralisierter Form eingesetzt werden. Zu den brauchbaren
Tensiden des Sulfat-Typs gehören die Salze der Schwefelsäurehalbester von Fettalkoholen
mit 12 bis 18 C-Atomen und die Sulfatierungsprodukte der genannten nichtionischen
Tenside mit niedrigem Ethoxylierungsgrad. Zu den verwendbaren Tensiden vom Sulfonat-Typ
gehören lineare Alkylbenzolsulfonate mit 9 bis 14 C-Atomen im Alkylteil, Alkansulfonate
mit 12 bis 18 C-Atomen, sowie Olefinsulfonate mit 12 bis 18 C-Atomen, die bei der
Umsetzung entsprechender Monoolefine mit Schwefeltrioxid entstehen, sowie α-Sulfofettsäureester,
die bei der Sulfonierung von Fettsäuremethyl- oder -ethylestern entstehen.
[0023] Als in den Mitteln verwendbare Enzyme kommen außer der erfindungswesentlichen β-Glucanase
und der obengenannten Oxidase solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Cutinasen,
Amylasen, Pullulanasen und Peroxidasen sowie deren Gemische in Frage, beispielsweise
Proteasen wie BLAP®, Optimase®, Opticlean®, Maxacal®, Maxapem®, Alcalase®, Esperase®,
Savinase®, Durazym® und/oder Purafect® OxP, Amylasen wie Termamyl®, Amylase-LT®, Maxamyl®,
Duramyl® und/oder Purafect® OxAm, Lipasen wie Lipolase®, Lipomax®, Lumafast® und/oder
Lipozym®. Besonders geeignet sind aus Pilzen oder Bakterien, wie
Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis, Streptomyces griseus, Humicola lanuginosa,
Humicola insolens, Pseudomonas pseudoalcaligenes oder
Pseudomonas cepacia gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Auch diese gegebenenfalls zusätzlich verwendeten
Enzyme können, wie zum Beispiel in der europäischen Patentschrift EP 0 564 476 oder
in der internationalen Patentanmeldungen WO 94/23005 beschrieben, an Trägerstoffen
adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein. um sie gegen vorzeitige Inaktivierung
zu schützen. Sie sind in den erfindungsgemäßen Waschmitteln vorzugsweise in Mengen
bis zu 10 Gew.-%, insbesondere von 0,05 Gew.-% bis 5 Gew.-%, enthalten, wobei besonders
bevorzugt gegen oxidativen Abbau stabilisierte Enzyme, wie zum Beispiel aus den internationalen
Patentanmeldungen WO 94/02597, WO 94/02618, WO 94/18314, WO 94/23053 oder WO 95/07350,
bekannt, eingesetzt werden. Zu den bevorzugt in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzten
Proteasen gehören die aus den internationalen Patentanmeldungen WO 91/02792, WO 92/21760
und WO 95/23221 bekannten Enzyme.
[0024] Um einen Silberkorrosionsschutz zu bewirken, können in erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln
für Geschirr Silberkorrosionsinhibitoren eingesetzt werden. Bevorzugte Silberkorrosionsschutzmittel
sind organische Sulfide wie Cystin und Cystein, zwei- oder dreiwertige Phenole, gegebenenfalls
alkyl- oder arylsubstituierte Triazole wie Benzotriazol, Isocyanursäure, Mangan-,
Titan-, Zirkonium-, Hafnium-, Cobalt- oder Cersalze und/oder -komplexe, in denen die
genannten Metalle je nach Metall in einer der Oxidationsstufen II, III, IV, V oder
VI vorliegen.
[0025] Sofern die Reinigungsmittel, zum Beispiel bei Anwesenheit von Aniontensiden, bei
der Anwendung zu stark schäumen, können ihnen noch bis zu 6 Gew.-%, vorzugsweise etwa
0.5 Gew.-% bis 4 Gew.-% einer schaumdrückenden Verbindung, vorzugsweise aus der Gruppe
der Silikonöle, Gemische aus Silikonöl und hydrophobierter Kieselsäure, Paraffine,
Paraffin-Alkohol-Kombinationen, hydrophobierter Kieselsäure, der Bisfettsäureamide,
und sonstiger weiterer bekannter im Handel erhältliche Entschäumer zugesetzt werden.
Weitere fakultative Inhaltssioffe in den erfindungsgemäßen Mitteln sind zum Beispiel
Parfümöle.
[0026] Zu den in den erfindungsgemäßen Mitteln, insbesondere wenn sie in flüssiger oder
pastöser Form vorliegen, verwendbaren organischen Lösungsmitteln gehören Alkohole
mit 1 bis 4 C-Atomen. insbesondere Methanol, Ethanol, Isopropanol und tert.-Butanol,
Diole mit 2 bis 4 C-Atomen, insbesondere Ethylenglykol und Propylenglykol, sowie deren
Gemische und die aus den genannten Verbindungsklassen ableitbaren Ether. Derartige
wassermischbare Lösungsmittel sind in den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln vorzugsweise
nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-%, vorhanden.
[0027] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten
nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die erfindungsgemäßen Mittel system- und
umweltverträgliche Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure, Äpfelsäure.
Milchsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure, aber auch
Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure oder Alkalihydrogensulfate, oder Basen,
insbesondere Ammonium- oder Alkalihydroxide, enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind
in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise nicht über 10 Gew.-%, insbesondere von
0,5 Gew.-% bis 6 Gew.-%, enthalten.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel für die maschinelle
Reinigung von Geschirr enthalten diese 30 Gew.-% bis 60 Gew.-% Natriumphosphat, 5
Gew.-% bis 25 Gew.-% Natriumcarbonat oder dessen Abmischung mit polymerem Polycarboxylat,
5 Gew.-% bis 15 Gew.-% Natriumperborat oder -percarbonat. 0.5 Gew.-% bis 7 Gew.-%
unter Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäure freisetzenden Bleichaktivator, 0,5
Gew.-% bis 7,5 Gew.-% Tensid. 2 Gew.-% bis 30 Gew.-% Natriumsilikat und 0,1 Cew.-%
bis 2 Gew.-% Silberkorrosionsschutzmittel, insbesondere Benzotriazol oder ein Benzotriazolderivat.
[0029] Erfindungsgemäße Reinigungsmittel in Form wäßriger oder sonstige übliche Lösungsmittel
enthaltender Lösungen werden besonders vorteilhaft durch einfaches Mischen der Inhaltsstoffe,
die in Substanz oder als Lösung in einen automatischen Mischer gegeben werden können,
hergestellt.
[0030] Die erfindungsgemäßen Mittel liegen vorzugsweise als pulverförmige, granuläre oder
tablettenförmige Präparate vor, die in an sich bekannter Weise, beispielsweise durch
Mischen, Granulieren, Walzenkompaktieren und/oder durch Sprühtrocknung der thermisch
belastbaren Komponenten und Zumischen der empfindlicheren Komponenten, zu denen insbesondere
die Enzyme sowie gegebenenfalls Bleichmittel zu rechnen sind, hergestellt werden können.
[0031] Zur Herstellung von erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln in Tablettenform geht man
vorzugsweise derart vor, daß man alle Bestandteile in einem Mischer miteinander vermischt
und das Gemisch mittels herkömmlicher Tablettenpressen, beispielsweise Exzenterpressen
oder Rundläuferpressen, mit Preßdrucken im Bereich von 200 · 10
5 Pa bis 1 500 · 10
5 Pa verpresst. Man erhält so problemlos bruchfeste und dennoch unter Anwendungsbedingungen
ausreichend schnell lösliche Tabletten mit Biegefestigkeiten von normalerweise über
150 N. Vorzugsweise weist eine derart hergestellte Tablette ein Gewicht von 15 g bis
40 g, insbesondere von 20 g bis 30 g auf, bei einem Durchmesser von 35 mm bis 40 mm.
[0032] Die Herstellung erfindungsgemäßer Mittel in Form von nicht staubenden, lagerstabil
rieselfahigen Pulvern und/oder Granulaten mit hohen Schüttdichten im Bereich von 800
bis 1000 g/l kann dadurch erfolgen, daß man in einer ersten Verfahrensteilstufe die
Builder-Komponenten mit wenigstens einem Anteil flüssiger Mischungskomponenten unter
Erhöhung der Schüttdichte dieses Vorgemisches vermischt und nachfolgend - gewünschtenfalls
nach einer Zwischentrocknung - die weiteren Bestandteile des Mittels, darunter den
Bleichkatalysator, mit dem so gewonnenen Vorgemisch vereinigt.
[0033] Erfindungsgemäße Mittel zur Reinigung von Geschirr können sowohl in Haushaltsgeschirrspülmaschinen
wie in gewerblichen Spülmaschinen eingesetzt werden. Die Zugabe erfolgt von Hand oder
mittels geeigneter Dosiervorrichtungen. Die Anwendungskonzentrationen in der Reinigungsflotte
betragen in der Regel etwa 1 bis 8 g/l, vorzugsweise 2 bis 5 g/l.
[0034] Ein maschinelles Spülprogramm wird im allgemeinen durch einige auf den Reinigungsgang
folgende Zwischenspülgänge mit klarem Wasser und einem Klarspülgang mit einem gebräuchlichem
Klarspülmittel ergänzt und beendet. Nach dem Trocknen erhält man beim Einsatz erfindungsgemäßer
Mittel ein völlig sauberes und in hygienischer Hinsicht einwandfreies Geschirr.
Beispiele
[0035] Ein Reinigungsmittel (
V1) für die maschinelle Reinigung von Geschirr, enthaltend 45 Gew.-Teile Natriumcitrat,
5 Gew.-Teile Natriumcarbonat, 31 Gew.-Teile Natriumhydrogencarbonat, 1 Gew-Teil Protease-
und 2 Gew.-Teile Amylase-Granulat (Termamyl® 60T), 2 Gew.-Teile nichtionisches Tensid
sowie 10 Gew.-Teile Natriumperborat-Monohydrat und 4 Gew.-Teile N,N,N'N'-Tetraacetylethylendiamin
(TAED), ein Mittel gemäß der Erfindung (
M1), das ansonsten wie
V1 zusammengesetzt war, aber zusätzlich 1,7 Gew.-Teile Cereflo®200 L enthielt, und ein
ebenfalls erfindungsgemäßes Mittel (
M2), welches statt dessen die doppelte Aktivität an β-Glucanase aus
Bacillus alkalophilus (DSM 9956) enthielt, wurden wie nachfolgend angegeben getestet:
[0036] In einer Geschirrspülmaschine Miele® G 575 (Dosierungen von jeweils 25 g des zu testenden
Mittels im Universalprogramm, Wasserhärte 14-16 °dH, Betriebstemperatur 55 °C) wurden
jeweils 4 mit standardisierten Haferflockenanschmutzungen versehene Teller gespült
und die Entfernung der Anschmutzung - nach Anfärbung mittels der Jod-Stärke- Reaktion
- anschließend visuell auf einer Skala von 0 (= unverändert sehr starke Anschmutzung)
bis 10 (= keinerlei Anschmutzung erkennbar) benotet. Die in der nachfolgenden Tabelle
angegebenen Noten der erfindungsgemäßen Mittel
M1 und
M2 sind signifikant besser als der Wert für das Vergleichsprodukt
V1.
Tabelle 1:
| Noten für die Reinigungsleistung |
| Mittel |
Reinigungsleistung |
| M1 |
8,3 |
| M2 |
7,5 |
| V1 |
6,5 |
[0037] Man erkennt, daß die erfindungsgemäßen Mittel dem nicht erfindungsgemäßen Mittel
in der Reinigungsleistung signifikant überlegen ist.
1. Mittel zum Reinigen von harten Oberflächen, insbesondere von Geschirr, enthaltend
neben üblichen mit diesem Enzym verträglichen Inhaltsstoffen eine β-Glucanase, ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolasen (EC 3.2.1.73)
und Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39), und ein Bleichmittel auf Basis organischer
und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es eine glucanolytische Aktivität im Bereich von 0,05 U/g bis 2 U/g, insbesondere
von 0,06 U/g bis 0,5 U/g aufweist.
3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es eine aus Bacillus alkalophilus (DSM 9956) erhältliche β-Glucanase enthält.
4. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich mindestens eine Amylase enthält.
5. Mittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß es eine amylolytische Aktivität im Bereich von 0,5 U/g bis 3 U/g, insbesondere von
1 U/g bis 2 U/g aufweist.
6. Mittel für die maschinelle Reinigung von Geschirr nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß es 20 Gew.-% bis 60 Gew.-% wasserlöslicher organischer Builder, insbesondere Alkalicitrat,
3 Gew.-% bis 20 Gew.-% Alkalicarbonat und 5 Gew.-% bis 40 Gew.-% Alkalidisilikat enthält.
7. Mittel für die maschinelle Reinigung von Geschirr nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß es 30 Gew.-% bis 60 Gew.-% Natriumphosphat, 5 Gew.-% bis 25 Gew.-% Natriumcarbonat
oder dessen Abmischung mit polymerem Polycarboxylat, 5 Gew.-% bis 15 Gew.-% Natriumperborat
oder -percarbonat, 0,5 Gew.-% bis 7 Gew.-% unter Perhydrolysebedingungen Peroxocarbonsäure
freisetzenden Bleichaktivator, 0,5 Gew.-% bis 7,5 Gew.-% Tensid, 2 Gew.-% bis 30 Gew.-%
Natriumsilikat und 0,1 Gew.-% bis 2 Gew.-% Silberkorrosionsschutzmittel, insbesondere
Benzotriazol oder ein Benzotriazolderivat, enthält.
8. Verwendung einer β-Glucanase, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolasen
(EC 3.2.1.73) und Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39), zusammen mit einem Bleichmittel
auf Basis organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen zur Entfernung
von Polysaccharid-Anschmutzungen auf harten Oberflächen, insbesondere auf Geschirr.
9. Verfahren zum Entfernen von Polysaccharid-Anschmutzungen von harten Oberflächen, insbesondere
von Geschirr, dadurch gekennzeichnet, daß man eine β-Glucanase, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolasen
(EC 3.2.1.73) und Endo-1,3-β-D-glucosidasen (EC 3.2.1.39) zusammen mit einem Bleichmittel
auf Basis organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen, einsetzt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man β-Glucanase und Bleichmittel auf Basis organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen
als Bestandteile einer wäßrigen Reinigungslösung, die zusätzlich übliche Inhaltsstoffe
von Reinigungslaugen enthalten kann, einsetzt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Reinigungslösung eine glucanolytische Aktivität im Bereich von 0,2 U/l
bis 4 U/l, insbesondere von 0,15 U/l bis 1,5 U/l aufweist.
1. A composition for cleaning hard surfaces, more particularly tableware, which contains
a β-glucanase selected from the group consisting of endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolases
(EC 3.2.1.73) and endo-1,3-β-D-glucosidases (EC 3.2.1.39) besides typical ingredients
compatible with this enzyme and a bleaching agent based on organic and/or inorganic
peroxygen compounds.
2. A composition as claimed in claim 1, characterized in that it has a glucanolytic activity of 0.05 U/g to 2 U/g and more particularly in the
range from 0.06 U/g to 0.5 U/g.
3. A composition as claimed in claim 1 or 2, characterized in that it contains a β-glucanase obtainable from Bacillus alkalophilus (DSM 9956).
4. A composition as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that it contains at least one amylase in addition to β-glucanase.
5. A composition as claimed in claim 4, characterized in that it has an amylolytic activity of 0.5 U/g to 3 U/g and, more particularly, 1 U/g to
2 U/g.
6. A machine dishwashing detergent as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that it contains 20% by weight to 60% by weight of watersoluble organic builder, more
particularly alkali metal citrate, 3% by weight to 20% by weight of alkali metal carbonate
and 5% by weight to 40% by weight of alkali metal disilicate.
7. A machine dishwashing detergent as claimed in any of claims 1 to 5, characterized in that it contains 30 to 60% by weight of sodium phosphate, 5% by weight to 25% by weight
of sodium carbonate or a mixture thereof with polymeric polycarboxylate, 5% by weight
to 15% by weight of sodium perborate or percarbonate, 0.5% by weight to 7% by weight
of a bleach activator which releases peroxocarboxylic acid under perhydrolysis conditions,
0.5% by weight to 7.5% by weight of surfactant, 2% by weight to 30% by weight of sodium
silicate and 0.1% by weight to 2% by weight of silver corrosion inhibitor, more particularly
benzotriazole or a benzotriazole derivative.
8. The use of a β-glucanase selected from the group consisting of endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolases
(EC 3.2.1.73) and endo-1,3-β-D-glucosidases (EC 3.2.1.39) together with a bleaching
agent based on organic and/or inorganic peroxygen compounds for removing polysaccharide
soils on hard surfaces, more particularly on tableware.
9. A process for removing polysaccharide soils from hard surfaces, more particularly
tableware, characterized in that a β-glucanase selected from the group consisting of endo-1,3-1,4-β-D-glucan-4-glucanohydrolases
(EC 3.2.1.73) and endo-1,3-β-D-glucosidases (EC 3.2.1.39) is used together with a
bleaching agent based on organic and/or inorganic peroxygen compounds.
10. A process as claimed in claim 9, characterized in that β-glucanase and bleaching agent based on organic and/or inorganic peroxygen compounds
are used as constituents of an aqueous cleaning solution which may additionally contain
typical ingredients of cleaning solutions.
11. A process as claimed in claim 10, characterized in that the aqueous cleaning solution has a glucanolytic activity of 0.2 U/l to 4 U/l and,
more particularly, 0,15 U/l to 1,5 U/l.
1. Produit pour le nettoyage des surfaces dures, en particulier la vaisselle contenant,
outre les ingrédients usuels compatibles avec cette enzyme, une β-glucanase sélectionnée
parmi le groupe constitué des endo-1,3-1,4-β-D-glucane-4-glucanohydrolases (EC 3.2.1.73)
et des endo-1,3-β-D-glucosidases (EC 3.2.1.39), et un agent de blanchiment à base
de composés peroxydiques organiques et/ou inorganiques.
2. Produit selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il présente une activité glucanolytique située dans l'intervalle de 0,05 U/g à 2 U/g,
en particulier de 0,06 U/g à 0,5 U/g.
3. Produit selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il contient une β-glucanase pouvant être obtenue à partir de Bacillus alkalophilus (DSM 9956).
4. Produit selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il renferme en plus au moins une amylase.
5. Produit selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'il présente une activité amylolytique située dans l'intervalle de 0,5 U/g à 3 U/g,
en particulier de 1 U/g à 2 U/g.
6. Produit pour le nettoyage de la vaisselle en machine selon une des revendications
1 à 5, caractérisé en ce qu'il renferme 20 à 60 % en poids d'adjuvant organique soluble dans l'eau, en particulier
du citrate de métal alcalin, 3 à 20 % en poids de carbonate de métal alcalin et 5
à 40 % en poids de disilicate de métal alcalin.
7. Produit pour le nettoyage de la vaisselle en machine selon une des revendications
1 à 5, caractérisé en ce qu'il renferme 30 à 60 % en poids de phosphate de sodium, 5 à 25 % en poids de carbonate
de sodium ou d'un mélange de celui-ci avec du polycarboxylate polymère, 5 à 15 % en
poids de perborate ou de percarbonate de sodium, 0,5 à 7 % en poids d'un activateur
de blanchiment libérant de l'acide peroxocarboxylique dans des conditions de perhydrolyse,
0,5 à 7,5 % en poids de tensioactif, 2 à 30 % en poids de silicate de sodium et 0,1
à 2 % en poids d'un agent de protection contre la corrosion de l'argent, en particulier
du benzotriazol ou un dérivé de benzotriazol.
8. Utilisation d'une β-glucanase sélectionnée parmi le groupe constitué des endo-1,3-1,4-β-D-glucane-4-glucanohydrolases
(EC 3.2.1.73) et des endo-1,3-β-D-glucosidases (EC 3.2.1.39) avec un agent de blanchiment
à base de composés peroxydiques organiques et/ou inorganiques, pour éliminer les salissures
à base de polysaccharides sur les surfaces dures, en particulier la vaisselle.
9. Procédé d'élimination des salissures à base de polysaccharides des surfaces dures,
en particulier de la vaisselle, caractérisé en ce que l'on utilise une β-glucanase sélectionnée parmi le groupe constitué des endo-1,3-1,4-β-D-glucane-4-glucanohydrolases
(EC 3.2.1.73) et des endo-1,3-β-D-glucosidases (EC 3.2.1.39) avec un agent de blanchiment
à base de composés peroxydiques organiques et/ou inorganiques.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'on utilise une β-glucanase et un agent de blanchiment à base de composés peroxydiques
organiques et/ou inorganiques, comme constituants d'une solution aqueuse de nettoyage,
qui peut contenir en plus des ingrédients usuels des bains de nettoyage.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que la solution aqueuse de nettoyage présente une activité glucanolytique située dans
l'intervalle de 0,2 U/l à 4 U/l, en particulier de 0,15 U/l à 1,5 U/l.